Besser traden mit System - Der Blog

 

Liebe Leser,

der Handelsstreit zwischen den USA und China scheint nun in eine entscheidende Phase zu gehen. Ab dem 23. August treten weitere US-Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von rund 16 Milliarden US-Dollar in Kraft. Hinter den Kulissen wird hart verhandelt. Die Amerikaner wollen freien Marktzugang für US-Konzerne auf dem chinesischen Markt. Mittels staatlicher Zensurvorgaben und der Forderung nach Technologietransfers schotten die Chinesen ihren Markt ab und Firmen wie Alphabet (Google) mussten ihr China-Geschäft nahezu komplett einstellen. Ich kann mir gut vorstellen, dass irgendwann in den nächsten 3 Monaten der Aktienmarkt eines Tages mit einem gewaltigen Gap-Up eröffnen wird, weil sich Amerikaner und Chinesen geeinigt haben. Eine Einigung müsste möglich sein. Ich sehe die Amerikaner mit ihrer Position im Recht und die chinesische Regierung weiß, dass sie ihre eigenen Märkte irgendwann wird öffnen müssen, wenn sie im Gegenzug weiterhin so stark exportieren will.

Zu den großen Gewinnern des Handelsstreit USA gegen China könnten europäische Konzerne zählen. Zum Beispiel die Flugzeughersteller Airbus und MTU. Ich gehe davon aus, dass die staatlichen, chinesischen Fluggesellschaften in Zukunft Großaufträge verstärkt an Airbus anstatt an Boeing vergeben werden. MTU wäre als Zulieferer für Airbus dann auch mit im Spiel. In den Trendstabilitäts-Ranglisten sind beide Aktien ganz weit vorne positioniert.

Airbus macht seit Wochen mit Stärke auf sich aufmerksam und befindet sich auf Ranglistenplatz Nr. 6 in unserem Trendstabilitäts-Ranking zum MDAX. Die Story beim führenden europäischen Flugzeugbauer bleibt die starke Nachfrage nach Passagierflugzeugen im Zuge des weltweit anziehenden Reiseverkehrs. Dank niedriger Ticketpreise und dem Touristikboom in schnell wachsenden Schwellenländern wie China wird sich das Passagieraufkommen in den kommenden beiden Jahrzehnten mehr als verdoppeln, so eine Studie der IATA. Gute Aussichten für Airbus also, da man mit der spritsparenden NEO-Technologie im Passagierflugzeugsegment gegenüber seinem Erzrivalen Boeing ohnehin die Nase vorne hat. Nach der jüngsten Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China bieten sich für Airbus neue attraktive Chancen. Als Antwort auf die Drohungen aus Washington hat China bereits hohe Zölle auf US-Flugzeugimporte angekündigt. Damit sollte Airbus künftig bei der Vergabe lukrativer Volumenaufträgen aus dem Reich der Mitte gegenüber Boeing bevorzugt werden. Entsprechend optimistisch zeigten sich zuletzt die Experten von Goldman Sachs, die das Kursziel für die Aktie von 119 auf 125 Euro nach oben revidierten und die Einstufung mit "Buy" bestätigt haben.

Beim Screening der Trendstabilitäts-Rangliste wurde ich auf MTU Aero Engines aufmerksam, zumal sich die Aktie mittlerweile auf Rang 2 der Gesamtauswahl vorgearbeitet hat. Der Triebwerkshersteller profitiert als Zulieferer für Branchengrößen wie Airbus und Boeing vom Boom im gesamten Luftfahrtsektor. Denn der globale Touristikboom sorgt dafür, dass die Airlines ihre Kapazitäten deutlich ausbauen müssen. Bis zu 41.000 neue Maschinen dürften laut einer jüngst veröffentlichten Schätzung von Boeing benötigt werden, um dem anziehenden Flugverkehr gerecht zu werden. Gute Aussichten also für MTU Aero Engines, der mit seiner spritsparenden Getriebefan-Technologie zu den gefragtesten Triebwerksherstellern gehört. Die steigende Zahl der installierten Triebwerke macht sich schon jetzt positiv beim Ergebnis bemerkbar, da die Umsatzerlöse in margenstarken Segmenten wie Wartung und Service sowie im Ersatzteilgeschäft deutlich anziehen. Daher verwundert es nicht, dass MTU Ende Juli seine Jahresprognose nach oben revidiert hatte. Die Commerzbank hob kürzlich das Kursziel für die Aktie von 187 auf 198 Euro an und bestätigte die Einstufung mit „Overweight“. Auch technisch macht MTU Aero Engines weiter eine gute Figur und sollte nach dem Breakout auf ein neues Jahreshoch die Trendfortsetzung einleiten!

Viele Grüße
Simon Betschinger


     Systematisch investieren mit unseren Themenwelten

Liebe Trendfolge-Trader,

am Montag nach Börsenschluss überprüfte ich die Trendstabilitäts-Ranglisten erneut dahingehend, ob es zu Depotumschichtungen gemäß unserem Regelwerk kommt. Aus dem MDAX befinden sich bereits zwei Basiswerte (TAG Immobilien und Rocket Internet) in meinem Depot, die beide auf den vorderen beiden Ranglistenplätzen sind. Hier kommt es zu keinen Umschichtungen. Im EURO STOXX 50 konnte sich ASML gerade noch auf den dritten Ranglistenplatz vor ENI retten und bleibt damit im Depot. Die führende, trendstabilste Aktie im EURO STOXX 50 ist Total. Sie wird aber nicht ins Depot aufgenommen, weil die Marktampel für den Index derzeit noch auf Rot steht. Das bedeutet, dass der EURO STOXX 50 unterhalb seines GD 200 notiert und damit per Definition kein Aufwärtstrend vorliegt. Auch im DAX verhindert die rote Marktampel, dass Vonovia neu ins Depot wandert.

Auffällig ist, dass sowohl im MDAX also auch im DAX zwei Immobilienkonzerne (TAG Immobilien und Vonovia) die Trendstabilitäts-Ranglisten anführen. Es passt zu der derzeit herrschenden Immobiliennot in Deutschland. Es gibt in vielen Regionen Deutschlands kein vernünftiges Angebot an Immobilien mehr. Ich selbst habe früher regelmäßig bei Immobilienscout die Wohnungsangebote in Konstanz gecheckt. Dort habe ich studiert. Es ist eine wunderschöne Gegend. Früher bin ich häufig nach der Uni mit dem Fahrrad von Konstanz nach Meersburg gefahren und dann mit der Fähre wieder zurück nach Konstanz. Das ist eine schöne Tour, die fit hält und Spaß macht. Darum suche ich seit geraumer Zeit nach einer Ferienwohnung in Konstanz mit Seeblick. Das Problem ist nur: Es gibt quasi kein Angebot. Die großen Immobilienportale sind wie leergefegt. Es kommen kaum vernünftige Objekte auf den Markt.

Zumindest in den großen Städten gehört die Immobilienknappheit zu den Dingen, die aus meiner Sicht nicht so sein müssten. Warum verdammt noch mal wird nicht stärker in die Höhe gebaut. Es gibt so schöne Architektur-Studien über riesige, teilweise 400 Meter hohe Wolkenkratzer mit Wohnungen, Supermärkten, Freizeitmöglichkeiten und Bars. Ich verstehe nicht, warum in den deutschen Ballungsgebieten nicht der Weg für solche Bauprojekte geebnet wird. Es können ja auch gerne Luxuswohnungen sein. Wenn die Wohlhabenden in diese modernen Skyscraper ziehen, sinkt der Druck auf Mietpreise in den anderen Stadtvierteln. Ich denke, irgendwann wird diese Erkenntnis auch in der Politik Einzug halten. Für Immobilienkonzerne wie Vonovia und TAG Immobilien dürfte das Marktumfeld attraktiv bleiben.

Ein weiterer Immobilienwert, der mir beim Screening der Trendstabilitäts-Rangliste aufgefallen war, ist Grand City Properties. Der Immobilienkonzern profitiert wie alle Anbieter der Branche von steigenden Mietpreisen und der hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in den Ballungsgebieten und hat sich mittlerweile in der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Ranglisten auf Rang 6 nach vorne geschoben. Mit seinem Bestand von mehr als 87.000 Wohnungen in Berlin und Nordrhein-Westfalen ist man gut aufgestellt – im Auftaktquartal, dank höherer Mieteinnahmen, mit einem besser als erwarteten operativen Ergebnis. Da man sich auf die Sanierung von Altbauten spezialisiert hat und diese nach Instandsetzung und Modernisierung höherpreisig weitervermietet oder weiterverkauft, erzielt man attraktive Renditen. Die Experten von Kepler Chevreux sehen daher das Aufwärtspotential noch nicht ausgereizt und hoben das Kursziel kürzlich von 23 auf 25 Euro an und bestätigten die Einstufung mit “Buy“.

Fazit: In dieser Woche hat mir das Arbeiten mit den Trendstabilitäts-Ranglisten besonders viel Spaß gemacht, denn ich hatte das Gefühl, dass sich in den Ranglisten widerspiegelt, was gerade in der Welt der Wirtschaft vor sich geht. Die Börse ist ein Abbild der Wirklichkeit.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

in meinem letzten Beitrag habe ich die Überlegung aufgeworfen, ob es nicht Sinn machen würde, während der Sommermonate Juli und August die Trading-Aktivitäten kurzzeitig einzustellen. Mit dieser Überlegung habe ich offenbar vielen von Ihnen, liebe Leser, aus der Seele gesprochen. Ich habe viele Zuschriften erhalten, in denen Trader mir erzählt haben, dass sie regelmäßig mit dem gleichen Gedanken spielen. Aber, der große Tenor war auch, dass man mittlerweile mit Tablets und Smartphones die Börse auch gut im Urlaub verfolgen kann. Die meisten Trader entscheiden sich dann doch dafür, auch in den Sommermonaten ein oder zwei Mal am Tag oder auch öfter die Börsennotierungen zu checken.

Da hatten es die Wall Street Börsianer in den 1920er Jahren noch deutlich angenehmer. Aus dieser Zeit stammt die Börsenweisheit: „Sell in Mai and go away“. Ende Mai verließen damals die wohlhabenden Broker und Parketthändler New York, um die Sommermonate in den Hamptons oder in anderen schönen Küstenregionen zu verbringen. Legendär sind die zahlreichen Erfahrungsberichte des Traders Jesse Livermore, die er in seinen Büchern schildert. Livermore musste regelmäßig seine Urlaube abbrechen, weil er aus der Zeitung von großen Kursbewegungen erfuhr. In dieser Zeit ging es wohl wirklich etwas entschleunigter zu. Heutzutage hat man über das Internet die Börsennotierungen ständig im Blick. In den 1920er Jahren konnte man gemütlich Urlaub machen und sich einmal am Tag in der Zeitung über die Börsenentwicklung informieren. Die Möglichkeit, ständig das Handelsgeschehen zu verfolgen und einzugreifen, bot sich erst gar nicht.

Auf dem Spitzenplatz der Trendstabilitäts-Gesamtrangliste rangiert mit weitem Abstand die Aktie von TAG Immobilien. Ich habe die Aktie über ein Endlos Turbo Long Zertifikat in mein reales 100.000 € Trading-Depot aufgenommen. Ausschlaggebend für den Kauf gemäß unserem Regelwerk war am 2. Mai die Tatsache, dass die TAG Immobilien-Aktie die Trendstabilitäts-Rangliste im MDAX anführte. Vor 3 Monaten war TAG Immobilien trendstabil und heute ist sie auch trendstabil. So soll es eigentlich laufen. So sieht es die Philosophie unserer Trendfolge-Strategie vor. Aber leider haben in dem Seitwärtsmarkt der letzten Monate viel zu wenige Aktien stabile Trends ausgebildet.

Sprechen wir nun aber über die erfreuliche Entwicklung der TAG-Immobilien-Position, die sich nun bereits mit 29% im Plus befindet. Was wird gespielt? Werte aus dem Immobiliensektor stehen als „sicherer Hafen“ im aktuell schwierigen Marktumfeld bei Investoren hoch im Kurs. Die konstant hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum und steigende Mietpreise garantieren Wohnimmobilienanbietern auf Jahre hinaus steigende Einnahmen. TAG Immobilen ist mit seinen mehr als 83.000 Wohneinheiten in Großstädten wie Hamburg und Berlin und in bevölkerungsreichen Regionen in Salzgitter, in Thüringen, Sachsen sowie in Nordrhein-Westfalen gut aufgestellt. Gerade in Großstädten und bevölkerungsreichen Regionen ist 2018 laut dem Deutschen Mieterbund mit besonders hohen Mietpreissteigerungen von rund 10% zu rechnen.

Da TAG Immobilien kürzlich einen Großteil seiner Verbindlichkeiten zu deutlich günstigeren Konditionen refinanziert hat, sollte man im weiteren Jahresverlauf dank geringerer Zinsbelastungen auch beim Ergebnis positiv überraschen können. Diese Einschätzung vertreten die Experten von Kepler Chevreux. Daher wurde das Kursziel von 17,00 Euro deutlich auf 21,50 Euro angehoben. Nach dem Ausbruch auf ein neues Jahreshoch sollte TAG Immobilien nun die Trendfortsetzung einleiten! Darauf zumindest deuten unsere Erfahrungen mit Aktien hin, die so hohe Trendstabilitätswerte vorweisen können.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

die Hitzewelle hat Deutschland fest im Griff. Es ist ein traumhafter Sommer. Hier bei uns in Baden-Württemberg kühlen abends ab etwa 22 Uhr die Temperaturen angenehm ab, so dass im Haus dann schnell wieder eine erträgliche Temperatur herrscht. So mag ich es: Tagesüber Sonnenschein und abends eine angenehme Kühle.

An der Börse ist die Stimmung alles andere als traumhaft. Als Trader mag ich Bullenmärkte und ich mag Bärenmärkte. Hauptsache es gibt klare Trends. Ich liebe sogar regelrecht die heftigen Crashphasen, die uns alle paar Jahre mal wieder heimsuchen. Aber was ich gar nicht mag, sind diese endlos erscheinenden Seitwärtsphasen in den Sommermonaten. Meine Tätigkeit bezeichne ich immer gerne als publizierender Trader. Ich handle aktiv an den Märkten, ich betreibe Research und ich schreibe darüber. Wenn ich nur Trader wäre, ohne meine ganzen Verpflichtungen als TraderFox-Geschäftsführer, dann würde ich vermutlich über die Sommermonate Juli und August meine Trading-Aktivitäten nahezu einstellen. Zumindest würde ich mir dann das aktuelle Trauerspiel an den Märkten ersparen.

Wir haben mit unseren Trendstabilitäts-Ranglisten ein hervorragendes Trendfolge-System auf die Beine gestellt. Wenn ein starker Börsentrend entsteht, dann würde das System schnell folgen und die trendstabilsten Aktien wären in meinem Depot. Dumm nur, dass die Aktienmärkte seit einem Jahr in einer Seitwärtsbewegung verharren. Trotzdem verfolge ich natürlich, welche Titel sich in den Trendstabilitäts-Ranglisten gut schlagen.

Auffällig stark präsentierte sich zuletzt in der Trendstabilitäts-Rangliste die Aktie von Total, die sich auf Rang 1 im EURO STOXX 50 geschoben hat. Der französische Ölmulti profitiert wie der gesamte Sektor vom Ölpreisanstieg der vergangenen Monate. Mit Zukäufen und der Erschließung neuer Ölfelder verfolgen die Franzosen die richtige Strategie, wobei man für das Gesamtjahr eine Output-Steigerung von mehr als 7% anpeilt. Dies macht sich bezahlt, zumal man im ersten Halbjahr mit einem Anstieg von 44% beim bereinigten Nettogewinn die Erwartungen übertreffen konnte. Fundamental ist Total mit einem KGV18e von 14,5 auch im Branchenvergleich moderat bewertet. Was die Aktie aus Investorensicht attraktiv macht, ist die aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik. Zuletzt hatte Total ein Aktienrückkaufprogramm über 5 Mrd. USD angekündigt. Auch die Dividende soll weiter angehoben werden, wobei Total schon jetzt eine stattliche Dividendenrendite von knapp 4% aufweist. Die Experten von Jefferies sehen bei Total nach den starken Halbjahreszahlen weiteres Potential nach oben und bestätigten das Kursziel kürzlich mit 62 Euro und der Einstufung „Buy“.

Ein Outperformer ist weiterhin mein Depotwert ASML. Der Aufwärtsimpuls nach dem besser als erwarteten Q2-Zahlenwerk wurde überzeugend verteidigt und die Aktie sollte nach Abschluss der Konsolidierung am 52-Wochenhoch ihren Aufwärtstrend fortsetzen können. ASML hat sich mit seiner EUV-Technologie einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz herausgearbeitet, denn mit der neuen Technologie lässt sich die Chip-Produktion nicht nur schneller, sondern auch kostengünstiger realisieren. Konkret lassen sich mit der ASML-Technologie auch Halbleiter mit kleinsten Abmessungen im Bereich von 4 bis 10 Nanometern herstellen. Dank der überlegenen Rechenpower sind diese Hochleistungs-Chips für Anwendungen wie Big Data Analytics, Cloud, Artificial Intelligence oder High-End Smartphones prädestiniert. Neben Samsung Electronics gehören mittlerweile auch Intel und TSMC zum Kundenkreis von ASML. Entsprechend hat ASML gute Chancen auf lukrative Großaufträge in diesem hochmargigen Produktsegment. Entsprechend positiv meldete sich zuletzt die UBS zu ASML zu Wort. So wurde die Einstufung mit "Buy" bestätigt und das Kursziel auf 210 Euro belassen.

Fazit: Genießen Sie den tollen Sommer, liebe Leser. Ich habe die Hoffnung, dass wir bald auch wieder die Börsenentwicklung genießen können.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Wochenbericht / 27.07.2018 | 15:40:00

Trendfolge-Radar: Airbus arbeitet sich nach oben

Liebe Trader,

die Märkte zeigen sich nach dem Treffen zwischen dem EU-Ratspräsidenten Jean-Claude Juncker und US-Präsidenten Donald Trump erleichtert. Denn mit der vorläufig erzielten Einigung scheint die Gefahr von Importzöllen auf EU-Autoexporte in die USA zumindest vorläufig vom Tisch zu sein. Außerdem wollen beide Parteien Verhandlungen über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegütern beginnen. Entsprechend stark präsentierten sich neben dem Automobilsektor auch Zykliker aus anderen Branchen, was an den europäischen Leitindizes zuletzt für kräftige Zugewinne gesorgt hatte. Auch beim DAX gelang mit dem Überwinden des GD200 der charttechnische Befreiungsschlag.

Zu den Bullen gehört aktuell die Aktie von Airbus, die sich in der Trendstabilitätsrangliste auf Rang 8 der Gesamtauswahl nach vorne gearbeitet hat. Zuletzt überzeugte der europäische Branchenprimus mit starken Q2-Zahlen. Dank starker Absätze im Passagiermaschinengeschäft konnte der operative Gewinn bei einem leichten Umsatzanstieg von 13,73 auf 14,85 Mrd. Euro mit 1,15 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 572 Mio. Euro fast verdoppelt werden. Damit schnitt Airbus nicht nur besser ab, als von Analysten erwartet. Auch der Ausblick stimmt zuversichtlich. Denn das Jahresziel beim bereinigten operativen Gewinn von 5,2 Mrd. Euro wurde ebenso bestätigt wie das Auslieferungsziel von 800 Passagiermaschinen. Hier gab es zuletzt Bedenken, da Triebwerkszulieferer zuletzt mit Produktionsengpässen zu kämpfen hatten. Dieses Problem scheint nun gelöst zu sein, wobei Airbus nicht allein auf den Kosten für die Lieferverzögerungen sitzen bleibt, sondern die Hälfte auf die Zulieferer abwälzen kann. Operativ bleibt Airbus weiter auf der Erfolgsspur. Nachdem man bereits auf der Luftfahrtmesse in Farnborough bedeutende Volumenorders für die A320NEO-Reihe einheimsen konnte, hat nun auch der irische Billigflieger Ryanair Interesse an den Kerosin-sparenden Mittelstreckenjets von Airbus signalisiert. Demnach wollen die Iren der Airbus-Modellreihe bei Neubestellungen den Vorzug geben, nachdem man bislang ausschließlich auf Boeing-Modelle gesetzt hatte. Dies macht deutlich, dass sich Airbus mit seiner NEO-Reihe, die Treibstoffeinsparungen von mehr als 15% gegenüber herkömmlichem Modellen ermöglicht, einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil herausgearbeitet hat. Vor allem in Asien lauern hier für Airbus Chancen auf bedeutende Großaufträge. Denn China dürfte angesichts des schwelenden Handelskonflikts mit den USA Airbus bei der Vergabe von Großaufträgen für die größtenteils staatlich kontrollierten Fluglinien den Vorzug gegenüber seinem US-Rivalen Boeing geben. Entsprechend optimistisch zeigten sich heute die Experten der Societe Generale, die das Kursziel für Airbus von 112 auf 126 Euro erhöht und die Einstufung mit "Buy" bestätigt haben.

Mit guten Q2-Zahlen konnte zuletzt der Realgeld-Depotwert Deutsche Börse aufwarten. Mit einem Umsatzanstieg von 621,6 Mio. Euro auf 687 Mio. Euro und einer Steigerung beim bereinigten Nettogewinn von 232,8 auf 261,9 Mio. Euro übertraf der Börsenbetreiber die Konsenserwartungen und befindet sich auf gutem Weg, seine Jahresziele, die einen Anstieg beim bereinigten Konzernergebnis von mindestens 10% und einer Verbesserung beim organischen Umsatz von mindestens 5% vorsehen, komfortabel zu erfüllen. Dank der neuen Wachstumsstrategie von Konzernchef Theodor Weimer sollte für die Deutsche Börse mittelfristig noch mehr drin sein. Mit klugen strategischen Akquisitionen wie dem Kauf der US-Devisenhandelsplattform US-FX-ECN und dem Ausbau des Mehrwert- und Dienstleistungsangebots für die zahlreichen Kunden will Weimer die starke Marktposition der Deutschen Börse gezielt monetarisieren. Gut ins Bild passen die jüngsten Preiserhöhungen beim Marktdaten-Newsfeed für seine zahlreichen Kunden aus der Finanz- und Bankenbranche. Bei den Analysten stößt die neue Langfrist-Strategie auf positive Resonanz. So hat die Deutsche Bank das Kursziel leicht auf 125 Euro angehoben und die Einstufung mit "Buy" betätigt. Dabei wurden die Ergebnisschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr leicht angehoben.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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