Besser Traden mit System - Der Blog

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Liebe Leser,

am 16. März hatte der DAX bei 8.255 Punkten ein Tief gebildet. Die darauffolgende Erholungsbewegung hat Kursgewinne von bis zu 23 % gebracht. Am 17. März schrieb ich den Beitrag „Kühlen Kopf bewahren: Die Aktienmärkte werden sich erholen“.  Die erste Erholungswelle ist somit schon eingetreten.

Was meine ich damit, wenn ich nachfolgend in einigen Beispielen die Worte verwende, dass „die Corona-Epidemie unter Kontrolle“ ist? Damit meine ich, dass das exponentielle Wachstum der Neuinfektionen gestoppt wurde und dass die Gesundheitssysteme nicht überlastet sind. Von einem solchen kontrollierten Zustand aus kann entschieden werden wie die wirtschaftliche und gesellschaftliche Aktivität wieder hochgefahren wird. In einigen Ländern ist dieser kontrollierbare Zustand schon eingetreten.

Ich möchte bezüglich der Corona-Epidemie zunächst die positiven Punkte herausarbeiten.

- Kontaktverbote und strenge Hygiene helfen, das Virus einzudämmen. Das ist die Erfahrung aus Asien. Ganz beeindruckend ist das Beispiel aus Südkorea. Ich bin darum auch der Überzeugung, dass die beschlossenen Shutdowns in Europa ebenfalls positiv wirken werden.

Quelle: https://www.worldometers.info/coronavirus/

- In China, Südkorea, Japan und Taiwan ist die Lage unter Kontrolle, zumindest den offiziellen Zahlen nach. Vor allem die Beispiele Japan und Südkorea sind beeindruckend, weil es in diesen Ländern gewaltige Ballungszentren mit Millionen von Menschen gibt. Die Menschen in diesen Ländern haben ihr Leben angepasst. Im öffentlichen Bereich werden Atemschutzmasken getragen, die Hände werden regelmäßig gewaschen und desinfiziert. Gearbeitet wird ebenfalls unter strengen hygienischen Schutzmaßnahmen. Die Regierungen organisieren Massentests und schicken infizierte Menschen konsequent in Quarantäne.

- Auch in Deutschland ist die Lage unter Kontrolle. Die Gesundheitssysteme sind noch nicht überlastet. Wir können sogar unseren Nachbarländern aushelfen. 12 Tage nach den verhängten Kontaktverboten (ich nenne die Beschränkungen jetzt einfach mal so) dürfte ein deutlicher Rückgang der Neuinfektionen zu verzeichnen sein. Wenn sich das bewahrheitet, wird schon nächste Woche lautstark über den Ramp-Up-Plan gesprochen, also darüber wie das wirtschaftliche Leben wieder hochgefahren werden kann.

- In den USA wird das COVID-19-Problem nun auch ernst genommen. Es wurden auch Kontaktverbote und Betriebsstillegungen verhängt. Der Höhepunkt der Infektionswelle in New York dürfte somit Ende nächste Woche zu erwarten sein.

Kritische Überprüfung meiner bullischen Markterwartung:

Meine These am 17. März lautete, dass der Aktienmarkt auf dem Höhepunkt der Infektionswellen seine Tiefs bildet. Aktuell gehe ich davon aus, dass die bisherigen Tiefs nicht mehr unterschritten werden. Warum? Weil die Corona-Epidemie schon nächste Woche in immer mehr Ländern dieser Welt unter Kontrolle sein wird und sich die politische Diskussion dann um die Ramp-Up-Pläne drehen wird. Wann müsste ich meine Meinung revidieren?

- Italien hat den traurigen Höhepunkt der Todeswelle mit 793 Todesfällen bislang am 21. März zu verzeichnen gehabt. Nun wird im ganzen Land konsequent auf heimische Quarantäne gesetzt. Wenn es neue Spitzenwerte bei Neuinfektionen und Todesfällen geben sollte, dann wäre meine These falsch, dass COVID-19 mit solchen Maßnahmen unter Kontrolle gebracht werden kann.

- Ich gehe davon aus, dass die politischen Entscheidungsträger schon nächste Woche über den Ramp-Up-Plan sprechen werden und dass das wirtschaftliche Leben ab dem 13. April 2020 wieder aufgenommen wird. Wenn das nicht der Fall sein sollte, dann müsste ich meine These überdenken.

- Ich gehe davon aus, dass die Amerikaner die Corona-Epidemie schon Ende nächster Woche in den kontrollierten Zustand überführen können, so dass die Gesundheitssysteme nicht überlastet sind. Wenn das nicht gelingt, dann müsste ich meine These überdenken.

Fazit: Auch wenn es derzeit in diesen schweren Tagen kaum vorstellbar sein mag, kann sich schon Ende nächster Woche eine Perspektive ergeben, wie das Wirtschaftsleben kontrolliert wieder aufgenommen werden kann.

Was gibt es Neues beim regelbasierten Trendfolge-Depot?

Alstria Office musste ich nun verkaufen, weil die Aktie nicht mehr unter den Top-12-Positionen in den Trendstabilitäts-Ranglisten vorhanden war. Hier ist das Orderbuch meiner Volksbank:

Seit dem Start des Trendfolge-Events hat der DAX -22 % an Wert eingebüßt. Es war im Nachhinein betrachtet kein schöner Zeitraum für ein Trendfolge-System. Wenngleich mich auch die Marktampel und die Knock-Out-Produkte vor noch größeren Verlusten geschützt haben.

ASML bleibt weiterhin im Depot: Die Chipbranche ist noch einigermaßen robust!

Mein Depotwert befindet sich aktuell auf Rang 5 der Gesamtauswahl. Der niederländische Technologiekonzern hat sich auf so genannte Lithograhiesysteme spezialisiert, die zur Herstellung von Chips- und Halbleitern verwendet werden. Hier hat sich ASML bei so genannten EUV-Lithographiesystemen als technologisch führender Anbieter positioniert. Mit Hilfe dieser Technologie lassen sich Chipsätze mit kleinsten Abmessungen im Bereich von 5 bis 10 Nanometern schnell und kostengünstig herstellen. Diese neue Chip-Generation bildet die Grundlage für neue Technologien wie Artificial Intelligence, Big Data Analytics oder den neuen 5G-Mobilfunkstandard, um das exponentiell wachsende Datenvolumen schnell und effizient verarbeiten zu können.

Dank der hohen Rechenpower bei kleinsten Abmessungen sind diese Winzlinge auch für High-End-Smartphones oder das Roboterauto geradezu prädestiniert. Führende Halbleiterhersteller wie Intel, Samsung und TSMC, die allesamt zum Kundenkreis von ASML gehören, richten derzeit ihre Produktion konsequent auf diese neue Generation von Hochleistungschips aus, um gegenüber der Konkurrenz nicht den Anschluss zu verlieren. ASML dürfte daher trotz der aktuellen Unsicherheiten in Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie mittelfristig von weiter steigenden Produktabrufen bei hochpreisigen EUV-Lithographiesystemen profitieren können. Die Experten der UBS haben daher kürzlich das Kursziel für die Aktie mit 300 Euro bestätigt und die Einstufung auf "Buy" belassen.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

am 10.07.2017 startete hier mein Trendfolge-Projekt. Die Idee war, ein 100 % regelbasiertes Trendfolge-Konzept auf die Beine zu stellen, das systematisch in die trendstabilsten Aktien investiert. Der DAX notierte zum Start des Projekts bei knapp über 12.400 Punkten. Seitdem ist der DAX um -12 % gefallen. Die Performance all meiner Trades beträgt -1,7 %. Mich tröstet es nicht, dass ein passives Investment im DAX noch schlechter gelaufen wäre. Die Entwicklung der letzten 3 Jahre ist schlichtweg ein frustrierendes Ergebnis.

Es war in den letzten 3 Jahren wahrlich kein Markt für Trendfolge-Trader. Noch im Februar notierte mein Depot 20 % im Plus, aber gegen das Corona-Virus war unser Trendfolge-Regelwerk machtlos. Die Marktampel konnte mein Depot nicht schützen. Der Marktumbruch erfolgte zu schnell und zu brachial. Ähnlich wie bei der DAX-Korrektur Ende 2018 notierte der DAX zu Beginn der Korrektur deutlich oberhalb des GD 200. Der Fallsturz war schon gewaltig bevor die Marktampel dann aktiv wurde und neue Käufe gemäß dem Trendfolge-Regelwerk eingestellt wurden.

Meine gehebelten Long-Trades auf CTS Eventim und MTU Aero Engines wurden ausgeknockt. Der Verlust beträgt etwa 13.000 €

Normalerweise sollten die Trendstabilitäts-Ranglisten vor so etwas schützen. Die Philosophie ist Folgende: Wenn eine Aktie ihr trendstabiles Verhalten verliert, rutscht sie in den Trendstabilitäts-Ranglisten nach unten ab und wird durch eine andere ersetzt. Aber die Umschichtungstermine sind nur alle 2 Wochen und die Corona-Krise hat die MTU-Aktie innerhalb kürzester Zeit von 280 € auf 190 € einbrechen lassen. Die Umschichtungs-Zyklen konnten diese blitzartigen Kursverluste nicht erfassen.

Marktampeln zeigen nun rotes Licht

Hannover Rück musste ich verkaufen, weil die Aktie am Montagabend zum Umschichtungs-Stichpunkt nicht mehr in den Top-12 der Trendstabilitäts-Rangliste notierte. Gemäß Regelwerk wird die Position damit liquidiert. Neue Positionen werden erst einmal nicht gekauft, weil die Marktampeln nun rotes Licht zeigen.

Corona: Einer der wenigen schwarzen Schwäne in der Börsengeschichte

Der schwarze Schwan wurde von Nassim Taleb als Ereignis mit massiver Tragweite definiert, das vollkommen unerwartet kommt und das außerhalb der bekannten und kalkulierbaren Normalzustände liegt. Dass sich in meinem Trendfolge-Depot mit CTS Eventim und MTU Aero Engines zwei Werte aus Branchen befunden haben, die von einer Virus-Epidemie am stärksten betroffen sind, ist ein auch solches Ereignis. Noch einmal ein unglücklicher Zufall in einem Crash-Markt.

Knock-Out-Produkte schützen vor extremen Verwerfungen

Wenn ich in einem Basiswert mit 20.000 € effektivem Kapitaleinsatz investiert sein möchte, kann ich entweder direkt die Aktie kaufen oder ich kann ein Hebelprodukt mit einem Hebel von knapp 3 wählen und knapp 7.000 € in dieses Produkt investieren. Der maximale Verlust, den ich erleiden kann, ist auf den Kapitaleinsatz beschränkt. Der Einsatz von Knock-Out-Produkten ist daher bei Tradern ein beliebtes Konzept der Risikobegrenzung, wenn es zu starken Verwerfungen kommt.

Wenn der DAX weiter abstürzt, dann steht das Trendfolgesystem mit deutlicher Outperformance da

Der Nachteil einer solchen Konstruktion ist, dass man nicht automatisch mit dabei ist, wenn eine Erholungsbewegung einsetzt. Wann ich wieder dabei bin, entscheidet das Regelwerk. Und hier stehen die Marktampeln erst einmal auf Rot. Das heißt neue Positionen werden nicht gekauft. Wenn der Markt weiter kollabiert, dann stehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge da, denn ich habe zwar Geld verloren, aber das Trendfolge-Regelwerk und die Abbildung der Positionen über Knock-Out-Produkte haben schlimmeres verhindert.

Wenn der Markt jetzt sofort wieder nach oben durchzieht, nachdem meine Positionen ausgeknockt wurden, dann müssen wir als Fazit konstatieren: Corona hat das Regelwerk gesprengt! Es hilft dann auch nicht, die Sache schön zu reden. Dann ist das Projekt mit seiner Philosophie wohl einfach gescheitert.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

-13 % in einer Woche. Das ist das Resultat, dass das Corona-Virus im DAX hinterlassen hat. Mal wieder hat sich im Börsenjahr 2020 ein schwarzer Schwan in seiner ganzen prachtvollen Größe aufgebaut. Dass eine weltweite Virus-Epidemie die Aktienmärkte einstürzen lassen würde, habe ich in keiner Jahresprognose gelesen.

Der Aktienmarkt zeigt damit eine äußert rationale Reaktion auf die neue Informationslage. Ich finde es immer beeindruckend wie schnell und konsequent die Aktienmärkte neue Situationen bewerten. Das Corona-Virus wird sich in Europa verbreiten, vermutlich anschließend in den USA und wie in China werden die betroffenen Menschen unter Quarantäne gestellt. Fabriken müssen ihre Produktion vorübergehend stilllegen, Geschäftsreisen werden auf ein Minimum reduziert, die Leute bleiben eher zu Hause. Das kostet die Wirtschaft Geld.

Bis jetzt war der Kursrückgang rational: Was danach kommt wäre eher Panik!

Nehmen wir an, dass der Corona-Virus im Wirtschaftsjahr 2020 immensen Schaden anrichtet und viele Firmen in die roten Zahlen treibt? Ich habe einige Bewertungssimulationen mit dem Discounted-Cash-Flow-Modell durchgeführt. Bei gut entwickelten und profitablen Geschäftsmodellen, die in etwa mit der Gesamtwirtschaft wachsen, reduziert sich die Bewertung um etwa 10 %. Der Aktienmarkt hat den wirtschaftlichen Schaden des Corona-Virus nun eigentlich ausreichend berücksichtigt. Alles was jetzt kommt, ist eine Überreibung.

Folgende Annahme dafür ist essenziell. Ab Mai läuft die Welt normal weiter!

Ich gehe nicht davon aus, dass es starke wirtschaftliche Einschränkungen über den Mai 2020 hinaus geben wird. Ein denkbares Szenario sieht wohl so aus, dass wir mit Atemmasken zur Arbeit gehen, um niemanden anders anzustecken und sämtliche Flächen bei der Arbeit vorher desinfizieren, bevor wir sie anfassen. Nach den warmen Sommermonaten hat sich das Corona-Problem dann erledigt, oder es gibt dann ab 2021 Impfstoffe, die vermutlich relativ gut funktionieren. So ganz genau scheint es niemand zu wissen. Ich lese viel. Der eine Experte sagt es so, der andere behauptet genau das Gegenteil.

Für das Trendfolge-Depot habe ich Hannover Rück gekauft

Die Aktie rückt gemäß dem Trendfolge-Regelwerk in mein Depot auf. Auch wenn die Aktie ebenfalls auf Crashkurs ist, verhält sie sich auf die letzten 12 Monate betrachtet doch trendstabiler als die meisten anderen Aktien. Ich habe 123 Stück zu 162,41 € gekauft.

Hannover Rück konnte zuletzt höhere Prämien durchsetzen

Der zweitgrößte deutsche Rückversicherer überzeugte zuletzt erneut mit einem sehr starken Zahlenwerk für das abgelaufene Fiskaljahr. Dabei konnte der Überschuss nach vorläufigen Berechnungen um rund 20% gesteigert werden, womit die Hannover Rück ein neues Rekordergebnis ausweisen konnte. Auch für das neue Fiskaljahr hat der Rückversicherer allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Im Rahmen der Vertragserneuerungs-Runde zu Beginn des neuen Kalenderjahres gelang es der Hannover Rück, in wichtigen Endmärkten wie Nordamerika oder Großbritannien teilweise deutliche Prämienerhöhungen durchzusetzen. Im Schnitt steigen die Prämien vor allem in der Schadens-Rückversicherung im Rahmen der zum 1. Januar in Kraft tretenden neuen Tarife im Vorjahresvergleich um 2,3%.

Neugeschäft zeigt starke Zuwachsraten

Da die Hannover Rück beim Neugeschäft einen deutlichen Anstieg von 14% vorzuweisen hatte, ist für 2020 von einer starken Entwicklung im operativen Kerngeschäft auszugehen. Die von Konzernchef Jean-Jacques Henchoz für 2020 in Aussicht gestellte Prognose, die lediglich ein bereinigtes Konzernergebnis auf Vorjahresniveau vorsieht, dürfte sich daher als zu konservativ erweisen. Die Analysten der Nord LB zeigten sich zuletzt nach dem Erfolg bei den jüngsten Vertragserneuerungen verhalten optimistisch zu den weiteren Aussichten für die Hannover Rück und hoben das Kursziel von 155 auf 175 Euro an. Die Einstufung wurde jedoch auf "Hold" belassen.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

mein Trendfolge-Depot hat die Marke von +20 % überschritten. Die Aktie von Münchener Rück ist nun in den Take-Profit gelaufen und ich kann mich über einen Gewinn von über 4.000 € freuen. Hier ist das Orderbuch meiner Volksbank:

20 % Depot-Performance sind ganz ordentlich. Aber es hätte mehr sein können. Ich hatte viel Pech in den letzten Jahren. Zum Beispiel, dass direkt nach meinem regelbasierten Kauf der Varta-Aktie der Kurs nach einer Commerzbank-Studie komplett in die Knie ging. Trotzdem haben die vom Regelwerk ausgewählten Aktien in der Summe gut performt und das Trendfolge-Konzept hat mir eine schöne Rendite eingebracht. Insbesondere mit konservativen Aktien wie Hannover Rück, Münchener Rück oder Enel.

Dass wir konservative Aktien, die mit geringer Volatilität nach oben laufen, sehr gut mit dem Regelwerk einfangen, würde ich als Stärke unseres Trendfolge-Systems bezeichnen.

Als Schwäche unseres Systems hat sich entpuppt, dass Aktien, die stark nach oben laufen und dabei etwas volatiler sind, aber die wegen ihrer enormen Kursanstiege irgendwann ganz oben in den Trendstabilitäts-Ranglisten landen, zu spät eingefangen werden. Varta passt in diese Kategorie. Mein Gefühl sagt mir, dass es doch möglich sein muss, auf diesen starken Trend etwas früher aufmerksam zu werden.

Lösung: Den Aktienmarkt in zwei Volatilitäts-Regime einteilen

Ich denke über Lösungsmöglichkeiten nach: Eine Möglichkeit könnte sein, dass wir den Aktienmarkt in zwei Volatilitäts-Regime einteilen. Erstens gibt es die Gruppe der Aktien mit sehr geringer Volatilität. Diese können wir mit unserem Trendstabilitäts-Indikator, der auf einem 260-Tage-Gleitenden-Durchschnitt beruht, bereits ganz hervorragend identifizieren.

Ein schneller reagierender Trendstabilitäts-Indikator bei volatileren Aktien

Zweitens dürfte es sinnvoll sein, die Aktien in der Gruppe mit der höheren Volatilität, mit einem Trendstabilitäts-Indikator zu erfassen, der einen kurzfristigeren gleitenden Durchschnitt von vielleicht etwa 100 Tagen als Grundlage hat. Mit einem solchen Vorgehen können wir in dieser Gruppe der volatileren Aktien solche Highflyer wie Varta etwas früher identifizieren. Unser bestehender Trendstabilitäts-Indikator hat die Varta-Aktie wegen der zu hohen Volatilität im Vergleich zu Titeln wie Münchener Rück oder Enel lange Zeit nicht ausreichend hoch bewertet, damit sie als Depotkandidat in Frage gekommen wäre. Er hat erst sehr spät - zu spät - angeschlagen.

Fazit: Mit der jetzigen Performance unseres Trendstabilitäts-Regelwerks bin ich recht zufrieden. Aber es gibt sicher noch Optimierungsmöglichkeiten. Ein Gefühl von mir ist, dass wir volatilere Aktien wie Varta mit einem Trendstabilitäts-Indikator angehen müssen, der einen kürzeren Gleitenden Durchschnitt als Berechnungsgrundlage hat. Ich versuche diese These empirisch zu testen.  

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitätsranglisten die Aktie von RWE, die sich aktuell auf Rang 2 der Auswahl im DAX30 befindet. Der deutsche Energieversorger hat sich mit dem im vergangenen Fiskaljahr abgeschlossenen milliardenschweren Asset-Tausch mit dem Rivalen E.ON im Kerngeschäft Stromerzeugung strategisch neu aufgestellt. Mit der Übernahme der Ökostromaktivitäten von E.ON und der ehemaligen Konzerntochter Innogy gehört RWE zu den führenden europäischen Playern im Bereich der regenerativen Energien. In den kommenden Jahren will RWE seine Ökostromkapazitäten nach dem von der Bundesregierung beschlossenen Ausstieg aus der Kohleverstromung deutlich ausbauen um damit die wegfallenden Erzeugerkapazitäten der RWE-Kohlekraftwerke, die im Zuge der Energiewende nach und nach vom Netz genommen werden, kompensieren zu können.

RWE strebt Ökostrom-Anteil von 70 % bis 2030 an!

Da in Deutschland der Ausbau regenerativer Energien vor allem im Bereich Windkraft oft an bürokratischen Hindernissen scheitert, fokussiert sich RWE beim Aufbau neuer Ökostromkapazitäten vor allem auf Auslandsmärkte wie Nordamerika oder in der Region Asien/Pazifik. In den kommenden Jahren will RWE in diesem Zusammenhang jährlich rund 1,5 Mrd. Euro in die Realisierung neuer Wind-, Solar- und Wasserkraftwerke investieren. Da man Großprojekte gemeinsam mit internationalen Partnern entwickelt, lässt sich die Gesamt-Investitionssumme nach Aussage von Anja-Isabel Dotzenrath, Vorstandsprecherin der Konzernsparte RWE Renewables, dadurch auf 2 bis 3 Mrd. Euro pro Jahr erhöhen. Bis zum Ende der Dekade will RWE damit den Ökostromanteil auf Konzernebene von derzeit knapp 10 Gigawatt auf bis zu 25 Gigawatt mehr als verdoppeln. Damit wird RWE den Anteil regenerativer Energien, der aktuell bei knapp 28% liegt, bis 2030 auf rund 70% erhöhen. Bis RWE seine Stromversorgung komplett CO2-neutral gestalten kann, ist es allerdings noch ein weiter Weg. Dies soll nach Aussage der Managerin frühestens im Jahr 2040 der Fall sein. Da Ökostrom deutlich höhere Margen als konventionell erzeugte Energie abwirft, rechnen Analysten in den kommenden Jahren mit einer deutlich dynamischeren Ergebnisentwicklung bei RWE. Entsprechend haben die Experten von Morgan Stanley die Einstufung zuletzt mit "Overweight" bestätigt und RWE als "Top-Pick" im Versorgersektor herausgestellt. Das Kursziel wurde dabei von 36 auf 40 Euro angehoben.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

das Thema "Elektromobilität" führt in Deutschland sehr schnell zu erhitzten Gemütern. Das Wasserstoff-Auto hat eine große Anhängerschaft. Ich habe mal ein wenig recherchiert und die Fakten aufbereitet. Hier sind die Ergebnisse:

- Volkswagen-Chef Herbert Diess hat für Volkswagen eine Strategie vorgegeben, die fast ausschließlich auf batterieelektrische Vehikel setzt. Der Hype um Wasserstoff sei von gestern, sagt Diess. Auf Batterievehikel zu setzen sei die einzige wahre Lösung.

- Bei der Herstellung von Wasserstoff geht etwa 30 % der verwendeten Energie verloren. Darum ist die Technologie wirtschaftlich kaum Konkurrenzfähigkeit. Elon Musk bezeichnet die Brennstoffzelle als "fool cell" und nennt die Technologie wegen der Energieverluste "überwältigend bescheuert".

- Die Asiaten rund um Toyota und Hyundai gehören zu den größten Optimisten für die Marktdurchdringung von Wasserstoff-Fahrzeugen. Hyundai plant bis zum Jahr 2030 die Produktion auf 700.000 Wasserstoff-Autos pro Jahr hochzufahren.

- Bosch geht davon aus, dass Elektrofahrzeuge im Jahr 2030, die mit Brennstoffzellen unterwegs sind, einen Marktanteil von etwa 20 % haben werden. Bosch investiert in die Brennstoffzellen-Fertigung.

- Toyota sieht große Chancen für die Wasserstoff-Technologie bei Bussen und Lastwagen. Hier ermöglicht Wasserstoff sogar höhere Reichweiten und senkt die Emissionen, Lärmbelästigung und beugt Umweltschäden vor. Bei den olympischen Spielen 2020 sollen bereits 100 Wasserstoff-Busse zum Einsatz kommen.

- Brennstoffzellen benötigen noch teure Metalle wie Platin. Darum sind Wasserstoff-Autos für den Massenmarkt derzeit nur bedingt geeignet.

- Wasserstoff, der aus regenerativen Energien gewonnen wird, ist nahezu 100 % umweltfreundlicher Energieträger.

Meine Einschätzung zum heiß diskutierten Thema Wasserstoff-Auto ist: Eine Wasserstoffgesellschaft wäre theoretisch möglich. Die Energieform Wasserstoff wäre langfristig vermutlich auch der umweltfreundlichste Ansatz, gerade im Vergleich mit der direkten Alternative von Autos, die über Lithium-Ionen-Akkus angetrieben werden und wo der Herstellungsprozess Umweltbelastungen mit sich bringt. Aber: Die Wirtschaftlichkeit spricht dafür, dass Batteriefahrzeuge dominieren werden. Die Entscheidung für eine Wasserstoffgesellschaft müsste politisch getroffen werden. Sie wird sich nicht aus sich allein heraus entwickeln!

Umschichtungen im realen 100.000 € Trendfolge-Depot

Gemäß den Trendstabilitäts-Ranglisten muss Varta das Depot verlassen und Enel wird neu aufgenommen. Enel habe ich über das Discount-Zertifikat mit der WKN DF0A6L zu 7,47 € in Stuttgart gekauft. Das Zertifikat bietet einen Discount von derzeit 8,7 % auf den aktuellen Kurs. Die maximale Rendite liegt bei 20,6 %. Der Nachteil des günstigeren Einstiegskurses ist also quasi die Deckelung der Gewinne nach oben. Für eine ruhige und konservative Trend-Aktie wie Enel ist das ein sehr guter Kompromiss, finde ich. Hier gibt es mehr Infos:

https://www.dzbank-derivate.de/product/detail/index/sin/17252554

Hier ist das Orderbuch meiner Volksbank:

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Scout24, die sich derzeit auf Rang 4 der Gesamtauswahl befindet. Scout24 profitiert als Betreiber von Preisvergleichsplattformen vom eCommerce-Trend. Denn bei der Suche nach preisgünstigen Eigentumswohnungen oder einer neuen Mietwohnung greifen immer mehr Interessenten auf das gut sortierte Angebot von Vergleichsportalen wie Imobilienscout24 zurück. Dabei erhält man dank passender Filtereinstellungen via PC oder Smartphone rasch einen Überblick, welches Objekt den eigenen Bedürfnissen und dem zur Verfügung stehenden Budget in der gewünschten Region am ehesten entspricht. Für Immobilienverkäufer bietet der Marktführer bei Immobilienvergleichsportalen auch passende Maklerangebote zur professionellen Vermittlung der zum Verkauf oder zur Vermietung stehenden Immobilie. Angesichts historisch niedriger Zinsen bleiben Immobilien gefragt, was Immobilienscout24 in Zentral-, Mittel- und Osteuropa hohe Einnahmen im Anzeigengeschäft beschert.

Scout24 schwimmt in Geld und kann angreifen!

Nach dem Verkauf der beiden Vergleichsportale Autoscout24 und Finanzcheck.de an den Finanzinvestor Hellman &Friedman für rund 2,9 Mrd. Euro hat Scout24 genügend Geld in der Kasse, um sein margenstarkes Kerngeschäft mit Immobilienvergleichsportalen weiter auszubauen. Neben einer weiteren Internationalisierung durch Zukäufe im Ausland dürfte Scout24 sein Immobilienvergleichsportal-Angebot durch neue Features attraktiver gestalten, um neue Kunden anzulocken. Hier wären beispielsweise auf Basis von Augmented-Reality-Lösungen Rundgänge zur Besichtigung der Traumimmobilie im virtuellen Raum eine Option, womit sich Kaufinteressenten zeitraubende Wohnungsbesichtigungen ersparen können. Auch die Aktionäre können sich nach dem erfolgten Verkauf der Randgeschäftsbereiche auf eine hohe Sonderausschüttung freuen. Dabei wird aktuell am Markt über eine Sonderdividende in Höhe von rund 1 Mrd. Euro spekuliert. Die Experten von JPMorgan haben vor diesem Hintergrund kürzlich das Kursziel für die Aktie mit 73 Euro bestätigt und die Einstufung auf "Overweight" belassen.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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