Besser Traden mit System - Der Blog

  • Der Blog hilft Ihnen, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. In Wochenberichten und Kommentaren berichtet Simon Betschinger von aktuellen Geschehen an den Kapitalmärkten und lässt Sie auch an seinen persönlichen Einschätzungen teilhaben. Schauen Sie doch ab und zu mal vorbei, um immer up to date zu sein!


 

Liebe Leser,

warum eigentlich sind amerikanische Firmen so viel erfolgreicher als europäische Unternehmen? Dieses Thema gehört endlich einmal auf politische Tagesordnung. Denn egal in welche Branche man schaut. Die Dominatoren, die Marktanteile an sich reißen, kommen aus den USA. Selbst wenn es um die Reisebranche geht.

Die TUI-Zahlen zeigten einen klaren Hoffnungsschimmer für die Branche. Das Geschäft für den Sommer 2021 läuft bombig an. Der Anstieg der Buchungen beträgt 145% gegenüber den Normalwerten und der durchschnittliche Verkaufspreis liegt um 9% höher. Die Menschen sehnen sich nach ihrem Sommerurlaub zurück. Aber wird auch die TUI-Aktie davon profitieren? Das ist keine ausgemachte Sache. Geld verdienen in der Branche andere. Bookings Holdings zum Beispiel.

Booking Holdings ist mit mehreren Portalen die weltweit größte Reisebuchungs-Plattform und der Dominator der Branche. Seit 2010 wurden die Umsätze von 3 auf 15 Mrd. USD im Jahr 2019 verfünffacht. Die Nettogewinnmarge beträgt fast 30%. Von den höheren Buchungspreisen und dem starken Andrang auf die Sommersaison 2021 dürfte auch Booking Holdings profitieren. Ich halte eine Long-Position in den nächsten Monaten für sehr aussichtsreich.

Aber schon bedenklich, dass es TUI seit Jahrzehnten nicht schafft, auf dem Reisemarkt ein nachhaltig profitables Geschäftsmodell zu entwickeln und dass es mal wieder einer jungen, amerikanischen Firma gelingt, den Markt komplett aufzurollen und die etablierten Mitspieler wie Lehrlinge aussehen zu lassen. Auf die Idee, die führende Plattform für Reisebuchungen zu bauen hätte TUI eigentlich auch selbst kommen können.

INTEL: Jetzt gilt es. Trading-Szenario kann in den nächsten Tagen aktiviert werden!

Für den 2. September hat Intel IT-Journalisten zur Vorstellung von "something big" eingeladen. Die Aktie war nach den Q2-Zahlen eingebrochen, weil sich die neue Prozessor-Generation verzögert und es Intel nicht gelingt, zu AMD wieder aufzuschließen. Eventuell werden am 2. September aber doch Fortschritte bei den neuen CPU-Technologie-Linien vermeldet. Im Vorfeld spricht Intel bereits von einer deutlichen Leistungssteigerung bei "Tiger Lake" Prozessoren. Aber vielleicht wird zusätzlich noch „ein großes Ding“ präsentiert – wie sie im Silicon Valley immer so schön sagen. Der Titel der Konferenz lässt darauf schließen.

Trading-Taktik für die Intel-Aktie: Ich habe Kursalarme über den Verlaufshochs der letzten Tage platziert. Wenn die Aktie in den nächsten Tagen anläuft, dann springe ich vermutlich mit auf... Das Sentiment bezüglich der Intel-Aktie ist sehr negativ. Kleinere Erfolgsmeldungen schon würden den Kurs beflügeln. Nach dem 2. September entscheide ich dann, wie ich mit der Trading-Position weiter verfahre. Ich bin auch noch in Intel-Aktien investiert. Seit vielen Jahren schon. Aber diese Position steht auf dem Prüfstand.

 

 

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

manchmal werden „Langweiler-Aktien“ richtig spannend. Als Langweiler habe ich bis jetzt zumindest Aurubis empfunden, aber die Art und Weise, wie sich die Firma nun modernisiert, gefällt mir.

Aufgefallen ist mir die Aktie von Aurubis beim Screening der Trendstabilitäts-Rangliste. Sie befindet sich derzeit auf Rang 9 der Gesamtauswahl. Der Hamburger Rohstoffkonzern gehört zu den weltweit führenden Kupferherstellern und ist im Bereich Kupferaufbereitung und -Recycling führend. Mit gezielten Übernahmen baute Aurubis seine Marktposition in den vergangenen Jahren gezielt aus und hat sich damit als wichtiger Rohstoff-Lieferant für unterschiedlichste Industriezweige und Branchen positioniert.

Strategische Verstärkung im Zukunftsmarkt für Metallrecycling

Mit der kürzlich von der EU genehmigten Übernahme der belgisch-spanischen Metallo-Holding gelang Aurubis eine bedeutende Verstärkung seiner Aktivitäten im Bereich Recyling und Sekundärrohstoffe. Mit einem Jahresumsatz von knapp 1 Mrd. Euro ist die Metallo-Holding einer der führenden Anbieter für Recycling- und Raffinationsprozesse, mit denen sich wertvolle Sekundärrohstoffe aus Abfällen mit geringem Metallgehalt extrahieren lassen. Dabei fallen dank des von der Metallo-Holding entwickelten Zero-Waste-Konzepts wird eine umweltschonende und nachhaltige Aufbereitung und Weiterverarbeitung von schwer recycelbaren Abfällen gewährleistet.

E-Mobilität wird Nachfrage nach Metall-Recycling erhöhen

Aurubis positioniert sich damit in einem attraktiven Zukunftsmarkt. Durch Megatrends wie Smart Home, E-Mobilität, Digitalisierung und Erneuerbare Energien wird das Aufkommen an Metall- und Elektroschrott in den kommenden Jahren stark zunehmen. Aurubis ist dank des konsequenten Ausbaus seiner Recycling-Kapazitäten hierfür bestens gerüstet und wird gleichzeitig von der steigenden Nachfrage nach wertvollen Sekundärrohstoffen wie Kupfer, Nickel, Zinn, Zink und Blei profitieren.

Neue Power-to-Steam-Anlage senkt CO2-Emissionen am Standort Hamburg nachhaltig

Auch bei der Kupferherstellung spielen Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit bei Aurubis eine große Rolle, wobei der Fokus hier vor allem auf eine Reduktion der klimaschädlichen CO2-Emissionen liegt. Maßstäbe setzt der Hamburger Metallkonzern hier unter anderem mit einer Power-to-Steam-Anlage am Stammsitz in Hamburg, die seit Ende 2019 Wasserdampf für die Trocknung von Kupferkonzentraten aus regenerativer Energie produziert. Mit der neuen Anlage, die komplett aus Ökostrom gespeist wird, lassen sich die CO2-Emissionen jährlich rund 4.000 Tonnen verringern. Mittelfristig will Aurubis seine CO2-Bilanz auch durch den Einsatz von Grünem Wassserstoff bei der Kupferherstellung weiter verbessern. Da die Herstellung von Grünem Wasserstoff, der durch die Umwandlung von Ökostrom durch Elektrolyse erzeugt wird, aktuell noch vergleichsweise teuer ist, ist dieses Verfahren für Aurubis aktuell noch keine Option. Dies könnte sich jedoch durch die von der EU und der Bundesregierung auf den Weg gebrachten Maßnahmen zur Förderung der Wasserstoffwirtschaft bald ändern.

Solide operative Entwicklung in Q2

Operativ läuft es bei Aurubis trotz der Beeinträchtigungen durch die Coronavirus-Pandemie aktuell weiterhin rund. Bei einem recht deutlichen Umsatzplus von 8% schnitt man beim operativen Ergebnis in Q2 trotz rückläufiger Absätze bei Kupfergießwalzdraht und Strang-Gussprodukten nur leicht unter Vorjahresniveau ab. Da bei der Kupferproduktion und dem Recycling von Altkupfer auch Edelmetalle wie Gold oder Silber als Beiprodukte produziert werden, profitierte Aurubis auch von der aktuellen Hausse beim Goldpreis, womit die Rückgänge im operativen Geschäft größtenteils kompensiert werden konnten. Da sich die Aussichten im operativen Geschäft dank des weiter forcierten Wirtschafts-Ramp-Ups weiter aufhellen, sollte auch das operative Geschäft bei Aurubis in der zweiten Jahreshälfte wieder an Fahrt gewinnen. Entsprechend haben die Experten der NordLB zuletzt die Einstufung von "Halten" auf "Kaufen" hochgestuft und das Kursziel von 50 auf 62 Euro angehoben.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Gerresheimer, die sich derzeit auf Rang 10 der Gesamtauswahl befindet. Der Düsseldorfer Hersteller hat sich als Spezialist für hochwertige Verpackungs- und Systemlösungen aus Glas und Kunststoff vor allem in der Life Sciences- und Pharmabranche positioniert und liefert auch passende Verpackungslösungen für die Kosmetikbranche. Die mit Abstand höchsten Umsatzerlöse generiert Gerresheimer mit Pharma-Verpackungen, wobei sich der Schwerpunkt hier in den vergangenen Jahren von pharmazeutische Primär-Verpackungen auf höhermargige Produktsegmente verlagert hat. Vor allem bei so genannten Drug-Delivery-Systemlösungen wie Insulin-Pens für Diabetiker, Injektions-/ Autoinjektionssystemen, Inhalatoren für Asthmatiker, oder Mikropumpen für die Abgabe von Flüssigmedikamenten ist Gerresheimer einer der weltweit führenden Systemanbieter und beliefert Branchengrößen wie AstraZeneca, Mylan, Boehringer Ingelheim, Bayer, Roche, Fresenius oder Pfizer.

Besser als erwartete Q2-Zahlen

Dies bescherte Gerresheimer zuletzt trotz des aktuell schwierigen Marktumfelds solide Ergebnisse. Die Coronavirus-Pandemie macht auch der Pharmaindustrie aktuell schwer zu schaffen, da der Absatz bei vielen frei verkäuflichen Präparaten aber auch bei verschreibungspflichtigen Medikamenten zu Jahresbeginn in einigen Regionen teilweise deutlich einbrach. Mittlerweile hat sich die Situation nach dem Ende des Lockdowns wieder deutlich verbessert, was Gerresheimer in Q2 nach einem deutlicheren Einbruch zum Jahresauftakt wieder solide Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis beschert hatte. Mit einem organischen Umsatzplus von 4,6% und einem soliden Anstieg von 6,9% beim bereinigten operativen Ergebnis übertraf Gerresheimer die Konsenserwartungen der Analysten.

Coronavirus-Impfstoff sollte Produktabsatz ankurbeln!

Auch für das laufende Fiskaljahr hat Gerresheimer allen Grund, optimistisch nach vorne zu blicken. Als Schlüssellieferant für die Pharma und Healthcare-Industrie partizipiert nicht nur von wieder anziehenden Medikamenten-Absätzen, sondern auch von den guten Aussichten im Impfstoff-Geschäft. Gerresheimer gehört mit einem Marktanteil von 30% zu den weltweit führenden Herstellern von so genannten Vials. Dabei handelt es sich um Injektions- oder Durchstechfläschchen aus Typ 1-Borosilikatglas, die unter anderem für in der Entwicklung befindliche Impfstoffe zum Schutz vor Covid-19 verwendet werden. Erste Aufträge für Vials für Medikamente und Impfstoffe gegen Covid-19 habe Gerresheimer bereits erhalten, teilte Gerresheimer bei der Vorlage der jüngsten Q2-Zahlen mit. Für Gerresheimer bieten sich in diesem Zusammenhang exzellente Absatzchancen.

Milliarden Vials für Impfstoffe benötigt

Um die Bevölkerung effektiv zu schützen und eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, ordern viele Staaten bereits jetzt große Chargen potentieller Coronavirus-Impfstoffkandidaten. Unter anderem haben die USA und Großbritannien bereits Vorabvereinbarungen mit Pfizer/Biontech über die Lieferung von bis zu 600 bzw. 300 Millionen Dosen eines in der klinischen Erprobung befindlichen Impfstoffs gegen das Coronavirus geschlossen. Weltweit dürfte der Bedarf für einen Coronavirus-Impfstoff bei mehreren Milliarden Impfstoff-Dosen liegen, was Gerresheimer als einem der führenden Hersteller von Injektions- oder Durchstechfläschchen hohe Absätze in diesem Segment verspricht Entsprechend optimistisch meldeten sich kürzlich die Experten der Berenberg Bank zu Gerresheimer zu Wort, wobei das Kursziel von 75 auf 115 Euro angehoben und die Einstufung mit "Buy" bestätigt wurde.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

meine Allianz-Vertretung bietet nun einen Kundenservice über WhatsApp-Business an. Das funktioniert gut. Als ich die Steuerbescheinigungen für meine Lebensversicherungen benötigte, schrieb ich eine Nachricht über WhatsApp und eine halbe Stunde später hatte ich eine Antwort. Auch eine Übersicht über all meine Versicherungsverträge schickte mir der freundliche Sachbearbeiter sofort eine halbe Stunde später per Screenshot.

Wir bei TraderFox haben auch sofort mit WhatsApp Business experimentiert. Einzelgespräche mit Kunden sind gratis. Wenn wir allerdings tausende Kunden gleichzeitig über WhatsApp anschreiben wollen, wird eine Gebühr fällig. Das ist sehr clever. WhatsApp ist eine exklusive Kommunikations-Plattform, nahezu ohne Spam. Unternehmen, die darüber ihre Kunden anschreiben wollen, müssen eine Gebühr je Nachricht bezahlen. Sehr clever. Eine WhatsApp dürfte deutlich mehr Kunden erreichen als eine E-Mail.

WhatsApp ist nicht nur einfach ein Messenger. Es ist eine Plattform, über die zukünftige Geschäfte abgewickelt werden. Genauso wie Instagram und Facebook nun Plattformen für Online-Shops werden.

Gestern meldete Facebook fantastische Zahlen. Mich freut das als Facebook-Investor und insbesondere finde ich die Umsatzaufteilung vielversprechend. 98 % aller Umsätze erzielt Facebook mit Werbeerlösen. Erst 2 % der Umsätze entfallen auf die neuen Geschäftskonzepte rund um das Plattform-Geschäft wie WhatsApp Business. Rund 2,7 Milliarden Menschen weltweit nutzen jeden Monat allein Facebook (ohne WhatsApp und Instagram). Wenn Facebook die Plattformen nun entsprechend weiterentwickelt, um Geschäfts-Transaktionen durchzuführen (Payment, WhatsApp Business,…), dann dürfte die Umsatz- und Gewinnentwicklung weiter steil nach oben zeigen.

Die Firmen des Silicon Valley dominieren die Welt. Wir sind nur noch Statisten in diesem Schauspiel. Deutsche Firmen haben der Genialität von Amazon, Facebook, Apple und Co schon lange nichts mehr entgegenzusetzen.

DeliveryHero ist ein Dauerläufer in den Trendstabilität-Ranglisten

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Delivery Hero, die sích derzeit auf Rang 2 der Gesamtauswahl befindet. Der Food-Delivery-Service-Anbieter überzeugte kürzlich erneut mit einem sehr starken Halbjahresergebnis. Mit knapp 612 Mio. Euro konnten die Umsatzerlöse in der ersten Jahreshälfte fast verdoppelt werden, während der Bestelleingang ebenfalls um satte 95% auf rund 281 Millionen anzog. Damit konnte Delivery Hero seine führende Marktposition im Food Delivery-Segment einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis stellen, nachdem man bereits im Auftaktquartal mit kräftigen Zuwächsen überzeugt hatte. Im Anschluss hob man außerdem seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr von 2,4 bis 2,6 auf 2,6 bis 2,8 Mrd. Euro an.

Fokussierung auf Wachstumsmärkte zahlt sich aus!

Der Berliner Essenslieferdienst gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Start-Ups der letzten zehn Jahre. CEO Niklas Östberg verstand es geschickt, Delivery Hero nach dem Verkauf des Deutschland-Geschäfts zu einem international führenden Player im Wachstumsmarkt für Essenslieferdienste umzubauen. Mittlerweile ist Delivery Hero vor allem in Süd- und Osteuropa präsent und gehört auch in Lateinamerika, dem Nahen Osten und Nordafrika sowie in Südostasien zu den führenden Anbietern im Delivery-Service-Segment. Delivery Hero ist damit bestens aufgestellt, um seinen Wachstumskurs im aktuellen Marktumfeld weiter dynamisch fortsetzen zu können. Angesichts weiter steigender Neuinfektionszahlen wächst die Gefahr einer zweiten Coronavirus-Welle. Daher werden viele Verbraucher auch weiterhin auf den Besuch beim Lieblings-Italiener verzichten und sich ihre Gerichte lieber nach Hause liefern lassen, um sich beim Restaurant-Besuch nicht der Gefahr einer Coronavirus-Infektion auszusetzen.

Quick-Commerce-Segment mit starkem Wachstum

Gut voran kommt Delivery Hero auch beim Ausbau seines neuen Segments Quick-Commerce, mit dem man sein Kerngeschäft durch Lieferservices für Lebensmittel, Haushaltswaren und andere Produkte des täglichen Bedarfs passend ergänzt und sich damit neue Wachstumschancen eröffnet. Da man dank seiner Online-Plattform über eine extrem hohe Reichweite verfügt, macht dieser Schritt strategisch Sinn. Damit lässt sich die steigende Zahl der registrierten Kunden durch neue Dienstleistungen ohne hohes Werbebudget elegant monetarisieren. Der neue Quick-Commerce-Service stößt bei den Kunden auf große Resonanz, da Delivery Hero dank seines gut ausgebauten Netzwerks und der wachsenden Zahl an lokalen Lieferdepots, über die ein Großteil der Bestellungen abgewickelt wird, extrem schnelle Lieferzeiten (teilweise binnen 20 Minuten) garantieren kann. Entsprechend verbuchte der neue Heimlieferservice bei der Zahl der Bestellungen gegenüber dem ersten Quartal in Q2 ein sattes Plus von 98% auf 10,5 Millionen.

Neue Produkte und kürzere Lieferzeiten sollen mehr Kunden anlocken

Um das enorme Marktpotential in diesem Segment voll ausschöpfen zu können, will Delivery Hero die Zahl seiner Lieferdepots bis Ende des Jahres von derzeit 150 auf 400 ausbauen und auch das Produktsortiment durch neue Artikel wie etwa Blumen oder rezeptfreie Medikamente attraktiver gestalten. Auch die Lieferzeiten will man nach Aussage von Pieter-Jan Vandepitte, Vorstand bei Delivery Hero, weiter verkürzen. Demnach sollen die Bestellungen künftig innerhalb von 15 Minuten zugestellt werden, womit man noch mehr Kunden für seinen neuen Lieferservice gewinnen will. Dabei adressiert man einen vielversprechenden Wachstumsmarkt, der Schätzungen zufolge bis 2030 ein Gesamtvolumen von rund 448 Mrd. Euro erreichen dürfte und damit erheblichen Spielraum für die weitere Expansion bietet.

Entsprechend optimistisch zeigten sich zuletzt die Experten der Credit Suisse, die das Kursziel für Delivery Hero im Anschluss an das starke Q2-Zahlenwerk von 120 auf 123 Euro angehoben und die Einstufung mit "Outperform" bestätigt hatten.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

in meinem letzten Blog-Beitrag hatte ich über die Chancen von Intel als Value-Aktie gesprochen. Die letzte Woche veröffentlichten Statements von Intel sind ein lauter Paukenschlag, der für die gesamte Welt von Bedeutung sein wird. Intel denkt darüber nach, die Produktion von Chips an Taiwan Semiconductor Manufactoring Company (TSMC) auszulagern. Auch AMD lässt die Chips von TSMC produzieren.

Der Kurs der TSMC-Aktie setzte zu einem Höhenflug an und gehört mit einem Börsenwert von 400 Mrd. USD nun zu den 10 größten Aktiengesellschaften der Welt.

Es hat große politische Sprengkraft, dass das führende Wissen zur Chipproduktion ganz offensichtlich in einem kleinen Inselstaat beheimatet ist, auf den China Anspruch erhebt und den die USA mit Waffen beliefert. China folgt zur Stärkung des chinesischen Reichs einer erkennbaren Agenda. Derzeit ist Hongkong das Ziel und die chinesische Führung würde dessen Autonomie wohl am liebsten sofort beenden. Als nächstes dürfte dann Taiwan an der Reihe sein. China bezeichnet Taiwan als abtrünnige Provinz.

Die Geopolitik der Amerikaner dreht sich schon immer um die Sicherung von strategisch wichtigen Ressourcen. Was in den letzten 50 Jahren als der Kampf um das Öl beschrieben werden kann, wird in den nächsten 50 Jahren der Kampf um die State-of-the-Art-Technologien sein. Die Chiptechnologie legt die Basis für Künstliche Intelligenz (KI) und KI ist eine Schlüsseltechnologie, die die Welt verändern kann. Die USA werden es unter diesen Umständen wohl kaum zulassen, dass sich China Taiwan als Provinz einverleibt. Neue Spannungen sind garantiert.

Auch in Deutschland gibt es Chip-Aktien. Diese spielen zwar nicht in der ersten Liga der Chipindustrie, haben sich aber als Zulieferer für viele Weltkonzerne etabliert. Über eine dieser Aktien möchte ich nun berichten:

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Pfeiffer Vacuum, die sich aktuell auf Rang 5 im TecDAX befindet. Der Spezialist für Vakuumpumpen-Systeme hat sich in seiner mittlerweile 130-jährigen Firmengeschichte zu einem der technologisch führenden Anbieter in diesem Segment gemausert. Gefragt sind die Turbo- und Vorpumpensysteme von Pfeiffer Vacuum vor allem für Anwendungen wie etwa Leckage-Suchsystemen mit denen sich zuverlässig und schnell undichte Stellen etwa in Prozessanlagen der chemischen oder der pharmazeutischen Industrie oder bei Benzin- oder Heizöltanks aufspüren lassen.

Führend bei Vakuumpumpen-Systemen für die Chip- und Halbleiterindustrie

Dank zahlreicher Übernahmen und hohen F&E-Ausgaben gilt Pfeiffer Vacuum gerade bei Vakuumpumpen-Systemen für die Chip- und Halbleiterindustrie als technologisch führend, wobei man in diesem Segment mittlerweile mit knapp 53% den Löwenanteil seiner Umsatzerlöse generiert. Gefragt sind die Lösungen von Pfeiffer Vacuum beispielsweise zur Erzeugung eines Vakuums in so genannten Reinräumen. Nur damit lässt sich eine nahezu keim- und partikelfreie Produktionsumgebung mit konstanten Temperatur- und Luftdruckbedingungen schaffen, welche für die Herstellung der äußerst empfindlichen Mikrochips benötigt wird.

Daneben bietet Pfeiffer Vacuum auch spezielle Turbo-Pumpensysteme an, die beispielsweise bei der Aufreinigung von Wafern, oder bei speziellen Prüf- und Wartungssystemen für Chip- und Halbleiter eingesetzt werden. Als Hersteller von Speziallösungen für Hochvakuum-Turbopumpen und trockenen Vorpumpen partizipiert Pfeiffer Vacuum als Zulieferer auch vom Trend zu immer kleineren Chipsätzen mit Abmessungen von 7 bis 5 Nanometern. Ohne diese speziellen Pumpensysteme wäre das neue EUV-Lithographie-Verfahren, das ultraviolettes Licht (EUV) unter Vakuumbedingungen verwendet, nicht realisierbar. Mit EUV-Systemen der neuesten Generation lassen sich Chipsätze mit kleinsten Abmessungen schnell und kostengünstig herstellen. Diese EUV-Lithographiesysteme werden derzeit von Branchengrößen wie TSMC oder Samsung stark nachgefragt, da viele Hersteller ihre Chipproduktion von bislang gängigen Standards im Bereich von 14 bis 10 Nanometern auf Hochleistungschips in der Größenordnung von 7 bis 5 Nanometern umstellen.

Die Coronavirus-Pandemie hatte zuletzt auch bei Pfeiffer Vacuum in Q2 ihre Spuren hinterlassen. Laut vorläufigen Berechnungen musste man einen deutlichen Einbruch von knapp 80% beim operativen Ergebnis hinnehmen, während der Umsatz knapp 11% unter dem Vorjahresniveau erwartet wird. Sehr solide entwickelte sich hingegen der Auftragseingang, bei dem Pfeiffer Vacuum von einem Wert auf Vorjahresniveau (149,7 Mio. Euro) oder leicht darüber ausgeht. Die Experten der Commerzbank zeigten sich zuletzt verhalten optimistisch und bestätigten die Einstufung nach besser als erwartet ausgefallenen Zahlen zum Auftragseingang mit "Hold".

Viele Grüße
Simon Betschinger


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