Besser Traden mit System - Der Blog

  • Der Blog hilft Ihnen, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. In Wochenberichten und Kommentaren berichtet Simon Betschinger von aktuellen Geschehen an den Kapitalmärkten und lässt Sie auch an seinen persönlichen Einschätzungen teilhaben. Schauen Sie doch ab und zu mal vorbei, um immer up to date zu sein!


 

Liebe Leser,

der deutsche Aktienmarkt erzählt gerade die Geschichte, wie schnell Unternehmen ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit verlieren können, wenn sie von staatlicher Regulierung geradezu erstickt werden. Deutsche Bank und Commerzbank notieren an ihren Jahrestiefs. Die deutschen Geldinstitute sind nahezu chancenlos gegen die Konkurrenz aus den USA.

Der einst so stolze und hochprofitable Autozulieferer ElringKlinger ist seit Anfang 2018 von 20 € auf nun nur noch 4,30 € gefallen. Für die Motorentechnologie der Schwaben gibt es in den Planspielen der Autokonzerne keine große Notwendigkeit mehr. Nicht ganz freiwillig, denn die strengen CO2-Vorgaben der EU-Kommission haben die Zukunftsaussichten des Verbrennungsmotors defacto beerdigt.

Für das Zu-Tode-Regulieren der Autobranche, auch im Angesicht des Wunsches CO2 einzusparen, besteht keine zwingende Notwendigkeit. In Brasilien bestehen zum Beispiel fast 90% der Autoflotte aus sogenannten Flexi-Fuel-Autos, die teilweise sogar mit E100 (100% Bioethanol) fahren können. Das ist ein klimaneutraler Biokraftstoff, der in Brasilien aus Zuckerrohr gewonnen wird. Mit einer höheren Beimischquote von Biokraftstoffen könnte CO2 eingespart werden und die deutsche Autoindustrie könnte ihre Wettbewerbsvorteile rund um die Getriebe- und Motorentechnologie behalten. Zudem würde man die Zuckerrohrindustrie in ärmeren Entwicklungsländern unterstützen.

Die Brechstange der politischen Regulierung wird offenbar von der Fehlannahme getrieben, dass die Industrie, der Länder wie Deutschland ihren Wohlstand verdanken, jeder noch so strengen Drangsalierung mühelos Herr werden kann. Ich denke die Aktienkurse signalisieren mittlerweile eindeutig, dass dem nicht so ist. Der Industriestandort Deutschland ist ernsthaft bedroht.

Noch ein Beispiel: Die Aktie des Industrietechnologieunternehmens ThyssenKrupp ist seit 2018 von 25 € auf nur noch 9,50 € gefallen. Die vielfältigen Wettbewerbsnachteile reichen von höheren Strom- und Energiekosten bis zu einer immens höheren Steuerbelastung gegenüber Konkurrenten aus den USA. Gegen die Handelspolitik von Ländern wie USA und China, die ihren Industrien zu Wettbewerbsvorteilen verhelfen, ist die Wirtschaftsstrategie der EU ein zahnloser Tiger.

Die Trendstabilitäts-Ranglisten, die dazu führen, dass wir nur denjenigen Teil des Aktienmarktes betrachten, der sich in stabilen Aufwärtstrends bewegt, hat in den letzten Monaten gute Arbeit geleistet. Energieversorger wie Iberdrola laufen ungestört von den Turbulenzen weiter nach oben. Hier steht im realen Trading-Depot der +20% Take Profit nun unmittelbar bevor. Die Compugroup-Gewinnwarnung hat das Depot aber heftig zurückgeworfen. Schade, dass dieses Unternehmen seine Gewinnprognosen reduzieren musste.

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Puma, die sich aktuell auf Rang 5 der Gesamtauswahl befindet. Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller konnte zuletzt erneut mit einem Rekordergebnis aufwarten und übertraf im 2. Quartal mit einem operativen Gewinnplus von knapp 40% die Konsensschätzungen der Analysten. Als Treiber erwies sich erneut das Freizeitsegment, in dem PUMA vor allem bei jüngeren Kunden mit neuen Schuh-Styles und Freizeit-Fashion punkten konnte. Da die neue Casual-Kollektion auch ohne größere Preisnachlässe in Kernmärkten wie Asien, Europa und Übersee Rekordabsätze verbuchte, überzeugte PUMA auch in punkto Profitabilität mit einer Verbesserung der Rohertragsmarge um 70 Basispunkte auf 49,3%. Nach dem starken Abschneiden im ersten Halbjahr legte das Konzernmanagement die Latte für das Gesamtjahr höher und revidierte die Prognose beim operativen Gewinn leicht auf 410 bis 430 Mio. Euro nach oben. Bei den Erlösen traut man sich mit einem wechselkursbereinigten Umsatzplus von 13% hingegen deutlich mehr zu, als der zuvor in Aussicht gestellte Zuwachs von mindestens 10%. Die Experten von JPMorgan haben PUMA kürzlich von „Equal-Weight“ auf „Overweight“ hochgestuft und das Kursziel von 59 auf 72 Euro erhöht.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

es ist ein großer Fehler, keine klassischen Zeitungen zu lesen. Wenn man mehrmals am Tag auf den Online-Präsenzen der großen Zeitungshäuser vorbeischaut, entsteht fälschlicherweise das Gefühl, alle wichtigen Nachrichten gelesen zu haben. Dabei nimmt man nur das wahr, was im Schaufenster steht und viele Klicks generiert. Ich versuche daher täglich weiterhin die FAZ zu lesen. Das ist nicht immer ganz einfach, weil ich viele Schlagzeilen schon kenne, dafür bekomme ich aber viele Informationen geliefert, die mir beim reinen Surfen auf den Nachrichtenportalen entgangen wären. Ich lese die Zeitungen übrigens ausschließlich digital mit dem iPad Pro. Dieses Tablet hat die notwendige Bildschirm-Größe, um eine ganz Seite im Blick zu haben, wenn man es hochkant hält.

Die Berichte aus der deutschen Industrie sind furchterweckend. Die Maschinenbauer fühlen sich an die Finanzkrise erinnert. Für bereits bestellte Maschinen wird nicht selten trotz Verträgen die Abnahme verweigert. „Neue Aufträge kommen kaum rein“, ist ein Zitat aus der heutigen FAZ. Auch auf politischer Seite rüstet man sich für den Abschwung. Die Arbeitsagentur kalkuliert bereits Geld für Kurzarbeit ein und plant, die Zugangsbedingungen zu den Kurzarbeitszuschüssen zu erleichtern. Ein Blick auf die Aktienkurse von ElringKlinger, Leoni oder auch Thyssenkrupp offenbart, wie schlimm die Krise bereits ist. Die Aktien befinden sich im tiefen Keller. Eine Erholung ist derzeit nicht in Sicht. Ich habe mir in meinem Trading-Notizbuch einen Vermerk auf die Q3-Zahlen gesetzt. Dieses dürfte insbesondere für Titel aus der Autobranche sehr schlecht ausfallen. Eventuell gibt es dann so etwas wie einen finalen Sell-Out.

Mit unserer Methodik der Trendstabilitäts-Ranglisten haben wir die Verliereraktien der letzten Monate komplett umschifft und ignoriert. Unser Fokus galt ausschließlich den stabilen Gewinneraktien. Damit sind wir in diesem schwierigen Marktumfeld eigentlich auch ganz gut gefahren, bis uns eben letzte Woche auch die Gewinnwarnung der Compugroup-Aktie böse überrascht hat. Es handelt sich um eine Aktie, die wochenlang trendstabil mit geringer Volatilität nach oben lief und zudem in einem Sektor aktiv ist, der gerade abseits der Konjunkturschwierigkeiten gut läuft. Die Gewinnwarnung kam gefühlt aus dem Nichts. Ich bin sehr traurig über diese Verlustposition. Unser Regelwerk, das die Depotzusammensetzung bestimmt, war machtlos!

Die Deutsche Börse AG arbeitet mit Microsoft-Azure zusammen

Beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten fiel mir die Aktie der Deutschen Börse auf, die sich derzeit auf Rang 3 der Auswahlrangliste im DAX 30 befindet. Der Börsenbetreiber treibt unter der Ägide von CEO Theodor Weimer seine Transformation zu einem modernen Dienstleister für den Banken- und Finanzsektor gezielt voran. Neben kleineren Zukäufen setzt der Vorstandschef vor allem auf Zukunftstechnologien rund um Big Data Analytics, Blockchain und die Cloud. Bei der Umsetzung des Ende vergangenen Jahres angekündigten Strategieprogramms „Roadmap 2020“ hat sich die Deutsche Börse nun mit der Cloud-Tochter Azure von Microsoft verbündet. In einem ersten Schritt will der Börsenbetreiber in Abstimmung mit den zuständigen Regulierungsbehörden schrittweise seine IT-Projekte in die Cloud überführen. Dies soll neben mehr Effizienz auch für erhebliche Zeit- und Kosteneinsparungen sorgen. Dank der nahezu unbegrenzt zur Verfügung stehenden Rechenkapazitäten in der Microsoft-Cloud will die Deutsche Börse außerdem die Entwicklung neuer blockchain-basierten Anwendungen und Big-Data-Analytic-Lösungen für die Auswertung großer Datenmengen vorantreiben. Im Vergleich zur Nutzung der konzerneigenen Rechenzentren erhofft sich die Deutsche Börse dabei eine Verkürzung der Entwicklungszeit um mehr als 10% und eine Kostenreduktion von mehr als 20%. Mit der Cloud-Kooperation mit Microsoft ist der Börsenbetreiber außerdem in der Lage, schnell und dynamisch auf die sich rasch verändernden Anforderungen der Kunden und neue Trends in der Finanzbranche reagieren zu können. Auch operativ läuft es bei der Deutschen Börse weiter rund, zumal der Börsenbetreiber zuletzt bei der Vorlage der Q2-Zahlen die Konsenserwartungen beim Ergebnis übertreffen konnte. Die Experten der UBS haben zuletzt das Kursziel von 135 auf 140 Euro angehoben und die Einstufung mit „Buy“ bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

Verbote, Verbote, Verbote. Das ist offensichtlich das neue Mantra der Klimaaktivisten. Immer lauter werden deren Vorschläge, man müsse Flugreisen verbieten um CO2 einzusparen. Innerdeutsche Flüge am besten sofort und komplett. Ich halte das für eine engstirnige Sichtweise. Wenn wir in Deutschland Inlandsflüge verbieten, ändert das am weltweiten Emissionsaufkommen so gut wie überhaupt nichts. Andere Länder wie China, Indien oder USA würden das mit einem müden Lächeln zur Kenntnis nehmen.

Mit Verboten schützen wir langfristig nicht das Klima. Damit würden wir den Untergang lediglich um ein paar Tage verzögern, wenn ich jetzt einmal in einem Gedankenexperiment davon ausgehe, dass die Horrorszenarien stimmen. Die einzige Chance im globalen Kontext etwas zu verändern, sind evolutionäre Technologiesprünge. Wenn wir zum Beispiel in Deutschland eine Turbinentechnologie entwickeln, die statt Kerosin mit grünen Biokraftstoffen auskommt, wäre das ein Lösungsansatz, um weltweit etwas zu bewirken. Firmen wie Airbus und MTU arbeiten an treibstoffsparenden Technologien und sogar an komplett CO2-neutralen Antriebstechnologien. Wenn ich Politiker wäre und das Klima schützen wollte, dann würde ich Anreize schaffen, dass CO2-neutrale-Flugzeuge schneller entwickelt werden können.

MTU Aeroe Engines profitiert schon heute von der Nachfrage nach treibstoffsparenden Turbinen

In den Top-10 unserer Trendstabilitäts-Ranglisten hat sich die Aktie von MTU Aero Aero Engines zu einem der frühen Bullen aufgeschwungen. Die MTU-Aktie konnte gestern auf neue Allzeithochs vorstoßen während der DAX noch meilenweit davon entfernt ist. Mark Minervini, ein bekannter US-Profi-Trader, hat für ein solches Chartverhalten den Begriff „Leadership-Profile“ geprägt. Eine Aktie zeigt dann Führungsqualitäten, wenn sie von ihrem gesamten Bewegungsmuster her bullischer ist als der Gesamtmarkt. Das heißt wenn man einen Chart von einer Aktie und dem DAX übereinanderlegen würde, dann würde im Zeitverlauf auffallen, dass sich die Aktie und der Markt die meiste Zeit annähernd ähnlich verhalten was ihre größeren Schwingungsmuster betrifft. Der Markt bildet neue Tiefs, die Aktie bildet neue Tiefs. Der Markt bildet neue Hochs, die Aktie bildet neue Hochs. Ein solches marktkonformes Verhalten ist für Trader aber eher uninteressant. Interessant wird es dann, wenn eine Aktie neue Tiefs des Marktes ignoriert und stattdessen auf neue Hochs vorstößt. Der folgende Chart zeigt wie sich bei der MTU-Aktie ein Leadership-Profile entwickelt hat. Anfang Juni markiert DAX und MTU-Aktie im Gleichschritt noch neue Tiefs, dann entkoppelte sich MTU von der Schwäche des Marktes.

 

 

Was treibt den Kurs bei MTU? Ende Juli konnte der Triebwerksbauer MTU die Prognose für den Gewinn 2019 nach oben schrauben. Insbesondere das China-Geschäft läuft ausgezeichnet und liegt über den Erwartungen. Eventuell macht sich hier der Handelskonflikt zwischen USA und China bereits auf positive Art und Weise bemerkbar. Flugzugbestellungen werden in China unter maßgeblicher Mitbestimmung der kommunistischen Partei auf den Weg gebracht. Wir hatten hier im Blog ja bereits häufiger thematisiert, dass chinesische Airlines in Zukunft wohl Nicht-amerikanische-Hersteller bevorzugen würden. Sowohl bei den Flugzeugbestellungen als auch im Wartungsgeschäft. Das besser als erwartet verlaufende China-Geschäft, über das MTU am 25. Juli berichtete, könnte ein erster Hinweise darauf sein, dass diese These richtig ist.

Operativ profitiert MTU von der starken Nachfrage bei Passagiermaschinen, zumal man vor allem bei spritsparenden Triebwerkslösungen wie dem Getriebefan zu den technologisch führenden Anbietern gehört. Da MTU Aero Engines bei der Entwicklung umweltfreundlicher Triebwerke mit geringem Schadstoffausstoß oder Zero-Emission-Technologie zu den führenden Playern gehört, sollten sich hier für MTU mittelfristig interessante Wachstumschancen eröffnen, da die Nachfrage nach umweltfreundlichen Triebwerkslösungen markant anzieht.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

noch letzte Woche hatte es so ausgesehen, dass sich mein Trendfolge-Depot den Einschlägen an den Aktienmärkten widersetzen kann. Die topplatzierten Aktien in den Trendstabilitäts-Ranglisten ließen sich vom 1.000-Punkte-Rücksetzer im DAX kaum beeindrucken. Doch heute hat sich das Bild schlagartig gewandelt. Compugroup meldete überraschend schwache Q2-Zahlen und die Aktie stürzt aktuell um -10% ab. Meine gehebelte Position ist nun fast 50% im Minus. Dabei hatte sich die Aktie im Vorfeld nicht anmerken lassen, dass Probleme im Anmarsch sind. Die Compugroup-Aktie lief ruhig und gemächlich von Hoch zu Hoch und war dabei deutlich stärker als der Markt.

Oft ist es so, dass börsennotierte Gesellschaften relative Schwächen aufbauen, wenn schlechte Quartalszahlen im Anmarsch sind oder wenn sich das Geschäft eintrübt. Das konnten wir in den letzten Monaten und Quartalen bei Auto- und anderen Industrietiteln vielfach beobachten. Aktien mit schwachem Kursverhalten tauchen dann in den Trendstabilitäts-Ranglisten nicht auf. Sie werden vom Trading-System quasi ignoriert. Compugroup hat das Trendstabilitäts-System, das problematische Firmen herausfiltern soll, quasi überlistet. Das Regelwerk hat in diesem Fall versagt.

Die Eskalationsspirale im Handelskonflikt zwischen China und USA dreht sich immer schneller. Die chinesische Zentralbank interveniert nun auf den Devisenmärkten und wertet die eigene Währung ab, um somit die Auswirkungen der US-Zölle zu reduzieren. Die Abwertung einer Währung ist für eine Zentralbank rein technisch kein großes Problem. Sie kann im Zweifel die Briefseiten selbst stellen und die Nachfrage durch die Schöpfung neuen Geldes bedienen. Ein Risikofaktor eines solchen Vorgehens ist inflationärer Druck. Natürlich tobte Trump sofort bei Twitter über diese Abwertung und ich habe den Eindruck, dass nun auf US-Seite eine weitere Zollerhöhung bevorstehen könnte. Der Handelsstreit wird zum nicht mehr enden wollenden Alptraum.

Nemetschek: Expansion in die USA ist erfolgreich

Aufgefallen ist mir beim Screening die Aktie von Nemetschek, die sich derzeit auf Rang 9 der Trendstabilitäts-Rangliste im TecDAX befindet. Der Bausoftware-Spezialist gilt mit seiner innovativen BIM-5D-Software-Suite, mit der Bauunternehmen und Architekten komplexe Bau- und Infrastrukturprojekte vom Entwurf bis zur Fertigstellung dank 3D-Visualisierung vollständig und effizient planen und überwachen können, als führender Anbieter der Branche. Da man beim Einsatz der Nemetschek-Software wichtige Faktoren wie Zeit und Kosten stets im Blick behält, lassen sich Termine bequem einhalten und teure Planungsfehler vermeiden, weshalb mittlerweile weltweit mehr als 5 Millionen Kunden auf die cloudbasierte BIM-Software von Nemetschek vertrauen. Dies macht sich für Nemetschek bezahlt, was ein Blick auf die jüngst veröffentlichten Q2-Zahlen belegt. Bei einem Umsatzplus von 9% konnte das bereinigte operative Ergebnis um mehr als 18% gesteigert werden, womit die Konsenserwartungen getoppt wurden. Bezahlt macht sich für Nemetschek die konsequent umgesetzte Expansionsstrategie vor allem in Nordamerika, zumal die US-Marke Bluebeam mit einem deutlichen Umsatzplus von 25% maßgeblich zur starken Ergebnisentwicklung beigetragen hatte. Da der Markt für Bausoftware-Lösungen dank des Digitalisierungstrends laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Techavio im Zeitraum von 2019 bis 2023 jährlich um 19,8% wächst, hat Nemetschek als einer der führenden Anbieter in diesem Segment gute Chancen, sein Wachstum weiter zu beschleunigen. Die Experten der Deutschen Bank haben das Kursziel für Nemetschek zuletzt auf 63,50 Euro belassen und die Einstufung mit "Buy" bestätigt.

Depotwert Hannover Rück: Wenige große Naturkatastrophen in diesem Jahr

Aufgefallen ist mir beim Screening die Aktie meines Realgelddepot-Werts Hannover Rück, die sich aktuell auf Rang 7 der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Rangliste befindet. Der Rückversicherer hatte zuletzt mit einem unerwartet deutlichen Gewinnanstieg im Auftaktquartal überrascht und dabei die Konsenserwartungen deutlich übertroffen. Dabei gelang es dem Rückversicherer höhere Schadensbelastungen aus Naturkatastrophen unter anderem über steigende Einnahmen aus anderen Bereichen wie der Personen-Rückversicherung zu kompensieren. Die Aussichten, dass der zweitgrößte deutsche Rückversicherer seine starke Ergebnisentwicklung im weiteren Jahresverlauf fortsetzen kann, stehen gut. Denn laut einer Erhebung der Münchener Rück kam es in der ersten Hälfte des Kalenderjahres weltweit zu deutlich geringeren Großschäden durch Naturkatastrophen. Die Geowissenschaftler der Münchener Rück ermittelten bei ihrer jüngsten Erhebung einen Gesamtschadenswert von rund 42 Mrd. USD, was deutlich unter dem Durchschnittswert der vergangenen Jahre von 92 Mrd. Euro liegt. Da die Hannover Rück bei den jüngsten Vertragserneuerungsrunden außerdem in wichtigen Kernmärkten wie Japan und den USA Prämienerhöhungen durchsetzen konnte, ist man auf gutem Weg, seine Jahresziele, die eine leichte Verbesserung beim bereinigten Nettogewinn auf 1,1 Mrd. Euro vorsehen, zu erreichen. Die Experten von JPMorgan haben kürzlich das Kursziel für die Aktie von 114 auf 130 Euro angehoben und die Einstufung mit „Neutral“ bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

unser Trendfolge-Regelwerk sieht vor, dass gehebelte Positionen bei +40% verkauft werden. Mein Verkaufslimit für die Open End Zertifikate auf Dialog wurde am Montag zu 1,87 € mit +40% ausgeführt. Hier finden Sie das Orderbuch meiner Volksbank!
 


Mit unseren Trendstabilitäts-Ranglisten leben wir in einer selbst und bewusst geschaffenen Blase, die die turbulente Welt derzeit gekonnt ignoriert und sich stattdessen auf die heile Welt des Kapitalmarktes konzentriert. Heute zum Beispiel, während ich diese Zeilen schreibe, ist der DAX mit 2,5% im Minus. Meine gehebelte Position auf Compugroup bleibt hingegen stabil liegen. Der Markt bevorzugt defensive Branchen wie Medizintechnik oder Energieversorger. Die wenigen Aktien, die im aktuellen Umfeld gut laufen, befinden sich auf den Top-Positionen der Trendstabilitäts-Rangliste und aus diesen setzt sich ja letztendlich mein Depot zusammen. Aktuell habe ich keinen Grund, mich zu beschweren. Das Trendfolge-Regelwerk hilft mir gut, die schwierige Phase zu überstehen.

Die meisten Kommentare, die zum Handelskonflikt USA und China geschrieben wurden, waren bislang falsch. Trump würde die US-Wirtschaft mit seiner Politik in ein Chaos stürzen, lautete die gängige Meinung. Passiert ist nichts dergleichen. Die US-Wirtschaft erfreut sich bester Gesundheit. China und Europa hingegen laufen wirtschaftlich gerade an Krücken. Die Behauptung der Amerikaner, wonach man beim Handel mit China in den letzten beiden Jahrzehnten draufgezahlt habe, scheint im Kern wahr zu sein. Die USA können mit den hohen Zöllen gut leben. US-Firmen müssen sich neue Produktionsstandorte außerhalb Chinas suchen. Länder wie Vietnam und Indien stehen auf einmal hoch im Kurs. Die neuen Zölle sollen den Druck auf US-Firmen erhöhen, die Produktionsverlagerung schneller voranzutreiben. Der Handelskrieg ist in Wirklichkeit wohl ein Krieg um die technologische Vorherrschaft. Der US-Administration ist es ein Dorn im Auge, dass Spitzentechnologie wie im iPhone von Apple, das in China hergestellt wird, sofort in die Hände chinesischer Firmen fällt, und diese Firmen dann wenig später genau die gleichen Produkte produzieren können.

Danone macht Kasse mit vegetarischen Produkten

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Danone, die sich derzeit auf Rang 4 des EURO STOXX 50 befindet.  Der auf Milchprodukte und Babynahrung spezialisierte französische Nahrungsmittelkonzern überzeugte zuletzt mit einem überraschend starken Zahlenwerk. Mit einem organischen Umsatzplus von 2,5% toppte man die Erwartungen der Analystengemeinde in 2. Quartal, nachdem Danone im Auftaktquartal mit einem vergleichbaren Umsatzplus von 0,8% recht bescheiden abgeschnitten hatte. Maßgeblichen Anteil hatte dabei das Geschäft mit Baby- und Säuglingsnahrung in China, dass dank der Fokussierung auf höherpreisige Produkte trotz rückläufiger Produktabsätze seit mehreren Quartalen erstmals wieder zweistellige prozentuale Umsatzzuwächse zu verzeichnen hatte. Ebenfalls stark präsentierte sich im ersten Halbjahr das Segment mit alternativen pflanzlichen Joghurt- und Milchprodukten, in dem Danone mit seiner Premium-Marke Alpro Soja zum Marktführer avanciert. Da Sojaprodukte aufgrund des Trends zur gesunden Ernährung längst nicht mehr nur bei Vegetariern hoch im Kurs stehen, sollte Danone als führender Anbieter seine hohen Zuwachsraten in diesem margenträchtigen Segment auch in den kommenden Jahren fortschreiben können. Nach dem unerwartet starken Abschneiden in der ersten Jahreshälfte sieht sich Danone auf gutem Weg, seine Planziele für das laufende Fiskaljahr komfortabel zu erfüllen, wobei man mittlerweile ein Ergebnis am oberen Ende der konzerneigenen Prognose bei Umsatz und Ergebnis anpeilt. Die Deutsche Bank hat Danone im Anschluss an das starke Zahlenwerk weiter mit "Buy" eingestuft und das Kursziel von 80 auf 88 Euro angehoben.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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