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Blog Wochenberichte

Liebe Trendfolge-Trader,

die Börsen stehen auf ihren Allzeithochs. Der Nasdaq100-Technologie-Index machte letztes Jahr sogar mit einer 50%-Rallye Furore. Von dieser Börsenparty ist bei den deutschen Industrietiteln aus dem Maschinen -und Anlagenbau und aus dem Autosektor leider überhaupt nichts zu sehen. Die Daimler-Aktie ist seit ihren Hochs im Jahr 2015 quasi nur am Fallen. Kaum anders sieht es bei dem einst stolzen Anlagenbauer GEA Group aus. Die Erholung droht zu verpuffen. Der gesamte Sektor ist entfernt von einstiger Größe. Angesichts der internationalen Börseneuphorie ist das ungewöhnlich, es ist ein Weckruf.

Schon die deutsche Solarindustrie hat gegen ihre internationale Konkurrenz verloren.

Im Grunde genommen war schon der Untergang der deutschen Solaraktien der erste große Warnschuss für die deutsche Industrie. Als Milliardengrab deutscher Rentner werden die Solar-Aktien wie Solarworld oder Q-Cells noch heute bezeichnet. Wer 2007 auf den Solarsektor setzte, hatte mit der Einschätzung des Sektors zwar Recht, lag aber gleichzeitig vollkommen falsch damit, dass deutsche Unternehmen auf dem Weltmarkt eine führende Rolle spielen würden.

An der Nasdaq notierte Firmen wie Solaredge gehen in diesen Tagen durch die Decke. +40% seit Jahresanfang. Solaredge baut hauptsächlich Leistungsverstärker und Wechselrichter und hat damit den Weltmarkt aufgerollt. Im Jahr 2007 hätte ich mir inmitten des Solarbooms nicht träumen lassen, dass der deutsche Anlage- und Maschinenbau derart gegen die ausländische Konkurrenz ins Hintertreffen gerät.

Es sieht leider nach Marktanteilsverlusten aus

Wenn ich nun beobachte, dass Aktien wie GEA Group oder Daimler einfach nicht mehr in die Gänge kommen, dann glaube ich persönlich die Story nicht, dass die Gesamtnachfrage das Problem sein soll. Die hätten nun eigentlich nach dem vorläufigen Handelsdeal zwischen USA und China wieder anziehen müssen. Und ja, ich setzte darauf, ich spekulierte auf die Erholung und ich lag falsch mit dieser Erwartungshaltung. Darum stehe ich jetzt hier und frage mich: Warum ist das so? Es sieht für mich so aus, als ob der deutsche Anlagen- und Maschinenbau weltweit gerade deutliche Marktanteilsverluste erleidet. Vermutlich gibt es in China mittlerweile Hersteller, die wir noch nicht mal kennen, die einen Teil der Nachfrage nun bedienen …

MTU liefert Zahlen, die gut sind, aber nicht vom Hocker reißen

Solide Zahlen für das abgelaufene Fiskaljahr 2019 hat zuletzt mein Realgelddepotwert MTU Aero Engines, der sich aktuell auf Rang 5 der Trendstabilitäts-Rangliste im DAX 30 befindet, vorgelegt. So überzeugte der Triebwerkshersteller mit einem deutlichen Anstieg beim Umsatz und beim bereinigten operativen Gewinn, blieb dabei jedoch leicht hinter den Konsenserwartungen der Analysten zurück. Konzernchef Reiner Winkler zeigte sich im Anschluss optimistisch und rechnet auch für das neue Fiskaljahr mit einem weiteren Rekordergebnis. Bei weiter steigenden Erlösen soll der bereinigte operative Gewinn im Jahr 2020 im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen und dabei erstmals die Marke von 800 Mio. Euro übertreffen. Gelassen zeigt sich das Konzernmanagement bezüglich möglicher negativer Auswirkungen durch den Corona-Virus. Hier rechnet man allenfalls mit temporären Beeinträchtigungen, wie dies bereits bei ähnlichen Krisen in der Vergangenheit der Fall war. Im operativen Geschäft hat MTU Aero Engines allen Grund weiter optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Der Triebwerkshersteller profitiert im Zuge der steigenden Nachfrage bei Passagierflugzeugen als Hersteller besonders spritsparender Triebwerkslösungen von hohen Produktabrufen aus der Flugzeugindustrie. Als Kassenschlager erweisen sich bei MTU Aero Engines vor allem Triebwerkslösungen vom Typ PW1100G und PW11200G, die bei den beiden Airbus-Mittelstreckenmodellen A320neo und A321neo für Treibstoffeinsparungen von bis zu 20% gegenüber herkömmlichen Flugzeugantrieben sorgen.

Da Airbus gegenüber seinem US-Erzrivalen Boeing weiter Marktanteile gewinnt, bieten sich MTU Aero Engines als Haus- und Hoflieferant des europäischen Flugzeugbauers glänzende Perspektiven. Analysten zeigten sich zuletzt nach dem etwas schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlenwerk etwas zurückhaltend, was die weiteren Perspektiven bei MTU Aero Engines angeht. So bestätigte die Commerzbank zuletzt ihre Einstufung mit "Hold" und beließ das Kursziel unverändert auf 265 Euro.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

kritisch über die deutsche Autobranche zu sprechen, erhitzt die Gemüter. Vor allem wenn die Schlussfolgerung lautet, dass der Elektroauto-Pionier Tesla Wettbewerbsvorteile besitzt. Tesla baut nicht nur Elektroautos, sondern hat auch das Geschäftsmodell des Autoverkaufs neu definiert. Gestern, als die Tesla-Aktie 10 % nach guten Quartalszahlen in die Höhe schoss, dürfte einigen Leuten mehr klar geworden sein, wie real die Bedrohung der deutschen Autobranche durch Tesla mittlerweile geworden ist.

Tesla setzt auf den Online-Vertrieb. Ich bestelle die Teslas auf tesla.com. Einen BMW kaufe ich beim BMW-Vertragshändler und der will kräftig mitverdienen. Genau das wird zum Problem für die etablierten Hersteller, denn Tesla setzt darauf, das Modell 3 als Elektroauto für den Massenmarkt und zu Kampfpreisen auf den Markt zu drücken. Wenn zwischen dem Autohersteller und dem Kunden noch ein Vertragshändler dazwischensteht, der auch die Hand aufhält, kann man den Preiskampf nicht gewinnen. Es ist ein wenig wie mit Amazon und dem Einzelhandel.

Tesla erzielt bei der Batterieproduktion und beim Einkauf von Batteriezellen schon jetzt Skaleneffekte. Mit vermutlich über 500.000 produzierten Elektroautos im Jahr 2020 nimmt Tesla mehr Batteriezellen ab als jeder andere Hersteller. Das hilft die Einkaufspreise zu drücken. Elon Musk weiß, dass er den Preiskampf dann gewinnen kann, wenn Tesla mehr Batteriezellen bezieht als jeder andere Hersteller auf dem Globus. Darum hat Musk Tesla noch eine eigene Abteilung für Energiespeicher-Systeme spendiert. Auch hier werden Batteriezellen benötigt. Der Kreis schließt sich.

Meine Meinung: Die deutsche Autobranche ist leider nicht auf die Elektroauto-Massenproduktion von Tesla vorbereitet.

Enel: Trendstabiler Energieversorger mit Dividendenrendite von 4,1 %

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitätsranglisten die Aktie von Enel, die sich derzeit auf Rang 1 der Gesamtauswahl befindet. Der italienische Strom- und Erdgaskonzern gehört mit seinen mehr als 73 Millionen Kunden zu den weltweit führenden Stromversorgern. Oberste Priorität hat bei Enel derzeit der Ausbau der Erzeugerkapazitäten im Bereich der Erneuerbaren Energien. Kürzlich wurde hier das milliardenschwere Investitionsprogramm um 11% auf knapp 28,7 Mrd. Euro aufgestockt. Neben dem weiter forcierten Netzausbau und der Modernisierung der Strominfrastruktur soll mehr als die Hälfte dieser Mittel in den Aufbau neuer Ökostrom-Kapazitäten fließen. Bis Ende 2022 will Enel zusätzliche Erzeugerkapazitäten mit einer Gesamtleistung von 14 Gigawatt bei Wind- und Wasserkraft ans Netz bringen. Dadurch wird der Anteil der besonders klimaschädlichen Kohlestrom-Erzeugung um knapp drei Viertel reduziert und gleichzeitig die Ökostromkapazitäten auf Konzernebene von derzeit 49% auf rund 60% erhöht. Dies ist dank der deutlich geringeren CO2-Belastungen nicht nur gut für die Umwelt, sondern sorgt auch für steigende Gewinne. Denn Ökostrom bietet Energieversorgern deutlich höhere Margen, als konventionell erzeugter Strom.

Als einem der weltweiten Marktführer bei regenerativen Energien bieten sich für Enel neben dem Massenkundengeschäft auch interessante Wachstumsmöglichkeiten in Zusammenhang mit fixen Ökostrom-Lieferverträgen für große Firmenkunden. Vor allem in den USA legen immer mehr Firmen Wert auf eine nachhaltige und klimafreundliche Stromversorgung, um ihre CO2-Bilanz aufzupolieren. Anfang Januar hatte die Ökostrom-Tochter Enel Green Energy ein Ökostrom-Lieferabkommen mit Danone North America zu vermelden. So wird die US-Tochter des französischen Lebensmittelkonzerns über einen Zeitraum von 12 Jahren jährlich 1,9 Terrawatt-Stunden von einem Windpark mit einer Gesamtleistung von 500 Megawatt beziehen. Dieses langfristige Abkommen beschert Enel über den gesamten Zeitraum nicht nur planbare Erlöse, sondern gleichzeitig hohe Margen.

Enel hat dank des wachsenden Ökostromanteils allen Grund, optimistisch nach vorne zu blicken. So wurde das mittelfristige Planziel beim operativen Ergebnis für 2022 um 13% auf 20,1 Mrd. Euro nach oben revidiert. Auch die Aktionäre werden hiervon durch steigende Ausschüttungen profitieren, wobei Enel seine Dividende bis 2022 von zuletzt 32 Cent auf mindestens 40 Cent je Aktie anheben will. Damit bleibt Enel in punkto Dividendenrendite im Versorgersektor weiter erste Wahl, zumal die Aktie auf dem aktuellen Niveau bereits eine stattliche Dividendenrendite von 4,1% aufweist. Die Experten von Goldman Sachs haben in diesem Zusammenhang kürzlich von 8,10 auf 8,80 Euro angehoben und die Einstufung mit "Buy" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

neu in meinem Trendfolge-Depot befindet sich die Aktie von Varta. Ich bin über das Mini-Future-Long-Zertifikat mit der WKN DF3P9S eingestiegen. Varta hat sich in den vergangenen Jahren durch gezielte Investitionen zu einem der führenden Batteriehersteller gemausert. Mit einem Marktanteil von mehr als 50% ist Varta bei Mikrobatterien für Hörgeräte der dominierende Player.

Bluetooth-Kopfhörer sind Wachstumstreiber

Als eigentlicher Wachstumstreiber erweist sich bei Varta seit geraumer Zeit der Boom bei Mikrobatterien für Wearables wie Fitnesstracker, Smartwatches und kabellose Kopfhörer. Vor allem bei jüngeren Konsumenten sind Bluetooth-Kopfhörer, die ohne Kabel auskommen, beliebt, was Varta seit geraumer Zeit Rekordabsätze bei passenden Mikrobatterie-Lösungen beschert. Da der Markt für kabellose Kopfhörer laut einer Erhebung von Persistence Market Research bis 2029 jährlich um 11% wächst, bieten sich für Varta attraktive Zukunftsaussichten in diesem Segment.

Apple ist offenbar Kunde bei Varta

Dem Vernehmen nach ist Varta als Zulieferer für die neue AirPod-Generation von Apple an Bord, wobei laut einer Analyse der Commerzbank auch andere führende Technologiekonzerne wie Microsoft, Samsung, Amazon, Google und Xiaomi zum Kundenkreis von Varta bei Mikrobatterien für Wearables gehören.

Stationäre Energiespeicherlösungen könnten Geschäft zukünftig ankurbeln

Wachstumsfantasie verspricht bei Varta der Bereich für stationäre Energiespeicherlösungen, die im Zuge der laufenden Energiewende beispielsweise als Zwischenspeicher für Strom aus regenerativen Energiequellen verstärkt nachgefragt werden. Aufgrund seiner Expertise in den Bereichen Zeil-Chemie und Prozesstechnik ist Varta auch als Technologiepartner beim Aufbau einer europäischen Batteriezellenfertigung für Lithium-Ionen-Akkus mit von der Partie und erhält in diesem Zusammenhang Beihilfen aus dem milliardenschweren Förderprogramm der EU.

Mit Energizer komplettiert Varta das eigene Produktportfolio

Als cleverer Schachzug dürfte sich für Varta auch der kürzlich abgeschlossene Rückkauf der Consumer Batterie-Sparte des US-Konzerns Energizer erweisen. Damit komplettiert Varta nicht nur sein Produkt-Portfolio, sondern rückt auch bei Haushaltsbatterien, Ladegeräten und so genannten Power-Banks für Smartphones und andere mobile Endgeräte zu einem der führenden Anbieter auf.

Analysten-Kommentar von Commerzbank brachte Kurs unter Druck

Zuletzt kam Varta nach einer skeptischen Analystenstudie der Commerzbank zeitweise deutlich unter Druck. Hier wurde die Einstufung von "Buy" auf "Hold" gesenkt. Laut den Experten hätten Elektronikkonzerne wie Samsung und Sony aufgrund von Lieferschwierigkeiten bei Varta auf Konkurrenzprodukte chinesischer Hersteller bei Mikrobatterien zurückgegriffen. Varta hat eigenen Angaben zufolge Verfahren gegen die Konkurrenten wegen des Verdachts auf mutmaßliche Patentverletzungen eingeleitet. Da man außerdem seine Produktionskapazitäten bei Mikrobatterien in den kommenden Jahren deutlich ausbaut und die Nachfrage in diesem Segment weiter sehr stark ausfallen wird, bestätigten die Commerzbank-Analysten das Kursziel für Varta weiterhin bei 135 Euro.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

das ist doch ein netter Fakt im großen Buch der Börsengeschichte:

  • Als der Brexit am 23. Juni 2016 per Volksentscheid beschlossen wurde, reagierten die Börsen panisch und der DAX brach am Tag danach in der Spitze um über 10 % ein.
  • Als dann gestern Boris Johnson seinen Wahltriumph feierte und damit nun endlich ein klarer Brexit-Kurs gefahren werden kann, reagierten die Börsen erleichtert.


Wenn freie Menschen in freien Wahlen sich dazu entscheiden, der EU nicht mehr angehören zu wollen, dann sollten wir es doch einfach akzeptieren und in Zukunft mit den Engländern als Freunde freien Handel betreiben. Diese ganze Rache- und Vergeltungspolitik der EU ist nicht mein Ding.

Negativzinsen betreffen immer mehr Sparer: Dividenden-Aktien sind eine Alternative

Der Online-Broker Comdirect gibt die Minuszinsen der Europäischen Zentralbank jetzt auch an die Verbraucher weiter. Die Meldung hatte letzte Woche für Schlagzeilen gesorgt. Wer Geld auf dem Konto hortet, muss dafür bezahlen. In Europa gibt es eine Vielzahl von Dividenden-Aktien mit einer ansehnlichen Dividenden-Rendite. Mit der Münchener Rück und Enel befinden sich zwei Dividenden-Aktien in meinem realen 100.000 € Trendfolge-Depot, die ich persönlich als konservativ und langfristig sehr attraktiv einschätze. Ende bespreche ich nun ausführlich:

Mein Depotwert Enel wird wieder stärker. Die Dividenden-Rendite in Höhe von 4,6 % ist sehr attraktiv!

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten mein Realgeld-Depotwert Enel, der sich aktuell auf Rang 5 der Gesamtauswahl befindet. Der führende italienische Energieversorger überzeugte in den ersten neun Monaten erneut mit einem sehr soliden Zahlenwerk und konnte trotz hoher Investitionen in den Ausbau der regenerativen Energien mit einem Anstieg von 10,5% beim bereinigten operativen Ergebnis die Konsenserwartungen übertreffen. Neben höheren Strom- und Erdgasabsätzen trug vor allem die starke operative Entwicklung im Ökostrom-Segment zum besser als erwarteten Abschneiden bei.

Führend bei Wasserkraft und Windenergie

Enel gilt vor allem bei Wasserkraft und Windenergie als einer der weltweit führenden Anbieter, wobei man die Kapazitäten in diesen Bereichen durch neue Großprojekte vor allem in Europa und den USA konsequent ausbaut. Allein bis Ende 2020 will man neue Erzeugerkapazitäten im Gesamtvolumen von 7 Gigawatt ans Netz bringen. Mit einem neuen, ambitionierten Investitionsprogramm will Enel seine Ökostromkapazitäten bis Ende 2022 um 14,1 Gigawatt erweitern und damit den Anteil regenerativer Energien von derzeit knapp 41% auf 60% erhöhen. Dabei soll der Anteil der Kohleverstromung bis Ende 2022 um 74% reduziert werden, womit Enel seinem Ziel, bis spätestens Ende der kommenden Dekade eine nahezu CO2-neutrale Stromerzeugung zu realisieren, ein großes Stück näherkommt. Insgesamt will Enel für die Umsetzung des neu formulierten Strategieplans rund 14,4 Mrd. Euro ausgeben und damit knapp 11% mehr, als ursprünglich geplant.

Das ehrgeizige Vorhaben ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern macht sich auch langfristig positiv beim Konzernergebnis bezahlt. Denn mit regenerativer Energie lassen sich deutlich höhere Margen erzielen als mit konventionellem Strom. Daher erwartet Enel in diesem Zusammenhang bei gleichbleibendem Stromabsatz ein operatives Gewinnplus von durchschnittlich 13% pro Jahr bis 2022. Von den exzellenten Aussichten im operativen Geschäft werden auch die Aktionäre profitieren können, da Enel die Dividende von 0,32 Euro je Aktie für das laufende Fiskaljahr bis 2022 auf 0,40 Euro je Aktie anheben will. Damit bleibt Enel weiterhin eine der attraktivsten Dividendenwerte im Energieversorger-Sektor, zumal die Aktie auf dem aktuellen Niveau eine sehr ansehnliche Dividendenrendite von 4,6% aufweist. Die UBS hat das Kursziel für Enel zuletzt von 7,40 auf 7,50 Euro angehoben und die Einstufung mit "Buy" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

ich bin ein weitgehend stiller Beobachter der hitzigen Klimaschutz-Debatte, aber ich ärgere mich immer häufiger über die Diskrepanzen, die zwischen den Bekenntnissen und den Handlungen herrschen. Es wird als Fakt anerkannt, dass die CO2-Emissionen des Menschen das Erdklima entscheidend und gefährlich beeinflussen und andere Meinungen werden hitzig bekämpft. Soweit so gut. Es gibt also einen politischen Konsens über die Parteien hinweg.  

Gleichzeitig wird nicht entsprechend gehandelt, um den CO2-Ausstoß nachhaltig zu bekämpfen. Wenn ich – und ich spreche jetzt aus der Perspektive der Politiker – davon überzeugt bin, dass CO2 das Weltklima in den Abgrund stürzen wird, dann muss ich doch entsprechend handeln. Zum Beispiel, indem ich akzeptiere, dass die Menschheit noch einmal 20 Jahre lang auf die Atomenergie setzen muss bis andere regenerative Energieträger weit genug entwickelt sind. Aber diese Debatte, ob emissionsfreie Atomenergie nicht nützlich sein könnte, um den Klimakollaps aufzuhalten, wird gar nicht erst geführt. Es ist eine komplett emotional aufgeladene Debatte, die sich um ergebnisorientierte Fakten nicht bemühen will.

Meine Schlussfolgerung aus der ganzen Diskussion ist, dass die Parteien bald – getrieben von emotional agierenden Wählern an der Wahlurne – drastische Maßnahmen zur Besteuerung von CO2-Emissionen beschließen werden. Sprich, die industrielle Produktion wird in Deutschland noch einmal stark verteuert und auch die Kostenspirale beim Wohnungsbau wird aufgrund höherer Energieeffizienzen weiter nach oben getrieben. Eventuell kommen auch deutlich Aufschläge auf Kraftstoffe. Das Bundesumweltamt hat ja vorgerechnet, dass man Diesel um 70 Cent je Liter verteuern müsste, um die Klimaziele zu erreichen.

Fazit: Weil Alternativen wie die emissionsfreie Atomenergie ignoriert werden, läuft alles auf eine drastische CO2-Besteuerung hinaus. Am Aktienmarkt kann man sich entsprechend positionieren. Gewinner am Aktienmarkt sind vermutlich Firmen, die Folgendes herstellen:
 

  • Dämmstoffe für Gebäude
  • Biokraftstoffe
  • Biogase
  • Solar- und Windparks
  • Blockheizkraftwerke und andere Heizungstechnologie
  • dezentrale Energieverteilungstechnologie
  • Wasserstoff- und Power-to-Gas-Technologien
  • Energieerzeuger in Spanien und Italien
  • Netzanbieter, die Strom vom Süden nach Deutschland leiten


MTU entwickelt Turbinen für die nächste Generation europäischer Kampfflugzeuge

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von MTU Aero Engines, die sich derzeit auf Rang 12 der Gesamtauswahl befindet. CEO Reiner Winkler äußerte sich kürzlich im Rahmen einer Investorenveranstaltung optimistisch, dass MTU Aero Engines auch im kommenden Fiskaljahr neue Rekorde bei Umsatz und Ergebnis einfahren wird. Als Treiber dürfte sich nach Aussage des Vorstandschefs vor allem das margenstarke Wartungs- und Ersatzteilgeschäft bei Passagiermaschinen erweisen, bei dem Zuwächse im hohen einstelligen Prozentbereich erwartet werden. Entsprechend erwartet der Konzernchef für 2020 beim bereinigten operativen Ergebnis einen Anstieg im hohen einstelligen Prozentbereich, während die Umsatzerlösen ähnlich stark zulegen dürften.

Die Jahresprognose für 2019, die eine Steigerung der operativen Marge um 1,3 Prozentpunkte auf 16% bei einer leichten Umsatzsteigerung vorsieht, wurde ebenfalls bestätigt. Die Aussichten, dass MTU Aero Engines seine dynamische Ergebnisentwicklung auch in den kommenden Jahren weiter fortschreiben kann, stehen gut. Als einer der führenden Anbieter von spritsparenden Triebwerkslösungen profitiert man besonders stark von der steigenden Nachfrage bei Passagiermaschinen. Unter anderem liefert der deutsche Branchenprimus Triebwerkslösungen für Megaseller wie den A320neo und den A321neo von Airbus, die derzeit von vielen internationalen Fluglinien aufgrund ihrer hohen Treibstoffersparnis bevorzugt auf der Mittelstrecke eingesetzt werden.

Nachdem Airbus im Rahmen der Luftfahrtmesse in Dubai mehrere Großaufträge über mehr als 100 A320neo- und A321neo-Modelle erhalten hatte, sollte MTU Aero Engines hiervon als Zulieferer für die passenden Triebwerkslösungen profitieren. Auch im zuletzt eher schwächeren Geschäft mit Triebwerkslösungen für Militärmaschinen sind bei MTU Aero Engines neue Impulse zu erwarten. Gemeinsam mit dem französischen Anbieter Safran entwickelt man im Rahmen einer kürzlich vereinbarten Kooperation ein neues Turbinenkonzept für den Next Generation Fighter der europäischen Luftstreitkräfte, der voraussichtlich ab 2040 in Dienst gestellt werden soll. Die Experten von Barclays haben MTU Aero Engines kürzlich in einer Ersteinschätzung mit "Overweight" aufgenommen und ein Kursziel von 281 Euro vergeben.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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