Besser Traden mit System - Der Blog

  • Der Blog hilft Ihnen, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. In Wochenberichten und Kommentaren berichtet Simon Betschinger von aktuellen Geschehen an den Kapitalmärkten und lässt Sie auch an seinen persönlichen Einschätzungen teilhaben. Schauen Sie doch ab und zu mal vorbei, um immer up to date zu sein!


 

Liebe Leser,

das Handelsblatt konnten gestern mit Top-News von der EU-Kommission aufwarten: Der Windstrom von Anlagen vor Europas Küsten soll sich binnen zehn Jahren verfünffachen. Die EU-Kommission hat an diesem Donnerstag vorgeschlagen, die Kapazität von heute zwölf auf 60 Gigawatt bis 2030 auszubauen, bis 2050 sogar auf 300 Gigawatt. Ich habe auf die Pläne reagiert und eine Long-Position auf RWE eröffnet. Ich wählte den Endlos Turbo Long mit der WKN DFJ9XN und einem Hebel von derzeit 3,2. Ich kaufte 15.000 Stück zu 1,03 € in Stuttgart. Ich glaube, dass vor allem große Energiekonzerne, die sich auf erneuerbare Energien spezialisiert haben, von dem beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien profitieren. Firmen wie RWE projektieren die großen Energieparks. RWE gehört nach eigenen Angaben zu den weltweit größten Eigentümern und Betreibern von Onshore- und Offshore-Windparks, mit Standorten in Europa und in den Vereinigten Staaten.
 


Aus in den USA dürfte unter Biden stark in Windenergie investiert werden

Der neue US-Präsident Joe Biden hat die Energiewende ganz oben auf seine neue Regierungsagenda gesetzt. Mit einem knapp 2. Bio. USD schweren Investitionsprogramm will Biden den Ausbau der regenerativen Energien forcieren, um damit bis 2035 eine komplett CO2-neutrale Stromversorgung in Nordamerika zu realisieren. Neben dem Solarsektor liegt der Fokus der neuen Öko-Energie-Agenda von Joe Biden vor allem auf dem Ausbau der Windenergiekapazitäten, wovon unter anderem auch der deutsche Windenergieanlagenbauer Nordex, der sich derzeit auf Rang 11 der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Rangliste befindet, profitieren wird.

Nordex - Führender Anbieter im Bereich Onshore-Windenergie

Der Rostocker Windanlagenbauer hat sich vor allem auf das Onshore-Windenergie-Turbinen fokussiert. Hier sind die Margen im Vergleich zum Offshore-Windenergiesegment zwar deutlich geringer. Allerdings gehört Nordex in diesem Segment zu den technologisch führenden Anbietern, was Nordex seit Jahren Marktanteilsgewinne beschert. Besonders gefragt ist vor allem die neueste Version der Delta4000-Turbinenserie, Diese erweist sich bei schwachen und mittleren Windgeschwindigkeiten als sehr effizient und wird daher vor allem bei großen Windparkprojekten mit einer installierten Gesamtleistung von mehr als 100 Megawatt stark nachgefragt.

US-Geschäft zieht deutlich an - Vier Großaufträge innerhalb weniger Monate!

Nordex profitiert schon jetzt von der Ökostromwende in den USA. Allein im dritten Quartal entfiel knapp 50% des gesamten Auftragseingangs mit einer Gesamtkapazität von mehr als 1.23 Gigawatt auf Großprojekte in Nordamerika. Der positive Trend beim Ordereingang aus Übersee setzte sich auch im vierten Quartal ungebrochen fort. Anfang November hatte Nordex einen Großauftrag über die Lieferung von Windenergie-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 302 Megawatt für ein Windparkprojekt in den USA zu vermelden. Dies ist seit Ende September bereits der vierte Großauftrag in Folge. Zuvor hatte Nordex drei Aufträge mit einer Gesamtleistung von 240, 297 und 312 Megawatt aus verschiedenen US-Bundesstaaten an Land ziehen können.

Trendwende voraus - Nordex nach Neun Monaten in der operativen Gewinnzone!

Nordex hatte vor allem in der ersten Jahreshälfte stark unter den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zu leiden. Viele Großprojekte zum Aus- und Neubau von Windenergieparks wurden angesichts der wachsenden Unsicherheiten auf Eis gelegt oder nach hinten verschoben, was Nordex im ersten Halbjahr einen herben Umsatzrückgang und tiefrote Zahlen bescherte. Mittlerweile hat sich die Lage jedoch deutlich aufgehellt, was die jüngst vorgelegten Neun-Monats-Zahlen eindrucksvoll belegen. Bei einem Umsatzplus von rund 68% auf 3,2 Mrd. Euro verbuchte man beim operativen Ergebnis im Vorjahresvergleich ein deutliches operatives Gewinnplus von 16,7% auf 70,2 Mio. Euro.

Ambitionierte Mittelfrist-Ziele - Nordex will Profitabilität nachhaltig verbessern!

Nach dem unerwartet starken Abschneiden in den ersten drei Quartalen rechnet Nordex für das laufende Fiskaljahr mit einem Umsatzanstieg von 3,3 auf 4,4 Mrd. Euro, wobei die operative Marge allerdings mit 2% deutlich unter Vorjahresniveau (3,8%) liegen dürfte. Durch Sparmaßnahmen und Restrukturierungen will Nordex in den kommenden Jahren deutlich profitabler werden und traut sich dadurch bis Ende 2022 eine operative Gewinnmarge von rund 8% zu. Da die Nachfrage nach Onshore-Windenergieanlagen aufgrund der Ökostromwende weiter anziehen dürfte, rechnet Nordex bis Ende 2022 mit einer Steigerung der Umsatzerlöse auf knapp 5 Mrd. Euro. Die Experten vom Bankhaus Metzler sehen Nordex für die Energiewende gut aufgestellt und haben in diesem Zusammenhang das Kursziel von 16 auf 22 Euro angehoben und die Einstufung mit "Buy" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

an den Märkten vollzieht sich gerade ein großer Favoriten-Wechsel. Technologieaktien und Stay-at-Home-Profiteure sind in Korrekturbewegungen übergegangen. Aktien aus klassischen Branchen spielen frei auf. Wie zum Beispiel der Chemiehändler Brenntag. Die Aktie hat eine 5-jährige Konsolidierungsbewegung nach oben verlassen. Das will etwas heißen! Die Stärke der klassischen Industrien geht zu einem großen Teil wohl auf die chinesische Konjunktur zurück, die sich nach der Corona-Pandemie schnell erholt hat. Die innerländischen Flüge sind in China zum Beispiel schon wieder über dem Vorkrisen-Niveau.
 


Aufgefallen ist mir die Brenntag-Aktie beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten. Sie befindet sich derzeit auf Rang 12 der Gesamtauswahl. Brenntag ist als einer der weltweit führenden Chemikalienhändler wie viele andere Anbieter aus dem Chemiesektor von der aktuellen Coronavirus-Pandemie betroffen. Viele Kunden halten sich angesichts der nach wie vor bestehenden konjunkturellen Unsicherheiten mit größeren Bestellungen zurück, was im abgelaufenen Q3 für einen deutlichen Erlösrückgang von rund 12% gesorgt hatte.

Brenntag trotzt der Krise und kann operativ zulegen!

Beim operativen Konzernergebnis konnte Brenntag hingegen im Gegensatz zu vielen anderen Branchengrößen aus dem Chemiesektor sogar leichte Zugewinne vorweisen und verbuchte beim bereinigten operativen Gewinn ein Plus von knapp 1%, womit man besser als vom Konsens erwartet abschneiden konnte. Zu verdanken hat Brenntag die solide operative Performance nicht nur der deutlichen Absatzbelebung in Kernregionen wie Europa und Asien/Pazifik, in denen Brenntag gegenüber dem Einbruch im ersten Halbjahr zuletzt wieder Boden gut machen konnte. Der seit Jahresbeginn amtierende neue CEO Christian Kohlpaintner hat frühzeitig auf die neue Situation seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie reagiert und konsequent mit Kostensenkungsmaßnahmen und Restrukturierungen erfolgreich gegengesteuert. Dadurch gelang es Brenntag, die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zu begrenzen, wobei Brenntag seit Beginn der Coronavirus-Pandemie dank höherer Margen sogar leichte Zuwächse beim bereinigten operativen Gewinn vorzuweisen hatte.

Business-Transformation soll Profitabilität weiter verbessern - Metzler hebt Kursziel an!

Brenntag hat damit beste Voraussetzungen, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Frische Impulse erhofft sich das Konzernmanagement durch das kürzlich implementierte neue Transformations-Programm "Project Brenntag". Dabei will man das Kerngeschäft ab dem kommenden Jahr unter den beiden zentralen neuen Geschäftseinheiten Brenntag Essentials (Prozesschemikalien) und Brenntag Specialties (Inhaltsstoffe und Mehrwertleistungen für die Herstellung von Endprodukten) bündeln. Durch die Schließung von mehr als 100 Standorten und dem Abbau von 1.300 Stellen sollen außerdem die Kosten nachhaltig gesenkt und die Profitabilität weiter verbessert werden. Nach Abschluss der Restrukturierungen erhofft sich Brenntag ab 2022 einen Ergebnisbeitrag von jährlich rund 220 Mio. Euro, womit sich das bereinigte operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahresniveau um knapp ein Drittel verbessern wird. Die Experten vom Bankhaus Metzler sehen nach der kürzlich angekündigten strukturellen Neupositionierung bei Brenntag deutlich Luft nach oben. Entsprechend wurde das Kursziel von 54 auf 70 Euro angehoben und die Einstufung mit "Overweight" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Rangliste die Aktie von Schneider Electric, die sich derzeit auf Rang 11 der Gesamtauswahl befindet.

Der französische Elektrotechnikkonzern Schneider Electric hat sich mittlerweile zu einem führenden Anbieter in Zukunftssegmenten rund um Industrieautomation und Energieeffizienz gewandelt. Dies macht Schneider Electric nicht nur zu einem gefragten Partner bei der Umsetzung von ganzheitlichen Lösungen rund um Themenbereiche wie Industrie 4.0 und IoT-Plattformlösungen für die Industrie. Dank der cloudbasierten Lösungsangebote von Schneider Electric lässt sich auch das Thema Ressourcen- und Energieeffizienz sowohl in großen Unternehmen als auch in Industrieanlagen oder Gebäuden ganzheitlich umsetzen.

RIB Software-Übernahme verspricht neue Wachstumsperspektiven!

Neue Wachstumsperspektiven verspricht bei Schneider Electric vor allem die Ausrichtung auf neue digitale Lösungen für unterschiedliche Geschäftsbereiche. Gut ins Konzept passt hier die Übernahme des Architektursoftware-Spezialisten RIB Software. Damit will Schneider Electric im Zukunftsmarkt "Smart Buildings" ganz vorne mitmischen. Denn durch den Einsatz der cloud-basierten Planungssoftware lassen sich Gebäude nicht nur effizient planen, sondern auch über den gesamten Lebenszyklus hinweg optimieren. Hier eröffnen sich attraktive Synergien mit dem bestehenden Portfolio von Schneider Electric, mit dem man den Bauprozess von der Planung bis hin zur Bewirtschaftung effizienter und digitaler gestalten will. Damit adressiert man einen attraktiven Zukunftsmarkt, der laut einer Analyse von Comtex bis 2025 jährliche Zuwachsraten von rund 33,8% verspricht.

Aussichten hellen sich weiter auf - Q3-Ergebnis oberhalb der Erwartungen!

Schneider Electric blieb wie andere Industrieunternehmen nicht von den Auswirkungen der aktuellen Krise verschont. Vor allem im ersten Halbjahr hatte der französische Technologiekonzern unter Auftragsstornierungen zu leiden und musste herbe Einbrüche bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen. Mittlerweile hat sich die Ausgangslage in vielen wichtigen Endmärkten wie China wieder deutlich aufgehellt. Im abgelaufenen Q3 schnitt Schneider Electric mit einem organischen Umsatzplus von 1,3% deutlich besser als erwartet ab. Dabei profitierte man vor allem von steigenden Erlösen im Bereich Energymanagement-Solutions, das nicht zuletzt aufgrund der international forcierten Klimawende mit einem Umsatzplus von 2,5% sehr stark abgeschnitten hatte.

Jahresprognose angehoben - Societe Generale hebt Kursziel an!

Auch für das Schlussquartal rechnet Schneider Electric mit einer weiteren Belebung, insbesondere im Segment Industrieautomation, das dank des globalen Wirtschafts-Ramp-Ups mittlerweile wieder deutlich mehr Aufträge erhält. Daher hob man die Jahresprognose an und rechnet nunmehr mit einem Umsatzrückgang von -5 bis -7% (zuvor: -7 bis -10%) gegenüber dem Vorjahr, während die operative Marge mit 15,1 bis 15,4% in etwa auf Vorjahresniveau (15,3%) erwartet wird. Die Experten der Societe Generale haben sich kürzlich optimistisch zu den weiteren Aussichten zu Wort gemeldet und das Kursziel von 116 auf 125 Euro angehoben, wobei die Einstufung weiter mit "Buy" bestätigt wurde.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

Pfizer/Biontech sorgten zu Beginn der neuen Handelswoche mit einer spektakulären Ankündigung für Aufmerksamkeit. Laut der jüngsten klinischen Phase-III-Studiendaten hat sich der in der klinischen Erprobung befindliche Covid-19-Impfstoffkandidat als hochgradig effektiv beim Schutz gegen die neue Lungenerkrankung erwiesen. Nach Aussage der beiden an der Entwicklung beteiligten Partner bietet der neue Impfstoff einen mehr als 90%-igen Schutz vor einer Covid-19-Infektion, ohne dabei schwerwiegende Nebenwirkungen zu verursachen.

Gerresheimer profitiert von globaler Covid-19-Impfstoffkampagne!

Erhält Pfizer/Biontech die Zulassung für den experimentellen Impfstoffkandidaten, wären das gute Nachrichten für den Pharma-Zulieferer Gerresheimer, der sich derzeit in der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Rangliste auf Rang 13 befindet. Gerresheimer ist einer der führenden Hersteller von Verpackungslösungen für die Pharmaindustrie und liefert auch sterile Glas-Behältnisse, so genannte Vials, die speziell für Impfstoffe und Flüssigmedikamente konzipiert sind. Dabei handelt es sich um dünne Durchstech-Fläschchen aus Typ 1-Borosilikatglas, wobei Gerresheimer in diesem Segment mit einem Marktanteil von rund 30% zu den weltweit führenden Herstellern gehört.

Produktionskapazitäten für Vials werden deutlich ausgebaut

Sobald die globale Covid-19-Impfstoffkampagne startet, dürfte die Nachfrage in diesem Segment kräftig anziehen, weshalb Gerresheimer seine Produktionskapazitäten aktuell systematisch nach oben fährt. Der Aufwand sollte sich für Gerresheimer lohnen. Denn weltweit werden für die Durchführung einer flächendeckenden Impfstoffkampagne, die Gerresheimer nach Aussage von CEO Dietmar Siemssen derzeit gemeinsam mit führenden Pharmaunternehmen vorbereitet, mehrere Milliarden Impfstoffdosen benötigt. Entsprechend hoch fällt daher auch der Bedarf für die von Gerresheimer produzierten Vials aus, was dem Pharmaverpackungshersteller ein lukratives Zusatzgeschäft beschert. Gerresheimer rechnet in diesem Zusammenhang allein für die kommenden beiden Jahren mit einem weltweiten Bedarf von rund 2 bis 3 Milliarden Impfstoff-Vials. Dabei wird Gerresheimer nach Aussage von Vorstandschef Siemssen rund ein Drittel der weltweit benötigten Vials liefern.

Operativ solide unterwegs - Q3-Ergebnis über Erwartungen!

Auch im operativen Geschäft läuft es bei Gerresheimer trotz der nach wie vor spürbaren Beeinträchtigungen durch die aktuelle Krise weiterhin rund. Zwar musste man im abgelaufenen Q3 einen leichten Umsatzrückgang von knapp 2,6% hinnehmen. Beim bereinigten operativen Ergebnis schnitt man jedoch mit einem Plus von 4,1% besser als von Analysten erwartet ab, während man unter dem Strich mit einem deutlichen Plus von 37% beim Nettogewinn überzeugen konnte. Auch für das laufende Fiskaljahr sieht sich Gerresheimer auf Kurs, seine Jahresziele nach dem bislang soliden Abschneiden in den ersten drei Quartalen sicher erreichen zu können. Entsprechend rechnet man mit einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und einer operativen Gewinnmarge von rund 21%.

Höhere Margen angepeilt - Credit Suisse hebt Kursziel an!

Mittelfristig will Gerresheimer seine Profitabilität mit der stärkeren Fokussierung auf höhermargige Produktsegmente, wie etwa Drug-Delivery-Systemlösungen wie Mikropumpen für Flüssigmedikamente oder Insulin-Pens für Diabetes-Patienten weiter verbessern. Entsprechend soll die operative Marge in den Folgejahren auf rund 23% zulegen, wobei man jeweils mit einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich rechnet. Die Experten der Credit Suisse haben sich angesichts der weiterhin vielversprechenden Wachstumsaussichten bei Gerresheimer optimistisch zu den weiteren Aussichten des Pharmaverpackungsherstellers zu Wort gemeldet. So wurde die Einstufung mit "Outperform" bestätigt und das Kursziel von 103 auf 104 Euro angehoben.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Sartorius, die sich auf Rang 3 der Gesamtauswahl befindet. Der Wettlauf um die Entwicklung eines wirksamen Coronavirus-Impfstoffs beschert dem Göttinger Labortechnik- und Biopharmaspezialisten eine Art Sonderkonjunktur. Weltweit wird nach Aussage von Konzernchef Joachim Kreuzburg kaum ein Impfstoff ohne die Produkte aus dem Hause Sartorius entwickelt oder hergestellt, was Sartorius zu einem gefragten Kooperationspartner bei den zahlreichen Covid-19-Impfstoffprojekten macht. Neben Verbrauchsmaterialien und Grundstoffen beliefern die Göttinger die an der Entwicklung des neuen Covid-19-Vaccines beteiligten Biotech- und Pharmaunternehmen auch mit Bioreaktoren, Filtersystemen sowie Software- und Analytik-Plattformlösungen.

Starke Ergebnisentwicklung in Q3!

Dies bescherte Sartorius im abgelaufenen Q3 ein weiteres Rekordergebnis. Mit einem Umsatzplus von 35,1% sowie einem deutlich überproportionalen Anstieg von 58,1% beim bereinigten operativen Ergebnis konnte man die Konsenserwartungen deutlich übertreffen. Konzernchef Joachim Kreuzberg verwies dabei vor allem auf die deutlich gestiegene Nachfrage seitens vieler Biopharma-Hersteller, die sich aktuell für die Produktion von Covid-19-Impfstoffen und Coronavirus-Medikamenten rüsten. Auch in der Labortechnik-Sparte, die im ersten Halbjahr unter krisenbedingt schwächeren Absätzen zu leiden hatte, verzeichnete man mit einem bereinigten Umsatzplus von 26,2% wieder deutliche Zuwächse. Der starke Anstieg beim Auftragseingang, der auf Konzernebene um 37,8% zulegen konnte, signalisiert auch für die kommenden Quartale eine Fortsetzung der dynamischen Ergebnisentwicklung.

Übernahme von BIA Separations eröffnet neue Perspektiven!

Neben den exzellenten Aussichten im Kerngeschäft verspricht die kürzlich angekündigte Übernahme des Herstellers BIA Separations neue Perspektiven. BIA Separations hat sich auf Produkte zur Aufreinigung und Analyse von Biomolekülen wie Viren, Plasmiden und mRNA spezialisiert. Dank des von BIA Separations entwickelten CIM-Verfahrens wird eine schnelle und effiziente Herstellung so genannter Aufreinigungs-Polymere ermöglicht, was erhebliche Kostenvorteile bei der industriellen Herstellung von Biopharmazeutika eröffnet. Dank der Analytik-Lösungen von BIA Separations lassen sich außerdem Prozesse überwachen und optimieren, was die Durchführung klinischer Studien in der Medikamenten-Entwicklung erheblich beschleunigt und gleichzeitig Kostenvorteile eröffnet. Da BIA Separations hochprofitabel arbeitet und in den kommenden Jahren ein hohes zweistelliges Umsatzwachstum vorweisen wird, liefert der knapp 360 Mio. Euro schwere Zukauf die perfekte Ergänzung für das Kerngeschäftsfeld Bioprocess-Solutions von Sartorius.

Jahresprognose angehoben - Commerzbank mit neuem Spitzenkursziel!

Nach dem starken Abschneiden in Q3 steckt sich Sartorius für 2020 höhere Ziele. So rechnet man mit einem Umsatzplus am oberen Ende bzw. leicht oberhalb der konzerneigenen Prognose von +22 bis +26%. Bei der bereinigten operativen Marge rechnet man nun mit einer Verbesserung auf 29,5% und damit um einen Prozentpunkt höher als zuvor. Die Analysten der Commerzbank trauen Sartorius angesichts der vielversprechenden Aussichten im Kerngeschäft und der exzellenten Q3-Ergebnisse eine noch deutlichere Margenverbesserung im Jahr 2020 zu. Außerdem gehen die Analysten für 2021 von einem weiteren Rekordergebnis bei Sartorius aus. Entsprechend wurde die Einstufung mit "Buy" bestätigt und das Kursziel von 410 auf 445 Euro angehoben.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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