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Liebe Leser,

der wichtigste Index der Welt ist zweifelsohne der S&P 500. Er umfasst die 500 größten, börsennotierten US-Unternehmen und ist der liquideste Index der Welt. Seit gestern zeigt unsere Marktampel, repräsentiert durch den GD 200, für den S&P 500 wieder grünes Licht. Die Börsianer in Übersee sind optimistisch, dass der Handelskonflikt mit China überwunden werden kann. Und in der Tat scheinen die Chinesen seit den ersten US-Zöllen fast handzahm geworden zu sein. Provokationen wie noch vor einigen Monaten sind Fehlanzeige, stattdessen gibt es viele konkrete Kompromissvorschläge, die den Amerikanern unterbreitet werden. Und das hat wohl einen triftigen Grund, denn:

In China kommen Privatunternehmen nicht so einfach an Kredite. Sie müssen Sicherheiten von anderen Unternehmen vorweisen können, um Kredite zu erhalten. Die bürgenden Firmen haben dabei oft selbst Kredite aufgenommen und Sicherheiten von anderen Firmen hinterlegt. Dieses System der Kredit-Kaskaden gleicht einem Kartenhaus, das sehr schnell in sich zusammenbrechen kann, wenn es eine bedrohliche Wirtschaftskrise gibt. Ich dachte eigentlich immer, dass das politische System in China bessere Voraussetzungen hat, um einen Handelskonflikt auszusitzen als ein US-Präsident, der sich in demokratischen Wahlen seine Legitimation bestätigen lassen muss. Aber offenbar knirscht es so laut im Gebälk der chinesischen Wirtschaft, dass China nun mit allen Mitteln eine schnelle Einigung im Handelsstreit anstrebt.

Wenn ich die Börsenentwicklung in den USA betrachte, dann weckt das bullische Frühlingsgefühle in mir. Vermutlich können wir unter den Handelsstreit bald einen Schlussstrich ziehen und die Märkte werden dann die gigantische Freihandelszone USA-China feiern. Dann dürfte auch der schwache DAX wieder auf die Beine kommen und wenn die Marktampel auch beim DAX wieder grünes Licht gibt, darf ich für mein reales 100.000 € Trendfolge-Depot wieder die Aktien mit der höchsten Trendstabilität kaufen.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von LVMH, die sich mittlerweile auf Rang 5 des EURO STOXX 50 vorgearbeitet hat. Der Luxusgüterkonzern ist mit seinen hochpreisigen Marken bei modischen Accessoires, Uhren und Schmuck nicht nur bei kaufkräftigen Kunden der sprichwörtlichen oberen Zehntausend begehrt. Die schnell wachsende Ober- und Mittelschicht vor allem in Asien sorgt bei LVMH seit geraumer Zeit für kräftige Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis. Dies stellte LVMH zuletzt bei der Vorlage seiner Geschäftsergebnisse für das Fiskaljahr 2018 erneut eindrucksvoll unter Beweis. So kletterten die wechselkursbereinigten Umsatzerlöse im Schlussquartal um 10% und stiegen damit stärker als von Analysten erwartet. Auch beim Nettogewinn konnte man im Vorjahresvergleich dank höherer Margen mit einem satten Gewinnplus von 18% die Konsenserwartungen der Analysten übertreffen. Die Experten von Goldman Sachs hoben im Anschluss ihr Kursziel für die Aktie von 317 auf 345 Euro an und bestätigten ihr „Buy-Rating“.

Auf Rang 8 der Gesamtauswahl vorgeschoben hat sich in der Trendstabilitäts-Rangliste die Aktie der Deutsche Wohnen. Der Wohnimmobilienkonzern gehört mit seinen mehr als 165.000 Wohneinheiten zu den führenden Anbietern auf dem deutschen Markt. Angesichts des laufenden Konzentrationsprozesses auf dem Wohnimmobilienmarkt wurde der Konzern seit geraumer Zeit als Übernahmekandidat gehandelt. Nachdem sich Branchenprimus Vonovia nach mehreren vergeblichen Übernahmeversuchen nun von seiner Beteiligung an der Deutschen Wohnen getrennt hat, ist die Übernahmephantasie erst einmal verpufft. Dank der Fokussierung auf Metropolen wie Berlin, Dresden oder Chemnitz sollte der Immobilienkonzern in der Lage sein, dank weiter steigender Mieten seine starke Ergebnisentwicklung weiter fortschreiben zu können. Zuletzt hatte man die Jahresprognose beim operativen Gewinn nach besser als erwarteten Q3-Zahlen nach oben revidiert. Die Experten von JPMorgan bestätigten zuletzt das Kursziel für die Aktie mit 49 Euro und hoben die Einstufung von "Neutral" auf "Overweight" an.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

in den letzten 3 Wochen konnte der DAX deutlich zulegen. Und es war eine Rallye, die angesichts der Entwicklungen im Handelsstreit nicht verwunderlich ist. Verwunderlich war eigentlich nur, dass die Meldung über das Angebot der chinesischen Regierung, das Handelsbilanz-Defizit bis 2024 auszugleichen, von der Presse quasi komplett unbemerkt blieb. Ich hatte das Glück eine Reuters-Meldung dazu zu lesen, ansonsten wäre ich bei meinen weiteren Nachrichten-Routinen nicht über diese brisante Meldung gestolpert. Schön, dass ich hier im Blog darüber berichten konnte.

Der DAX notiert immer noch -5% unter seinem GD 200. Daran sieht man erst mal, wie stark der Crash Ende 2018 wütete. In unserem regelbasierten Depotkonzept darf ich erst wieder aktiv werden, wenn die Marktampel grünes Licht erreicht. Reizen würde es mich ja schon, die Aktivität wieder hochzufahren. Auch in den Trendstabilitäts-Ranglisten gibt es wieder spannende Aktien. Ahold Delhaize sieht im langfristigen Chartbild meiner Meinung nach extrem bullisch aus und auch die Story ist mit dem wachsenden Online-Segment sehr attraktiv. Lesen Sie untenstehend mehr dazu!

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Beim Screening der Trendstabilitäts-Rangliste ist mir Nemetschek aufgefallen. Die Aktie ist mittlerweile auf Rang 7 im MDAX vorgerückt. Nemetschek hat sich auf Software-Lösungen für die Baubranche spezialisiert und ist damit ein typischer Digitalisierungsprofiteur. Mit den von Nemetschek entwickelten BIM-Software-Lösungen lassen sich komplexe Bauvorhaben dank 3D-Visualisierung schnell und effizient planen, wobei man wesentliche Faktoren wie Zeit und Kosten stets im Blick behält. Damit adressiert Nemetschek einen attraktiven Wachstumsmarkt, dem die Experten von Market Research Future bis 2023 jährliche Zuwachsraten von 14,9% zutrauen. Dies erscheint plausibel, da viele Architekten beim Erstellen von Bauplänen bislang lieber auf das Reißbrett zurückgreifen, anstatt computergestützte BIM-Softwarelösungen zu verwenden, bei denen Nemetschek zu den führenden Anbietern gehört. Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung dürfte sich dies allerdings ändern. Mit Zukäufen wie der Übernahme des auf das Management von Immobilienbeständen spezialisierten Dienstleisters Alexxion erschließt sich Nemetschek neue Wachstumsfelder. Dies macht sich für Nemetschek bezahlt, zumal man im abgelaufenen Fiskaljahr 2018 dank höher als erwarteter Umsatzerlöse nach vorläufigen Berechnungen ein Rekordergebnis erzielen konnte. Die Experten der Baader Bank bestätigten zuletzt ihre Einstufung mit „Buy“ und einem Kursziel von 134 Euro.

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten auch die Aktie von Ahold Delhaize, die sich aktuell auf Rang 2 der Gesamtauswahl befindet. Der niederländische Konzern hat sich dank strategischer Zukäufe vor allem im Ausland zu einem der weltweit führenden Einzelhandelsketten gemausert und ist vor allem in Europa und Nordamerika präsent. Mit seinem breit gefächerten Angebot vor allem bei Nahrungsmitteln und Getränken profitiert man von steigenden Konsumausgaben, was dem Einzelhandelskonzern zuletzt im 4. Quartal ein unerwartet deutliches Umsatz- und Ergebnisplus beschert hatte. Einen vielversprechenden Eindruck macht der konsequent umgesetzte Ausbau der Online-Aktivitäten. Da immer mehr Verbraucher ihre Waren bequem über das Internet ordern, trifft Ahold Delhaize mit seiner Online-Offensive den Nerv der Zeit. Allein im Schlussquartal verbuchte man im Online-Segment ein sattes Umsatzplus von 26%. Auch für das laufende Fiskaljahr zeigte sich das Konzernmanagement weiter optimistisch und peilt ein Ergebnis am oberen Ende der konzerneigenen Prognosespanne an. Die Experten von Kepler Chevreux stuften die Aktie zuletzt mit "Buy" ein und bestätigten das Kursziel von 25,40 Euro.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

in meinem realen 100.000 € Trendfolge-Depot befinden sich seit Wochen nur zwei Depotwerte. Ich besitze einen Mini-Future auf die Aktie der Deutsche Börse AG und einen Endlos Turbo Long auf die Aktie von TAG Immobilien. Aufgrund der Marktampel, die seit Monaten rotes Licht zeigt, beträgt mein Cashbestand fast 90%, aber ich partizipiere über die Hebelzertifikate dennoch an der Kursentwicklung bei beiden gerade genannten Aktien.

Viele Trader haben Angst vor Hebeln, ich hingeben habe sie zu schätzen gelernt. Ich überlege mir einfach für wie viel Geld ich eine Aktie kaufen und nutze dann den Finanzierungsvorteil der Hebelprodukte, um nur ein Bruchteil meines Geldes dafür einsetzen zu müssen. Wenn ich zum Beispiel in einer Aktie mit 30.000 € long gehen möchte, kann ich auch nur 10.000 € investieren und ein Derivat mit Hebel 3 wählen. So kann ich in unsicheren Zeiten einen hohen Cashbestand halten und dennoch Chancen nutzen.

Mein Turbo Long Zertifikat auf TAG Immobilien liegt mittlerweile bei + 54%. Weil in der Presse derzeit so viel über die Verstaatlichung von Immobilien diskutiert wird, um die hohen Mieten in den Griff zu bekommen, möchte ich heute ein wenig über dieses Thema schreiben.

Wirtschaftswachstum und Fortschritt sollten eigentlich dazu führen, dass die Menschen mit ihrer knappen Ressource Geld mehr Produkte und Dienstleistungen erwerben können. Doch seit etwa acht Jahren, seit der Finanzkrise und dem Start der expansiven Geldpolitik, gilt dieser einfache Zusammenhang auf dem Wohnungsmarkt überhaupt nicht mehr. Die Einkommen steigen, aber der Wohnraum, den sich ein Normalverdiener leisten kann, wird kleiner und bescheidener. Ein Beispiel: Wenn das Produktivitätswachstum einer Volkswirtschaft 2% beträgt, sollte nach 20 Jahren der Wohnraum, den sich ein Medianverdiener leisten kann, um 48% gestiegen sein. Soweit die Theorie. Es läuft derzeit aber eher in die andere Richtung. Wer sich vor 10 Jahren in München noch eine 100 Quadratmeter-Wohnung leisten konnte, muss heute mit 70 Quadratmetern auskommen.

Immobilienkredite zu günstigen Konditionen gibt es im Überfluss und es besteht ein deutlicher Nachfrageübergang. Was läuft also falsch am Immobilienmarkt? Aus meiner Sicht liegt es daran, dass in vielen Städten nicht in die Höhe gebaut werden darf. Die Flächen sind knapp, aber in die Höhe sollen die Gebäude trotzdem nicht wachsen. Die Gemeinderäte in vielen Großstädten sind voll von Romantikern, die eine Skyline wie in Hongkong, Singapur, New York oder auch London offenbar für das Ende der Zivilisation halten. Anders sind die romantischen Gefühle für niedrig gebaute Häuser nicht zu erklären. Das eine schließt das andere ja nicht aus. In einem Stadtteil können ja hohe Gebäude erlaubt sein, in einem anderen eben nicht.

Die Lösung wäre so einfach: Als Stadt in der Stadt bezeichnet man ein Hochhaus, das Einkaufsmöglichkeiten, Bars, Restaurants, Geschäfte, Sportplätze, Parkanlagen auf dem Dach, Gärten in den Zwischenetagen und natürlich Wohnungen miteinander in Einklang bringt. Es sind riesige Komplexe mit viel Glas und vielen grünen Naturelementen, die fast jedes Stadtbild bereichern. Stellt in München und Berlin einfach jeweils 20 davon hin und schon wäre der Druck auf die Mietpreise geringer. Es ist so viel Geld im Immobilienmarkt, dass es nicht schwierig wäre, Investoren zu finden. Ich wäre ein Fan solcher Gebäude.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

am Wochenende lief eine Reuters-Meldung über den Ticker, die Sprengkraft hat. Im positiven Sinne. Nach Angaben von Reuters bietet China den USA im Handelsstreit an, das Handelsbilanzdefizit bis zum Jahr 2024 auf Null zu reduzieren. Der Kauf amerikanischer Produkte soll deutlich ausgeweitet werden. Es geht hier um Einkäufe von mehr als einer Billion US-Dollar. Details nennt Reuters nicht, aber es ist zu vermuten, dass die Warenimporte vor allem auch im Agrarsektor stattfinden werden. Damit geben die Chinesen US-Präsident Donald Trump passende Argumente an die Hand, um beim nächsten Treffen in Washington am 30. und 31. Januar eine vorläufige Einigung im Handelsstreit zu verkünden. Trump hat in der Vergangenheit öfters angedeutet, dass er vor allem auch für die amerikanischen Farmer, unter denen viele seiner Stammwähler zu finden sind, bessere Handelsbedingungen erzielen möchte. Das wäre mit dem neuen chinesischen Angebot nun erfüllt. Ich persönliche schätze die Situation so ein, dass eine Einigung im Handelsstreit nicht mehr weit entfernt ist und dass dies auch den DAX sehr beflügeln würde. Schon bald wissen wir mehr.  

Mein reales 100.000 € Trading-Depot entwickelt sich ganz gut. Mein Endlos Turbo Long auf die Aktien von TAG Immobilien notiert mittlerweile bei + 48%. Und der Mini-Future Long auf die Aktie der Deutschen Börse AG konnte heute wieder ins Plus drehen. Aus gutem Grund:

Gestern Abend nach Börsenschluss überraschte mein Realgelddepotwert Deutsche Börse AG mit einem unerwartet deutlichen Anstieg beim Jahresergebnis für 2018. Auf Basis vorläufiger Berechnungen wird die Deutsche Börse demnach für das abgelaufene Fiskaljahr einen Anstieg beim bereinigten Konzernüberschuss von rund 17% ausweisen. Hier hatte die Deutsche Börse im Vorfeld ursprünglich lediglich einen Anstieg von mehr als 10% in Aussicht gestellt. Das trendstabile Verhalten der Aktie während der letzten Monate war auch hier mal wieder ein treffsicherer Hinweis darauf, dass das operative Geschäft gut läuft. Und genau darauf basiert ja die Philosophie unseres Trendfolge-Systems.

Neben der im Zuge der jüngsten Unsicherheiten deutlich gestiegenen Handelsaktivität der Marktteilnehmer dürfte die von CEO Theodor Weimer auf den Weg gebrachte strategische Neuausrichtung der Deutschen Börse für das starke Abschneiden verantwortlich sein. Denn die Deutsche Börse investiert massiv in neue Technologien rund um Cloud, Artificial Intelligence und Big Data Analytics und positioniert sich damit mit neuen höhermargigen Produkten als Dienstleister für die internationale Finanzbranche. Auch auf der Kostenseite macht man durch Sparprogramme weitere Fortschritte, wobei man hier bis 2020 Kosteneinsparungen von rund 100 Mio. Euro anpeilt. Gute Aussichten im operativen Kerngeschäft verspricht außerdem der anstehende Brexit, da die Deutsche-Börse-Tochter Eurex Clearing massiv von der Verlagerung des Euro-Clearings von London nach Frankfurt profitieren wird. Die Experten der UBS haben zuletzt ihr Buy-Rating für die Deutsche Börse bestätigt und sehen weiterhin ein Kursziel von 135 Euro.

Puma befindet sich aktuell auf Rang 6 der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Rangliste. Der Sportartikelhersteller profitiert von der weiter robusten Nachfrage nach Sportartikeln und gehört auch bei trendiger Freizeitbekleidung zu den gefragtesten Markenherstellern weltweit. Operativ läuft es bei Puma rund, zumal man nach besser als erwartet ausgefallenen Q3-Zahlen bereits zum zweiten Mal die Jahresprognose für 2018 nach oben revidiert hatte. Die Aussichten, dass der Herzogenauracher Konzern seinen Aktionären passend zum 70-jährigen Firmenjubiläum ein Rekordergebnis präsentieren wird, stehen gut. Puma hat mit trendigen neuen Designs bei modischen Sneakers und Freizeitbekleidung bei jüngeren Kunden die Nase vorn und kann Konkurrenten wie Adidas oder Nike Marktanteile abjagen. Entsprechend optimistisch äußerten sich zuletzt die Experten von Macquarie, die das Kursziel für Puma von 600 auf 610 Euro angehoben und die Einstufung mit „Overweight“ bestätigt hatten.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

in meinem Trendfolge-Depot befinden sich derzeit nur zwei Basiswerte: Deutsche Börse und TAG Immobilien. Mit diesen bin ich in den letzten Monaten ganz gut durch die Marktturbulenzen gekommen. Neue Depotpositionen werde ich vermutlich noch eine ganze Weile nicht aufnehmen können, denn der DAX befindet sich immer noch -9,4 Prozentpunkte unter seinem Gleitenden Durchschnitt 200 (GD 200). Zwar hat der GD 200 eine fallende Tendenz, aber bis der DAX ihn wieder übersteigt dürften noch ein paar Wochen vergehen.

Der Markt und die Wirtschaft bewegen sich in großen Zyklen, die Menschen mit ihrer begrenzten Lebenserwartung einiges an Ausdauer abverlangen. Eine Crashbewegung am Aktienmarkt geht im Schnitt ein Jahr. Beim Blick auf die Börsenhistorie ist so eine Marktampel, wie wir sie bei unserem Trendfolge-Konzept implementiert haben, eine einfache und einleuchtende Sache. Wenn der Markt, wie in den Jahren der Finanzkrise, 15 Monate fällt und dann erst wieder nach oben dreht und die Marktampel dann effektiv 17 Monate rotes Licht zeigte, kann man als Trader, der einem Trendfolge-Ansatz folgen möchte, schon einmal die Geduld verlieren. Das systematische Handeln nach Strategien braucht manchmal sehr viel Beharrlichkeit.

Ich finde es ja schon beachtlich, dass die europäischen Aktienmärkte stabil geblieben sind, obwohl das Horror-Szenario eines harten Brexit immer noch nicht vom Tisch ist. Auch wie sich USA und China im Handelsstreit letztendlich einigen werden, steht noch in den Sternen. 2019 dürfte es noch zu großen Bewegungen an den Aktienmärkten kommen. Ich bin froh, dass ich mich nicht vorab positionieren muss, sondern einfach regelbasiert den trendstablisten Aktien folgen werde, wenn DAX, MDAX oder EURO STOXX 50 ihre GD 200 wiedererobert haben.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von RWE, die sich auf Rang 3 der Auswahlrangliste im DAX 30 befindet. Der Energieversorger steht aktuell nicht nur bei Umweltaktivisten aufgrund seines hohen Anteils an umweltschädlichen Kohlestromaktivitäten in der Kritik. Aktuell produziert RWE den Löwenanteil seiner Energie aus Braunkohle, während nur ein vergleichsweise geringer Teil der Erzeugerkapazitäten auf Solar- und Windenergieanlagen oder Gezeitenkraftwerke entfällt. Aufgrund des geplanten Zusammenschlusses mit dem Wettbewerber E.ON dürfte sich das jedoch schon bald ändern. RWE wird im Rahmen eines komplexen Asset Deals die Ökostromaktivitäten von E.ON und der Tochter Innogy übernehmen und steigt damit zu einem der führenden Ökostromanbietern in Europa auf. Im Gegenzug überlässt RWE dem Wettbewerber E.ON den Stromvertrieb und das Netzgeschäft. Da die Strompreise angesichts der weiter steigenden Nachfrage ihre Talsohle durchschritten haben und zum Jahreswechsel weiter anziehen, sollte sich dieser Deal auch positiv auf das Konzernergebnis niederschlagen. Analysten sehen bei RWE im Rahmen des von der Bundesregierung in Angriff genommenen Ausstiegs aus der Kohleverstromung außerdem gute Chancen auf Schadensersatz. Vor diesem Hintergrund hat Goldman Sachs kürzlich die Einstufung mit „Conviction Buy“ bestätigt und das Kursziel leicht auf 24,20 Euro angehoben.

Auf Rang 4 der Trendstabilitäts-Rangliste im EURO STOXX 50 hat sich die Aktie von Enel vorgeschoben. Der italienische Energieversorger hat sich in den vergangenen Jahren durch milliardenschwere Zukäufe zu einem international führenden Player im Bereich Stromerzeugung gemausert. Neben Mittel- und Osteuropa ist Enel in Nordamerika und in wachstumsstarken Schwellenländern wie Brasilien präsent, wo man seine Präsenz zuletzt durch die Übernahme des Energieversorgers Eletropaulo do Brasil weiter ausgebaut hat. Zentraler Bestandteil der langfristigen Wachstumsstrategie von Enel bleibt der Ausbau der Erzeugerkapazitäten bei erneuerbaren Energien. Hier ist man mit der Tochter Enel Green Power schon jetzt einer der weltweit führenden Anbieter von Wind- und Solarparks und Geothermiekraftwerken. Dies zahlt sich für Enel aus, zumal der Bereich Regenerative Energien maßgeblich zum unerwartet deutlichen Ergebnisplus von 6,2% beim bereinigten operativen Ergebnis in den ersten neun Monaten beigetragen hatte. Was die Aktie im aktuell schwierigen Marktumfeld attraktiv macht, ist die stattliche Dividendenrendite von knapp 4%. Kürzlich bestätigte die Credit Suisse ihre Einstufung mit „Outperform“ und einem Kursziel von 6,50 Euro.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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