Besser Traden mit System - Der Blog

Blog Wochenberichte

Liebe Leser,

Regulierung hat Konsequenzen. Die Überregulierung der Bankenbranche nach der Finanzkrise hat die europäischen und insbesondere deutschen Banken im internationalen Wettbewerb auf die Ersatzbank verbannt. Sie dürfen im globalen Stil nicht einmal mal mehr mitspielen. Während US-Banken wir Morgan Stanley, Goldman Sachs oder JP Morgan in hellem Licht erstrahlen, kämpfen Commerzbank und Deutsche Bank gegen den Sturz in die tiefe Bedeutungslosigkeit.

Nun steht der nächste Regulierungshammer bevor, der für die mittelständische Industrie ähnlich Konsequenzen haben dürfte wie sie die Banken nach der Finanzkrise zu spüren bekommen haben. Das neue Klimapaket der Bundesregierung, das eine stufenweise erhöhte CO2-Bepreisung bis 2030 vorsieht, wird die industrielle Produktion in Deutschland massiv verteuern. Horror-Szenarien der Industrieverbände machen bereits die Runde.

Regulierung hat Konsequenzen und wenn der Gesetzgeber nach der Bankenbranche, und nach der Autobranche, nun auch noch die restliche mittelständische Industrieproduktion massiv verteuert, dann ist irgendwann das Rückgrat der deutschen Wirtschaft gebrochen. Dann wird der Konkurrenzkampf gegen Firmen aus den USA oder aus China irgendwann zur unlösbaren Aufgabe.

Die Flucht unter die Filterblase

In Zukunft wird es wohl immer wichtiger, den Aktienmarkt über eine bewusst gewählte Filterblase zu betrachten. In der Filterblase befinden sich dann die trendstabilen Aktien, die von der Regulierung nicht betroffen sind. Außerhalb der Filterblase ist dann der bedauernswerte Teil der deutschen Wirtschaft, der aufgrund der Überregulierung die Konkurrenzfähigkeit verliert. Unsere Trendstabilitäts-Rangliste kann man gut und gerne als eine solche Filterblase betrachten.

Hinweis in eigener Sache: Ich möchte mit diesem Text nicht bestreiten, dass eine CO2-Absenkung notwendig ist. Ich kämpfe aber dagegen, dass die Belastung der mittelständischen Industrie aufgebrummt wird. Es ist nicht klug, diejenigen immer stärker zu belasten, die den Wohlstand erst möglich machen.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Rangliste die Aktie von CTS Eventim, die sich derzeit auf Rang 7 der Gesamtauswahl befindet. Der Ticketvermarkter überzeugte in Q3 zuletzt erneut mit starken Ergebnissen und knüpfte laut den kürzlich veröffentlichten Eckdaten mit einem organischen Umsatzplus von knapp 20% nahtlos an die starke Entwicklung aus dem ersten Halbjahr an. Dass der bereinigte operative Gewinn mit einem Plus von mehr als 42% überproportional zugelegt hatte, war vor allem der starken Entwicklung im Live-Entertainment-Segment geschuldet. Top-Acts wie David Guetta, Lana Del Ray, Elton John oder Sting sorgten erneut für prall gefüllte Hallen bei den zahlreichen Live-Events und bescherten CTS Eventim in diesem Segment ein sattes Ergebnisplus von mehr als 120%. Auch beim Ticketverkauf konnte CTS Eventim wie bereits im ersten Halbjahr dank höherer Konsumausgaben einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg vorweisen. Entsprechend optimistisch zeigte sich das Konzernmanagement für das Gesamtjahr, wobei man von einem neuen Rekordergebnis ausgeht.

Mit der Übernahme des französischen Ticket-Vermarkters Fnac Darty hat CTS Eventim die Weichen weiter auf Wachstum gestellt. Denn durch die geplante Mehrheits-Beteiligung am französischen Branchenprimus winken hohe Synergien, etwa durch eine gemeinsame Online-Ticket-Verkaufsplattform. Fnac Darty generiert knapp 19% seiner Erlöse im margenstarken Online-Ticketing-Segment, während CTS Eventim den Anteil der Online verkauften Tickets ebenfalls weiter kontinuierlich ausbaut. Da sich hier aufgrund geringerer Kosten gegenüber dem Ticketverkauf an stationären Verkaufsstellen deutlich höhere Gewinnspannen erzielen lassen, wird sich der Ausbau dieses Segments nachhaltig positiv auf die Ergebnisentwicklung auswirken. Gleichzeitig positioniert sich CTS Eventim mit dem Zukauf in einem der attraktivsten europäischen Märkte und profitiert damit von der dynamischen Entwicklung der Konsumausgaben in Frankreich. Die operativen Aussichten bei CTS Eventim bleiben weiterhin vielversprechend, was auch bei der Anlegergemeinde gut ankommt. So wurde der Rücksetzer nach der jüngst erfolgten Aktienplatzierung des Großaktionärs KPS Stiftung mit Käufen beantwortet. Die von Firmengründer und Konzernchef kontrollierte KPS Stiftung hatte ihre Beteiligung an CTS Eventim kürzlich von rund 43 auf 38,8% reduziert, will aber weiterhin als strategischer Großaktionär beim Ticketing-Spezialisten an Bord bleiben. Die Experten der Berenberg Bank haben zuletzt ihre Einstufung mit „Buy“ bestätigt und das Kursziel von 61 auf 63 Euro erhöht.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

es gibt ja in der heutigen Zeit eine Angst vor fast Allem. Manche Menschen haben Angst davor, dass Roboter eine Massenarbeitslosigkeit auslösen werden, obwohl die tatsächliche Entwicklung genau in die entgegengesetzte Richtung zeigt. Noch nie in der Geschichte der Menschheit war der Automatisierungsgrad so hoch wie heute und dennoch gibt es in vielen Branchen einen eklatanten Arbeitskräftemangel. Mir ist auch klar warum, da reicht ein einziger Hotelbesuch mit Wellness-Programm und qualitativ hochwertigem Essen. An der Serviceleistung, die ich dort geboten bekomme, sind bestimmt über 10 Menschen beteiligt. Rezeption, Zimmerreinigung, Küche, Bedienung, … . Je mehr Menschen also auch dank der Automatisierung zu Geld kommen und dieses Geld in personalintensiven Branchen ausgeben, desto stärker steigt die Nachfrage nach Arbeitskräften.

Wenn man sich Wirtschaftswachstum vorstellt, sollte man sich auf die kaum zu stillenden Bedürfnissen der Menschen fokussieren. Wer antwortet auf folgende Fragen schon mit Nein:
- Möchtest du eine größere Wohnung oder ein größeres Haus?
- Möchtest du tolle Urlaube verbringen?
- Willst du öfters Mal gute Restaurants oder andere Events besuchen?
- Hättest du gerne das iPhone 11 oder das iPad Pro?

Kaum jemand kann von sich behaupten, keine Idee zu haben wie steigendes Einkommen ausgegeben werden kann. Solange die Wünsche der Menschen nicht enden, solange wir das Wirtschaftswachstum nicht zum Erliegen kommen.

Ganz anders sieht es aus, wenn man sich die Wirtschaft von der Produktionsseite her anschaut. Dann trifft man auf einmal überall auf Probleme, die gigantisch groß erscheinen. Von der Autobranche bis zum Maschinenbau, viele Firmen müssen kämpfen.

Die Ceconomy-Aktie fällt, CTS Eventim steigt: Beide Trends haben die gleiche Ursache

Die Konsumnachfrage wird nicht weniger, lediglich die Verteilung der Wertschöpfung ändert sich dramatisch. Heute ist erneut die Aktie von Ceconomy unter Druck und fällt um fast 10 %. Das ist das Konzerndach von Media Markt und Saturn. Früher, in meiner Jugend, verbrachte ich stundenlang im Media Markt, um CDs probezuhören. Das Geschäft mit DVDs und Musik-CDs wurde durch die Streaming-Dienste komplett zerstört. Die Menschen hören nicht weniger Musik, aber die Wertschöpfungskette hat sich drastisch geändert.

Ein Profiteur von obiger Entwicklung ist zum Beispiel die Aktie von CTS Eventim, die sich auf Ranglistenplatz Nr. 9 der Trendstabilitäts-Rangliste befindet. Fast 100 Euro für Depeche Mode, Lady Gaga 130 Euro und Roger Waters, der als Mitgründer der Rockband Pink Floyd bekannt wurde, rund 300 Euro. Für Livekonzerte müssen Besucher tief in die Tasche greifen. Und es funktioniert, denn die Fans sind bereit so viel zu zahlen. So kostete 2001 ein Depeche-Mode-Konzert in Leipzig 45 Euro. 2018 waren es in Berlin schon 93 Euro – mehr als doppelt so viel. Ein wesentlicher Grund für diesen Trend sind Musikstreaming-Dienste wie Spotify oder Amazon Music, über die es möglich ist, Musik kostengünstig zu hören. Die Zahlen verkaufter Tonträger gingen hingegen in den vergangenen Jahren rapide in den Keller. Während früher Schallplatten und CDs die Haupteinnahmequelle für Musiker waren, sind es heute die Livekonzerte.

Die Trendstabilitäts-Rangliste zeigt wer zu den wirtschaftlichen Gewinnern zählt

Die Aktie von CTS Eventim ist trendstabil. Schauen Sie sich die Trendstabilitäts-Ranglisten an. Ceconomy zeigt überhaupt keinen Trend nach oben. In der Regel gilt: Wenn wir uns auf die Aktien konzentrieren, die sich weit oben in den Trendstabilitäts-Ranglisten bewegen, dann konzentrieren wir uns auf die Gewinner der wirtschaftlichen Veränderungen.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Wochenbericht / 11.10.2019 | 15:28:00

Reales 100.000 € Trendfolge-Depot: Das ist cool!

Liebe Trendfolge-Trader,

wenn es Twitter nicht schon geben würde, müsste man diesen Dienst erfinden. Ein öffentliches Sprachrohr für die Politiker der Welt, um Ansichten und Entscheidungen ohne den Umweg über die Presse in der Welt zu verbreiten. Amazon hat die Großhändler ausgeschaltet. Twitter schaltet die Presse aus, wenn es darum geht, neue Informationen so schnell wie möglich in die Welt hinauszutragen. Na ja, zugegeben nur vereinzelt, aber die Tendenz ist erkennbar.

So wie heute: Ein Trump-Tweet, dass die Handelsgespräche mit China gut laufen würden, lässt die Aktienmärkte stark anziehen. Ich könnte jetzt wieder wie im letzten Blog-Beitrag darüber jammern, dass es als Trader herausfordernd ist, diesen ständigen Impulsen richtig zu folgen, aber heute möchte ich einfach sagen: Cool! Es ist irgendwie cool, dass wir im Twitter-Zeitalter ganz demokratisch wichtige Informationen aus erster Hand bekommen. Früher war das nicht so. Da saßen die Journalisten in den Pressekonferenzen und die ersten Infos sickerten dann meist über teure Nachrichtendienste wie Bloomberg durch. Institutionelle Anleger waren klar im Vorteil. Twitter-Notifications kann jeder aktiveren.

Ich möchte noch eine kurze Geschichte zum Thema „lange Leitung des Kapitalmarktes“ erzählen.

Manchmal liegt man mit einer Einschätzung zu einem Unternehmen komplett richtig, aber die Aktie reagiert einfach nicht darauf und man reibt sich ganz verwundert die Augen, warum Mr. Market die Sache komplett anders sieht. Als Thomas Cook am 23. September Insolvenz anmeldete, kaufte ich sofort TUI-Aktien. Wenn der größte Konkurrent aus dem Markt ausscheidet, muss doch mehr Geschäft für TUI übrigbleiben, war meine einfache Logik. Aber die Aktie lief seitwärts mit abbröckelnder Tendenz. Ich war schon fast davor den Trade zu beenden als TUI in einer Pressemitteilung dann mein Szenario gestern bestätigte und von 500.000 zusätzlichen Gästen im nächsten Jahr sprach. Aber der Kurs reagierte auch gestern erst einmal nicht. Erst heute springt die Aktie um +10 % in die Höhe und preist das ein, was eigentlich schon vor 3 Wochen feststand.

Merke: Recht haben alleine reicht an der Börse nicht aus. Man muss genau zum richtigen Zeitpunkt Recht haben, sonst kann ein Trade trotz der richtigen Meinung schiefgehen.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Auf Rang 10 der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Rangliste vorgerückt ist die Aktie von CTS Eventim. Der Ticketvermarkter und Veranstalter von Live-Konzertevents ist ein typischer Profiteur steigender Konsumausgaben. Angesichts der robusten Binnenkonjunktur und steigender Löhne haben die Verbraucher mehr Geld in der Tasche und gehen daher öfters ins Kino, zu Konzerten oder Sportveranstaltungen. Höhere Ticketabsätze und neue Zuschauerrekorde bei großen Konzertveranstaltungen wie "Rock am Ring" bescherten CTS Eventim im ersten Halbjahr deutliche Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis. Auch für das laufende Fiskaljahr zeigte sich das Konzernmanagement optimistisch und rechnet mit neuen Rekordwerten bei Umsatz und Ergebnis. Gut ins Bild passt die von CTS Eventim verfolgte Strategie, sich durch strategische Zukäufe in wachstumsstarken Auslandsmärkten zu positionieren. Durch die Übernahme des französischen Ticket-Vermarkters Fnac Darty oder der kürzlich erfolgten Mehrheitsübernahme des russischen Konzert-Veranstalters Talent Concert International ist man gut positioniert, um von steigenden Konsumausgaben in Frankreich und Russland profitieren zu können. Als einer der wichtigsten Katalysatoren für die Ergebnisentwicklung bei CTS Eventim sollte sich die Verlagerung der Ticket-Vermarktung auf das Internet erweisen. Denn beim Online-Ticketvertrieb winken deutlich höhere Margen als beim Verkauf von Tickets über stationäre Verkaufsstellen. Da der Anteil der Online vertriebenen Tickets stetig ansteigt, wird sich auch das Margenniveau mittelfristig deutlich heben. Entsprechend gehen die Konsenserwartungen für die kommenden Jahre von steigenden Ergebnissen aus. Die Experten der Berenberg Bank haben vor diesem Hintergrund kürzlich das Kursziel von 53 auf 61 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

der ISM-Index hat die internationalen Aktienmärkte am Mittwoch in eine Schockstarre versetzt. Der Einkaufsmanagerindex erfasst die Stimmung der Einkaufsmanager. Er wird monatlich am ersten Werktag eines Monats für den Vormonat erhoben. Das Institute of Supply Management befragt dazu über 400 Einkaufsmanager in allen Regionen der USA nach deren Einschätzung der Geschäftslage. Der Konsens rechnete am Mittwoch damit, dass der Index knapp über 50 ausfällt und eine Expansion der Geschäftsaktivitäten anzeigt. Tatsächlich zeigte der ISM-Index mit 47,8 Punkten einen so schlechten Wert an, wie schon seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr. Die US-Industrie ist nun mit etwas Verzögerung auch voll im Sog des Handelskonflikts angekommen.

Der 3%ige Rückgang im DAX am Mittwoch hat natürlich auch mein reales 100.000 € Trendfolge-Depot belastet. Immer dann, wenn es gerade richtig gut aussieht, kommt Mr. Market und verpasst mir eine Kopfnuss. Das ist wohl der Fluch der mittlerweile schon 4-jährigen Seitwärtsbewegung.

Aus der Vogelperspektive finde ich weiterhin beeindruckend wie stabil der Aktienmarkt insgesamt mit der Tatsache umgeht, dass der Industriesektor ähnlich stark gebeutelt ist wie während der Finanzkrise. Andere Wirtschaftssektoren wie die Baubranche, Medizin- und Gesundheit, aber auch die IT- und Softwarebranche verzeichnen eine robuste Geschäftstätigkeit. Schon seit Jahrzehnten sagen Ökonomen heraus, dass das starke horizontale Wirtschaftswachstum zu einer Abfederung von Konjunkturzyklen führen müsse. Unter horizontalem Wirtschaftswachstum versteht man die Zunahme der verfügbaren Produkte und Dienstleistungen. Wenn die Menschen zum Beispiel zukünftig verstärkt Geld in virtuellen Welten ausgeben, dann hat Wirtschaftswachstum durch die Erschaffung einer komplett neuen Produktkategorie stattgefunden. Das Aufkommen von Smartphones mit ihrer gesamten App-Infrastruktur, die wiederum Softwarefirmen eine neue Geschäftsgrundlage bot, waren in den letzten 10 Jahren eines der beeindruckendsten Beispiel für horizontales Wirtschaftswachstum.

Und während der Industriesektor in einer tiefen Melancholie versinkt, gibt es in anderen Branchen gute Nachrichten. Heute zum Beispiel springt Dialog Semiconductor wieder mit knapp +3% ins Plus. Im realen 100.000 € Trendfolge-Depot bin ich über den Endlos Turbo Long mit der WKN DF1245 Long in der Aktie. Eine japanische Zeitung hat berichtet, dass Apple bei seinen Zulieferern offenbar weitere 8 Millionen iPhones geordert hat. Das iPhone 11 verkauft sich sehr gut wie es scheint und Dialog als Apple-Stammzulieferer müsste davon deutlich profitieren. Ich persönlich kann die hohe Nachfrage nach dem neuen iPhone nachvollziehen. Nachdem ich beim iPhone X pausiert hatte, werde ich mir das neue iPhone 11 wieder kaufen.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Air Liquide: Wasserstofftechnologie dürfte großer Gewinner der Klimadebatte werden

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Air Liquide, die sich derzeit auf Rang 10 der Auswahl im EURO STOXX 50 befindet. Der Industriegase-Hersteller gehört dank der Übernahme des US-Konkurrenten Airgas zu den weltweit führenden Anbietern und überzeugte zuletzt in Q2 mit einem besser als erwarteten Umsatz- und Ergebnisanstieg. Die Aussichten, dass Air Liquide seine starke Ergebnisentwicklung in den kommenden Fiskaljahren weiter fortsetzt, stehen gut. Angesichts der Klimadebatte dürfte die Wasserstofftechnologie immer stärker an Bedeutung gewinnen. Denn mit Hilfe von Wasserstoff lässt sich beispielsweise Energie aus Offshore-Windparks mit Hilfe von Power-to-Gas-Anlagen zwischenspeichern und anschließend wieder in Strom oder Wärme umwandeln. Auch als Treibstoff für Brennstoffzellenmotoren für Lkw, Nutzfahrzeuge oder Schiffsmotoren wird Wasserstoff nach Einschätzung von Experten als umweltfreundliche Alternativen zu Diesel oder Benzin immer stärker an Bedeutung gewinnen. Air Liquide ist als einer der führenden Anbieter im Bereich Anlagenbau bestens aufgestellt, um vom Siegeszug der Wasserstofftechnologie profitieren zu können. Besonders der staatlich geförderte Ausbau der Infrastruktur für Wasserstofftankstellen spielt Air Liquide in die Hände. Die Franzosen sind einer der Schlüsselakteure des Konsortiums H2 MOBILITY Deutschland, dass sich die Errichtung eines flächendeckenden Netzwerks mit Wasserstofftankstellen in Deutschland zur Aufgabe gemacht hat. Auch in China ist Air Liquide bei der Umsetzung der Wasserstoffinfrastruktur ein gefragter Technologiepartner und arbeitet seit Ende April mit dem chinesischen Partner Chengdu Houpu an der Implementierung eines Wasserstofftankstellennetzwerks. Die Experten der Deutschen Bank haben kürzlich ihr Kursziel von 129 auf 145 Euro angehoben und die Einstufung mit "Buy" bestätigt.

RWE baut Ökostromgeschäft deutlich aus

Auf Rang 10 der Gesamtauswahl befindet sich die Aktie von RWE. Der Energieversorger hat nach der Übernahme der regenerativen Erzeugerkapazitäten von E.ON und Innogy die Weichen für eine nachhaltige Trendwende im Kerngeschäft Stromerzeugung gestellt. Nachdem die zuständigen Wettbewerbsbehörden Grünes Licht für den milliardenschweren Asset-Deal gegeben hatten, wurde die Übernahme der Ökostromaktivitäten von E.ON und Innogy Ende September formal abgeschlossen. RWE wird demnach künftig rund 60% seines operativen Gewinns mit Strom aus Solar-, Wind- und Wasserkraft erwirtschaften, wobei konventionelle Energieträger wie Kohle künftig lediglich einen Anteil von knapp 20% zum operativen Konzernergebnis beisteuern werden. Mit Investitionen in Höhe von jährlich rund 1,5 Mrd. Euro will RWE den Ausbau der Erzeugerkapazitäten bei Ökostrom in den kommenden Jahren weiter forcieren, um die CO2-Emissionen bis 2030 schrittweise um 70% zu verringern. Bis Ende 2040 will RWE laut dem kürzlich vorgelegten dreistufigen Strategieplans das Ziel einer komplett CO2-neutralen Energieproduktion erreichen. Die konsequente Fokussierung auf Wind- und Solarenergie und Wasserkraft ist nicht nur gut für die Ökobilanz, sondern sollte sich auch nachhaltig positiv auf die Ergebnisentwicklung niederschlagen. Denn mit Ökostrom lassen sich deutlich höhere Margen erzielen, als mit konventioneller Energie aus Kohle- oder Atomstrom. Entsprechend gehen die Konsenserwartungen für die kommenden Jahre von einer deutlichen Verbesserung beim Konzernergebnis von RWE aus. Entsprechend optimistisch zeigten sich zuletzt die Experten der UBS zu den weiteren Aussichten bei RWE, wobei das Kursziel von 28,60 Euro auf 31,00 Euro angehoben und die Einstufung mit "Buy" bestätigt wurde.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

nun ist es leider eine traurige Tatsache, dass der DAX seit nun mehr als 4 Jahren stagniert. Im April 2015 überwand der deutsche Leitindex die Marke von 12.000 Punkten und dort steht er auch noch heute. Anleger haben 4 Jahre lang nichts verdient. Der Nullzins hat auch im DAX zugeschlagen. Diese Seitwärtsbewegung ist bemerkenswert angesichts der Tatsache, dass in den letzten 2 Jahren ein bedeutender Sektor der deutschen Wirtschaft nahezu komplett versenkt wurde. Hier sind einige Kursverluste deutscher Industrieaktien von den 52-Wochenhochs, die ich mal händisch zusammengetragen habe. Leoni (-70 %), Salzgitter (-65 %), Heidelberger Druck (-58 %), SGL Carbon (-58 %), Manz (-52 %), Wacker Chemie (-50 %), MAN (-50 %), Krones (-47 %), Dürr (-46 %), ThyssenKrupp (-46 %), Kloeckner & Co (-45 %), Deutz (-43 %) und Jungheinrich (-43 %).

Der Markt hat es also geschafft, die Neuordnung der Wirtschaftsstruktur in einer Seitwärtsbewegung zu verarbeiten. Das macht mich zuversichtlich für das Jahr 2020. Ein Comeback der oben genannten Aktien ist nicht zwangsläufig, denn wenn das kapitalistische System eines auszeichnet, dann ist es die Härte, mit der ineffiziente Wirtschaftsstrukturen beseitigt werden. Die Ressourcen stehen dann anderen Branchen zur Verfügung. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Wirtschaft von der Textilproduktion dominiert, ab 1840 kam das große Zeitalter der Eisenbahnen, der Dampfschiffe und des Stahls. Um das Jahr 1890 traten dann Elektrotechnik und Chemie auf den Plan und im Verlauf des 20. Jahrhunderts erreicht dann die Autoindustrie ungeahnte Größen. Ab etwa 1980 verbreite sich die Computertechnologie dann mit einer unglaublich hohen Geschwindigkeit in allen Unternehmen und Haushalten. Der Wandel ist allgegenwärtig. Und Firmen, die den Wandel der Zeit verschlafen, verschwinden von der Bildfläche.

Umso ermutigender finde ich es, wenn es Unternehmen gibt, die aktiv in neue Geschäftsfelder vorstoßen. Und es sind oft Firmen, von denen man so etwas gar nicht erwartet hätte. Ermutigend finde ich auch, dass wir mit unserer Strategie, nur die trendstabilsten Aktien zu betrachten, die Krise nahezu komplett umschiffen können. Wir bewegen uns quasi in einer Parallelwelt, die die Probleme ignoriert. Im realen Leben sollte man sich nicht so verhalten – das schreibe ich jetzt, damit keine Leserkommentare kommen – aber beim Handeln an der Börse ergibt die Fokussierung auf die Trendstabilitäts-Ranglisten durchaus Sinn.

Die Deutsche Börse AG schließt eine Partnerschaft mit Google für Projekte zu Datensicherheit und Datenschutz

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitätsranglisten die Aktie der Deutschen Börse, die sich derzeit auf Rang 5 im DAX30 befindet. Der Börsenbetreiber stellt die Weichen konsequent weiter auf Digitalisierung und setzt dabei vor allem auf die Cloud. Gut ins Konzept passt dabei die kürzlich mit dem Internet-Konzern Google geschlossene strategische Partnerschaft zur Nutzung von Cloud-Angeboten im Finanzsektor. Damit will der Börsenbetreiber nicht nur interne Prozesse digitalisieren, sondern auch die Entwicklung neuer Produkte für Banken und Finanzdienstleister vorantreiben. Im Fokus stehen dabei, nach Aussage des IT-Vorstands Christoph Böhm, vor allem neue Produkte und Services, mit denen man Schlüsselthemen wie Datensicherheit und Datenschutz adressieren will. Die neue Google-Kooperation fügt sich nahtlos in die von Konzernchef Theodor Weimer vorgegebene "Roadmap 2020" ein, mit der die Deutsche Börse ihre Profitabilität durch Kostensenkungen und neue höhermargige Produkte mittelfristig nachhaltig verbessern will. Bereits zuvor hatte die Deutsche Börse eine umfangreiche Zusammenarbeit mit der Microsoft-Cloud-Tochter Azure angekündigt, bei der man schrittweise systemkritische Prozesse in die Cloud überführen und gleichzeitig die Entwicklung neuer Produkte vorantreiben will.

Münchener Rück: Rückversicherer erwarten deutlich anziehende Prämien

Neu in meinem Realgeld-Depot befindet sich die Aktie der Münchener Rück, die sich derzeit auf Rang 4 der Gesamtauswahl der Trendstabilitätsrangliste befindet. Der Rückversicherer hatte zuletzt im ersten Halbjahr dank geringerer Schadensbelastungen in Zusammenhang mit Naturkatastrophen besser als erwartet abgeschnitten. Die Chancen, dass sich die starke Ergebnisentwicklung auch in den kommenden Quartalen weiter fortsetzt, stehen gut. Denn im Rahmen des kürzlich zu Ende gegangenen Branchentreffens der Rückversicherer in Monte Carlo zeichnen sich in vielen Segmenten teilweise deutliche Preiserhöhungen ab. Vor allem die Rückversicherungsprämien zur Abdeckung von Elementarschäden dürften nach den jüngsten Großschadensereignissen durch Wirbelstürme wie dem Hurrikan Dorian auf den Bahamas deutlich steigen. Hier rechnen Branchengrößen wie die Hannover Rück mit Beitragsanpassungen von 3 bis 5%, wovon die Münchener Rück als weltweit führender Anbieter überdurchschnittlich stark profitieren sollte. Entsprechend sollte die Münchener Rück seine für das laufende Fiskaljahr in Aussicht gestellte Prognose, die einen Nettogewinn von 2,5 Mrd. Euro vorsieht, bequem erfüllen können. Was die Aktie des Rückversicherers neben den starken Aussichten im operativen Geschäft attraktiv macht, ist die sehr ansehnliche Dividendenrendite von 4,2%. Die Experten von Barclays haben sich zuletzt optimistisch zu den weiteren Aussichten der Münchener Rück zu Wort gemeldet und ihre Einstufung mit "Overweight" bestätigt.

Puma steht hoch in der Gunst der jüngeren Generationen

Beim Screening der Trendstabilitätsranglisten ist mir die Aktie von Puma aufgefallen, die sich derzeit auf Rang 6 der Gesamtauswahl befindet. Ich bin in Puma über den Endlos Turbo Long mit der WKN DF1LAH investiert. Puma kann aktuell von der boomenden Nachfrage nach Sportartikeln und trendiger Freizeitmode profitieren. Diese Entwicklung sollte sich auch in den kommenden Quartalen weiter fortsetzen, was die zuletzt vorgelegten Rekordergebnisse des US-Rivalen Nike für das zweite Quartal eindrucksvoll belegen. Puma hat ebenfalls gute Chancen, seine dynamische Entwicklung bei Umsatz und Ergebnis in den kommenden Quartalen weiter fortzuschreiben. Denn dank neuer trendiger Designs bei Freizeitmode liegt Puma vor allem in der Gunst der kaufkräftigen jüngeren Generation ganz vorne. Besonders gefragt sind die sportlichen Sneaker-Modelle der Herzogenauracher, die sich beliebig mit anderen Freizeit-Outfits kombinieren lassen. Auch im Casual-Segment trifft Puma zielsicher den Geschmack des jüngeren Publikums, was dem Sportartikelhersteller nicht nur steigende Produktabsätze in allen Kernmärkten beschert. Um neue Kollektionen erfolgreich zu vermarkten, kann Puma auf größere Preisnachlässe getrost verzichten, was Puma im ersten Halbjahr zu einer deutlichen Margenverbesserung verholfen hatte. Puma hatte nach dem besser als erwartet ausgefallenen Zahlenwerk seine Jahresprognose nach oben revidiert und peilt nun ein wechselkursbereinigtes Umsatzplus von 13% (zuvor 10%) an. Auch beim operativen Ergebnis setzt sich Puma höhere Ziele und stellt mit 410 bis 430 Mio. Euro (zuvor: 395 bis 415 Mio. Euro) ein neues Rekordergebnis in Aussicht. Die Commerzbank geht von einer Fortsetzung der Erfolgsstory des Sportartikelherstellers aus, da Puma nach Einschätzung der Analysten das mit Abstand dynamischste Wachstum innerhalb der Branche aufweist. Entsprechend wurde zuletzt die Einstufung mit "Buy" und einem Kursziel von 73 Euro bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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