Besser Traden mit System - Der Blog

  • Der Blog hilft Ihnen, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. In Wochenberichten und Kommentaren berichtet Simon Betschinger von aktuellen Geschehen an den Kapitalmärkten und lässt Sie auch an seinen persönlichen Einschätzungen teilhaben. Schauen Sie doch ab und zu mal vorbei, um immer up to date zu sein!


 

Liebe Leser,

gemäß dem Regelwerk habe ich folgende Transaktionen durchgeführt:
 

  • Verkauf 29 Discount-Zertifikate (WKN DF2TKB) auf Adidas zu 252,22 €
  • Kauf 2000 Endlos Turbo Long Zertifikate (WKN DDK91D) auf Iberdrola zu 3,41 €
  • Kauf 85 Münchener Rück (WKN 843002) zu 233,10 €


Ich bin sehr zufrieden damit, dass das Regelwerk die Aktie Iberdrola ausgewählt hat. Der spanische Energieversorger ist der weltweite Marktführer bei der Produktion von Windenergie. Schärfere CO2-Richtlinien und CO2-Abgaben dürften Iberdrola in die Hände spielen. Ich gehe diesen Trade gehebelt ein.


Hier ist das Orderbuch meiner Volksbank:
 

 

Depotwert Hannover Rück: Der Vorstandschef stellt Gewinnübererfüllung in Aussicht

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie der Hannover Rück, die sich derzeit auf Rang 8 der Gesamtauswahl befindet. Ich bin über den Endlos Turbo Long mit der WKN DF2XMP in Hannover Rück investiert. Der zweitgrößte deutsche Rückversicherer zeigte sich zuletzt optimistisch, was die weitere Entwicklung im operativen Geschäft angeht. Angesichts den jüngst durch Wirbelstürme in den USA verursachten Großschäden erwartet die Hannover Rück zum Jahreswechsel in der Schadensrückversicherung recht deutliche Prämienerhöhungen von 2 bis 5%. Entsprechend geht der neue Vorstandschef Jean-Jacques Hencho für 2020 bei den Prämieneinnahmen und beim Gewinn von neuen Bestwerten aus. Mit konkreten Prognosen hielt sich der neue Vorstandschef zwar zurück, ließ jedoch durchblicken, dass man den für 2019 anvisierten Nettogewinn von 1,2 Mrd. Euro im kommenden Fiskaljahr voraussichtlich übertreffen wird. Da man auch in anderen Segmenten dank der jüngsten Beitragsanhebungen vieler Erstversicherer mit höheren Prämieneinnahmen kalkuliert, könnte die Hannover Rück auch im laufenden Fiskaljahr positiv überraschen. Im ersten Halbjahr hatte der Rückversicherer ohnehin mit einem unerwartet deutlichen Gewinnplus überrascht. Die Analystengemeinde zeigt sich derzeit noch skeptisch zu den weiteren Aussichten bei der Hannover Rück. So haben die Experten von JPMorgan die Aktie zuletzt von "Neutral" auf "Underweight" abgestuft und das Kursziel von 130 auf 129 Euro gesenkt.

 Iberdrola: 40% Anteil von erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung.

Neu in mein Realgelddepot aufgenommen wird am Montag die Aktie von Iberdrola, die sich derzeit auf Rang 1 der Gesamtauswahl befindet. Der spanische Energieversorger gehört zu den weltweit führenden Playern der Branche und ist neben dem Kernmarkt Europa auch in Nordamerika und einigen wachstumsstarken Emerging Markets wie Brasilien präsent. Konsequent vorangetrieben wurde unter der Ägide des seit 2001 amtierenden Konzernchefs Ignacio Galán der Ausbau der regenerativen Erzeugerkapazitäten. Dank milliardenschwerer Investitionen wurde das Portfolio rund um Wind, Solar und Wasserkraft massiv erweitert und macht mittlerweile knapp 40% der gesamten Erzeugerkapazitäten aus. Bis 2022 will Iberdrola den Anteil der Erneuerbaren Energien durch Investitionen mit einem Gesamtvolumen von rund 13 Mrd. Euro in neue Wind- und Solarparks noch einmal deutlich erhöhen, wobei der Anteil der Erneuerbaren Energien mittelfristig auf rund 60% ausgebaut werden soll. Dies ist nicht nur gut für die Umwelt sondern kommt auch dem Margenprofil zu Gute. Denn mit Ökostrom lassen sich deutlich höhere Margen erzielen, als mit konventionell erzeugter Energie, was die Ende Juli veröffentlichten Q2-Zahlen eindrucksvoll belegt hatten. Hier trug die Sparte mit Erneuerbaren Energien maßgeblich zur besser als erwartet ausgefallenen Ergebnisentwicklung bei. Auch für das laufende Fiskaljahr peilt Iberdrola trotz milliardenschwerer Investitionen in den Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Modernisierung der Netzinfrastruktur ein weiteres Rekordergebnis an. Die Experten von Bernstein Research hatten sich kürzlich optimistisch zu den weiteren Aussichten bei Iberdrola zu Wort gemeldet, und das Kursziel von 8,80 auf 10,00 Euro angehoben und die Einstufung mit "Outperform" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

gemäß unserem regelbasierten Trading-System und den Trendstabilitäts-Ranglisten von Montag ergeben sich folgende Depotänderungen:

  • Adidas wird verkauft, weil sich die Aktie nicht mehr unter der Top-12-Positionen in der Trendstabilitäts-Rangliste befindet.
  • Iberdrola kommt neu ins Depot. Die Aktie befindet sich auf Ranglistenplatz 2 der Trendstabilitäts-Ranglisten.
  • Münchener Rück kommt ebenfalls neu ins Depot. Die Aktie befindet sich auf Ranglistenplatz 7 der Trendstabilitäts-Rangliste. Der Titel kommt ins Depot, weil die besser platzierte Aktie von ASML nicht aufgenommen werden kann, da sich mit Enel und Iberdrola bereits 2 Aktien aus dem EURO STOXX 50 im Depot befinden.

Ich werde die Vorgaben des Regelwerks nun umsetzen und passende Produkte für die neuen Depotwerte auswählen. Ich melde mich dann in einem weiteren Blog-Beitrag mit den genauen Produkten und Kaufkursen.

Ansonsten hellt sich das Bild in meinem realen 100.000 € Trendfolge-Depot wieder auf!

Mein Hebel-Trade in Dialog Semiconductor zieht an. Die hohe iPhone-Nachfrage treibt den Kurs!

Auf Rang 3 der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Rangliste vorgerückt ist mein Realgelddepot-Wert Dialog Semiconductor. Ich bin in der Aktie über den Endlos Turbo Long mit der WKN DF1245 investiert. Zuletzt lag der Trade im Minus, doch nun schießt er in die Gewinnzone und ich habe nun die Hoffnung, dass sich die positive Tendenz fortsetzen wird, denn der jüngste Anstieg ist nachrichtengetrieben.

Der Powermanagement-Spezialist kann aktuell von der unerwartet deutlichen Nachfrage nach dem neuen Flagschiffprodukt seines Hauptkunden Apple profitieren. Jüngsten Erhebungen einiger Analysten zufolge gestaltet sich die Absatzentwicklung bei den erst kürzlich vorgestellten neuen Apple-Smartphones iPhone 11 und iPhone 11 Pro Max kurz nach dem Verkaufsstart stärker als erwartet. Dies sind gute Nachrichten für den Powermanagement-Spezialisten, der als Apple-Zulieferer nach wie vor den Löwenanteil seiner Umsatzerlöse mit dem US-Technologiekonzern aus Cupertino generiert. Auch nach Abschluss des Verkaufs großer Teile der Powermanagement-Sparte an Apple wird Dialog Semiconductor weiter eng mit seinem Hauptkunden zusammenarbeiten, wobei der Umsatzanteil mittelfristig von zuletzt mehr als 75% auf 40% sinken soll. Hohe Erwartungen knüpft Dialog-Konzernchef Jalal Bagherli an den neuen Highspeed-Mobilfunkstandard 5G. Da 5G-Smartphones aufgrund ihrer komplexen Architektur einen überdurchschnittlich hohen Energiebedarf haben, sollte die Nachfrage nach Powermanagement-Lösungen deutlich anziehen. Auch in diesem Zusammenhang kann sich Dialog Semiconductor gute Chancen auf lukrative Geschäfte mit Apple ausrechnen. Denn als technologisch führender Anbieter bei Powermanagement-Lösungen für mobile Endgeräte dürfte Dialog Semiconductor als Zulieferer für die neuen 5G-iPhone-Generation zum Zuge kommen. Die Experten der Crédit Suisse haben zuletzt ihre Einstufung für die Aktie von Dialog Semiconductor mit "Outperform" bestätigt und ihr Kursziel auf 41 Euro belassen.

ASML profitiert vom 5G-Mobilfunkstandard

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Rangliste die Aktie von ASML, die sich derzeit auf Rang 7 der Gesamtauswahl befindet. Der niederländische Technologiekonzern hat sich auf so genannte Lithographie-Systeme spezialisiert, die für die Herstellung von Chips und Halbleiterlösungen benötigt werden. Zuletzt konnte ASML im abgelaufenen zweiten Quartal trotz der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen mit einem unerwartet deutlichen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis die Konsenserwartungen übertreffen. Die Aussichten, dass ASML seinen Wachstumskurs in den kommenden Jahren weiter fortsetzen wird, stehen gut. Denn als Spezialist für so genannten EUV-Lithographiesysteme hat man sich gegenüber der Konkurrenz einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil gesichert, da sich Chipsätze mit Hilfe dieses Verfahrens deutlich schneller und kostengünstiger produzieren lassen. Geradezu prädestiniert sind die neuen EUV-Lithographiesysteme zur Herstellung von Chipsätzen mit Strukturgrößen von bis zu 10 Nanometern, die für Big-Data- und Cloud-Applikationen aber auch für High-End-Smartphones der neuesten Generation gedacht sind. Entsprechend hoch ist die Nachfrage bei diesen EUV-Lithographiesystemen, die bereits von Branchengrößen wie TSMC, Intel oder Samsung verwendet werden. Die Experten der Credit Suisse haben die Einstufung zuletzt mit "Outperform" und einem Kursziel von 270 Euro bestätigt. Dabei rechnen die Analysten vor allem dank des neuen 5G-Mobilfunkstandards mit einem deutlichen Schub beim Absatz der EUV-Lösungen von ASML, da zur Realisierung des neuen Mobilfunkstandards vor allem besonders kleine und leistungsfähige Chiplösungen benötigt werden.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Endlos Turbo Long 27,614 open end: Basiswert Dialog Semiconductor plc.

DF1245 / //
Quelle: DZ BANK: Geld 23.09. 21:59:42, Brief 23.09. 21:59:42
DF1245 // Quelle: DZ BANK: Geld 23.09. 21:59:42, Brief 23.09. 21:59:42
1,60 EUR
Geld in EUR
1,65 EUR
Brief in EUR
4,58%
Diff. Vortag in %
  • Basispreis
    27,614 EUR
  • Abstand zum Basispreis in %
    36,46%
  • Knock-Out-Barriere
    27,614 EUR
  • Abstand zum Knock-Out in %
    36,46%
  • Hebel 2,64x
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 0,10

Liebe Leser,

im letzten Blog-Beitrag hatte ich 3 Gründe genannt, warum die Aktienmärkte trotz des Handelskonflikts zwischen USA und China durchstarten könnten. Die 3 Gründe waren:
 

  1. Zuliefererketten müssen außerhalb China neu aufgebaut werden. Das wird die Investitionsgüter-Nachfrage ankurbeln.
  2. Europa könnte der lachende Dritte sein, wenn sich USA und China weiter bekriegen.
  3. Für US-Firmen ist es angesichts der Zölle wohl günstiger, in Europa als in China einzukaufen.


Ich habe das Gefühl, dass Mr. Market letzte Woche wohl hier im Blog mitgelesen hat, denn relativ genau seit meinem Beitrag starten deutsche Industrieaktien zu fulminanten Erholungsbewegungen. Der Markt spielt jetzt offenbar das Szenario, dass die Investitionsgüter-Nachfrage wieder deutlich anziehen wird. Hier ist die Wochenperformance einiger Aktien aus dem deutschen Industriesektor: Jungheinrich (+13,6%), Krones (+12,6%), König + Bauer (+11,3%), Leoni (+10,8%), Traton (+10,70%) und ElringKlinger (+10%). Wahnsinn wie schnell sich das Blatt gewendet hat.

Diese startende Rallyebewegung wurde dann gestern noch einmal von der EZB verstärkt. Die EZB beschloss unter anderem, den Strafzins für Bankeinlagen von 0,4 Prozent auf 0,5 Prozent anzuheben und ab dem 1. November auch wieder die Anleihe-Kaufprogramme zu aktivieren mit einem Umfang von monatlich 20 Milliarden Euro. Diese EZB-Entscheidungen bedeuten übersetzt, dass es vermutlich bald auch für die Besitzer privater Girokonten zu Negativzinsen kommen wird. 

Die EZB ist nicht anderes als die Feuerwehr, die versucht den Flächenbrand zu verhindern

Es hagelte von allen Seiten heftige Kritik auf die EZB und insbesondere auf Mario Draghi ein. Die Kritik scheint mir aber genauso logisch zu sein, wie wenn ich die anrückende Feuerwehr für einen Brand verantwortlich mache, den sie eigentlich nur löschen will.

Welche Wahl hat die EZB denn? Die Zentralbank wird mit folgender Situation konfrontiert:
 

  1. Die großen europäischen Länder fahren in ihrer Fiskalpolitik komplett andere Strategien. Deutschland setzt auf Schuldenabbau und Frankreich und Italien geben weiterhin munter Geld aus.
  2. In Italien droht mit einer Verschuldung von 132,2% zum BIP der Schuldenkollaps. Ohne die Intervention der EZB würden die italienischen Anleihemärkte einbrechen.
  3. Europas Konzerne können gegen US-Konzerne kaum noch konkurrieren. US-Firmen werden von niedrigen Steuersätzen und geringer Regulierung beflügelt. Mit einem niedrigen EUR-/USD-Wechselkurs, den die Zinspolitik bedingt, kann die EZB hier noch ein wenig gegensteuern.


Die EZB weiß, dass Inflation notwendig ist, damit Staaten wie Italien oder Frankreich von ihren hohen Staatsschulden herunterkommen. Die Inflationierung der Schulden ist für eine Zentralbank eigentlich eine einfache Aufgabe. Sie kann mit Hilfe eines niedrigen Leitzinssatzes und mit Käufen von Staatsanleihen den Zinssatz von Staatsanleihen absenken. Wenn dann Inflation entsteht, wird der Schuldenstand im Verhältnis zum BIP entwertet.

Es gibt eine sehr eindrucksvolle historische Referenzsituation für eine solche Strategie. Nach dem 2. Weltkrieg war die USA im Jahr 1946 mit über 120% zum BIP verschuldet. 1970 betrug die Verschuldung weniger als 50% zum BIP. Mit Hilfe der hohen Inflationsraten gelang es den Amerikanern vom hohen Schuldenstand herunterzukommen.

Fazit: Wenn ich EZB-Chef wäre, würde ich sogar noch offensiver vorgehen, um die Inflation anzukurbeln und von 1% auf 2% zu bringen. Ich würde die Anleihekäufe stärker forcieren. Wenn es keinen sicheren Zinssatz mehr gibt, müssen die reichen Menschen Europas ihr Geld in reale Wirtschaftsprojekte investieren. Das würde dann irgendwann zu Inflationsdruck führen.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

die Leichtigkeit des Aktienmarktes auf dem Weg nach oben ist schön anzusehen. Nachdem es Mitte August noch so aussah, dass die Eskalation im Handelskrieg den Markt wieder unter Druck bringt, haben nun die Bullen wieder die Oberhand gewonnen. All meine Depotwerte im realen 100.000 € Trendfolge-Depot sind im Plus, während ich diese Zeilen schreibe. Aber die Nachrichtenlage ist alles andere als rosig. Die deutsche Industrie befindet sich in einer Rezession. Seit 7 Monaten sinken die Bestellungen. Im Juli verzeichnete der Industriesektor saison- und kalenderbereinigt 2,7 Prozent weniger Bestellungen als noch ein Jahr zuvor und sogar 5,6 Prozent weniger Orders als im Vormonat. Die Rezession wütet. Es ist heftig.

Wenn der Aktienmarkt trotz dieser schlechten Nachrichten steigt, dann wohl, weil die Börsianer große Zuversicht haben, dass die Wirtschaft bald wieder anziehen wird und dass in einem halben Jahr die Datenlage wesentlich besser aussieht. Ich habe mich gefragt, woher diese Zuversicht kommt. Hier sind 3 Gründe für einen weiter steigenden Aktienmarkt trotz des Handelskrieges.
 

  1. Zuliefererketten müssen außerhalb China neu aufgebaut werden. Das wird die Investitionsgüternachfrage ankurbeln.
    Die Strategie der US-Administration im Handelskrieg mit China ist es, US-Konzerne dazu zu bewegen, neue Zuliefererketten außerhalb Chinas aufzubauen. Länder wie Thailand, Indien, Vietnam profitieren. Sie müssen in neue Produktionskapazitäten investieren. Davon wird weltweit die Investitionsgüterindustrie profitieren.
  2. Europa könnte der lachende Dritte sein, wenn sich China und USA weiter bekriegen. In jedem größeren Unternehmen in China sitzen Mitglieder der kommunistischen Partei in einer Art Aufsichtsrat und entscheiden bei wichtigen Fragen mit bzw. können ein Veto einlegen. Chinesische Firmen werden sich bei der Auftragsvergabe wohl eher für europäische Firmen anstatt für US-Firmen entscheiden. Die Handelsströme zwischen China und USA dürften zulegen.
  3. Für US-Firmen ist es angesichts der Zölle wohl günstiger, in Europa einzukaufen.
    Ein 35%iger Strafzoll für Lieferungen aus China in die USA kann sich dauerhaft nicht rechnen. US-Konzerne werden in Zukunft diverse Vorprodukte eher auch aus Europa beziehen, statt bei Geschäften mit chinesischen Firmen die hohen Strafzölle zu bezahlen. Europäische Firmen würden einen erhöhten Auftragseingang verzeichnen.


Fazit: Kurse machen Nachrichten. Aber immerhin hilft es dabei, große Bewegungen nicht zu verpassen, wenn man sie zumindest für plausibel hält. Die obige Argumentation sagt mir, dass ich bullischen Bewegungen durchaus folgen muss. Für unser reales 100.000 € Trendfolge-Depot haben solche fundamentalen Überlegungen allerdings keine Bedeutung. Hier entscheidet erstens die Marktampel darüber, ob neue Aktien gekauft werden, und zweitens das Regelwerk darüber, welche Aktien im Depot landen!

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Beiersdorf kaufte weitere Marken zu!

Aufgefallen ist mir beim Screening die Aktie von Beiersdorf, die sich derzeit auf Rang 5 der Trendstabilitäts-Rangliste im DAX 30 befindet. Der Traditionskonzern ist mit starken Marken wie Eucerin, Nivea oder Hansaplast einer der bekanntesten deutschen Anbieter im Bereich Personal Care und Kosmetikprodukten und baut sein Portfolio durch neue Produkte und geschickte Zukäufe konsequent aus. Mit der Übernahme der zu Bayer gehörenden Sonnenschutz-Marke Coppertone für rund 560 Mio. USD hatte sich Beiersdorf Mitte Mai im wichtigen US-Markt verstärkt und sich damit eine gute Ausgangsbasis im weltweit größten Absatzmarkt für Sonnenschutzmittel gesichert. Gut ins Konzept passt auch der Ausbau der Premium-Kosmetikmarke La Prairie, die dank neuer hochpreisiger Anti-Aging-, Pflege- und Make-Up-Produkte vor allem in Emerging Markets wie China mit einem satten organischen Umsatzplus von 26,8% zur starken Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr beigetragen hatte. Auch das zweite Kerngeschäftsfeld von Beiersdorf, die Klebstoffsparte Tesa, lieferte in der ersten Jahreshälfte ein solides Umsatz- und Ergebnispuls ab. Entsprechend optimistisch zeigte sich Beiersdorf beim Ausblick für das Gesamtjahr und peilt weiterhin ein organisches Umsatzplus von 3 bis 5% bei einer operativen Marge von 14,5% an. Hier sehen die Experten von JPMorgan Spielraum nach oben. In einer kürzlich veröffentlichten Analyse rechnen die Experten mit einer Beschleunigung des Umsatzwachstums in der Consumer-Sparte von Beiersdorf und halten eine Anhebung der Margenprognose für möglich. Beiersdorf wurde in diesem Zusammenhang auf die " "European Best Equity Overweight List" von JPMorgan gesetzt, wobei das Kursziel von 118 Euro mit der Einstufung "Overweight" bestätigt wurde.

VINCI verdient als Betreiber von 46 Flughäfen kräftig mit

Beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten ist mir auch die Aktie von Vinci aufgefallen, die sich aktuell auf Rang 11 der Gesamtauswahl befindet. Der französische Mischkonzern profitiert als einer der führenden Anbieter bei der Umsetzung von Hoch- und Tiefbauprojekten von hohen Infrastrukturinvestitionen der öffentlichen Hand in die Modernisierung und den Neubau von Straßen oder Brücken. Als eigentlicher Ergebnistreiber erweist sich das Konzessionsgeschäft vor allem bei Flughäfen. Aktuell ist Vinci an 46 Flughäfen in Europa, Nord-, Süd- und Lateinamerika sowie in Asien beteiligt. Mit der im Mai erfolgten Mehrheitsübernahme am britischen Flughafen Gatwick konnte man sich in diesem Segment zuletzt bedeutend verstärken. Damit ist Vinci gut positioniert, um vom internationalen Touristik-Boom und weiter anziehenden Passagierzahlen profitieren zu können. Zuletzt trug das Flughafen-Segment mit einer Erlössteigerung von 12% maßgeblich zur besser als erwarteten Entwicklung im ersten Halbjahr bei. Angesichts der starken Wachstumsaussichten in den Kerngeschäftsfeldern haben die Analysten von JPMorgan zuletzt die Einstufung mit "Overweight" bestätigt und das Kursziel von 106 auf 114 Euro angehoben.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

es ist ein merkwürdiges Marktumfeld. Entlang einer Sorgenmauer zittern sich die Kurse nach oben. Die ersten Bullenaktien beenden ihre Korrekturbewegungen und erzielen neue Hochs. Neu ist, dass es nun auch verstärkt zu Anschlussgewinnen kommt. Aber die Gewinne sind hart erkauft. Man braucht Nerven aus Stahl.

Als ich letzte Woche die Turbo-Long-Position auf Puma (WKN DF1LAH) und die Turbo-Long-Position auf Dialog (WKN DF1245) eröffnete, ging es erstmal steil bergab. Ich hätte meinen Kopf am liebsten in den Sand gesteckt und das Depot nicht weiterverfolgt, wenn ich ehrlich bin. Aber als Trader muss man halt auch solche Anblicke ertragen können, wenn das Timing nicht ganz optimal war.

Heute sieht die Welt schon wieder besser aus. Die gehebelte Puma-Position ist 9 % im Gewinn und die gehebelte Dialog-Position ist nur noch -3 % hinten. Ich bin nun recht zuversichtlich, denn der Markt insgesamt zeigt heute Stärke über alle Branchen und Sektoren hinweg. Sogar die hart gebeutelten Industrie- und Autoaktien können in der Breite zulegen.

Das sind die derzeit 10 trendstabilsten Aktien!
> Hier finden Sie die Trendstabilitäts-Ranglisten, täglich aktualisiert

Enel: Wachstumsaktie mit Dividendenrendite 4,9 %

Kaum jemand hat mitbekommen, dass einzelne europäische Energieversorger mittlerweile wieder sexy geworden sind. Nach Jahren der Flaute gelingt es den großen Konzernen nun, in den stark fragmentierten Märkten für erneuerbare Energie wieder Marktanteile gut zu machen. Der Trend zu den eigenen Solarzellen auf dem Hausdach hat an Schwung verloren und die Großkraftwerke der Energiekonzerne gewinnen an Bedeutung. In einer Kaufstudie rechnet Goldman Sachs damit, dass Enel bis 2050 den Gewinn je Aktie jährlich um 7 % wird steigern können. Die für 2019 erwartete Dividendenrendite beträgt 4,9 %. Aus meiner Sicht ist das eine sehr schöne Kombination von Wachstum und Value. Die Aktie befindet sich in meinem realen 100.000 € Trendfolge-Depot. Nicht wegen meiner Meinung, sondern weil die Aktie die führende trendstabile Aktie in Europa ist und damit laut Regelwerk natürlich ins Depot muss.

Dialog: Profitiert der Apple-Zulieferer etwa vom Handelskonflikt?

Ich bin froh, dass Dialog gemäß dem Trendfolge-Regelwerk nun ebenfalls wieder im Depot gelandet ist und ich in dem Wert investiert bin. Auffällig ist, dass die Aktie seit dem Ausbruch des Handelskonflikts steil ansteigt. Sie geht von Hoch zu Hoch und scheint komplett immun gegen die politischen Störfeuer zu sein. Ich möchte folgende Überlegung in den Raum stellen. Amerikanische Firmen wurden von US-Präsident Trump dazu aufgefordert, Produktions- und Lieferketten außerhalb Chinas aufzubauen. Dialog Semiconductor gehört seit Jahren zu den Stammlieferanten von Apple. Die Beziehungen der beiden Firmen gelten als exzellent. Wenn Apple die Wertschöpfungsstufen außerhalb von China erhöhen will, bietet es sich doch an, mit den bestehenden Zulieferern aus Amerika und China zusammenarbeiten, spekuliere ich. Davon könnte auch Dialog profitieren, wenn mein Gedanke richtig ist.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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