Blog Wochenberichte

Liebe Trendfolge-Trader,

das erste Mal nach vielen Monaten standen beim Umschichtungstermin am Montag wieder alle Marktampeln auf grün und ich bin somit mit 6 Positionen im Depot long.

Mit der Aktie von ASML verbinde ich große Hoffnungen, denn ich rechne mit einem goldenen Jahrzehnt der Chipbranche. ASML steht ganz am Anfang bei der Produktion von Halbleiter-Chips. Etwa 80% aller Chiphersteller sind Kunde bei ASML. Wenn es zu einem Chip-Boom kommt, wovon ich ausgehe, wird ASML ganz am Beginn der Wertschöpfungskette mitverdienen.

Warum rechne ich mit einem goldenen Jahrzehnt der Halbleiter-Aktien?

Es gibt 2 wichtige Treiber für die Chipbranche:
 

  1. Künstliche Intelligenz benötigt eine gigantische Rechenleistung. Je mehr Rechenleistung bereitsteht, desto besser können komplexe neuronale Netze trainiert werden. Google hat letzte Woche einen digitalen Assistenten vorgestellt, der Anrufe tätigen kann, um zum Beispiel einen Friseurtermin zu vereinbaren. Die Auswertung der Stimme am anderen Ende der Leitung erfolgt in der Google-Cloud und allein dafür ist eine riesige Rechenleistung erforderlich, denn die Bedeutung der gesagten Worte müssen quasi in Echtzeit analysiert werden, damit der Assistent eine Antwort geben kann. Das ist nur eines von vielen Beispielen für eine Künstliche-Intelligenz-Applikation, wie sie in den nächsten Jahren kommen werden.
  2. Fotorealistische virtuelle Realitäten benötigen ebenfalls eine enorme Rechenleistung. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Szenarien vieler Science-Fiction-Filme, wo die Menschen in ihrer Freizeit in Hold-Decks oder virtuelle Welten abtauchen, Wirklichkeit werden. In vermutlich schon 2 Jahren ist die Technik soweit, dass fotorealistische, virtuelle Realitäten simuliert werden können. Dann wird es eine erhöhte Nachfrage nach diesen Unterhaltungsmöglichkeiten geben und dann wird die benötigte Rechenleistung einen großen Sprung nach vorne machen.


Interessant ist auch mein neuer Depotwert Wacker Chemie, der sich auf Rang 3 der Gesamtauswahl vorgearbeitet hat. Für mich als Trader ist der Spezialchemiekonzern eine der spannendsten Storys der Branche. Denn die Münchener sind mit Silicon-Produkten für die Baubranche und als Hersteller von hochreinem Polysilizium für die Solarindustrie in zwei aussichtsreichen Volumensegmenten positioniert. Mit Produktinnovationen und gezielten Zukäufen erobert man sich laufend neue, margenstarke Wachstumsfelder. Hier versprechen siliziumbasierten Lithium-Ionen-Batterien mit höherer Speicherkapazität neue Impulse. Gelingt in Kooperation mit Batterie-Herstellern bis Ende 2018 der Durchbruch, winken dank E-Mobility und Handy-Akkus Milliardenumsätze!

Mein Depot-Neuzugang Deutsche Börse (Trendstabilitätswert: 6,7) profitierte zuletzt von der anziehenden Volatilität an den Aktienmärkten, da die Einnahmen im Kerngeschäft dank der höherer Handelsfrequenz an den Präsenz- und Derivatebörsen anziehen. Unter der Ägide des neuen CEO Weimer soll die Profitabilität mit neuen Produkten und Zukäufen gezielt verbessern werden, wobei man ein jährliches Gewinnplus von 10 bis 15% anpeilt. Durch Einsparungen und Digitalisierung soll außerdem die Kostenbasis bis 2020 um 100 Mio. Euro p.a. verringert werden. Für Phantasie sorgt der anstehende Brexit, da London als zentraler Euro-Clearing-Standort durch Frankfurt abgelöst wird. Profiteur wäre die Tochter Eurex-Clearing, deren Abwicklungsvolumen bei Clearing-Transaktionen signifikant ansteigen wird.

Fazit: Unser regelbasiertes Trendfolge-System hat spannende Titel in mein Depot gebracht. Ich bin sehr zufrieden damit.

Viele Grüße
Simon Betschinger


     Systematisch investieren mit unseren Themenwelten

Liebe Leser,

derzeit befinden sich 5 Depot-Positionen in meinem realen 100.000 € Trendfolge-Depot. Am Montag ist wieder Umschichtungstermin und basierend auf den Trendstabilitäts-Ranglisten nach Börsenschluss werde ich festlegen welche Werte neu ins Depot aufgenommen werden. Derzeit zeichnen die 3 Trendstabilitäts-Ranglisten zu DAX, MDAX und EuroStoxx 50 untenstehendes Bild. Ich möchte Ihnen heute noch einmal genau schildern, wie ich vorgehe, um die neuen Depotwerte zu bestimmen.

Trendstabilitäts-Rangliste DAX (derzeit befindet sich 1 Aktie aus diesem Index im Depot)
1. Deutsche Börse, Trendstabilität 8,1
2. Deutsche Lufthansa, Trendstabilität 7,90 (Depotwert)
3. Eon, Trenstabilität 6,80

Trendstabilitäts-Rangliste MDAX (derzeit befinden sich 2 Aktien aus diesem Index im Depot)
1. TAG Immobilien, Trendstabilität 13,20 (Depotwert)
2. Wacker Chemie, Trendstabilität 10,20
3. Salzgitter, Trendstabilität 8,70

Trendstabilitäts-Rangliste EuroStoxx 50 (derzeit befinden sich 2 Aktien aus diesem Index im Depot)
1. LVMH, Trendstabilität 8,20 (Depotwert)
2. ASML, Trendstabilität 7,80
3. ING Groep, Trendstabilität 7,10

Prüfung der Marktampel
Als aller Erstes werde ich am Montag nach Börsenschluss prüfen, ob die Marktampeln der einzelnen Indizes grünes Licht zeigen. Das ist dann der Fall, wenn der Index über dem GD 200 notiert. Derzeit notieren sowohl DAX, MDAX also auch der EuroStoxx 50 über ihrem GD 200. Die Marktampeln geben grünes Licht. Das bedeutet, dass neue Depotpositionen gekauft werden dürfen.

Prüfung welche Depotwerte das Depot verlassen müssen
Ob ein Depotwert weiter im Depot bleiben darf, entscheiden die Trendstabilitäts-Ranglisten der jeweiligen Indizes. Ein Depotwert muss zu den 3 Aktien mit der höchsten Trendstabilität im jeweiligen Index gehören. Sonst wird der Wert verkauft. Aktuell habe ich zwei Depotwerte, die dieses Kriterium nicht erfüllen. Rheinmetall notiert im MDAX auf Rang 5 der Trendstabilitäts-Liste und Intesa Sanpaolo notiert im EuroStoxx 50 auf Rang 6 der Trendstabilitäts-Rangliste. Diese beiden Aktien würden nach jetzigem Stand am Dienstag nächste Woche verkauft werden.

Prüfung welche Depotwerte neu in das Depot kommen
Nachdem ich am Montag den Status der Marktampel festgestellt habe und geprüft habe, welche Werte das Depot verlassen müssen, werde ich gleich im Anschluss die neuen Depotwerte bestimmen, die für das Depot gekauft werden. Es sind die Aktien mit der höchsten Positionierung in den Trendstabilitäts-Ranglisten. Im DAX würde ich nach jetzigem Stand die Aktie der Deutsche Börse AG beziehungsweise ein Derivat auf die Deutsche Börse AG kaufen. Im DAX würde nach jetzigem Stand Wacker Chemie oder ein Derivat auf Wacker Chemie im Depot landen und im EuroStoxx 50 würde die Wahl auf ASML oder ein Derivat auf ASML fallen.

Fazit: Am Montag wird das Regelwerk entscheiden! Ich informiere Sie, liebe Leser, wie immer hier im Blog.

Viele Grüße
Simon Betschinger


     Systematisch investieren mit unseren Themenwelten

Liebe Trader,

während ich beginne, diesen Text zu schreiben, notiert mein Depotwerte Rheinmetall nach guten Q1-Zahlen 5,2 % im Plus. Die Schweizer Investmentbank sieht in einem heute veröffentlichten Statement die Aktie als „Kauf“ mit Kursziel 130 €.

Es ist schön, dass wieder Bewegung in den Markt kommt. Die Stimmung hellt merklich auf und das erste Mal seit 3 Wochen geben alle Marktampeln grünes Licht. Am Mittwoch habe ich 2 neue Positionen ins Depot gekauft. Auf TAG Immobilien habe ich ein Endlos Turbo mit Hebel 2 ausgewählt. Für mich ist der Finanzierungsvorteil, den mir Hebelderivate bieten, sehr angenehm. Auf meinem Konto liegt ein hoher Cashbestand und ich kann trotz in einem hohen Umfang von den Bewegungen der Basiswerte profitieren.

Beim routinemäßigen Screening der Trendstabilitätsrangliste ist mir in dieser Woche Wacker Chemie ins Auge gestochen. Die Aktie des Spezialchemiekonzerns hat sich zuletzt sukzessive nach oben gearbeitet und rangiert mittlerweile mit einem Trendstabilitätswert von 10,60 auf Rang 2 der Gesamtauswahl. Darum möchte ich heute nochmal über die aktuellen Entwicklungen bei Wacker Chemie schreiben.

Zunächst jedoch ein Einschub: Ein Leser hat mich gefragt, was ich mit „routinemäßigem Screening“ meine. Ich verwende diese Formulierung sehr oft hier im Blog. Als professioneller Trader versuche ich meine Recherche-Prozesse in Routinen zu unterteilen, die ich Tag für Tag durchführe. Morgens gehört es zum Beispiel zu meiner Routine, dass ich um 7:30 Uhr einen Blick auf den dpa-AFX ProFeed werfe, um mich über relevante Nachrichten zu informieren. Den Nachrichtenticker verfolge ich dann jede halbe Stunde bis etwa 10:00 Uhr. Abends habe ich z.B. als Routine, dass ich prüfe, welche Aktien am deutschen Aktienmarkt neue 52-Wochenhochs markiert haben und ob es Nachrichten gibt, die die Aktien beflügeln. Und zu diesen vielen Routinen, die ich den ganzen Tag durchführe, gehört auch die Überprüfung der Trendstabilitäts-Ranglisten.

Nun aber zu Wacker Chemie: Ein bedeutender Durchbruch könnte für Wacker Chemie im Bereich Batterie-Technologie bevorstehen. Hier forscht man gemeinsam mit namhaften Branchengrößen an einer Lösung für Lithium-Ionen-Batterien, die Silizium als Anodenmaterial verwendet. Dies neue Batterietechnologie hat laut Wacker Chemie einen um bis zu 30% höheren Wirkungsgrad und wäre damit für Anwendungen wie E-Mobility oder Konsumelektronik geradezu prädestiniert. Ende 2018 bzw. Anfang 2019 will man hier bereits erste Produkte vorstellen. Gelingt hier der Durchbruch, würde sich für Wacker Chemie ein neuer Multi-Milliarden-Markt eröffnen.

Auch sonst läuft es bei Wacker Chemie im klassischen Kerngeschäft rund. So hatte der Konzern nach leicht besser als erwartet ausgefallenen Geschäftszahlen für das erste Quartal für das laufende Fiskaljahr ein mögliches Übertreffen der konzerneigenen Prognose in Aussicht gestellt. Bislang geht man von einem Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich sowie einer Verbesserung des operativen EBITDA-Ergebnisses im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Als Grund nannte man vor allem die anhaltend starke Performance in der Chemie-Sparte, wobei man hier vor allem bei Silicon-Produkten einen deutlichen Nachfrageschub zu verzeichnen hat. Diese Aussage lässt mich als Trader aufhorchen. Denn Wacker Chemie gilt hier als der weltweit größte Hersteller, wobei es dem Konzern dank der kräftig gestiegenen Nachfrage gelang, deutliche Preiserhöhungen durchzusetzen. Größte Abnehmer der Silicon-Produkte sind die Baubranche, Chemie, Automobiltechnik sowie die Elektroindustrie.

Fazit: Es ist gut möglich, dass Wacker Chemie beim nächsten Umschichtungstermin wieder im Depot landet. Die Entscheidung darüber wird das Regelwerk treffen.

Viele Grüße
Simon Betschinger
 

     Systematisch investieren mit unseren Themenwelten

Liebe Trendfolge-Trader,

wir folgen den trendstabilsten Aktien! Aber nur dann, wenn die Märkte freundlich sind. Ob die Märkte freundlich sind, bestimmt eine Marktampel. Diese zeigt aktuell für 3 Indizes, die gemäß unserem Regelwerk berücksichtigt werden, rotes Licht. Am kommenden Montag ist wieder Umschichtungstermin. Wenn die Marktampeln dann auf grün stehen, kann ich neue Aktien kaufen. Es wird eine ganz knappe Angelegenheit. Aktuell notieren zum Beispiel der Euro Stoxx 50 und der MDAX nur 0,2 % unter ihrem GD 200. Entscheidend ist, ob die beiden Indizes am Montag darüber schließen.

Welche Aktien könnten dann neu in meinem Trendfolge-Depot landen? Aktuellen sehen die Trendstabilitäts-Ranglisten folgendermaßen aus:

Trendstabilitäts-Rangliste MDAX

  1. TAG Immobilien
  2. Wacker Chemie
  3. Rheinmetall (befindet sich im Depot)


Trendstabilitäts-Rangliste Euro Stoxx 50

  1. LVMH (befindet sich im Depot)
  2. Intesa Sanpaolo
  3. ASML


Im MDAX wäre damit TAG Immobilien ein Kandidat für eine Depotaufnahme und im Euro Stoxx 50 würde aktuell die Entscheidung zu Gunsten von Intesa Sanpaolo fallen. Ich habe interessehalber recherchiert, was bei diesen Aktien gerade die Kurstreiber sind:

Mit deutlichem Abstand an der Spitze der Gesamtauswahl rangiert mit einem Trendstabilitätswert von 11,50 die Aktie von TAG Immobilien. Der Wohnimmobilienkonzern kann weiterhin von steigenden Mietpreisen und der starken Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in Ballungsgebieten profitieren. Dies macht sich auch beim Ergebnis positiv bemerkbar, was ein Blick auf die Q1-Ergebnisse verdeutlicht. So kletterte der bereinigte operative Gewinn (FFO I) von 28,5 auf 35,1 Mio. Euro. Maßgeblichen Anteil hatte unter anderem der Anstieg von 71,5 Mio. auf 75,8 Mio. Euro bei den Mieterlösen, während die Leerstandsquote mit 5,6% zum Ende des ersten Quartals weiter auf niedrigem Niveau verharrte. Angesichts der zu erwartenden weiteren Mietpreissteigerungen in 2018, die nach Schätzungen von Experten gerade in Ballungszentren oberhalb der Marke von 10% liegen werden, scheint die konzerneigene Prognose, die von einem operativen Gewinnanstieg von 127,4 Mio. Euro im Vorjahr auf 135 bis 137 Mio. Euro ausgeht, konservativ. Diese Einschätzung vertreten die Experten von Barclays die ihr Kursziel kürzlich von 18,00 auf 19,50 Euro nach oben revidierten.

Intesa Sanpaolo - Großbank macht bei Portfolio-Optimierung bedeutende Fortschritte! Die italienische Bank- und Finanzholding gehört dank zahlreicher Zukäufe zu den führenden Kreditinstituten in Italien. Operativer Schwerpunkt bildet das Privat- und Firmenkundengeschäft, wobei zuletzt das Angebot an margenstarken Altersvorsorge-, Fonds- und Versicherungsprodukten konsequent ausgebaut wurde. Die neue Strategie macht sich bezahlt, zumal man in Q4 beim bereinigten Nettogewinn einen deutlichen Anstieg von 1,15 auf 1,34 Mrd. Euro verbuchen konnte. Neue Impulse verspricht der geplante Abbau von Risikoassets im Kreditportfolio, wobei hier zuletzt mit der Ausplatzierung von notleidenden Krediten im Gesamtvolumen von 40 Mrd. Euro in eine neue Zweckgesellschaft mit dem schwedischen Anbieter Intrum ein bedeutender Erfolg gelang. Damit kommt man dem Ziel, den Anteil an notleidenden Krediten unter die Marke von 10% am Gesamtportfolio zu reduzieren, einen großen Schritt näher. Dank des boomenden Kreditgeschäfts bleiben die operativen Aussichten vielversprechend, wovon auch die Aktionäre in Form steigender Dividenden profitieren dürften. Ohnehin ist Intesa Sanpaolo mit einer Dividendenrendite von 6,3% in Europa einer der attraktivsten Dividendenwerte im Bankensektor.

Fazit: Am Montag werde ich gemäß unserem Regelwerk prüfen, ob Depotumschichtung stattfinden. Nach Wochen der Passivität könnten am die Marktampeln nun wieder auf grün springen. Ich werde darüber berichten.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

der DAX läuft seit mittlerweile einem Jahr seitwärts. In der Presse wird laut über ein Ende des Bullenmarktes spekuliert, der nun bereits eine Dauer von 109 Monaten hat. In der Welt lese ich heute: „Dieses Anzeichen versetzt die Börse in Angst.“ Als Risikofaktoren benennt Frank Stocker, Autor des Artikels, die steigenden Ölpreise und die die steigenden Zinsen.

Ich persönlich glaube nicht an die Zinswende. Natürlich wird der Nominalzins steigen, wenn die Inflation leicht anzieht, aber ich kann mir bei gutem Willen nicht vorstellen, dass sich wieder ein deutlich positiver Realzins bildet. In der gesamten Volkswirtschaft ist der Zins ein intertemporales Bindeglied zwischen dem Konsum heute und dem Konsum in der Zukunft. Der reale Zins würde zum Beispiel dann ansteigen, wenn sich ein Großteil der Bevölkerung dazu entschließt, einen Kredit aufzunehmen, um hohe Konsumausgaben schon heute zu tätigen.

Das wird nur passieren, wenn ein neue Produkt vorhanden ist, das auf einmal jeder haben will. Was könnte das sein? Zum Beispiel ein humanoider Haushaltsroboter, der im Haushalt und Garten die Arbeit erledigt. Wenn hunderttausende von Menschen diesen Haushaltsroboter haben wollen und Kredite aufnehmen, um dessen Anschaffung zu finanzieren und Unternehmen massiv in die Produktion investieren, um die Nachfrage zu bedienen, dann könnte eine Geldnachfrage entstehen, die den realen Zins nach oben treibt. Aber ein solches Szenario sehe ich aktuell nicht.

Ich glaube daher nicht an eine nachhaltige Zinswende (bitte immer die Realzinsen betrachten) und glaube, dass die Aktienmärkte gute Chancen haben, über die Zeitachse zu konsolidieren. Das wäre für mich als Trendfolge-Trader sehr angenehm. Denn auch in einer Seitwärtsphase wird es neue Chancen geben.

Ich beobachte fast täglich die Trendstabilitäts-Ranglisten und spiele im Kopf verschiedene Szenarien durch, die sich aus unserem Regelwerk ergeben können. Im MDAX zeigt die Marktampel derzeit grünes Licht. Wenn das so bleibt, könnte beim nächsten Umschichtungstermin am Montag in einer Woche die Aktie von Wacker Chemie wieder für einen Depotkauf in Frage kommen.

Die Aktie von Wacker Chemie zeigt wieder eine Trendstabilität von 9,70. Das Unternehmen hatte ich letzte Jahr ja oft als potenziellen Profiteur der Elektroauto-Revolution genannt, weil Wacker Chemie sich als Zulieferer für Lithium-Ionen-Akkus positioniert. Auch die jüngsten Schachzüge des Managements gefallen mir. Als strategisch sinnvoll sollte sich die kürzlich vermeldete Übernahme von Teilen der SynCo Bio Partners Luxembourg erweisen. Im Rahmen der Transaktion übernimmt man Produktionsstandorte zur Herstellung von Biopharmazeutika, Lebendbakterien und Impfstoffen.

Damit baut Wacker Chemie seine Position im Zukunftsmarkt für Biopharmaka weiter aus und positioniert sich als ein führender Auftragshersteller von biopharmazeutischen Proteinen mit mikrobiellen Technologien. Strategisch macht der Zukauf für Wacker Chemie Sinn, da man sich mit dem Ausbau der Aktivitäten im Bereich Biopharmaka stärker vom zyklischen Kerngeschäft mit Polysilizium-Materialien für die Solarbranche, oder dem Bauchemie-Segment, abgrenzt. Gleichzeitig sichert man sich eine starke Position in einem margenstarken Segment mit guten Wachstumsaussichten. Auch sonst läuft es im Kerngeschäft bei Wacker Chemie weiter rund. Für Schub sollte vor allem die Erholung der Polysilizium-Preise seit Jahresbeginn gesorgt haben, während man auch im Bauchemiesegment von der boomenden Baukonjunktur profitiert haben sollte. Entsprechend positiv zeigten sich zuletzt die Experten der Baader Bank, die den Wert zuletzt mit "Buy" und einem Kursziel von 180 Euro bestätigt hatten.

Fazit: Auch in einem Seitwärtsmarkt kann es zu interessanten Trendfolge-Trades kommen. Eine Aktie, die ich persönlich sehr gerne im Depot sehen würde, wenn es das Regelwerk denn vorgibt, ist Wacker Chemie.

Viele Grüße
Simon Betschinger
 

     Systematisch investieren mit unseren Themenwelten

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