Besser Traden mit System - Der Blog

  • Der Blog hilft Ihnen, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. In Wochenberichten und Kommentaren berichtet Simon Betschinger von aktuellen Geschehen an den Kapitalmärkten und lässt Sie auch an seinen persönlichen Einschätzungen teilhaben. Schauen Sie doch ab und zu mal vorbei, um immer up to date zu sein!


 

Liebe Leser,

Börsentrends sind ein Spiegelbild der Realität. In den Trendstabilitäts-Ranglisten sind ganz vorne eCommerce-Aktien wie Zalando zu finden, die von den harten Lockdowns der Bundesregierung profitieren. Rund um die Weihnachtszeit sitzen die Geldbeutel der Konsumenten am lockersten. Weil die meisten Geschäfte nun geschlossen haben, wird sich die geballte Kaufkraft der Konsumenten auf die Online-Shops konzentrieren.

Das Szenario, dass die Lockdowns auch noch weiter über den 10. Januar hinaus anhalten, ist leider realistisch. Die Menschen müssen dann ihre Kleidung defacto online kaufen.

Warum steigt die Börse so stark inmitten der Corona-Pandemie? Weil der Markt antizipiert, dass die Corona-Pandemie die Produktivität der Gesamtwirtschaft deutlich erhöhen wird. Die Digitalisierung hat sich um vermutlich 3 Jahre beschleunigt. Online-Shops wie Zalando werden aus der Pandemie mit einer höheren Kundenbasis hervorgehen, die sie sonst erst in zwei oder drei Jahren erreicht hätten. Der dauerhafte Verlierer ist der Einzelhandel. Die Marktanteile werden sich nicht mehr vollständig auf Vorkrisen-Niveau erholen.

Zalando steht an der Spitze des eCommerce-Booms!

Nach der am vergangenen Wochenende angekündigten Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen in Deutschland zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie rücken nun wieder verstärkt Werte aus dem eCommerce-Sektor in den Fokus. Aufgefallen ist mir in diesem Zusammenhang beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Zalando, die sich derzeit auf Rang 3 der Gesamtauswahl befindet. Der Online-Händler profitiert aktuell massiv vom eCommerce-Boom, da viele Verbraucher mittlerweile auch Mode, Schuhe oder trendige Accessoires über das Internet ordern. Da alle Ladengeschäfte mit Ausnahme von Supermärkten und Lebensmittelgeschäften in Deutschland aufgrund des verschärften Lock-Downs bis Anfang Januar geschlossen bleiben, sollte Zalando daher als Online-Branchenprimus in Sachen Mode und Accessoires auch in den kommenden Wochen weitere Rekordergebnisse einfahren.

Attraktives Gesamtkonzept überzeugt und sorgt für kräftige Neukundengewinne!

Das stimmige Gesamtkonzept macht Zalando zu einem der beliebtesten Market-Place-Anbieter im Bereich Mode und Fashion, wobei man mittlerweile über mehr als 36 Millionen registrierte Nutzer verfügt, die regelmäßig auf der Zalando-Plattform einkaufen, oder sich über neue Trends informieren. Fällt das neue Lieblingskleid etwas zu knapp aus, oder erweisen sich die trendigen Sommer-Sneaker als ein paar Nummern zu groß, kann man die Artikel problemlos via kostenfreier Retoure an Zalando zurücksenden und sich auf der gut sortierten Zalando-Shopping-Plattform nach passenden Alternativen umsehen. Denn der Online-Modehändler hat sein Sortiment in den vergangenen Jahren konsequent ausgebaut, wobei Zalando mit seiner breit gefächerten Auswahl mit mehr als 500.000 Artikeln bekannter Mode-Marken und Schuh-Herstellern kaum Wünsche offen lässt.

Partnerprogramm verzeichnet seit Beginn der Coronavirus-Pandemie massiven Zulauf!

Ein weiteres Erfolgsgeheimnis von Zalando ist sein überaus erfolgreiches Partnerprogramm, mit dem der Online-Gigant immer mehr stationäre Händler an sich bindet und damit sein Angebot schrittweise und ohne zusätzliche Kosten mit bekannten Marken und trendigen Modelabels erweitert. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie erhält das Partnerprogramm starken Zulauf, da sich immer mehr bekannte Markenhersteller aufgrund der anhaltenden Flaute im stationären Einzelhandel nach neuen Vertriebswegen umsehen. Mittlerweile tummeln sich mehr als 2.500 Marken auf der Plattform, was Zalando dank fälliger Provisionszahlungen in Höhe von bis zu 20% des Bruttowarenumsatzes der registrierten Partner hohe Einnahmen beschert.

Rekordumsätze und mehr als eine Million Neukunden

Auch operativ läuft es bei Zalando wie am Schnürchen. Während der stationäre Mode-Einzelhandel seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie mit herben Umsatzeinbußen zu kämpfen hatte, eilt Zalando von einem Rekordergebnis zum nächsten. Bestes Beispiel ist das starke Abschneiden bei der "Cyber-Week" Ende November. Bei dem mittlerweile auch in Deutschland fest etablierten Online-Shopping-Event in der Vorweihnachtszeit verzeichnete man beim Bruttowarenumsatz ein sattes Plus von 35% und konnte dabei dank zahlreicher Schnäppchenangebote rund 1 Million neue Kunden gewinnen.

Bernstein sieht dreistelliges Kursziel und bestätigt mit Buy!

Das Analystenhaus Bernstein sieht Zalando als eine der großen Gewinner des Shifts zum Online-Handel und hob entsprechend seine Umsatzprognose für das zweite Halbjahr an, wobei man außerdem die Gewinnprognose für 2024 nach oben revidierte. Die Einstufung wurde mit "Outperform" bestätigt und das Kursziel von 94 auf 107 Euro nach oben revidiert.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

Shop Apotheke halte ich seit dem 1. Dezember wieder in meinem privaten Depot. Die harten Lockdowns dürften die Online-Bestellungen wohl weiter ankurbeln. Kaum jemand geht in diesen Tagen wohl noch gerne in die Stadt zum Einkaufen. Die Aktie ist mir heute auch beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten aufgefallen. Sie befindet sich auf Rang 2 der Gesamtauswahl. Darum berichte ich darüber.

Angesichts rasant steigender Neuinfektionszahlen hat sich das Einkaufsverhalten vieler Verbraucher nachhaltig verändert. Um sich nicht der Gefahr einer möglichen Covid-19-Infektion beim Einkauf im stationären Einzelhandel auszusetzen, erledigen viele Verbraucher ihre Einkäufe über das Internet. Neben Bekleidung, Konsum- und Elektronikartikeln werden mittlerweile auch verstärkt Medikamente über das Internet geordert. Die Shop Apotheke profitiert als einer der führenden Anbieter vom "New Normal" in der Coronavirus-Pandemie zumal man dank der konsequent umgesetzten Expansionsstrategie der vergangenen Jahre mittlerweile zu den führenden Playern in wichtigen europäischen Kernmärkten wie Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz gehört.

Breit gefächertes Angebot sorgt für rasantes Neukundenwachstum!

Dank seines breit gefächerten Produktangebots gehört die Versandapotheke mit Sitz im niederländischen Venlo zu den beliebtesten Anbietern der Branche. Mittlerweile verfügt man über mehr als 5,9 Millionen registrierte Kunden, wobei man seit Beginn der Pandemie einen kräftigen Neukundenzuwachs von mehr als 1,4 Millionen Nutzern zu verzeichnen hatte. Neben einer großen Auswahl an frei verkäuflichen OTC-Präparaten und rezeptpflichtigen Medikamenten, Desinfektionsmitteln und Atemschutzmasken gehören mittlerweile auch Schönheits- und Pflegeserien, hochwertige Naturkost- und Gesundheitsprodukte sowie Fitness- und Sportnahrung zum Sortiment. Dies kommt auch bei den Kunden gut an und macht sich auch positiv bei der Profitabilität bemerkbar, da gerade diese Produktsegmente überdurchschnittlich hohe Margen abwerfen.

Starke Zuwächse in Q3 - Jahresprognose erneut angehoben!

Im abgelaufenen Q3 konnte die Shop Apotheke erneut mit einem Rekordergebnis aufwarten. Mit einem Umsatzanstieg von 39,7% konnte man gegenüber dem starken Vorquartal (Umsatz Q2: +37%) sogar noch eine Schippe drauflegen und die Konsenserwartungen deutlich übertreffen. Auch beim Konzernergebnis überzeugte die Shop Apotheke dank höherer Nettoverkaufspreise und deutlich verbesserten Konditionen beim Wareneinkauf mit einem operativen Gewinn von +4,2 Mio. Euro, womit man zum zweiten Mal in Folge ein positives operatives Quartalsergebnis vorzuweisen hatte. Nach dem unerwartet starken Abschneiden in den ersten neun Monaten hob das Management seine Jahresprognose zum zweiten Mal in Folge an und rechnet nun mit einem Umsatzplus von mindestens 35% (zuvor: mindestens 30%). Auch beim operativen Ergebnis setzt sich die Shop Apotheke trotz hoher Investitionen in den Ausbau der Lager-Infrastruktur und dem weiter forcierten Roll-Out des Same-Day-Lieferservice "SHOP APOTHEKE NOW!" für das Gesamtjahr höhere Ziele und rechnet mit einer operativen Gewinnmarge von +2% (zuvor: +1 bis +2%).

Citigroup hebt Kursziel an und bestätigt mit Buy!

Die Experten der Citigroup haben sich kürzlich optimistisch zu den weiteren Aussichten der Shop Apotheke zu Wort gemeldet. Nach Einschätzung der Experten ist die Versandapotheke im Vergleich zu anderen Wettbewerbern gut aufgestellt, um ihr dynamisches Umsatzwachstum weiter fortsetzen zu können, wobei man der Shop Apotheke weitere Marktanteilsgewinne zutraut. Daher wurde die Einstufung von der Citigroup mit "Buy" bestätigt und das Kursziel von 160 auf 180 Euro angehoben.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

der Einzelhandel ist hart umkämpft. Die meisten Konsumenten folgen dem Mantra „Geiz ist geil“. Eine Erfolgsstrategie von Amazon war es, immer günstiger zu sein als andere Online-Shops. Das entfaltete eine regelrechte Sogwirkung auf die Online-Shopper.

Ganz anders scheint es sich im Luxus-Segment zu verhalten. Hier spielt Geld bei den Käufern oftmals keine Rolle. Die US-Firma RH hat sich für reiche Kundenschichten ein kluges Vertriebsmodell ausgedacht.

Im trendigen Meat Packing-Viertel in Manhattan hat der Möbelhändler einen feinen Flaggschiff-Laden eröffnet. Es gibt dort eine offene Weinterrasse auf dem Dach. Auf sechs Etagen finden Kunden beeindruckende Möbel und Dekoration. Es ist wie eine Kunstausstellung. Es kommt Besuchern gar nicht wie ein Laden vor, sondern sie haben das Gefühl, als wären sie auf einer privaten Party.

Wenn jemand 30 Millionen auf dem Konto hat, dann interessiert es in der Regel recht wenig, ob ein neuer Sessel 4.400€ oder 4.900€ kostet. Viel wichtiger sind ein atemberaubendes Ambiente und gute Stimmung beim Shopping. So gelingt es Firmen wie RH oder auch LVMH den reichen Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das soll jetzt nicht negativ klingen. Es ist eine Art Shopping-Entertainment-Programm, für das die reichen Menschen gerne zu zahlen bereit sind.

Die LVMH-Aktie bewegt sich in einem stabilen Aufwärtstrend

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Rangliste die Aktie von LVMH die sich derzeit auf Rang 3 der Auswahlrangliste im EURO STOXX 50 befindet. Der französische Luxusgüterkonzern hatte nach Ausbruch der Coronavirus-Pandemie erwartungsgemäß unter teilweise herben Absatzrückgängen zu leiden. Da viele Edel-Boutiquen aufgrund der Quarantäne-Maßnahmen geschlossen blieben und auch das Duty-Free-Geschäft im Zuge der Beschränkungen für den Reise- und Flugverkehr deutlich eingebrochen war, verzeichnete LVMH im ersten Halbjahr deutlich zweistellige Umsatzrückgänge von -27%.

Q3-Erlöse zeigen sich nach Einbruch im ersten Halbjahr deutlich erholt

Mittlerweile hat das Gros der Boutiquen und Flagship-Stores des Luxusgüterkonzerns und seiner zahlreichen Edelmarken wie Bulgari, Givenchy, Kenzo oder Dior unter strengen Hygiene-Auflagen ihre Pforten wieder für ihr kaufkräftiges Klientel geöffnet. Dank der Aussicht auf einen zeitnah verfügbaren Covid-19-Impfstoff und eine rasche konjunkturelle Erholung zog auch die Nachfrage bei hochpreisigen Luxus-Uhren und Schmuck, Lederwaren und Fashion, Parfumes & Fragrances und edlen Schaumweinen und Spirituosen vor allem in den Kernmärkten Nordamerika und Asien zuletzt wieder deutlich an. In Q3 stand auf Konzernebene zwar immer noch ein Umsatzrückgang von -7% zu Buche, jedoch hatten Analysten im Schnitt mit einem noch deutlicheren Rückgang von -12% gerechnet. Besonders gefragt waren vor allem Haute Couture und exklusive Lederwaren (+12%) während man bei Champagner, Cognac und anderen hochprozentigen Spirituosen mit -3% nur leicht unterhalb des Vorjahresniveaus lag. Für das Gesamtjahr zeigte sich LVMH daher verhalten optimistisch und sieht sich für das Schlussquartal dank seiner führenden Marktposition gut gerüstet

Tiffany´s-Übernahme nach zähen Verhandlungen unter Dach und Fach!

Frische Wachstumsimpulse verspricht bei LVMH die Übernahme der US-Juwelierkette Tiffany´s. Der französische Luxusgüterkonzern wollte nach Ausbruch der Coronavirus-Pandemie im Frühjahr eigentlich von seiner milliardenschweren Übernahmeofferte für die traditionsreiche US-Juwelierkette Tiffany´s zurücktreten. Nach einer mehrmonatigen gerichtlichen Auseinandersetzung einigten sich beiden Parteien schließlich auf einen Kompromiss, wobei LVMH nun mit 15,8 Mrd. USD knapp 425 Mio. USD weniger bezahlen muss, als ursprünglich vereinbart. Für LVMH dürfte sich die juristische Niederlage dennoch im Nachhinein als Glücksgriff erweisen. Zum einen passt die Übernahme der wohl bekanntesten Juwelierkette der Welt ausgezeichnet ins Gesamtportfolio von LVMH und liefert die passende Ergänzung für das exklusive Angebot rund um Luxusuhren und Schmuck. Zum anderen haben sich die Aussichten bei Tiffany´s seit dem krisenbedingten Einbruch in der ersten Jahreshälfte mittlerweile wieder deutlich erholt. In Q3 überraschte die Juwelierkette vor allem dank der starken Entwicklung in der Region Asien/Pazifik mit einem kräftigen Ergebnisplus von 70% und konnte damit die Konsenserwartungen deutlich übertreffen.

UBS hebt Kursziel deutlich an und bestätigt mit Buy!

Die Experten der UBS haben sich zuletzt optimistisch zu den weiteren Aussichten des französischen Branchenprimus zu Wort gemeldet. Demnach rechnen die Experten damit, dass der Luxusgüterkonzern deutlich von einer konjunkturellen Erholung profitieren sollte. Kaum Risiken sehen die Analysten hingegen in Zusammenhang mit den zuletzt verhängten neuerlichen Lockdown-Maßnahmen in Europa. Daher wurde das Kursziel für LVMH von 477 auf 551 Euro angehoben und die Einstufung mit "Buy" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

wenn man verstehen will wie die Börse sich entwickelt, dann sollte man 6 bis 12 Monate in die Zukunft schauen. Ich bin seit mittlerweile 22 Jahren in Börsen -und Trader-Communities unterwegs. Aber noch niemals zuvor erlebte ich einen derartigen Pessimismus wie in diesem Jahr in den Monaten April und Mai. Die Trader waren nicht nur pessimistisch. Sie setzten auch große Summen auf unbedachte Short-Wetten, als ob eine Untergangs-Sehnsucht tief in ihnen schlummern würde.

Etwa ein Jahr nachdem Corona in China anfing Schlagzeilen zu machen, bereiten sich die Staaten weltweit auf die größte Impfkampagne der Menschheitsgeschichte vor. Und auf einmal verstehen es die Short-Spekulanten von April und Mai dann doch, warum der Aktienmarkt eine V-förmige Erholung vollzog. Die Börse hat es geahnt, die Börse hat es gewusst, dass OCOVID-19 zu besiegen ist. Aktienpreise sind das Spiegelbild menschlicher Erwartungen. Die klügsten und kapitalstärksten Menschen der Welt beeinflussen die Kurse maßgeblich. Wer im April optimistisch für den Aktienmarkt war, hat die Situation richtig eingeschätzt.

Interessante Neuigkeiten gibt es zu Wacker Chemie, die sich derzeit auf Rang 6 der Gesamtauswahl befindet, weshalb ich die Aktie des Spezialchemiekonzerns an dieser Stelle noch einmal aufgreifen will.

Kooperationsvereinbarung zur Herstellung von Covid-19-Impfstoff mit CureVac!

Die Biotech-Sparte des Spezialchemiekonzerns könnte eine Schlüsselrolle als Helfer im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie spielen. Ende November hat Wacker Chemie ein wegweisendes Kooperationsabkommen mit dem Tübinger Impfstoffhersteller CureVac unterzeichnet. Dabei wird die Biotech-Sparte von Wacker Chemie für die Herstellung der mRNA-Wirkstoffsubstanz für den von CuraVec entwickelten Covid-19-Impfstoffkandidaten CVnCoV verantwortlich zeichnen. Ab dem ersten Halbjahr 2021 sollen am Standort in Amsterdam jährlich mehr als 100 Millionen Impfstoffdosen hergestellt werden, sofern CureVac die Zulassung für seinen in der Endphase der klinischen Erprobung befindlichen Covid-19-Impfstoffkandidaten erhält.

Lukratives Zusatzgeschäft mit hohen Margen!

Für Wacker Chemie eröffnet sich damit ein neues, lukratives Zusatzgeschäft, zumal für eine flächendeckende Covid-19-Impfstoffkampagne weltweit mehrere Milliarden Dosen benötigt werden. Wacker Biotech verfügt am Standort in Amsterdam über die notwendigen Kapazitäten, um die Produktion des Covid-19-Impfstoffs von CureVac auszuweiten, sofern dies erforderlich sein sollte. In den vergangenen Monaten hat Wacker Biotech einen zweistelligen Mio. Euro-Betrag in die Erweiterung seiner Produktionskapazitäten investiert und gleichzeitig auch die Voraussetzungen für die Herstellung von pDNA- und mRNA-basierten Impfstoffen, die aktuell zur Prävention von Covid-19 getestet werden, geschaffen. Damit qualifiziert sich Wacker Biotech mit seiner mehr als 20-jährigen Erfahrung bei der Impfstoffherstellung auch als Partner für die Produktion von Covid-19-Impfstoffen anderer Hersteller.

Verkauf von Siltronic-Beteiligung sorgt für Milliarden-Erlös

Spielraum zum Ausbau seiner Kapazitäten im Bereich Impfstoffproduktion sind reichlich vorhanden. Aus dem Verkauf seiner Siltronic-Beteiligung im Zuge der Übernahmeofferte von GlobalWafers für den deutschen Waferhersteller kann Wacker Chemie auf einen Verkaufserlös von rund 1,16 Mrd. Euro hoffen. Die Milliarden-Einnahmen aus dem Verkauf seiner 30,7%-igen Beteiligung an Siltronic bietet für Wacker Chemie daneben auch Spielraum zur Erweiterung anderer Kerngeschäftsbereiche. Hier könnte unter anderem die Polysilizium-Sparte in den Fokus rücken. Angesichts des weltweiten Solar-Booms zieht die Nachfrage für den zur Herstellung von Solar-Modulen benötigten Grundstoff seit geraumer Zeit kräftig an, was außerdem Spielraum für Preiserhöhungen eröffnet.

Baader Bank sieht deutliches Aufwärtspotential bis 130 Euro!

Die Analysten der Baader Bank sehen Wacker Chemie daher als einen ihrer "Top-Picks", wobei vor allem auf das zu erwartende Zusatzgeschäft mit der Produktion des Covid-19-Impfstoffkandidaten verwiesen wurde. Durch den Verkauf der Siltronic-Beteiligung eröffnet sich für Wacker Chemie nach Einschätzung der Analysten außerdem Spielraum für Dividendenerhöhungen. Daher wurde das Kursziel für Wacker Chemie von 123 auf 130 Euro angehoben und die Einstufung mit "Buy" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

als ich im Jahr 2010 mein erstes Börsenseminar gab, baute ich in die Slides zahlreiche Beispiele für real durchgeführte Trades von mir ein. Ein Beispiel-Trade betrifft die Aktie von Evotec. So sah mein Trade im Jahr 2009 aus: Ich kaufte 20.000 Evotec-Aktien zu 1,11 € und verkaufte sie einen Tag später wieder zu 1,29 €. Ein Breakout-Trade wie aus dem Bilderbuch. Hier ist der Chart zum damaligen Zeitpunkt mit einem Screenshot der Orderausführungen.
 

 

Ich zeige diesen Beispiel-Trade auch heute noch in meinen Seminaren, hauptsächlich um zu verdeutlichen, dass jeder Börsianer ein Trading-Depot und ein Investment-Depot führen sollte. Heute steht Evotec bei 26 €. Eine Buy-and-Hold-Strategien hätte zu einer Verzwanzigfachung geführt. Das ist vermutlich eine weit höhere Rendite als viele Börsianer durch aktives Trading in 10 Jahren erwirtschaften konnten. Als Trader muss man darum zu sich ehrlich sein und die Performance des Trading-Depots regelmäßig mit der Performance des Investment-Depots vergleichen.

Evotec probt den Ausbruch aus einer dreijährigen Seitwärtsbewegung

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Evotec, die sich derzeit auf Rang 15 der Gesamtauswahl befindet. Zudem zeigt das Chartbild, dass nach fast dreijähriger Seitwärtsbewegung nun ein neuer Hausse-Trend entstehen könnte. Der deutsche Biotechkonzern hat sich als Spezialist für neue Verfahren im Bereich Wirkstoff-Forschung- und -Entwicklung einen Namen gemacht.

Outsourcing-Trend sorgt für Schwung!

Die Entwicklung neuer Medikamente und Wirkstoff-Kandidaten ist sehr aufwändig und teuer, weshalb viele Hersteller entsprechende F&E-Aktivitäten an Spezialisten wie Evotec vergeben. Damit profitiert Evotec als Entwicklungsdienstleister vom Outsourcing-Trend im Pharmasektor, zumal man mit umfangreichen Wirkstoff-Bibliotheken und automatisierten Forschungs-Plattformlösungen über das geeignete Know-How verfügt. Dank seiner Expertise bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe und Antikörper zur Behandlung ernster und lebensbedrohlicher Erkrankungen wie Krebs, Diabetes, seltenen Infektions- und Entzündungs-Erkrankungen ist Evotec ein gefragter Kooperationspartner für renommierte Firmen aus der Pharma- und Biotechbranche. Seit Jahren vertrauen daher hochkarätige Pharmahersteller wie Boehringer Ingelheim, Bristol Myers Squibb, Bayer, Novartis, Pfizer oder Sanofi auf die Expertise des deutschen Biotech-Spezialisten und arbeiten im Rahmen langjähriger Forschungsallianzen mit Evotec zusammen.

Evotec positioniert sich als Partner bei der Entwicklung von Covid-19-Präparaten!

Auch bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten zur Behandlung der neuartigen Lungenerkrankung Covid-19 könnte Evotec schon bald eine Schlüsselrolle spielen. Von der Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates erhielt Evotec kürzlich Fördergelder zur Entwicklung eines monoklonalen Antikörpers zur Prävention schwerer Krankheitsverläufe bei Covid-19-Erkrankungen. Zuvor war bereits die US-Tochter von Evotec vom US-Verteidigungsministerium mit der Entwicklung von monoklonalen Antikörpern zur Behandlung und Prävention von Covid-19 beauftragt worden. Für Evotec dürfte sich das Engagement mittelfristig bezahlt machen, zumal man vom US-Verteidigungsministerium mit bis zu 18,2 Mio. USD gefördert wird.

Wachstumsperspektiven dank neuer Geschäftsfelder - Staatsfonds von Abu Dhabi steigt ein!

Mittelfristig bieten sich für Evotec auch außerhalb des Kerngeschäft neue Wachstumsperspektiven. Nach Aussage von CEO Werner Lanthaler arbeitet man derzeit an einer neuartigen Zelltherapie-Form zur Behandlung von Diabetes. Mit Hilfe der so genannten Betazell-Therapie soll der Blutzuckerspiegel bei Diabetes-Typ-1-Patienten durch den Einsatz von speziell gezüchteten Betazellen über einen Zeitraum von mehreren Monaten konstant gehalten werden. Evotec entwickelt dieses ursprünglich gemeinsam mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi gestartete Projekt seit Ende April in Eigenregie weiter, wobei sich Konzernchef Lanthaler auch Kooperationen mit neuem Partner offenhalten will. Vielversprechende Wachstumsperspektiven eröffnen sich nach Einschätzung von Konzernchef Lanthaler durch ein neues Verfahren zur Herstellung so genannter Biopharmaka, das nach Aussage von Lanthaler "dramatische Kostenvorteile" bei der Produktion ermöglichen soll. Aktuell wird am US-Standort in Seattle eine neue Produktionsanlage errichtet, die voraussichtlich Ende 2021 in Betrieb genommen werden soll. Da man mit dem dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk und dem erst kürzlich eingestiegenen Staatsfonds von Abu Dhabi über zwei finanzkräftige Ankeraktionäre verfügt, sollte die Finanzierung neuer Projekte daher für Evotec kein Problem darstellen. Entsprechend optimistisch zeigten sich zuletzt die Experten von RBC Capital, die kürzlich ihr Kursziel von 30 auf 32 Euro angehoben und die Einstufung mit "Outperform" bestätigt hatten.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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