Besser Traden mit System - Der Blog

  • Der Blog hilft Ihnen, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. In Wochenberichten und Kommentaren berichtet Simon Betschinger von aktuellen Geschehen an den Kapitalmärkten und lässt Sie auch an seinen persönlichen Einschätzungen teilhaben. Schauen Sie doch ab und zu mal vorbei, um immer up to date zu sein!


 

Liebe Leser,

das ist doch ein netter Fakt im großen Buch der Börsengeschichte:

  • Als der Brexit am 23. Juni 2016 per Volksentscheid beschlossen wurde, reagierten die Börsen panisch und der DAX brach am Tag danach in der Spitze um über 10 % ein.
  • Als dann gestern Boris Johnson seinen Wahltriumph feierte und damit nun endlich ein klarer Brexit-Kurs gefahren werden kann, reagierten die Börsen erleichtert.


Wenn freie Menschen in freien Wahlen sich dazu entscheiden, der EU nicht mehr angehören zu wollen, dann sollten wir es doch einfach akzeptieren und in Zukunft mit den Engländern als Freunde freien Handel betreiben. Diese ganze Rache- und Vergeltungspolitik der EU ist nicht mein Ding.

Negativzinsen betreffen immer mehr Sparer: Dividenden-Aktien sind eine Alternative

Der Online-Broker Comdirect gibt die Minuszinsen der Europäischen Zentralbank jetzt auch an die Verbraucher weiter. Die Meldung hatte letzte Woche für Schlagzeilen gesorgt. Wer Geld auf dem Konto hortet, muss dafür bezahlen. In Europa gibt es eine Vielzahl von Dividenden-Aktien mit einer ansehnlichen Dividenden-Rendite. Mit der Münchener Rück und Enel befinden sich zwei Dividenden-Aktien in meinem realen 100.000 € Trendfolge-Depot, die ich persönlich als konservativ und langfristig sehr attraktiv einschätze. Ende bespreche ich nun ausführlich:

Mein Depotwert Enel wird wieder stärker. Die Dividenden-Rendite in Höhe von 4,6 % ist sehr attraktiv!

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten mein Realgeld-Depotwert Enel, der sich aktuell auf Rang 5 der Gesamtauswahl befindet. Der führende italienische Energieversorger überzeugte in den ersten neun Monaten erneut mit einem sehr soliden Zahlenwerk und konnte trotz hoher Investitionen in den Ausbau der regenerativen Energien mit einem Anstieg von 10,5% beim bereinigten operativen Ergebnis die Konsenserwartungen übertreffen. Neben höheren Strom- und Erdgasabsätzen trug vor allem die starke operative Entwicklung im Ökostrom-Segment zum besser als erwarteten Abschneiden bei.

Führend bei Wasserkraft und Windenergie

Enel gilt vor allem bei Wasserkraft und Windenergie als einer der weltweit führenden Anbieter, wobei man die Kapazitäten in diesen Bereichen durch neue Großprojekte vor allem in Europa und den USA konsequent ausbaut. Allein bis Ende 2020 will man neue Erzeugerkapazitäten im Gesamtvolumen von 7 Gigawatt ans Netz bringen. Mit einem neuen, ambitionierten Investitionsprogramm will Enel seine Ökostromkapazitäten bis Ende 2022 um 14,1 Gigawatt erweitern und damit den Anteil regenerativer Energien von derzeit knapp 41% auf 60% erhöhen. Dabei soll der Anteil der Kohleverstromung bis Ende 2022 um 74% reduziert werden, womit Enel seinem Ziel, bis spätestens Ende der kommenden Dekade eine nahezu CO2-neutrale Stromerzeugung zu realisieren, ein großes Stück näherkommt. Insgesamt will Enel für die Umsetzung des neu formulierten Strategieplans rund 14,4 Mrd. Euro ausgeben und damit knapp 11% mehr, als ursprünglich geplant.

Das ehrgeizige Vorhaben ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern macht sich auch langfristig positiv beim Konzernergebnis bezahlt. Denn mit regenerativer Energie lassen sich deutlich höhere Margen erzielen als mit konventionellem Strom. Daher erwartet Enel in diesem Zusammenhang bei gleichbleibendem Stromabsatz ein operatives Gewinnplus von durchschnittlich 13% pro Jahr bis 2022. Von den exzellenten Aussichten im operativen Geschäft werden auch die Aktionäre profitieren können, da Enel die Dividende von 0,32 Euro je Aktie für das laufende Fiskaljahr bis 2022 auf 0,40 Euro je Aktie anheben will. Damit bleibt Enel weiterhin eine der attraktivsten Dividendenwerte im Energieversorger-Sektor, zumal die Aktie auf dem aktuellen Niveau eine sehr ansehnliche Dividendenrendite von 4,6% aufweist. Die UBS hat das Kursziel für Enel zuletzt von 7,40 auf 7,50 Euro angehoben und die Einstufung mit "Buy" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

in seiner großen Weisheit hat Finanzminister Olf Scholz nun einen Vorstoß zur Ausgestaltung der Finanztransaktionssteuer gewagt. 0,2 % sollen für Transaktionen auf Aktien fällig werden, aber Derivate und synthetische Anlageprodukte sollen von der Besteuerung ausgenommen werden. Cool, jetzt bin ich erleichtert. Als Trader kaufe ich dann einfach Hebelprodukte und für meine Langfrist-Investments zahle ich notgedrungen die 0,2 % Transaktionssteuer.

Ich finde eine Transaktionssteuer unsinnig. Der Handel ist ein unverzichtbares Element freier Gesellschaften. Man sollte den Handel nicht beschränken, sondern für die Menschen so einfach wie möglich ausgestalten. In Ländern wie den USA, wo es entwickelte Kapitalmärkte gibt, boomen Unternehmen und neue Start-Ups schießen wie Pilze aus dem Boden. Junge Unternehmer mit pfiffigen Ideen bekommen im Silicon Valley ausreichend Kapital, um innerhalb kürzester Zeit riesige Unternehmen zu erschaffen. In Deutschland gibt es kaum Anschlussfinanzierungen von Start-Ups im siebenstelligen Bereich, denn der Börsen-Exit ist hierzulande kaum möglich und darum kann die Venture-Capital-Szene nicht mit ihren Pendants in den USA konkurrieren. Eine bessere Entwicklung des Kapitalmarktes, und wenn viel mehr Bürger an der Börse mitmachen, würde das innovative und disruptive Potenzial der gesamten Wirtschaft deutlich verbessern. Ich hoffe die Politik kommt hier noch zur Vernunft.

Wenn die Finanztransaktionssteuer auf Aktien kommen sollte, bin ich wirklich froh, wenn Derivate von der Besteuerung ausgenommen sind. Und das ist überhaupt nicht ironisch gemeint. Ich sehe dann für mich als Trader kaum einen Nachteil, wenn ich für Trades verstärkt auf derivative Produkte zurückgreifen kann. Der hohe Konkurrenzdruck unter den Emittenten hat dazu geführt, dass die Produkte günstig und fair gepreist sind. Anstatt einer Siemens-Aktie werde ich dann irgendwann 2021 ein Siemens-Zertifikat mit einem geringen Hebel von vielleicht 1,2 handeln. Wenn Olaf Scholz dann 2022 irgendwann merkt, dass seine Finanztransaktionssteuer eigentlich ein Derivate-Subventionsprogramm war, ist er vermutlich nicht mehr an der Macht.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Carl Zeiss: Ein Weltmarktführer aus dem TecDAX!

Beim Screening der Trendstabilitätsranglisten ist mir die Aktie von Carl Zeiss Meditec aufgefallen, die sich derzeit auf Rang 8 der Gesamtauswahl befindet. Der Medizintechnikkonzern hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der führenden Anbieter bei Interokularlinsen zur Behandlung vor allem altersbedingter Augenerkrankungen wie dem Grauen Star und Laser-Refraktiv-Systemen zur Sehschärfekorrektur gemausert. Vor allem bei so genannten Lasik-OP-Systemen gilt der in Jena ansässige Medizintechnikkonzern als Innovator der Branche. Dank Zulassungen für neue Laser-Korrektursysteme wie dem RetEx SMILE, das eine besonders schonende Behandlung ermöglicht, konnte Carl Zeiss Meditec vor allem in Auslandsmärkten wie Nordamerika und China bedeutende Absatzerfolge vorweisen. Angesichts der demographischen Entwicklung bieten sich für Carl Zeiss Meditec mittelfristig attraktive Wachstumschancen, zumal die Experten von Grand View Research diesem Marktsegment bis 2026 durchschnittliche Zuwachsraten von jährlich 5,3% zutrauen.

Neue Geschäftsbereiche kurbeln langfristig die Wachstumsfantasie an

Frische Impulse verspricht auch der vergleichsweise neue Geschäftsbereich Microsurgery-Solutions. Hier bietet Carl Zeiss Meditec neben modernen Operationsmikroskopen für minimalinvasive Eingriffe auch komplexe, dreidimensionale Bildgebungsverfahren und Videotechnologien an. Damit ist es möglich, während des Eingriffs diagnostische Daten und Informationen okular oder auf Bildschirmen bereitzustellen, was die Durchführung der meist sehr komplexen Eingriffe erheblich vereinfacht und gleichzeitig ein Höchstmaß an Sicherheit bietet.

Um seine technologisch führende Position erfolgreich zu verteidigen, investiert Carl Zeiss Meditec hohe Summen in die Entwicklung neuer Produkte. Dabei liegt der F&E-Etat mit durchschnittlich knapp 12% der Umsatzerlöse deutlich über dem Budget anderer Wettbewerber. Außerplanmäßig hohe F&E-Ausgaben im Kerngeschäftsbereich Augenheilkunde machten sich zuletzt in Q4 negativ bemerkbar. Dabei konnte Carl Zeiss Meditec seine zuvor nach oben revidierte Prognose bei der operativen Gewinnmarge von 18,5% im abgelaufenen Fiskaljahr trotz einer deutlichen Verbesserung von 15,9 auf 18,1% nicht ganz erfüllen. Da man auch für das laufende Geschäftsjahr aufgrund hoher F&E-Ausgaben lediglich eine operative Gewinnmarge von 17 bis 19% erwartet, reagierten Investoren bei der Vorlage der endgültigen Jahresergebnisse etwas verschnupft, was zunächst für herbe Kursabschläge gesorgt hatte.

Die Experten der Deutschen Bank äußerten sich im Anschluss an die etwas konservative Margenprognose dennoch optimistisch zu den weiteren Aussichten bei Carl Zeiss Meditec. Die Analysten sehen Carl Zeiss Meditec gut aufgestellt, um den profitablen Wachstumskurs auch in den kommenden drei bis vier Jahren weiter fortzusetzen. Dabei wurde unter anderem auf die jüngsten Produkteinführungen und Neuzulassungen in attraktiven Auslandsmärkten wie China und den USA verwiesen. Entsprechend wurde die Einstufung von "Hold" auf "Buy" aufgestuft und das Kursziel von 89 auf 123 Euro erhöht. Auch die Aktie von Carl Zeiss Meditec zeigte sich im Anschluss an die positiven Analystenstudie der Deutschen Bank deutlich erholt und rangiert auf Allzeithoch!

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

ich bin ein weitgehend stiller Beobachter der hitzigen Klimaschutz-Debatte, aber ich ärgere mich immer häufiger über die Diskrepanzen, die zwischen den Bekenntnissen und den Handlungen herrschen. Es wird als Fakt anerkannt, dass die CO2-Emissionen des Menschen das Erdklima entscheidend und gefährlich beeinflussen und andere Meinungen werden hitzig bekämpft. Soweit so gut. Es gibt also einen politischen Konsens über die Parteien hinweg.  

Gleichzeitig wird nicht entsprechend gehandelt, um den CO2-Ausstoß nachhaltig zu bekämpfen. Wenn ich – und ich spreche jetzt aus der Perspektive der Politiker – davon überzeugt bin, dass CO2 das Weltklima in den Abgrund stürzen wird, dann muss ich doch entsprechend handeln. Zum Beispiel, indem ich akzeptiere, dass die Menschheit noch einmal 20 Jahre lang auf die Atomenergie setzen muss bis andere regenerative Energieträger weit genug entwickelt sind. Aber diese Debatte, ob emissionsfreie Atomenergie nicht nützlich sein könnte, um den Klimakollaps aufzuhalten, wird gar nicht erst geführt. Es ist eine komplett emotional aufgeladene Debatte, die sich um ergebnisorientierte Fakten nicht bemühen will.

Meine Schlussfolgerung aus der ganzen Diskussion ist, dass die Parteien bald – getrieben von emotional agierenden Wählern an der Wahlurne – drastische Maßnahmen zur Besteuerung von CO2-Emissionen beschließen werden. Sprich, die industrielle Produktion wird in Deutschland noch einmal stark verteuert und auch die Kostenspirale beim Wohnungsbau wird aufgrund höherer Energieeffizienzen weiter nach oben getrieben. Eventuell kommen auch deutlich Aufschläge auf Kraftstoffe. Das Bundesumweltamt hat ja vorgerechnet, dass man Diesel um 70 Cent je Liter verteuern müsste, um die Klimaziele zu erreichen.

Fazit: Weil Alternativen wie die emissionsfreie Atomenergie ignoriert werden, läuft alles auf eine drastische CO2-Besteuerung hinaus. Am Aktienmarkt kann man sich entsprechend positionieren. Gewinner am Aktienmarkt sind vermutlich Firmen, die Folgendes herstellen:
 

  • Dämmstoffe für Gebäude
  • Biokraftstoffe
  • Biogase
  • Solar- und Windparks
  • Blockheizkraftwerke und andere Heizungstechnologie
  • dezentrale Energieverteilungstechnologie
  • Wasserstoff- und Power-to-Gas-Technologien
  • Energieerzeuger in Spanien und Italien
  • Netzanbieter, die Strom vom Süden nach Deutschland leiten


MTU entwickelt Turbinen für die nächste Generation europäischer Kampfflugzeuge

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von MTU Aero Engines, die sich derzeit auf Rang 12 der Gesamtauswahl befindet. CEO Reiner Winkler äußerte sich kürzlich im Rahmen einer Investorenveranstaltung optimistisch, dass MTU Aero Engines auch im kommenden Fiskaljahr neue Rekorde bei Umsatz und Ergebnis einfahren wird. Als Treiber dürfte sich nach Aussage des Vorstandschefs vor allem das margenstarke Wartungs- und Ersatzteilgeschäft bei Passagiermaschinen erweisen, bei dem Zuwächse im hohen einstelligen Prozentbereich erwartet werden. Entsprechend erwartet der Konzernchef für 2020 beim bereinigten operativen Ergebnis einen Anstieg im hohen einstelligen Prozentbereich, während die Umsatzerlösen ähnlich stark zulegen dürften.

Die Jahresprognose für 2019, die eine Steigerung der operativen Marge um 1,3 Prozentpunkte auf 16% bei einer leichten Umsatzsteigerung vorsieht, wurde ebenfalls bestätigt. Die Aussichten, dass MTU Aero Engines seine dynamische Ergebnisentwicklung auch in den kommenden Jahren weiter fortschreiben kann, stehen gut. Als einer der führenden Anbieter von spritsparenden Triebwerkslösungen profitiert man besonders stark von der steigenden Nachfrage bei Passagiermaschinen. Unter anderem liefert der deutsche Branchenprimus Triebwerkslösungen für Megaseller wie den A320neo und den A321neo von Airbus, die derzeit von vielen internationalen Fluglinien aufgrund ihrer hohen Treibstoffersparnis bevorzugt auf der Mittelstrecke eingesetzt werden.

Nachdem Airbus im Rahmen der Luftfahrtmesse in Dubai mehrere Großaufträge über mehr als 100 A320neo- und A321neo-Modelle erhalten hatte, sollte MTU Aero Engines hiervon als Zulieferer für die passenden Triebwerkslösungen profitieren. Auch im zuletzt eher schwächeren Geschäft mit Triebwerkslösungen für Militärmaschinen sind bei MTU Aero Engines neue Impulse zu erwarten. Gemeinsam mit dem französischen Anbieter Safran entwickelt man im Rahmen einer kürzlich vereinbarten Kooperation ein neues Turbinenkonzept für den Next Generation Fighter der europäischen Luftstreitkräfte, der voraussichtlich ab 2040 in Dienst gestellt werden soll. Die Experten von Barclays haben MTU Aero Engines kürzlich in einer Ersteinschätzung mit "Overweight" aufgenommen und ein Kursziel von 281 Euro vergeben.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

es gibt an der Börse verschiedene Disziplinen. Man kann zum Beispiel als Anleger sein Geld verdienen oder als Trader. Die Disziplin der Aktienanlage ist im Allgemeinen so definiert, dass man Aktien als Firmenbeteiligungen betrachtet, die sich langfristig gut entwickeln werden, wenn sich die Firma gut entwickelt. Bei der Disziplin Trading werden Aktien oft als eigenständige Instrumente gesehen, die kurzfristig von den Angebots- und Nachfrageschwankungen am Markt bewegt werden.

In manchen Jahren bin ich als Anleger erfolgreicher und manchmal laufen meine Trading-Depots besser. Ich habe einen recht guten Überblick über den Erfolg der einzelnen Disziplinen, denn ich setze diese in verschiedenen Depots um. In diesem Jahr verbuche ich den größeren Erfolg in meinen Aktienanlage-Depots und nicht in meinen Trading-Depots, denn in der Summe laufen die Märkte nun nach oben. Sie tun dies zwar begleitet von nervösen Rückschlägen, zum Beispiel nach Trump-Tweets zum Handelskrieg, aber in der Tendenz es nach oben.

Und so war auch der DAX-Einbruch am Montag mal wieder auf neue Reibereien bei den Handelsstreitigkeiten zurückzuführen. Für Trader ist das eine schwierige Situation, denn dass einen Tag später wieder Entspannungssignale kommen, weiß man in diesem Moment nicht. Der Markt wird ständig von politischen Einflüssen hin- und hergeworfen und es ist unmöglich, darauf mit Gewissheit zu antworten.

Ich lese ja viel. In irgendeiner Tageszeitung habe ich einen guten Kommentar darüber gelesen, warum diese Hausse von so vielen Börsianern gehasst wird. Und ich empfinde das ähnlich. Nettes am Rande: Auf der Suche nach der Quelle zu dem geflügelten Ausspruch „meistgehasste Hausse“ bin ich auf zahlreiche Artikel mit der gleichen Überschrift gestoßen, und zwar auf Artikel aus den verschiedensten Jahren. Das Handelsblatt hatte diese Überschrift der meistgehassten Hausse zum Beispiel im Jahr 2013 als Schlagzeile. Was folgern wir daraus? Politische Börsen sind schwierig. Sie täuschen uns, Nachrichten treffen uns oft unerwartet. Es ist kein schönes Gefühl, wenn man vom Mittagessen zurück an den Schreibtisch kommt und der DAX dann auf einmal wegen politischen Statements eingebrochen ist.

Insgesamt wirken die Aktienmärkte bullisch. Schreckensnachrichten zum Handelskonflikt werden gut weggesteckt.

Scout24 startet in den Trendstabilitäts-Ranglisten durch

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Scout24, die sich derzeit auf Rang 7 der Gesamtauswahl befindet. Der führende europäische Betreiber von Vergleichsportalen ist ein typischer Profiteur des eCommerce-Trends. Viele Verbraucher informieren sich mittlerweile online auf Vergleichsportalen wie Autoscout24 über Neu- und Gebrauchtwagen-Angebote oder ziehen bei der Suche nach der passenden Miet- oder Eigentumswohnung das gut sortierte Angebot bei Immobilenscout24 zu Rate. Damit spart man sich nicht nur den Besuch beim Autohändler an der Ecke oder zeitaufwändige Wohnungsbesichtigungen, sondern erhält dank umfangreicher Vergleichsangebote und passender Filtereinstellungen via PC oder Smartphone einen schnellen Überblick, welches Angebot den jeweiligen Bedürfnissen am ehesten entspricht. Reicht das Budget für das neue Traumauto oder die neue Eigentumswohnung nicht aus, hat Scout24 dank seines im vergangenen Jahr erworbenen Kredit-Vergleichsportals Finanzcheck die passenden Finanzierungsangebote parat.

Mittelfristig will sich Scout24 vor allem auf das hochprofitable Immobilien-Vermittlungsportal Immobilienscout24 fokussieren. Hier hatte man in den ersten neun Monaten mit einer operativen Marge von 68,9% im Vergleich zum Autovermittlungs-Segment (operative Marge von 57,9%) deutlich besser abgeschnitten. Mittlerweile hat Scout24 den Verkauf von Autoscout24 eingeleitet und kann dabei laut Schätzungen der Analysten von JPMorgan auf einen stattlichen Erlös von 2,5 Mrd. Euro hoffen. Geht der Verkauf planmäßig über die Bühne, hätte Scouz24 genügend Spielraum für den Ausbau seines Immobilienvergleichsportals und neue, wert-schaffende Akquisitionen. Das Management von Scout24 zeigte sich im Rahmen des jüngsten Kapitalmarkttages entsprechend optimistisch, und stellte bis 2022 eine Verbesserung der operativen Gewinnmarge von 52 bis 54% in 2019 auf rund 58% in Aussicht. Die optimistischen Mittelfrist-Ziele dürften nach Einschätzung der Experten von JPMorgan zu höheren Konsensschätzungen für Scout24 führen. Daher haben die Analysten von JPMorgan ihre Einstufung für die Aktie zuletzt mit "Overweight" und einem Kursziel von 66 Euro bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

mein reales 100.000 € Depot entwickelt sich momentan sehr ruhig und sehr stressfrei. Die Rendite ist bei +14% angelangt. Große Sorgen und große Baustellen gibt es nicht. Der neue Trade mit dem Open End Zertifikat (WKN DF4DER) auf CTS Eventim ist nun in die Gewinnzone gelaufen. Und auch der Energieversorger Iberdrola, den ich über einen Endlos Turbo Long (WKN DDK91D) abbilde, ist nun auf Erholungskurs.

Energieversorger in Spanien und Frankreich müssten von der deutschen Energiewende profitieren

Ich bin ja seit 2 Jahren wieder sehr bullisch für die großen Energieversorger und insbesondere für die Energiekonzerne in Frankreich und Spanien. Deutschland steigt aus der Atomkraft aus, Deutschland steigt aus der Kohlekraft aus und Deutschland benötigt gleichzeitig mehr Strom, weil CO2 eingespart werden soll (Elektroautos, Power-to-Gas, …). Das klingt danach, dass Strom aus dem Ausland importiert werden muss. Böse Zungen würden behaupten, dass die Atomkraftwerke, die hier in Deutschland abgeschaltet werden, halt dann in Frankreich wieder aufgebaut werden. Wie dem auch sei: Ich bin der Meinung, dass Energieversorger wie Iberdrola für die nächsten 5 bis 10 Jahre gute Investments sind. Und darum freue ich mich, dass ich aufgrund unseres Trendfolge-Regelwerks, das die Depotzusammensetzung vorgibt, weiterhin bei Iberdrola investiert bin.

Airbus dominiert das Mittelstrecken-Segment mit spritsparenden Maschinen

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Airbus, die sich derzeit auf Rang 15 der Gesamtauswahl befindet. Der Flugzeugbauer ist dank seiner spritsparenden neo-Technologie, die im Vergleich zu herkömmlichen Flugzeugen eine Kerosinersparnis von 15% aufweist, einer der großen Gewinner des internationalen Touristikbooms. Viele Fluggesellschaften stocken ihre Kapazitäten angesichts rasant steigender Passagierzahlen massiv auf und ersetzen dabei alte Maschinen durch effizientere neue Modelle. Vor allem im Mittelstrecken-Segment hat Airbus mit seinen Modellen vom Typ A320neo und A321neo die Nase vorne, zumal immer mehr Fluggesellschaften dem einst erfolgsverwöhnten US-Konkurrenten Boeing nach der Pannenserie des Großraumflugzeugs 737MAX den Rücken kehren.

Jüngstes Beispiel ist die kürzlich zu Ende gegangene Luftfahrtmesse in Dubai, auf der Airbus mit Aufträgen für 188 Maschinen seinen Konkurrenten Boeing (93 Maschinen) deutlich überflügeln konnte. Mit 159 Bestellungen erwiesen sich für Airbus erneut die Mittelstrecken-Modelle A320neo und A321neo als Kassenschlager, wobei die Billigfluglinie Air Arabia allein knapp 100 Maschinen der beiden Airbus-Megaseller geordert hat. Zufrieden sein kann Airbus auch mit der Kunden-Resonanz für sein neues Langstrecken-Modell A321XLR, wobei man auf der Messe in Dubai Aufträge über 30 Maschinen einheimsen konnte. Mit dem A321XLR, der eine bis zu 30%ige Kerosinersparnis gegenüber vergleichbaren Modellen wie dem Boeing Dreamliner erreicht, will man seinem US-Rivalen auch in diesem Segment erfolgreich Marktanteile streitig machen.

Flugzeuge sollen verstärkt über 3D-Druck gefertigt werden. Das erhöht die Profitabilität!

Auch in punkto Profitabilität will Airbus künftig neue Maßstäbe setzen. Dabei setzt der europäische Branchenprimus auf den Einsatz so genannter generativer Designs, die mit Hilfe KI-basierter Planungssoftware des US-Kooperationspartners Autodesk eine schnelle und effiziente Entwicklung und Fertigung passender Flugzeugbauteile ermöglichen. Als erstes Referenzmodell der Partnerschaft präsentierte Airbus kürzlich eine Kabinentrennwand für den A320, die dank Leichtbaumaterialien und dem Einsatz von 3D-Druckern eine 45%ige Gewichtsersparnis bei vergleichbar hoher Stabilität aufweist. Mittelfristig will Airbus diese innovative Fertigungstechnologie als festen Bestandteil in der regulären Flugzeugproduktion integrieren, zumal es nach Aussage von Airbus-Chefdesigner Bastian Schäfer mittlerweile möglich ist, mit Hilfe des generativen Designs große Stückzahlen bei deutlich geringeren Kosten zu fertigen. Die Experten der Crédit Suisse haben zuletzt ihre Einstufung mit "Buy" bestätigt und das Kursziel von 140 auf 144 Euro angehoben.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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