Besser Traden mit System - Der Blog

  • Der Blog hilft Ihnen, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. In Wochenberichten und Kommentaren berichtet Simon Betschinger von aktuellen Geschehen an den Kapitalmärkten und lässt Sie auch an seinen persönlichen Einschätzungen teilhaben. Schauen Sie doch ab und zu mal vorbei, um immer up to date zu sein!


 

Liebe Leser,

die expansive Geldpolitik der Zentralbanken hat viele Auswirkungen. Manchmal positiv, manchmal negativ. Die Spekulationsblasen in zahlreichen Kryptowährungen sind vermutlich auch auf das viele Geld zurückzuführen, das an den Märkten herumschwirrt und hochverzinste Investments sucht. „Wenn Du einen Zirkus eröffnest, bekommst Du auch eine Clown-Show“, sagen die Amis. Die Kryptowährungen sind die sind momentane Hauptattraktion im großen Geld-Zirkus.

Die Geldpolitik führt bislang zu keiner realen Inflation, aber zu einer Asset-Price-Inflation. Ich hatte schon letzte Woche am Beispiel einiger Nasdaq-Technologie-Aktien aufgezeigt, dass viele Kursanstiege in den letzten Monaten nicht auf eine Verbesserung der Unternehmensdaten zurückzuführen sind, sondern auf eine Ausdehnung der Bewertungen. Diese Bewertungs-Expansion am Aktienmarkt führt auch dazu, dass viele reiche Menschen noch sehr viel reicher werden. Ich werte das nicht, denn das ist die Aufgabe der Politik, ich möchte aber erklären warum die Nachfrage nach Luxus-Artikeln so stark ist.

Millionäre, deren Aktienvermögen beispielsweise von 10 auf 12 Millionen Euro steigt, können ihr Geld für Luxusartikel verpulvern. Die Vermögensexpansion der wohlhabenden Gesellschaftsschichten treibt die Nachfrage nach Luxusartikeln an.

Ein direkter Profiteur der Asset-Price-Inflation ist der Luxusgüterkonzern LVMH. Aufgefallen ist mir die Aktie von LVMH beim Screening der Trendstabilitätsranglisten. Sie befindet sich mittlerweile auf Rang 3 der Trendstabilitäts-Rangliste im EUROSTOXX50.

Der weltweit führende Luxusgüterkonzern scheint die Durststrecke nach der Coronavirus-Pandemie mittlerweile erfolgreich überwunden zu haben, was die kürzlich vorgelegten Zahlen für das abgelaufene Q4 eindrucksvoll belegen. Zwar schnitt der französische Branchenprimus im Schlussquartal mit einem organischen Umsatzrückgang von -3% unter Vorjahresniveau ab. Analysten hatten jedoch im Vorfeld mit einem deutlicheren Umsatzrückgang gerechnet, zumal LVMH in den Vorquartalen deutlich zweistellige Umsatzeinbußen hinnehmen musste. Das starke Abschneiden im Schlussquartal hatte LVMH nicht zuletzt der kräftigen Nachfrage-Erholung in Asien zu verdanken, zumal man hier mittlerweile knapp 41% seiner Umsatzerlöse generiert. Vor allem in China zogen die Absätze dank der zuletzt gesehenen konjunkturellen Erholung nach der Coronavirus-Pandemie im Reich der Mitte kräftig an. Auch in Nordamerika und Japan lagen die Erlöse zuletzt wieder auf Vor-Krisenniveau, während man in Europa nach wie vor unter den Auswirkungen der Pandemie zu leiden hatte. Besonders deutliche Zuwächse waren vor allem bei exklusiver Designer-Mode und hochpreisigen Lederartikeln bekannter Luxus-Labels wie Christian Dior, Louis Vutton, Celine und Moynat zu verzeichnen, wobei man in diesem Kernsegment mit einem Umsatzplus von +18% deutlich über Vorjahresniveau lag.

Starke Entwicklung im eCommerce-Segment - Haute-Couture weiter gefragt!

Dass sich LVMH im Schlussquartal in einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld erfolgreich behaupten konnte, hatte man vor allem dem Strategiewechsel beim Produktvertrieb zu verdanken. Seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie hat LVMH seine Präsenz im Online-Vertrieb deutlich ausgebaut und konnte damit zumindest einen Teil der durch den Lockdown verursachten Umsatzrückgänge bei seinen zahlreichen Boutiquen und Flagship-Stores wettmachen. Mittelfristig will LVMH den Online-Vertrieb weiter ausbauen, wobei man neben individuellen eCommerce-Portalen für bekannte Marken wie Bulgary oder Christian Dior auch verstärkt auf Ominchannel-Plattformlösungen wie "24 Sevres" setzen will. Da vor allem junge, kaufkräftige Kunden exklusive Parfums, Haute Couture oder hochpreisige Luxus-Uhren und Schmuck bevorzugt via Smartphone oder PC ordern, sollte sich der Strategiewechsel für LVMH mittelfristig bezahlt machen. Laut einer Studie der Experten von Deloitte dürfte sich der Online-Anteil bei Luxusartikeln bis zum Jahr 2025 auf knapp 25% belaufen.

Tiffany-Übernahme und Aussicht auf Reopening sorgen für gute Aussichten - JPMorgan sieht LVMH als "Top Pick"

Die Chancen, dass LVMH nach der Coronavirus-Pandemie in 2021 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren wird, stehen gut. Denn mit der erfolgreich abgeschlossenen Übernahme der bekannten US-Juwelierkette Tiffany´s. Nach langem Ringen erhielt LVMH Anfang Januar von den Kartellbehörden Grünes Licht für die rund 15,8 Mrd. USD schwere Übernahme der wohl bekanntesten Schmuck- und Juwelierkette der Welt. Für LVMH ist die knapp 15,8 Mrd. USD schwere Übernahme ein bedeutender Meilenstein, da Tiffany´s die perfekte Ergänzung für das Schmuck- und Uhren-Portfolio von LVMH darstellt, zu dem unter anderem so bekannte Marken wie TAG Heuer, Bulgary, Hublot und Zenith gehören. LVMH hat die Integration von Tiffany´s zur Chefsache erklärt, wobei Alexandre Arnaud, Sohn von Firmengründer und CEO Bernard Arnauld, federführend für die Bereiche Produktentwicklung und Marketing verantwortlich zeichnet. Nach dem Re-Opening der Edelboutiquen und Flagship-Stores im Zuge der Covid-19-Impfstoffkampagne dürfte auch das stationäre Filialgeschäft von LVMH rasch wieder an das Vorkrisenniveau anknüpfen. CEO Bernard Arnaud hat sich nach einem starken Jahresauftakt vorsichtig optimistisch gezeigt, dass LVMH in 2021 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren wird. Die Experten von JPMorgan sehen LVMH als einen ihrer "Top-Picks" im Luxusgütersektor und haben das Coverage kürzlich mit "Overweight" und einem Kursziel von 625 Euro aufgenommen.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Covestro, die sich derzeit auf Rang 6 der Gesamtauswahl befindet. Interessant finde ich das Unternehmen vor allem deswegen, weil es sich aufmacht, mit neuen Produkten in der Windenergie-Branche Fuß zu fassen und damit vom Green Deal zu profitieren.

Der Spezialist für Kunststoff-Vorprodukte profitiert wie viele andere Chemie-Konzerne vom globalen Wirtschafts-Ramp-Up nach der Coronavirus-Pandemie. Dies belegen die kürzlich vorgelegten Q4-Zahlen: Dank einer deutlichen Nachfragebelebung in allen Kerngeschäftsfeldern und höherer Absatzpreise verzeichnete Covestro ein deutliches Umsatzplus von 5%, während der operative Gewinn auf EBITDA-Basis mit 637 Mio. Euro im Vorjahresvergleich mehr als verdoppelt werden konnte. Auch unter dem Strich gelangt es Covestro im Schlussquartal dank konsequent umgesetzter Kostensenkungsmaßnahmen mit einem kräftigen Anstieg beim Nettogewinn auf 312 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 37 Mio. Euro), womit man die Erwartungen deutlich übertreffen konnte.

Covestro profitiert als Systemlieferant für Solar- und Windkrafthersteller von der Ökostromwende!

Frische Impulse verspricht bei Covestro die weltweit forcierte Ökostromwende. Der Spezial-Chemiekonzern liefert hier ein breites Spektrum an High-Tech-Werkstofflösungen für die Solar- und Windenergiebranche und hat sich damit als zuverlässiger Systemlieferant etabliert. PU-Elastomere schützen Solarpanels zuverlässig vor Abrieb und schädlichen Umwelteinflüssen. Infusions-Harz-Systeme verleihen Windturbinen die notwendige Stabilität, während Korrosions-Schutzlacke von Covestro On- und Offshore-Windenergieanlagen zuverlässig vor Verwitterung und Umwelteinflüssen schützen. Als Game-Changer bei der Herstellung von Windturbinen könnte sich die von Covestro entwickelte neue Generation von Polyurethan-Harz-Verbundwerkstoffen erweisen. Aufgrund der einzigartigen Konsistenz ermöglicht diese neue Werkstoff-Generation eine kostengünstigere Alternative zu herkömmlichen Fiberglas-verstärkten Harz-Werkstoffen, die normalerweise bei der Herstellung von Hochleistungs-Rotorblättern zum Einsatz kommen. Erste Prototypen dieser aus Polyurethan-Infusionsharz gefertigten Rotorblätter sind bereits seit einiger Zeit bei größeren Windpark-Projekten in Liaoning im Nordosten Chinas im Einsatz.

Zukauf von DSM-Sparte liefert margenstarke Ergänzung

Die passende Ergänzung für das Spezialitäten-Portfolio von Covestro bietet der kürzlich abgeschlossene Zukauf der Konzernsparte Resins & Functional Materials (RFM) des niederländischen Konkurrenten DSM. Durch die knapp 1,6 Mrd. Euro schwere Übernahme kann Covestro nicht nur sein Spezialitäten-Portfolio mit nachhaltigen Beschichtungs-Harze in der Konzernsparte Coatings, Adhesives, Specialties (CAS) weiter ausbauen, sondern positioniert sich auch in einigen neuen, margenstarken Segmenten wie Beschichtungslösungen für Glasfaserkabel. Gerade in diesem Bereich sind aufgrund des laufenden Rollouts von 5G-Mobilfunknetzen überdurchschnittlich hohe Zuwachsraten zu erwarten. Gleiches gilt für 3D-Druck-Polymer-Lösungen, wobei dieses Produktsegment aufgrund der anziehenden Nachfrage im Bereich der Additiven Fertigung Zuwachsraten von mehr als 20% pro Jahr aufweist.

Covestro sieht sich zurück auf dem Wachstumspfad - Goldman Sachs vergibt neues Spitzenkursziel

Nach dem durch die Krise geprägten Übergangsjahr 2020 sieht sich Covestro nicht zuletzt dank der kürzlich abgeschlossenen Übernahme der DSM-Sparte wieder auf Wachstumskurs. Nach einem vielversprechenden Start ins neue Fiskaljahr, rechnet das Konzernmanagement vor allem dank der starken Nachfrage aus der Automobil- und Bauindustrie mit einem kräftigen Mengenwachstum im Kerngeschäft von 10 bis 15%. Auch beim operativen Ergebnis (EBITDA) rechnet Covestro nicht zuletzt auch dank der konsequent umgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen mit einer deutlichen Verbesserung auf 1,7 bis 2,2 Mrd. Euro, nach 1,5 Mrd. Euro (-8,2%) im Vorjahr. Entsprechend optimistisch meldeten sich zuletzt die Experten von Goldman Sachs zu den weiteren Aussichten von Covestro zu Wort. Dabei wurde die Einstufung mit "Conviction Buy" bestätigt und das Kursziel von 67 auf 77 Euro belassen.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

man kann Aktienmarkt-Blasen als solche nicht erkennen, wenn man sich darin befindet, sagen die meisten Akademiker und Börsenexperten. Aber ich denke, dass das falsch ist. Es gibt Aktien-Bewertungen, bei denen folgende Aussage höchstwahrscheinlich richtig ist: Wenn ich heute in 10 defizitäre NASDAQ-Aktien mit Kurs-Umsatz-Verhältnissen von über 30 investiere, dann werde ich mit diesem Depot in den nächsten 10 Jahren vermutlich Verluste eingefahren haben.

Bei TraderFox haben wir verschiedene Wachstums-Strategien ausgewertet, auf deren Basis dann regelbasierte Portfolio-Systeme erstellt wurden. Portfolio-Systeme, die systematisch in die höchst bewerteten Aktien des Marktes nach dem KUV-Kriterium investierten, fuhren langfristige Renditen ein, die gegen Null gingen. Man wird nach dieser Strategie Aktien im Depot haben, denen der ganz große Durchbruch gelingt, diesen Gewinnern stehen aber viele Bubble-Aktien gegenüber, die dann wieder in der Versenkung verschwinden, wenn das Wachstum nachlässt.

Amazon seit 2002 keine Bubble-Aktie mehr

Wenn ich über hochbewertete Titel schreibe, dann kommt oft in den Kommentaren die Aussage: Ja aber, bei Amazon haben auch alle behauptet, die Aktie sei eine Bubble. Ich kann hier nur entgegnen, dass Amazon nach der Königs-Bewertungs-Kennzahl KUV von 2001 bis 2018 eigentlich nie extrem ambitioniert bewertet war. Ich kaufte die Aktie 2014 bei einer KUV-Bewertung von etwa 2 und sprach von einer günstigen Bewertung. Das KUV war bei 2, bei Docusign liegt es bei 40. Das nachfolgende Diagramm zeigt die KUV-Bewertung der Amazon-Aktie im Zeitverlauf. Wer in der Bubble-Phase 1999 einstieg, musste über 10 Jahre warten bis die Position dann wieder in Plus lief.
 

 

Welche Titel meine ich mit „Bubble-Stocks“

Docusign erzielte im Jahr 2020 Umsatzerlöse in Höhe von 973 Millionen USD. Der Börsenwert liegt auch nach der kleinen Korrektur immer noch bei 45 Milliarden USD. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei 41. Ein KGV kann nicht berechnet werden, denn die Firma schreibt rote Zahlen.

Ich kenne Docusign aus zahlreichen Vertragsabschlüssen. Früher musste man Verträge ausdrucken, unterschreiben und dann per Post an den nächsten Unterzeichner weiterschicken. Heute erhält man einen Link zugeschickt und kann eine digitale Signatur hinterlassen.

Eine solche einfache Software kann aber nicht lediglich Docusign auf die Beine stellen. Auch Adobe hat mittlerweile nachgezogen. Die letzten Verträge, die ich unterzeichnete, wurden mir über Adobe Sign zugestellt.

Die Börse spielt immer noch das Szenario, dass Docusign der Dominator für digitale Vertragsabschlüsse wird. Das Potenzial ist riesig, wenn zum Beispiel die Notar-Branche einmal digitalisiert wird. Derzeit finden um 10 Uhr in Deutschland bestimmt tausende Notartermine statt. Die Vertragsparteien müssen teilweise von weit her anreisen, um beim Notar persönlich zu erscheinen. Wenn Docusign eine standardisierte Lösung für Notare anbieten kann, die vom Gesetzgeber akzeptiert wird, hätte das großes Potenzial. Aber: Es könnte auch Adobe sein, denn der Kern der Software ist nicht sehr komplex. Jede große Software-Firma kann das bauen.

Die Börse bewertet mittlerweile fast jede Silicon-Valley-Firma wie einen zukünftigen Dominator

Mein Problem mit den derzeitigen Bewertungs-Niveaus ist, dass die meisten Aktien so gepreist sind als würden sie den Markt beherrschen können. Der auf CRM- und Sales-Software spezialisierte Anbieter Hubspot wird mit einem KUV von 26 bewertet. Gewinne sind nicht vorhanden. Auch Konkurrenten wie Zendesk (KUV 16) oder Atlassian (KUV 36) sind trotz roter Zahlen mit solch astromischen Bewertungs-Niveaus gepreist Es gibt offenbar nur noch zukünftige Marktführer - nur noch zukünftige Giganten, die in die Fußstapfen der Riesen Amazon, Adobe oder Microsoft treten werden.  

Was ist die Schlussfolgerung?

Aus der Tatsache, dass man bei einer Aktie eine Bubble-Bewertung erkennt, kann man eigentlich nur schlussfolgern, nicht auf breiter Basis in diese Aktien zu investieren. Es ist eine Zeit für Trader. Es ist durchaus rational, als Trendfolge-Trader die starken Trends so lange wie möglich zu reiten. Wer das eigene Depot jetzt mit Hoch-KUV-Nasdaq-Aktien wie Docusign zu füllt, in der Hoffnung, in 10 Jahren sehr viel Geld verdient zu haben, dürfte vermutlich enttäuscht werden.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

Aktienkurse sind Gleichgewichtspreise, die die Zukunftserwartungen der kapitalstärksten und intelligentesten Menschen der Welt widerspiegeln. Die Entwicklung der Aktienkurse gibt uns bedeutsame Hinweise auf die zukünftige Realität.

Klar gibt es Ausnahmen: Wenn sich eine Community wie Wall Street Bets zu einem Pool zusammenschließt, dann ist der Aktienpreis natürlich der Spielball der Spekulanten und kein guter Gradmesser für die weitere Entwicklung des Unternehmens oder der Wirtschaft.

Das letzte Jahr 2020 wird in die Lehrbücher der Finance-Studiengänge eingehen. Als die Corona-Pandemie von China nach Europa und in die USA hinüberschwappte, gab es zuerst eine Art Schockstarre. Die Märkte kollabierten. Aber dann erkannte die Börse relativ schnell, dass das Corona-Virus besiegbar ist. Die Aktienkurse beginnen zu steigen und die Aufwärtsdynamik erhöhte sich Monat für Monat.

Es war eine Rallye entlang „der Mauer der Sorgen“ – wie die Amis es so schön auf den Punkt bringen. Viele Anleger zweifelten an der Kurserholung, aber letzten Endes hatte die Börse Recht. Heute, im Februar 2021 wissen wir, dass auch in Zeiten der Pandemie die meisten Sektoren der Wirtschaft sehr gut funktionieren. Die kollektive Intelligenz, die hinter den Aktienmarktpreisen steckt, hat das schon sehr schnell ab April 2020 erkannt.

Am Wochenende gab es eine weitere Meldung mit Signalkraft. Menschen, die mit dem BioNTech-Impfstoff geimpft wurden, sind so gut wie nicht mehr ansteckend.

Die Aktienmärkte interpretierten diese Meldung folgendermaßen: Die Pandemie wird im Sommer Geschichte sein, in dem Sinne, dass keine großen Einschränkungen im alltäglichen Leben mehr notwendig sind.

Die Aktienkurse von Unternehmen rund um Tourismus und Flugverkehr schossen in die Höhe. Hier ist die 5-Tages-Performance einiger ausgewählter Titel:

Tripadvisor: +23 %
Marriott: +16,7 %
Delta Airlines: +9  %
TUI: +24,82 %
Fraport: +18,60 %
Carnival: +17 %

Aktien von Firmen mit pandemiefreundlichen Geschäftsmodellen wurden versenkt:

Zalando: -9 % (hat mich persönlich erwischt und aus meinem Trade „ausgestoppt“)
Hellofresh: -9 %
Westwing: -11 %
Peloton: -12 %

Fazit: Die Märkte haben ihr Urteil gefällt. Corona ist besiegt!

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Anleger,

die Automobilnachfrage zieht nach dem pandemiebedingten Einbruch im vergangenen Jahr wieder deutlich an, was Autobauern seit Jahresbeginn vor allem in Endmärkten wie Asien kräftige Absatzzuwächse beschert. Hersteller wie Volkswagen, General Motors oder Renault haben aktuell trotz prall gefüllter Auftragsbücher allerdings mit Problemen zu kämpfen, da die Fahrzeugproduktion angesichts von Lieferengpässen in der Chip- und Halbleiterindustrie derzeit massiv beeinträchtigt wird.

Infineon wird dank Cypress-Übernahme zum Powerhouse bei Automotive-Chips!

In diesem Zusammenhang rücken Anbieter wie der Chiphersteller Infineon, der sich aktuell auf Rang 8 der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Rangliste befindet, in den Fokus. Der Münchener Halbleiterproduzent hat seine Angebotspalette in diesem Segment durch die milliardenschwere Übernahme des US-Konkurrenten Cypress Semiconductor massiv erweitert und deckt mit seinen Sensoren, Leistungshalbleitern und Micro-Controllern alle Anwendungsbereiche, von der Antriebssteuerung, über Fahrzeugelektronik bis hin zu modernen Fahrassistenz- und Infotainment-Systemen, bei modernen Fahrzeugen ab. Eine weitsichtige Entscheidung, zumal der Chip-Content im Auto stetig zunimmt und Infineon mittlerweile knapp 44% seiner Erlöse in diesem Segment generiert. Da moderne Fahrassistenz-und Infotainment-Systeme oder elektronische Parkassistenz- und Sicherheitssysteme vor allem in höheren Preissegmenten immer stärker Einzug halten, gehen die Marktforscher von IHS Markit bis 2026 von einem durchschnittlichen Wachstum von rund 7% pro Jahr im Automotive-Chipsegment aus.

Infineon für E-Mobility-Boom bestens gerüstet

Frische Impulse verspricht vor allem der Siegeszug der Elektromobilität. Denn bei E-Autos oder Hybrid-Modellen werden Studien zufolge im Schnitt knapp doppelt so viele Chips verbaut, wie bei herkömmlichen Pkw mit Verbrennungsmotor. Angesichts der rasant ansteigenden Zulassungszahlen bei Elektrofahrzeugen sieht Infineon hier mittelfristig enorme Wachstumschancen, zumal der Münchener Chiphersteller schon jetzt zu einem gefragten Systemlieferanten im E-Mobility-Segment avanciert. Aktuell sind in 15 der 20 weltweit meistverkauften Elektro- und Hybridmodelle Infineon-Chips verbaut. Zum Kundenkreis von Infineon gehören Hersteller wie BMW oder das chinesische Start-Up NIO, die man mit Haupt-Wechselrichtern zur Steuerung der Fahrzeugelektronik bis hin zu Chip-Lösungen für so genannte On-Board-Ladesysteme beliefert.

Starke Q1-Zahlen und optimistischer Ausblick

Der kräftige Nachfrageschub bei Automotive-Chips bescherte Infineon zu Jahresbeginn ein Rekordergebnis, wobei man bei einem Erlösanstieg von 6% beim bereinigten operativen Gewinn um 29% zulegen konnte. Angesichts der dynamischen Erholung der Autoabsätze und steigender Chip-Absätze im Segment Consumer Electronics hob Infineon im Anschluss seine Jahresprognose sowohl bei Umsatz als auch beim operativen Ergebnis leicht an. Vor allem bei der operativen Gewinnmarge legt man die Latte nun mit 17,5% (zuvor: 16,5) höher, zumal man hier zum Jahresauftakt bereits mit 18,6% (Vorjahr: 15,2%) sehr stark abgeschnitten hatte. Sorgen über mögliche Lieferengpässe muss sich Infineon derzeit im Vergleich zu vielen anderen Konkurrenten nicht machen. Infineon hat während der Coronavirus-Krise vor allem bei Automotive-Chips hohe Lagerbestände aufgebaut und kann die enorm steigende Nachfrage nach Aussage von Vorstandschef Reinhard Ploss derzeit adäquat bedienen. Da man frühzeitig mit dem Ausbau seiner Produktionskapazitäten begonnen hat und die Fertigstellung der neuen Chipfabrik in Villach bereits im vierten Quartal und damit früher als geplant abschließen wird, sollte Infineon auch künftig von Lieferschwierigkeiten verschont bleiben.

Berenberg Bank hebt den Daumen und vergibt neues Spitzenkursziel für Infineon

Die Experten der Berenberg Bank haben sich zuletzt optimistisch zu den weiteren Aussichten bei Infineon zu Wort gemeldet. Nach Einschätzung der Analysten dürften sich die Lieferengpässe bei Automotive-Chips auch im weiteren Jahresverlauf weiter fortsetzen, wovon Infineon als einer der führenden Anbieter in diesem Segment stark profitieren werde. Daher wurde das Kursziel für Infineon von 37 auf 45 Euro angehoben und die Einstufung mit "Buy" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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