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Besser Traden mit System - Der Blog

  • Der Blog hilft Ihnen, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. In Wochenberichten und Kommentaren berichtet TraderFox-CEO und Diplom-Volkswirt Simon Betschinger von aktuellen Geschehen an den Kapitalmärkten und lässt Sie auch an seinen persönlichen Einschätzungen teilhaben. Schauen Sie doch ab und zu mal vorbei, um immer up to date zu sein!


 

Liebe Leser,

Lieferengpässe bei Öl- und Erdgas sowie bei Kohle im Zuge der Sanktionen der internationalen Staatengemeinschaft gegen Russland lassen derzeit nicht nur die Strompreise in astronomische Höhen schnellen. Angesichts der Gefahr möglicher Stromausfälle im Zuge der aktuellen Energiekrise steht auch das Thema Versorgungssicherheit hauptsächlich bei Unternehmenskunden mittlerweile ganz oben auf der Agenda. Aufgrund drohender Engpässe bei der Stromversorgung beispielsweise durch Erdgaskraftwerke gewinnt Ökostrom beim Energie-Mix im Firmenkundensegment stärker an Bedeutung, zumal sich damit auch die steigenden CO₂-Abgaben deutlich reduzieren lassen. Dies beschert Anbietern wie Encavis, der sich aktuell auf Rang 10 der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Rangliste befindet, glänzende Aussichten.

 

Steigende CO₂-Abgaben sorgen für höhere Nachfrage bei Ökostrom

Als Betreiber von Wind- und Solarparks ist Encavis nicht von den aktuellen Lieferengpässen bei fossilen Brennstoffen betroffen, sondern profitiert gleichzeitig als einer der führenden europäischen Betreiber von Wind- und Solarparks von der steigenden Nachfrage bei Ökostrom vor allem im Firmenkundensegment. Dank gezielter Akquisitionen und Fortschritten beim Ausbau der Pipeline mit neuen Wind- und Solarpark-Projekten verfügt Encavis aktuell mit einer installierten Gesamtleistung von 3,2 GW (konzerneigene Erzeugerkapazitäten + Beteiligungen an Wind- und Solarparks mit Partnerunternehmen) über eine kritische Größe. Dies macht Encavis als Ökostromlieferant auch für Großkunden wie den US-Technologiekonzern Amazon attraktiv. Der US-Online-Branchenprimus deckt den Strombedarf seiner spanischen Konzerntochter durch ein auf 10 Jahre ausgelegtes Power-Purchase-Agreement. Der Ökostrom für die Amazon-Tochter kommt vom Ende 2020 fertiggestellten spanischen Solarpark Carbera, der über eine Gesamtleistung von rund 200 Megawatt verfügt. Da viele Großkunden hauptsächlich aus der Industrie auf lang laufende Stromabnehmer-Verträge, sogenannte Power-Purchase Agreements (PPA) setzen, um ihren Energiebedarf zu decken, eröffnen sich für Encavis exzellente Aussichten. Dank der rekordhohen Strompreise ist man in der Lage, die auf mehrere Jahre ausgelegten Lieferverträge für Wind- und Solarenergie mit Industriekunden zu attraktiven Konditionen abzuschließen, was über die gesamte Laufzeit hohe planbare Erträge und gleichzeitig attraktive Margen garantiert.

 

Encavis überrascht mit starken Q1-Zahlen!

Auch operativ läuft es bei Encavis rund, was ein Blick auf die jüngsten Q1-Zahlen eindrucksvoll belegt. So verbesserten sich die Umsatzerlöse im Auftaktquartal deutlich um 53 % auf 90,4 Mio. Euro, während der bereinigte operative Gewinn (EBIT) überproportional um 168 % auf 34,8 Mio. Euro verbessert werden konnte. Neben den rekordhohen Strompreisen profitierte Encavis auch vom erfolgreich umgesetzten Ausbau seiner Erzeugerkapazitäten in Deutschland und Dänemark, womit die Stromproduktion im ersten Quartal um 33 % auf 710 Gigawattstunden gesteigert werden konnte. In Verbindung mit den rekordhohen Strompreisen verbesserte sich das Segment-Ergebnis bei den Wind- und Solarparks von Encavis deutlich und trug damit maßgeblich zum besser als erwarteten Abschneiden im ersten Quartal bei.

 

Jahresprognose bestätigt - Kapazitätsausbau wird weiter vorangetrieben!

Nach dem besser als erwarteten Abschneiden im ersten Quartal bestätigte Encavis im Anschluss seine Planziele für das Gesamtjahr. So rechnet man mit einem Gesamtertrag von mehr als 380 Mio. Euro, während der bereinigte operative Gewinn (EBIT) mit mehr als 166 Mio. Euro deutlich über Vorjahresniveau (140 Mio. Euro) liegen soll. Auch mittelfristig sieht sich Encavis weiter auf Wachstumskurs und will seine konzerneigenen Produktionskapazitäten bei Wind- und Solarenergie bis Ende 2025 von derzeit knapp 2,0 GW auf 3,4 GW ausbauen. Dank der jüngst von der EU und der Bundesregierung beschlossenen Direktiven zum Ausbau der regenerativen Energien im Rahmen des RePowerEU-Programms dürfte Encavis bei der Realisierung seiner Planziele beim Kapazitätsausbau deutlich schneller vorankommen. Da die Genehmigungsverfahren für neue Windpark-Projekte vor allem im Heimatmarkt Deutschland deutlich vereinfacht und beschleunigt werden sollen, dürfte Encavis bei der Realisierung neuer Projekte schneller vorankommen. Allein im laufenden Fiskaljahr will man die installierten Erzeugerkapazitäten um 500 Megawatt ausbauen, wobei rund 250 Megawatt auf die aktuell laufenden 12 strategischen Entwicklungspartnerschaften entfallen sollen. Da Encavis mit 340 Mio. Euro über eine prall gefüllte Kriegskasse verfügt, hat man genügend Spielraum, um die restlichen Erzeugerkapazitäten von 250 Megawatt durch die Übernahme von weiteren Wind- und Solarparkprojekten abzudecken. Entsprechend dürfte sich die Ergebnisentwicklung bei Encavis in den kommenden Jahren dynamischer gestalten. Die jüngsten Insiderkäufe belegen, dass auch das Konzernmanagement von den mittelfristigen Wachstumschancen bei Encavis überzeugt ist. So erwarb Manfred Küper zuletzt Anteilsscheine im Gesamtwert von rund 36.100 Euro.

 

Viele Grüße
Martin Springmann

 

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Liebe Leser,

ich habe früh gelernt, an der Börse zwischen zwei Disziplinen zu unterscheiden. Es gibt erstens die Disziplin Trading, bei der Positionen einem Risikomanagement unterliegen und Einstiege von technischen Faktoren abhängen. Dann gibt es zweitens die Disziplin des Investierens. Als Investor betrachte ich Aktien als Unternehmensanteile und verkaufe eine Beteiligung nicht aufgrund von kurzfristigen Turbulenzen.

In meinem Investment-Depot bin ich in auch in diesen schwierigen Börsenzeiten nahezu 100 % investiert. Ich stelle meine Unternehmensbeteiligungen nicht aufgrund einer konjunkturell schwierigen Zeit infrage. Entscheidend ist für mich bei einem Investment, ob ich davon ausgehe, dass die Firma in 10 Jahren deutlich besser dastehen wird als heute. Solange ich das bejahen kann, bleibe ich investiert.

 

Auf Euro-Basis notieren viele US-Aktien auf Allzeithoch

Bemerkenswert ist, dass die Portfolios deutscher Anleger, wenn sie verstärkt in US-Aktien investiert haben, zum Beispiel über den MSCI Index, von der Euro-Abwertung stark abgefedert wurden. Der Euro hat seit Jahresbeginn etwa 13 % verloren. Konservative Aktien wie McDonald’s, die auch im DZ Bank Magazin als Idee der Woche besprochen wurden, notieren in Euro umgerechnet auf Allzeithoch. Eine kluge, internationale Diversifikationsstrategie hat sich also ausgezahlt.

 

Die Aktienmärkte in China und Indien zeigen eine Outperformance

Der BSE Sensex, der die 30 größten Unternehmen der Börse in Mumbai beinhaltet, bewegt sich weiterhin in einem primären Bullenmarkt und durchläuft seit etwa einem Jahr eine stabile Konsolidierung. Auch chinesische Aktien, zum Beispiel repräsentiert über den CSI 300 Aktienindex, haben sich Mitte April einen neuen Aufwärtstrend eingeschlagen und koppeln sich von westlichen Indizes wie dem DAX ab.

Indien und China begreifen den Russland-Ukraine-Konflikt als Chance, lukrative Verträge über Rohstofflieferungen abzuschließen. Sie teilen die Sichtweise der USA und Europa nicht, Russland zu sanktionieren. Im Gegenteil. Unter der Federführung von China formiert sich in Asien und Südamerika eine neue Wirtschaftszone, die 3 Mrd. Menschen umfasst.

Insgesamt halte ich es für realistisch, dass der US-Aktienmarkt im Herbst einen Boden finden wird. Mein Szenario für 2023 geht weiterhin davon aus, dass es keine Knappheit beim globalen Rohstoffangebot geben wird. China und Indien werden verstärkt Rohöl aus Russland beziehen und andere Länder, die nicht auf den Sanktionslisten stehen, werden verstärkt USA und Europa beliefern. Der starke gestrige Einbruch beim Ölpreis deutet darauf hin, dass andere Marktakteure auch auf dieses Szenario setzen.

 

Die richtige Strategie für das zweite Halbjahr

Den Boden genau zu treffen, ist ein aussichtsloses Unterfangen. Ich warte in meinem Trading-Depot darauf, dass Aktien, die enorm gefallen sind, wieder in einen Aufwärtstrend übergehen. Einen Aufwärtstrend mache ich zum Beispiel daran fest, dass der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt 100 notiert. Starke Aktien kann man auch über unsere Trendstabilitäts-Ranglisten finden.

 

Viele Grüße
Simon Betschinger

TraderFox-CEO und Diplom-Volkswirt

 

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Liebe Leser,

es gibt ein ökonomisches Thema, bei dem eigentlich fast alle prominenten Denker, die sich dazu äußerten, falsch lagen: Wie Automatisierung und Roboterisierung die Arbeitsmärkte verändern werden. Menschliche Arbeitskräfte würden bald nicht mehr gebraucht werden, lautete eine These. Eine Masse arbeitsloser und gelangweilter Menschen müsste unterhalten werden, um Unruhen zu vermeiden.

Das Gegenteil dieser Prognosen ist eingetreten. Noch niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit waren so viele Arbeitsabläufe automatisiert und digitalisiert wie heute. Und was ist die Konsequenz? Es herrscht nicht etwas eine Knappheit an Arbeitsplätzen, sondern eine Knappheit an Arbeitskräften.

Warum ist das so? Weil die Produktvielfalt ständig zunimmt. Die Konsumwünsche der Menschen sind nahezu grenzenlos. Ständig bringen Unternehmer neue Produkte und neue Dienstleistungen auf den Markt, die tatsächlich auch nachgefragt werden. Wenn in der Landwirtschaft durch Automatisierung Arbeitskräfte eingespart werden, finden diese sehr schnell in anderen Sektoren wieder Arbeit.

Wie dringend die Notwendigkeit in vielen Branchen ist, die Abläufe noch sehr viel stärker zu automatisieren, zeigt eine Umfrage des Marburger Bundes: 35 % der Ärzte verbringen täglich vier Stunden mit Verwaltungsaufgaben. An solchen Zahlen sieht man, dass Automatisierung zwingend notwendig ist, um in vielen Bereichen das Geschäft auf einem funktionierenden Level überhaupt noch aufrechterhalten zu können.

 

Welche Aktien profitieren vom neuen Zwang zur Automatisierung?

Ein Unternehmen, das hiervon profitiert und das sich mit der Automatisierung verschiedenster Prozesse befasst, ist Teradyne (WKN 859892). Das Unternehmen wurde 1960 in Boston gegründet und ist ein Anbieter von Test-Equipment, insbesondere für die Chipindustrie. Doch daneben kommen seine Geräte, die zur Automatisierung verschiedenster Prozesse dienen, auch in den Bereichen der Auto- und Unterhaltungsindustrie, sowie der Luft- und Raumfahrt und der Verteidigung zum Einsatz.

Neben der Entwicklung und dem Vertrieb von automatischen Testsystemen, gilt das Unternehmen aufgrund seiner starken Marktposition im Bereich kollaborierende Roboter-Lösungen, mit der Universal-Robotic-Sparte, als gefragter Partner im Bereich der Automatisierung und der Umsetzung von Konzepten im Bereich Industrie-4.0.

Die letzten Quartale wurde das Robotik-Segment durch Lieferkettenprobleme belastet. Doch aufgrund einer sich erholenden Wirtschaftsaktivität und einiger neuer Produkte, geht Teradyne davon aus, dass sich das Wachstum im Bereich Robotik im aktuellen Jahr weiter beschleunigen wird.

Dies mag auch an den zahlreichen Übernahmen liegen, die das Unternehmen in den letzten Jahren hier durchgeführt hat. So wurde im Jahr 2018 Energid übernommen, ein führender Anbieter im Bereich von Bewegungssoftware für Roboter. Die Software führt komplexe Funktionen aus, die erforderlich sind, um Roboterbewegungen für Aufgaben wie das Greifen und Bewegen eines Objekts zu ermöglichen und brachte Teradyne dazu, im Bereich der Robotik ein volles Sortiment anbieten zu können.

 

Eine der spektakulärsten Übernahmen war wohl die von Universal Robots im Jahr 2015.

Dabei handelt es sich um einen Entwickler von sogenannten Cobots, also einfach zu bedienende kollaborierende Roboter, die für autonome Transportaufgaben in Fabrikhallen oder Logistik-Zentren genutzt werden können. Ein Wettbewerbsvorteil kann aktuell darin gesehen werden, dass das Unternehmen in 2019 mit dem 16E ein neues Robotermodell mit 16 Kilogramm Traglast auf den Markt gebracht hat. Und im Gegensatz zu den Vorgängermodellen eignet sich der neue Roboter nun auch für Palettier- und Verpackungsapplikationen, wo in der Regel höhere Traglasten gefordert sind. Laut dem CEO von Universal Robots Kim Povlsen hat sich das Unternehmen damit in einer Lücke positioniert, in der noch kein Wettbewerber vertreten ist.

Letzte Woche wurde auf der Messe „Automatica“ in München ein neues Modell mit einer Traglast von 20 Kg vorgestellt. Damit weitet das Unternehmen seine Modellpalette nach oben hin aus, wo es noch erhebliche Lücken gibt. Laut Povlsen gibt es in der Industrie viele Aufgaben, die Kraft erfordern und für die man immer schwieriger Personal findet. „Wenn Sie 800-mal am Tag Boxen heben, tut ihnen abends der Rücken weh“, so der CEO gegenüber dem Handelsblatt. Das neue Modell UR 20 kann Teile bis zu einer Höhe von zwei Metern stemmen und soll Aufgaben wie das Palettieren nun komplett selbst übernehmen.

Neben den Bereichen Palettier- und Verpackung, eignet sich der Roboter auch für die Beschickung von Werkzeugmaschinen, das Schweißen und für Schraub-Anwendungen, wo ebenfalls höhere Traglasten gefordert werden. „Allein diese vier Märkte sind weit über eine Milliarde groß“, so das Unternehmen.

Fazit: Die Arbeitskräfte-Knappheit wird Chancen bei Unternehmen eröffnen, die sich auf die Automatisierung von Arbeitsprozessen spezialisiert haben. Teradyne gehört bei diesem Thema ganz weit oben auf die Watchlist.

 

Viele Grüße
Simon Betschinger

TraderFox-CEO und Diplom-Volkswirt

 

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Liebe Leser,

folgende Worte stammen aus dem Buch "Die große Arbeiterlosigkeit": "Von aktuell noch rund 50 Millionen Erwerbsfähigen bleiben 2100 noch 34 Millionen übrig. Und diese 34 Millionen müssen dann für 21 Millionen Rentner und gut 10 Millionen Kinder und Jugendliche sorgen."

Der Autor leitet diesen drastischen Rückgang der Erwerbsfähigen vor allem aus der Demographie ab. Gleichzeitig droht eine teilweise Rückabwicklung der globalen Arbeitsteilung. Es gibt das politische Streben, die Abhängigkeit von China bei wichtigen Lieferketten zu verringern.

Die Arbeitskräfte-Knappheit macht sich bereits im Alltag bemerkbar. Am Samstag flog ich von Friedrichshafen nach Frankfurt. Auf dem Frankfurter Flughafen herrschte Chaos. Tausende herrenlose Koffer standen in der Abfertigungshalle. Es kam zu riesigen Schlangen vor der Gepäckermittlung. Offenbar fehlen dem Flughafenbetreiber Fraport rund 1000 Mitarbeiter. Einfache Prozesse und Arbeitsabläufe müssen stärker automatisiert werden. Anders wird es zukünftig nicht funktionieren.

Auch in den Vorstandsetagen der Unternehmen selbst möchte man nach den negativen Lockdown-Erfahrungen die Lieferketten neu ausrichten und die Produktion teilweise von China und anderen nicht demokratischen Staaten wieder nach Europa zurückholen.

Diese Entwicklungen werden dazu führen, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften die Anzahl der Erwerbsfähigen deutlich übersteigen wird. Welche Konsequenzen hat das?

Bislang wurde Automatisierung und Digitalisierung in Firmen dann vorangetrieben, wenn es möglich war, Kosten zu sparen. In Zukunft wird es notwendig sein, Arbeitsabläufe auch dann zu automatisieren, wenn es die Kosten erhöht, denn die Alternative wäre, ganz aus der Produktion auszusteigen.

Gewinner werden Firmen sein, die sich auf Automatisierungstechnologien spezialisiert haben.

Jungheinrich gehört zu diesen Firmen. Die Aktie war schon immer sehr zyklisch und kam im Zuge der Krise deutlich von 48 € auf 22 € zurück. Der CEO von Jungheinrich, Lars Brzoska, hat am Samstag der Börsen-Zeitung ein Interview gegeben. Er spricht davon, dass es trotz des Ukraine-Kriegs "keinen Abriss" bei den Aufträgen gegeben habe. Er will die 2025er-Ziele weiterhin erreichen.

Derzeit geht der Analystenkonsens in diesem Jahr von einem Gewinnrückgang auf 1,94 € je Aktie auf. Der Gewinn soll sich dann kommendes Jahr wieder auf 2,26 € je Aktie erholen. Das KGV23e würde dann 10 betragen: Eine Value-Bewertung.

Die Wachstumsfantasie, die mich für die Aktie optimistisch macht, kommt von neuen Technologien zur Automatisierung von Warenlagern. Jungheinrich hat vor etwa vier Wochen auf der Messe LogiMAT 2022 eine Generation von automatischen Lagersystemen vorgestellt.

PowerCube heißt das neue Lagersystem von Jungheinrich, das helfen soll, Lagerfläche und Arbeitskräfte einzusparen. Anstelle der langen Regelwände und Regalflure, durch die Mitarbeiter laufen müssen, tritt ein System mit quadratischen Boxen, die nebeneinander und übereinander gestapelt sind. Roboterfahrzeuge bewegen sich in diesem Kubus und holen aus den einzelnen Boxen dann die Waren. Es gibt auf der Website von Jungheinrich Videos dazu, wie das Ganze funktioniert.

 

Fazit: Die Knappheit an Arbeitskräften wird viele Firmen dazu zwingen, Prozesse auch dann zu automatisieren, wenn es die Produktion verteuert. Meine These ist: Anbieter von Automatisierungstechnologien werden den Markt in den nächsten Jahren deutlich out performen.

 

Viele Grüße
Simon Betschinger

TraderFox-CEO und Diplom-Volkswirt

 

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Liebe Leser,

Werte aus dem Telekom-Sektor gehören im aktuell anspruchsvollen Marktumfeld derzeit zu den Favoriten der Investoren. Denn für Schwergewichte wie die Deutsche Telekom, Vodafone oder Telefonica bieten sich erfahrungsgemäß auch in einem konjunkturell schwierigen Umfeld stabile Aussichten im operativen Geschäft und stabile Free-Cash-Flows. In diesem Zusammenhang bietet die Aktie des Mobilfunkanbieters Freenet, die sich derzeit auf Rang 4 der Trendstabilitäts-Rangliste im TecDAX befindet, eine interessante Story. Der Büddelsdorfer Mobilfunkanbieter verzichtet im Gegensatz zu Branchengrößen wie die Deutsche Telekom, Vodafone oder Telefonica Deutschland auf den Aufbau einer eigenen Telekom-Infrastruktur. Das spart nicht nur milliardenschwere Investitionen, sondern entlastet gleichzeitig die Kostenseite. Der Erfolg gibt Freenet recht, denn mit seinen Kernmarken mobilcom-debitel, Klarmobil oder Freenet-Mobile kann sich der Mobilfunkanbieter erfolgreich auf dem hart umkämpften deutschen Mobilfunkmarkt gegen scheinbar übermächtige Konkurrenten wie Telekom oder Vodafone erfolgreich behaupten. Mit mehr als 8,5 Millionen Mobilfunkvertragskunden rangiert Freenet derzeit auf Rang 5 auf dem deutschen Markt.

 

Freenet überzeugt mit soliden Q1-Zahlen - Mobilfunk und Waipu.TV sorgen für Schwung!

Auch operativ konnte Freenet zuletzt mit einem sehr soliden Q1-Zahlenwerk überzeugen. Zwar gingen die Umsatzerlöse angesichts der etwas verhaltenen Absatzentwicklung beim Vertrieb von Smartphones, Tablets und anderer Hardware um -2,3 % auf 616,8 Mio. Euro zurück. Beim bereinigten operativen Gewinn (EBITDA) verzeichnete man jedoch einen soliden Anstieg von +9,2 % auf 118 Mio. Euro, womit man besser als vom Konsens erwartet abgeschnitten hatte. Maßgeblichen Anteil an der starken Ergebnisentwicklung hatte das überraschend stark ausgefallene Wachstum im Mobilfunk-Neukundengeschäft, wobei man hier einen Zuwachs von +163.500 auf 8,811 Millionen Nutzer zu verzeichnen hatte. Sehr erfolgreich unterwegs ist Freenet weiterhin mit seinem Internet-Streaming-Portal Waipu.tv, das seinen Wachstumskurs im Vergleich zur Konkurrenz auch im ersten Quartal weiter fortsetzen konnte. So verzeichnete man bei der Zahl der waipu.tv Abo-Kunden mit einem Anstieg von+ 46.500 den stärksten Jahresauftakt seit dem Launch von waipu.tv im Jahr 2016. Mit rund 769.000 Nutzern hat das Internet-Streaming-Angebot von Freenet mittlerweile eine kritische Größe erreicht und dürfte das Ergebnis auch mittelfristig weiter anschieben.

 

Freenet bestätigt Jahresprognose - Div-Rendite von 6,7 %!

Nach dem starken Jahresauftakt bestätigte Freenet im Anschluss seine Jahresprognose. Demnach rechnet man trotz des eingetrübten Marktumfelds weiterhin mit einem Betriebsergebnis in der Spanne von 450 bis 470 Mio. Euro, nach 447,3 Mio. Euro im Vorjahr. Beim für die Dividendenausschüttung relevanten Free-Cash-Flow rechnet Freenet nicht zuletzt dank der soliden Aussichten im operativen Geschäft und der implementierten Kostensenkungsmaßnahmen für das laufende Fiskaljahr mit einem Wert in der Spanne von 230 bis 250 Mio. Euro (Vorjahr: 234,4 Mio. Euro). Da das Konzernmanagement rund 80 % seiner freien Barmittelzuflüsse an die Aktionäre ausschüttet, können sich die Anteilseigner auch im Jahr 2022 auf eine attraktive Dividendenausschüttung freuen. Hier rechnet der Analystenkonsens mit einer leichten Anhebung von 1,57 auf 1,60 Euro je Aktie, womit Freenet aktuell mit rund 6,7 % zu den attraktivsten Dividenden-Werten im Telekom-Sektor gehört. Auch das Konzernmanagement scheint von den guten Perspektiven im operativen Geschäft überzeugt zu sein. Dies belegen die jüngsten Insiderkäufe, wobei Ingo Arnold Mitte Mai Anteilsscheine im Gesamtwert von rund 56.000 Euro erworben hatte.

 

Viele Grüße
Martin Springmann

 

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