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Liebe Leser,

am deutschen Aktienmarkt herrscht bei den meisten Titeln Land unter. Viele Aktien im MDAX, wie Leoni, Dürr oder GEA Group, sehen aus als würden sie gerade zur Schlachtbank geführt. Sie sind im freien Fall. Es gibt wenige Titel, die sich gegen den Baissetrend am breiten Markt dauerhaft zur Wehr setzen können. Eine der wenigen Ausnahmen bilden die Aktien von Online-Geschäftsmodellen wie Delivery Hero, Scout 24, HelloFresh, Home24 oder Rocket Internet. Zu Hellofresh kann ich sogar einen persönlichen Erfahrungsbericht abgeben.

HelloFresh verschickt Kochboxen mit frischen Zutaten und beigelegten Konzepten direkt nach Hause zu den Kunden. Ich fand das immer uninteressant. Ich habe das Geschäftskonzept zwar wahrgenommen und mir war bekannt, dass es HelloFresh gibt, aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, eine solche Kochbox zu bestellen. Meine Frau war mutiger beziehungsweise experimentierfreudiger als ich. Sie hat HelloFresh kurzerhand ausprobiert und einfach einmal ein paar Kochboxen bestellt, und zwar mit den Zutaten und Rezepten für Schweinefilets mit Honig-Thymian-Soße und eine Woche später eine Box mit einem extravaganten Nudel-Risotto. Und dann wurde ich in der Tat gehörig überrascht. Das Essen war gut, es war sogar richtig gut. Ich schmeckte neue Gewürzkombinationen und neue Geschmacksnoten und jetzt bin ich selbst HelloFresh-Fan.

Ich beobachte seit dieser Erfahrung auch die HelloFresh-Aktie täglich. Das Geschäftsmodell hat Spielraum, um nach oben zu skalieren. Das Management steckt viel Geld in Werbung, um schnell Marktanteile zu gewinnen. Das dürfte gewinnen. Wenn die Werbeausgaben in zwei oder drei Jahren zurückgefahren werden können und die Stammkunden regelmäßig bestellen, kann der Gewinn durch die Decke gehen. Das ist zumindest meine These. Als Trendfolge-Trader würde ich bei Hellofresh einsteigen, wenn sie aus ihrer Seitwärtsphase seit dem IPO nach oben ausbricht. Kurse über 14 € wären für mich das entscheidende technische Kaufsignal, um hier mit aufzuspringen.

In den Trendstabilitäts-Ranglisten zum MDAX ist mit Scout24 nun übrigens auch die Aktie eines Online-Anbieters auf Rang 2 vorgerückt. Ich finde diese Entwicklung des gesamten Sektors hochspannend. Es zeigt, dass der eCommerce-Boom in seiner Gesamtheit wohl noch lange nicht am Ende ist, sondern dass bei Themen wie Lebensmitteln oder Möbeln noch große Wachstumspotenziale lauern.

In meinem letzten Blog-Beitrag habe ich auf das Comeback der Ölpreisnotierungen hingewiesen. Die Sanktionsforderungen der USA gegenüber dem Iran haben vor allem bei Ölaktien für ein Aufwärts-Momentum gesorgt. Entsprechend rücken Ölwerte in der Trendstabilitäts-Rangliste immer weiter nach oben. Neben Total ist hier insbesondere auch die Aktie des italienischen Ölmultis ENI zu nennen. Ähnlich wie die Franzosen stockt der italienische Öl- und Erdgaskonzern seine Förderkapazitäten weiter auf, was ENI im 1. Quartal zu einem operativen Gewinnanstieg von knapp 50% verholfen hat. Da die Italiener ihre Kapazitäten bei der Öl- und Erdgasförderung auch im weiteren Jahresverlauf weiter erhöhen, sehen die Experten von RBC Capital weiteres Aufwärtspotential. In einer Studie wurde das Kursziel von 16,50 auf 18,00 Euro angehoben. Interessant ist ENI auch aufgrund seiner stattlichen Dividendenrendite von knapp 5%.

Fazit: Die Märkte sind von politischen Entscheidungen dominiert. Im Handelsstreit der USA mit China könnte schon am Freitag eine neue Zollspirale beginnen. Dann nämlich will die US-Regierung die angekündigten Strafzölle auf chinesische Warenimporte in Kraft setzen. Ich beobachte vor allem die Trends in Branchen, die weitgehend unabhängig von den Zöllen sein dürften. Online-Geschäftsmodelle im Inland bewegen sich hier in einem geschützten Umfeld. Darum macht es durchaus auch Sinn, dass diese Aktien gerade so stark sind.

Viele Grüße
Simon Betschinger


     Systematisch investieren mit unseren Themenwelten

Liebe Leser

die Aktienmärkte kamen in den letzten Tagen heftig unter die Räder. Ursache hierfür ist der Handelsstreit zwischen den USA und China. Wenn weitere Zölle verabschiedet werden, dürften die Aktienmärkte mit weiteren Kursverlusten reagieren. Ich gebe mich hier keinen Illusionen hin, dass es zu Kursgewinnen kommen wird, wenn die beiden wichtigsten Wirtschaftsgebiete der Welt ihren Handel miteinander stark einschränken. Das wird auf die gesamte Weltwirtschaft abstrahlen.

In der FAZ war heute ein aufschlussreicher Artikel über die Handelspraktiken der Chinesen: „EU-Unternehmen klagen über unfairen Wettbewerb in China“. Die Unternehmen beklagen, dass China eine der restriktivsten Volkswirtschaften der Welt sei. Europäischen Firmen ist es fast unmöglich, in China Übernahmen zu tätigen. Im Gegenzug gingen Firmen aus China im Jahr 2017 für eine Rekordsumme von 13,7 Mrd. USD auf Einkaufstour. Die Chinesen kaufen sich systematisch in Zukunftstechnologien ein. Die Bertelsmann-Stiftung fordert von der EU und von Deutschland, sich gegenüber China für einen fairen Wettbewerb einzusetzen. Ich lese diese Zeilen und hoffe jeden Tag, dass sich die Europäer nun der Initiative der Amerikaner für fairen Handel mit China anschließen. Europa und die USA gemeinsam könnten China wohl zu einer Öffnung der eigenen Märkte bewegen. Das wäre langfristig zum Vorteil aller. Solange das nicht passiert, glaube ich, dass sich die Amerikaner gegenüber China abschotten werden. Trump handelt lieber gar nicht, so sagt er, als dass er beim Handel ständig draufzahlt und Nachteile hat.

Es ist ein wenig schade, dass gerade jetzt der Gesamtmarkt so stark unter Druck kommt, denn mit den Werten in meinem 100.000 € Realgeld-Depot bin ich gerade sehr zufrieden. Es sind alles Firmen mit hohem Kurspotenzial. Ich selbst habe auf die Depotzusammenstellung ja keinen Einfluss, liebe Leser. Unser Regelwerk bestimmt, welche Basiswerte ins Depot aufgenommen werden.

Mein Depotwert Norma biete eine spannende Story für Anleger. Denn Norma hat sich mit dem neuen Segment Wassermanagement-Lösungen in einem vielversprechenden Wachstumsmarkt positioniert. Die steigende Weltbevölkerung und das versiegende Grundwasser in vielen heißen Regionen machen den Aufbau einer verlässlichen Wasserversorgung notwendig. Laut einer Studie leiden 3,6 Milliarden Menschen unter Wasserknappheit – ein Trend der sich durch die Urbanisierung in den Emerging Markets in Asien und Afrika weiter verstärken wird. Gut gefällt mir, dass sich Norma mit strategischen Übernahmen, wie zuletzt durch den Kauf des indischen Herstellers Kimplas Piping Systems, gezielt in den Ländern positioniert, die in den kommenden Jahren ihre Infrastruktur rund um die Wasserversorgung aufbauen müssen.

Näher eingehen will ich an dieser Stelle noch auf Infineon. Der Basiswert befindet sich über ein Discount-Zertifikat ebenfalls in meinem Depot. Der Chip-Sektor ist damit in meinem Depot am höchsten gewichtet, was mir sehr gut gefällt. Sie kennen meine Markteinschätzung: Ich gehe davon aus, dass der Chip-Sektor in den kommenden Jahren vor einem neuen goldenen Zeitalter steht. Neue Technologien rund um VR, künstliche Intelligenz oder autonomes Fahren benötigen eine immense Rechenleistung. Das dürfte die Chipnachfrage in den nächsten Monaten exponentiell wachsen lassen. Halbleiterchips von Infineon befinden sich zum Beispiel im neuen Tesla Model 3.

Fazit: Ich bin sehr zufrieden mit den aktuellen Basiswerten im realen 100.000 € Trading-Depot. Schade ist, dass sich am Gesamtmarkt derzeit kein Trend einstellen will. Aber darauf habe ich leider keinen Einfluss. Meine Hoffnung ist, dass die chinesische Regierung sich dazu durchringt, ihren Markt für Firmen aus den USA und Europa zu öffnen. Dann wäre der Handelsstreit schnell vorbei und die Aktienmärkte würden vermutlich sofort durchstarten.

Viele Grüße
Simon Betschinger


     Systematisch investieren mit unseren Themenwelten

Liebe Leser,

diese Handelswoche hat keinen Spaß gemacht. Mein Depot hat die volle politische Breitsalve abbekommen. Die Solarwerte weltweit wurden von der Entscheidung der chinesischen Regierung, die Solarsubventionen zu kürzen, in die Tiefe gerissen. Mein Depotwert Wacker Chemie ist nicht das einzige Opfer. Auch andere Solar-Aktien wie First Solar mussten heftige Kursverluste verzeichnen. Wacker Chemie ist ja eigentlich kein reiner Solarwert, sondern Weltmarktführer für hochreines Polysilicium, das in der Chip- und Halbleiterbranche zum Einsatz kommt. Der Markt spielt hier das Horrorszenario, dass die weltweite Solarproduktion nun deutlich zurückgehen wird und dass Wacker Chemie daher deutlich geringere Mengen an Polysilicium wird absetzen können.

Auch der Gesamtmarkt ist nach dem jüngsten Schlagabtauschen zwischen Trump und Macron unter Druck. Am Wochenende findet der G7-Gipfel statt und wenn es den Parteien dann nicht gelingt, eine Einigung über Handelszölle zu finden, ist nächste Woche mit einer Verschärfung des Handelskonflikts zwischen Europa und den USA zu rechnen. In der sachlichen Beurteilung des Streits sehe ich die Amerikaner im Recht. Europa hat hohe Zölle auf viele Produkte und schottet z.B. den Agrarsektor systematisch vom freien Welthandel ab. Rindfleischimporte müssen mit 69% verzollt werden. Es ist eigentlich verständlich, dass die Amerikaner, die wesentlich geringere Zölle erheben, gegen diese Schutzmaßnahmen der EU nun vorgehen wollen. Ich hoffe, dass es am Wochenende zu einer Einigung kommt. Es sollen doch einfach alle Länder freien Handel miteinander treiben. Dann wäre allen geholfen.

Am Montag ist wieder Umschichtungstermin. Ich werde dann die Trendstabilitäts-Ranglisten überprüfen und mein Depot gemäß dem Regelwerk neu ausrichten. Im Euro Stoxx 50 führen weiterhin ASML und LVMH die Trendstabilitäts-Ranglisten an und im DAX befinden sich die Deutsche Börse AG und die Deutsche Lufthansa weiterhin auf den Positionen 1 und 2 der Trendstabilitäts-Rangliste. Eine Depotänderung wird es darum aller Voraussicht nach nur im MDAX geben. Wacker Chemie ist, es war nicht anders zu erwarten, aus der Top 3 der trendstabilsten Aktien im MDAX herausgefallen. Damit steht die Aktie auf der Verkaufsliste, wenn sich bis Montag nichts Gravierendes ändert. MTU würde basierend auf dem aktuellen Stand neu ins Depot aufrücken.

In den Trendstabilitäts-Ranglisten gibt es gerade nicht so viel Bewegung. In der Gesamtbetrachtung fällt auf, dass mit Grand City Properties nun ein weiterer Immobilienwert, neben TAG Immobilien, in die Top 10 gewandert ist. Ich habe mich vorhin ein wenig über das Unternehmen schlau gemacht. Der MDAX-Konzern hat sich auf Immobilien in A- und B-Lagen spezialisiert und ist vor allem in Ballungsgebieten in NRW sowie in Berlin präsent. Dabei spezialisiert sich die Firma auf den Ankauf sanierungsbedürftiger Objekte. Diese werden instandgesetzt und danach entweder vermietet oder weiterverkauft. Ein kluges Geschäftsmodell, das noch höhere Renditen ermöglicht, als der Kauf von Neubauten. Die Experten der Citigroup glauben an das Geschäftsmodell von Grand City Properties und haben das Kursziel von 31,17 Euro und die Einstufung "Buy" jüngst bestätigt.  

Fazit: Am Montag ist Umschichtungstermin. Wacker Chemie wird voraussichtlich durch einen neuen Basiswert ersetzt. Nach aktuellem Stand deutet die Rangliste darauf hin, dass MTU neu ins Depot wandern wird.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

heute möchte ich diese Eingangszeilen nutzen, um ein wenig zu jammern. Ich vertrete ja die Meinung, dass Emotionen für Trader wichtig sind, um Erfahrungswerte zu bilden und um vergangenen Situationen eine klare emotionale Färbung zu geben. Das hat Vorteile. Sie kennen das ja: An emotionale Situationen und Erlebnisse erinnert man sich teilweise noch nach Jahren oder gar Jahrzehnten. Und gerade als Trader profitiere ich stark davon, wenn ich für aktuelle Börsenentwicklungen auf historische Referenzsituationen zurückblicken kann. Wichtig ist lediglich, dass ich als Trader meine Käufe und Verkäufe nicht von Emotionen beeinflussen lasse. Im Falle meines realen 100.000 € Trendfolge-Depots ist das gar kein Problem, denn jede Kauf- und Verkaufsentscheidung folgt unserem Regelwerk.

Worum geht es? Mein Depotwert Wacker Chemie kam in den letzten Tagen stark unter die Räder. Auslöser für die Kursverluste waren die Pläne der chinesischen Regierung, den Ausbau der Solarkapazitäten deutlich zu verlangsamen. Konkret ist vorgesehen, die Einspeisevergütungen auf Solarstrom deutlich abzusenken. Die Privatbank Hauck & Aufhäuser fand dafür klare Worte. China habe den weltweiten Photovoltaik-Markt „erschüttert“, schreiben die Analysten. Dieser Schritt der chinesischen Regierung sei völlig überraschend gewesen. An einer Kaufempfehlung hält Hauck & Aushäuser aber weiter fest. Lediglich das Kursziel wurde von 175 und 169 Euro gesenkt.

Hätte ich diese Schockmeldung im Depot vermeiden können? Die Antwort ist ein klares Nein. Es war einfach Pech. Mein Trendfolge-Depot wird komplett regelbasiert geführt. Die Trendstabilität bei Aktien deutet eher auf gute, fundamentale Entwicklungen hin. Aber wenn die chinesische Regierung einfach von heute auf morgen ihre Politik ändert, bin ich komplett machtlos.

Der Einbruch der Wacker Chemie Aktie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem es bei meinem realen 100.000 € Trendfolge-Depot eigentlich ganz gut läuft. Der Chip-Ausrüster ASML ist 6% in die Gewinnzone gelaufen und der Aufwärtstrend macht auch mich einen stabilen und gesunden Eindruck. Ich persönlich rechne hier mit weiteren Kursanstiegen. Mein Mini-Future auf die Deutsche Börse AG ist aktuell 11% im Plus und mein Turbo Long auf TAG Immobilien kann ebenfalls Kursgewinne von knapp 14% vorweisen. Es wäre also ein richtig schöner Lauf für mein Depot geworden, wenn nicht diese Schocknachrichten aus China meinen Wacker Chemie Trade abgeschossen hätten. So, jetzt aber genug gejammert!

Unter Druck geraten war zuletzt mein Depotwert Lufthansa. Die Nachrichtenlage zumindest verspricht jetzt Besserung. Die Aktie musste, so sagen die meisten Marktkommentatoren, aufgrund einer Abschwächung der Ticketpreise Federn lassen. Die kürzlich von Lufthansa-Chef Carsten Spohr gemachten Äußerungen über die bevorstehende Sommersaison könnten das Bild bald wieder aufhellen. So stellte der Lufthansa-CEO für die wichtige Urlaubssaison wieder steigende Ticket-Preise in Aussicht, wobei er gleichzeitig von einer Rekordauslastung der Flotte ausgeht. Entsprechend positiv meldeten sich zuletzt auch die Analysten der Commerzbank zur Aktie der Lufthansa zu Wort. Demnach gehen die Experten davon aus, dass die Lufthansa ihr Jahresziel von 3 Mrd. Euro beim operativen Gewinn voraussichtlich wird übertreffen können. Entsprechend wurde die Einstufung mit "Buy" und einem Kursziel von 32 Euro bestätigt.

Fazit: Die letzten Handelstage waren wegen Wacker Chemie bitter. Die China-Nachrichten verhinderten einen schönen Bullenlauf in meinem Depot. Ich muss ehrlich zugeben, dass das meine Stimmung auch etwas belastet hat. Aber solche externen Negativnachrichten kann man im Vorfeld nicht verhindern. Wir Trader sind hier ein Spielball der großen Politik und alle 2 oder 3 Jahre trifft es halt auch das eigene Depot.

Viele Grüße
Simon Betschinger


     Systematisch investieren mit unseren Themenwelten

Liebe Trader,

ich habe ja Ökonomie studiert. An der schönen Universität in Konstanz. Diplom Volkswirt steht auf meiner Abschluss-Urkunde. Die Zunft der Ökonomen genießt heutzutage keinen guten Ruf, was daran liegt, dass es einfach zu viele modellvernarrte Vertreter unserer Berufsgruppe gibt, die sich in Diskussionen abseits der Wirklichkeit verstricken. Das ist die eine Seite der Wahrheit. Die andere Seite der Wahrheit ist, dass bei den großen ökonomischen Fragestellungen in Europa, wo bestimmt mehr als 90 % aller Ökonomen der gleichen Meinung waren, es besser gewesen wäre, auf uns Wirtschaftsexperten zu hören. Die Euro-Rettungspolitik ist hierfür das richtige Stichwort.

Es kann dauerhaft nicht gut gehen, wenn man die in den europäischen Gründungsverträgen formulierten Verbote der Schuldenhaftung zwischen europäischen Staaten und der Staatsfinanzierung über die EZB-Druckerpresse umgeht, sagen wir Ökonomen. Wir machen das trotzdem, sagen die meisten Politiker.

Seit etwa 2 Wochen  lese ich bei meiner morgendlichen Zeitungs-Lektüre wieder täglich über die neu aufziehende Schuldenkrise in Italien. Und irgendwie habe ich eine dumpfe Vorahnung wie es ausgehen wird. Die EZB und andere europäische Staaten werden irgendwann für die italienischen Staatsanleihen geradestehen.

Der DAX ist seit einigen Tagen wegen der Italien-Krise stark unter Druck. So richtig bärisch werde ich deswegen aber nicht. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die nächste große EZB-Intervention angekündigt wird, um die Renditen italienischer Staatsanleihen wieder zu senken, bin ich mir sicher.

Mein reales 100.000 € Trendfolge-Depot hat während der Turbulenzen nun etwa 1 % an Wert verloren. TAG Immobilien hält sich stabil. Die Immobilienbranche und die Aktien aus dem Sektor bewegen sich weiterhin in einer Art Sonderkonjunktur. Die meisten Anleger setzen wohl insgeheim darauf, dass es irgendwann in den nächsten Jahren zu gigantischen Neubau-Programmen kommen muss und für die gesamte Branche dann neue Geschäftsperspektiven entstehen. Unter Druck sind meine Positionen in der Aktie von Wacker Chemie und der Deutschen Börse AG.

Bei der Aktie der Deutschen Börse gefällt mir das Marktverhalten. Sie zeigt Stärke gegenüber dem Markt. Das hängt natürlich auch mit der aktuellen Nachrichtenlage zusammen. Der neue CEO Theodor Weimer will den Börsenbetreiber wieder auf den Wachstumspfad bringen und setzt seine Strategie konsequent um. Gut ins Bild passt dabei die Übernahme der US-Handelsplattform GTX ECN für 100 Mio. USD, mit der man seine Position im außerbörslichen Devisenhandel ausbaut. Auch bei der Optimierung der Kostenbasis kommt man gut mit dem kürzlich angekündigten Abbau von rund 300 Stellen und weiteren Einsparungen und Optimierungen durch die gestartete Digitalisierungs-Offensive gut voran. Entsprechend optimistisch zeigten sich zuletzt die Experten der Commerzbank, wobei die Aktie von "Hold" auf "Buy" aufgestuft, und das Kursziel deutlich von 95 auf 125 Euro erhöht wurde.

Ein Wert, der mir bei meinem wöchentlichen Screening nach trendstabilen Aktien positiv aufgefallen ist, ist MTU, zumal sich die Aktie mit einem Trendstabilitätswert von 7,5 auf Rang 3 im MDAX vorgearbeitet hat. Die Story bei MTU bleibt die anziehende Nachfrage bei Passagiermaschinen, was das Geschäft des Triebwerksherstellers in den kommenden Jahren weiter beflügeln dürfte. Denn bis 2030 sehen Experten Bedarf für 41.000 neue Flugzeuge. Hier kann sich MTU mit seinen spritsparenden Triebwerkslösungen gute Chancen auf Volumenaufträge der beiden Großkunden Airbus und Boeing ausrechnen. Die aktuelle Schwäche des Euro gegenüber dem US-Dollar sorgt kurzfristig ebenfalls für Rückenwind, da Orders aus der Flugzeugindustrie in US-Dollar fakturiert werden.

Viele Grüße
Simon Betschinger


     Systematisch investieren mit unseren Themenwelten

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