Besser Traden mit System - Der Blog

  • Der Blog hilft Ihnen, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. In Wochenberichten und Kommentaren berichtet Simon Betschinger von aktuellen Geschehen an den Kapitalmärkten und lässt Sie auch an seinen persönlichen Einschätzungen teilhaben. Schauen Sie doch ab und zu mal vorbei, um immer up to date zu sein!


 

Wochenbericht / 25.01.2019 | 16:05:00

Reales 100.000 € Trading-Depot: Kaufpanik!

Liebe Leser,

so eindeutig wie heute zeigte der Weg des geringeren Widerstands bei deutschen Aktien schon lange nicht mehr nach oben. Durch die Bank weg klettern die Aktienkurse empor. In meiner letzten Kolumne hier im Blog kam ich auf den Reuters-Artikel zu sprechen, der nach meinem Verständnis große Sprengkraft hatte. Und ich glaube, dass die Märkte in der Tat feiern, dass sich USA und China im Handelsstreit weiter angenähert haben. Gestern erschien auf welt.de ein großer Artikel, der vor dem Verkauf amerikanischer Staatsanleihen durch China warnte. Aber das gehört nach meinem Verständnis zum Plan dazu. China wird die eigenen USD-Reserven von etwa 3 Billionen USD nutzen, um in den nächsten 5 Jahren zusätzlich amerikanische Produkte in Höhe von über 1 Billion USD zu kaufen und dann zu importieren. Bereits nächste Woche am 31. Januar dürften wir wissen, ob meine Interpretation der Dinge richtig ist. Spannend.

Mein Endlos Turbo Bull Zertifikat auf die Aktie von TAG Immobilien steht mittlerweile über 50 % im Plus. Darum beobachte ich mit Interesse die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt. In Berlin wird ja derzeit lautstark von einigen Politikern gefordert, Immobilienbesitzer zu enteignen und Immobilien zu verstaatlichen. Eine super Idee – Vorsicht Ironie – denke ich, dann baut bald überhaupt niemand mehr Immobilien. Die Diskussion wirkt für mich so absurd, weil die Lösung aus meiner Sicht doch so einfach wäre: Gebt endlich die Höhen frei. Auf der ganzen Welt entstehen in den großen Städten wunderschöne Skylines mit modernen Wolkenkratzern. Auch Berlin würde eine solche neue Skyline nicht schaden, ist meine Meinung. Also, baut einfach nach oben. Dann gibt es auch mehr Wohnungen.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Auf Rang 11 der Trendstabilität-Rangliste im MDAX aufgerückt ist MTU Aero Engines. Der Triebwerkshersteller profitiert vom weltweiten Touristikboom und günstigen Ticketpreisen, da viele Fluggesellschaften ihre Kapazitäten angesichts steigender Passagierzahlen erweitern müssen. In den kommenden beiden Dekaden sollen laut einer Schätzung von Airbus mehr als 37.400 neue Passagiermaschinen in Dienst gestellt werden. Als Zulieferer für Branchengrößen wie Airbus und Boeing profitiert MTU Aero Engines überdurchschnittlich stark von dieser Entwicklung. Besonders beliebt sind spritsparende Triebwerkslösungen wie der PW1100G-JM, das unter anderem beim Mittelstreckenmodell A320 NEO von Airbus zum Einsatz kommt. Die steigende Zahl der installierten Triebwerkslösungen macht sich auch positiv beim Konzernergebnis bemerkbar, da dadurch der Umsatzanteil des margenstarken Wartungs- und Ersatzteilgeschäfts steigt. Entsprechend optimistisch äußerte sich das Konzernmanagement und stellte im Rahmen des jüngsten Kapitalmarkttages bis 2025 stetig steigende Gewinne in Aussicht. Besonders stark zulegen soll nach Einschätzung des Triebwerksherstellers im kommenden Fiskaljahr das Geschäft mit neuen Triebwerken und Ersatzteilen für Verkehrsflugzeuge. Die Experten von Hauck & Aufhäuser hatten die Aktie von MTU Aero Engines zuletzt auf ihre "Top Pick Liste 2019" gesetzt und die Einstufung mit "Buy" und einem Kursziel von 210 Euro bestätigt.

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie der Hannover Rück, die sich aktuell auf Rang 5 der Gesamtauswahl befindet. Der Rückversicherer ist einer der führenden Anbieter in diesem Segment und erzielt mit der Absicherung von Risiken attraktive Prämieneinnahmen. Angesichts der wachsenden Zahl von Schadensfällen durch Naturkatastrophen und andere Großschadensereignisse kam das Konzernergebnis des nach der Munich Re zweitgrößten deutschen Rückversicherers zuletzt etwas unter Druck. Daher bemüht sich die Hannover Rück um die Erschließung neuer Geschäftsfelder und nimmt dabei vor allem die Absicherung von so genannten Cyberrisiken ins Visier. Der internationale Versicherungsmakler AON rechnet in den kommenden Jahren mit einer deutlich steigenden Nachfrage nach passenden Policen zur Risikoabsicherung von Schäden, die in Zusammenhang mit Cyberkriminialität verursacht werden. Die Experten von Goldman Sachs hatten zuletzt ihr Kursziel für die Aktie mit 120 Euro und der Einstufung "Neutral" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

am Wochenende lief eine Reuters-Meldung über den Ticker, die Sprengkraft hat. Im positiven Sinne. Nach Angaben von Reuters bietet China den USA im Handelsstreit an, das Handelsbilanzdefizit bis zum Jahr 2024 auf Null zu reduzieren. Der Kauf amerikanischer Produkte soll deutlich ausgeweitet werden. Es geht hier um Einkäufe von mehr als einer Billion US-Dollar. Details nennt Reuters nicht, aber es ist zu vermuten, dass die Warenimporte vor allem auch im Agrarsektor stattfinden werden. Damit geben die Chinesen US-Präsident Donald Trump passende Argumente an die Hand, um beim nächsten Treffen in Washington am 30. und 31. Januar eine vorläufige Einigung im Handelsstreit zu verkünden. Trump hat in der Vergangenheit öfters angedeutet, dass er vor allem auch für die amerikanischen Farmer, unter denen viele seiner Stammwähler zu finden sind, bessere Handelsbedingungen erzielen möchte. Das wäre mit dem neuen chinesischen Angebot nun erfüllt. Ich persönliche schätze die Situation so ein, dass eine Einigung im Handelsstreit nicht mehr weit entfernt ist und dass dies auch den DAX sehr beflügeln würde. Schon bald wissen wir mehr.  

Mein reales 100.000 € Trading-Depot entwickelt sich ganz gut. Mein Endlos Turbo Long auf die Aktien von TAG Immobilien notiert mittlerweile bei + 48%. Und der Mini-Future Long auf die Aktie der Deutschen Börse AG konnte heute wieder ins Plus drehen. Aus gutem Grund:

Gestern Abend nach Börsenschluss überraschte mein Realgelddepotwert Deutsche Börse AG mit einem unerwartet deutlichen Anstieg beim Jahresergebnis für 2018. Auf Basis vorläufiger Berechnungen wird die Deutsche Börse demnach für das abgelaufene Fiskaljahr einen Anstieg beim bereinigten Konzernüberschuss von rund 17% ausweisen. Hier hatte die Deutsche Börse im Vorfeld ursprünglich lediglich einen Anstieg von mehr als 10% in Aussicht gestellt. Das trendstabile Verhalten der Aktie während der letzten Monate war auch hier mal wieder ein treffsicherer Hinweis darauf, dass das operative Geschäft gut läuft. Und genau darauf basiert ja die Philosophie unseres Trendfolge-Systems.

Neben der im Zuge der jüngsten Unsicherheiten deutlich gestiegenen Handelsaktivität der Marktteilnehmer dürfte die von CEO Theodor Weimer auf den Weg gebrachte strategische Neuausrichtung der Deutschen Börse für das starke Abschneiden verantwortlich sein. Denn die Deutsche Börse investiert massiv in neue Technologien rund um Cloud, Artificial Intelligence und Big Data Analytics und positioniert sich damit mit neuen höhermargigen Produkten als Dienstleister für die internationale Finanzbranche. Auch auf der Kostenseite macht man durch Sparprogramme weitere Fortschritte, wobei man hier bis 2020 Kosteneinsparungen von rund 100 Mio. Euro anpeilt. Gute Aussichten im operativen Kerngeschäft verspricht außerdem der anstehende Brexit, da die Deutsche-Börse-Tochter Eurex Clearing massiv von der Verlagerung des Euro-Clearings von London nach Frankfurt profitieren wird. Die Experten der UBS haben zuletzt ihr Buy-Rating für die Deutsche Börse bestätigt und sehen weiterhin ein Kursziel von 135 Euro.

Puma befindet sich aktuell auf Rang 6 der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Rangliste. Der Sportartikelhersteller profitiert von der weiter robusten Nachfrage nach Sportartikeln und gehört auch bei trendiger Freizeitbekleidung zu den gefragtesten Markenherstellern weltweit. Operativ läuft es bei Puma rund, zumal man nach besser als erwartet ausgefallenen Q3-Zahlen bereits zum zweiten Mal die Jahresprognose für 2018 nach oben revidiert hatte. Die Aussichten, dass der Herzogenauracher Konzern seinen Aktionären passend zum 70-jährigen Firmenjubiläum ein Rekordergebnis präsentieren wird, stehen gut. Puma hat mit trendigen neuen Designs bei modischen Sneakers und Freizeitbekleidung bei jüngeren Kunden die Nase vorn und kann Konkurrenten wie Adidas oder Nike Marktanteile abjagen. Entsprechend optimistisch äußerten sich zuletzt die Experten von Macquarie, die das Kursziel für Puma von 600 auf 610 Euro angehoben und die Einstufung mit „Overweight“ bestätigt hatten.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

als diskretionärer Trader suche ich gerne nach einer Harmonie zwischen einer Zukunftsvision und der Entwicklung an der Börse. Wenn ich persönlich zum Beispiel der Meinung bin, dass sich Virtual Reality durchsetzen wird, dann würde ich trendstabile Aktien kaufen, die im Bereich Virtual Reality Produkte veröffentlichen. Früher, vor fast schon 20 Jahren, kaufte ich Unternehmen, die in Zukunftstrends aktiv sind, unabhängig von der Kursentwicklung. Heute ist für mich eine zwingende Voraussetzung, dass Aktien stark sind und nach oben streben. Die ewigen Verliereraktien, die tief unten vor sich hin- und herzappeln, meide ich komplett. Da kann die vermeintliche Story noch so verlockend sein.

Wenn man mit offenen Augen durch die Welt läuft, sieht man überall Möglichkeiten für Effizienzverbesserungen. Am Mittwoch wartete ich zum Beispiel wieder einmal zehn Minuten an einer Hotelrezeption. Ich hatte im Residence Inn (Marriott) in Frankfurt über HRS ein Zimmer gebucht und alle Daten von der Kreditkarte bis zur Firmenanschrift hinterlegt. Und dann musste ich doch noch einmal alle Daten ausfüllen. Das geht doch bestimmt effizienter. Warum kann ich nicht einfach online buchen und bezahlen und im Hotel dann direkt zu dem reservierten Zimmer laufen? Über einen Buchungscode oder meinen Fingerabdruck könnte ich dann die Tür öffnen.

Wie in der Steinzeit fühle ich mich auch immer, wenn ich einen Arzttermin vereinbaren muss. Im Gesundheitssektor hat die Digitalisierung immer noch nicht so richtig Einzug erhalten. Aber gerade hier ist das Potenzial für Qualitäts- und Effizienzverbesserungen riesig. In 10 Jahren werden vermutlich die meisten Patienten eine digitale Patientenaktie in der Cloud liegen haben, die spezifische Auswertungen zum eigenen Genom und zum Blutbild enthält, auf die alle Ärzte zugreifen können. Firmen, die sich darauf spezialisiert haben Erbgut und Blutbilder auszuwerten, haben meiner Einschätzung nach eine glänzende Wachstumsperspektive.

Angesichts dieser Zukunftserwartung habe ich heute mit Interesse verfolgt, dass die QIAGEN-Aktie in den Trendstabilitäts-Ranglisten nach oben klettert. Denn Qiagen ist für den Zukunftsmarkt der personalisierten Medizin gut positioniert.

QIAGEN ist auf Rang 5 der Trendstabilitäts-Rangliste vorgerückt. Was den niederländischen Konzern interessant macht, ist die starke Positionierung in wichtigen Schlüsselfeldern, mit denen QIAGEN wichtige Themenbereiche der modernen Medizin adressiert. QIAGEN bietet ein breites Spektrum an Testverfahren, mit denen sich lebensbedrohliche Erkrankungen wie Tuberkulose schnell und sicher nachweisen lassen. Mit Analytik-Plattformen, Bioinformatik- und Datenbanklösungen und Gensequenzierungssystemen wie dem GeneReader GNS liefert QIAGEN die Basis für neue, individuell auf den Patienten zugeschnittene Behandlungsmethoden und adressiert damit den Megatrend „Personalisierte Medizin“. Dies macht QIAGEN zu einem gefragten Partner für die Pharma-Forschung. Die Jahresprognose passte man nach leicht besser als erwarteten Q3-Zahlen leicht nach oben an. Von Analystenseite gab es zuletzt positive Kommentare von der Berenberg Bank, welche das Kursziel von 32 auf 36 Euro erhöht und die Einstufung mit "Buy" bestätigt hatte.

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten auch die Aktie von Merck KGaA, die sich aktuell auf Rang 7 im DAX 30 befindet. Der in Darmstadt beheimatete Traditionskonzern hat sich in den vergangenen Jahren dank zahlreicher Übernahmen zu einem der führenden Life Sciences-Anbieter mit Schwerpunkt auf modernes Labortechnik- und Analytik-Equipment gemausert. Damit bietet man Pharma- und Biotechunternehmen das passende Equipment zur Entwicklung neuer Medikamente und Therapien und profitiert vom Siegeszug neuer Technologien wie beispielsweise der Genschere CRISPR. Auch im Kerngeschäftsfeld Pharma ist Merck stark positioniert und verfügt neben zahlreichen Kernumsatzträgern über eine interessante Pipeline mit chancenreichen Medikamenten-Kandidaten. Hier ruhen die Hoffnungen vor allem auf dem gemeinsam mit dem US-Konzern Pfizer entwickelten Onkologie-Präparat Avelumab, das bereits für einige seltene Krebserkrankungen zugelassen wurde. Nachdem man in 2018 aufgrund der Integration zahlreicher Zukäufe und Einmalbelastungen schwächer abgeschnitten hatte, zeigte sich das Konzernmanagement zuletzt wieder optimistischer. Dank neuer Medikamente und der anhaltend positiven Dynamik im Life Sciences-Segment geht man für 2019 von einer Rückkehr auf den Wachstumspfad aus. Die Experten von Bernstein Research haben die Einstufung für die Aktie zuletzt mit "Outperform" bestätigt und das Kursziel bei 105 Euro belassen.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

in meinem Trendfolge-Depot befinden sich derzeit nur zwei Basiswerte: Deutsche Börse und TAG Immobilien. Mit diesen bin ich in den letzten Monaten ganz gut durch die Marktturbulenzen gekommen. Neue Depotpositionen werde ich vermutlich noch eine ganze Weile nicht aufnehmen können, denn der DAX befindet sich immer noch -9,4 Prozentpunkte unter seinem Gleitenden Durchschnitt 200 (GD 200). Zwar hat der GD 200 eine fallende Tendenz, aber bis der DAX ihn wieder übersteigt dürften noch ein paar Wochen vergehen.

Der Markt und die Wirtschaft bewegen sich in großen Zyklen, die Menschen mit ihrer begrenzten Lebenserwartung einiges an Ausdauer abverlangen. Eine Crashbewegung am Aktienmarkt geht im Schnitt ein Jahr. Beim Blick auf die Börsenhistorie ist so eine Marktampel, wie wir sie bei unserem Trendfolge-Konzept implementiert haben, eine einfache und einleuchtende Sache. Wenn der Markt, wie in den Jahren der Finanzkrise, 15 Monate fällt und dann erst wieder nach oben dreht und die Marktampel dann effektiv 17 Monate rotes Licht zeigte, kann man als Trader, der einem Trendfolge-Ansatz folgen möchte, schon einmal die Geduld verlieren. Das systematische Handeln nach Strategien braucht manchmal sehr viel Beharrlichkeit.

Ich finde es ja schon beachtlich, dass die europäischen Aktienmärkte stabil geblieben sind, obwohl das Horror-Szenario eines harten Brexit immer noch nicht vom Tisch ist. Auch wie sich USA und China im Handelsstreit letztendlich einigen werden, steht noch in den Sternen. 2019 dürfte es noch zu großen Bewegungen an den Aktienmärkten kommen. Ich bin froh, dass ich mich nicht vorab positionieren muss, sondern einfach regelbasiert den trendstablisten Aktien folgen werde, wenn DAX, MDAX oder EURO STOXX 50 ihre GD 200 wiedererobert haben.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von RWE, die sich auf Rang 3 der Auswahlrangliste im DAX 30 befindet. Der Energieversorger steht aktuell nicht nur bei Umweltaktivisten aufgrund seines hohen Anteils an umweltschädlichen Kohlestromaktivitäten in der Kritik. Aktuell produziert RWE den Löwenanteil seiner Energie aus Braunkohle, während nur ein vergleichsweise geringer Teil der Erzeugerkapazitäten auf Solar- und Windenergieanlagen oder Gezeitenkraftwerke entfällt. Aufgrund des geplanten Zusammenschlusses mit dem Wettbewerber E.ON dürfte sich das jedoch schon bald ändern. RWE wird im Rahmen eines komplexen Asset Deals die Ökostromaktivitäten von E.ON und der Tochter Innogy übernehmen und steigt damit zu einem der führenden Ökostromanbietern in Europa auf. Im Gegenzug überlässt RWE dem Wettbewerber E.ON den Stromvertrieb und das Netzgeschäft. Da die Strompreise angesichts der weiter steigenden Nachfrage ihre Talsohle durchschritten haben und zum Jahreswechsel weiter anziehen, sollte sich dieser Deal auch positiv auf das Konzernergebnis niederschlagen. Analysten sehen bei RWE im Rahmen des von der Bundesregierung in Angriff genommenen Ausstiegs aus der Kohleverstromung außerdem gute Chancen auf Schadensersatz. Vor diesem Hintergrund hat Goldman Sachs kürzlich die Einstufung mit „Conviction Buy“ bestätigt und das Kursziel leicht auf 24,20 Euro angehoben.

Auf Rang 4 der Trendstabilitäts-Rangliste im EURO STOXX 50 hat sich die Aktie von Enel vorgeschoben. Der italienische Energieversorger hat sich in den vergangenen Jahren durch milliardenschwere Zukäufe zu einem international führenden Player im Bereich Stromerzeugung gemausert. Neben Mittel- und Osteuropa ist Enel in Nordamerika und in wachstumsstarken Schwellenländern wie Brasilien präsent, wo man seine Präsenz zuletzt durch die Übernahme des Energieversorgers Eletropaulo do Brasil weiter ausgebaut hat. Zentraler Bestandteil der langfristigen Wachstumsstrategie von Enel bleibt der Ausbau der Erzeugerkapazitäten bei erneuerbaren Energien. Hier ist man mit der Tochter Enel Green Power schon jetzt einer der weltweit führenden Anbieter von Wind- und Solarparks und Geothermiekraftwerken. Dies zahlt sich für Enel aus, zumal der Bereich Regenerative Energien maßgeblich zum unerwartet deutlichen Ergebnisplus von 6,2% beim bereinigten operativen Ergebnis in den ersten neun Monaten beigetragen hatte. Was die Aktie im aktuell schwierigen Marktumfeld attraktiv macht, ist die stattliche Dividendenrendite von knapp 4%. Kürzlich bestätigte die Credit Suisse ihre Einstufung mit „Outperform“ und einem Kursziel von 6,50 Euro.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

am Mittwoch vor 12 Jahren hat Steve Jobs auf einer legendären Apple-Messe in San Francicso das erste iPhone vorgestellt. Ich möchte diesen Anlass nutzen, um heute ein wenig über Apple zu erzählen. Die Aktie war in den letzten Monaten um 35 % eingebrochen und es wurde eine Marktkapitalisierung in Höhe von 400 Mrd. USD vernichtet. Sie haben das bestimmt verfolgt, liebe Leser. Grund für diesen Einbruch waren im Wesentlichen schwache Verkaufszahlen für das iPhone. Und mir ist klar warum. Ich selbst nutze das iPhone quasi seit dem ersten Tag. Direkt nach der Präsentation damals von Steve Jobs wollte ich dieses neue Ding haben.

Aber die jüngste Produktgeneration von Apple hat mich, ebenso wie vermutlich viele andere Millionen Kunden, ratlos zurückgelassen. Ich habe mein iPhone bislang jede zweite Produktgeneration erneuert und gegen das jeweils neueste Modell ausgetauscht. Ich kaufte das iPhone, dann das iPhone 3GS, dann das iPhone 5, dann das iPhone 7 und jetzt warte ich auf das iPhone 9, das ich mit einer Zahlungsbereitschaft von etwa 1.000 € kaufen möchte.

Das Problem ist: Apple hat kein iPhone 9 herausgebracht. Auf der Website steht jetzt etwas von iPhone X, XR und XS. Ich als Gewohnheitstier verstehe die Apple-Welt nicht mehr und habe mein iPhone7 erst einmal behalten. Ich bin ja zufrieden damit. Natürlich werde ich mich irgendwann mal im nächsten Urlaub mit den neuen iPhone-Modellen ausführlich befassen, aber vorerst habe ich auf einen Modellwechsel verzichtet. Ich glaube tatsächlich, dass Apple durch die Entscheidung, auf die gewohnten Modellsprünge zu verzichten und auf eine andere Produktkategorie-Bezeichnung umzustellen, viele Stammkunden erst einmal zum Abwarten bewogen hat. Es ist nur eine Ziffer, aber die Wirkung dieser Entscheidung war vermutlich fatal.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Vorab noch einmal der Hinweis, dass die Marktampeln weiterhin auf Rot stehen. Das bedeutet, dass die Leitindizes unter ihrem Gleitenden Durchschnitt 200 notieren. Neue Positionen kann ich daher gemäß dem Regelwerk nicht ins Depot aufnehmen.

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Deutsche Telekom, die auf Rang 7 im DAX30 zu finden ist. Der führende deutsche Anbieter bei Mobilfunk-, Festnetz- und Internetangeboten profitiert weiter vom starken Wachstum seiner US-Mobilfunktochter. Vor der anstehenden Fusion mit dem US-Carrier Sprint überzeugte man erneut mit einem kräftigen Plus von 4,5 Millionen neuer Mobilfunk-Vertragskunden im abgelaufenen Kalenderjahr. Geht die für die zweite Jahreshälfte geplante Fusion mit Sprint plangemäß über die Bühne, sollte sich das Neukundenwachstum dank Synergien im Vertrieb weiter beschleunigen. Die Deutsche Telekom, die voraussichtlich mehr als 40% der Anteile an dem neu entstehenden drittgrößten US-Carrier halten wird, wird ebenfalls am Erfolg des neuen Mobilfunkriesen partizipieren. Neue Wachstumschancen eröffnen sich für die Deutsche Telekom auch auf dem Kernmarkt Europa. Denn hier läuft der Ausbau des neuen 5G-Mobilfunkstandards nach langer Verzögerung endlich an. Die Milliarden-Investitionen für den Lizenzerwerb und dem Infrastruktur-Ausbau werden sich für die Deutsche Telekom mittelfristig dank neuer margenträchtiger High-Speed-Mobilfunkangebote auszahlen. Attraktiv ist die Aktie der Deutschen Telekom aufgrund der ansehnlichen Dividendenrendite von 4,8%. Die Experten von RBC Capital haben das Kursziel für die Aktie zuletzt mit 17 Euro bestätigt und die Einstufung auf „Outperform“ belassen.

Auf Rang 3 der Trendstabilitäts-Rangliste im DAX30 ist die Aktie des Sportartikelherstellers Adidas geklettert. Die Herzogenauracher profitieren vom Sport- und Fitnesstrend und gehören auch bei stylischer Freizeitbekleidung zu den gefragtesten Anbietern. Im abgelaufenen Q3 lief es bei Adidas nicht ganz so rund, was vor allem an der schwächeren Entwicklung der US-Tochter Reebok lag. Mit einem neuen Design-Offensive will Konzernchef Kasper Rorstedt das angestaubte Image der US-Tochter aufpolieren und holte zuletzt unter anderem Mode-Ikone Victoria Beckham für den Entwurf neuer Kollektionen an Bord. Auch insgesamt bleiben die Aussichten bei Adidas weiterhin gut, zumal die weltweite Sportartikelnachfrage nach Einschätzung der Experten von RBC Capital auch im neuen Jahr weiter hoch bleiben dürfte. Daher wurde die Einstufung zuletzt mit „Outperform“ bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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