Besser Traden mit System - Der Blog

  • Der Blog hilft Ihnen, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. In Wochenberichten und Kommentaren berichtet Simon Betschinger von aktuellen Geschehen an den Kapitalmärkten und lässt Sie auch an seinen persönlichen Einschätzungen teilhaben. Schauen Sie doch ab und zu mal vorbei, um immer up to date zu sein!


 

Liebe Leser,

bei ungehebelten Positionen sieht das Regelwerk vor, dass ich ein Verkaufslimit bei +20 % Kursgewinn seit dem Einstand in den Markt lege. Dieser Take-Profit wurde nun bei der Compugoup-Aktie am Montag ausgeführt. Ich verzeichne einen Gewinn in Höhe von 20 %. Endlich ist wieder eine Marktphase, die für Trendfolge-Trading geeignet ist. Am Montag, wenn der neue Umschichtungstermin stattfindet, ist dann wieder Platz für eine neue Depotposition.

Hier finden Sie die Orderausführungs-Bestätigung meiner Volksbank!

Meine neueste Trendfolge-Position bezieht sich auf Aktien der Hannover Rück. Ich habe die Position über ein Endlos Turbo Long Zertifikat mit einem Hebel von knapp über umgesetzt. Untenstehend berichte ich noch etwas ausführlicher über die aktuellen Entwicklungen bei Hannover Rück. Aktien wie Hannover Rück gehören zu den sogenannten Low-Volatility-Stocks. Das sind Titel, die sich durch eine sehr niedrige Schwankungsfreudigkeit auszeichnen. Solche Low-Volatility-Stocks heble ich besonders gerne, denn hier können Hebelprodukte ihre vollen Vorteile ausspielen. Ich habe einen Finanzierungsvorteil gegenüber dem Direktkauft der Aktie und profitiere zudem mit einem Hebel von den mit niedriger Volatilität verlaufenden Trendbewegungen – natürlich auch in die entgegengesetzte Richtung.

Ich finde die derzeitige Marktentwicklung gerade extrem spannend. Es ist eine Hausse inmitten eines gewaltigen Handelskrieges. Ich hätte mit so einer Hausse gerechnet, wenn sich USA und China auf freien Handel geeinigt hätten, aber dass diese Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten so stattfindet, obwohl heftige Zölle in Kraft sind, hätte ich vor einem halben Jahr so nicht kommen sehen. Und hier kommt jetzt die Stärke unseres regelbasierten Trendfolge-Systems ins Spiel. Ich bin derzeit mit 5 Positionen investiert und am Montag kann eine sechste dazugekauft werden, obwohl ich für den Markt eher skeptisch war. Das Regelwerk hat meine persönliche Meinung überstimmt und die Marktampel hatte Recht behalten.

Hannover Rück bietet immer noch 3,9 % Dividendenrendite

Hannover Rück befindet sich derzeit auf Ranglistenplatz 3 der Trendstabilitäts-Rangliste im MDAX. Der zweitgrößte deutsche Rückversicherer hatte im Auftaktquartal wie seine Konkurrenten unter einer erhöhten Schadensbelastung durch Naturkatastrophen wie Hochwasserschäden in Australien oder dem Sturmtief Eberhard in Deutschland zu leiden. Dank der von der Hannover Rück praktizierten Strategie, die eine Absicherung der versicherten Großschadensereignisse bei anderen Anbietern beinhaltet, hielt sich die Schadensbelastung im Vergleich zu Konkurrenten wie der Swiss Re jedoch in Grenzen. Dank der soliden Entwicklung im Personen-Rückversicherungsgeschäft stand im ersten Quartal unter dem Strich ein unerwartet deutliches Gewinnplus von 7% zu Buche, womit die Konsenserwartungen übertroffen werden konnten. Da die Hannover Rück im Rahmen der jüngsten Vertragserneuerungsrunden Prämienerhöhungen in wichtigen Kernmärkten wie Japan und Nordamerika durchsetzen konnte, sollte man das Jahresziel, das eine leichte Verbesserung beim bereinigten Konzernergebnis vorsieht, bequem erreichen können. Profitieren werden auch die Aktionäre, da die Hannover Rück ihre Anteilseigner über steigende Ausschüttungen am Unternehmenserfolg beteiligt. Für 2019 rechnet der Konsens mit einer leichten Dividendenerhöhung auf 5,75 Euro je Aktie, was eine ansehnliche Dividendenrendite von 3,9% ergibt. Zuletzt hatte die UBS ihr Kursziel für die Aktie von 123 auf 135 Euro angehoben und die Einstufung mit "Buy" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

am Samstag wird es mal wieder spannend für die Zukunft der Globalisierung, denn dann treffen sich US-Präsident Trump und der chinesische Staatschef Xi. Jede Einigung in Richtung mehr freier Handel würde ich begrüßen, aber ich mag irgendwie nicht mehr so richtig daran glauben. Die amerikanische Wirtschaft zeigt sich stabil trotz der vielen Zölle, die gleichzeitig die amerikanische Staatskasse füllen. Um eine Einigung herbeizuführen, müssten die Chinesen wohl ihr Land nahezu komplett für US-Konzerne öffnen, so dass US-Konzerne in China mehrheitlich kontrollierte Tochterfirmen starten dürfen. Das wäre für die Chinesen eine Abkehr von der bisherigen Politik der kompletten Kontrolle. Wenn ein großer Deal kommen sollte, würde ich sofort deutsche Zykliker aus den Bereichen Anlagen- und Maschinenbau übergewichten, denn diese Firmen litten zuletzt am stärksten unter der Investitionszurückhaltung aus China.

Weiter unten schreibe ich ausführlich über den Luxuskonzern LVMH. Der Umsatz wächst mit +11 %. Man liest in der Presse oft von einer angeblichen Konsumzurückhaltung, oder dass die Leute weniger Interesse an Statussymbolen haben. Ich glaube aber persönlich, dass das nicht stimmt. Zwar hat das Auto an Stellenwert eingebüßt, dafür kaufen sich die Menschen jetzt Grills mit Sizzle Zone für über 1.000 €, um diese dann stolz bei der nächsten Gartenparty zu präsentieren. Der Wunsch, Luxus zu konsumieren, ist nicht kleiner geworden. Lediglich die angesagten Produkte haben sich geändert.

In dieser Woche war wieder Umschichtungstermin. Bechtle habe ich verkauft, weil die Aktie unter Ranglistenplatz 12 abgefallen war. Hannover Rück habe ich basierend auf dem Stand der Trendstabilitäts-Ranglisten am Montag neu ins Depot aufgenommen. Ich habe den Trade über einen Endlos Turbo Long auf die Hannover Rück (WKN DF2XMP) mit einem Hebel von etwa 2 getätigt. Hier finden Sie nähere Informationen zum Produkt. Zu einem Kurs von 6,38 € bin ich long gegangen.
https://www.dzbank-derivate.de/product/detail/index/sin/14655996

Hier ist das Orderbuch meiner Volksbank. Bitte beachten Sie, dass bei Compugroup ein Verkaufslimit 20 % über dem Einstand platziert ist. Diese Regel ist in unserem Regelwerk verankert.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Die Deutsche Telekom ist wohl der große Gewinner der 5G-Auktion

Beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten ist mir die Aktie der Deutschen Telekom aufgefallen, die sich derzeit auf Rang 4 im DAX30 befindet. Der führende deutsche Telekommunikations- und Internet-Anbieter hat sich im Rahmen der jüngst zu Ende gegangenen 5G-Mobilfunkauktion erwartungsgemäß für 2,17 Mrd. Euro den größten Teil des ausgeschriebenen Mobilfunkspektrums gesichert. Nach Abschluss des 5G-Netzausbaus ist die Deutsche Telekom damit in der Lage, Privat- und Geschäftskunden gegen entsprechenden Aufpreis ein breites Spektrum an High-Speed Daten- und Mobilfunkverbindungen anzubieten. Wachstumschancen lauern für den 5G-Standard jedoch vor allem Industrie-Bereich und kommerziellen Anwendungen. Hier eröffnen sich beispielsweise bei der Steuerung systemkritischer Prozesse in Industrieanlagen neue Einsatzmöglichkeiten. Auch bei Selbstfahrenden Autos oder im Bereich der Telemedizin wird der neue 5G-Standard nach Einschätzung von Experten eine große Rolle spielen. Aufgrund der geringen Latenzzeit können beispielsweise Selbstfahrenden Autos praktisch ohne Verzögerung auf ein unvorhergesehenes Bremsmanöver des Vordermanns reagieren, während Notfallsanitäter bei einem Unfall in Echtzeit auf lebenswichtige Patientendaten zugreifen können. Damit dürften sich die milliardenschweren Investitionen in den 5G-Netzausbau und die Ersteigerung der Lizenzen auf lange Sicht für die Deutsche Telekom bezahlt machen und die Ergebnisentwicklung in den kommenden Jahren deutlich beflügeln. Nicht ganz so rund läuft es bei der geplanten Übernahme des US-Rivalen Sprint durch die US-Tochter T-Mobile. Hier hat das zuständige US-Justizministerium zwar seine Zustimmung signalisiert. Einige US.Bundesstaaten haben jedoch Klage gegen den Zusammenschluss zum drittgrößten US-Mobilfunkkonzern angekündigt. Kommt die Übernahme von Sprint durch T-Mobile am Ende dennoch ohne größere wettbewerbsrechtliche Zugeständnisse zustande, würde die Deutsche Telekom als größter Einzelaktionär profitieren. Die Experten der HSBC haben die Einstufung zuletzt mit „Buy“ bestätigt und das Kursziel auf 17 Euro belassen.

LVMH: Die weltweite Nachfrage nach Luxuartikeln wächst ungebrochen weiter

Ins Auge gestochen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Rangliste im EURO STOXX50 die Aktie von LVMH die sich derzeit auf Rang 5 befindet. Der Luxusgüterkonzern gilt mit seinen mehr als 70 Marken zurecht als der weltweit führende Anbieter für edle Weine und Spirituosen, Mode und Lederwaren, Parfüm und Kosmetik sowie Uhren und Schmuck. Das der französische Branchenprimus seine Pole-Position im Luxusgütersegment in den vergangenen Jahrzehnten trotz namhafter Konkurrenz erfolgreich verteidigen konnte, liegt nicht nur am kaufkräftigen Stammklientel der sprichwörtlichen oberen Zehntausend. Maßgeblichen Anteil hatte die weitsichtige Strategie von Konzernchef Bernard Arnaud, der es in seiner fast dreißigjährigen Amtszeit geschafft hat, LVMH durch neue trendige Markenlabels aufzupeppen und damit für neue Käuferschichten attraktiv zu machen. Jüngster Coup von LVMH war die Verpflichtung der US-Pop-Ikone Rihannna, die Ende Mai gemeinsam mit dem französischen Luxusgüterkonzern ihr neues Modelabel „Fenty“ in Paris präsentierte. Operativ läuft es bei LVMH weiterhin rund, was ein Blick auf die Umsatzentwicklung im Auftaktquartal beweist Hier übertraf man mit einem organischen Umsatzplus von 11% die Erwartungen deutlich. Entsprechend sollte LVMH auch in 2019 ein weiteres Rekordergebnis einfahren. Kürzlich haben sich die Experten von HABC mit einer Kurszielanhebung von 400 auf 425 Euro zu Wort gemeldet. Die Einstufung wurde mit "Buy" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

immer wenn es um börsenrelevante Weichenstellungen für die Zukunft geht, verfolge ich die politische Diskussion mit großem Interesse. Letzte Woche hatte ich hier im Blog über RWE geschrieben, die derzeit Power-to-Gas-Anlagen bauen. Gestern hat die CDU ein 18-seitiges Positionspapier veröffentlicht. Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß im Verkehrsbereich um 40 bis 42 Prozent reduziert werden. Spannend finde ich vor allem, dass überschüssiger Wind- oder Sonnenstrom in Wasserstoff oder Methan umgewandelt werden soll (Power-to-Gas-Technologie), und dass „schnellstmöglich Kapazitäten für die Massenfertigung“ geschaffen werden sollen. Wasserstoffantriebe sind vor allem bei Zügen, Bussen und in der Schifffahrt möglich. Aber auch bei Autos hat diese Antriebsart die Chance, eine große Nische einzunehmen.

Dass sich Bosch dafür entschieden hat, in die Brennstoffzellen-Produktion einzusteigen, wird nun angesichts der neuen politischen Weichenstellungen immer besser verständlich. Denn wenn Windenergie in Wasserstoff umgewandelt wurde, sind Brennstoffzellen eine Möglichkeit den Wasserstoff wieder in Energie zurück zu verwandeln.

Power-to-Gas ist eine Technologie, die noch nicht sehr wirtschaftlich ist. Es ist im Endeffekt ähnlich wie mit der Solartechnologie im Jahr 2007, als die große Hausse der Solaraktien begann. Diese wurde von Subventionen ausgelöst, die eine riesige Nachfrage nach Solarmodulen auslösten. Ich habe heute noch Trades von mir mit Aktien wie Solarworld, Roth & Rau, Manz, Meyer Burger oder Q-Cells gut vor Augen, so als ob es erst gestern gewesen wäre. Es war eine schöne Zeit, ein richtiger Hype, der uns Tradern viel Spaß bereitete. Investoren waren übrigens nicht so glücklich damit, aber das ist bekannt. Das ist der Grund, warum ich heute über den politischen Vorstoß einer Massenfertigung für Power-to-Gas-Anlagen schreibe. Um diesen Ausbau hinzubekommen, wird einer der nächsten Schritte vermutlich die Subventionierung dieser Technologie sein, und dann wird es garantiert viele börsennotierte Gesellschaften geben, die dieses Thema aufgreifen.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

MTU entwickelt emissionsfreie Turbinen!

Beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten ist mir MTU Aero Engines aufgefallen, die sich derzeit auf Rang 10 im MDAX befindet. Der Triebwerkshersteller hat die Zeichen der Zeit erkannt und will in den kommenden Jahren massiv in die Entwicklung umweltfreundlicher Triebwerks-Technologien investieren. Hier soll der Schwerpunkt zunächst auf hybrid-elektrischen Triebwerkssystemen liegen, wobei der Strom für den Elektroantrieb von einer Gasturbine erzeugt wird. In einem ersten Pilotprojekt investiert MTU Aero Engines in die Entwicklung einer neuen Triebwerkslösung für das neue hybrid-elektrische Flugtaxi Silent Air. Damit adressiert man einen attraktiven Zukunftsmarkt für Klein- und Regionalflugzeuge, dem die Experten der UBS in einer kürzlich veröffentlichten Studie bis 2040 ein Marktvolumen von etwa 178 Mrd. USD zutrauen. Das Hauptaugenmerk liegt bei MTU Aero Engines auf einer neuen Triebwerksgeneration, die anstelle von herkömmlichem Kerosin auf alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff setzen, die keinerlei umweltschädliche Emissionen verursachen. Hier rechnen die Ingenieure von MTU Aero Engines spätestens ab 2050 mit einem Durchbruch. Auch im operativen Geschäft läuft es bei MTU Aero Engines derzeit rund. So konnte man im Rahmen der Pariser Flugzeugmesse Aufträge über rund 1,3 Mrd. Euro einsammeln. Dabei profitierte man als Haus- und Hoflieferant für Airbus vom Rekordauftragseingang des europäischen Flugzeugherstellers, da MTU Aero Engines die spritsparenden Getriebefan-Lösungen für Megaseller wie den A320neo bereitstellt. Die Experten von JPMorgan haben die Aktie kürzlich mit „Overweight“ und einem Kursziel von 225 Euro eingestuft.

Qiagen erhält wichtige Zulassung von der FDA

Ins Auge gestochen ist mir beim Screening die Aktie von QIAGEN, die sich mittlerweile auf Rang 9 der Trendstabilitäts-Rangliste im TecDAX befindet. Der Biotech-Konzern versteht es geschickt, sich dank neuer Technologien zu einem der führenden Anbieter von Testverfahren zum Nachweis von schweren Erkrankungen bei Menschen und Nutztieren zu positionieren. Mit der jüngst erfolgten Zulassung für die Analytik-Plattformlösung QIAstat-Dx durch die US-Behörde FDA gelang QIAGEN ein wichtiger Durchbruch. Mit dieser Generation neuer molekularer Multiplex-Diagnostiksysteme lassen sich praktisch überall schnelle, kosteneffiziente und flexible Testverfahren von Gewebeproben durchführen. Ideal ist die neue Testplattform daher für kleine Kliniken, Krankenhäusern in abgelegenen Gebieten oder Notfallteams, die in Krisengebieten vor Ort operieren. Dank einfacher und intuitiver Bedienung per Touchscreen ermöglicht QIAstat-Dx eine schnelle und verlässliche Probenauswertung und macht damit die zeitaufwändige und kostspielige Analyse in externen Laboren überflüssig. Verfügbar sind aktuell Tests für Atemwegserkrankungen, wobei QIAGEN die Angebotspalette rasch auf Infektions- sowie Krebserkrankungen und Begleitdiagnostika ausdehnen will. Dank der kürzlich erfolgten US-Zulassung für die bereits in der EU zugelassene Analytik-Plattformlösung erhofft sich QIAGEN für das laufende Fiskaljahr einen positiven Umsatzbeitrag und geht dabei von einem wechselkursbereinigten Umsatzplus von 7 bis 8% aus, während das bereinigte EPS je Aktie ebenfalls deutlich zulegen soll. Die Experten von Goldman Sachs haben zuletzt ihr Buy-Rating für QIAGEN bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

wenn ich mir in den Wahlumfragen die Popularität der Grünen anschaue, dann lässt das eigentlich nur die Schlussfolgerung zu, dass in Sachen Energiepolitik bald schon radikale Maßnahmen erfolgen werden. Entweder trifft die jetzige Regierung noch die Entscheidung, die Energiewende deutlich schneller als ursprünglich geplant herbeizuführen oder eben die nächste Regierung, an der die Grünen dann vermutlich beteiligt sein werden. Wie könnte eine radikale Entscheidung aussehen?

Vermutlich wird Wasserstoff dabei eine große Rolle spielen. Bei uns in der Bodenseegegend, genauer gesagt in Friedrichshafen, fand vor 3 Wochen eine maritime Konferenz statt. Lautstark wurde von vielen Umweltverbänden gefordert, die Schiffsantriebe auf Wasserstoff umzustellen. Offenbar ist das gut möglich. Zudem dürfte Wasserstoff auch eine Rolle spielen, wenn es darum geht, überschüssige Energie aus Wind- und Solarkraftwerken zu speichern. RWE, über die ich weiter unten berichte, investiert gerade verstärkt in diese Technologie. Die RWE-Aktie könnte darum auf Sicht von 3 bis 5 Jahren einer der großen Gewinner der Energiewende sein, weil es endlich mal wieder eine Technologie gibt, in die vor allem die großen Energieversorger investieren können. Solaranlagen kann sich jeder private Haushalt aufs Dach setzen. Große Wasserstoff-Anlagen, die aus Energie Wasserstoff herstellen, können hingegen nur von größeren Konzernen wie RWE betrieben werden.

Aufgehorcht habe ich auch als Bosch vor einigen Wochen ankündigte, in die Herstellung von Brennstoffzellen einzusteigen. Solche und andere Meldungen aus dem Presserauschen sind es, die mich davon überzeugen, dass sich auf dem Weg hin zu einer Wasserstoff-Gesellschaft nun etwas tut. Ein Basis-Investment im Wasserstoff-Sektor ist nach meiner Überzeugung übrigens die Linde-Aktie. Eigentlich immer, wenn es darum geht, große Wasserstoff-Anlagen zu bauen, ist an irgendeiner Stelle der Produktionskette Linde mit involviert.

RWE erzeugt Wasserstoff aus Windenergie. Die Aktie ist trendstabil!

Aufgefallen ist mir beim Screening die Aktie von RWE, die sich derzeit auf Rang 6 der Trendstabilitätsrangliste im DAX30 befindet. Der Energieversorger hat die Zeichen der Zeit erkannt und setzt auf eine rasche Umsetzung der Transformation zu einem führenden Ökostromanbieter. Dabei soll neben dem Ausbau der Erzeugerkapazitäten bei Wind-, Solar- und Wasserkraft auch Wasserstoff eine zentrale Rolle spielen. In den Niederlanden will RWE eine Power-to-Gas-Anlage zur Herstellung von Grünem Wasserstoff mit einer Gesamtkapazität von 105 Megawatt errichten. Die dazu benötigte Energie zur Erzeugung des Wasserstoffs liefert ein nahegelegener Windpark der Ökostrom-Tochter Innogy. Der aus der Power-to-Gas-Anlage gewonnene Grüne Wasserstoff lässt sich wiederum in Energie oder Wärme umwandeln. RWE positioniert sich damit als vollstufiger Anbieter rund um den Themenkomplex nachhaltiger Erneuerbarer Energieversorgung und adressiert als Wasserstoffproduzent einen neuen chancenreichen Milliarden-Markt. Denn Wasserstoff-betriebene Brennstoffzellenmotoren gewinnen nicht nur im Automobil- und Nutzfahrzeugbereich immer stärker an Bedeutung, sondern treiben auch Schiffsmotoren oder Industrie-Turbinen an. RWE hat damit allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Nach dem Asset-Tausch mit E.ON und der Übernahme der Erneuerbaren Erzeugerkapazitäten von Innogy rückt man zu einem der weltweit fünf größten Ökostromanbieter auf. Da Strom aus Regenerativen Energien höhere Margen abwirft, gehen die Konsensschätzungen bei RWE daher in den kommenden Jahren von deutlich steigenden Gewinnen aus. Kürzlich haben die Experten von Goldman Sachs die Einstufung für die Aktie mit „Conviction Buy“ bestätigt und das Kursziel auf 29 Euro belassen.

Dialog Semiconductor setzt auf energiesparende Daten-Übertragungslösungen

Auf Rang 4 der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Rangliste befindet sich aktuell Dialog Semiconductor. Der Spezialist für Powermanagement-Lösungen stellt sich nach dem Verkauf großer Teile seiner Powermanagement-Sparte an Apple für rund 600 Mio. USD neu auf und setzt dabei auf strategische Zukäufe. Ein wichtiger Schritt war dabei die Übernahme der Konzernsparte Mobile Communications Products des US-Anbieters Silicon Motions mit der man sich bei Energiesparenden Modullösungen für WiFi- und Bluetooth-Lösungen weiter verstärkt. Der knapp 45 Mio. USD schwere Zukauf passt gut in die neue Strategie des Powermanagement-Spezialisten, zumal sich diese Modullösungen nach Aussage von CEO Jalal Bagherli perfekt für den Einsatz in IoT- und Consumer-Geräten sowie im Automotive-Segment eignen. Dank der prall gefüllten Kriegskasse ist man für weitere Zukäufe bestens gerüstet und beteiligt seine Aktionäre durch ein neues Aktienrückkaufprogramm am Unternehmenserfolg. Auch operativ läuft es bei Dialog Semiconductor weiter rund, zumal man nach einem besser als erwartet ausgefallenen Jahresauftakt einen starken Ausblick für das laufende zweite Quartal gegeben hatte. Die Experten der Credit Suisse haben kürzlich ihre Einstufung mit „Outperform“ bestätigt und das Kursziel auf 38 Euro belassen.

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Simon Betschinger


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Liebe Leser,

das Regelwerk sieht vor, dass ich ungehebelte Positionen aus dem Depot verkaufe, wenn sie ein Plus von 20 % erreicht haben. Vor allem wenn ich Trades über Discount-Zertifikate abbilde, macht das Sinn. Denn den vergünstigten Einstiegspreis, den ich beim Kauf eine Aktie über ein Discount-Zertifikat erhalte, bezahlte ich auf dem Weg nach oben mit einem CAP. Wenn die Aktie nahe am CAP notiert, ist ein Take-Profit eine gute Sache. Bei Carl Zeiss Meditec war es gestern fast so weit. Der Discounter war nur noch 2 % vom Verkaufslimit entfernt. Die Verkaufsorder liegt im Markt und zwar an der Börse Stuttgart. Hier ist das Orderbuch meiner Volksbank:

Airbus will 2025 mit autonom fliegenden Flugtaxis an den Start gehen.

Airbus ist eine Aktie, die aus meiner Sicht bei überschaubaren Risiken eine Menge Potenzial bietet. Bitte beachten Sie, liebe Leser, dass es sich hier rein um meine subjektive Meinung handelt. Ich möchte diese Meinung gerne näher ausführen: Wenn etablierte Firmen auf einmal in komplett neue Märkte vorstoßen können, die das bestehende Geschäftsmodell nicht kannibalisieren, ist das eigentlich immer ein großer Gewinn. Flugtaxis sind ein solcher neuer Markt. Flugtaxis werden neben Flugzeugen, Autos und Bahnen ein komplett neues Fortbewegungsmittel sein, um Strecken zwischen 5 und 50 Kilometern schnell zu überwinden. Der CityAirbus soll 2025 den Regelbetrieb in den ersten Großstädten aufnehmen. Er fliegt komplett autonom und hat eine Reichweite von bis zu 50 Kilometern. Der CityAirbus fliegt komplett elektrisch und stößt kein CO2 aus. Das ist auch ein wichtiger Aspekt in der heutigen Zeit. Mit den Flugtaxis kann Airbus einen komplett neuen Markt erobern.

Aufgefallen war mir die Airbus-Aktie beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten. Der Titel befindet sich auf Rang 10 der Auswahl im Euro Stoxx 50. Für mein reales 100.000 € Trendfolge-Depot sind allein diese Trendstabilitäts-Ranglisten von Relevanz. Meine subjektive Meinung hat keinen Einfluss darauf welche Aktie ins Depot aufgenommen wird.

Der führende europäische Flugzeugbauer macht derzeit auf der laufenden Luftfahrtmesse in Paris mit zahlreichen Großaufträgen von sich reden. Unter anderem wurde Airbus von Air Lease und Saudia Arabian Airlines mit Großaufträgen über jeweils 100 Mittel- und Langstreckenjets bedacht. Besonders beliebt sind bei den Fluggesellschaften vor allem Modelle aus der NEO-Reihe, die im Vergleich zu herkömmlichen Flugzeugmodellen 15% weniger Sprit verbraucht. Hier gilt der auf Mittelstreckenverbindungen ausgelegte A320NEO bislang als Kassenschlagen von Airbus. Mit dem kürzlich vorgestellten neuen Modell A321XLR will Airbus seinen Erzrivalen Boeing nun auch auf Langstreckenverbindungen Marktanteile abjagen. Da die neue Langstreckenversion von Airbus gegenüber vergleichbaren Modellen des US-Rivalen einen um bis zu 30% geringeren Treibstoffverbrauch aufweist und einen deutlich geringeren CO2-Ausstoss verursacht, stößt der ab 2023 verfügbare neue Airbus-Hoffnungsträger bereits jetzt auf große Resonanz. Unter anderem will American Airlines 50 Maschinen dieses Typs ordern, während renommierte Fluglinien wie Indigo Airlines und Quantas bereits feste Kauforders über 50 bzw. 36 Modelle das neuen Langstreckenmodells von Airbus platziert haben. Die Experten von Goldman Sachs haben die Einstufung für die Aktie zuletzt mit "Conviction Buy" bestätigt und sehen ein Kursziel von 149 Euro.

Die Sartorius-Aktie ist ein Dauerläufer

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten auch die Aktie von Sartorius, die sich derzeit auf Rang 12 der Gesamtauswahl befindet. Der Labortechnik-Spezialist gilt mit seinem breit aufgestellten Produktportfolio als attraktiver Partner für die Biotech- und Pharmabranche. Dank zahlreicher strategischer Übernahmen hat Sartorius sich zu einem der technologisch führenden Anbieter für hochentwickelte Analytik-Lösungen und Datenbanksysteme gemausert, mit denen sich eine lückenlose Überwachung und Dokumentation von Vorgängen rund um das Verhalten von Zellkulturen durchführen lässt. Den größten Teil seiner Umsatzerlöse generieren die Göttinger mit der Herstellung von Verbrauchsmaterialien und dem passenden Equipment zur Herstellung von so genannten Biopharmazeutika. Dieser Kerngeschäftsbereich trug mit einem kräftigen Umsatzanstieg von mehr als 20% maßgeblich zur überraschend starken Gesamtentwicklung im ersten Quartal bei, und konnte dabei die temporäre Schwäche im Labotechnik-Segment mehr als ausgleichen. Für das Gesamtjahr sieht sich Sartorius daher auf Kurs, seine Jahresziele, die neben einer weiteren Umsatzverbesserung auch eine Steigerung der operativen Gewinnmarge von 25,9 auf 27% vorsieht, erfüllen zu können. Die Experten der Commerzbank haben zuletzt ihr Kursziel von 133 auf 177 Euro deutlich nach oben revidiert und dabei ihre Gewinnschätzungen angehoben. Die Einstufung lautet weiterhin "Hold".

Viele Grüße
Simon Betschinger


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