Besser Traden mit System - Der Blog

  • Der Blog hilft Ihnen, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. In Wochenberichten und Kommentaren berichtet Simon Betschinger von aktuellen Geschehen an den Kapitalmärkten und lässt Sie auch an seinen persönlichen Einschätzungen teilhaben. Schauen Sie doch ab und zu mal vorbei, um immer up to date zu sein!


 

Liebe Leser,

als Trader hat man es manchmal echt nicht einfach. Schauen Sie sich zunächst bitte untenstehenden Chart von Dialog Semiconductor an. Die Aktie befindet sich über das Open-End-Zertifikat mit der WKN DF1245 in meinem Trendfolge-Depot. Aber letzte Woche hatte ich ehrlich gesagt Zweifel, ob das so bleiben würde, denn die Aktie stürzte nach Zahlen in der Spitze um über 7 % ab. Warum die Kursreaktion so heftig ausfiel konnte niemand so richtig sagen, denn eigentlich waren die Zahlen gut und der Ausblick war ordentlich.

Manchmal hat man den Eindruck manche Kursbewegungen sind rein dazu da, den Tradern das Leben so schwer wie möglich zu machen. Bevor Dialog Semiconductor nach oben ausbricht, taucht die Aktie noch einmal ab und nimmt die Tiefs der bestehenden Trading-Range raus. Also dort wo nach der charttechnischen Standard-Literatur die Stopp-Kurse zu platzieren sind. Mr. Market macht seinem Ruf wieder einmal alle Ehre. Der Name Mr. Market geht übrigens, so sagt man, auf Benjamin Graham zurück, der Mr. Market in unterhaltsamer Art und Weise als manisch-depressive Persönlichkeit beschrieb.

Was gibt es nun konkret für Neuigkeiten bei Dialog Semiconductor?

Mein Realgelddepotwert Dialog Semiconductor hat sich auf Rang 5 der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Rangliste vorgeschoben. Der Powermanagement-Spezialist hatte kürzlich seine langfristigen Planziele nach oben geschraubt und rechnet nunmehr bis 2025 mit einer operativen Gewinnmarge von 20% bis 25% anstelle von 18% bis 23%, während man weiterhin von einem Umsatzwachstum von 15% ausgeht.

Für Zuversicht sorgen bei Dialog Semiconductor die zuletzt konsequent ausgebauten neuen Geschäftsfelder, mit denen man attraktive Wachstumssegmente wie Automotive, Datacenter-Applikationen oder Consumer Electronics adressiert. Hier hatte man sich zuletzt unter anderem mit der Übernahme von Creative Chips weiter verstärkt und treibt den Ausbau des Produktportfolios rund um energieeffizienten WiFi- und Bluetooth-Module oder integrierte Schaltkreise konsequent voran. Damit ist man bestens aufgestellt, um nach dem Verkauf großer Teile des Powermanagement-Geschäfts an Apple seinen profitablen Wachstumskurs weiter fortzusetzen. Auch im Kerngeschäftsfeld mit Powermanagement-Lösungen für Smartphones und andere mobile Endgeräte sollte Dialog angesichts des anstehenden Weihnachtsgeschäfts gute Chancen haben, die zuletzt kommunizierte konzerneigene Umsatzprognose von 350 Mio. bis 390 Mio. USD für Q4 zu übertreffen.

Bekanntlich hatte der Q4-Umsatzausblick, der gegenüber dem Vorquartal einen leichten Umsatzrückgang impliziert, am Markt für Verstimmung gesorgt. Als Wachstumstreiber sollte sich im Schlussquartal unter anderem die starke Absatzentwicklung beim neuen Apple-Flaggschiffmodell iPhone 11 erweisen. Da die neuesten iPhone und iPad-Modelle zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken gehören, sollte auch Dialog Semiconductor im Kerngeschäft mit Powermanagement-Lösungen im Schlussquartal stark abschneiden. Die Experten von RBC Capital zeigten sich nach der Prognoseanhebung verhalten optimistisch zu den weiteren Aussichten bei Dialog Semiconductor und bestätigten ihre Einschätzung mit "Sektor-Perform", wobei das Kursziel mit 45 Euro bestätigt wurde.

Auch mein Depotwert Iberdrola hat Quartalszahlen gemeldet. Der Energieversorger möchte das Ökostromgeschäft weiter ausbauen.

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Rangliste mein Realgelddepotwert Iberdrola, der sich derzeit auf Rang 8 der Gesamtauswahl befindet. Der spanische Energieversorger konnte zuletzt erneut mit einem unerwartet starken Ergebnisplus in den ersten neun Monaten aufwarten. So verbesserte sich der operative Gewinn im Berichtszeitraum um satte 11,6% auf 7,5 Mrd. Euro, was oberhalb der Konsenserwartungen gelegen hatte. Maßgeblichen Anteil hatte dabei das hochprofitable Netzgeschäft sowie die deutlich ausgebauten Erzeugerkapazitäten bei Erdgaskraftwerken, womit die saisonal bedingt geringere Energieproduktion der Wasserkraftwerke in Spanien mehr als kompensiert werden konnte. Dass Iberdrola beim Nettogewinn überproportional stark um 20,5% zulegen konnte, lag vor allem am früher als erwartet umgesetzten Verkauf zahlreicher Randbereiche und nicht zum Kerngeschäft gehörender Beteiligungen.

Damit schafft Iberdrola die Voraussetzungen für den Ausbau des hochprofitablen Ökostromgeschäfts, das in den kommenden Jahren durch Investitionen in Höhe von 34 Mrd. Euro massiv durch neue Wind- und Solarparks und Erzeugerkapazitäten im Bereich Wasserkraft ausgebaut werden soll. Dies macht strategisch Sinn, da regenerative Energien nicht nur gut für die Ökobilanz sind, sondern auch deutlich höhere Margen erzielen, als konventionell erzeugter Strom. Da die Energienachfrage in Kernregionen wie Brasilien und Nordamerika weiter deutlich anzieht, sieht sich Iberdrola mit seinen weltweit mehr als 30 Millionen Endkunden auf gutem Weg, sein zum ersten Halbjahr nach oben revidiertes Jahresziel eines prozentual zweistelligen Zuwachses beim operativen Gewinn sicher zu erreichen. Auch die Aktionäre werden von den guten operativen Aussichten profitieren, zumal Iberdrola seine Interims-Dividende für das zweite Halbjahr um knapp 12% anhebt und auch für die kommenden Jahre höhere Ausschüttungen in Aussicht stellt. Die Experten von Goldman Sachs haben die Einstufung mit „Buy“ bestätigt und das Kursziel auf 10,50 Euro belassen.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

keine gute Kursentwicklung verzeichnet heute mein Depotwert Dialog Semiconductor. Es wurden die endgültigen Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Obwohl die RBC das Kursziel von 41 € auf 45 € anhebt und damit den Zahlen eine gute Qualität bescheinigt, machen Anleger Kasse und schicken die Aktie mit -7% in die Tiefe. Es ist mühsam zu diskutieren woran es gelegen hat, denn unter anderem berichtet Dialog darüber, Samsung als neuen Kunden gewonnen zu haben. Samsung wird für seinen neuesten Wearable Galaxy Fit auf Dialog-Technologie zurückgreifen, um unter anderem die Batterielebensdauer zu erhöhen.

Neuigkeiten gibt es auch mal wieder vom Handelskonflikt China und USA, wobei ich die Meldungen rund um den Konflikt ehrlich gesagt kaum noch beachte. Man weiß sowieso nicht genau wie jetzt der reale Stand der Dinge bei den Verhandlungen ist. Aber offenbar sind die USA bereit, bestehende Zölle zurückzunehmen, wenn es zu einem kleinen Teil-Deal kommt.

Eine endgültige Entscheidung im Handelskonflikt wäre positiv – auch wenn die Zölle bleiben!

Ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass die Aktienmärkte auch steigen würden, wenn die Zölle so bleiben wie sie jetzt sind, wenn – und das ist wichtig – eine endgültige Entscheidung getroffen wird wie die Handelsbeziehungen zwischen USA und China dauerhaft und langfristig ausgestaltet sein werden. Denn dann würden die Konzernlenker wissen in welchen Ländern sie investieren sollen. Momentan herrscht bei Unternehmen weltweit eine große Unsicherheit. Eine Firma, die heute in Vietnam eine große Produktionsstätte erreichtet und Milliarden dafür investiert, kann schon morgen der Dumme sein, wenn die China-USA-Strafzölle verschwinden. Dieser Gedanke hält viele Unternehmen derzeit wohl davon ab, klare Entscheidungen zu treffen.

Was gibt es Neues in der Trendstabilitäts-Rangliste?

Neu auf Rang 3 der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Ranglisten befindet sich die Aktie von ASML. Der niederländische Chipausrüster überraschte zuletzt mit einem deutlich besser als erwartet ausgefallenen Q3-Zahlenwerk. Bei einem sequenziellen Umsatzplus von 16% und einem im Vergleich zum Vorquartal um 18% verbesserten Bruttoergebnis übertraf man die Konsenserwartungen der Analysten.

Als Wachstumstreiber erwies sich erneut der starke Absatz bei so genannten EUV-Lithographiesystemen, die sich zur schnellen und kostengünstigen Herstellung von Hochleistungschips mit einer Größe von weniger als 10 Nanometern eignen. Dank der überlegenen Rechenpower sind diese High-End Chips der neuesten Generation für Anwendungen wie Big Data Analytics, Cloud, Artificial Intelligence oder High-End Smartphones wie geschaffen und bieten die Voraussetzungen für neue Zukunftstechnologien wie das Autonome Fahren oder den neuen High-Speed Mobilfunkstandard 5G.

Entsprechend hoch ist die Nachfrage nach diesen hochpreisigen Lithographiesystemen bei Schwergewichten aus der Chip- und Halbleiterbranche, wobei Intel, TSMC, Toshiba oder Samsung zum Kundenkreis von ASML gehören. Im abgelaufenen Q3 konnte ASML bei diesen hochpreisigen EUV-Lithographiesystemen mit 23 Modellen einen neuen Rekord beim Auftragseingang verbuchen, wobei das Konzernmanagement auch in den kommenden Quartalen von weiteren Rekorden beim Bestelleingang ausgeht. Entsprechend zeigte sich ASML auch für das Gesamtjahr zuversichtlich und geht sowohl bei Umsatz als auch beim Ergebnis von neuen Höchstwerten aus. Angesichts der starken Aussichten von ASML für die kommenden Quartale und dem Rekord-Auftragseingang für EUV-Lithographiesysteme haben die Experten der Société Générale ihr Kursziel für die Aktie von 240 auf 265 Euro angehoben und die Einstufung mit "Buy" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

wie gestern im Blog-Beitrag angekündigt, habe ich nun folgende Transaktionen durchgeführt.
 

  • Ich kaufte 1180 Aktien von Alstria Office REIT-AG zu 16,87 € im Schnitt
  • Ich verkaufte 300 Turbo-Zertifikate auf Puma zu 17,87 € im Schnitt


Ausschlaggebend für die Transaktionen war unser Trendfolge-Regelwerk. Hier ist das Orderbuch meiner Volksbank!

Stehen Value-Aktien vor dem großen Comeback?

Unter Value-Aktien versteht man Aktien mit niedrigen Bewertungs-Multiplen. Das sind typischerweise das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) und das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). In letzten 4 Jahren haben amerikanische Technologie- und Qualitätsaktien das Rennen gemacht. Facebook, Microsoft, Amazon und Co waren die Titel, in denen man investiert sein musste. Bei TraderFox halten wir zum Beispiel Positionen in Adobe. Als wir die Aktie im Jahr 2016 zu 108 USD kauften, lag das erwartete KGV für das laufende Geschäftsjahr bei 26. Vorhin habe ich erneut einen Blick auf die Bewertungssituation geworfen. Das erwartete KGV für 2019 liegt nun bei etwa 36. Das heißt der Aktienkurs-Anstieg ist zu einem Teil auch darauf zurückzuführen, dass sich die Bewertung erhöht hat.

Für die nächsten 2 Jahre bin ich persönlich der Ansicht, dass man besser mit Value-Aktien fährt. Der amerikanische Aktienmarkt wird derzeit mit einem durchschnittlichen KGV von etwa 16 bewertet. Zu den Value-Aktien gehören per Definition Titel die einen Abschlag von etwa 30 auf die Marktbewertung haben, zum Beispiel gemessen am KGV-Kriterium. Im Dow Jones halte ich zum Beispiel den Versicherungsgiganten Travelers für aussichtsreich. Die Aktie wird mit einem KGV20e von 11 bewertet. Auch Intel gefällt mir. Hier halte ich bereits eine Investmentposition und möchte weiter aufstocken, denn das KGV19e liegt beim Chipgiganten bei günstigen 12.

Ich fühle mich derzeit mit Value-Aktien wohler als mit den Wachstumstiteln, die KGVs über 30 vorweisen.

Alstria Office REIT-AG: Büro-Immobilien in den deutschen Großstädten

Die Aktie von Alstria Office REIT ist in den Trendstabilitäts-Ranglisten auf Rang 4 der Gesamtauswahl vorgerückt. Der auf Büro-Immobilien spezialisierte Konzern mit Sitz in Hamburg hat sein Portfolio in den vergangenen Jahren durch gezielte Akquisitionen vor allem in Großstädten wie Stuttgart oder Frankfurt stetig ausgebaut und verfügt mittlerweile über 116 Objekte mit einer Gesamtfläche von mehr als 1,5 Millionen Quadratmetern. Da die Urbanisierung weiter fortschreitet, steigt die Nachfrage bei Büroimmobilien vor allem in den Ballungszentren stetig an, was neben steigenden Mieten auch für sehr niedrige Leerstandsquoten sorgt.

Dies bescherte Alstria Office REIT im ersten Halbjahr ein solides Plus von 4% beim bereinigten operativen Gewinn, wobei man vor allem von höheren Mieteinnahmen profitiert hatte. Angesichts der anhaltend starken Dynamik im Markt für Büroimmobilien dürfte sich die solide Ergebnisentwicklung auch im laufenden Fiskaljahr weiter fortsetzen. Dies belegen die jüngst abgeschlossenen neuen Mietverträge mit einer Gesamtfläche von mehr als 20.000 Quadratmetern für Büroimmobilienobjekte in Frankfurt, Stuttgart, Hamburg und Darmstadt, Entsprechend optimistisch zeigten sich zuletzt die Experten von Barclays, die den Wert in einer Ersteinschätzung mit "Overweight" und einem Kursziel von 17 Euro neu in die Bewertung aufgenommen haben.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

in dieser Woche findet wieder eine Depotumschichtung statt. Ich muss mich leider von der Puma-Position trennen, weil die Aktie in der Trendstabilitäts-Rangliste unter den Platz 12 abgerutscht ist. Der Verkauf ist ein wenig bitter, weil die Position zwischenzeitlich mit über 20 % im Plus stand. Nun werde ich sie mit einem leichten Minus verkaufen müssen. Das notwendige Quäntchen Glück will sich derzeit einfach nicht einstellen.

Alstria Office kommt neu ins Depot!

Neu gekauft wird eine Position auf die Aktie von Alstria Office, die sich nun auf Ranglistenplatz Nr. 4 der Trendstabilitäts-Rangliste befindet. Es handelt sich um eine Immobiliengesellschaft, die sich hauptsächlich auf Gewerbeimmobilien spezialisiert hat. Das erklärt auch warum sich die Gesellschaft von der Schwäche des restlichen Immobiliensektor abkoppeln kann. Immobilienaktien wie Deutsche Wohnen, die sich auf Wohnimmobilien in den Großstädten wie Berlin spezialisiert haben, leiden ein wenig unter den Diskussionen und Gesetzen rund um die Mietpreisbremse.

Ich werde die beiden Depotumschichtungen nun durchführen und mich dann morgen mit den konkreten Ausführungen noch einmal melden.

Deutsche Zykliker mit Q3-Zahlen, die Anlass zur Hoffnung geben

Heute sind zwei zyklische Aktien deutlich im Plus. Fuchs Petrolub VZ mit 11,3 % und Krones aktuell mit +5,75 %. Die gemeldeten Q3-Zahlen fallen beides mal über den Erwartungen aus. Krones konnte beim Umsatz sogar um 10,8 % zulegen. Die Zahlenwerke zeigen, dass trotz des Handelskonflikts mit China und den USA das Geschäft weitergeht. Die kurzfristige Schockstarre scheint sich wieder zu lösen.

Wenn am Markt Gewissheit bestünde, dass die Zölle weiterhin bestehen blieben, dann würden globale Konzerne sofort an der Verlagerung ihrer Lieferketten arbeiten. Und meine These ist diesbezüglich ja, dass Europa von einer solchen Verlagerung sogar profitieren würde. Nach dem Motto und um ein Beispiel zu nennen: Chinesische Firmen bestellen ihre chemischen Vorprodukte nicht bei amerikanischen Chemiefirmen, sondern lieber bei BASF. Und US-Konzerne bauen neue Produktionsstätten nicht in China auf, sondern eher in Indien oder vielleicht sogar in europäischen Niedriglohnländern. Die Beispiele lassen sich fortsetzen. Europa könnte der große Gewinner im internationalen Handel sein. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte, sagt der Volksmund dazu.

Ich denke, dass wir das Schlimmste überstanden haben und dass die Tiefs bei zyklischen Aktien, die in diesem Jahr gebildet wurden, halten werden. Das ist meine persönliche Einschätzung.

LVMH plant Mega-Übernahme für 14,5 Mrd. USD

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitätsranglisten die Aktie von LVMH, die sich derzeit auf Rang 6 in der Auswahlrangliste des EURO STOXX 50 befindet. Der weltweit führende Luxusartikel-Hersteller sorgte mit der Übernahmeofferte für die US-amerikanische Juwelierkette Tiffany´s für einen spektakulären Paukenschlag. Nicht nur strategisch macht der Milliarden-Zukauf Sinn, da LVMH sich mit der Übernahme der wohl bekanntesten Juwelierkette in wichtigen Kernmärkten wie den USA und China seine Marktposition deutlich ausbaut.

Die geplante Übernahme im Gesamtwert von knapp 14,5 Mrd. USD würde daneben auch die passende Ergänzung für das exklusive Angebot rund um Luxusuhren und Schmuck liefern. Hier lief es zuletzt nicht ganz so rund beim erfolgsverwöhnten Branchenprimus, zumal man in diesem Segment mit einem organischen Umsatzplus von 4% schwächer als in den übrigen Konzernsparten abgeschnitten hatte. Operativ lieferte LVMH in Q3 mit einem organischen Umsatzplus von 11% dennoch erneut eine starke Performance ab und konnte die Konsenserwartungen deutlich übertreffen.

Profitieren konnte LVMH von der weiter anziehenden Nachfrage bei hochpreisigen Luxusartikeln in Kernmärkten wie Europa und den USA. Auch in Asien und hier speziell in China blieb die Nachfrage nach exklusiver Designermode, teuren Accessoires, Luxusuhren und Schmuck sowie edlen Lederwaren trotz der Unruhen in Hongkong ungebrochen und bescherte LVMH in dieser Region erneut exzellente Geschäfte. In den einzelnen Produktsegmenten überzeugte LVMH einmal mehr bei Fashion & Leather mit einem unerwartet deutlichen organischen Umsatzplus von 19%. Hier machte sich das gute Gespür von LVMH für neue Fashion-Trends bezahlt. Mit modischen Luxus-Sneakern oder der neuen Modekollektion der zu Jahresanfang unter Vertrag genommenen Pop-Ikone Rihanna, trifft man den Geschmack des zahlungskräftigen jüngeren Klientel. Die Analysten der UBS zeigten sich von der unerwartet starken Entwicklung im Mode- und Fashion-Segment beeindruckt und bestätigten ihre Einstufung mit "Buy" mit einem Kursziel von 430 Euro.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

es gibt kaum etwas Brutaleres als den Wirtschaftswandel. Branchen, die einst große Bedeutung hatten, fallen im Laufe der Zeit wieder zurück in die Bedeutungslosigkeit. Stahl, einst ein Sektor, der die Industrialisierung maßgeblich voranbrachte, spielt heute im gesamten Wirtschaftsgeschehen kaum noch eine Rolle. Nach dem Abstieg von thyssenkrupp aus dem DAX ist diese einstige Schlüsselindustrie nicht einmal mehr unter den 30 wertvollsten Unternehmen Deutschland vorhanden. Und das nicht etwa, weil Stahl weniger gebraucht wird, sondern weil jeder Wirtschaftsakteur mit ausreichend Investitionskapital in die Stahlproduktion einsteigen kann. Die Produktion von Stahl ist eine Routinetätigkeit geworden. Mit Routinetätigkeiten ist nur schwer Geld zu verdienen.

Allein wenn ein Produkt in großer Menge gebraucht wird, bedeutet das nicht, dass damit viel Geld zu verdienen ist. Auf jedem Haus gibt es Dachziegel, in jedem Gebäude gibt es Fenster, aber dennoch gibt es im DAX keine dominierende Firma, die ihr Geld mit Dachziegel- und Glasproduktion verdient. Die Solaraktien werden als das Milliardengrab deutscher Aktionäre bezeichnet. 2007 bis 2009 gab es einen gewaltigen Hype. Der Solarsektor würde vor einer Phase des gigantischen Wachstums stehen, lautete die einhellige Meinung und diese Einschätzung war auch komplett richtig. Falsch war jedoch die Vorstellung, dass mit so einem simplen Produkt am Ende gutes Geld zu verdienen sei. Es zeigte sich, dass die Solarmodule viel günstiger und effizienter von chinesischen Firmen hergestellt werden konnten als von deutschen Solarkonzernen. Wie die Aktien sich entwickelt haben, ist bekannt.

Wenn ich darüber schreibe, wie Branchen emporsteigen und wieder verschwinden, dann muss ich natürlich auch die deutschen Autobauer ansprechen. Ohne den technologischen Wettbewerbsvorsprung in der Motoren- und Getriebetechnologie, wird es verdammt schwer für die deutsche Industrie ihren globalen Wettbewerbsvorsprung zu verteidigen. Das Auto der Zukunft fährt ohne Verbrennungsmotor. Die technologische Kompetenz liegt beim Elektroauto in der Batterien-Technologie und zukünftig auch in den Computersystemen, die autonomes Fahren möglich machen. Beide Schlüsseltechnologien werden nicht in Deutschland hergestellt, sondern in den USA und in Asien. Meine persönliche Meinung ist, dass Autoaktien deshalb weiterhin keine guten Investments sind.

Ein Sektor, der weiterhin in der großen Breite haussiert, sind die IT-Aktien. Diese Branche ist der große Gewinner des Wandels. Alles wird über IT-Systeme abgewickelt. Wer einmal mit SAP-Software arbeitet, arbeitet vermutlich auch in 10 Jahren mit Softwaresystemen von SAP. So sieht ein Burggraben aus. Darum freue ich mich ganz besonders, dass die SAP-Aktie nun auch wieder in den Trendstabilitäts-Ranglisten nach oben aufrückt!

SAP nimmt nach guten Quartalszahlen wieder an Fahrt auf

Aufgefallen ist mir beim Screening der DAX-Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von SAP, die sich derzeit auf Rang 12 befindet. Der Walldorfer Softwarekonzern überraschte zuletzt mit unerwartet starken Q3-Zahlen und übertraf dabei sowohl beim operativen Ergebnis als auch beim Umsatz die Erwartungen. Als Wachstumstreiber erwies sich erneut die Cloud-Sparte, die mit einem Umsatzplus von 37% erneut überdurchschnittlich stark performte, während man bei der Datenbanklösung SAP/HANA ebenfalls mit deutlichen Neukundengewinnen aufwarten konnte. Auch unter dem Strich konnte SAP mit einem Anstieg von 30% beim Nettogewinn überzeugen, nachdem im 2. Quartal noch höhere Abfindungen und Restrukturierungsaufwendungen für einen deutlichen Ergebnisrückgang gesorgt hatten.

Im Anschluss bestätigte SAP die mittelfristigen Planziele, die unter anderem eine Verbesserung der operativen Marge von mindestens 1 Prozentpunkt pro Jahr bis 2023 vorsehen. Bei dieser wichtigen Ergebniskennzahl hatte SAP in Q3 mit 30,6% (Vorjahr: 28,9%) deutlich über dem Konsens gelegen. Auf positive Resonanz stieß bei der Investorengemeinde auch die Rückkehr zur bewährten Doppelspitze. Nach dem Rücktritt von Bill McDermott als Alleinvorstand werden sich nun Jennifer Morgan und Christian Klein die Verantwortung an der Spitze des SAP-Vorstands teilen. Christian Klein gilt als begabter Manager mit gutem Gespür für neue Produkte, während sich die US-Managerin Jennifer Morgan als Vertriebskoryphäe bei SAP profiliert hat.

Gemeinsam wollen die neuen Co-CEO´s das Wachstum im Cloud-Geschäft forcieren und die Entwicklung neuer Produkte vorantreiben. Mit einer umfassenden Partnerschaft mit Microsoft, die es SAP-Kunden ermöglichen soll, betriebswirtschaftliche SAP-Standardsoftware wie S/4-HANA künftig einfacher und deutlich kostengünstiger über die Microsoft-Cloud-Plattform zu betreiben, setzt die neue Konzernspitze die richtigen Akzente. Dies kommt auch bei den Analysten gut an, wobei Bernstein die Aktie mit der Einstufung "Overweight" bestätigt und das Kursziel von 127 auf 137 Euro angehoben hat.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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