Besser traden mit System - Der Blog

 

Liebe Trendfolge-Trader,

am Montag nach Börsenschluss überprüfte ich die Trendstabilitäts-Ranglisten erneut dahingehend, ob es zu Depotumschichtungen gemäß unserem Regelwerk kommt. Aus dem MDAX befinden sich bereits zwei Basiswerte (TAG Immobilien und Rocket Internet) in meinem Depot, die beide auf den vorderen beiden Ranglistenplätzen sind. Hier kommt es zu keinen Umschichtungen. Im EURO STOXX 50 konnte sich ASML gerade noch auf den dritten Ranglistenplatz vor ENI retten und bleibt damit im Depot. Die führende, trendstabilste Aktie im EURO STOXX 50 ist Total. Sie wird aber nicht ins Depot aufgenommen, weil die Marktampel für den Index derzeit noch auf Rot steht. Das bedeutet, dass der EURO STOXX 50 unterhalb seines GD 200 notiert und damit per Definition kein Aufwärtstrend vorliegt. Auch im DAX verhindert die rote Marktampel, dass Vonovia neu ins Depot wandert.

Auffällig ist, dass sowohl im MDAX also auch im DAX zwei Immobilienkonzerne (TAG Immobilien und Vonovia) die Trendstabilitäts-Ranglisten anführen. Es passt zu der derzeit herrschenden Immobiliennot in Deutschland. Es gibt in vielen Regionen Deutschlands kein vernünftiges Angebot an Immobilien mehr. Ich selbst habe früher regelmäßig bei Immobilienscout die Wohnungsangebote in Konstanz gecheckt. Dort habe ich studiert. Es ist eine wunderschöne Gegend. Früher bin ich häufig nach der Uni mit dem Fahrrad von Konstanz nach Meersburg gefahren und dann mit der Fähre wieder zurück nach Konstanz. Das ist eine schöne Tour, die fit hält und Spaß macht. Darum suche ich seit geraumer Zeit nach einer Ferienwohnung in Konstanz mit Seeblick. Das Problem ist nur: Es gibt quasi kein Angebot. Die großen Immobilienportale sind wie leergefegt. Es kommen kaum vernünftige Objekte auf den Markt.

Zumindest in den großen Städten gehört die Immobilienknappheit zu den Dingen, die aus meiner Sicht nicht so sein müssten. Warum verdammt noch mal wird nicht stärker in die Höhe gebaut. Es gibt so schöne Architektur-Studien über riesige, teilweise 400 Meter hohe Wolkenkratzer mit Wohnungen, Supermärkten, Freizeitmöglichkeiten und Bars. Ich verstehe nicht, warum in den deutschen Ballungsgebieten nicht der Weg für solche Bauprojekte geebnet wird. Es können ja auch gerne Luxuswohnungen sein. Wenn die Wohlhabenden in diese modernen Skyscraper ziehen, sinkt der Druck auf Mietpreise in den anderen Stadtvierteln. Ich denke, irgendwann wird diese Erkenntnis auch in der Politik Einzug halten. Für Immobilienkonzerne wie Vonovia und TAG Immobilien dürfte das Marktumfeld attraktiv bleiben.

Ein weiterer Immobilienwert, der mir beim Screening der Trendstabilitäts-Rangliste aufgefallen war, ist Grand City Properties. Der Immobilienkonzern profitiert wie alle Anbieter der Branche von steigenden Mietpreisen und der hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in den Ballungsgebieten und hat sich mittlerweile in der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Ranglisten auf Rang 6 nach vorne geschoben. Mit seinem Bestand von mehr als 87.000 Wohnungen in Berlin und Nordrhein-Westfalen ist man gut aufgestellt – im Auftaktquartal, dank höherer Mieteinnahmen, mit einem besser als erwarteten operativen Ergebnis. Da man sich auf die Sanierung von Altbauten spezialisiert hat und diese nach Instandsetzung und Modernisierung höherpreisig weitervermietet oder weiterverkauft, erzielt man attraktive Renditen. Die Experten von Kepler Chevreux sehen daher das Aufwärtspotential noch nicht ausgereizt und hoben das Kursziel kürzlich von 23 auf 25 Euro an und bestätigten die Einstufung mit “Buy“.

Fazit: In dieser Woche hat mir das Arbeiten mit den Trendstabilitäts-Ranglisten besonders viel Spaß gemacht, denn ich hatte das Gefühl, dass sich in den Ranglisten widerspiegelt, was gerade in der Welt der Wirtschaft vor sich geht. Die Börse ist ein Abbild der Wirklichkeit.

Viele Grüße
Simon Betschinger


     Systematisch investieren mit unseren Themenwelten

Liebe Trendfolge-Trader,

in meinem letzten Beitrag habe ich die Überlegung aufgeworfen, ob es nicht Sinn machen würde, während der Sommermonate Juli und August die Trading-Aktivitäten kurzzeitig einzustellen. Mit dieser Überlegung habe ich offenbar vielen von Ihnen, liebe Leser, aus der Seele gesprochen. Ich habe viele Zuschriften erhalten, in denen Trader mir erzählt haben, dass sie regelmäßig mit dem gleichen Gedanken spielen. Aber, der große Tenor war auch, dass man mittlerweile mit Tablets und Smartphones die Börse auch gut im Urlaub verfolgen kann. Die meisten Trader entscheiden sich dann doch dafür, auch in den Sommermonaten ein oder zwei Mal am Tag oder auch öfter die Börsennotierungen zu checken.

Da hatten es die Wall Street Börsianer in den 1920er Jahren noch deutlich angenehmer. Aus dieser Zeit stammt die Börsenweisheit: „Sell in Mai and go away“. Ende Mai verließen damals die wohlhabenden Broker und Parketthändler New York, um die Sommermonate in den Hamptons oder in anderen schönen Küstenregionen zu verbringen. Legendär sind die zahlreichen Erfahrungsberichte des Traders Jesse Livermore, die er in seinen Büchern schildert. Livermore musste regelmäßig seine Urlaube abbrechen, weil er aus der Zeitung von großen Kursbewegungen erfuhr. In dieser Zeit ging es wohl wirklich etwas entschleunigter zu. Heutzutage hat man über das Internet die Börsennotierungen ständig im Blick. In den 1920er Jahren konnte man gemütlich Urlaub machen und sich einmal am Tag in der Zeitung über die Börsenentwicklung informieren. Die Möglichkeit, ständig das Handelsgeschehen zu verfolgen und einzugreifen, bot sich erst gar nicht.

Auf dem Spitzenplatz der Trendstabilitäts-Gesamtrangliste rangiert mit weitem Abstand die Aktie von TAG Immobilien. Ich habe die Aktie über ein Endlos Turbo Long Zertifikat in mein reales 100.000 € Trading-Depot aufgenommen. Ausschlaggebend für den Kauf gemäß unserem Regelwerk war am 2. Mai die Tatsache, dass die TAG Immobilien-Aktie die Trendstabilitäts-Rangliste im MDAX anführte. Vor 3 Monaten war TAG Immobilien trendstabil und heute ist sie auch trendstabil. So soll es eigentlich laufen. So sieht es die Philosophie unserer Trendfolge-Strategie vor. Aber leider haben in dem Seitwärtsmarkt der letzten Monate viel zu wenige Aktien stabile Trends ausgebildet.

Sprechen wir nun aber über die erfreuliche Entwicklung der TAG-Immobilien-Position, die sich nun bereits mit 29% im Plus befindet. Was wird gespielt? Werte aus dem Immobiliensektor stehen als „sicherer Hafen“ im aktuell schwierigen Marktumfeld bei Investoren hoch im Kurs. Die konstant hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum und steigende Mietpreise garantieren Wohnimmobilienanbietern auf Jahre hinaus steigende Einnahmen. TAG Immobilen ist mit seinen mehr als 83.000 Wohneinheiten in Großstädten wie Hamburg und Berlin und in bevölkerungsreichen Regionen in Salzgitter, in Thüringen, Sachsen sowie in Nordrhein-Westfalen gut aufgestellt. Gerade in Großstädten und bevölkerungsreichen Regionen ist 2018 laut dem Deutschen Mieterbund mit besonders hohen Mietpreissteigerungen von rund 10% zu rechnen.

Da TAG Immobilien kürzlich einen Großteil seiner Verbindlichkeiten zu deutlich günstigeren Konditionen refinanziert hat, sollte man im weiteren Jahresverlauf dank geringerer Zinsbelastungen auch beim Ergebnis positiv überraschen können. Diese Einschätzung vertreten die Experten von Kepler Chevreux. Daher wurde das Kursziel von 17,00 Euro deutlich auf 21,50 Euro angehoben. Nach dem Ausbruch auf ein neues Jahreshoch sollte TAG Immobilien nun die Trendfortsetzung einleiten! Darauf zumindest deuten unsere Erfahrungen mit Aktien hin, die so hohe Trendstabilitätswerte vorweisen können.

Viele Grüße
Simon Betschinger


     Systematisch investieren mit unseren Themenwelten

Liebe Trendfolge-Trader,

die Hitzewelle hat Deutschland fest im Griff. Es ist ein traumhafter Sommer. Hier bei uns in Baden-Württemberg kühlen abends ab etwa 22 Uhr die Temperaturen angenehm ab, so dass im Haus dann schnell wieder eine erträgliche Temperatur herrscht. So mag ich es: Tagesüber Sonnenschein und abends eine angenehme Kühle.

An der Börse ist die Stimmung alles andere als traumhaft. Als Trader mag ich Bullenmärkte und ich mag Bärenmärkte. Hauptsache es gibt klare Trends. Ich liebe sogar regelrecht die heftigen Crashphasen, die uns alle paar Jahre mal wieder heimsuchen. Aber was ich gar nicht mag, sind diese endlos erscheinenden Seitwärtsphasen in den Sommermonaten. Meine Tätigkeit bezeichne ich immer gerne als publizierender Trader. Ich handle aktiv an den Märkten, ich betreibe Research und ich schreibe darüber. Wenn ich nur Trader wäre, ohne meine ganzen Verpflichtungen als TraderFox-Geschäftsführer, dann würde ich vermutlich über die Sommermonate Juli und August meine Trading-Aktivitäten nahezu einstellen. Zumindest würde ich mir dann das aktuelle Trauerspiel an den Märkten ersparen.

Wir haben mit unseren Trendstabilitäts-Ranglisten ein hervorragendes Trendfolge-System auf die Beine gestellt. Wenn ein starker Börsentrend entsteht, dann würde das System schnell folgen und die trendstabilsten Aktien wären in meinem Depot. Dumm nur, dass die Aktienmärkte seit einem Jahr in einer Seitwärtsbewegung verharren. Trotzdem verfolge ich natürlich, welche Titel sich in den Trendstabilitäts-Ranglisten gut schlagen.

Auffällig stark präsentierte sich zuletzt in der Trendstabilitäts-Rangliste die Aktie von Total, die sich auf Rang 1 im EURO STOXX 50 geschoben hat. Der französische Ölmulti profitiert wie der gesamte Sektor vom Ölpreisanstieg der vergangenen Monate. Mit Zukäufen und der Erschließung neuer Ölfelder verfolgen die Franzosen die richtige Strategie, wobei man für das Gesamtjahr eine Output-Steigerung von mehr als 7% anpeilt. Dies macht sich bezahlt, zumal man im ersten Halbjahr mit einem Anstieg von 44% beim bereinigten Nettogewinn die Erwartungen übertreffen konnte. Fundamental ist Total mit einem KGV18e von 14,5 auch im Branchenvergleich moderat bewertet. Was die Aktie aus Investorensicht attraktiv macht, ist die aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik. Zuletzt hatte Total ein Aktienrückkaufprogramm über 5 Mrd. USD angekündigt. Auch die Dividende soll weiter angehoben werden, wobei Total schon jetzt eine stattliche Dividendenrendite von knapp 4% aufweist. Die Experten von Jefferies sehen bei Total nach den starken Halbjahreszahlen weiteres Potential nach oben und bestätigten das Kursziel kürzlich mit 62 Euro und der Einstufung „Buy“.

Ein Outperformer ist weiterhin mein Depotwert ASML. Der Aufwärtsimpuls nach dem besser als erwarteten Q2-Zahlenwerk wurde überzeugend verteidigt und die Aktie sollte nach Abschluss der Konsolidierung am 52-Wochenhoch ihren Aufwärtstrend fortsetzen können. ASML hat sich mit seiner EUV-Technologie einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz herausgearbeitet, denn mit der neuen Technologie lässt sich die Chip-Produktion nicht nur schneller, sondern auch kostengünstiger realisieren. Konkret lassen sich mit der ASML-Technologie auch Halbleiter mit kleinsten Abmessungen im Bereich von 4 bis 10 Nanometern herstellen. Dank der überlegenen Rechenpower sind diese Hochleistungs-Chips für Anwendungen wie Big Data Analytics, Cloud, Artificial Intelligence oder High-End Smartphones prädestiniert. Neben Samsung Electronics gehören mittlerweile auch Intel und TSMC zum Kundenkreis von ASML. Entsprechend hat ASML gute Chancen auf lukrative Großaufträge in diesem hochmargigen Produktsegment. Entsprechend positiv meldete sich zuletzt die UBS zu ASML zu Wort. So wurde die Einstufung mit "Buy" bestätigt und das Kursziel auf 210 Euro belassen.

Fazit: Genießen Sie den tollen Sommer, liebe Leser. Ich habe die Hoffnung, dass wir bald auch wieder die Börsenentwicklung genießen können.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Wochenbericht / 27.07.2018 | 15:40:00

Trendfolge-Radar: Airbus arbeitet sich nach oben

Liebe Trader,

die Märkte zeigen sich nach dem Treffen zwischen dem EU-Ratspräsidenten Jean-Claude Juncker und US-Präsidenten Donald Trump erleichtert. Denn mit der vorläufig erzielten Einigung scheint die Gefahr von Importzöllen auf EU-Autoexporte in die USA zumindest vorläufig vom Tisch zu sein. Außerdem wollen beide Parteien Verhandlungen über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegütern beginnen. Entsprechend stark präsentierten sich neben dem Automobilsektor auch Zykliker aus anderen Branchen, was an den europäischen Leitindizes zuletzt für kräftige Zugewinne gesorgt hatte. Auch beim DAX gelang mit dem Überwinden des GD200 der charttechnische Befreiungsschlag.

Zu den Bullen gehört aktuell die Aktie von Airbus, die sich in der Trendstabilitätsrangliste auf Rang 8 der Gesamtauswahl nach vorne gearbeitet hat. Zuletzt überzeugte der europäische Branchenprimus mit starken Q2-Zahlen. Dank starker Absätze im Passagiermaschinengeschäft konnte der operative Gewinn bei einem leichten Umsatzanstieg von 13,73 auf 14,85 Mrd. Euro mit 1,15 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 572 Mio. Euro fast verdoppelt werden. Damit schnitt Airbus nicht nur besser ab, als von Analysten erwartet. Auch der Ausblick stimmt zuversichtlich. Denn das Jahresziel beim bereinigten operativen Gewinn von 5,2 Mrd. Euro wurde ebenso bestätigt wie das Auslieferungsziel von 800 Passagiermaschinen. Hier gab es zuletzt Bedenken, da Triebwerkszulieferer zuletzt mit Produktionsengpässen zu kämpfen hatten. Dieses Problem scheint nun gelöst zu sein, wobei Airbus nicht allein auf den Kosten für die Lieferverzögerungen sitzen bleibt, sondern die Hälfte auf die Zulieferer abwälzen kann. Operativ bleibt Airbus weiter auf der Erfolgsspur. Nachdem man bereits auf der Luftfahrtmesse in Farnborough bedeutende Volumenorders für die A320NEO-Reihe einheimsen konnte, hat nun auch der irische Billigflieger Ryanair Interesse an den Kerosin-sparenden Mittelstreckenjets von Airbus signalisiert. Demnach wollen die Iren der Airbus-Modellreihe bei Neubestellungen den Vorzug geben, nachdem man bislang ausschließlich auf Boeing-Modelle gesetzt hatte. Dies macht deutlich, dass sich Airbus mit seiner NEO-Reihe, die Treibstoffeinsparungen von mehr als 15% gegenüber herkömmlichem Modellen ermöglicht, einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil herausgearbeitet hat. Vor allem in Asien lauern hier für Airbus Chancen auf bedeutende Großaufträge. Denn China dürfte angesichts des schwelenden Handelskonflikts mit den USA Airbus bei der Vergabe von Großaufträgen für die größtenteils staatlich kontrollierten Fluglinien den Vorzug gegenüber seinem US-Rivalen Boeing geben. Entsprechend optimistisch zeigten sich heute die Experten der Societe Generale, die das Kursziel für Airbus von 112 auf 126 Euro erhöht und die Einstufung mit "Buy" bestätigt haben.

Mit guten Q2-Zahlen konnte zuletzt der Realgeld-Depotwert Deutsche Börse aufwarten. Mit einem Umsatzanstieg von 621,6 Mio. Euro auf 687 Mio. Euro und einer Steigerung beim bereinigten Nettogewinn von 232,8 auf 261,9 Mio. Euro übertraf der Börsenbetreiber die Konsenserwartungen und befindet sich auf gutem Weg, seine Jahresziele, die einen Anstieg beim bereinigten Konzernergebnis von mindestens 10% und einer Verbesserung beim organischen Umsatz von mindestens 5% vorsehen, komfortabel zu erfüllen. Dank der neuen Wachstumsstrategie von Konzernchef Theodor Weimer sollte für die Deutsche Börse mittelfristig noch mehr drin sein. Mit klugen strategischen Akquisitionen wie dem Kauf der US-Devisenhandelsplattform US-FX-ECN und dem Ausbau des Mehrwert- und Dienstleistungsangebots für die zahlreichen Kunden will Weimer die starke Marktposition der Deutschen Börse gezielt monetarisieren. Gut ins Bild passen die jüngsten Preiserhöhungen beim Marktdaten-Newsfeed für seine zahlreichen Kunden aus der Finanz- und Bankenbranche. Bei den Analysten stößt die neue Langfrist-Strategie auf positive Resonanz. So hat die Deutsche Bank das Kursziel leicht auf 125 Euro angehoben und die Einstufung mit "Buy" betätigt. Dabei wurden die Ergebnisschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr leicht angehoben.

Viele Grüße
Simon Betschinger


     Systematisch investieren mit unseren Themenwelten

Liebe Trendfolge-Trader,

am Montag habe ich die Trendstabilitäts-Ranglisten nach Börsenschluss dahingehend geprüft, ob ich Änderungen am Depot vornehmen muss. Die bestehenden Depotwerte bleiben erst einmal im Depot drin. Sie befinden sich alle auf den Ranglistenplätzen 1 bis 3 der jeweiligen Indizes. Der einzige Index, dessen Marktampel grünes Licht zeigt, ist der MDAX. TAG Immobilien führt die Trendstabilitäts-Rangliste im MDAX an. Die Aktie befindet sich bereits über einen Endlos-Turbo-Long in meinem Depot, der seit Aufnahme mittlerweile um +25% zulegen konnte. Auf Ranglistenplatz 2 der Trendstabilitäts-Rangliste folgt Rocket Internet. Gemäß dem Regelwerk muss ich diesen Basiswert nun kaufen. Ich bilde die Rocket Internet Position über das Discount-Zertifikat mit der WKN DD9345 ab, das mir den Einstieg in die Rocket Internet Aktie um etwa 4% vergünstigt. Der Cap liegt bei 35 Euro.

An Oliver Samwer, dem Gründer und CEO von Rocket Internet, scheiden sich die Geister. Das hat im Wesentlichen damit zu tun, dass er als Plagiator begann. Mit seinen Brüdern konzentrierte sich Samwer darauf, erfolgreiche Internet-Geschäftsmodelle aus den USA zu kopieren und auf dem deutschen Markt einzuführen. Bekanntheit erlangten die Samwer-Brüder mit der Gründung von Alando im Jahr 1999. Es handelte sich um einen Ebay-Klon, den sie 100 Tage später für 50 Millionen Euro an Ebay verkaufen konnten. Die von den Samwer-Brüdern im August 2000 gegründete Jamba GmBH, die über die Musikkanäle MTV und VIVA massenhaft Handy-Klingeltöne an die Hauptzielgruppe Teenager vertrieb, konnte 2004 für 273 Millionen Euro an Verisign abgestoßen werden. Rocket Internet hat als sogenannter „Company-Builder“ Firmengründungen als Prozess systematisiert. Neue Unternehmen zieht Rocket wie am Fließband hoch und stattet sie bei Erfolg mit weiterem Kapital aus.

Die Kritik, die auf Rocket Internet einprasselt, ist nicht immer ganz fair, finde ich. Die Samwer-Brüder werden oft als Totengräber des Unternehmertums bezeichnet, weil sie bestehende Geschäftsmodelle mit knallharter Effizienz aufgreifen und weiterentwickeln. Betroffene Firmen, die von Rocket Internet überrollt werden, bellen dann natürlich. Die Kritiker übersehen, dass Rocket Internet ein hochinnovatives Unternehmen ist. Denn auch die Prozessinnovation ist eine wichtige Komponente des Unternehmertums. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass das Mind-Set von Rocket Internet genau das ist, was Deutschland derzeit in der Summe fehlt. Eine Geschäftsidee ist erst einmal wertlos. Erst wenn ein Unternehmer die Idee umsetzt und ein Produkt daraus entwickelt, findet Wertschöpfung statt.  All die tollen Erfindungen, Gedankenspiele und Produktideen von deutschen Ingenieuren und Erfindern werden wieder in der Vergessenheit verschwinden, wenn sich nicht ein Unternehmer findet, der die Idee zu einem marktreifen Produkt entwickelt. Weil Rocket Internet den Prozess, aus Ideen große Geschäfte zu machen, perfektioniert hat, bin ich mittlerweile Fan der Firma geworden.

Stärke zeigte zuletzt auch die Aktie von LVMH, die aktuell auf Rang 6 in der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Rangliste zu finden ist. Zuletzt stellte der französische Luxusgüterkonzern seine Ausnahmestellung im Luxusgütersegment mit einem kräftigen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr eindrucksvoll unter Beweis. Bei einem Umsatzplus von 10% (organisch: +12%) auf 21,80 Mrd. Euro überzeugte man unter dem Strich mit einem kräftigen Anstieg von 41% auf 3,00 Mrd. Euro beim Nettogewinn. Treiber bei LVMH bleibt ganz klar der chinesische Markt. Denn hier sorgt die stark wachsende Oberschicht für hohe Absätze bei Luxusgütern aller Art. Vor allem junge, gutverdienende Chinesen leisten sich hochpreisige Mode- und Fashionartikel, Parfums und Kosmetikprodukte. Auch Luxusuhren und Schmuck sind als Statussymbol oder als Präsent bei besonderen Anlässen beliebt. LVMH ist hier mit seinen mehr als 70 Premiummarken bestens aufgestellt und bemüht sich, mit neuen Produktlinien bei der kaufkräftigen Kundschaft zu punkten. Unter anderem will man gemeinsam mit dem italienischen Label Marcolin ins Luxus-Brillensegment einsteigen. Auch die Analysten der Credit Suisse sehen bei LVMH noch weiteres Aufwärtspotenzial und haben das Kursziel für die Aktie deutlich von 290 auf 350 Euro angehoben. Die Einstufung wurde mit "Outperform" bestätigt. Ich persönlich halte die Aktie von LVMH für sehr aussichtsreich.

Viele Grüße
Simon Betschinger


     Systematisch investieren mit unseren Themenwelten

Discount 35 2019/06: Basiswert Rocket Internet

Discount 35 2019/06: Basiswert Rocket Internet

DD9345 / //
Quelle: DZ BANK: Geld 19.10. 21:59:36, Brief 19.10. 21:59:36
DD9345 // Quelle: DZ BANK: Geld 19.10. 21:59:36, Brief 19.10. 21:59:36
26,03 EUR
Geld in EUR
26,17 EUR
Brief in EUR
2,16%
Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 26,360 EUR
Quelle : Xetra, 17:35:15
  • Max Rendite 33,74%
  • Max Rendite in % p.a. 52,88% p.a.
  • Discount in % 0,72%
  • Cap 35,00 EUR
  • Abstand zum Cap in % 32,78%
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 1,00
Hinweis der DZ BANK:
Das öffentliche Angebot dieses Wertpapiers ist beendet. Kursstellungen nur während der Börsenzeiten.