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Liebe Leser,

der Corona-Crash gehört gleich nach der Finanzkrise zu den spannendsten Börsensituationen, die ich jemals mitmachen durfte. Der Corona-Crash verlief jedoch komplett anders als die Finanzkrise 2008 und 2009. Ich befasse mich weiterhin mit der Frage, warum so viele Börsianer derart pessimistisch waren wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte. Es war auch neu für mich, dass meine optimistischen Markteinschätzungen nach dem COVID-19-Markteinbruch so viel Gegenwind erzeugten. Eine positive Sicht auf den Aktienmarkt bracht viele Bären regelrecht zur Weißglut. Offenbar hatten sie sich in der festen Überzeugung, dass die Wirtschaftswelt untergehen würde, auf der Shortseite positioniert.

Warum also war das Sentiment derart bärisch?

Ich habe eine Heatmap mit allen Aktien des S&P 500 und der Performance in den letzten 50 Tagen erstellt. Aktien, die in diesem Zeitraum im Plus sind, sind grün eingefärbt. Aktien, die in den letzten 50 Tagen eine negative Performance erzielt haben, sind rot eingefärbt. Die Heatmap ist nach den verschiedenen Sektoren Technology, Healthcare, Consumer Cyclical, Consumer Defensive, Communication Services, Financial Services, Industrials, Utilities, Energy, Real Estate und Basis Materials gegliedert. Insgesamt überwieg nach 50 Tagen die Farbe grün.

Es fällt auf, dass es sehr viele Aktien und Sektoren gibt, die stark zulegen konnten. Viele Unternehmen wurden während der Corona-Pandemie von einer erhöhen Nachfrage regelrecht überrannt. Amazon musste über 100.000 neue Mitarbeiter einstellen, um die Orderflut bewältigen zu können. In Supermärkten wurde die Regale regerecht geplündert. Auch die Aktie des weltweit größten Einzelhändlers Wal Mart notiert am Allzeithoch. Unternehmen schickten ihre Mitarbeiter ins Home-Office und bestellten dafür Hardware und abonnierten Cloud-Dienste. Um die gewaltige Zunahme des Datenverkehrs bewältigen zu können, wurden die Internet-Infrastrukturen und die Rechenzentren-Kapazitäten in Windeseile ausgebaut.

Die Heatmap zeigt diese komplette Zweiteilung des Marktes. Auf der einen Seite stehen die großen Gewinneraktien wie Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Intel, Oracle oder NVIDIA. Auch nahezu alle Titel aus dem Gesundheitssektor haben stark abgeschnitten. Auf der anderen Seite stehen die Branchen und Sektoren, die durch die Corona-Pandemie sehr stark betroffen sind. Das sind vor allem Industrietitel, Tourismus und Banken. Eben all die Firmen, die wegen der Shutdowns ihr Geschäft nur noch schwer betreiben konnten.

Selbst Warren Buffett wurde zum Bären

Ich glaube also, dass Börsianer, die eine bärische Sichtweise einnahmen, in ihrer täglichen Wirklichkeitswelt wohl eher mit den schwachen Wirtschaftssektoren konfrontiert waren. Wer im Tourismus arbeitet oder in einer Autofabrik beschäftigt ist, wo alle Bänder stillstehen, kann vermutlich keine positive Sicht auf die Wirtschaft entwickeln. Auch Warren Warren Buffett, der solche wunderbaren Börsenweisheiten prägte wie „sei gierig, wenn die Anderen Angst haben, und ängstlich, wenn sie gierig sind“, blieb dieses Mal an der Seitenlinie und nutze den Kurssturz nicht zum Positionsaufbau. Man konzentriere sich darauf zu überleben, wurde Charlie Munger zitiert. Buffett sagte, dass der Zug nun komplett neben den Gleisen stehe. Offenbar hatte die Investoren-Legende erneut kein Auge für den boomenden Technologiesektor.

Fazit: Es gibt sehr viele Wirtschaftssektoren, deren Geschäftsaktivität während der Corona-Pandemie deutlich anzog. Es ist wichtig, sich nicht ausschließlich auf die negativen Nachrichten zu konzentrieren.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

wenn man in 10 Jahren mit etwas Abstand auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie zurückblicken wird, dann werden Ökonomen vermutlich feststellen, dass Corona den wirtschaftlichen Strukturwandel beschleunigt hat.

Die Einzelhändler verlieren schon seit Jahren Marktanteile gegenüber dem Online-Handel. Es ist kein schönes Wirtschaftsleben, wenn man ein Einzelhandelsgeschäft hat. Corona hat dann den siechenden Niedergang noch einmal beschleunigt.

Online-Händler wie Zalando oder auch Shop Apotheke freuen sich über viele Neukunden, die nun zum ersten Mal online Schuhe, Kleidung oder Arzneimittel kaufen. Treiber ist die Tatsache, dass niemand so richtig Lust hat mit Atemschutzmasken einkaufen zu gehen. Das ist irgendwie eine starke Bremse für das Einkaufserlebnis.

Ich glaube übrigens nicht, dass die Innenstädte verwaisen werden. Ich glaube, dass in Zukunft die Immobilienbesitzer auf einen Großteil ihrer absurd hohen Mietpreise verzichten müssen. Das TraderFox-Büro befindet sich in Reutlingen. Dort kenne ich die Preise für die besten, zentralen Innenstadtlagen. Geschäfte bezahlen hier etwa einen achtfach höheren Mietpreis gegenüber schlecht gelegenen Einkaufsflächen.

Wenn die Mieten je Quadratmeter nur halb so hoch wären, hätten die großen Bekleidungsgeschäfte das Leben deutlich einfacher. Darum gehe ich davon aus, dass sich trotz des Siegeszugs des Online-Handels die Stadtbilder nicht dramatisch verändern werden. Aber die Immobilienbesitzer werden von ihren hohen Mietpreisvorstellungen abrücken müssen. Dann können die Einzelhändler weiter existieren, obwohl sie deutlich weniger Umsatz erzielen.

Eine Aktie, die vom beschleunigten Strukturwandel profitiert ist Zalando. In den Trendstabilitäts-Ranglisten ist die Aktie auf Ranglisten-Platz 9 vorgerückt.

Die Coronavirus-Pandemie hat das Einkaufsverhalten nachhaltig verändert. Um sich nicht im täglichen Einkaufstrubel der Gefahr einer Coronavirus-Infektion auszusetzen, bestellen viele Verbraucher ihre Waren lieber über das Internet und lassen sich die Bestellungen nach Hause liefern. Dies gilt nicht nur für Nahrungsmittel und andere Produkte des täglichen Bedarfs, sondern auch für Mode und Bekleidung.

Zu den Profiteuren dieses neuen Shopping-Trends gehört vor allem der Online-Modehändler Zalando, der dank seines gut sortierten Angebots mittlerweile zu den beliebtesten Online-Marketplaces bei Mode, Schuhen und trendigen Accessoires in Europa gehört. Passend ergänzt wird das Portfolio bei Zalando durch das stetig weiter ausgebaute Partnerprogramm, unter dem bekannte Marken und lokale Einzelhändler ihre Produkte in eigenen eCommerce-Shops auf der Zalando-Plattform anbieten können.

Das lockt dank der wachsenden Markenvielfalt nicht nur neue Besucher auf die Zalando-Webseite, sondern beschert dem Online-Händler dank umsatzabhängiger Provisionen ein lukratives Zusatzgeschäft. Da Zalando mittlerweile über mehr als 32 Millionen aktive Nutzer verfügt, ist das Partnerprogramm für bekannte Modeanbieter wie American Eagle Outfitters trotz der fälligen Verkaufsprovisionen, die bis zu 20% des Warenumsatzes ausmachen, attraktiv. Allein am Osterwochenende wurden über das Partnerprogramm mehr als eine Million Artikel abgesetzt, womit der Absatz gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt werden konnte.

Dank seines attraktiven Gesamtkonzepts kommt Zalando gut durch die aktuelle Krise. Während die Modebranche vor allem im stationären Einzelhandel bedingt durch die Quarantänemaßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie teilweise hohe zweistellige Umsatzeinbußen hinnehmen musste, überraschte Zalando im ersten Quartal mit einem satten Umsatzplus von 10,6%. Da der Bruttowarenumsatz nach einem leichten Rückgang im März seit Anfang April wieder prozentual zweistellig wächst und die Modenachfrage mit dem Ramp-Up der Wirtschaft langsam wieder anzieht, sollte Zalando seine ambitionierten Jahresziele sicher erreichen können.

Für 2020 rechnet Zalando mit einem Umsatzplus von 10 bis 20% gegenüber dem Vorjahr, wobei viele Analysten dank des weiter forcierten Ausbaus des Zalando-Partnerprogramms von einer positiven Überraschung ausgehen. Entsprechend optimistisch meldeten sich zuletzt die Experten vom Analystenhaus Bernstein zu Zalando zu Wort, wobei das Kursziel von 47 auf 62 Euro angehoben und die Einstufung mit "Outperform" bestätigt wurde.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

an diesem Dienstag, den 12. Mai, wurde der große Tabubruch der Geldpolitik erstmals vollzogen. Die amerikanische Notenbank FED kaufte zum ersten Mal in ihrer Geschichte Unternehmensanleihen und damit private Schulden. Das Kaufprogramm fokussiert sich zunächst auf ETFs, die einen Korb von Unternehmensanleihen bündeln. Später will die US-Zentralbank auch Einzeltitel direkt erwerben.

Was bedeutet das konkret? Anleger, die zuvor Unternehmensanleihen in ihren Depots hielten und diese zum Verkauf stellen, halten nun auf einmal Barbestände. Die FED tauscht quasi Anleihen, die sie in ihre Bilanz nimmt, gegen frisch gedrucktes Geld.

Goldmarkt und Aktien sind die bevorzugten Assetklassen

Ich denke schon seit Wochen darüber nach, was mit dieser neu erschaffenen Liquidität passieren wird und ich komme immer wieder zu dem Schluss, dass das Geld bevorzugt in den Goldmarkt und in den Aktienmarkt wandern wird.

2009 nach der Finanzkrise waren die Anleihemärkte und Immobilien die bevorzugten Kaufobjekte. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Geschichte angesichts der hohen Immobilienpreise wiederholen wird. Auch Anleihen sind mit ihren mickrigen Zinsen nicht gerade sexy.

Das erste Mal seit über 15 Jahren halte ich mit Newmont Corp wieder eine Goldaktie im Depot. Ich berichtete darüber bereits vor zwei Wochen. Es handelt sich dabei um den weltweit größten Goldproduzenten. Die Aktie bewegt sich in einem schönen Aufwärtstrend und ich erkenne hier eine zutreffende Sachlogik hinter den Preisbewegungen, denn die Ausweitung der Zentralbank-Bilanzen im Jahr 2020 dürfte selbst die Interventionspolitik während der Finanzkrise deutlich in den Schatten stellen.

Warum ich Aktien für günstig halte

Die meisten Börsianer sind bärisch. Ich diskutiere meine bullische Sichtweise regelmäßig mit Kollegen und lenke die Diskussion dann meist auf Einzeltitel und frage mein Gegenüber dann, ob die Aktie eher teuer oder eher günstig ist.

Versicherungskonzern Travelers mit KGV von 9

Im Dow Jones notiert der große amerikanische Versicherungskonzern Travelers mit Jahresumsätzen von 31,58 Milliarden USD im letzten Jahr. Der Gewinn je Aktie betrug 9,92 USD und das KGV liegt bei 9. Gewiss, in diesem Jahr gibt es wegen COVID-19 einen Gewinneinbruch, aber schon 2021 erwarten Analysten im Konsens einen Gewinn je Aktie von 10,50 USD. Das KGV würde dann auf 8,5 absinken. Ist ein Dow Jones Wert und Versicherungsgigant mit einem KGV von 8,5 wirklich zu teuer bewertet? Ich denke eher nicht.

DAX-Aktie Bayer mit KGV von 7

Und auch wenn ich mir einzelne DAX-Aktien näher anschaue, dann erscheinen mir einzelne Titel eher zu günstig als zu teuer. Nehmen wir zum Beispiel den Bayer-Konzern mit der Ausrichtung auf die Bereiche Gesundheit und Agrarwirtschaft. Das Geschäft ist durch die Corona-Pandemie kaum negativ betroffen. Analysten erwarten im Konsens für nächstes Jahr einen Gewinn je Aktie in Höhe von 8,04 €. Das KGV würde dann bei 7 landen. Die Risiken aus Rechtsstreitigkeiten nach der Monsanto-Übernahme sind hier berücksichtigt.

Der Aktienmarkt scheint eine länger andauernde Konjunkturdelle bereits einzupreisen

Wenn ich mir also nun die zahlreichen Bewertungen anschaue, dann sieht es danach aus, dass der Aktienmarkt eine länger andauernde, wirtschaftliche Talfahrt bereits eingepreist hat.

Ich glaube nach wie vor daran, dass die Konjunkturerholung ab Juni sehr schnell stattfinden wird. Der Mai steht im Zeichen der langsamen Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivität. Im Juni sollten sich dann die positiven Schlagzeilen häufen und das Schlimmste dürfte dann überstanden sein. Und darauf kommt es an der Börse an: Dass sich die Dinge zum Besseren wenden.

Die Regierungen weltweit haben sich in dieser Krise vorbildlich im Sinne einer keynesianischen Konjunkturpolitik verhalten. In Deutschland gibt es Kurzarbeit und sogar in den USA bekommen Arbeitslose dank der Notpakete der US-Regierung 600 USD je Woche vom Staat. Das heißt, dass die Konsumentenkaufkraft relativ stabil bleibt. Eine Art Startschuss, der das Konsumentenvertrauen wiederherstellt, kann die Wirtschaft schnell beflügeln. Und derzeit habe ich das Vertrauen in die Politik, dass sie einen solchen Startschuss im Juni oder Juli auslösen wird.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

es gibt so etwas wie die Freude an der Dramatisierung. Gerade in Bezug auf Corona gehen viele Politiker und Virologen dazu über, Worte und Sätze so zu wählen, damit sie es auf die Titelseiten schaffen. Das ist zumindest mein Eindruck. Wenn die erste Welle unter Kontrolle ist, wird vor der zweiten Welle gewarnt und wenn das auch kein Aufmerksamkeitspotenzial mehr bietet, dann kommt noch die dritte Welle ins Spiel, die gefährlicher ist als alle anderen Wellen zuvor.

Wenn ich zum Beispiel Karl Lauterbach nur lange genug zuhöre, habe ich auf einmal Angst vor Viruswolken, die stundenlang in der Luft umherschwirren und die es auf mich abgesehen haben. Die Hoffnung auf einen regulären Schulunterricht, verliere ich ohnehin, wenn ich Lauterbachs Twitter-Account lese.

Der Industriesektor wird weiter an Bedeutung verlieren

Zugegeben, gerade wir Deutschen haben es nicht ganz einfach. Wir waren bislang Weltmarktführer in einem Sektor, der nun an Bedeutung verliert: Der Industriesektor und insbesondere der Autosektor. Sein Anteil der gesamten wirtschaftlichen Wertschöpfung wird immer weiter zurückgehen. Das ist nichts Ungewöhnliches. Die Wirtschaftsgeschichte ist eine Geschichte des Wandels:

- Von 1787 bis 1842 dominierten Wolle und Stahl das Wirtschaftsbild.
- 1843 bis 1897 waren die Jahre der Eisenbahnen.
- Und von 1896 bis 1913 begann das Zeitalter der Elektrifizierung und der Automobile.

Die Firmen, die heute den Stoff herstellen, aus dem unsere Kleidung gefertigt wird, sind defacto nicht mehr bekannt. Wir kennen heute die Marken wie Hugo Boss oder Tommy Hilfiger, die aus dem Stoff Kleidung fertigen lassen. Der Mensch kauft „Kleidung“.

Die große Welle, die derzeit läuft, ist die Welle der Plattform-Ökonomie.

Digitale Plattformen geben Menschen was sie gerade wollen

Die Corona-Pandemie wird auch die Digitalisierung der Mobilität beschleunigen. Die Menschen werden schon bald „Mobilität“ kaufen, und zwar mit dem Smartphone. Ich schreibe gerade jetzt darüber, weil Uber vorhin Zahlen vorgelegt hat, die erstaunlich gut ausfielen.

In großen Städten wie New York werden die Menschen wohl erst einmal keine große Lust mehr darauf haben, U-Bahn zu fahren. U-Bahnen werden voll sein mit Menschen, die Atemschutzmasken tragen und die Angst vor Corona steckt vielen Leuten noch in den Knochen. Die Anwälte und Geschäftsleute in New York haben Geld. Die Uber-App aus der Tasche zu holen und eine Fahrt schnell und einfach zu buchen, ist komfortabler. Der potenzielle Kundenstamm für Uber wird wachsen.

Ohnehin setzen sich immer stärker Produkte durch, die direkt und unmittelbar die Konsumbedürfnisse befriedigen. Warum im Supermarkt dutzende Zutaten für ein Essen kaufen, wenn Hellofresh die fertig sortierte Kochbox liefert? Ich bin in Hellofresh investiert.

Auch wenn ich ein fertiges Essen geliefert bekommen möchte, ist mein Ansprechpartner immer häufiger eine Plattform bzw. eine App und nicht mehr derjenige, der das Essen für mich zubereitet. Corona beschleunigt den Übergang in die sogenannte Plattform-Ökonomie.

Uber etabliert sich als Plattform für Essen

Zurück zu den Uber-Zahlen, die vorhin über den Ticker liefen. Der Online-Essens-Lieferdienst Uber Eats verzeichne ein Umsatzwachstum von 54 %. Uber ist in Deutschland eigentlich überwiegend als Plattform für Mobilität bekannt, auch wenn Uber seinen Mobilitäts-Service hierzulande nicht anbieten darf. Dass Uber in den USA gerade in rasanten Schritten sich auch als Plattform für Essen etabliert, gibt der Aktie eine komplett neue Perspektive.

Ich stelle mir den Menschen also gerade als Konsumenten vor, der so schnell wie möglich seine Konsumbedürfnisse umsetzen möchte. Smartphone raus und Konsumbedürfnis wählen! Essen und Mobilität sind Konsumwünsche, die jeder Mensch hat.

Ist die Uber-Aktie zu teuer?

Ich glaube nicht! Die Bewertung erinnert mich eher ein wenig an die Amazon-Aktie vor 5 Jahren. Damals bekam ich für die Aussage heftige Gegenwehr, als ich die Amazon-Aktie als aussichtsreichstes Investment überhaupt bezeichnete, wegen der günstigen KUV-2-Bewertung.

Fazit: Die Uber-Aktie wird mit einem KUV21e von etwa 2,5 bewertet. Dafür bekomme ich die Plattform, die zwei der größten Konsumbedürfnisse der Menschen abdeckt: Essen und Mobilität. Ich halte noch keine Aktien von Uber, aber ich denke ich werde das bald ändern und Uber-Aktien kaufen.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

Politiker haben es nicht einfach: Sie müssen mit ihrer Rhetorik dafür sorgen, dass das Corona-Problem ernst genommen wird. Nur wenn die Leute Abstand zueinander halten und auf Desinfektion achten, haben die Kontaktverbote Erfolg. Aber die Brachialrhetorik erklärt wohl auch warum derzeit alle Börsianer so unendlich pessimistisch sind für die Aktienmärkte sind.

Als Optimist gehöre ich zu einer Minderheit

Ich gehöre meiner Beobachtung nach eher zu der Minderheit der Marktteilnehmer, die davon überzeugt ist, dass wir die Tiefs in den Leitindizes schon gesehen haben. Warum sollte der DAX neue Tiefs machen? In zwei Wochen nach dem 19. April wird doch das gesellschaftliche Leben peu à peu wieder aufgenommen. Alles andere ist für mich unvorstellbar und nicht durch die Faktenlage zu rechtfertigen, die aussagt, dass wir mit einer angepassten Verhaltensweise die Infektionsketten unterbrochen können.

Die Pessimisten sagen, dass es die Wirtschaft aufgrund von spiralartigen Folgereaktionen kollabiert. Die Szenarien sehen in etwas so aus: In den USA gibt es Arbeitslose, die Konsumkraft fällt weg, die Geschäfte machen noch weniger Umsatz und müssen noch mehr Leute entlassen. Ja, diese Gefahr bestünde, wenn der Staat den Markt sich allein überlassen würde.

Staat und Notenbanken verhindern die Abwärtsspiralen

Als Ökonom stelle ich fest, dass die keynesianische Interventionspolitik nun zum ersten Mal lehrbuchgemäß angewendet wird, seitdem Keynes die „Allgemeine Theorie“ im Jahr 1936 erstmals veröffentlichte. Die Staaten setzen gigantischen Milliardenpaketen alles daran, die aggregierte Nachfragekurve und damit die geballte Kaufkraft der Konsumenten nicht einbrechen zu lassen. Die Notenbank werden diese Ausgaben später über die Anleihemärkte finanzieren.

2008 / 2009 war es anders. Damals zögerten die Staaten und die Notenbank zuerst noch. Damals berief man sich auf den freien Markt, den man sich selbst überlassen wollte. Meine Meinung ist: In 99 % der Zeit verrichtet der freie Markt seine Arbeit ganz hervorragend. Nur in 1 % der Zeit gibt es schwere Krisen, in denen der Markt in Abwärtsspiralen abrutschen würde. Das hat Keynes schon vor 84 Jahren vortrefflich beschrieben. Das Buch ist ein Meisterwerk des ökonomischen Denkens.

Linie der maximalen Angst

Am 31. März trat die US-Regierung vor die Presse und legte die Worst-Case-Szenarien zur Corona-Epidemie auf den Tisch. Amerika steht vor den schlimmsten drei Wochen seiner Geschichte. Hundertausende Tote kann es geben. Das Preisniveau, auf dem die US-Märkte am 01. April eröffneten, markiert aus meiner Sicht die „Linie der maximalen Angst“. Aus Sentiment-Sicht ist das eine spannende Situation. Kann ein Markt bei so viel Pessimismus kurzfristig weiter fallen? Ich habe meine Zweifel.

Was gibt es Neues aus den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitätsranglisten die Aktie von Bechtle, die sich aktuell auf Rang 6 der Gesamtauswahl befindet. Das IT-Systemhaus hat sich in den vergangenen Jahren mit gezielten Übernahmen zu einem der führenden Player in Europa gemausert. Mit seinem breit diversifizierten Portfolio rund um Cloud-Architekturen, Big Data Analytics, Managed Services und passender Soft- und Hardware ist Bechtle für seine mehr als 75.000 Kunden aus dem Business-Bereich und dem Öffentlichen Sektor ein verlässlicher Partner bei der Umsetzung der digitalen Transformation. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen investieren massiv in die Digitalisierung, um gegenüber der Konkurrenz nicht den Anschluss zu verlieren und gleichzeitig effizienter und profitabler zu arbeiten.

Dies bescherte Bechtle im abgelaufenen Fiskaljahr trotz der konjunkturell schwierigen Rahmenbedingungen ein Rekordergebnis, wobei man sowohl bei Umsatz als auch beim bereinigten Vorsteuergewinn Zuwächse von jeweils mehr als 20% vorzuweisen hatte. Aufgrund der sich weiter ausbreitenden Coronavirus-Pandemie gab Bechtle zuletzt einen eher verhaltenen Ausblick. So sprach Konzernchef Thomas Olemotz von einem herausfordernden Marktumfeld, da viele Unternehmen ihre geplanten Investitionen in neue Projekte aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus in Europa nach hinten verschieben dürften. Entsprechend rechnet Olemotz für 2020 mit geringeren Zuwächsen bei Umsatz und Ertrag als noch im Vorjahr.

Millionen Menschen im Home-Office: Bechtle stellt die Infrastruktur dafür bereit!

In der aktuellen Situation bieten sich für das IT-Systemhaus dennoch vielversprechende neue Chancen. Da viele Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in die heimischen „Vier Wände“ verlegt haben, wächst die Nachfrage nach passendem Equipment für das Home-Office und Software-Lösungen für den Bereich dezentrales Arbeiten. Hier bietet Bechtle von der passenden Hardware wie Laptops und Peripheriegeräten bis hin zu Remote-Access-Lösungen für den gesicherten Zugriff auf das Firmennetzwerk über den heimischen PC eine breite Auswahl passender Applikationen. Ein kürzlich von der saarländischen Landesregierung vergebener Großauftrag über die Implementierung einer ganzheitlichen Kollaborations-Plattform inklusive eines Videokonferenz-Systems zeigt, dass Bechtle auch in Zeiten der Coronakrise ein gefragter Partner bei der Umsetzung digitaler Großprojekten bleibt, die auf Basis von Cisco Webex Collaboration-Lösung binnen weniger Stunden implementiert werden. Da die Nachfrage nach Digitalisierungslösungen weiter hoch bleibt, sollte Bechtle nach dem Abebben der Coronavirus-Pandemie rasch wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren können.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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