Besser traden mit System - Der Blog

 

Liebe Trendfolge-Trader,

der amerikanische Aktienmarkt bewegt sich auf einer Welle des Erfolges. Nach der allgemein gängigen Definition von Hausse- und Baissephasen befindet sich der US-Aktienmarkt nun sogar in der längsten Hausse der gesamten Börsengeschichte. Ein Bullenmarkt beginnt dann, wenn die Kurse um mindestens 20% vom letzten Tief gestiegen sind. Ein Bärenmarkt würde beginnen, wenn die Kurse gegenüber dem letzten Hoch um 20% eingebrochen sind. Seit nunmehr 3453 Tagen gab es keinen Bärenmarkt mehr. Der Bulle galoppiert immer weiter und weiter. Dass die jüngste Outperformance der US-Märkte gegenüber den europäischen Märkten vermutlich auf die Wirtschaftspolitik von Donald Trump zurückzuführen ist, wird hier in Deutschland nicht gerne gehört. Die Vorstellung liberalisierter Märkte und niedriger Steuern ist hierzulande unpopulär.

Unter Wirtschaftsexperten wird hitzig darüber diskutiert, ob die großen amerikanischen Technologiekonzerne mittlerweile eine Bubble-Bewertung erreicht haben. Ich selbst habe das Platzen der Internetblase miterlebt und halte die heutige Situation nicht ansatzweise mit der Situation im Jahr 2000 für vergleichbar. Damals wurden Firmen gehypt, die tiefrote Zahlen schrieben. Heute sind die Technologiekonzerne hoch profitabel und die Bewertungen sind hoch, aber nicht übertrieben hoch. Microsoft hat ein KGV19e von 25, Apple von 18 und Alphabet von 25. Eine Bubble sieht anders aus. Die Hausse ist nach meiner Interpretation viel eher die Anerkennung der neuen Realität, die so aussieht, dass die großen amerikanischen Technologiekonzerne eine Vormachtstellung erreicht haben, die in den nächsten 20 Jahren kaum angreifbar sein sollte.

In meinem realen 100.000 € Trendfolge-Depot handele ich gemäß dem Regelwerk nur die Märkte DAX, MDAX und EURO STOXX 50. Leider spielt in diesen Märkten derzeit nicht die Musik. Immobilienwerte gehören weiterhin zu den trendstabilsten Aktien der Auswahlrangliste. Neben TAG Immobilien, die in der Gesamtauswahl weiterhin auf Rang 1 rangiert und mit einem Plus von 35% auch im Realgeld-Depot den Spitzenplatz einnimmt, fiel mir beim Screening die Aktie von Grand City Properties auf. Der im MDAX notierte Wohnimmobilienkonzern unterscheidet sich von anderen Konkurrenten dadurch, dass man sich konsequent auf Immobilien in hochpreisigen Lagen konzentriert. Neben Ballungszentren wie Berlin, Dresden, Leipzig, Halle oder in NRW ist man auch in Metropolen wie London präsent und hat hier die Präsenz zuletzt weiter ausgebaut. Dies macht Sinn, da die Mietpreise in exklusiven Lagen deutlich stärker steigen als im Marktdurchschnitt. So gelang es, den bereinigten operativen Gewinn (FFO I) im ersten Halbjahr um 16% auf 99 Mio. Euro zu verbessern. Die Deutsche Bank hat die Einstufung nach den besser als erwartet ausgefallenen Halbjahreszahlen mit "Buy" und einem Kursziel von 24,50 Euro bestätigt.

Bei der Durchsicht der Trendstabilitäts-Ranglisten ist mir auch die Aktie von L`Oréal aufgefallen, die mittlerweile auf Rang 5 im EURO STOXX 50 rangiert. Der Kosmetikkonzern profitiert wie alle führenden europäischen Luxus- und Konsumgüterhersteller vom unstillbaren Konsumhunger der schnell wachsenden Mittel- und Oberschicht in Asien. Allein im ersten Halbjahr konnte man in der Region Asien/Pazifik die Umsatzerlöse um 22% steigern. Als cleverer Schachzug könnte sich hier die Übernahme des Beauty-App-Spezialisten ModiFace erweisen. Vor allem bei der jüngeren asiatischen Käuferschicht dürfte die neue virtuelle und interaktive App, die dem Nutzer Styling-und Beauty-Tipps via Smartphone offeriert, gut ankommen. Mittels Augmented Reality lassen sich neue Make-ups oder Haar-Colorationen direkt auf dem Smartphone-Display ausprobieren. Über Deep-Learning-Verfahren schlägt die Software passende Stylings aus den verschiedenen L´Oréal-Produktlinien vor. Die mit der neuen Beauty-App entstandenen Bilder und Kurzvideos lassen sich direkt via Facebook-Account an Freunde und Bekannte verschicken. L´Oréal hat die Zeichen der Zeit erkannt und schlägt damit ein neues Kapitel bei der Vermarktung von Beauty und Kosmetik-Produkten auf, Kürzlich hatten sich die Experten von JP Morgan Chase in einer Studie optimistisch zu den weiteren Aussichten des französischen Beauty-Konzerns zu Wort gemeldet und die Einstufung mit "Buy" und einem Kursziel von 215 Euro bekräftigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


     Systematisch investieren mit unseren Themenwelten

Liebe Trendfolge-Trader,

es ist kein schöner Börsensommer. Es gibt zwar immer wieder ein paar Trends, die sich andeuten und die anlaufen, aber es gibt keine großen Bewegungen, die so richtig nach oben durchziehen. Global gesehen gab es dieses Jahr die schönsten Rallybewegungen im amerikanischen Technologiesektor, aber auch hier wurde der Höhepunkt bei den Wachstumsraten meiner Meinung nun erreicht. Bei Facebook hat man diese Abflachung des Wachstums im letzten Quartal gesehen und gestern nach Börsenschluss meldete auch der Börsen-Highflyer NVIDIA die Rückkehr zu einem normalen und stabilen Geschäft, aber ohne die Fortschreibung der astronomisch hohen Wachstumszahlen.

Persönlich ist meine Markteinschätzung, dass in den nächsten Monaten am US-Markt wohl am ehesten wieder Value-Titel gut laufen werden. Ich habe mir heute Morgen zum Beispiel den Pharma-Giganten Pfizer angeschaut, weil die Aktie nach den letzten Quartalszahlen Momentum aufgebaut hat. Der US-Riese wird mit einem KGV18e von nur 14 bewertet. Während im Technologiesektor die Bewertungen durch die Decke geschossen sind, wurden andere Sektoren lange Zeit links liegen gelassen. Nachdem nun bei Tech-Aktien die Wachstumsraten abflachen, könnte es an der US-Börse zu einem großen Favoritenwechsel und zur Rückbesinnung auf Value-Aktien kommen.

Am deutschen Aktienmarkt gibt es eigentlich nur einen Trend, der in den letzten Wochen und Monaten so richtig überzeugen konnte: Immobilienaktien. Mit TAG Immobilien befindet sich eine Position aus dem Sektor auch in meinem realen 100.000 € Trendfolge-Depot. Hier passt der Börsentrend perfekt zur derzeitigen Realität in Deutschland, dass es zu wenig Wohnungen gibt. Firmen, die einen großen Bestand an Wohnimmobilien besitzen, sitzen auf einer Goldgrube.

Ein bisschen traurig macht mich der Bedeutungsverlust des deutschen Aktienmarktes. Wenn ich das mit meinen ersten Jahren als Trader vergleiche als am Neuen Markt der große Aufbruch in nahezu Trend-Branchen gespielt wurde, dann ist davon nichts mehr übriggeblieben. Die neuesten Technologien und alles was gerade cool ist, wird überwiegend von amerikanischen Firmen abgedeckt. Na ja, vielleicht ist es aber lediglich die derzeit vorherrschende Sommer-Tristesse, die mein Denken und Empfinden hier ergreift. Eine Sache, die ich in den letzten 20 Jahren gelernt habt, ist: Nach jeder traurigen Börsenphase kommt irgendwann die nächste Party und dann werden die Karten neu gemischt.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

LVMH überzeugt schon seit Monaten mit einem trendstabilen Verhalten. Die Aktie des Luxusgüterkonzerns rangiert nun sogar wieder auf Rang 1 der Auswahlrangliste im EuroStoxx50. Haupttreiber bleibt der unstillbare Appetit der schnell wachsenden Mittel- und Oberschicht in China nach europäischen Luxuslabels und Markenartikeln. Dieser Sektor-Trend passt gut zu meiner Argumentation im letzten Blog-Beitrag. Ich hatte darin begründet warum vor allem der steigende Konsum in Asien die treibende Kraft für die Weltwirtschaft in den nächsten 20 bis 30 Jahren sein wird.

Für uns Deutsche sind viele Luxusartikel langweilig geworden beziehungsweise wir erkennen nicht immer den Sinn darin. Für Asiaten, die sich dank Einkommenszuwächsen zum ersten Mal im Leben überhaupt solche Konsumartikel leisten können, ist dieser Luxus noch neu und spannend. Laut einer Erhebung der Boston Consulting Group zählen vor allem junge, gutverdienende Chinesen zum Kundenkreis von Firmen wie LVMH, wobei hier durchschnittlich mehr als 20% des Jahreseinkommens für Fashion und Accessoires ausgegeben werden. LVMH hat sich mit neuen Produktlinien perfekt auf diese neue Klientel eingestellt. So gehören trendige Sneakers oder Luxus-iPhone-Cases aus dem Hause LVMH zu den Rennern auf dem chinesischen Markt. Im ersten Halbjahr trugen diese neuen Produktlinien maßgeblich zum kräftigen Umsatzplus von 25% im Segment Fashion und Lederwaren bei. Die Experten von Exane BNP sehen hier weiteres Aufwärtspotential und haben das Kursziel von 306 auf 348 Euro angehoben und die Einstufung mit „Outperfom“ bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

ich möchte Ihnen heute etwas über meine Marktwahrnehmung berichten. Als Herausgeber des aktien Magazins veröffentliche ich jede Woche eine Kolumne. Es gibt derzeit zwei Meinungen, die bei meinen Lesern nicht gut ankommen, um es dezent zu formulieren. Die erste Meinung, die heftige Reaktionen auslöst, ist eine positive Berichterstattung über Elon Musk und Tesla. Das verkraftet die deutsche Ingenieursseele gerade offenbar nur schwer. Die zweite Meinung, die für teilweise zornige Zuschriften sorgt, ist eine positive Markteinschätzung mit dem Fazit, dass alles gut wird. Und das finde ich erstaunlich.

Wenn ich auf die Welt blicke, dann gibt es einen Trend, der alles andere in den Schatten stellt und der in den nächsten 20 bis 30 Jahren weiterhin gigantische Wachstumskräfte freisetzen wird. Es ist die Konvergenz beim Pro-Kopf-Einkommen, das nach und nach alle Länder und Weltregionen nach oben zieht. Das BIP pro Kopf liegt in den USA bei etwa 58.000 USD, aber erst bei 8.700 USD in China und bei knapp 2.000 USD in Indien. In der globalisierten Welt haben alle Länder Zugang zur State-of-the-Art-Technologie der führenden Weltkonzerne. Ein Industriebetrieb in Indien kann Roboter bei Fanuc oder Kuka bestellen, um die Produktion zu automatisieren. Wir Volkswirte sprechen hier vom Wachstum durch Technologie-Adaption. Anschaulich bedeutet es für mehr als zwei Milliarden Menschen in Asien die Möglichkeit, durch harte Arbeit ihr Einkommen jährlich enorm zu steigern. Eine neue Masse an Konsumenten tritt somit auf das Spielbrett. Gewinner sind die international aufgestellten Konzerne und damit die Aktienmärkte.

Wachstumsmöglichkeiten gibt es für die börsennotierten Firmen mehr als genug. Und so ist es zu erklären, dass der Aktienmarkt trotz der vielen offensichtlichen Krisenherde rund um die ganzen Handelskriege in einer stabilen Seitwärtsbewegung verweilt. Seit eineinhalb Jahren geht es seitwärts, aber es kam bislang zu keinen größeren Kurskorrekturen. Meine Meinung ist, dass wir gerade ein Kräftesammeln vor dem nächsten Anstieg erleben. Die starken, globalen Wachstumskräfte dürften den Aktien nach der Sommerflaute dann spätestens Ende 2018 zu neuen Bullenkräften verhelfen.

Was gibt es Spannendes in unseren Trendstabilitäts-Ranglisten?

Auffällig stark präsentierte sich zuletzt die Aktie von Scout24, die sich mittlerweile auf Rang 7 der Gesamtauswahl in der Trendstabilitäts-Rangliste nach vorne geschoben hat. Scout24 ist ein typischer Profiteur des durch das Internet-Zeitalter veränderten Konsumentenverhaltens. Anstatt sich bei der Suche nach einem Neu- oder Gebrauchtwagen stundenlang durch diverse Autohäuser zu quälen, nutzen Kaufinteressenten lieber Vergleichsportale wie AutoScout24. Auch bei der Suche nach der Wohnung oder der passenden Eigentumswohnung werden Online-Portale wie Immobilienscout24 immer beliebter. Scout24 versteht es, die stark wachsende Nutzerbasis mit Zusatzangeboten wie Finanzierungen, Versicherungen und anderen Mehrwertangeboten zu monetarisieren. Dies zeigen die kürzlich vorgelegten Q2-Zahlen. Hier konnte Scout24 mit einem kräftigen operativen Gewinnanstieg von 66,4 auf 75,1 Mio. Euro überzeugen. Die Firma sieht sich auf Kurs, die Jahresziele zu erfüllen. Neue Dynamik verspricht der Kauf des Kreditvergleichsportals Finanzcheck. Die Analysten von Kepler Chevreux bestätigen im Anschluss an das starke Halbjahreszahlenwerk ihr Buy-Rating und das Kursziel von 50 Euro.

Beim Screening der Trendstabilitäts-Rangliste ist mir auch die Aktie von Symrise ins Auge gestochen, zumal der Wert zuletzt auf Rang 4 im MDAX vorgerückt ist. Als Duft- und Aromenhersteller profitiert Symrise von der wachsenden Produktvielfalt bei Nahrungsmitteln, Konsumgütern, Hygiene- und Drogerieprodukten sowie bei Parfums und Kosmetika. Aber eben auch vom Konsumhunger, der insbesondere in den asiatischen Staaten stark anwächst. Dies stellte Symrise bei der Vorlage der Halbjahreszahlen mit einem leicht besser als erwarteten Ergebnis eindrucksvoll unter Beweis. Im laufenden Fiskaljahr will Symrise noch eine Schippe drauflegen und peilt ein kräftiges Umsatzplus von mehr als 7% an. Zuvor hatte man lediglich ein über dem Marktdurchschnitt von 3 bis 4% liegendes Umsatzwachstum angepeilt. Die Experten der Credit Suisse haben das Kursziel von 75 auf 84 Euro zuletzt angehoben und die Einstufung mit "Outperform" betätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

der Handelsstreit zwischen den USA und China scheint nun in eine entscheidende Phase zu gehen. Ab dem 23. August treten weitere US-Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von rund 16 Milliarden US-Dollar in Kraft. Hinter den Kulissen wird hart verhandelt. Die Amerikaner wollen freien Marktzugang für US-Konzerne auf dem chinesischen Markt. Mittels staatlicher Zensurvorgaben und der Forderung nach Technologietransfers schotten die Chinesen ihren Markt ab und Firmen wie Alphabet (Google) mussten ihr China-Geschäft nahezu komplett einstellen. Ich kann mir gut vorstellen, dass irgendwann in den nächsten 3 Monaten der Aktienmarkt eines Tages mit einem gewaltigen Gap-Up eröffnen wird, weil sich Amerikaner und Chinesen geeinigt haben. Eine Einigung müsste möglich sein. Ich sehe die Amerikaner mit ihrer Position im Recht und die chinesische Regierung weiß, dass sie ihre eigenen Märkte irgendwann wird öffnen müssen, wenn sie im Gegenzug weiterhin so stark exportieren will.

Zu den großen Gewinnern des Handelsstreit USA gegen China könnten europäische Konzerne zählen. Zum Beispiel die Flugzeughersteller Airbus und MTU. Ich gehe davon aus, dass die staatlichen, chinesischen Fluggesellschaften in Zukunft Großaufträge verstärkt an Airbus anstatt an Boeing vergeben werden. MTU wäre als Zulieferer für Airbus dann auch mit im Spiel. In den Trendstabilitäts-Ranglisten sind beide Aktien ganz weit vorne positioniert.

Airbus macht seit Wochen mit Stärke auf sich aufmerksam und befindet sich auf Ranglistenplatz Nr. 6 in unserem Trendstabilitäts-Ranking zum MDAX. Die Story beim führenden europäischen Flugzeugbauer bleibt die starke Nachfrage nach Passagierflugzeugen im Zuge des weltweit anziehenden Reiseverkehrs. Dank niedriger Ticketpreise und dem Touristikboom in schnell wachsenden Schwellenländern wie China wird sich das Passagieraufkommen in den kommenden beiden Jahrzehnten mehr als verdoppeln, so eine Studie der IATA. Gute Aussichten für Airbus also, da man mit der spritsparenden NEO-Technologie im Passagierflugzeugsegment gegenüber seinem Erzrivalen Boeing ohnehin die Nase vorne hat. Nach der jüngsten Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China bieten sich für Airbus neue attraktive Chancen. Als Antwort auf die Drohungen aus Washington hat China bereits hohe Zölle auf US-Flugzeugimporte angekündigt. Damit sollte Airbus künftig bei der Vergabe lukrativer Volumenaufträgen aus dem Reich der Mitte gegenüber Boeing bevorzugt werden. Entsprechend optimistisch zeigten sich zuletzt die Experten von Goldman Sachs, die das Kursziel für die Aktie von 119 auf 125 Euro nach oben revidierten und die Einstufung mit "Buy" bestätigt haben.

Beim Screening der Trendstabilitäts-Rangliste wurde ich auf MTU Aero Engines aufmerksam, zumal sich die Aktie mittlerweile auf Rang 2 der Gesamtauswahl vorgearbeitet hat. Der Triebwerkshersteller profitiert als Zulieferer für Branchengrößen wie Airbus und Boeing vom Boom im gesamten Luftfahrtsektor. Denn der globale Touristikboom sorgt dafür, dass die Airlines ihre Kapazitäten deutlich ausbauen müssen. Bis zu 41.000 neue Maschinen dürften laut einer jüngst veröffentlichten Schätzung von Boeing benötigt werden, um dem anziehenden Flugverkehr gerecht zu werden. Gute Aussichten also für MTU Aero Engines, der mit seiner spritsparenden Getriebefan-Technologie zu den gefragtesten Triebwerksherstellern gehört. Die steigende Zahl der installierten Triebwerke macht sich schon jetzt positiv beim Ergebnis bemerkbar, da die Umsatzerlöse in margenstarken Segmenten wie Wartung und Service sowie im Ersatzteilgeschäft deutlich anziehen. Daher verwundert es nicht, dass MTU Ende Juli seine Jahresprognose nach oben revidiert hatte. Die Commerzbank hob kürzlich das Kursziel für die Aktie von 187 auf 198 Euro an und bestätigte die Einstufung mit „Overweight“. Auch technisch macht MTU Aero Engines weiter eine gute Figur und sollte nach dem Breakout auf ein neues Jahreshoch die Trendfortsetzung einleiten!

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

am Montag nach Börsenschluss überprüfte ich die Trendstabilitäts-Ranglisten erneut dahingehend, ob es zu Depotumschichtungen gemäß unserem Regelwerk kommt. Aus dem MDAX befinden sich bereits zwei Basiswerte (TAG Immobilien und Rocket Internet) in meinem Depot, die beide auf den vorderen beiden Ranglistenplätzen sind. Hier kommt es zu keinen Umschichtungen. Im EURO STOXX 50 konnte sich ASML gerade noch auf den dritten Ranglistenplatz vor ENI retten und bleibt damit im Depot. Die führende, trendstabilste Aktie im EURO STOXX 50 ist Total. Sie wird aber nicht ins Depot aufgenommen, weil die Marktampel für den Index derzeit noch auf Rot steht. Das bedeutet, dass der EURO STOXX 50 unterhalb seines GD 200 notiert und damit per Definition kein Aufwärtstrend vorliegt. Auch im DAX verhindert die rote Marktampel, dass Vonovia neu ins Depot wandert.

Auffällig ist, dass sowohl im MDAX also auch im DAX zwei Immobilienkonzerne (TAG Immobilien und Vonovia) die Trendstabilitäts-Ranglisten anführen. Es passt zu der derzeit herrschenden Immobiliennot in Deutschland. Es gibt in vielen Regionen Deutschlands kein vernünftiges Angebot an Immobilien mehr. Ich selbst habe früher regelmäßig bei Immobilienscout die Wohnungsangebote in Konstanz gecheckt. Dort habe ich studiert. Es ist eine wunderschöne Gegend. Früher bin ich häufig nach der Uni mit dem Fahrrad von Konstanz nach Meersburg gefahren und dann mit der Fähre wieder zurück nach Konstanz. Das ist eine schöne Tour, die fit hält und Spaß macht. Darum suche ich seit geraumer Zeit nach einer Ferienwohnung in Konstanz mit Seeblick. Das Problem ist nur: Es gibt quasi kein Angebot. Die großen Immobilienportale sind wie leergefegt. Es kommen kaum vernünftige Objekte auf den Markt.

Zumindest in den großen Städten gehört die Immobilienknappheit zu den Dingen, die aus meiner Sicht nicht so sein müssten. Warum verdammt noch mal wird nicht stärker in die Höhe gebaut. Es gibt so schöne Architektur-Studien über riesige, teilweise 400 Meter hohe Wolkenkratzer mit Wohnungen, Supermärkten, Freizeitmöglichkeiten und Bars. Ich verstehe nicht, warum in den deutschen Ballungsgebieten nicht der Weg für solche Bauprojekte geebnet wird. Es können ja auch gerne Luxuswohnungen sein. Wenn die Wohlhabenden in diese modernen Skyscraper ziehen, sinkt der Druck auf Mietpreise in den anderen Stadtvierteln. Ich denke, irgendwann wird diese Erkenntnis auch in der Politik Einzug halten. Für Immobilienkonzerne wie Vonovia und TAG Immobilien dürfte das Marktumfeld attraktiv bleiben.

Ein weiterer Immobilienwert, der mir beim Screening der Trendstabilitäts-Rangliste aufgefallen war, ist Grand City Properties. Der Immobilienkonzern profitiert wie alle Anbieter der Branche von steigenden Mietpreisen und der hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in den Ballungsgebieten und hat sich mittlerweile in der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Ranglisten auf Rang 6 nach vorne geschoben. Mit seinem Bestand von mehr als 87.000 Wohnungen in Berlin und Nordrhein-Westfalen ist man gut aufgestellt – im Auftaktquartal, dank höherer Mieteinnahmen, mit einem besser als erwarteten operativen Ergebnis. Da man sich auf die Sanierung von Altbauten spezialisiert hat und diese nach Instandsetzung und Modernisierung höherpreisig weitervermietet oder weiterverkauft, erzielt man attraktive Renditen. Die Experten von Kepler Chevreux sehen daher das Aufwärtspotential noch nicht ausgereizt und hoben das Kursziel kürzlich von 23 auf 25 Euro an und bestätigten die Einstufung mit “Buy“.

Fazit: In dieser Woche hat mir das Arbeiten mit den Trendstabilitäts-Ranglisten besonders viel Spaß gemacht, denn ich hatte das Gefühl, dass sich in den Ranglisten widerspiegelt, was gerade in der Welt der Wirtschaft vor sich geht. Die Börse ist ein Abbild der Wirklichkeit.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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