Blog Wochenberichte

Liebe Trendfolge-Trader,

mir brennt es in den Fingern wieder mit neuen Trendfolge-Trades loszulegen. Aber ich darf nicht, denn ich handle hier bei diesem Event nach einem strikten Regelwerk. Die drei Märkte, die als Auswahluniversum für meine Strategie in Frage kommen, notieren noch alle unter ihrem Gleitenden Durchschnitt 200. Damit steht die Marktampel per Definition auf rot und es dürfen keine neuen Positionen aufgenommen werden.

Welche Aktien würden aktuell im Depot landen, wenn die Marktampel auf Grün stünde? Im DAX würde neben der Deutsche Börse AG die Aktie von Vonovia ins Depot kommen. Im MDAX würde anstatt MTU nun Sartorius VZ als Basiswert aufrücken und im Euro Stoxx 50 wären Nokia und Eni die trendstabilsten Aktien, die im Depot landen würden. Nokia finde ich gerade spannend, weil dank des 5G-Mobilfunkstandards die großen Telekomfirmen große Investitionen in die Mobilfunkinfrastruktur tätigen müssen. Nokia profitiert hiervon als Zulieferer.

Über das Für und Wider einer Marktampel habe ich hier in diesem Blog schon oft profitiert. Eine Markampel lieft gefühlt in etwa 70 % aller Fälle Fehlsignale, in dem Sinne, dass der Markt nicht wegbricht, sondern sich wieder erholt. Aber in den 30 % aller Fälle, wo der Markt wegbricht, leistet unsere Marktampel grandiose Arbeit und schützt mein Depot vor heftigen Kursverlusten. Ich muss nur ans Jahr 2008 zurückdenken als die Finanzkrise begann und als die Marktampel von Januar 2008 bis April 2009 rotes Licht zeigt. Trendfolge-Trader, die damals mit Marktampel agierten, konnten die Finanzkrise komplett umschiffen. Auch in den letzten Wochen bin ich froh mit einem hohen Cashbestand dem Treiben der Märkte weitgehend passiv zugeschaut zu haben. Die Marktampel hat mein Kapital geschützt.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten? Zwei Aktien, die ich vom Geschäftsmodell sehr spannend finde, rücken in unseren Fokus!

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitätsrangliste die Aktie von MorphoSys, die sich mittlerweile auf Rang 4 der Gesamtauswahl vorgearbeitet hat. Der Biotechkonzern verfügt über eine breit gefächerte Pipeline mit chancenreichen Medikamentenkandidaten und arbeitet mit hochkarätigen Partnern aus der Pharma- und Biotechindustrie wie Novartis, Roche, Boehringer-Ingelheim oder Incyte zusammen. Dies beschert dem Biotech-Unternehmen durch Vorabzahlungen und Meilensteinzahlungen beim Erreichen bestimmter Zwischenziele bei gemeinsamen Forschungsprojekten attraktive Einnahmen. So erhielt Morphosys kürzlich gemeinsam mit einem Partnerunternehmen Zahlungen in Höhe von 95 Mio. Euro aus einer erweiterten Forschungskooperation mit dem schweizerischen Pharmakonzern Novartis. Die Hoffnungen von Morphosys ruhen vor allem auf dem in Eigenregie entwickelten Wirkstoff MOR208 in der Indikation Blutkrebs. Hier konnte man Anfang November mit vielversprechenden klinische Studiendaten vorlegen. Im Idealfall könnte MorphoSys bereits in 2020 eine FDA-Zulassung für den Wirkstoff in den USA erhalten, was ein Milliarden-Umsatzpotential verspricht. Auch operativ läuft es bei Morphosys gut, da man dank hoher Vorab- und Meilensteinzahlungen und Lizenzeinnahmen aus dem bislang einzigen zugelassenen Präparat Tremfya zur Behandlung von Schuppenflechte in Q3 in die Gewinnzone vorstoßen konnte. Im Anschluss wurde außerdem die Umsatzprognose für das laufende Fiskaljahr leicht angehoben. Die Experten von JPMorgan haben ihr Kursziel für die Aktie daraufhin mit 110 Euro bestätigt und die Einstufung auf „Overweight“ belassen.

Nemetschek hat sich auf Rang 7 der Gesamtauswahl der Trendstabilitätsrangliste nach vorne gearbeitet. Der Bausoftware-Spezialist ist ein typischer Digitalisierungsprofiteur, da sich mit der 5D -BIM-Software von Nemetschek auch komplexe Bauprojekte schneller und deutlich kostengünstiger planen und realisieren lassen. Neben der Visualisierung von Modellen und der Überwachung von Bau- und Planungsfortschritten behält man mit dieser BIM-Software-Lösung auch Zeit und Kosten im Blick, was Nemetschek einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz verschafft. Daher setzen immer mehr Architekten und Unternehmen aus der Baubranche auf die BIM-Lösungen von Nemetschek, was dem Konzern im abgelaufenen Q3 ein kräftiges Ergebnisplus bescherte. Mit einem Umsatzplus von knapp 20% und einem Zuwachs von 18% beim bereinigten operativen Gewinn schnitt man besser als von Analysten erwartet ab. Für das laufende Fiskaljahr sieht sich Nemetschek auf Kurs, die Jahresprognose die ein Umsatzplus von bis zu 15% vorsieht, bequem erfüllen zu können. Die Experten von Hauck & Aufhäuser haben das Kursziel für die Aktie mit 142 Euro bestätigt und die Einstufung auf „Buy“ belassen.

Viele Grüße
Simon Betschinger
 

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Liebe Trader,

auf diesen Tweet habe ich eigentlich schon seit Wochen gewartet. Trump tweetet, dass eine Einigung im Handelsstreit mit China zum G-20-Gipfel möglich ist und die Aktienmärkte ziehen sofort an. Dann legt der Nachrichtendienst Bloomberg heute noch nach und beruft sich auf gut unterrichtete Kreise, dass Vertragsdetails bereits ausgearbeitet werden. Die Börse (DAX) reagiert mit einem 2%igen Freudensprung. Zurecht, denn wenn es Trump wirklich gelingen sollte, die Chinesen zu einer Öffnung der eigenen Märkte für US-Konzerne zu bewegen, dann könnten die Wachstumserwartungen für die nächsten Jahre deutlich anziehen. Die Schockieren-und-Besänftigen-Strategie von Donald Trump ist gewöhnungsbedürftig, aber sie könnte im Falle der chinesischen Handelsbeschränkungen zu einer Lösung führen, von der alle profitieren.

Es ist schon eine interessante Entwicklung welche Bedeutung die Twitter-Plattform in den letzten Jahren bekommen hat. Prominente und Politiker teilen ihre Ansichten über die Welt nicht mehr nur über Pressekonferenzen mit, sondern immer häufiger eben auch über Twitter oder andere Social-Media-Plattformen wie Instagram. Twitter hat noch keine richtige Monetarisierungsstrategie gefunden, um die extreme Reichweite in Geld umzuwandeln. Ich glaube, dass das nur eine Frage der Zeit ist und ich überlege mir intensiv, ob ich in Twitter-Aktien investieren soll.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Auf Rang 1 der Gesamtauswahl der Trendstabilitätsrangliste rangiert weiterhin mit deutlichem Abstand mein Realgelddepotwert TAG Immobilien. Der Wohnimmobilienkonzern überzeugte zuletzt bei der Vorlage der Geschäftszahlen für die ersten neun Monate erneut mit einem deutlichen Anstieg beim bereinigten operativen Gewinn (FFO I) und konnte mit einem Plus von 17% auf 108,7 Mio. Euro die Konsenserwartungen übertreffen. Deutlich gestiegene Mieteinnahmen, eine weiter verringerte Leerstandsquote sowie geringere Instandhaltungskosten trugen zur Ergebnissteigerung bei. Da die Mietpreise vor allem in den Ballungszentren weiter ungebremst steigen, rechnet TAG Immobilien auch für das kommende Fiskaljahr mit einer weiteren Verbesserung beim bereinigten operativen Gewinn auf 154 bis 156 Mio. Euro, während man sich für 2018 auf gutem Weg sieht, die Jahresprognose von 141 bis 143 Mio. Euro beim FFO I zu erfüllen. Auch die Aktionäre sollen von den guten Aussichten im operativen Geschäft profitieren, wobei die Dividende in 2019 von 0,73 auf 0,80 Euro je Aktie erhöht werden soll. Die Experten von Kepler Cheuvreux haben das Kursziel nach den jüngsten Zahlen von 21,50 auf 22,00 Euro angehoben und die Einstufung mit „Buy“ bestätigt.

Mein Realgelddepotwert MTU Aero Engines hat sich auf Rang 3 der Trendstabilitätsrangliste vorgearbeitet. Der Triebwerkshersteller konnte im abgelaufenen Q3 erneut mit einem besser als erwartet ausgefallenen Ergebnis überzeugen und übertraf die Konsenserwartungen beim bereinigten operativen Ergebnis mit einem Plus von mehr als 21% auf 174,3 Mio. Euro deutlich. Die anziehende Nachfrage nach Passagierflugzeugen bescherte MTU Aero Engines dank seinem breit gefächerten Angebot an spritsparenden Triebwerkslösungen wie dem PW1100G-JM für den A320 NEO ein starkes Ergebnis im Kerngeschäft. Noch besser lief es für MTU Aero Engines im hochmargigen Wartungs- und Ersatzteilgeschäft, da man dank der gestiegenen Zahl von installierten Triebwerkslösungen hier für einen unerwartet deutlichen Anstieg beim bereinigten Segmentergebnis gesorgt hatte. Daher überrascht es nicht, dass MTU Aero Engines im Anschluss zum zweiten Mal in diesem Geschäftsjahr nach oben revidierte. Die Experten von JPMorgan haben zuletzt ihr Kursziel für MTU Aero Engines von 205 auf 215 Euro angehoben und die Einstufung mit „Overweight“ bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Hallo Trendfolge-Trader,

worüber soll ich hier in diesem Blog schreiben? Gerne würde ich über interessante Unternehmens-Storys von Aktien schreiben, die sich in meinem Trendfolge-Depot befinden. Aber die Marktampel unseres Trendfolge-Regelwerks verhindert ja seit Wochen, dass ich neue Positionen kaufen kann. Ich bin froh darüber, denn ohne die Marktampel hätte es mein Depot vermutlich tief nach unten gezogen. Darum komme ich nicht darum herum, die erdrutschartigen Kursverluste zu kommentieren, die um mich herum stattfinden. Denn der Markt kollabiert. Anders kann man es nicht mehr formulieren.

Siltronic hat sich in nur 3 Monaten halbiert. Allein in den letzten Tagen ging es von 100 € auf derzeit nur noch 74 € in die Tiefe. Das Komische ist, dass die vorgelegten Zahlen ganz gut waren. „Die Nachfrage nach Wavern ist unvermindert hoch und wir sehen weiterhin eine positive Entwicklung bei den Durchschnittspreisen“, sagt der Chef. Siltronic erhöhte daraufhin leicht die Umsatzerwartung für das Gesamtjahr. Der Analystenkonsens erwartet für 2018 einen Gewinn je Aktie von über 12 € bei Siltronic. Das KGV liegt bei 6. Das ist niedrig und beinhaltet einen gewaltigen Zukunftspessimismus.

Ein solches Kursverhalten habe ich selten erlebt. Normal ist, dass nach heftigen Kursverlusten Gewinnwarnungen ausgesprochen werden. Aber dass eine Firma, die so heftig abstürzt, die Prognosen anhebt und dann weiter abverkauft wird, kommt eher selten vor. Der Markt spielt ein anderes Thema. Die Aussage der Kursentwicklungen am Aktienmarkt ist, dass wir in den nächsten Jahren stagnierende Umsätze und Gewinne auf breiter Front sehen werden. Ähnlich war die Erwartungshaltung während der Asienkrise 1998 und während der Finanzkrise Ende 2008 und Anfang 2009. Ich weiß heute noch wie damals, als MTU bei 20 € stand, Analysten davon sprachen, dass auf Jahre hinweg kein bedeutsames Wachstum zu erwarten sei. Heute steht MTU bei 183 € und gestern erst konnte die Firma ihre Prognose erneut anheben. MTU ist einer der Basiswerte in meinem Trendfolge-Depot. Pessimismus an den Börsen kommt immer wahnsinnig schnell, schaukelt sich dann auf und ein paar Jahre später hat sich dann eine negative Zukunftserwartung für die Gesamtwirtschaft eigentlich immer als falsch herausgestellt.

Je tiefer es jetzt an den Märkten geht, desto besser schätze ich die Perspektive für unser Trendfolge-System im Jahr 2019 ein. Wenn von niedrigem Niveau neue Trends starten, haben diese das Potenzial so richtig durchzustarten.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Rangliste die Aktie von Orange, die sich mittlerweile auf Rang 7 der Gesamtauswahl im EURO STOXX 50 vorgearbeitet hat. Der führende französische Mobilfunkanbieter hatte zuletzt bei der Zahlenvorlage für das zweite Quartal überzeugen können. So kletterte der bereinigte operative Gewinn im Vorjahresvergleich um 3% auf 3,38 Mrd. Euro, womit die Konsenserwartungen der Analysten erfüllt werden konnten. Neben der soliden Entwicklung auf dem Heimatmarkt Frankreich profitierte man vor allem von Kostensenkungsmaßnahmen. Ausgezahlt hat sich für die Franzosen auch die erfolgreich verlaufende Expansion auf dem spanischen Markt, wobei man hier dank neuer Discount-Angebote ein deutliches Neukundenwachstum von 1,8% im Mobilfunk- und Internet-Segment vorzuweisen hatte. Mittelfristig sieht sich Orange auf Kurs, seinen profitablen Wachstumskurs trotz des wachsenden Wettbewerbsdrucks weiter fortsetzen zu können. Die Experten von Goldman Sachs sehen bei Orange weiteres Potenzial und haben kürzlich ihr Kursziel mit 19,20 Euro bestätigt und die Aktie weiter auf „Conviction Buy“ belassen.

Auf Rang 10 der Trendstabilitäts-Rangliste im EURO STOXX 50 vorgerückt ist Vinci. Der französische Mischkonzern verfügt neben seiner auf Infrastrukturprojekte spezialisierten Bausparte über zwei weitere interessante Geschäftsfelder. So gehört man zu den führenden Autobahnbetreibern in Frankreich, während man außerdem über ein attraktives Flughafen-Beteiligungsportfolio verfügt. Damit profitiert man dank steigender Fluggastzahlen vom weltweiten Touristikboom, was sich in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres mit einem kräftigen Umsatzplus von 10% im Airport-Segment positiv bemerkbar machte. Auch auf Konzernebene konnte Vinci in den ersten drei Quartalen dank der robusten Entwicklung im Bausegment und bei den Mautautobahnen mit einem leicht besser als erwarteten Umsatzplus von 7,7% überzeugen. Entsprechend wurde die Jahresprognose bestätigt, wonach man sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis von einer Verbesserung gegenüber den Vorjahreswerten ausgeht. Auch die Experten von Goldman Sachs sehen die Perspektiven bei Vinci weiterhin optimistisch und bestätigte die Einstufung mit „Conviction Buy“ und einem Kursziel von 104 Euro.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

deutsche Autoaktien befinden sich im totalen Ausverkaufsmodus. Besonders heftig erwischt es ElringKlinger. Die Aktie notierte dieses Jahr im Hoch bei knapp 20 € und wurde mittlerweile auf nur noch 6,97 € durchgereicht. Ähnlich heftig sind die Kursverluste bei den Anlagenbauern wie Dürr oder Kion. Die Aktien befinden sich im freien Fall. Um mich herum versinkt der Aktienmarkt im tiefen Bärenmarkt. Grund für die heftigen Kursverluste ist eine offenbar im Eiltempo abkühlende Konjunktur. Fast täglich kommen neue Gewinnwarnungen über den Ticker. Während ich diese Zeilen schreibe, muss Daimler die Prognose erneut nach unten korrigieren.

Mein reales 100.000 € Trendfolge-Depot bleibt stabil oben liegen. Die dort enthaltenen Basiswerte MTU, TAG Immobilien und Deutsche Börse AG zeigen relative Stärke und trotzen der Börsenkrise. Meine Cashquote liegt bei über 80%. Es war keine kluge Voraussicht, die mich geschützt hat. So ehrlich möchte ich sein. Ich selbst ging noch vor einigen Wochen davon aus, dass eine Lösung im Handelskonflikt China und USA nicht weit entfernt sei. Geschützt hat mich das Regelwerk unseres Trendfolge-Systems. Die Marktampel, die uns vor Crashphasen schützen soll, erfüllt ihren Zweck. Wir haben sie aus kluger Voraussicht eingebaut.

Die Outperformance meines realen 100.000 € Trendfolge-Depots zum DAX beträgt seit Start nun über 10%. Davon kann ich mir noch nichts kaufen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich nach der Korrektur wieder stabile und nachhaltige Aufwärtstrends entwickeln können, nimmt Tag für Tag zu. Wenn die Markampel wieder grünes Licht zeigt, dann werde ich mit dem Depot den trendstabilsten Aktien gemäß dem Regelwerk folgen.

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von ASML, die mittlerweile auf Rang 4 im EURO STOXX 50 rangiert. Der niederländische Technologiekonzern hat sich auf Lithographiesysteme spezialisiert, die bei der Chipherstellung zum Einsatz kommen. Dabei hat man sich dank der neu entwickelten EUV-Technologie, die eine deutlich schnellere und kostengünstige Herstellung von Chipsätzen ermöglicht, gegenüber der Konkurrenz einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil herausgearbeitet. Geradezu prädestiniert sind die neuen EUV-Lithographiesysteme zur Herstellung von Chipsätzen mit Strukturgrößen von 10 Nanometern oder kleiner, die für High-End-Smartphones, Big-Data- und Cloud-Applikationen der neuesten Generation gedacht sind. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach diesen High-End-Lithographiesystemen bei Chipherstellern wie Intel, Samsung oder TSMC, was ASML zuletzt starke Zahlen im dritten Quartal bescherte. Dabei übertraf man sowohl beim Umsatz mit einem Anstieg von 2,45 Mrd. USD auf 2,78 Mrd. USD. als auch beim Nettogewinn mit einem Plus von 22% auf 680,4 Mio. USD die Konsenserwartungen. Auch der Ausblick für das vierte Quartal konnte überzeugen, wobei man bei einem sequenziellen Umsatzanstieg auf rund 3,0 Mrd. USD auch bei der Profitabilität mit einer Bruttomarge im Bereich von 48% an das Rekordniveau aus dem zweiten Quartal (48,1%) anknüpfen will. Auch mittelfristig bleiben die Perspektiven bei ASML vielversprechend, da man nach dem Anlauf der EUV-Serienfertigung für 2019 von einem deutlichen Anstieg der Auslieferung auf 30 EUV-Systemen ausgeht. Im Jahr 2018 sollen lediglich 18 EUV-Lithographiesysteme an die Endkunden ausgeliefert werden. Die UBS hat ihr Kursziel für die Aktie zuletzt mit 200 Euro und der Einstufung „Buy“ bestätigt.

Vivendi hat sich im EURO STOXX 50 auf Rang 6 der Trendstabilitäts-Rangliste nach vorne geschoben. Der französische Mischkonzern hat sich unter der Ägide von Konzernchef Vincent Bollore zu einem führenden Medien- und Entertainment-Konglomerat entwickelt und fokussiert sich im Kerngeschäft neben der Fernsehsendergruppe Canal+ auf das Music-Label Universal Music Group (UMG). Im ersten Halbjahr konnte Vivendi dank der starken Entwicklung bei UMG und im Pay-TV-Geschäft von Canal+ die Konsenserwartungen mit einem bereinigten operativen Gewinnplus von stolzen 54% deutlich übertreffen. Im Anschluss kündigte Vivendi außerdem den Verkauf von bis zu 50% der Anteile an der hochprofitablen Tochtergesellschaft UMG an, der dem Konzern laut einer Schätzung der Experten des Analystenhauses Liberum bis zu 10 Mrd. Euro in die Kassen spülen könnte. Informierten Kreisen zufolge hat Vivendi bereits attraktive Gebote für den zum Verkauf stehenden UMG-Anteil erhalten, was angesichts der starken Zuwachsraten im Music-Streaming-Geschäft kaum verwundert. Laut einer Erhebung des Branchenverbands IFPI legten die Umsätze in der Musikindustrie allein im Jahr 2017 um 8,1% zu, wobei UMG dank Plattenverträgen mit bekannten Künstlern wie Lady Gaga oder Eminem zu den dominierenden Playern der Branche gehört. Den Verkaufserlös aus dem Milliarden-Deal dürfte Vivendi Analysten zufolge vor allem für Aktienrückkäufe oder selektive Zukäufe verwenden. Die Deutsche Bank hatte zuletzt die Einstufung mit „Buy“ und einem Kursziel von 30 Euro bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

die Börse ist so klug. Märkte preisen zukünftige Entwicklungen in einer rasend schnellen Geschwindigkeit an. Und während noch die Mehrzahl der Marktteilnehmer mit ungläubig dreinblickenden Augen dasteht und über die Dinge rätselt, die gerade geschehen, haben sich die Marktpreise schon längst auf eine neue Realität eingestellt. Ich erinnere mich noch sehr gut an den Januar 2008, als der DAX plötzlich von 8.000 Punkten auf fast 6.000 Punkte einbrach. Die Marktteilnehmer verfielen in ein kollektives Rätselraten. Erst im weiteren Jahresverlauf wurde so richtig klar, was auf dem US-Immobilienmarkt und in der Bankenbranche passiert war. Klar gibt es heute ganz viele Menschen, die behaupten, alles kommen gesehen zu haben. Das ist immer so. Im Nachhinein erklären dir die Menschen immer perfekt, warum sich die Börse so entwickelt hat, wie sie sich entwickelt hat.

Wenn ich nun beobachte, dass am deutschen Aktienmarkt solide Mittelständler wie Kion, Jungheinrich, Dürr, Siltronic oder Wacker Chemie in Grund und Boden gehandelt werden, dann stelle ich mir nicht mehr die Frage, ob die Kurse etwas ankündigen, sondern ich frage mich, was die Kurse genau ankündigen. Eine Möglichkeit könnte sein, dass der bevorstehende, harte Brexit zu einem breiten Stopp neuer Aufträge führt. Maschinen- und Anlagenbauer bekommen das dann zu spüren. Die Auftragseingänge brechen ein und die Börsen bilden das ab. In der Zeitung werden viele Firmen damit zitiert, dass der EU-Gipfel am übernächsten Wochenende die letzte Chance für eine gütliche Einigung zwischen England und der EU ist. Wenn dann keine Einigung erzielt wurde, treten die Notfallpläne der Firmen in Kraft. Dann werden Büros verlagert, zigtausende von Mitarbeitern müssen umziehen und Lieferketten müssen komplett neu geplant und verlagert werden.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten fiel mir die Aktie von L`Oréal ins Auge, die sich aktuell auf Rang 5 in der Auswahlrangliste des EURO STOXX 50 befindet. Der Beauty- und Kosmetikkonzern bietet eine der interessantesten Storys im Konsumgütersektor, da es LOréal in den vergangenen Jahren stets gelang, sich durch Innovationen und qualitativ hochwertige Produkte von der Konkurrenz abzuheben. Gut ins Bild passt hier die kürzlich gestartete neue Marketing-Offensive, die auf Augmented Reality beim Produktvertrieb setzt. Mit der Smartphone-App des kürzlich von den Franzosen übernommenen AR-Portal-Betreibers Modiface können Verbraucher die neuesten Make-Up- und Beauty-Produkte virtuell mit Hilfe eines photorealistischen 3D-Modells im virtuellen Raum ausprobieren. Dabei liefert die App passende Produktvorschläge für Make-Up oder eine neue Haar-Coloration. Photos und animierte Videoclips lassen sich im Anschluss dank einer Kooperation mit Facebook an Freunde weiterleiten. L`Oréal präsentiert damit einen vielversprechenden Marketing-Ansatz, der vor allem auf die junge internetaffine Generation abzielt und den Online-Absatz kräftig ankurbeln dürfte. Auch hier ist L`Oréal mit einem Umsatzanteil von mittlerweile 9,5% zum Ende des ersten Halbjahres gegenüber der Konkurrenz um einiges voraus.

Air Liquide hat sich in der Trendstabilitäts-Rangliste im EURO STOXX 50 auf Rang 6 nach vorne gearbeitet. Der französische Industriegashersteller profitiert aktuell von der konjunkturell bedingt robusten Nachfrage in allen Endmärkten. Neben der Region Asien/Pazifik, die im ersten Halbjahr vor allem dank China mit einem Umsatzplus von 8,8% maßgeblich zum besser als erwarteten Abschneiden beim Konzernergebnis beigetragen hatte, machte sich auch die Übernahme des US-Konkurrenten Airgas für Air Liquide bezahlt. Air Liquide positioniert sich damit nämlich stärker im wichtigen nordamerikanischen Markt und profitiert gleichzeitig vom Trend zu umweltfreundlichen Kraftstoffen, denn Airgas hat sich mit seiner Sparte Anlagenbau auf spezielle Lösungen spezialisiert, die Raffineriebetreibern die Herstellung von schadstoffarmen Kraftstoffen ermöglichen. Die Experten von Goldman Sachs haben in diesem Zusammenhang kürzlich das Kursziel für Air Liquide mit 123,50 Euro und der Einstufung „Buy“ bestätigt.

Fazit: Mein Trendfolge-Depot führe ich nach einem Regelwerk, das derzeit aufgrund der roten Marktampeln keine neuen Positionen erlaubt. Selbst wenn es jetzt noch tiefer gehen sollte, komme ich glimpflich weg. Je tiefer es nun geht, desto höher schätze ich die Wahrscheinlichkeit ein, dass anschließend wieder eine längere Aufwärtstrendphase folgen kann.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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