Besser Traden mit System - Der Blog

  • Der Blog hilft Ihnen, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. In Wochenberichten und Kommentaren berichtet Simon Betschinger von aktuellen Geschehen an den Kapitalmärkten und lässt Sie auch an seinen persönlichen Einschätzungen teilhaben. Schauen Sie doch ab und zu mal vorbei, um immer up to date zu sein!


 

Liebe Leser,

aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Nordex, die sich derzeit auf Rang 3 der Gesamtauswahl befindet. Der Windenergieanlagenbauer kristallisiert sich als am deutschen Markt als einer der großen Gewinner der Ökostromwende heraus. Weltweit werden die Ökostrom-Kapazitäten massiv ausgebaut, um das langfristige Ziel einer CO2-neutralen Stromversorgung möglichst zeitnah realisieren zu können.

Nordex profitiert als technologischer Marktführer von Onshore-Windenergieausbau

Neben Solar- und Wasserkraft spielt vor allem der Ausbau der Windenergie-Kapazitäten hier eine zentrale Rolle, wobei neben Offshore-Windparks auch Onshore-Windenergie immer stärker in den Fokus rückt. Dank neuer, effizienter Anlagen auch in Regionen, in denen lediglich mittlere oder schwache Windgeschwindigkeiten herrschen, eine stabile und nachhaltige Stromerzeugung gewährleisten lässt. Nordex gilt in diesem Zusammenhang als technologisch führender Anbieter, zumal der Rostocker Windenergieanlagenspezialist mit seiner neuen Delta4000-Turbinengeneration hier seit Jahren neue Maßstäbe setzt. Die Delta4000-Turbinen-Serie ist vor allem für Regionen mit schwachen und mittleren Windgeschwindigkeiten ausgelegt und lässt sich mit Leistungsklassen von 2,0 bis mehr als 5 Megawatt sowohl für kleinere und mittlere als auch für große Windparkprojekte mit einer Gesamtleistung von mehreren hundert Megawatt einsetzen.

Auslandsgeschäft brummt - Auftragslage hellt sich nach Coronavirus-Pandemie deutlich auf

Während der Onshore-Windenergie-Ausbau in Deutschland seit Jahren durch bürokratische Hindernisse und komplizierten Ausschreibungsverfahren gebremst wird, werden Onshore-Windenergieanlagen im europäischen Ausland und vor allem in Süd- und Nordamerika seit Jahren stark nachgefragt. Nach dem durch die Coronavirus-Pandemie verursachten Einbruch die vor allem im ersten Halbjahr zu Auftragsstornierungen und Projektverzögerungen geführt hatte, hat sich die Lage mittlerweile wieder deutlich entspannt, was Nordex zuletzt kräftigen Rückenwind beim Ordereingang beschert hat. Dies belegen die jüngsten Großaufträge der vergangenen Wochen, wobei Nordex zuletzt mit der Lieferung von 91 Turbinen der neuesten  N163/5.X-Turbinen-Generation aus der Delta4000-Serie für ein Windenergie-Projekt in Brasilien mit einer Gesamtleistung von 518 Megawatt beauftragt wurde. Auch in Schweden und Finnland kommt die neueste Turbinengeneration aus der Delta4000-Serie zum Einsatz, wobei Nordex Anfang Januar zwei Großaufträge mit einer Gesamtleistung von 188 bzw. 131 Megawatt zu vermelden hatte.

Auftragsschub aus den USA dürfte sich weiter fortsetzen!

Große Chancen lauern für Nordex vor allem in den USA. Hier will der neue US-Präsident Joe Biden die Klimawende bekanntlich mit milliardenschweren Subventionen weiter vorantreiben, wobei auch die Windenergie eine zentrale Rolle spielen dürfte. Mit dem zum Jahreswechsel in Kraft getretenen neuen Stimulus-Package wurden auch die Steuervergünstigungen zur Förderung von Solar- und Windenergieanlagen weiter verlängert, was die Nachfrage nach Windenergieanlagen weiter ankurbeln wird. Dies verspricht Nordex gute Chancen auf dem wichtigen US-Markt, nachdem der Windenergieanlagenbauer in den vergangenen Monaten bereits vier Großaufträge mit einer Gesamtleistung von jeweils bis zu 300 Megawatt an Land ziehen konnte.

Auf Kurs zu nachhaltiger Ergebnisverbesserung ´- BancOfAmerica hebt Kursziel auf 32 Euro an!

Auch bei der Ertragslage haben sich die Aussichten bei Nordex zuletzt deutlich aufgehellt. Nach dem Pandemie-bedingten Einbruch im ersten Halbjahr überzeugte man in den ersten neun Monaten mit einem Umsatzplus von 63% und einer deutlichen Verbesserung beim bereinigten operativen Ergebnis die Konsenserwartungen übertreffen. Nach einem Übergangsjahr 2020 will Nordex dank Sparmaßnahmen und einer deutlich effizienteren Fertigung wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. So setzt sich der Rostocker Anlagenbauer für 2022 mit einer operativen Marge von 8% ehrgeizige Ziele, nachdem die Profitabilität in 2020 lediglich bei 2,0% liegen soll. Die Experten der Bank of America haben daher die Einstufung von "Neutral auf "Buy" angehoben und das Kursziel von 20 auf satte 32 Euro erhöht.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

hier im Blog hatte ich letztes Jahr häufig über das Comeback der RWE-Aktie und der anderen großen Energieversorger geschrieben, die sich auf erneuerbare Energien konzentrieren. Die erste Phase der Energiewende wurde von privaten Haushalten und Firmen getrieben, die sich – salopp formuliert - Solarmodule aufs Dach schraubten und dank der Netzvorfahrt ihren Strom in die Stromnetze der Versorger einspeisen durften. Die Energieriesen waren die Leidtragenden. Die zweite Phase der Energiewende benötigt nun sowohl große Wind- und Solarparks als auch Power-to-Gas-Anlagen, die zum Beispiel Windstrom in Wasserstoff umwandeln. Dieses Projekt und Anlagengeschäft ist das klassische Geschäft der großen Energiekonzerne.

Lesen hierzu auch meinen Artikel:
„Green-Deal im Turbo-Modus. EU-Kommission plant Verfünffachung von Offshore-Windenergie“

ENEL ist ein Energieversorger aus Italien mit einem Ökostrom-Anteil von 53%!

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Enel, die sich derzeit auf Rang 5 im EURO STOXX 50 befindet. Der italienische Energieversorger gehört mit seinen mehreren hundert Millionen Endkunden in Europa, Nord- und Lateinamerika und Asien und einer installierten Gesamtleistung von 87 Gigawatt zu den weltweit führenden Energieversorgern. Auch in punkto Nachhaltigkeit setzt Enel Maßstäbe, zumal der italienische Branchenprimus in den vergangenen Jahrzehnten massiv in den Ausbau seiner Ökostromaktivitäten investiert hat. Damit ist Enel für die sich abzeichnende Ökostrom-Wende gut gerüstet, zumal knapp 46 Gigawatt der Gesamt-Erzeugerkapazitäten auf Wind, Solar, und Wasserkraft entfallen. Damit erreicht Enel schon jetzt einen Ökostromanteil von knapp 53%, was deutlich über dem durchschnittlichen Ökostromanteil anderer Wettbewerber liegt.

Neues milliardenschweres Investitionsprogramm in den Ausbau der Erneuerbaren Energien beschlossen.

In den kommenden Jahren will Enel den Ausbau seiner Ökostromkapazitäten durch ein milliardenschweres Investitionsprogramm weiter forcieren. Bis zum Dekaden-Ende will der italienische Branchenprimus mehr als 70 Mrd. Euro allein für den Bau von neuen Wind- und Solarparks, Wasser- und Geothermie-Kraftwerke ausgeben. Damit sollen die Erzeugerkapazitäten bis zum Dekaden-Ende auf rund 120 Gigawatt ausgebaut werden, womit Enel seinem Ziel, bis spätestens 2050 eine komplett CO2-neutrale Energieerzeugung zu erreichen, ein großes Stück näher kommt.

Enel will bei Grünem Wasserstoff ganz vorne mitmischen!

Flankiert wird der Ausbau der Ökostromkapazitäten durch weitere milliardenschwere Investitionen in die Modernisierung und Erweiterung der Netz-Infrastruktur sowie in neue Energiespeicherkapazitäten. In diesem Zusammenhang will man u.a. auch auf Großanlagen zur Erzeugung von Grünem Wasserstoff setzen. Dies macht strategisch Sinn, da Grüner Wasserstoff als CO2-neutraler Energieträger beispielsweise für die Stahlproduktion oder als Treibstoff-Alternative für Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff-Antrieb, immer stärker an Bedeutung gewinnt. Ein erstes Pilotprojekt mit einer Gesamtleistung von 20 Megawatt will man gemeinsam mit dem italienischen Ölkonzern ENI realisieren, wobei der zur Erzeugung des Grünen Wasserstoffs benötigte Ökostrom aus einem nahe gelegenen Solarpark von Enel kommen soll. Mittelfristig will sích Enel als einer der führenden Anbieter von Grünem Wasserstoff positionieren und plant daher, seine Erzeugerkapazitäten massiv auszuweiten. Dank neuer Großprojekte in Chile und Brasilien will man bis Ende 2030 auf eine installierte Gesamtleistung von mehr als 2 Gigawatt kommen.

Starke Zahlen trotz Coronavirus-Pandemie

Der hohe Ökostromanteil macht sich für Enel nicht nur positiv bei der Ökobilanz bemerkbar, sondern macht sich auch beim Konzernergebnis bezahlt. Da sich mit der Vermarktung von Ökostrom deutlich höhere Margen als bei konventionell erzeugter Energie erzielen lässt, macht sich steigende Ökostromanteil auch positiv bei der Ergebnisentwicklung bemerkbar. Dies belegen die jüngst veröffentlichten Neun-Monats-Zahlen. Zwar musste Enel aufgrund geringerer Stromabsätze in Folge der Coronavirus-Pandemie einen Umsatzrückgang hinnehmen. Dank der starken operativen Entwicklung der Konzerntochter Enel Green Energy lag der bereinigte Nettogewinn um 9,0% über Vorjahresniveau, womit die Konsenserwartungen übertroffen werden konnten.

Höherer Ökostromanteil sorgt für steigende Gewinne - Goldman Sachs hebt den Daumen!

Entsprechend optimistisch meldeten sich die Experten von Goldman Sachs zu den weiteren Aussichten bei Enel zu Wort. So gehen die Analysten davon aus, dass Enel als einer der weltweit führenden Ökostromanbieter den bereinigten Gewinn je Aktie in der kommenden Dekade um durchschnittlich 9% pro Jahr steigern dürfte. Daher wurde das Kursziel von 10,50 auf 12,50 Euro angehoben und die Einstufung mit "Conviction Buy" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

Technologische Spitzenstellung und Innovationskraft findet man in Deutschland oft bei Firmen, die eher leise und still arbeiten, anstatt sich ins Rampenlicht zu stellen. Wie zum Beispiel beim Familienunternehmen Merck KGaA. Die Aktie ist mir beim Screening der Trendstabilitätsranglisten die Aktie von Merck KGaA, die sich derzeit auf Rang 10 der Gesamtauswahl befindet. Der Darmstädter Pharma- und Life-Sciences-Spezialist hat sich auch während der Coronavirus-Pandemie im Vergleich zur Konkurrenz sehr gut behauptet, was ein Blick auf die zuletzt vorgelegten Q3-Ergebnisse eindrucksvoll bestätigt. Mit einem Umsatzplus von 9,7% und einem kräftigen Anstieg beim bereinigten operativen Ergebnis von knapp 53% toppte man die Konsenserwartungen deutlich.

Drei-Säulen-Strategie sorgt für Stabilität in unsicheren Zeiten!

Dank seiner Drei-Säulen-Strategie rund um die drei Kerngeschäftsfelder Pharma, Life Sciences und Performance Materials ist man in der Lage, sich auch in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich zu behaupten. Passend ergänzt wurde das Kerngeschäft in den vergangenen Jahren durch strategische Übernahmen, die sich für Merck nun auszahlen. Dank der knapp 17 Mrd. Euro schweren Übernahme des US-Anbieters Sigma-Aldrich avanciert man zu einem der führenden Anbieter im Bereich Labortechnik-Equipment und ist gleichzeitig ein gefragter Partner bei zahlreichen Covid-19-Impfstoffprojekten. Entsprechend stand im Life Sciences-Segment ein kräftiges Umsatzplus von 15,6% zu Buche. Noch überzeugender präsentierte sich der Geschäftsbereich Performance Materials. Als strategisch kluger Schachzug erwies sich hier die stärkere Fokussierung auf höhermargige Spezialitäten wie etwa Materialien für die Halbleiterherstellung Dank des milliardenschweren Zukaufs des auf hochreine Prozesschemikalien für die Chip- und Halbleiterfertigung spezialisierten US-Konzerns Versum Materials profitiert man aktuell vom Boom in der Halbleiterindustrie. Entsprechend überzeugte die Konzernsparte Performance Materials mit einem satten Umsatzplus von 43,4% und trug mit einer Verbesserung bei operativen Segmentergebnis von mehr als 40% maßgeblich zum starken Abschneiden in Q3 bei.

Jahresprognose angehoben - Merck sieht sich weiter auf Wachstumskurs!

Für das Gesamtjahr setzt sich das Konzernmanagement trotz des weiterhin schwierigen Marktumfelds für das Gesamtjahr nun höhere Ziele. So wurde das untere Ende der Umsatzprognose angehoben, während man beim bereinigten operativen Gewinn mit 5,05 bis 5,25 Mrd. Euro (zuvor: 4,45 bis 4,85 Mrd. Euro) ein neues Rekordergebnis anpeilt. Auch mittelfristig sieht sich Merck nach einem durch die Coronavirus-Pandemie geprägten Übergangsjahr vor allem dank den starken Aussichten im Bereich Performance Materials weiter auf Wachstumskurs. Deutliche Umsatzzuwächse von jährlich 6 bis 9% erhofft man sich auch vom Life-Sciences-Segment, das aktuell von höheren Absätzen bei Labortechnik-Equipment und Verbrauchs-Materialen für die Covid-19-Impfstoffentwicklung profitiert. Daneben bleiben auch die Aussichten im Pharmasegment weiterhin vielversprechend. Hier rechnet dank Neuzulassungen in der prall gefüllten Entwicklungs-Pipeline bis 2022 mit zusätzlichen Erlösen von rund 2 Mrd. Euro. Neben Zulassungserweiterungen für erst kürzlich eingeführte Präparate wie Mavenclad (Multiple Sklerose) und dem Krebsmedikament Bavencio ruhen die Hoffnungen von Merck hier vor allem auf dem in der klinischen Entwicklung befindlichen Multiple-Sklerose-Präparat Evobrutinib oder dem Onkologie-Wirkstoff Tepotinib.

JP Morgan hebt den Daumen - Insiderkäufe im sechsstelligen Bereich lassen aufhorchen!

Angesichts der überzeugenden Aussichten in den Kerngeschäftsfeldern meldete sich kürzlich das Analystenhaus JPMorgan mit einer optimistischen Studie zur Aktie des Pharma- und Life-Sciences-Spezialisten zu Wort. So wurde die Einstufung von "Neutral" auf "Overweight" angehoben und das Kursziel von 130 auf 160 Euro erhöht. Auch das Konzernmanagement rechnet mit einer weiteren Fortsetzung der starken Ergebnisentwicklung, was die kurz vor Jahresende getätigten Insiderkäufe über mehr als 247.000 Euro eindrucksvoll belegen.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

meine erste Kolumne im Jahr 2021 möchte ich einigen frei formulierten Gedanken widmen.

Das Börsenjahr 2020 war einfach für diejenigen, die die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie realistisch einschätzen konnten. Im April 2020 war der Pessimismus zu hoch, insbesondere unter vielen Profi-Investoren. Viele Vermögensverwalter erhöhten auf dem Höhepunkt der Krise ihre Cashbestände und reduzierten ihre Aktienquoten. Das entnehme ich zumindest der Berichterstattung in den Zeitungen. Auch der führende Online-Vermögensverwalter Scalable Capital erwies seinen Kunden einen Bärendienst als auf dem Höhepunkt der Krise von Aktien in Anleihen umgeschichtet wurde.

Als ich im März 2020 meine V-Erholungsthese für Wirtschaft und Aktienmarkt formulierte, wehten mir laute Worte des kollektiven Widerspruchs entgegen. Das hat mir erneut gezeigt: Nur weil viele Menschen eine Meinung über die Wirtschaftsentwicklung vertreten, muss sie deswegen nicht richtig sein. Für einen kollektiven Irrtum halte ich auch die Ansicht, dass Amazon als Gefahr für die Innenstädte gesehen wird. Im Gegenteil: Der Einfluss von Amazon wird letztens Endes dazu führen, dass die Geschäfte in den Innenstädten schöner, spannender oder erlebnisreicher werden.

Warum der boomende Online-Handel nicht zu verwaisten Innenstädten führen wird!

Das große Investment-Thema war der Online-Handel. eCommerce-Aktien profitierten von den dramatischen Marktanteilsgewinnen der Online-Händler gegenüber dem Einzelhandel. Auch die hier im Blog vorgestellten Aktien wie Zalando, DeliveryHero oder Shop Apotheke konnten in den letzten Tagen nach den neuen Lockdown-Ankündigungen noch einmal deutlich zulegen. Es ist bitter was den Einzelhändlern widerfährt und natürlich bin ich der Meinung, dass der Staat hier Entschädigungszahlungen leisten muss, wenn er verbietet, dass Geschäfte öffnen dürfen. Die Marktanteilsverluste wird das allerdings nicht kompensieren.

Einige Politiker treibt die Sorge um, dass die Innenstädte verwaisen werden. Sie fordern deshalb zusätzlich Steuern für Online-Händler. Die Sorgen sind unbegründet. Die Innenstädte werden nicht verwaisen, aber die Immobilienbesitzer werden sich auf geringere Mieten einstellen müssen. Die Politiker, die jetzt den Online-Handel bestraften wollen, würden tatsächlich die Immobilienbesitzer subventionieren, die dann auf ihren hohen Mietpreisen verharren könnten.

Ob ein Bekleidungsgeschäft in der Innenstadt profitabel betrieben werden kann, hängt in erster Linie von den Mietpreisen ab. Bei 100 Euro Mietpreis pro Quadratmeter ist es in der neuen Online-Shop-Welt eher unrealistisch, ein Geschäft profitabel betreiben zu können. Aber bei 30 Euro pro Quadratmeter kann ein traditionelles Bekleidungsgeschäft in gut besuchten Innenstadt-Lagen sicher gut über die Runden kommen und auch noch etwas Geld verdienen.

Es wird für die Besitzer der Immobilien in den Top-Lagen der Städte ein langer Erkenntnis- und Anpassungsprozess sein. Aber in 20 Jahren wir sich alles auf niedrigeren (relativen) Preis-Levels stabil eingependelt haben. Wenn ich einen visuell spannenden Erlebnis-Einkauf möchte, gehe ich in die Stadt, ansonsten kaufe ich halt online ein. Eine Traumwelt für Konsumenten.

Deutsche Konzerne spielen internationale keine Rolle mehr!

Europäische Firmen verlieren gegenüber Unternehmen aus China und den USA stetig an Wettbewerbsfähigkeit. Das Handelsblatt berichtete in einer Spezialausgabe zum Jahreswechsel über die 100 erfolgreichsten Firmen der Welt. Nur noch ein einziger deutscher Konzern ist mit dabei. Es handelt sich um den Softwarekonzern SAP, der in der illustren Rangliste des Handelsblatts innerhalb eines Jahres von Rang 49 auf Rang 72 abgerutscht ist. Deutsche Konzerne spielen in der ersten Liga der Weltwirtschat keine Rolle mehr.

Meine Meinung ist: Unternehmerische Erfolgsstorys wie bei den von Elon Musk geführten Unternehmen Tesla und SpaceX oder auch bei den zahlreichen anderen Silicon-Valley-Companys sind in Deutschland schon aufgrund der Arbeitsgesetzgebung nicht möglich. Man kann mit 40-Stunden-Wochen und Low-Performer-Kündigungsschutz keine Rakete bauen, die schon 2024 zum Mars fliegt!

Ich würde nicht für Elon Musk arbeiten wollen. Aber es sollte möglich sein, dass es Firmen, die so geführt werden wie SpaceX und Tesla, auch in Deutschland geben kann. Wenn die talentiertesten Ingenieure Europas bei exzellenter Bezahlung 90 Stunde pro Woche daran arbeiten wollen, eine Rakete im Jahr 2024 zum Mars starten zu lassen, dann sollte das möglich und nicht verboten sein.

Elon Musk verlangt von seinen Führungskräften 70-Stunden-Wochen und feuert Manager sehr schnell, die ihre 2-Wochen-Ziele nicht erreichen. Er sagt auch: Wenn Du erfolgreich sein willst, musst Du mehr arbeiten als deine Konkurrenten. Die talentiertesten Menschen der Welt wollen trotzdem für Elon Musk arbeiten, weil er mit seinen Firmen die Welt positiv verändert. Sie akzeptieren, dass ihr Beschäftigungsverhältnis in Musk-Firmen zeitlich begrenzt sein wird. Sie nehmen die die harten Arbeitsbedingungen einige Jahre in Kauf, können von sich behaupten dabei gewesen zu sein und arbeiten dann anschließend eben für eine andere Firma. Genau so sieht ein flexibler Arbeitsmarkt aus.

Auf ein erfolgreiches Börsenjahr 2021!

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von L'Oréal, die sich derzeit auf Rang 5 im EURO STOXX50 befindet. Der französische Beauty- und Kosmetikkonzern konnte sich dem schwierigen Marktumfeld im Zuge der Coronavirus-Pandemie nicht vollständig entziehen, schnitt jedoch im Vergleich zu vielen anderen Konkurrenten deutlich besser ab. Dies belegen die jüngst veröffentlichten Umsatzzahlen für das abgelaufene Q3. Hier überzeugte der französische Branchenprimus mit einem wechselkursbereinigten Umsatzplus von 1,6%, während der Gesamtmarkt für Beauty- und Kosmetikprodukte im gleichen Zeitraum einen Einbruch von branchenweit knapp 6% hinnehmen musste.

Starke Marken und Produktinnovationen machen den Unterschied!

Der französische Beauty-Konzern dominiert dank seiner qualitativ hochwertigen Kosmetik-, Styling- und Pflegeprodukte seit Jahrzehnten das obere Preissegment. Starke Marken wie Maybelline, Vichy, Lancome, L'Oréal oder Kiels bleiben auch in der Krise gefragt, da viele Verbraucher für ein gepflegtes Erscheinungsbild für qualitativ hochwertige Beauty- und Kosmetikprodukte gerne etwas tiefer in die Tasche greifen. L'Oréal versteht es geschickt, sich durch cleveres Marketing und Produktinnovationen von der Konkurrenz abzuheben, und konnte dabei zuletzt vor allem mit Naturkosmetik- und dermatologischen Hautpflegeprodukten (L’Oréal Cosmetique Active) nicht nur bei seinem Stammpublikum punkten. Mit dieser Strategie gelang es dem französischen Branchenprimus, gerade bei Kernmarken wie Laboratoire Garnier, L'Oréal Paris oder den im oberen Preissegment angesiedelten Hautpflege-Serien La Roche-Posay, Vichy, CeraVe und SkinCeuticals im Consumer Segment Marktanteile zu gewinnen.

Online-Umsätze ziehen kräftig an!

Seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie hat man den Ausbau seiner eCommerce-Vertriebsaktivitäten in allen Kernmärkten weiter forciert, was sich vor dem Hintergrund des flächendeckenden Lockdowns im Einzelhandel in der ersten Jahreshälfte als strategisch richtige Entscheidung erwies. Da viele Verbraucher seit Beginn der Coronavirus-Pandemie bevorzugt online shoppen, verzeichnete man im abgelaufenen Q3 im e-Commerce-Segment erneut ein kräftiges Plus von 61,6%. Mittlerweile steht der Online-Vertrieb bei L Òreal für 23,7% der Gesamterlöse, wobei dieser Anteil mittelfristig weiter ausgebaut werden soll.

Online-Offensive nimmt Fahrt auf!

Dass L'Oréal im eCommerce-Segment fast doppelt so schnell wächst wie die Konkurrenz, ist vor allem der Verdienst von Lubomira Rochet, die seit 2014 als Chief Digital Officer die digitale Transformation von L'Oréal gezielt vorantreibt. Die attraktiv gestalteten Social-Media-Kampagnen und Live-Streaming-Shopping-Events auf unterschiedlichen Kanälen und bekannten Plattformen wie YouTube stoßen bei der Zielgruppe der vorwiegend jüngeren weiblichen Kundschaft auf große Resonanz. Die passende Ergänzung liefert die digitale Styling-App Modiface, mit der man den neuen Styling-Look oder die gewünschte neue Haar-Coloration vor dem Kauf virtuell auf dem PC oder via Smartphone ausprobieren kann. Das gut durchdachte Gesamtkonzept garantiert L'Oréal nach Einschätzung der ehrgeizigen Managerin einen bedeutenden Vorsprung vor der Konkurrenz im Online-Vertrieb für Beauty-Produkte, wobei Rochet gute Chancen sieht, den Online-Umsatzanteil in den kommenden Jahren auf 50% der Gesamterlöse auszubauen.

Goldman Sachs hebt Kursziel an und bestätigt mit Buy!

Nach dem starken Abschneiden in Q3 zeigten sich die Experten von Goldman Sachs optimistisch zu den weiteren Aussichten von L'Oréal. Dabei wurde das Kursziel von 330 auf 340 Euro angehoben und die Einstufung mit "Buy" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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