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Besser Traden mit System - Der Blog

  • Der Blog hilft Ihnen, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. In Wochenberichten und Kommentaren berichtet TraderFox-CEO und Diplom-Volkswirt Simon Betschinger von aktuellen Geschehen an den Kapitalmärkten und lässt Sie auch an seinen persönlichen Einschätzungen teilhaben. Schauen Sie doch ab und zu mal vorbei, um immer up to date zu sein!


 

Liebe Trader,

für die Rückversicherungsbranche dürfte 2021 als eines der Schadens-reichsten Kalenderjahre in die Annalen eingehen. Sturmschäden, Überflutungen und eine der schlimmsten Hurricane-Seasons in den USA sorgten für eine rekordhohe Schadensbilanz von rund 280 Mrd. USD. In Mitteleuropa sorgte unter anderem das Sturmtief „Bernd“ für schwere Überschwemmungen und milliardenschwere Großschäden, während allein der Hurricane „Ida“ in den USA für Rekordschäden in Höhe von 65 Mrd. USD verantwortlich war. Aufgrund der Auswirkungen des weltweiten Klimawandels rechnen viele Experten mit einer deutlichen Zunahme der durch Wirbelstürme, Überschwemmungen und lang anhaltenden Dürreperioden verursachten Schäden. Da laut Schadens-Statistik im Jahr 2021 lediglich 120 Mrd. USD der Gesamtschadenssumme von 280 Mrd. USD versichert war und die Risiken weiter zunehmen, dürfte auch die Nachfrage nach entsprechenden Policen mittelfristig deutlich zulegen. Da viele Rückversicherer ihr Angebot zuletzt deutlich eingeschränkt haben, eröffnen sich im Zuge der kommenden Vertragserneuerungs-Runden außerdem gute Chancen auf satte Preiserhöhungen. Dies verspricht Branchengrößen wie der Hannover Rück, die sich aktuell auf Rang 7 der Trendstabilitäts-Rangliste im DAX befindet, exzellente Aussichten im operativen Geschäft.

 

Hannover Rück überzeugt mit starken Q2-Zahlen!

Operativ konnte die Hannover Rück in einem äußerst schwierigen Marktumfeld zuletzt überzeugen, was die vorgelegten Q2-Zahlen belegen. Zwar musste man beim operativen Konzernergebnis aufgrund höherer Großschäden und negativen Einmaleffekten im Zuge des Russland-Ukraine-Konflikts einen Rückgang von 552,3 auf 522,9 Mio. Euro hinnehmen, allerdings konnte man dabei die Konsenserwartungen deutlich übertreffen. Da die Hannover Rück ihr Aktien-Exposure zuletzt deutlich zurückgefahren hatte, kam man im Zuge der Turbulenzen an den internationalen Leitbörsen vergleichsweise glimpflich davon und konnte ein deutlich verbessertes Kapitalanlageergebnis vorweisen. Entsprechend überraschte man auch unter dem Strich mit einem unerwartet deutlichen Anstieg beim bereinigten Nettoergebnis auf 385,1 Mio. Euro (Vorjahr: 364,7 Mio. Euro).

 

Bruttoprämieneinnahmen ziehen deutlich an - Hannover Rück will in der Region Asien/Pazifik stärker wachsen!

Überraschend deutliche Zuwächse hatte man in Q2 bei den Brutto-Prämieneinnahmen vorzuweisen, die um knapp 20 % auf 8,01 Mrd. Euro zugelegt hatten. Der starke Anstieg resultiert nicht nur aus der höheren Nachfrage bei der Deckung von Elementar- und Unfallschäden. Auch der von Konzernchef Jean-Jacques Henchoz eingeleitete Strategiewechsel, der eine stärkere Fokussierung auf den asiatisch/pazifischen Raum vorsieht, macht sich mittlerweile bezahlt. Im Zuge der von der Hannover Rück eingeleiteten Wachstumsinitiative Asien-Pazifik (APAC) hat man seine Präsenz in dieser Region seit 2019 weiter ausgebaut. Strategisch macht dieser Schritt Sinn, zumal die APAC-Region nicht nur schneller als die klassischen Kernmärkte in Europa und Nordamerika wächst, sondern gleichzeitig eine deutlich geringere Versicherungs-Dichte aufweist. Damit eröffnen sich für die Hannover Rück sowohl in der Schadens- als auch in der Personen-Rückversicherung gute Chancen auf ein überdurchschnittliches Wachstum bei den Prämieneinnahmen. Entsprechend will man sein Engagement in der APAC-Region weiter intensivieren. In diesem Zusammenhang wurde zuletzt Sharon Ooi vom Wettbewerber Swiss Re abgeworben, wobei die Managerin künftig in einem neu geschaffenen Vorstandsressort für den Ausbau der Schaden-Rückversicherung in der Region Asien/Pazifik verantwortlich zeichnen wird. 

 

Jahresprognose trotz schwierigem Marktumfeld bestätigt - Hannover Rück überzeugt mit attraktiver Bewertung!

Nach dem unerwartet starken Abschneiden im ersten Halbjahr, sieht sich der Rückversicherer trotz des insgesamt schwierigen Marktumfelds auf Kurs, die konzerneigenen Jahresziele zu erreichen. So peilt man beim Nettoergebnis weiterhin eine deutliche Verbesserung auf 1,4 bis 1,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,23 Mrd. Euro) an. Deutlich optimistischer zeigt sich der Rückversicherer beim Wachstum der Brutto-Prämieneinnahmen. Hier peilt man nach dem unerwartet deutlichen Plus in Q2 nun für 2022 einen Anstieg von mehr als 7,5 % an, nachdem man hier zuvor von einem Zuwachs von rund 5 % ausgegangen war. Auch aus fundamentaler Sicht ist die Hannover Rück moderat bewertet. So rechnet der Analystenkonsens für das laufende Fiskaljahr mit einem EPS von 12,16 Euro, während der Gewinn je Aktie im Jahr 2023 bereits bei 15,29 Euro je Aktie erwartet wird. Damit sinkt das KGV auf Basis der Schätzungen für 2023 auf knapp 10, was auch im Branchenvergleich moderat erscheint. Da die Hannover Rück für 2022 ein neues Rekordergebnis anpeilt, können sich die Aktionäre berechtigte Hoffnungen auf eine Sonderdividende machen. Nachdem der Rückversicherer bereits im Vorjahr zusätzlich zur Basisdividende von 4,50 Euro je Aktie einen Bonus von 1,25 Euro je Aktie ausbezahlt hatte, rechnet der Analystenkonsens für 2022 mit einer Gesamtausschüttung von 6,25 Euro je Aktie. Damit errechnet sich aktuell eine attraktive Dividendenrendite von knapp 4,0 %.

 

Viele Grüße
Martin Springmann

 

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Liebe Trader,

der rasante Anstieg der Erdgas- und Strompreise ruft nun auch die Politik auf den Plan. Um für eine stärkere Regulierung der Energiepreise zu sorgen, plant die EU ein umfangreiches Maßnahmenpaket, um "Zufallsgewinne" der Energieversorger abzuschöpfen, um mit diesen Einnahmen vor allem Haushalte mit geringem Einkommen stärker zu entlasten. Dem von der EU vorgelegten Gesetzesvorschlag zufolge soll demnach eine bis Ende März 2023 befristete Preis-Obergrenze für Strom, der nicht aus Erdgas erzeugt wird, von 180 Euro pro Megawatt-Stunde eingeführt werden. Wird der von der EU eingebrachte Gesetzesentwurf Ende September tatsächlich umgesetzt, wäre hiervon auch der Energieversorger RWE, der sich derzeit auf Rang 8 der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Rangliste befindet, betroffen.

 

RWE - Energieversorger profitiert massiv von Ökostrom-Boom!

RWE überraschte zuletzt dank der kräftig gestiegenen Strompreise im ersten Halbjahr mit einem deutlichen Ergebnisplus. Demnach verbesserte sich der bereinigte operative Gewinn aus dem Kerngeschäft im Vorjahresvergleich von 1,0 auf 2,4 Mrd. Euro, während man unter dem Strich beim bereinigten Nettoergebnis mit einem deutlichen Anstieg auf 1,6 Mrd. Euro (Vorjahreszeitraum: 0,87 Mrd. Euro) aufwarten konnte. Profitieren konnte RWE dabei neben dem starken Abschneiden im Energie-Handels-Segment vor allem von der starken Performance im Ökostromsegment. Da man mit dem Ausbau der Ökostrom-Kapazitäten gut vorankommt, konnte außerdem der Stromertrag in diesem Segment auch dank besserer Windverhältnisse im Vorjahresvergleich um 20 % gesteigert werden.

 

Optimistische Jahresprognose mit Fragezeichen

Nach dem unerwartet starken Abschneiden im ersten Halbjahr hatte RWE seine zuletzt deutlich nach oben revidierte Jahresprognose bei der Vorlage des endgültigen Zahlenwerks Anfang August bestätigt. Demnach rechnet der Energieversorger mit einem bereinigten operativen Gewinn (EBITDA) im Kerngeschäft in der Größenordnung von 4,3 bis 4,8 Mrd. Euro, nachdem man hier zuvor ein Ergebnis in der Größenordnung von 2,9 bis 3,3 Mrd. Euro in Aussicht gestellt hatte. Werden die Pläne der EU zur Abschöpfung sogenannter "Zufallsgewinne" infolge der kräftig gestiegenen Strompreise umgesetzt, könnte sich die zuletzt bestätigte höhere Gewinnprognose als zu optimistisch erweisen.

 

RWE forciert Ausbau der erneuerbaren Energien!

Weiter festhalten dürfte RWE jedoch am geplanten Ausbau der Ökostromkapazitäten. Denn trotz der geplanten Abschöpfung von Übergewinnen bei Energieversorgern bleibt RWE immer noch genügend Spielraum, um die geplanten milliardenschweren Investitionen zum Ausbau der Wind- und Solarstromkapazitäten stemmen zu können. Denn RWE-Chef Martin Krebber hatte bereits vor dem Ausbruch des Russland-Ukraine-Konflikts, der maßgeblich für den deutlichen Anstieg der Strompreise an den Terminbörsen verantwortlich war, eine neue Investitions-Offensive zum Ausbau der Ökostromkapazitäten angekündigt. Nach den Plänen von Konzernchef Krebber wird RWE demnach jährlich rund 5 Mrd. Euro in die Erweiterung seiner Erzeugerkapazitäten bei regenerativen Energien investieren. Damit will der Essener Energieversorger seine installierte Gesamtkapazität vor allem durch den Aufbau neuer Solar- und Windparks bis Ende der Dekade auf rund 50 GW ausbauen.

 

Ausbau der Ökostromkapazitäten dürfte sich für RWE langfristig auszahlen!

Trotz der EU-Pläne zur Abschöpfung der durch den rasanten Anstieg der Strompreise verursachten "Windfall-Profits" dürfte sich der Ausbau der Ökostromkapazitäten für RWE langfristig rechnen. Vor allem Unternehmenskunden legen angesichts der steigenden CO2-Abgaben Wert auf eine nachhaltige Energieversorgung, was die Nachfrage nach Ökostrom mittelfristig weiter ankurbeln dürfte. Daher dürfte Strom aus regenerativen Energiequellen wie Wind- und Wasserkraft auch künftig höhere Margen abwerfen als konventionelle Energie aus Kohle- oder Gaskraftwerken. Entsprechend hat RWE gute Chancen, seine Profitabilität im Kerngeschäft trotz der geplanten Gewinnabschöpfungs-Pläne der EU in den kommenden Jahren nachhaltig zu verbessern.

 

Viele Grüße
Martin Springmann

 

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Liebe Trader,

aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Rangliste die Aktie von Talanx, die sich derzeit auf Rang 8 im MDAX befindet. Der in Hannover ansässige Versicherungskonzern gehört neben der Allianz oder der Münchener Rück zu den führenden Playern auf dem deutschen Markt. Neben dem Privatkundensegment, in dem man mit seinen Kernmarken HDI, Neue Leben und Targo-Versicherungen die klassischen Kernsegmente Schaden-, Unfall- und Lebensversicherungen abdeckt, ist Talanx auch im Unternehmens- und Gewerbekundensegment einer der führenden Player. Als Ertragsperle im Talanx-Konzern erweist sich die ebenfalls börsennotierte Rückversicherungs-Tochter Hannover Rück, an der man mit mehr als 50 % nach wie vor die Mehrheit hält. Da die Rückversicherungs-Tochter auch während der Coronapandemie mit stabilen Erträgen und soliden Ergebnissen überzeugen konnte, kam die Talanx-Gruppe trotz hoher Einbußen im Industrie- und Gewerbekundensegment auch während der Krise vergleichsweise glimpflich davon.

 

Halbjahreszahlen trotz hoher Schadensbelastung deutlich besser als erwartet!

Dank der während der Coronapandemie vor allem im Privatkundensegment umgesetzten Sparmaßnahmen und Restrukturierungen geht Talanx gestärkt aus der Krise hervor, was die jüngsten Q2-Zahlen eindrucksvoll belegen. Trotz hoher Belastungen durch witterungsbedingte Elementarschäden und Rückstellungen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich in Zusammenhang mit dem weiter schwelenden Russland-Ukraine-Konflikt schnitt Talanx mit einem respektablen Ergebnis ab. So verbesserte sich der bereinigte operative Gewinn (EBIT) von 707 auf 728 Mio. Euro, während man unter dem Strich mit einem Nettogewinn von 304 Mio. Euro (Vorjahr: 269 Mio. Euro) ebenfalls über den Erwartungen gelegen hatte. Das besser als erwartete Abschneiden hatte Talanx neben dem starken Abschneiden im Rückversicherungs-Segment vor allem deutlichen Prämienerhöhungen im Industrieversicherungs-Geschäft zu verdanken. Hier konnte man in vielen Segmenten teilweise prozentual deutlich zweistellige Preiserhöhungen durchsetzen. In Verbindung mit einem starken Neugeschäft nach dem Reopening konnte Talanx im ersten Halbjahr ein unerwartet kräftiges Plus von 18 % bei den Brutto-Prämieneinnahmen ausweisen.

 

Versicherungspreise sollen weiter steigen - Jahresprognose bestätigt!

Auch für die zweite Jahreshälfte zeigte sich das Konzernmanagement trotz der eingetrübten konjunkturellen Rahmenbedingungen optimistisch zu den weiteren Aussichten im operativen Geschäft. Nachdem man im ersten Halbjahr bereits im Industrie- und Gewerbesegment deutliche Preiserhöhungen durchsetzen konnte, will Talanx nun wohl auch im Privatkundensegment stärker an der Preisschraube drehen. Hier sorgen vor allem Unwetterschäden und höhere Unfallzahlen im Kfz-Versicherungssegment für einen Anstieg der Schaden-Kosten-Quote, weshalb man im Retail-Segment auf Jahressicht nach Aussage von CFO Jan Wicke lediglich auf eine Schwarze Null zusteuert. Daher will Talanx nach Aussage von Wilke hier nun verstärkt mit Preiserhöhungen gegensteuern. Die Chancen, dass man auch hier deutliche Preiserhöhungen umsetzen kann, stehen gut. So rechnet die Konzerntochter Hannover Rück angesichts der steigenden Inflation und der gestiegenen Risiken in Zusammenhang mit Elementarschäden nicht nur im Rückversicherungs-Segment spätestens ab Anfang kommenden Jahres mit steigenden Preisen. Auch Erstversicherer dürften die Prämien vor allem in der Wohngebäude-Versicherungen und bei der Abdeckung von Elementarschäden kräftig anheben, was eine deutliche Verbesserung der sogenannten Combined-Ratio im Retail-Segment erwarten lässt. Entsprechend bestätigte Talanx im Anschluss seine Jahresprognose und peilt mit 1,05 bis 1,15 Mrd. Euro damit zum zweiten Mal in Folge einen Milliardengewinn beim Konzernergebnis an.

 

Moderate Bewertung und attraktive Dividendenrendite!

Auch aus fundamentaler Sicht ist Talanx auf dem aktuellen Niveau eine attraktive Story. Aktuell rechnet der Analystenkonsens laut FactSet für 2022 mit einem EPS-Anstieg von 4,00 auf 4,43 Euro, während für den Gewinn je Aktie im kommenden Fiskaljahr bereits 5,45 Euro je Aktie erwartet wird. Gelingt es Talanx, die Konsenserwartungen für das Fiskaljahr 2023 zu erfüllen, würde das KGV auf 7,4 sinken. Da Talanx knapp 40 % des bereinigten Nettogewinns als Dividende ausschüttet, sollten die Aktionäre auch in den kommenden Jahren in Form steigender Dividendenausschüttungen am Unternehmenserfolg partizipieren. So rechnet der Analystenkonsens für 2022 mit einer Dividendenanhebung von 1,60 auf 1,85 Euro je Aktie. Damit weist die Aktie auf Basis der Schätzungen für 2022 eine Dividendenrendite von knapp 4,6 % auf, was Talanx auch als Festgeld-Alternative interessant macht.

 

Viele Grüße
Martin Springmann

 

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Liebe Trader,

Werte aus dem Telekom-Sektor zeigen im aktuell weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld defensive Qualitäten und präsentierten sich zuletzt über weite Strecken mit relativer Stärke. Da Telekom-Anbieter im Vergleich zu konjunktursensiblen Branchen weit weniger stark von steigenden Rohstoff- und Energiepreisen oder Lieferkettenproblemen betroffen sind, ist man in der Lage, auch in einem inflationären Marktumfeld attraktive Margen zu erzielen. Neben Schwergewichten wie der Deutschen Telekom, Vodafone oder Telefonica gehört vor allem der Mobilfunkanbieter Freenet, der sich derzeit auf Rang 7 der Trendstabilitäts-Rangliste im TecDAX befindet, zu den erfolgreichsten Playern auf dem hart umkämpften deutschen Mobilfunkmarkt. Mit freenetMobile, Klarmobil oder den neu gestarteten App-basierten Mobilfunkangeboten freenet FUNK und freenet FLEX gelingt es dem Büttelsdorfer Konzern, sich erfolgreich gegen die übermächtige Konkurrenz zu behaupten. Mit mehr als 8,86 Millionen Vertragskunden rangiert Freenet unter den Top-Playern auf dem Heimatmarkt.

 

Freenet - Waipu.TV erweist sich als Erfolgsstory!

Konzernchef Wolfgang Villanek hat es in den vergangenen Jahren geschickt verstanden, Freenet von einem reinen Vermarkter von Mobilfunk- und Internetangeboten und passender Hardware wie Smartphones oder Tablets zu einem modernen digitalen Lifestyle-Konzern umzubauen. Als strategisch weitsichtig erwies sich der Einstieg von Freenet in die Vermarktung von digitalem Content rund um TV- und Streaming-Angebote über Antenne oder Internet. Mit dem über DVBT2-HD-Antenne vermarkteten Angebot freenet TV erhalten Nutzer Zugriff auf mehr als 40 Free- und Pay-TV-Sender in HD-Qualität. Deutlich ausgebaut haben die Büttelsdorfer zuletzt ihre IP-basierte Streaming-Plattform Waipu-TV, mit der man nicht nur mehr als 190 Sender und knapp 60 Pay-TV-Kanäle empfangen kann. Mit dem Premium-Paket Waipu.TV-Perfect-Plus hat man außerdem via PC, Tablet oder Smartphone Zugriff auf mehr als 30.000 Filmhits oder beliebte TV-Serien. Das Ende 2016 gestartete Internet-Streaming-Portal hat sich seitdem zu einer beispiellosen Erfolgs-Story bei Freenet entwickelt, wobei man die Nutzerzahlen in den vergangenen Jahren kontinuierlich steigern konnte. Auch das Reopening nach dem Abebben der Coronapandemie machte sich bei Waipu.TV kaum negativ bemerkbar. Während viele Branchengrößen wie Netflix zuletzt mit deutlicheren Rückgängen bei den Abonnentenzahlen zu kämpfen hatten, konnte Waipu.TV zuletzt mit einem neuen Abonnentenrekord überraschen. Mit seinem breit gefächerten Angebot an Serien und Blockbustern trifft Waipu-TV nicht nur den Nerv der Zeit, sondern kann auch preislich überzeugen. Mit 12,99 Euro pro Monat ist das Premium-Angebot von Waipu-TV deutlich günstiger als bei Netflix & Co, weshalb man trotz des inflationären Umfelds zum Ende des ersten Halbjahres mit mehr als 820.000 Kunden einen neuen Rekordwert bei den Abonnentenzahlen vorzuweisen hatte.

 

Freenet überzeugt mit starken Halbjahreszahlen – Waipu-TV überzeugt mit Abonnentenrekord!

Zuletzt überraschte Freenet erneut mit einem sehr starken Zahlenwerk für das erste Halbjahr. So lag der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) mit 122,9 Mio. Euro (Vorjahr: 113,5 Mio. Euro) über den Konsenserwartungen, während die Umsatzerlöse mit 620,1 Mio. Euro (+0,1 %) die Erwartungen erfüllen konnten. Maßgeblichen Anteil am soliden Abschneiden im ersten Halbjahr hatte erneut das Mobilfunksegment, wobei die Zahl der Vertragskunden im hochmargigen Vertragskundensegment trotz wachsender Konkurrenz durch zahlreiche Discount-Anbieter um 1,6 % auf 7,36 Millionen verbessert werden konnte. Als Highlight bei den Halbjahreszahlen erwies sich erneut das Segment TV&Medien, das mit einem Umsatzplus von 7,1 % auf 148,7 Mio. Euro und einer überproportionalen Verbesserung beim operativen Segmentergebnis (+15,7 % auf 54,3 Mio. Euro) maßgeblich zum starken Abschneiden auf Konzernebene beigetragen hatte. Dabei überraschte das IPTV-Segment Waipu.TV mit einem Zuwachs von +175.000 neuen Abokunden, womit man das stärkste Nutzerwachstum seit dem Launch des Internet-TV-Segments im Jahr 2016 vorzuweisen hatte.

 

Jahresprognose angehoben – Attraktive Dividendenrendite von 7,2 %!

Nach dem besser als erwarteten Abschneiden in der ersten Jahreshälfte zeigte sich Freenet im Anschluss optimistischer für das Gesamtjahr. So rechnet man nun für 2022 nicht zuletzt dank der weiterhin dynamischen Entwicklung im Streaming-Segment mit einem bereinigten operativen Gewinn von 460 bis 480 Mio. Euro (zuvor: 450 bis 470 Mio. Euro), auch die fundamentale Bewertung spricht gerade im aktuellen Marktumfeld für Freenet. So weist die Aktie auf Basis der Schätzungen für 2022 (1,90 Euro je Aktie) ein KGV von 11,5 auf. Da Freenet seine Aktionäre dank seiner starken Free-Cash-Flow-Entwicklung am Unternehmenserfolg beteiligt, ist die Aktie auch als Festgeld-Alternative für langfristig orientierte Investoren attraktiv. Aktuell weist die Aktie auf Basis der Schätzungen für 2022 (1,60 Euro) eine Dividendenrendite von 7,2 % auf.

 

Viele Grüße
Martin Springmann

 

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Liebe Trader, 
die Luftfahrtbranche feiert nach der Corona-bedingten Auszeit derzeit ein beeindruckendes Comeback. Nach der Aufhebung der Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie zieht das Passagieraufkommen seit Frühjahr dieses Jahres wieder deutlich an. Dank Rekordbuchungszahlen für die Herbst- und Wintersaison und einer Belebung im Geschäftsreise-Verkehr bieten sich für Carrier wie die Deutsche Lufthansa, derzeit auf Rang 6 der Trendstabilitäts-Rangliste im MDAX, gute Chancen auf eine Rückkehr in die Gewinnzone, nachdem die Coronapandemie in den vergangenen Jahren tiefrote Spuren beim Konzernergebnis hinterlassen hatte. 


Lufthansa überrascht mit besser als erwarteten Q2-Zahlen!
Nachdem das Passagieraufkommen nach dem Reopening im Flug- und Reiseverkehr seit Frühjahr 2022 deutlich angezogen hatte, überzeugte die Kranichlinie zuletzt mit einem sehr starken Q2-Zahlenwerk. Mit einem bereinigten operativen Gewinn (EBIT) von 393 Mio. Euro erreichte man das obere Ende der konzerneigenen Prognose von 350 bis 400 Mio. Euro, nachdem man im Vorjahreszeitraum noch einen deutlichen Verlust von -827 Mio. Euro ausgewiesen hatte. Neben einem deutlichen Anstieg bei den Passagierzahlen (+318 % auf 29,21 Millionen) profitierte der führende europäische Luftfahrt-Carrier auch von einer deutlich verbesserten Auslastung im Passagier-Flugsegment, was sich in Verbindung mit höheren Ticketpreisen auch nachhaltig positiv bei der Margenentwicklung bemerkbar gemacht hatte. 


Ölpreise geben weiter nach - Einigung mit Bodenpersonal und Pilotengewerkschaft!
Neben den vielversprechenden Aussichten im operativen Geschäft dürfte die Kranichlinie im weiteren Jahresverlauf vor allem von weiteren Verbesserungen auf der Kostenseite profitieren. Nachdem die Notierungen für Rohöl seit dem Ausbruch des Russland-Ukraine-Konflikts im ersten Halbjahr zeitweise mit mehr als 120 USD/Barrel neue Rekordhochs erreicht hatten, sorgten zuletzt Konjunktursorgen für deutliche Rücksetzer bei den Ölpreisnotierungen. Entsprechend dürften auch die Kerosinpreise in der zweiten Jahreshälfte deutlich nachgeben, was für die Kranichlinie deutliche Entlastungen auf der Kostenseite verspricht. Da Kerosin den mit Abstand größte Kostenfaktor einer Airline darstellt, dürften die zu erwartenden höheren Lohnkosten im Zuge der jüngsten Tarifeinigung mit dem Bodenpersonal und der Pilotengewerkschaft kaum ins Gewicht fallen. Die Konzernführung der Lufthansa hatte sich kürzlich mit den Arbeitnehmervertretern nach längerem Tauziehen zwar auf eine deutlichere Tariferhöhung verständigt. Da sich damit streikbedingte Flugausfälle bis auf Weiteres vermeiden lassen, sollte sich die Einigung trotz Mehrkosten im dreistelligen Millionen-Bereich angesichts der zu erwartenden kräftigen Erholung der Passagierzahlen in der zweiten Jahreshälfte für die Lufthansa rechnen. 


Großaktionär Kühne will Beteiligung weiter aufstocken!
Die verbesserten Aussichten im operativen Geschäft der führenden europäischen Fluglinie wecken offensichtlich Begehrlichkeiten. So will die Kühne Holding offenbar ihre Beteiligung an der Kranichlinie weiter aufstocken. In einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung erklärte der Holding-Eigentümer Klaus-Michael Kühne, dass man bei sich bietender Gelegenheit weitere Lufthansa-Anteilsscheine erwerben wolle. Der Logistik-Unternehmer Kühne hatte sich bereits im Februar dieses Jahres über seine Beteiligungsgesellschaft mit rund 4 % bei der führenden europäischen Fluglinie eingekauft und seine Lufthansa-Beteiligung in der Folge sukzessive aufgestockt und hält mittlerweile 15,01 % der Anteile der Deutschen Lufthansa. Da Klaus-Michael Kühne über seine Holding auch die Mehrheit am schweizerischen Logistik-Konzern Kühne & Nagel hält, macht das Engagement bei der Lufthansa auch aus strategischer Sicht Sinn, zumal beide Anbieter bereits Luftfracht-Segment eng zusammenarbeiten. Da das Cargo-Segment angesichts knapper Kapazitäten und steigender Frachtraten weiter boomt, macht die Aufstockung der Lufthansa-Beteiligung auch strategisch Sinn. Viele Marktbeobachter gehen daher davon aus, dass der Multimilliardär eine engere Verzahnung zwischen Kühne & Nagel mit Lufthansa anstrebt, um Synergien zu heben. 


Lufthansa hebt Jahresprognose an! 
Nach dem starken Abschneiden in Q2 zeigte sich das Konzernmanagement für das Gesamtjahr deutlich optimistischer. So rechnet Konzernchef Carsten Spohr nun mit einem bereinigten operativen Gewinn deutlich über der Marke von +500 Mio. Euro, nachdem man zuvor lediglich eine "deutliche Verbesserung" gegenüber dem katastrophalen Vorjahresergebnis (EBIT: -2,35 Mrd. Euro) in Aussicht gestellt hatte. Entsprechend dürfte die Deutsche Lufthansa auch unter dem Strich der Sprung in die Gewinnzone gelingen, wobei der Konsens hier aktuell von einem Gewinn von 13 Cents je Aktie ausgeht. Für 2023 sehen die Konsenserwartungen bereits einen Gewinn von 51 Cent je Aktie vor, womit die Kranichlinie ein KGV von knapp 12 aufweisen würde. 

 

 

Viele Grüße
Martin Springmann

 

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