Besser Traden mit System - Der Blog

  • Der Blog hilft Ihnen, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. In Wochenberichten und Kommentaren berichtet Simon Betschinger von aktuellen Geschehen an den Kapitalmärkten und lässt Sie auch an seinen persönlichen Einschätzungen teilhaben. Schauen Sie doch ab und zu mal vorbei, um immer up to date zu sein!


 

Liebe Trendfolge-Trader,

die Börsen stehen auf ihren Allzeithochs. Der Nasdaq100-Technologie-Index machte letztes Jahr sogar mit einer 50%-Rallye Furore. Von dieser Börsenparty ist bei den deutschen Industrietiteln aus dem Maschinen -und Anlagenbau und aus dem Autosektor leider überhaupt nichts zu sehen. Die Daimler-Aktie ist seit ihren Hochs im Jahr 2015 quasi nur am Fallen. Kaum anders sieht es bei dem einst stolzen Anlagenbauer GEA Group aus. Die Erholung droht zu verpuffen. Der gesamte Sektor ist entfernt von einstiger Größe. Angesichts der internationalen Börseneuphorie ist das ungewöhnlich, es ist ein Weckruf.

Schon die deutsche Solarindustrie hat gegen ihre internationale Konkurrenz verloren.

Im Grunde genommen war schon der Untergang der deutschen Solaraktien der erste große Warnschuss für die deutsche Industrie. Als Milliardengrab deutscher Rentner werden die Solar-Aktien wie Solarworld oder Q-Cells noch heute bezeichnet. Wer 2007 auf den Solarsektor setzte, hatte mit der Einschätzung des Sektors zwar Recht, lag aber gleichzeitig vollkommen falsch damit, dass deutsche Unternehmen auf dem Weltmarkt eine führende Rolle spielen würden.

An der Nasdaq notierte Firmen wie Solaredge gehen in diesen Tagen durch die Decke. +40% seit Jahresanfang. Solaredge baut hauptsächlich Leistungsverstärker und Wechselrichter und hat damit den Weltmarkt aufgerollt. Im Jahr 2007 hätte ich mir inmitten des Solarbooms nicht träumen lassen, dass der deutsche Anlage- und Maschinenbau derart gegen die ausländische Konkurrenz ins Hintertreffen gerät.

Es sieht leider nach Marktanteilsverlusten aus

Wenn ich nun beobachte, dass Aktien wie GEA Group oder Daimler einfach nicht mehr in die Gänge kommen, dann glaube ich persönlich die Story nicht, dass die Gesamtnachfrage das Problem sein soll. Die hätten nun eigentlich nach dem vorläufigen Handelsdeal zwischen USA und China wieder anziehen müssen. Und ja, ich setzte darauf, ich spekulierte auf die Erholung und ich lag falsch mit dieser Erwartungshaltung. Darum stehe ich jetzt hier und frage mich: Warum ist das so? Es sieht für mich so aus, als ob der deutsche Anlagen- und Maschinenbau weltweit gerade deutliche Marktanteilsverluste erleidet. Vermutlich gibt es in China mittlerweile Hersteller, die wir noch nicht mal kennen, die einen Teil der Nachfrage nun bedienen …

MTU liefert Zahlen, die gut sind, aber nicht vom Hocker reißen

Solide Zahlen für das abgelaufene Fiskaljahr 2019 hat zuletzt mein Realgelddepotwert MTU Aero Engines, der sich aktuell auf Rang 5 der Trendstabilitäts-Rangliste im DAX 30 befindet, vorgelegt. So überzeugte der Triebwerkshersteller mit einem deutlichen Anstieg beim Umsatz und beim bereinigten operativen Gewinn, blieb dabei jedoch leicht hinter den Konsenserwartungen der Analysten zurück. Konzernchef Reiner Winkler zeigte sich im Anschluss optimistisch und rechnet auch für das neue Fiskaljahr mit einem weiteren Rekordergebnis. Bei weiter steigenden Erlösen soll der bereinigte operative Gewinn im Jahr 2020 im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen und dabei erstmals die Marke von 800 Mio. Euro übertreffen. Gelassen zeigt sich das Konzernmanagement bezüglich möglicher negativer Auswirkungen durch den Corona-Virus. Hier rechnet man allenfalls mit temporären Beeinträchtigungen, wie dies bereits bei ähnlichen Krisen in der Vergangenheit der Fall war. Im operativen Geschäft hat MTU Aero Engines allen Grund weiter optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Der Triebwerkshersteller profitiert im Zuge der steigenden Nachfrage bei Passagierflugzeugen als Hersteller besonders spritsparender Triebwerkslösungen von hohen Produktabrufen aus der Flugzeugindustrie. Als Kassenschlager erweisen sich bei MTU Aero Engines vor allem Triebwerkslösungen vom Typ PW1100G und PW11200G, die bei den beiden Airbus-Mittelstreckenmodellen A320neo und A321neo für Treibstoffeinsparungen von bis zu 20% gegenüber herkömmlichen Flugzeugantrieben sorgen.

Da Airbus gegenüber seinem US-Erzrivalen Boeing weiter Marktanteile gewinnt, bieten sich MTU Aero Engines als Haus- und Hoflieferant des europäischen Flugzeugbauers glänzende Perspektiven. Analysten zeigten sich zuletzt nach dem etwas schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlenwerk etwas zurückhaltend, was die weiteren Perspektiven bei MTU Aero Engines angeht. So bestätigte die Commerzbank zuletzt ihre Einstufung mit "Hold" und beließ das Kursziel unverändert auf 265 Euro.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

mein Trendfolge-Depot hat die Marke von +20 % überschritten. Die Aktie von Münchener Rück ist nun in den Take-Profit gelaufen und ich kann mich über einen Gewinn von über 4.000 € freuen. Hier ist das Orderbuch meiner Volksbank:

20 % Depot-Performance sind ganz ordentlich. Aber es hätte mehr sein können. Ich hatte viel Pech in den letzten Jahren. Zum Beispiel, dass direkt nach meinem regelbasierten Kauf der Varta-Aktie der Kurs nach einer Commerzbank-Studie komplett in die Knie ging. Trotzdem haben die vom Regelwerk ausgewählten Aktien in der Summe gut performt und das Trendfolge-Konzept hat mir eine schöne Rendite eingebracht. Insbesondere mit konservativen Aktien wie Hannover Rück, Münchener Rück oder Enel.

Dass wir konservative Aktien, die mit geringer Volatilität nach oben laufen, sehr gut mit dem Regelwerk einfangen, würde ich als Stärke unseres Trendfolge-Systems bezeichnen.

Als Schwäche unseres Systems hat sich entpuppt, dass Aktien, die stark nach oben laufen und dabei etwas volatiler sind, aber die wegen ihrer enormen Kursanstiege irgendwann ganz oben in den Trendstabilitäts-Ranglisten landen, zu spät eingefangen werden. Varta passt in diese Kategorie. Mein Gefühl sagt mir, dass es doch möglich sein muss, auf diesen starken Trend etwas früher aufmerksam zu werden.

Lösung: Den Aktienmarkt in zwei Volatilitäts-Regime einteilen

Ich denke über Lösungsmöglichkeiten nach: Eine Möglichkeit könnte sein, dass wir den Aktienmarkt in zwei Volatilitäts-Regime einteilen. Erstens gibt es die Gruppe der Aktien mit sehr geringer Volatilität. Diese können wir mit unserem Trendstabilitäts-Indikator, der auf einem 260-Tage-Gleitenden-Durchschnitt beruht, bereits ganz hervorragend identifizieren.

Ein schneller reagierender Trendstabilitäts-Indikator bei volatileren Aktien

Zweitens dürfte es sinnvoll sein, die Aktien in der Gruppe mit der höheren Volatilität, mit einem Trendstabilitäts-Indikator zu erfassen, der einen kurzfristigeren gleitenden Durchschnitt von vielleicht etwa 100 Tagen als Grundlage hat. Mit einem solchen Vorgehen können wir in dieser Gruppe der volatileren Aktien solche Highflyer wie Varta etwas früher identifizieren. Unser bestehender Trendstabilitäts-Indikator hat die Varta-Aktie wegen der zu hohen Volatilität im Vergleich zu Titeln wie Münchener Rück oder Enel lange Zeit nicht ausreichend hoch bewertet, damit sie als Depotkandidat in Frage gekommen wäre. Er hat erst sehr spät - zu spät - angeschlagen.

Fazit: Mit der jetzigen Performance unseres Trendstabilitäts-Regelwerks bin ich recht zufrieden. Aber es gibt sicher noch Optimierungsmöglichkeiten. Ein Gefühl von mir ist, dass wir volatilere Aktien wie Varta mit einem Trendstabilitäts-Indikator angehen müssen, der einen kürzeren Gleitenden Durchschnitt als Berechnungsgrundlage hat. Ich versuche diese These empirisch zu testen.  

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitätsranglisten die Aktie von RWE, die sich aktuell auf Rang 2 der Auswahl im DAX30 befindet. Der deutsche Energieversorger hat sich mit dem im vergangenen Fiskaljahr abgeschlossenen milliardenschweren Asset-Tausch mit dem Rivalen E.ON im Kerngeschäft Stromerzeugung strategisch neu aufgestellt. Mit der Übernahme der Ökostromaktivitäten von E.ON und der ehemaligen Konzerntochter Innogy gehört RWE zu den führenden europäischen Playern im Bereich der regenerativen Energien. In den kommenden Jahren will RWE seine Ökostromkapazitäten nach dem von der Bundesregierung beschlossenen Ausstieg aus der Kohleverstromung deutlich ausbauen um damit die wegfallenden Erzeugerkapazitäten der RWE-Kohlekraftwerke, die im Zuge der Energiewende nach und nach vom Netz genommen werden, kompensieren zu können.

RWE strebt Ökostrom-Anteil von 70 % bis 2030 an!

Da in Deutschland der Ausbau regenerativer Energien vor allem im Bereich Windkraft oft an bürokratischen Hindernissen scheitert, fokussiert sich RWE beim Aufbau neuer Ökostromkapazitäten vor allem auf Auslandsmärkte wie Nordamerika oder in der Region Asien/Pazifik. In den kommenden Jahren will RWE in diesem Zusammenhang jährlich rund 1,5 Mrd. Euro in die Realisierung neuer Wind-, Solar- und Wasserkraftwerke investieren. Da man Großprojekte gemeinsam mit internationalen Partnern entwickelt, lässt sich die Gesamt-Investitionssumme nach Aussage von Anja-Isabel Dotzenrath, Vorstandsprecherin der Konzernsparte RWE Renewables, dadurch auf 2 bis 3 Mrd. Euro pro Jahr erhöhen. Bis zum Ende der Dekade will RWE damit den Ökostromanteil auf Konzernebene von derzeit knapp 10 Gigawatt auf bis zu 25 Gigawatt mehr als verdoppeln. Damit wird RWE den Anteil regenerativer Energien, der aktuell bei knapp 28% liegt, bis 2030 auf rund 70% erhöhen. Bis RWE seine Stromversorgung komplett CO2-neutral gestalten kann, ist es allerdings noch ein weiter Weg. Dies soll nach Aussage der Managerin frühestens im Jahr 2040 der Fall sein. Da Ökostrom deutlich höhere Margen als konventionell erzeugte Energie abwirft, rechnen Analysten in den kommenden Jahren mit einer deutlich dynamischeren Ergebnisentwicklung bei RWE. Entsprechend haben die Experten von Morgan Stanley die Einstufung zuletzt mit "Overweight" bestätigt und RWE als "Top-Pick" im Versorgersektor herausgestellt. Das Kursziel wurde dabei von 36 auf 40 Euro angehoben.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

ich gehe davon aus, dass das Jahrzehnt bis 2020 den großen Energieversorgern in Italien und Spanien glänzende Geschäfte bringen wird. Die Aktien versprechen attraktive Dividenden-Renditen und gute Wachstumsperspektiven:
 

  • Deutschland will aus der Atom- und aus der Kohleenergie aussteigen. Ich prognostiziere, dass wir Strom aus Ländern wie Spanien und Italien importieren werden.
  • Eine Energiewirtschaft, die auf erneuerbare Energien setzt, benötigt große Anlagen zur Energiespeicherung. Die gewaltigen Energiespeicher können von den großen Versorgern betrieben werden.
  • Das Solargeschäft gewinnt an Ernsthaftigkeit. Anstatt auf Solarmodule zu setzen, die heimische Hausdächer bedecken und subventioniert werden, sind nun endlich große Solarkraftwerke in südlichen Ländern rentabel.


Enel verspricht eine Dividenden-Rendite von 4%

Auf Rang 1 der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Ranglisten befindet sich aktuell mein neuer Realgelddepot-Wert Enel. Der italienische Energieversorger konnte zuletzt mit einem sehr starken Q4-Zahlenwerk überzeugen. Dabei toppte man mit einem operativen Gewinnplus von 10,5% nicht nur die Analystenerwartungen, sondern lag auch leicht oberhalb der zuletzt im November angehobenen Jahresprognose, die ein operatives Plus von bis zu 10% vorgesehen hatte. Profitieren konnte Enel vor allem von höheren Stromabsätzen und gestiegenen Energiepreisen in Kernmärkten wie Spanien, Brasilien sowie auf dem italienischen Heimatmarkt. Mittelfristig will Enel die Weichen mit der Modernisierung der Netzinfrastruktur und dem Ausbau der regenerativen Energien weiter auf Wachstum stellen. Ende November vergangenen Jahres wurde das hierfür vorgesehene Investitionsvolumen um 11% auf rund 28,3 Mrd. Euro aufgestockt, wobei mehr als die Hälfte dieser Summe in neue Wind- und Solar- und Wasserkraftwerke fließen soll. Dadurch will man bis Ende 2022 neue Ökostrom-Kapazitäten mit einer Gesamtleistung von rund 14 Gigawatt ans Netz bringen. Enel kommt damit seinem Ziel, seine Energieversorgung durch die Substitution von Kohlekraftwerken durch Ökostromkapazitäten bis zum Dekaden-Ende komplett CO2-neutral zu gestalten, ein großes Stück näher. Dies ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern sorgt auch für eine höhere Profitabilität. Denn mit Ökostrom lassen sich deutlich höhere Margen erzielen als mit konventionell erzeugter Energie.

Neue Wachstumschancen außerhalb des Massengeschäfts mit den weltweit mehr als 73 Millionen Endkunden bieten sich für Enel durch exklusive Ökostromverträge mit Firmenkunden. Viele Unternehmen legen mittlerweile Wert auf eine nachhaltige und klimafreundliche Energieversorgung. Dies ist nicht nur gut fürs Image, sondern angesichts steigender CO2-Abgaben auch wirtschaftlich sinnvoll. Enel als Branchenprimus bei Erneuerbaren Energien ist hier ein attraktiver Partner, was dem italienischen Energieversorger in diesem margenträchtigen Segment gute Aussichten beschert. So wurde kürzlich mit der US-Tochter des französischen Nahrungsmittelkonzerns Danone ein Rahmenabkommen zur Belieferung mit Ökostrom mit einer Laufzeit von 12 Jahren geschlossen.

Dank des konsequent umgesetzten Ausbaus der Regenerativen Energien hat Enel allen Grund, weiterhin optimistisch nach vorne zu blicken Zuletzt hatte der Energieversorger seine mittelfristigen Planziele beim operativen Ergebnis bis Ende 2022 zuletzt um 13% auf rund 20,1 Mrd. Euro nach oben revidiert. Von den verbesserten Aussichten im operativen Geschäft werden auch die Aktionäre profitieren, zumal Enel seine Dividendenausschüttung bis 2022 auf mindestens 40 Cent je Aktie anheben will. Schon jetzt ist Enel mit einer Dividendenrendite von 4% einer der attraktivsten Werte im Energieversorgersektor. Die Experten der Deutschen Bank haben zuletzt ihre Einstufung mit "Buy" bestätigt und das Kursziel von 7,30 auf 8,30 Euro angehoben.

Iberdrola zahlt 3,6% Dividenden-Rendite an die Aktionäre

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Akte von Iberdrola, die sich derzeit auf Rang 9 der Gesamtauswahl befindet. Der spanische Energieversorger will seine Erzeugerkapazitäten rund um Wind-, Solar- und Wasserkraft, die derzeit für rund 40% der Gesamtkapazitäten stehen, in den kommenden Jahren mit milliardenschweren Investitionen weiter ausbauen. Dabei sollen im Zuge des Ende September neu aufgesetzten "Clean Energy Plan" bis 2022 rund 8 Mrd. Euro allein in den Ausbau von Solar- und Windenergieparks auf dem spanischen Heimatmarkt fließen. Dabei werden sich die Ökostrom-Kapazitäten in Spanien bis Ende 2022 um 3.000 Megawatt und damit um mehr als 50% erhöhen. Mittelfristig hat Iberfrola deutlich ehrgeizigere Ziele und will die Energieversorgung auf der iberischen Halbinsel mit der Installation von neuen Ökostromkapazitäten über 10.000 Megawatt ab 2030 vollständig CO2-neutral gestalten.

Zur Finanzierung seines Investitionsprogramms hat sich Iberdrola zuletzt von einigen Randbereichen und nicht strategischen Beteiligungen getrennt. Dabei konnte der spanische Energiekonzern kürzlich seine Minderheitsbeteiligung am Windenergiebauer Siemens Gamesa mit einem satten Aufschlag an den deutschen Mehrheitseigner Siemens versilbern, was rund 1,1 Mrd. Euro in die Kassen spülte.

Auch beim Ausbau seiner Ökostromaktivitäten im internationalen Geschäft kommt Iberdrola gut voran. Die hierfür eingeplanten Investitionen in Höhe von 13 Mrd. Euro in neue Wind- und Solarparks und Wasserkraftwerke, die man bis Ende 2022 realisieren will, kann Iberdrola dank der starken Ergebnisentwicklung im operativen Geschäft problemlos stemmen. In den ersten neun Monaten hatte Iberdrola mit einem operativen Gewinnanstieg von 11,6% die Konsenserwartungen leicht übertroffen und hat die Planziele, die ein zweistelliges Wachstum beim Nettoergebnis vorsehen, bestätigt. Mittelfristig sollte sich die Ergebnisentwicklung bei Iberdrola noch dynamischer entwickeln, zumal man den Ökostromanteil an der Gesamtproduktion von derzeit 40 auf über 60% ausbauen will. Denn mit Energie aus regenerativer Erzeugung lassen sich höhere Margen erzielen als mit konventionell erzeugtem Strom. Auch die Aktionäre werden von dieser Entwicklung in den kommenden Jahren durch steigende Dividendenausschüttungen profitieren. Schon jetzt gehört Iberdrola mit einer Dividendenrendite von 3,6% zu den attraktivsten Dividendenwerten im europäischen Versorger-Sektor. Die Experten von Barclays haben in diesem Zusammenhang kürzlich die Einstufung mit "Overweight" bestätigt und sehen weiterhin ein Kursziel von 11 Euro.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

das Thema "Elektromobilität" führt in Deutschland sehr schnell zu erhitzten Gemütern. Das Wasserstoff-Auto hat eine große Anhängerschaft. Ich habe mal ein wenig recherchiert und die Fakten aufbereitet. Hier sind die Ergebnisse:

- Volkswagen-Chef Herbert Diess hat für Volkswagen eine Strategie vorgegeben, die fast ausschließlich auf batterieelektrische Vehikel setzt. Der Hype um Wasserstoff sei von gestern, sagt Diess. Auf Batterievehikel zu setzen sei die einzige wahre Lösung.

- Bei der Herstellung von Wasserstoff geht etwa 30 % der verwendeten Energie verloren. Darum ist die Technologie wirtschaftlich kaum Konkurrenzfähigkeit. Elon Musk bezeichnet die Brennstoffzelle als "fool cell" und nennt die Technologie wegen der Energieverluste "überwältigend bescheuert".

- Die Asiaten rund um Toyota und Hyundai gehören zu den größten Optimisten für die Marktdurchdringung von Wasserstoff-Fahrzeugen. Hyundai plant bis zum Jahr 2030 die Produktion auf 700.000 Wasserstoff-Autos pro Jahr hochzufahren.

- Bosch geht davon aus, dass Elektrofahrzeuge im Jahr 2030, die mit Brennstoffzellen unterwegs sind, einen Marktanteil von etwa 20 % haben werden. Bosch investiert in die Brennstoffzellen-Fertigung.

- Toyota sieht große Chancen für die Wasserstoff-Technologie bei Bussen und Lastwagen. Hier ermöglicht Wasserstoff sogar höhere Reichweiten und senkt die Emissionen, Lärmbelästigung und beugt Umweltschäden vor. Bei den olympischen Spielen 2020 sollen bereits 100 Wasserstoff-Busse zum Einsatz kommen.

- Brennstoffzellen benötigen noch teure Metalle wie Platin. Darum sind Wasserstoff-Autos für den Massenmarkt derzeit nur bedingt geeignet.

- Wasserstoff, der aus regenerativen Energien gewonnen wird, ist nahezu 100 % umweltfreundlicher Energieträger.

Meine Einschätzung zum heiß diskutierten Thema Wasserstoff-Auto ist: Eine Wasserstoffgesellschaft wäre theoretisch möglich. Die Energieform Wasserstoff wäre langfristig vermutlich auch der umweltfreundlichste Ansatz, gerade im Vergleich mit der direkten Alternative von Autos, die über Lithium-Ionen-Akkus angetrieben werden und wo der Herstellungsprozess Umweltbelastungen mit sich bringt. Aber: Die Wirtschaftlichkeit spricht dafür, dass Batteriefahrzeuge dominieren werden. Die Entscheidung für eine Wasserstoffgesellschaft müsste politisch getroffen werden. Sie wird sich nicht aus sich allein heraus entwickeln!

Umschichtungen im realen 100.000 € Trendfolge-Depot

Gemäß den Trendstabilitäts-Ranglisten muss Varta das Depot verlassen und Enel wird neu aufgenommen. Enel habe ich über das Discount-Zertifikat mit der WKN DF0A6L zu 7,47 € in Stuttgart gekauft. Das Zertifikat bietet einen Discount von derzeit 8,7 % auf den aktuellen Kurs. Die maximale Rendite liegt bei 20,6 %. Der Nachteil des günstigeren Einstiegskurses ist also quasi die Deckelung der Gewinne nach oben. Für eine ruhige und konservative Trend-Aktie wie Enel ist das ein sehr guter Kompromiss, finde ich. Hier gibt es mehr Infos:

https://www.dzbank-derivate.de/product/detail/index/sin/17252554

Hier ist das Orderbuch meiner Volksbank:

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Scout24, die sich derzeit auf Rang 4 der Gesamtauswahl befindet. Scout24 profitiert als Betreiber von Preisvergleichsplattformen vom eCommerce-Trend. Denn bei der Suche nach preisgünstigen Eigentumswohnungen oder einer neuen Mietwohnung greifen immer mehr Interessenten auf das gut sortierte Angebot von Vergleichsportalen wie Imobilienscout24 zurück. Dabei erhält man dank passender Filtereinstellungen via PC oder Smartphone rasch einen Überblick, welches Objekt den eigenen Bedürfnissen und dem zur Verfügung stehenden Budget in der gewünschten Region am ehesten entspricht. Für Immobilienverkäufer bietet der Marktführer bei Immobilienvergleichsportalen auch passende Maklerangebote zur professionellen Vermittlung der zum Verkauf oder zur Vermietung stehenden Immobilie. Angesichts historisch niedriger Zinsen bleiben Immobilien gefragt, was Immobilienscout24 in Zentral-, Mittel- und Osteuropa hohe Einnahmen im Anzeigengeschäft beschert.

Scout24 schwimmt in Geld und kann angreifen!

Nach dem Verkauf der beiden Vergleichsportale Autoscout24 und Finanzcheck.de an den Finanzinvestor Hellman &Friedman für rund 2,9 Mrd. Euro hat Scout24 genügend Geld in der Kasse, um sein margenstarkes Kerngeschäft mit Immobilienvergleichsportalen weiter auszubauen. Neben einer weiteren Internationalisierung durch Zukäufe im Ausland dürfte Scout24 sein Immobilienvergleichsportal-Angebot durch neue Features attraktiver gestalten, um neue Kunden anzulocken. Hier wären beispielsweise auf Basis von Augmented-Reality-Lösungen Rundgänge zur Besichtigung der Traumimmobilie im virtuellen Raum eine Option, womit sich Kaufinteressenten zeitraubende Wohnungsbesichtigungen ersparen können. Auch die Aktionäre können sich nach dem erfolgten Verkauf der Randgeschäftsbereiche auf eine hohe Sonderausschüttung freuen. Dabei wird aktuell am Markt über eine Sonderdividende in Höhe von rund 1 Mrd. Euro spekuliert. Die Experten von JPMorgan haben vor diesem Hintergrund kürzlich das Kursziel für die Aktie mit 73 Euro bestätigt und die Einstufung auf "Overweight" belassen.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

kritisch über die deutsche Autobranche zu sprechen, erhitzt die Gemüter. Vor allem wenn die Schlussfolgerung lautet, dass der Elektroauto-Pionier Tesla Wettbewerbsvorteile besitzt. Tesla baut nicht nur Elektroautos, sondern hat auch das Geschäftsmodell des Autoverkaufs neu definiert. Gestern, als die Tesla-Aktie 10 % nach guten Quartalszahlen in die Höhe schoss, dürfte einigen Leuten mehr klar geworden sein, wie real die Bedrohung der deutschen Autobranche durch Tesla mittlerweile geworden ist.

Tesla setzt auf den Online-Vertrieb. Ich bestelle die Teslas auf tesla.com. Einen BMW kaufe ich beim BMW-Vertragshändler und der will kräftig mitverdienen. Genau das wird zum Problem für die etablierten Hersteller, denn Tesla setzt darauf, das Modell 3 als Elektroauto für den Massenmarkt und zu Kampfpreisen auf den Markt zu drücken. Wenn zwischen dem Autohersteller und dem Kunden noch ein Vertragshändler dazwischensteht, der auch die Hand aufhält, kann man den Preiskampf nicht gewinnen. Es ist ein wenig wie mit Amazon und dem Einzelhandel.

Tesla erzielt bei der Batterieproduktion und beim Einkauf von Batteriezellen schon jetzt Skaleneffekte. Mit vermutlich über 500.000 produzierten Elektroautos im Jahr 2020 nimmt Tesla mehr Batteriezellen ab als jeder andere Hersteller. Das hilft die Einkaufspreise zu drücken. Elon Musk weiß, dass er den Preiskampf dann gewinnen kann, wenn Tesla mehr Batteriezellen bezieht als jeder andere Hersteller auf dem Globus. Darum hat Musk Tesla noch eine eigene Abteilung für Energiespeicher-Systeme spendiert. Auch hier werden Batteriezellen benötigt. Der Kreis schließt sich.

Meine Meinung: Die deutsche Autobranche ist leider nicht auf die Elektroauto-Massenproduktion von Tesla vorbereitet.

Enel: Trendstabiler Energieversorger mit Dividendenrendite von 4,1 %

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitätsranglisten die Aktie von Enel, die sich derzeit auf Rang 1 der Gesamtauswahl befindet. Der italienische Strom- und Erdgaskonzern gehört mit seinen mehr als 73 Millionen Kunden zu den weltweit führenden Stromversorgern. Oberste Priorität hat bei Enel derzeit der Ausbau der Erzeugerkapazitäten im Bereich der Erneuerbaren Energien. Kürzlich wurde hier das milliardenschwere Investitionsprogramm um 11% auf knapp 28,7 Mrd. Euro aufgestockt. Neben dem weiter forcierten Netzausbau und der Modernisierung der Strominfrastruktur soll mehr als die Hälfte dieser Mittel in den Aufbau neuer Ökostrom-Kapazitäten fließen. Bis Ende 2022 will Enel zusätzliche Erzeugerkapazitäten mit einer Gesamtleistung von 14 Gigawatt bei Wind- und Wasserkraft ans Netz bringen. Dadurch wird der Anteil der besonders klimaschädlichen Kohlestrom-Erzeugung um knapp drei Viertel reduziert und gleichzeitig die Ökostromkapazitäten auf Konzernebene von derzeit 49% auf rund 60% erhöht. Dies ist dank der deutlich geringeren CO2-Belastungen nicht nur gut für die Umwelt, sondern sorgt auch für steigende Gewinne. Denn Ökostrom bietet Energieversorgern deutlich höhere Margen, als konventionell erzeugter Strom.

Als einem der weltweiten Marktführer bei regenerativen Energien bieten sich für Enel neben dem Massenkundengeschäft auch interessante Wachstumsmöglichkeiten in Zusammenhang mit fixen Ökostrom-Lieferverträgen für große Firmenkunden. Vor allem in den USA legen immer mehr Firmen Wert auf eine nachhaltige und klimafreundliche Stromversorgung, um ihre CO2-Bilanz aufzupolieren. Anfang Januar hatte die Ökostrom-Tochter Enel Green Energy ein Ökostrom-Lieferabkommen mit Danone North America zu vermelden. So wird die US-Tochter des französischen Lebensmittelkonzerns über einen Zeitraum von 12 Jahren jährlich 1,9 Terrawatt-Stunden von einem Windpark mit einer Gesamtleistung von 500 Megawatt beziehen. Dieses langfristige Abkommen beschert Enel über den gesamten Zeitraum nicht nur planbare Erlöse, sondern gleichzeitig hohe Margen.

Enel hat dank des wachsenden Ökostromanteils allen Grund, optimistisch nach vorne zu blicken. So wurde das mittelfristige Planziel beim operativen Ergebnis für 2022 um 13% auf 20,1 Mrd. Euro nach oben revidiert. Auch die Aktionäre werden hiervon durch steigende Ausschüttungen profitieren, wobei Enel seine Dividende bis 2022 von zuletzt 32 Cent auf mindestens 40 Cent je Aktie anheben will. Damit bleibt Enel in punkto Dividendenrendite im Versorgersektor weiter erste Wahl, zumal die Aktie auf dem aktuellen Niveau bereits eine stattliche Dividendenrendite von 4,1% aufweist. Die Experten von Goldman Sachs haben in diesem Zusammenhang kürzlich von 8,10 auf 8,80 Euro angehoben und die Einstufung mit "Buy" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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