Besser Traden mit System - Der Blog

  • Der Blog hilft Ihnen, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. In Wochenberichten und Kommentaren berichtet Simon Betschinger von aktuellen Geschehen an den Kapitalmärkten und lässt Sie auch an seinen persönlichen Einschätzungen teilhaben. Schauen Sie doch ab und zu mal vorbei, um immer up to date zu sein!


 

Liebe Leser,

Politiker haben es nicht einfach: Sie müssen mit ihrer Rhetorik dafür sorgen, dass das Corona-Problem ernst genommen wird. Nur wenn die Leute Abstand zueinander halten und auf Desinfektion achten, haben die Kontaktverbote Erfolg. Aber die Brachialrhetorik erklärt wohl auch warum derzeit alle Börsianer so unendlich pessimistisch sind für die Aktienmärkte sind.

Als Optimist gehöre ich zu einer Minderheit

Ich gehöre meiner Beobachtung nach eher zu der Minderheit der Marktteilnehmer, die davon überzeugt ist, dass wir die Tiefs in den Leitindizes schon gesehen haben. Warum sollte der DAX neue Tiefs machen? In zwei Wochen nach dem 19. April wird doch das gesellschaftliche Leben peu à peu wieder aufgenommen. Alles andere ist für mich unvorstellbar und nicht durch die Faktenlage zu rechtfertigen, die aussagt, dass wir mit einer angepassten Verhaltensweise die Infektionsketten unterbrochen können.

Die Pessimisten sagen, dass es die Wirtschaft aufgrund von spiralartigen Folgereaktionen kollabiert. Die Szenarien sehen in etwas so aus: In den USA gibt es Arbeitslose, die Konsumkraft fällt weg, die Geschäfte machen noch weniger Umsatz und müssen noch mehr Leute entlassen. Ja, diese Gefahr bestünde, wenn der Staat den Markt sich allein überlassen würde.

Staat und Notenbanken verhindern die Abwärtsspiralen

Als Ökonom stelle ich fest, dass die keynesianische Interventionspolitik nun zum ersten Mal lehrbuchgemäß angewendet wird, seitdem Keynes die „Allgemeine Theorie“ im Jahr 1936 erstmals veröffentlichte. Die Staaten setzen gigantischen Milliardenpaketen alles daran, die aggregierte Nachfragekurve und damit die geballte Kaufkraft der Konsumenten nicht einbrechen zu lassen. Die Notenbank werden diese Ausgaben später über die Anleihemärkte finanzieren.

2008 / 2009 war es anders. Damals zögerten die Staaten und die Notenbank zuerst noch. Damals berief man sich auf den freien Markt, den man sich selbst überlassen wollte. Meine Meinung ist: In 99 % der Zeit verrichtet der freie Markt seine Arbeit ganz hervorragend. Nur in 1 % der Zeit gibt es schwere Krisen, in denen der Markt in Abwärtsspiralen abrutschen würde. Das hat Keynes schon vor 84 Jahren vortrefflich beschrieben. Das Buch ist ein Meisterwerk des ökonomischen Denkens.

Linie der maximalen Angst

Am 31. März trat die US-Regierung vor die Presse und legte die Worst-Case-Szenarien zur Corona-Epidemie auf den Tisch. Amerika steht vor den schlimmsten drei Wochen seiner Geschichte. Hundertausende Tote kann es geben. Das Preisniveau, auf dem die US-Märkte am 01. April eröffneten, markiert aus meiner Sicht die „Linie der maximalen Angst“. Aus Sentiment-Sicht ist das eine spannende Situation. Kann ein Markt bei so viel Pessimismus kurzfristig weiter fallen? Ich habe meine Zweifel.

Was gibt es Neues aus den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitätsranglisten die Aktie von Bechtle, die sich aktuell auf Rang 6 der Gesamtauswahl befindet. Das IT-Systemhaus hat sich in den vergangenen Jahren mit gezielten Übernahmen zu einem der führenden Player in Europa gemausert. Mit seinem breit diversifizierten Portfolio rund um Cloud-Architekturen, Big Data Analytics, Managed Services und passender Soft- und Hardware ist Bechtle für seine mehr als 75.000 Kunden aus dem Business-Bereich und dem Öffentlichen Sektor ein verlässlicher Partner bei der Umsetzung der digitalen Transformation. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen investieren massiv in die Digitalisierung, um gegenüber der Konkurrenz nicht den Anschluss zu verlieren und gleichzeitig effizienter und profitabler zu arbeiten.

Dies bescherte Bechtle im abgelaufenen Fiskaljahr trotz der konjunkturell schwierigen Rahmenbedingungen ein Rekordergebnis, wobei man sowohl bei Umsatz als auch beim bereinigten Vorsteuergewinn Zuwächse von jeweils mehr als 20% vorzuweisen hatte. Aufgrund der sich weiter ausbreitenden Coronavirus-Pandemie gab Bechtle zuletzt einen eher verhaltenen Ausblick. So sprach Konzernchef Thomas Olemotz von einem herausfordernden Marktumfeld, da viele Unternehmen ihre geplanten Investitionen in neue Projekte aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus in Europa nach hinten verschieben dürften. Entsprechend rechnet Olemotz für 2020 mit geringeren Zuwächsen bei Umsatz und Ertrag als noch im Vorjahr.

Millionen Menschen im Home-Office: Bechtle stellt die Infrastruktur dafür bereit!

In der aktuellen Situation bieten sich für das IT-Systemhaus dennoch vielversprechende neue Chancen. Da viele Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in die heimischen „Vier Wände“ verlegt haben, wächst die Nachfrage nach passendem Equipment für das Home-Office und Software-Lösungen für den Bereich dezentrales Arbeiten. Hier bietet Bechtle von der passenden Hardware wie Laptops und Peripheriegeräten bis hin zu Remote-Access-Lösungen für den gesicherten Zugriff auf das Firmennetzwerk über den heimischen PC eine breite Auswahl passender Applikationen. Ein kürzlich von der saarländischen Landesregierung vergebener Großauftrag über die Implementierung einer ganzheitlichen Kollaborations-Plattform inklusive eines Videokonferenz-Systems zeigt, dass Bechtle auch in Zeiten der Coronakrise ein gefragter Partner bei der Umsetzung digitaler Großprojekten bleibt, die auf Basis von Cisco Webex Collaboration-Lösung binnen weniger Stunden implementiert werden. Da die Nachfrage nach Digitalisierungslösungen weiter hoch bleibt, sollte Bechtle nach dem Abebben der Coronavirus-Pandemie rasch wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren können.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trader,

ich bin Optimist. Durch und durch. Als Unternehmer bleibt einem vermutlich auch gar nichts anderes übrig. Wenn es ein Problem gibt, überlege ich mir eine Lösung. Und ich suche natürlich auch gezielt nach Informationen wie eine solche Lösung aussehen könnte. Wir werden vermutlich noch im April das wirtschaftliche Leben wieder aufnehmen können. Wie das funktionieren kann, wird in immer mehr Ländern erarbeitet und in Südkorea, Japan oder Taiwan bereits erfolgreich praktiziert.

- Menschen halten Abstand voneinander.
- Menschen achten auf Handhygiene und Desinfektion.
- Über Apps können wir prüfen, ob wir Infizierten begegnet sind.
- Regelmäßig durchgeführte Schnelltests helfen, Infizierte schnell zu erkennen und zu isolieren.

Ich bin auch jemand, der ein unerschütterliches Vertrauen in die Fähigkeiten der Menschheit hat, Probleme zu lösen. Unternehmen auf der ganzen Welt haben ihre Produktion und ihre Produkte angepasst. Es ist doch großartig wie gut unsere Marktwirtschaft funktioniert und ich bin beeindruckt welche Massen an Gütern die Lebensmittelindustrie in so kurzer Zeit bereitstellen kann.

Die verfügbaren Schnelltests steigen gerade rapide an. Abbott aus den USA hat am Samstag einen neuen COVID-19-Schnelltest vorgestellt, der positive Ergebnisse in 5 Minuten und negative Ergebnisse in 13 Minuten liefert. Die FDA hat die Zulassung im Schnellverfahren erteilt. Abott startet die Produktion bereits diese Woche und will monatlich 5 Millionen Tests herstellen.

Expertenaussagen von Virologen wie Hendrik Streeck machen Mut

Gestern schaute ich die Talk-Show von Markus Lanz an. Der Virologe und Professor Hendrik Streeck war zu Gast. Er führt gerade Studien über die Ausbreitungswege des Virus durch. Er ist derzeit der Meinung, dass COVID-19 über Oberflächen etc. kaum ansteckend ist. Es kommt bevorzugt dann zu einer Ansteckung, wenn Menschen für längere Zeit eng beieinander sind. Zum Beispiel in Clubs oder bei den After-Ski-Partys in Ischgl, wo offenbar die Infektionswelle ihren Ursprung genommen hat.

Diese Erkenntnisse würden erklären warum in Südkorea und Japan mit von Anfang an praktiziertem Social Distancing die Epidemie sehr schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte. Und die Aussagen von Professor Streeck lassen vermuten, dass sich die Lage in Deutschland nun sehr schnell entspannen wird, denn meiner Beobachtung nach halten sich nahezu alle Menschen an die Kontaktverbote.

Angst führt dazu, dass Kontaktverbote eingehalten werden

Politiker haben es nicht leicht in diesen Tagen. Die Strategie der Kontaktverbote, um COVID-19 einzudämmen, wird umso erfolgreicher sein, je mehr Angst die Menschen vor dem Virus haben. Wenn das Virus von dem Großteil der Bevölkerung auf die leichte Schulter genommen wird, beachtet niemand die empfohlenen Verhaltensregeln. Wer hingegen Angst vor einer Ansteckung hat, wird vorsichtig. Die Evolution hat uns dieses Gefühl der Angst nicht umsonst mitgegeben. Wenn wir sie spüren, ändern wir unser Verhalten.

Mein ganzes bullisches Szenario stützt sich letzten Endes auf folgende Annahme

Ich setze darauf, dass die weltweit verhängten Kontaktverbote und Ausgangssperren wirksam sein werden. Darum gehe ich davon aus, dass die Neuinfektionen in Europa in den kommenden Tagen eine Entspannung signalisieren werden. Darum gehe ich davon aus, dass der DAX seine Tiefs bereits gesehen hat. Darum schau ich mir jeden Tag die neuesten Statistiken an.

Quelle: https://www.worldometers.info/coronavirus/country/germany/

Wenn die in ganz Europa verhängten Kontaktverbote nun keine deutliche Besserung bringen sollten, dann bin ich ehrlich gesagt mit meinem Latein am Ende.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

am 16. März hatte der DAX bei 8.255 Punkten ein Tief gebildet. Die darauffolgende Erholungsbewegung hat Kursgewinne von bis zu 23 % gebracht. Am 17. März schrieb ich den Beitrag „Kühlen Kopf bewahren: Die Aktienmärkte werden sich erholen“.  Die erste Erholungswelle ist somit schon eingetreten.

Was meine ich damit, wenn ich nachfolgend in einigen Beispielen die Worte verwende, dass „die Corona-Epidemie unter Kontrolle“ ist? Damit meine ich, dass das exponentielle Wachstum der Neuinfektionen gestoppt wurde und dass die Gesundheitssysteme nicht überlastet sind. Von einem solchen kontrollierten Zustand aus kann entschieden werden wie die wirtschaftliche und gesellschaftliche Aktivität wieder hochgefahren wird. In einigen Ländern ist dieser kontrollierbare Zustand schon eingetreten.

Ich möchte bezüglich der Corona-Epidemie zunächst die positiven Punkte herausarbeiten.

- Kontaktverbote und strenge Hygiene helfen, das Virus einzudämmen. Das ist die Erfahrung aus Asien. Ganz beeindruckend ist das Beispiel aus Südkorea. Ich bin darum auch der Überzeugung, dass die beschlossenen Shutdowns in Europa ebenfalls positiv wirken werden.

Quelle: https://www.worldometers.info/coronavirus/

- In China, Südkorea, Japan und Taiwan ist die Lage unter Kontrolle, zumindest den offiziellen Zahlen nach. Vor allem die Beispiele Japan und Südkorea sind beeindruckend, weil es in diesen Ländern gewaltige Ballungszentren mit Millionen von Menschen gibt. Die Menschen in diesen Ländern haben ihr Leben angepasst. Im öffentlichen Bereich werden Atemschutzmasken getragen, die Hände werden regelmäßig gewaschen und desinfiziert. Gearbeitet wird ebenfalls unter strengen hygienischen Schutzmaßnahmen. Die Regierungen organisieren Massentests und schicken infizierte Menschen konsequent in Quarantäne.

- Auch in Deutschland ist die Lage unter Kontrolle. Die Gesundheitssysteme sind noch nicht überlastet. Wir können sogar unseren Nachbarländern aushelfen. 12 Tage nach den verhängten Kontaktverboten (ich nenne die Beschränkungen jetzt einfach mal so) dürfte ein deutlicher Rückgang der Neuinfektionen zu verzeichnen sein. Wenn sich das bewahrheitet, wird schon nächste Woche lautstark über den Ramp-Up-Plan gesprochen, also darüber wie das wirtschaftliche Leben wieder hochgefahren werden kann.

- In den USA wird das COVID-19-Problem nun auch ernst genommen. Es wurden auch Kontaktverbote und Betriebsstillegungen verhängt. Der Höhepunkt der Infektionswelle in New York dürfte somit Ende nächste Woche zu erwarten sein.

Kritische Überprüfung meiner bullischen Markterwartung:

Meine These am 17. März lautete, dass der Aktienmarkt auf dem Höhepunkt der Infektionswellen seine Tiefs bildet. Aktuell gehe ich davon aus, dass die bisherigen Tiefs nicht mehr unterschritten werden. Warum? Weil die Corona-Epidemie schon nächste Woche in immer mehr Ländern dieser Welt unter Kontrolle sein wird und sich die politische Diskussion dann um die Ramp-Up-Pläne drehen wird. Wann müsste ich meine Meinung revidieren?

- Italien hat den traurigen Höhepunkt der Todeswelle mit 793 Todesfällen bislang am 21. März zu verzeichnen gehabt. Nun wird im ganzen Land konsequent auf heimische Quarantäne gesetzt. Wenn es neue Spitzenwerte bei Neuinfektionen und Todesfällen geben sollte, dann wäre meine These falsch, dass COVID-19 mit solchen Maßnahmen unter Kontrolle gebracht werden kann.

- Ich gehe davon aus, dass die politischen Entscheidungsträger schon nächste Woche über den Ramp-Up-Plan sprechen werden und dass das wirtschaftliche Leben ab dem 13. April 2020 wieder aufgenommen wird. Wenn das nicht der Fall sein sollte, dann müsste ich meine These überdenken.

- Ich gehe davon aus, dass die Amerikaner die Corona-Epidemie schon Ende nächster Woche in den kontrollierten Zustand überführen können, so dass die Gesundheitssysteme nicht überlastet sind. Wenn das nicht gelingt, dann müsste ich meine These überdenken.

Fazit: Auch wenn es derzeit in diesen schweren Tagen kaum vorstellbar sein mag, kann sich schon Ende nächster Woche eine Perspektive ergeben, wie das Wirtschaftsleben kontrolliert wieder aufgenommen werden kann.

Was gibt es Neues beim regelbasierten Trendfolge-Depot?

Alstria Office musste ich nun verkaufen, weil die Aktie nicht mehr unter den Top-12-Positionen in den Trendstabilitäts-Ranglisten vorhanden war. Hier ist das Orderbuch meiner Volksbank:

Seit dem Start des Trendfolge-Events hat der DAX -22 % an Wert eingebüßt. Es war im Nachhinein betrachtet kein schöner Zeitraum für ein Trendfolge-System. Wenngleich mich auch die Marktampel und die Knock-Out-Produkte vor noch größeren Verlusten geschützt haben.

ASML bleibt weiterhin im Depot: Die Chipbranche ist noch einigermaßen robust!

Mein Depotwert befindet sich aktuell auf Rang 5 der Gesamtauswahl. Der niederländische Technologiekonzern hat sich auf so genannte Lithograhiesysteme spezialisiert, die zur Herstellung von Chips- und Halbleitern verwendet werden. Hier hat sich ASML bei so genannten EUV-Lithographiesystemen als technologisch führender Anbieter positioniert. Mit Hilfe dieser Technologie lassen sich Chipsätze mit kleinsten Abmessungen im Bereich von 5 bis 10 Nanometern schnell und kostengünstig herstellen. Diese neue Chip-Generation bildet die Grundlage für neue Technologien wie Artificial Intelligence, Big Data Analytics oder den neuen 5G-Mobilfunkstandard, um das exponentiell wachsende Datenvolumen schnell und effizient verarbeiten zu können.

Dank der hohen Rechenpower bei kleinsten Abmessungen sind diese Winzlinge auch für High-End-Smartphones oder das Roboterauto geradezu prädestiniert. Führende Halbleiterhersteller wie Intel, Samsung und TSMC, die allesamt zum Kundenkreis von ASML gehören, richten derzeit ihre Produktion konsequent auf diese neue Generation von Hochleistungschips aus, um gegenüber der Konkurrenz nicht den Anschluss zu verlieren. ASML dürfte daher trotz der aktuellen Unsicherheiten in Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie mittelfristig von weiter steigenden Produktabrufen bei hochpreisigen EUV-Lithographiesystemen profitieren können. Die Experten der UBS haben daher kürzlich das Kursziel für die Aktie mit 300 Euro bestätigt und die Einstufung auf "Buy" belassen.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

es gibt nun klare Vorstellungen davon wie unser Leben in zwei Monaten aussehen kann: Menschen unter 50 Jahren gehen unter strengen hygienischen Schutzmaßnahmen zur Arbeit. Atemschutzmasken werden in der Öffentlichkeit Pflicht. Corona-Schnelltests werden wöchentlich auch stichprobenmäßig durchgeführt. In Japan und Südkorea hat sich das Leben so bereits wieder relativ gut eingependelt.

Ein Manager, der bei Bosch arbeitet, hat zu mir gesagt: „Unternehmen, die zwei Weltkriege überstanden haben, werden nun von einem Virus zerstört, wenn wir nicht aufpassen.“ Ja, wir müssen aufpassen, denn das weltweite Rennen um Marktanteile hat nicht gestoppt. In China, Japan und Südkorea laufen die Fabriken schon wieder großteils.

Ich hoffe, dass sich nächste Woche die politische Diskussion darum drehen wird wie das wirtschaftliche Leben wieder hochgefahren werden kann.

Sartorius ist eine trendstabile Aktie aus der Medizintechnik-Branche

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Sartorius, die sich derzeit auf Rang 4 der Gesamtauswahl befindet. Der Göttinger Labortechnikspezialist ist dank seiner technologischen Expertise und der breit diversifizierten Produktpalette ein gefragter Partner bei der Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe. Dies gilt vor allem bei der Suche nach einem geeigneten Impfstoff gegen das Coronavirus, an dem derzeit weltweit fieberhaft geforscht wird. Hier liefert Sartorius mit Zellkulturmedien, komplexen Analysegeräten, Bioreaktoren, Filtersystemen und Analytik-Software das passende Equipment, das für die Entwicklung moderner Impfstoffe benötigt wird. Die Zeit drängt, da sich das Coronavirus trotz weitreichender Quarantänemaßnahmen in vielen Ländern immer schneller ausbreitet und mittlerweile weltweit bereits mehrere tausend Todesopfer gefordert hat. Entsprechend eng arbeitet Sartorius derzeit mit vielen Pharma- und Biotechunternehmen intensiv zusammen, um diese bei der Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs gegen die neuartige Lungenerkrankung zu unterstützen.

Die Laborausrüstung von Sartorius kommt beim Kampf gegen „Corona“ zum Einsatz

Der aktuelle Wettlauf um einen geeigneten Impfstoff bzw. um ein wirksames Medikament gegen das Coronavirus zeigt, welche bedeutende Rolle modernes Labor- und Analytik-Equipment bei der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden für schwerwiegende Erkrankungen spielt. Sartorius hat es dank hoher Forschungsausgaben und gezielten Übernahmen verstanden, sich in diesem Zukunftsmarkt eine führende Marktposition aufzubauen. Frische Impulse verspricht die Übernahme der Life Sciences-Sparte des US-Mischkonzerns Danaher, die nach der Genehmigung der US-Behörden noch im ersten Halbjahr abgeschlossen sein dürfte. Damit erhält Sartorius Zugriff auf verschiedene Labor- und Bioprozess-Technologien, die nicht nur das bestehende Portfolio im Bereich Labortechnik, sondern auch den zweiten Kerngeschäftsbereich Bioprozess-Solutions passend ergänzen. In diesem Segment produziert Sartorius Verbrauchsmaterialien und Equipment zur Produktion so genannter Biopharmaka, einem Marktsegment, dem Experten vom Absolute Markets Inside bis 2027 jährliche Zuwachsraten von 16% zutrauen.

Operativ läuft es hervorragend

Auch operativ läuft es bei Sartorius dank der starken Entwicklung in den beiden Kerngeschäftsfeldern trotz Beeinträchtigungen durch das Coronavirus in der Zulieferkette rund. Nach einem soliden Umsatz- und Ergebnisanstieg im Jahr 2019 peilt man für das laufende Fiskaljahr ein wechselkursbereinigtes Umsatzwachstum von 10 bis 13% an, während die operative Marge von 27,1 auf 27,5% verbessert werden soll. Mittelfristig sieht sich Sartorius auf Kurs, um seine Umsatzerlöse bis 2025 von zuletzt rund 2 Mrd. Euro auf rund 4 Mrd. Euro zu verdoppeln und dabei die operative Marge auf mehr als 28% zu heben. Die Experten von Warburg Research haben zuletzt die Einstufung von "Hold" auf "Buy" angehoben und ein Kursziel von 235 Euro vergeben.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

es gibt ermutigende Momente. Heute beim Einkaufen war ein solcher. Die Leute hielten Abstand voneinander. Die Kassierer an der Kasse waren mit Handschuhen und Glasfolien vor dem Kassenplatz besser geschützt als noch zuletzt. Die Menschheit hat in der Vergangenheit immer eine unglaubliche Widerstandskraft gegen Krisen entwickelt. Es ist eine Fähigkeit, die tief in uns schlummert und die in der Wohlstandsphase der letzten Jahrzehnte eventuell in Vergessenheit gerade ist.

Die Statistiken zum COVID-19-Virus werden immer konkreter

Wir wissen immer mehr über das COVID-19-Virus. Auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princes, wo eine Infektionswelle ausbrauch und wo alle Passagiere getestet werden konnten, lag die Todesrate bei 0,5%. Es starben keine Patienten mit einem Alter von unter 70 Jahren. Ein ähnliches Muster zeigen auch die Daten von JAMA vom 17. März für Italien. Unter 40 Jahren starben insgesamt nur 4 Menschen bislang.

Je mehr wir über das Virus wissen, desto besser können wir Entscheidungen treffen wie damit umzugehen ist. Schnelle Shutdowns, wenn Infektionsherde ausbrechen, sind notwendig, um schnelle Verbreitungswellen zu verhindern. Zeit ist wichtig. Medikamente werden kommen, Impfstoffe auch und das Gesundheitssystem kann sich vorbereiten und lernen.

Selektive Isolation: Der nächste Schritt

Das wirtschaftliche Leben wird auch mit COVID-19 weitergehen müssen, weil sonst irgendwann die Wirtschaft komplett kollabieren würde und die daraus resultierenden Negativeffekte unkontrollierbar wären. Ich erinnere diesbezüglich noch einmal an die politische Radikalisierung nach der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren.

Meine Einschätzung ist, dass nach den ersten Shutdowns in etwa zwei bis drei Wochen in immer mehr Ländern die Entscheidung getroffen wird, dass Menschen unter 50 Jahren ihr wirtschaftliches Leben wieder aufnehmen sollen. Unter Beachtung von strengen Hygiene-Vorschriften und regelmäßigen Tests. So eben wir in Singapur und anderen asiatischen Gebieten. Ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen sollten selbstverständlich weiter geschützt werden.

Welche Firmen helfen den Menschen in diesen Zeiten gut über die Runde zu kommen?

Beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten ist mir die Aktie von Delivery Hero aufgefallen, die sich aktuell auf Rang 2 der Gesamtauswahl befindet. Delivery Hero gehört zu den führenden Essenslieferdiensten weltweit und gehört in vielen Kernmärkten wie Europa, Süd- und Nordamerika sowie in Asien über eine starke Marktposition. Damit ist der Food Delivery-Spezialist mit Sitz in Berlin bestens positioniert, um von der Coronavirus-Pandemie profitieren zu können. Viele Verbraucher verlassen aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr immer seltener die eigenen vier Wände und verrichten ihre Arbeit nach Möglichkeit im Home Office.

Da Restaurants und Gaststätten in vielen Ländern mittlerweile strengen Auflagen bei den Öffnungszeiten unterliegen oder ganz geschlossen bleiben, sind Anbieter wie Delivery Hero eine gute Alternative, um auch in Krisenzeiten nicht auf seine Lieblingsgerichte verzichten zu müssen. Essenslieferdienste dürfen ihre Bestellungen hingegen auch im Rahmen der von vielen Staaten erlassenen Quarantäne-Regelungen weiter ungehindert ausliefern. Da die Bezahlung der Gerichte meist online erfolgt und die Bestellungen vor die Haustür gestellt werden, wird das Risiko einer Coronavirus-Infektion quasi ausgeschlossen. Daher trauen die Experten von Reportlinker dem Markt für Food Delivery-Services bis 2025 jährlich durchschnittliche Zuwachsraten von 15,8% zu.

Entsprechend optimistisch zeigte sich zuletzt Konzernchef und Firmengründer Niklas Östberg und rechnet für 2020 erneut mit einem satten Umsatzplus von rund 70%. Frische Impulse verspricht die Übernahme des südkoreanischen Essenslieferdienstes Woowa. Mit der bislang größten Übernahme der Firmengeschichte für rund 3,6 Mr.d Euro kann Delivery Hero seine bestehenden Geschäftsaktivitäten in der Region Asien/Pazifik perfekt ergänzen und erreicht damit endlich eine kritische Größe in diesem wichtigen Wachstumsmarkt. Gerade jüngere asiatische Konsumenten ordern und bezahlen Fast-Food- oder Schnellgerichte fast ausschließlich Online und lassen sich die Gerichte an den Arbeitsplatz oder nach Hause liefern. Dies bescherte Woowa als führendem Anbieter in Südkorea und Vietnam konstant hohe Umsatzzuwächse von mehr als 80% p.a., wobei Woowa auch operativ schwarze Zahlen schreibt. Die Experten vom Analystenhaus Jefferies sehen Delivery Hero daher als einen ihrer Favoriten im Wachstumsmarkt für Essenslieferdienste und haben zuletzt das Kursziel von 65 auf 80 Euro angehoben. Die Einstufung wurde auf "Overweight" belassen.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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