Besser Traden mit System - Der Blog

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Liebe Trader,

ich bin Optimist. Durch und durch. Als Unternehmer bleibt einem vermutlich auch gar nichts anderes übrig. Wenn es ein Problem gibt, überlege ich mir eine Lösung. Und ich suche natürlich auch gezielt nach Informationen wie eine solche Lösung aussehen könnte. Wir werden vermutlich noch im April das wirtschaftliche Leben wieder aufnehmen können. Wie das funktionieren kann, wird in immer mehr Ländern erarbeitet und in Südkorea, Japan oder Taiwan bereits erfolgreich praktiziert.

- Menschen halten Abstand voneinander.
- Menschen achten auf Handhygiene und Desinfektion.
- Über Apps können wir prüfen, ob wir Infizierten begegnet sind.
- Regelmäßig durchgeführte Schnelltests helfen, Infizierte schnell zu erkennen und zu isolieren.

Ich bin auch jemand, der ein unerschütterliches Vertrauen in die Fähigkeiten der Menschheit hat, Probleme zu lösen. Unternehmen auf der ganzen Welt haben ihre Produktion und ihre Produkte angepasst. Es ist doch großartig wie gut unsere Marktwirtschaft funktioniert und ich bin beeindruckt welche Massen an Gütern die Lebensmittelindustrie in so kurzer Zeit bereitstellen kann.

Die verfügbaren Schnelltests steigen gerade rapide an. Abbott aus den USA hat am Samstag einen neuen COVID-19-Schnelltest vorgestellt, der positive Ergebnisse in 5 Minuten und negative Ergebnisse in 13 Minuten liefert. Die FDA hat die Zulassung im Schnellverfahren erteilt. Abott startet die Produktion bereits diese Woche und will monatlich 5 Millionen Tests herstellen.

Expertenaussagen von Virologen wie Hendrik Streeck machen Mut

Gestern schaute ich die Talk-Show von Markus Lanz an. Der Virologe und Professor Hendrik Streeck war zu Gast. Er führt gerade Studien über die Ausbreitungswege des Virus durch. Er ist derzeit der Meinung, dass COVID-19 über Oberflächen etc. kaum ansteckend ist. Es kommt bevorzugt dann zu einer Ansteckung, wenn Menschen für längere Zeit eng beieinander sind. Zum Beispiel in Clubs oder bei den After-Ski-Partys in Ischgl, wo offenbar die Infektionswelle ihren Ursprung genommen hat.

Diese Erkenntnisse würden erklären warum in Südkorea und Japan mit von Anfang an praktiziertem Social Distancing die Epidemie sehr schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte. Und die Aussagen von Professor Streeck lassen vermuten, dass sich die Lage in Deutschland nun sehr schnell entspannen wird, denn meiner Beobachtung nach halten sich nahezu alle Menschen an die Kontaktverbote.

Angst führt dazu, dass Kontaktverbote eingehalten werden

Politiker haben es nicht leicht in diesen Tagen. Die Strategie der Kontaktverbote, um COVID-19 einzudämmen, wird umso erfolgreicher sein, je mehr Angst die Menschen vor dem Virus haben. Wenn das Virus von dem Großteil der Bevölkerung auf die leichte Schulter genommen wird, beachtet niemand die empfohlenen Verhaltensregeln. Wer hingegen Angst vor einer Ansteckung hat, wird vorsichtig. Die Evolution hat uns dieses Gefühl der Angst nicht umsonst mitgegeben. Wenn wir sie spüren, ändern wir unser Verhalten.

Mein ganzes bullisches Szenario stützt sich letzten Endes auf folgende Annahme

Ich setze darauf, dass die weltweit verhängten Kontaktverbote und Ausgangssperren wirksam sein werden. Darum gehe ich davon aus, dass die Neuinfektionen in Europa in den kommenden Tagen eine Entspannung signalisieren werden. Darum gehe ich davon aus, dass der DAX seine Tiefs bereits gesehen hat. Darum schau ich mir jeden Tag die neuesten Statistiken an.

Quelle: https://www.worldometers.info/coronavirus/country/germany/

Wenn die in ganz Europa verhängten Kontaktverbote nun keine deutliche Besserung bringen sollten, dann bin ich ehrlich gesagt mit meinem Latein am Ende.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

es gibt nun klare Vorstellungen davon wie unser Leben in zwei Monaten aussehen kann: Menschen unter 50 Jahren gehen unter strengen hygienischen Schutzmaßnahmen zur Arbeit. Atemschutzmasken werden in der Öffentlichkeit Pflicht. Corona-Schnelltests werden wöchentlich auch stichprobenmäßig durchgeführt. In Japan und Südkorea hat sich das Leben so bereits wieder relativ gut eingependelt.

Ein Manager, der bei Bosch arbeitet, hat zu mir gesagt: „Unternehmen, die zwei Weltkriege überstanden haben, werden nun von einem Virus zerstört, wenn wir nicht aufpassen.“ Ja, wir müssen aufpassen, denn das weltweite Rennen um Marktanteile hat nicht gestoppt. In China, Japan und Südkorea laufen die Fabriken schon wieder großteils.

Ich hoffe, dass sich nächste Woche die politische Diskussion darum drehen wird wie das wirtschaftliche Leben wieder hochgefahren werden kann.

Sartorius ist eine trendstabile Aktie aus der Medizintechnik-Branche

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Sartorius, die sich derzeit auf Rang 4 der Gesamtauswahl befindet. Der Göttinger Labortechnikspezialist ist dank seiner technologischen Expertise und der breit diversifizierten Produktpalette ein gefragter Partner bei der Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe. Dies gilt vor allem bei der Suche nach einem geeigneten Impfstoff gegen das Coronavirus, an dem derzeit weltweit fieberhaft geforscht wird. Hier liefert Sartorius mit Zellkulturmedien, komplexen Analysegeräten, Bioreaktoren, Filtersystemen und Analytik-Software das passende Equipment, das für die Entwicklung moderner Impfstoffe benötigt wird. Die Zeit drängt, da sich das Coronavirus trotz weitreichender Quarantänemaßnahmen in vielen Ländern immer schneller ausbreitet und mittlerweile weltweit bereits mehrere tausend Todesopfer gefordert hat. Entsprechend eng arbeitet Sartorius derzeit mit vielen Pharma- und Biotechunternehmen intensiv zusammen, um diese bei der Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs gegen die neuartige Lungenerkrankung zu unterstützen.

Die Laborausrüstung von Sartorius kommt beim Kampf gegen „Corona“ zum Einsatz

Der aktuelle Wettlauf um einen geeigneten Impfstoff bzw. um ein wirksames Medikament gegen das Coronavirus zeigt, welche bedeutende Rolle modernes Labor- und Analytik-Equipment bei der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden für schwerwiegende Erkrankungen spielt. Sartorius hat es dank hoher Forschungsausgaben und gezielten Übernahmen verstanden, sich in diesem Zukunftsmarkt eine führende Marktposition aufzubauen. Frische Impulse verspricht die Übernahme der Life Sciences-Sparte des US-Mischkonzerns Danaher, die nach der Genehmigung der US-Behörden noch im ersten Halbjahr abgeschlossen sein dürfte. Damit erhält Sartorius Zugriff auf verschiedene Labor- und Bioprozess-Technologien, die nicht nur das bestehende Portfolio im Bereich Labortechnik, sondern auch den zweiten Kerngeschäftsbereich Bioprozess-Solutions passend ergänzen. In diesem Segment produziert Sartorius Verbrauchsmaterialien und Equipment zur Produktion so genannter Biopharmaka, einem Marktsegment, dem Experten vom Absolute Markets Inside bis 2027 jährliche Zuwachsraten von 16% zutrauen.

Operativ läuft es hervorragend

Auch operativ läuft es bei Sartorius dank der starken Entwicklung in den beiden Kerngeschäftsfeldern trotz Beeinträchtigungen durch das Coronavirus in der Zulieferkette rund. Nach einem soliden Umsatz- und Ergebnisanstieg im Jahr 2019 peilt man für das laufende Fiskaljahr ein wechselkursbereinigtes Umsatzwachstum von 10 bis 13% an, während die operative Marge von 27,1 auf 27,5% verbessert werden soll. Mittelfristig sieht sich Sartorius auf Kurs, um seine Umsatzerlöse bis 2025 von zuletzt rund 2 Mrd. Euro auf rund 4 Mrd. Euro zu verdoppeln und dabei die operative Marge auf mehr als 28% zu heben. Die Experten von Warburg Research haben zuletzt die Einstufung von "Hold" auf "Buy" angehoben und ein Kursziel von 235 Euro vergeben.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

gestern habe ich eine ausführliche Einschätzung zum Aktienmarkt veröffentlicht und darin die Einschätzung geäußert, dass der Aktienmarkt bereits in den kommenden beiden Wochen, also bis zum 03. April 2020 seine Tiefs bildet. Das möchte ich heute noch ausführlicher begründen. Es gibt zwei plausible Wendeszenarien, die in diesem Zeitraum aktiviert werden können:

Wende-Szenario 1: Peak-Corona
Die Aktienmärkte drehen nach oben, wenn die Infektionswelle in Europa ihren Höhepunkt erreicht hat! China, Taiwan, Südkorea und Singapur haben die Corona-Epidemie bereits in den Griff bekommen. Die Neuinfektionszahlen sinken. Ausgehend von diesem Zustand aus, können nun Maßnahmen ergriffen werden, um das wirtschaftliche Leben wieder zu aktivieren.

In Italien wird ein Höhepunkt der Infektionswelle an diesem Wochenende erwartet. In Spanien in den kommenden 10 Tagen. Die verhängten Ausgangssperren werden ihre Wirkung entfalten.

Im März 2009 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise drehten die Märkte nicht etwa nach oben als wieder alles gut war, sondern bereits als das Licht am Ende des Tunnels zu sehen war. Damals im März 2009 meldeten amerikanischen Großbanken, dass sie wieder Gewinne schreiben und ihre Lage stabilisiert haben. Das markierte den Wendepunkt.

Sobald Peak-Corona erreicht wurde, schwindet die Unsicherheit und eine unkalkulierbare Situation wandelt sich in eine von Menschen kalkulierbare Situation. Es kann dann wieder geplant werden wie die wirtschaftliche Aktivität nach oben gefahren wird. Beispiel: BMW schließt für einen Monat die Werke. Diese Meldungen hören sich einerseits schrecklich an, aber andererseits macht sie den wirtschaftlichen Schaden endlich berechenbar, man kann damit umgehen. Ich gehe fest davon aus, dass nach einem Monat die Produktion wieder anläuft.

Wende-Szenario 2: Medikament gegen das Corona-Virus

Gilead Sciences will Ende des Monats noch melden, ob das Medikament Remdesivir die Sterblichkeitsrate des Corona-Virus deutlich verringert. Wie Bloomberg berichtete, sind erste Tests mit älteren Patienten bereits sehr vielversprechend gelaufen. Wenn Ende März die offizielle Meldung kommt, dass es ein Medikament gibt, das die Sterblichkeitsraten deutlich verringert, dann nimmt das dem Corona-Virus den Schrecken und reduziert das Problem auf den Verlauf der uns seit Jahren bekannten Grippe-Welle.  

Wir stehen vor der Asset-Price-Inflation 2.0

Die Staaten weltweit schrauben jetzt ihre Staatsverschuldung nach oben, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Länder wie Italien oder Frankreich haben diesen fiskalpolitischen Spielraum eigentlich nicht. Sie werden Anleihen ausgeben und die Notenbanken werden Anleihen aufkaufen. Wir stehen vor einer großen Monetarisierungswelle der Staatsschulden. Das ist dann gleichzeitig der neue Nährboden für eine neue Boomphase.

Fazit: Ich denke, dass Peak-Corona in Europa und in Asien in den nächsten beiden Wochen erreicht wird und dass die Aktienmärkte dann nach oben drehen werden. Die Wirtschaft wird von den Staaten gestützt. Die Notenbanken werden einen Teil der Staatsschulden monetarisieren. Die größte Unsicherheitskomponente für dieses Szenario sehe ich derzeit noch in einer unkontrollierten Verbreitung des Corona-Virus in den USA.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Disclaimer: Diese Text stellt eine persönliche Einschätzung von Simon Betschinger dar. Es ist ein journalistischer Text, der nicht zur Anlageberatung geeignet ist. Simon Betschinger gibt zudem anderen Menschen keine Empfehlungen. Er äußert lediglich seine eigene Meinung.

Liebe Leser,

wenn man historische Chartverläufe des Aktienmarktes betrachtet, dann sieht es so einfach aus: In der Krise muss man kaufen. Bislang erreichten die Aktienmärkte in den kapitalistischen Ländern früher oder später immer neue Hochs. Das verstehen selbst Anfänger sofort. Doch wenn wir uns in der Krise befinden, wie jetzt, dann ist es auf einmal vorbei mit der Einfachheit.

Das Vertrauen an eine bessere Zukunft schwindet

Es ist das Wesen der Krise, dass das Vertrauen in das gesamte System erodiert. Plötzlich kann man sich nicht mehr vorstellen, dass sich die Lage wieder normalisieren wird. Während der Finanzkrise stellten die Medien den Kapitalismus auf den Prüfstand. In diesen Tagen wird bezweifelt, dass die globalisierte Welt in gleichem Umfang wie bisher Bestand haben wird.

Meine Einschätzung ist, dass der Corona-Spuk in einem Jahr vorbei sein wird und dass die Gesundheitssysteme gestärkt aus den Erfahrungen mit Covid-19 hervorgehen werden. Die Sterblichkeitsrate von Covid-19 ist relativ harmlos im Vergleich mit anderen, fatalen Viruserkrankungen, wie zum Beispiel Ebola, das auf Sterblichkeitsraten von bis zu 90 % kommt. Die Menschheit wird langfristig von den Erfahrungen von Covid-19 profitieren und ist dann gut darauf vorbereitet, wenn einmal eine Epidemie mit einem wesentlichen schlimmeren Virus ausbricht.

Wie kann sich wieder alles normalisieren? Mehrere Szenarien sind denkbar:

a) Menschen, die mit Covid-19 infiziert wurden, entwickeln eine Immunität. Das sagen die meisten Expertenstimmen, die ich verfolge. Virologen sagen, dass das Virus nur sehr schwer mutieren kann. Die Anzahl der Menschen, deren Immunsystem mit dem Virus zurechtkommt, steigt gerade exponentiell an.

b) Es gibt nun doch Hinweise darauf, dass Covid-19 eine gewisse Klimaabhängigkeit besitzt. Die Verbreitungs-Spots entstanden bei Temperaturen zwischen 5 und 11 Grad und bei einer Luftfeuchtigkeit zwischen 47 und 79 Prozent. Das ist zum Beispiel das Ergebnis einer Studie der „University of Maryland“. Ja, und ich habe tatsächlich nach dem Wetter in Teheran im Iran gegoogelt, um diese These zu bestätigen. Der anbrechende Sommer würde uns tendenziell helfen, so wie es derzeit aussieht.

c) Die Menschen lernen mit der Gefahr von Virus-Infektionen besser umzugehen und schützen sich gegenseitig mit Atemmasken und Desinfektionsmaßnahmen vor der Ansteckung. So wird die Verbreitungsgeschwindigkeit deutlich verlangsamt.

d) Es wird ab 2021 Impfstoffe geben. Es forschen so viele Pharma- und Biotechfirmen an einem Impfstoff, dass ein Erfolg sehr wahrscheinlich ist.

e) Es kommen Medikamente auf den Markt, die die schweren Verläufe deutlich reduzieren. Remdisivir von Gilead Sciences ist ein vielversprechendes Arzneimittel, für das schon Ende März die Ergebnisse der beschleunigten, klinischen Studie erwartet werden. Remdesivir wurde zum Einsatz gegen Ebola- und Marburgvirusinfektionen entwickelt. Erste Medienberichte sprechen davon, dass über 70-jährige Corona-Virus-Patienten mit der Behandlung von Remdesivir stabilisiert werden konnten.

Was Cash hat, ist König. Wer investiert ist, sollte nicht die Nerven verlieren

Ich unterscheide an der Börse zwischen den Disziplinen Trading und Investieren. In meinen Investment-Depots bin ich zu 80 % investiert. Sobald ich mich dazu entscheide, an den Aktienmärkten mit einem Depot als Investor zu agieren, weiß ich, dass es irgendwann im Verlaufe meiner Investoren-Laufbahn zu einem heftigen Markteinbruch kommen wird. Diese Crashphasen gab es an der Börse schon immer. Im Schnitt kracht es alle 9 Jahre. Ein Bullenmarkt bringt im durchschnittlich 480 % Gewinn. Ein Bärenmarkt führt zu Verlusten von durchschnittlich -41 %. Als Investor akzeptiere ich das Bärenmarkt-Risiko, weil ich langfristig in den Genuss der Renditen eines Bullenmarktes kommen möchte. Ich verkaufe nicht in Krisen, denn ich muss fest davon ausgehen, dass es sie gibt und dass ich sie vorab nicht vorhersagen kann.

Wer hohe Cashbestände hält, kann sich glücklich schätzen. Warren Buffett sagt, dass man als Investor ein Grundvertrauen in das Funktionieren der Marktwirtschaft und in die Menschheit benötigt. Wer auf Cashbeständen sitzt und dieses Grundvertrauen hat, kann nun mit Käufen von Qualitätsaktien beginnen. Aus meiner Sicht sprichts nichts dagegen.

Supermärkte werden Infektionszentren: Der Umgang mit der Krise ist grotesk!

Es ist mittlerweile klar, dass ältere Menschen ab 60 Jahren zur Hauptrisikogruppe des Corona-Virus zählen. Meine Eltern gehören auch dazu. Es ist wichtig, dass wir ältere Menschen schützen und ihnen dabei helfen, sich zu isolieren. Wenn ich meine Eltern besuche, treffen wir uns im Freien und ich halte 2 Meter Abstand. Supermarkteinkäufe stelle ich vor die Tür. Es ist machbar.

Das Krisenmanagement in Deutschland empfinde ich als grotesk. Insgesamt findet keine Isolation statt. Ich verstehe nicht wie die Verbreitung des Virus maßgeblich verlangsamt werden soll, wenn die Menschen in den Supermärkten dicht an dicht stehen. Keiner trägt Atemschutzmasken, um seine Mitmenschen zu schützen. Die Einkaufswägen werden nicht desinfiziert. Jeder fasst sie an. In den Supermärkten der Nation stecken sich wohl in diesen Tagen die meisten Menschen an.

Wenn die Wirtschaft kollabiert, entstehen unkalkulierbare Risiken

2009 während der Finanzkrise verzeichnete das BIP in Deutschland einen Rückgang von 5 %. Wenn die gegenwärtige Politik des öffentlichen Shutdowns fortgesetzt wird, dann wird der Rückgang der Wirtschaftsleistung weit drastischer sein. Gastronomen, Veranstalter, Hoteliers und Einzelhändler stehen vor dem finanziellen Ruin. Das darf nicht passieren. Die langfristigen Folgen einer Weltwirtschaftskrise wie in den 1929/30er Jahren wären unkalkulierbar. Damals radikalisierten sich die politischen Kräfte und das Ergebnis ist bekannt. Es mündete im zweiten Weltkrieg.

Wirtschaftliche Stabilität ist darum wichtig, auch wenn es herzlos klingt.

In der heutigen Zeit verlaufen fast alle Debatten hitzig und es wird sofort die moralische Keule geschwungen, wenn man über das große Ganze und nicht über einzelne Opfer spricht. Manchmal scheint es so, dass die einzige gesellschaftlich akzeptierte Diskussionsthese die Fokussierung auf Einzelschicksale ist. Ich denke aber, dass die Politik schon in ein oder zwei Wochen Entscheidungen treffen muss, die auf das große Ganze und die Stabilisierung der Wirtschaft abzielen.

Ich plädiere dafür, das öffentliche Leben für Nichtrisikogruppen wieder aufzunehmen

Angesichts der Erfahrungen aus den Supermärkten, wo neue Infektionszentren entstehen, komme ich zu folgender Schlussfolgerung: Gesunde Menschen unter 50 Jahren sollten ihr alltägliches Leben wieder aufnehmen, um zu verhindern, dass die gesamte Wirtschaft kollabiert.  Die Statistiken zu Covid-19 geben eine solche Entscheidung her.

Die Berichte aus Singapur, Taiwan oder mittlerweile auch China sind sehr ermutigend. Dort geht das öffentliche Leben mit der entsprechenden Vorsicht weiter. Wo viele Menschen sind, werden Atemschutzmasken getragen und Arbeitsflächen und andere Dinge, die häufig berührt werden, werden regelmäßig desinfiziert. Wenn möglich arbeiten die Menschen vom Home-Office aus.

In den nächsten zwei Wochen werden die Aktienmärkte meiner Einschätzung nach ihre Tiefs bilden

Langfristig können wir davon ausgehen, dass die Menschen das Covid-19-Problem in den Griff bekommen werden. Für die kurze Sicht bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass die Politik Maßnahmen treffen wird, die auf eine Fortsetzung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens für Nichtrisikogruppen abzielen. China gibt uns eine Blaupause. Zuerst wurden in China die Fabriken komplett abgeriegelt. Dann wurden die Arbeiter wieder in die Fabriken geschickt, unter Einhaltung strenger hygienischer Maßnahmen.

Sehr ermutigende Nachrichten kommen auch aus Taiwan. Das Land hat 23 Millionen Einwohner. 2019 reisten rund 2,7 Chinesen vom chinesischen Festland nach Taiwan. Es findet ein reger Flugverkehr zwischen China und Taiwan statt. Nach der SARS-Epidemie im Jahr 2003 hat Taiwan ein ausgefeiltes System entwickelt, um Epidemien schnell in den Griff zu bekommen. Mit Hilfe von Big Data werden Risikopersonen identifiziert und ab einer gewissen Risikoklassifizierung sofort in die häusliche Quarantäne entsendet. Obwohl ein reger Reiseverkehr zwischen Taiwan und China stattfindet, gab es bislang in Taiwan nur einen Corona-Virus-Toten.

Fazit: Das Virus Covid-19 ist beherrschbar. Ich bin der Überzeugung, dass sich erstens in der Politik die richtigen Vorgehensweisen sehr schnell durchsetzen werden und dass zweitens an den Aktienmärkten dann wieder Zuversicht einkehrt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Disclaimer: Dieser Text stellt eine persönliche Einschätzung von Simon Betschinger dar. Es ist ein journalistischer Text, der nicht zur Anlageberatung geeignet ist. Simon Betschinger gibt zudem anderen Menschen keine Empfehlungen. Er äußert lediglich seine eigene Meinung.

Liebe Trendfolge-Trader,

dass Anfang 2020 ein schwarzer Schwan mein Trendfolge-Depot derart unter Druck bringt, ist ein Zufallsereignis, das ich nicht kontrollieren kann. Dass sich in meinem Depot, das 100% regelbasiert geführt wird, mit CTS Eventim und MTU Aero Engines zwei Branchenvertreter befinden, die am stärksten überhaupt von dem Coronavirus betroffen sind, ist schlichtweg Pech. CTS Eventim leidet als Veranstalter großer Live-Events unter der Absage vieler Veranstaltungen und MTU Aero Engines wird von Investoren mit der restlichen Luftfahrtindustrie in Sippenhaft genommen.

CTS Eventim ist mein Favorit für die Schnäppchenjagd

Letzte Woche beim Lesen der schwäbischen Zeitung bin auf einen Artikel über einen regionalen Konzertveranstalter gestoßen, der nun wegen Corona vor der Insolvenz steht. Die Absage von Veranstaltungen können sich kleinere Veranstalter meist nicht leisten. Die Kapiteldecken sind dünn.

CTS Eventim als Gigant in der Branche für Live Entertainment und Ticketing wird langfristig von der Marktbereinigung profitieren, die das Coronavirus auslöst.

Kurzfristig gehört die Aktie von CTS Eventim allerdings zu den größten Verlierern der Corona-Krise. Abgesagte Veranstaltungen und eine Zurückhaltung der Menschen, Großveranstaltungen zu besuchen, werden das Ergebnis in den ersten beiden Quartalen 2020 wohl deutlich unter Druck bringen.

Ich finde das Spannungsverhältnis für die Aktie unheimlich interessant und wenn CTS Eventim nach schlechten Quartalsergebnissen abgestraft wird, würde ich als Investor beherzt zugreifen.

Pech ist, dass sich CTS Eventim schon jetzt in meinem regelbasierten 100.000 € Trendfolge-Depot als Trading-Position befindet. Das Regelwerk hat Corona einfach nicht kommen sehen. Ein schwarzer Schwan eben – danke an den Philosophen Nassim Nicholas Taleb für dieses wunderbare Gedankenkonstrukt.

Iberdrola ist die trendstabilste Aktie am Markt!

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Iberdrola, die sich aktuell auf Rang 1 der Gesamtauswahl befindet. Der spanische Energieversorger konnte im abgelaufenen Fiskaljahr erneut mit einem sehr starken Ergebnis aufwarten und toppte mit einem Anstieg von 13% auf 3,41 Mrd. Euro beim Nettoergebnis die Analystenerwartungen. Neben höheren Stromabsätzen in Kernmärkten wie Spanien, Mexiko und Großbritannien trug vor allem das Netzwerksegment maßgeblich zur besser als erwarteten Ergebnisentwicklung bei. Dank milliardenschwerer Investitionen in die Modernisierung und den Ausbau der Stromversorgungs-Infrastruktur konnte Iberdrola in wichtigen Kernmärkten wie Brasilien und Großbritannien deutlich höhere Netzentgelte durchsetzen. Etwas schwächer präsentierte sich hingegen die Entwicklung bei den Erneuerbaren Energien. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen und geringe Niederschläge sorgten für eine deutlich rückläufige Stromerzeugung bei den heimischen Wasserkraftwerken, was durch die höheren Erzeugerkapazitäten im Windenergiesegment nicht vollständig kompensiert werden konnte.

Iberdrola setzt auf erneuerbare Energien

Da sich mit Ökostrom deutlich höhere Margen als mit konventioneller Energie erzielen lassen, will Iberdrola den Ausbau der Erneuerbaren Energien in den kommenden Jahren massiv vorantreiben. Dabei will Iberdrola bis Ende 2022 neue Wind- und Solarenergie-Parks mit einer Erzeugerkapazität von mehr als 9,9 Gigawatt ans Netz bringen. Im Rahmen des Ende 2019 überarbeiteten Investitions- und Wachstumsprogramms mit einem Gesamtvolumen von rund 34 Mrd. Euro sind neben milliardenschweren Investitionen in die Erschließung neuer Märkte und die Modernisierung der Netzinfrastruktur mehr als 13 Mrd. Euro für den Ausbau der Ökostromkapazitäten vorgesehen. Dies wird sich mittelfristig für Iberdrola auszahlen, da man zum Einen im Netzgeschäft höhere Gebühren durchsetzen kann und der Anteil des margenstarken Ökostromsegments von derzeit 40 auf 60% steigt.

Dividendenrendite beträgt 3,5%

Von den guten Aussichten im operativen Geschäft werden auch die Aktionäre profitieren. So wurde neben einer Dividendenanhebung von 28 auf auf 40 Cent je Aktie auch ein Aktienrückkaufprogramm über 1,57 Mrd. Euro angekündigt. Die Dividendenrendite beträgt damit etwa 3,5%. Die Experten von Goldman Sachs haben in diesem Zusammenhang kürzlich die Einstufung mit "Buy" bestätigt und das Kursziel von 11,00 auf 11,20 Euro angehoben.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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