Besser traden mit System - Der Blog

 

Liebe Leser,

wir Trendfolge-Trader können gerade nur neidisch das Treiben am amerikanischen Aktienmarkt verfolgen. Ausgelöst von den Steuersenkungen, die Trump auf den Weg gebracht hat, schießen die Firmengewinne durch die Decke und unzählige Aktiengesellschaften schrauben sich derzeit wöchentlich in immer größere Höhen. Es ist ein breiter Anstieg vieler führender Aktien wie ich ihn selten zuvor erlebt habe.

Mein reales 100.000 € Trendfolge-Depot, das sich auf die Märkte DAX, MDAX und Euro Stoxx 50 konzentriert, hat sich in den letzten beiden Tagen vom Wacker Chemie Schock wieder etwas erholt. Vor allem den Kursgewinnen in der ASML-Aktie habe ich es zu verdanken, dass die Depot-Performance wieder auf + 9% gestiegen ist. Aber dennoch muss ich zugeben, dass mir die Verluste mit Wacker Chemie aufgrund der Subventionskürzungen in China immer noch etwas auf die Stimmung schlagen.

In den USA startet auch die Tesla-Aktie nun wieder durch. Es ist eine der spannendsten Titel am US-Markt. Und dazu möchte ich etwas sagen, weil ich glaube, dass Tesla gerade an einem überlegenen Geschäftsmodell arbeitet und diese Tatsache von der deutschen Presse und von den deutschen Autobauern immer noch unterschätzt wird. Das ist riskant. Die schwachen Aktienkurse von Daimler, Volkswagen und BWM sind Ausdruck einer düsteren Vorahnung, dass eine Bedrohung heranrollt, die für die deutschen Autohersteller so gefährlich sein könnte, wie es Amazon für die ganzen Einzelhändler ist.

Mein erstes Argument für diese These ist die Einschätzung, dass das Elektroauto ab etwa 2030 das bessere Auto sein wird. Die Akkudichte von Lithium-Ionen-Akkus nimmt gerade stetig um etwa 10% pro Jahr zu. Wenn man diese technische Entwicklung weiter nach oben rechnet, ergeben sich ab 2030 Normreichweiten von über 1.000 Kilometern bei Elektroautos. Selbst der Volkswagen-Konzern geht bei den eigenen Elektroautos ab 2022 von einer Normreichweise von 600 Kilometern aus. Wenn ich mit meinem Elektroauto, das kaum Wartungsbedarf hat, über 1.000 Kilometer am Stück fahren kann, gibt es für mich als Käufer kein richtiges Argument mehr, warum ich unbedingt auf ein Auto mit Verbrennungsmotor setzen sollte. Tesla produziert die Lithium-Ionen-Akkus in Eigenregie, in den sogenannten Giga-Factories. Die deutschen Autobauer müssen die Batterien bei Zulieferern einkaufen. Sie bezahlen den Herstellern wie Samsung SDI die Gewinnmarge. Tesla dürfte darum bei einem wichtigen Teil der Wertschöpfungskette langfristig deutliche Kostenvorteile haben.

Mein zweites Argument für die These, dass das Geschäftsmodell von Tesla dem Geschäftsmodell der deutschen Autobauer überlegen ist, zielt auf den Vertrieb ab. Daimler, BMW und Co. verkaufen ihre Autos über Vertragshändler. Die Vertragshändler unterhalten große Grundstücke, Bürogebäude, Verkaufshallen und viele Mitarbeiter. Sie wollen ein großes Stück am Kuchen mitverdienen. Tesla verkauft die Autos fast ausschließlich online. Außer einigen repräsentativen Flagship-Stores braucht Tesla kein Händlernetz. Beim Online-Verkauf eines Autos kann Tesla den Verkaufserlös zu 100% für sich vereinnahmen. Dazu kommt noch das Phänomen, dass Tesla aufgrund der schillernden Unternehmerpersönlichkeit Elon Musk derzeit kaum Geld für Werbung ausgeben muss. Musk schießt Raketen in den Himmel, kündigt einen Tesla Roadster mit Raketendüsen an und die Presse stürzt sich darauf. Tesla hat Vorbestellungen für mehrere 100.000 Autos, ohne nennenswerte Werbeausgaben gehabt zu haben. Das ist genial.

Tesla steht für ein Online-Geschäftsmodell ohne Händlernetzwerk. Daimler und Co. stehen für das klassische Vertriebsmodell über Auto-Vertragshändler. Das Online-Vertriebsmodell von Tesla bietet aus meiner Sicht deutliche Kosten- und damit Wettbewerbsvorteile.

Fazit: Solche tollen Storys wie Tesla gibt es derzeit leider nur am US-Markt. Aber, liebe Leser, wenn es hier in Deutschland wieder zu Bewegung kommt, dann werden die entsprechenden Titel in den Trendstabilitäts-Ranglisten auf den vorderen Plätzen notieren und wir werden bei den Stories dann über unser Regelwerk investiert sein.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

ich habe 2 neue Depotwerte. Basierend auf den Trendstabilitäts-Ranglisten von Montag nach Börsenschluss habe ich die neue Depotzusammensetzung bestimmt. Die neuen Depotwerte werden bei meinem realen 100.000 € Trendfolge-Depot, das ich hier führe, immer rein nach dem Regelwerk ausgewählt. Änderungen ergaben sich bei diesem Umschichtungstermin in den Indizes DAX und MDAX. So sahen die Trendstabilitäts-Ranglisten von DAX und MDAX am Montag nach Börsenschluss aus:

DAX
1. Deutsche Börse AG mit einer Trendstabilität von 8,60
2. Infineon mit einer Trendstabilität von 5,50
3. Vonovia mit einer Trendstabilität von 5,30

MDAX
1. TAG Immobilien mit einer Trendstabilität von 13,30
2. Norma Group mit einer Trendstabilität von 8,40
3. MTU mit einer Trendstabilität von 8,00

Das bedeutet konkret für meine Depotzusammensetzung, dass Lufthansa und Wacker Chemie als Basiswerte aus meinem Depot herausfliegen und im Gegenzug Infineon und Norma Group aufgenommen werden. Ich habe diese Transaktionen gemäß dem Regelwerk durchgeführt. Hier sehen Sie das Orderbuch meiner Volksbank:



Ich habe die Infineon-Position über ein Discount-Zertifikat (WKN DD88AA) mit Laufzeit bis zum 24.05.2019 abgebildet. Mit diesem Discount-Zertifikat erhalte ich derzeit einen Discount in Höhe von 4,09 % gegenüber dem Kurs der Aktie. Dieser vergünstigte Einstieg ist möglich, weil ich im Gegenzug mit dem Cap bei 30 € auf Kursanstiege der Infineon-Aktie über 30 € verzichte bzw. nicht mehr daran partizipiere. Das erscheint mir ein fairer Kompromiss zu sein, um den Discount zu bekommen.

Infineon ist neben ASML damit der zweite Basiswert aus dem Chip-Sektor, der sich in meinem Depot befindet. Ich bin sehr froh darüber, denn meine persönliche Erwartungshaltung ist, dass wir in der Chip-Branche vor einem Nachfrageboom stehen. Die steigende Chip-Nachfrage wird von Technologien wie Virtual Reality, künstliche Intelligenz und autonomes Fahren ausgelöst. Von diesem Megatrend sollte auch Infineon sehr stark profitieren.

Mein Depotwert ASML – ebenfalls eine Chip-Aktie - sieht sehr stark aus und kann auf neue Jahreshochs vorstoßen. Die Aktie wird heute von einer Hochstufung durch RBC Capital getrieben. Das Rating lautet „Sektor Outperform“.

Ich werde nun als nächste meine Depotübersicht aktualisieren und die neuen Transaktionen eintragen. Bitte beachten Sie, dass ich den endgültigen Cashbestand erst dann bestimmen kann, wenn die Abrechnungen der Orders von meiner Volksbank vorliegen. Wundern Sie sich also bitte nicht, liebe Leser, wenn es beim Cashbestand in den nächsten Tagen noch zu kleinen Anpassungen kommt. Für den Verlust-Trade in Wacker Chemie werde ich auch noch eine Rückerstattung zuvor bezahlter Abgeltungssteuer erhalten.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Discount 30 2019/05: Basiswert Infineon Technologies

Discount 30 2019/05: Basiswert Infineon Technologies

DD88AA / //
Quelle: DZ BANK: Geld 19.10. 21:55:33, Brief 19.10. 21:55:33
DD88AA // Quelle: DZ BANK: Geld 19.10. 21:55:33, Brief 19.10. 21:55:33
17,19 EUR
Geld in EUR
17,21 EUR
Brief in EUR
-3,86%
Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 17,595 EUR
Quelle : Xetra, 17:35:29
  • Max Rendite 74,32%
  • Max Rendite in % p.a. 156,87% p.a.
  • Discount in % 2,19%
  • Cap 30,00 EUR
  • Abstand zum Cap in % 70,50%
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 1,00
Hinweis der DZ BANK:
Das öffentliche Angebot dieses Wertpapiers ist beendet. Kursstellungen nur während der Börsenzeiten.

Liebe Leser,

diese Handelswoche hat keinen Spaß gemacht. Mein Depot hat die volle politische Breitsalve abbekommen. Die Solarwerte weltweit wurden von der Entscheidung der chinesischen Regierung, die Solarsubventionen zu kürzen, in die Tiefe gerissen. Mein Depotwert Wacker Chemie ist nicht das einzige Opfer. Auch andere Solar-Aktien wie First Solar mussten heftige Kursverluste verzeichnen. Wacker Chemie ist ja eigentlich kein reiner Solarwert, sondern Weltmarktführer für hochreines Polysilicium, das in der Chip- und Halbleiterbranche zum Einsatz kommt. Der Markt spielt hier das Horrorszenario, dass die weltweite Solarproduktion nun deutlich zurückgehen wird und dass Wacker Chemie daher deutlich geringere Mengen an Polysilicium wird absetzen können.

Auch der Gesamtmarkt ist nach dem jüngsten Schlagabtauschen zwischen Trump und Macron unter Druck. Am Wochenende findet der G7-Gipfel statt und wenn es den Parteien dann nicht gelingt, eine Einigung über Handelszölle zu finden, ist nächste Woche mit einer Verschärfung des Handelskonflikts zwischen Europa und den USA zu rechnen. In der sachlichen Beurteilung des Streits sehe ich die Amerikaner im Recht. Europa hat hohe Zölle auf viele Produkte und schottet z.B. den Agrarsektor systematisch vom freien Welthandel ab. Rindfleischimporte müssen mit 69% verzollt werden. Es ist eigentlich verständlich, dass die Amerikaner, die wesentlich geringere Zölle erheben, gegen diese Schutzmaßnahmen der EU nun vorgehen wollen. Ich hoffe, dass es am Wochenende zu einer Einigung kommt. Es sollen doch einfach alle Länder freien Handel miteinander treiben. Dann wäre allen geholfen.

Am Montag ist wieder Umschichtungstermin. Ich werde dann die Trendstabilitäts-Ranglisten überprüfen und mein Depot gemäß dem Regelwerk neu ausrichten. Im Euro Stoxx 50 führen weiterhin ASML und LVMH die Trendstabilitäts-Ranglisten an und im DAX befinden sich die Deutsche Börse AG und die Deutsche Lufthansa weiterhin auf den Positionen 1 und 2 der Trendstabilitäts-Rangliste. Eine Depotänderung wird es darum aller Voraussicht nach nur im MDAX geben. Wacker Chemie ist, es war nicht anders zu erwarten, aus der Top 3 der trendstabilsten Aktien im MDAX herausgefallen. Damit steht die Aktie auf der Verkaufsliste, wenn sich bis Montag nichts Gravierendes ändert. MTU würde basierend auf dem aktuellen Stand neu ins Depot aufrücken.

In den Trendstabilitäts-Ranglisten gibt es gerade nicht so viel Bewegung. In der Gesamtbetrachtung fällt auf, dass mit Grand City Properties nun ein weiterer Immobilienwert, neben TAG Immobilien, in die Top 10 gewandert ist. Ich habe mich vorhin ein wenig über das Unternehmen schlau gemacht. Der MDAX-Konzern hat sich auf Immobilien in A- und B-Lagen spezialisiert und ist vor allem in Ballungsgebieten in NRW sowie in Berlin präsent. Dabei spezialisiert sich die Firma auf den Ankauf sanierungsbedürftiger Objekte. Diese werden instandgesetzt und danach entweder vermietet oder weiterverkauft. Ein kluges Geschäftsmodell, das noch höhere Renditen ermöglicht, als der Kauf von Neubauten. Die Experten der Citigroup glauben an das Geschäftsmodell von Grand City Properties und haben das Kursziel von 31,17 Euro und die Einstufung "Buy" jüngst bestätigt.  

Fazit: Am Montag ist Umschichtungstermin. Wacker Chemie wird voraussichtlich durch einen neuen Basiswert ersetzt. Nach aktuellem Stand deutet die Rangliste darauf hin, dass MTU neu ins Depot wandern wird.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

heute möchte ich diese Eingangszeilen nutzen, um ein wenig zu jammern. Ich vertrete ja die Meinung, dass Emotionen für Trader wichtig sind, um Erfahrungswerte zu bilden und um vergangenen Situationen eine klare emotionale Färbung zu geben. Das hat Vorteile. Sie kennen das ja: An emotionale Situationen und Erlebnisse erinnert man sich teilweise noch nach Jahren oder gar Jahrzehnten. Und gerade als Trader profitiere ich stark davon, wenn ich für aktuelle Börsenentwicklungen auf historische Referenzsituationen zurückblicken kann. Wichtig ist lediglich, dass ich als Trader meine Käufe und Verkäufe nicht von Emotionen beeinflussen lasse. Im Falle meines realen 100.000 € Trendfolge-Depots ist das gar kein Problem, denn jede Kauf- und Verkaufsentscheidung folgt unserem Regelwerk.

Worum geht es? Mein Depotwert Wacker Chemie kam in den letzten Tagen stark unter die Räder. Auslöser für die Kursverluste waren die Pläne der chinesischen Regierung, den Ausbau der Solarkapazitäten deutlich zu verlangsamen. Konkret ist vorgesehen, die Einspeisevergütungen auf Solarstrom deutlich abzusenken. Die Privatbank Hauck & Aufhäuser fand dafür klare Worte. China habe den weltweiten Photovoltaik-Markt „erschüttert“, schreiben die Analysten. Dieser Schritt der chinesischen Regierung sei völlig überraschend gewesen. An einer Kaufempfehlung hält Hauck & Aushäuser aber weiter fest. Lediglich das Kursziel wurde von 175 und 169 Euro gesenkt.

Hätte ich diese Schockmeldung im Depot vermeiden können? Die Antwort ist ein klares Nein. Es war einfach Pech. Mein Trendfolge-Depot wird komplett regelbasiert geführt. Die Trendstabilität bei Aktien deutet eher auf gute, fundamentale Entwicklungen hin. Aber wenn die chinesische Regierung einfach von heute auf morgen ihre Politik ändert, bin ich komplett machtlos.

Der Einbruch der Wacker Chemie Aktie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem es bei meinem realen 100.000 € Trendfolge-Depot eigentlich ganz gut läuft. Der Chip-Ausrüster ASML ist 6% in die Gewinnzone gelaufen und der Aufwärtstrend macht auch mich einen stabilen und gesunden Eindruck. Ich persönlich rechne hier mit weiteren Kursanstiegen. Mein Mini-Future auf die Deutsche Börse AG ist aktuell 11% im Plus und mein Turbo Long auf TAG Immobilien kann ebenfalls Kursgewinne von knapp 14% vorweisen. Es wäre also ein richtig schöner Lauf für mein Depot geworden, wenn nicht diese Schocknachrichten aus China meinen Wacker Chemie Trade abgeschossen hätten. So, jetzt aber genug gejammert!

Unter Druck geraten war zuletzt mein Depotwert Lufthansa. Die Nachrichtenlage zumindest verspricht jetzt Besserung. Die Aktie musste, so sagen die meisten Marktkommentatoren, aufgrund einer Abschwächung der Ticketpreise Federn lassen. Die kürzlich von Lufthansa-Chef Carsten Spohr gemachten Äußerungen über die bevorstehende Sommersaison könnten das Bild bald wieder aufhellen. So stellte der Lufthansa-CEO für die wichtige Urlaubssaison wieder steigende Ticket-Preise in Aussicht, wobei er gleichzeitig von einer Rekordauslastung der Flotte ausgeht. Entsprechend positiv meldeten sich zuletzt auch die Analysten der Commerzbank zur Aktie der Lufthansa zu Wort. Demnach gehen die Experten davon aus, dass die Lufthansa ihr Jahresziel von 3 Mrd. Euro beim operativen Gewinn voraussichtlich wird übertreffen können. Entsprechend wurde die Einstufung mit "Buy" und einem Kursziel von 32 Euro bestätigt.

Fazit: Die letzten Handelstage waren wegen Wacker Chemie bitter. Die China-Nachrichten verhinderten einen schönen Bullenlauf in meinem Depot. Ich muss ehrlich zugeben, dass das meine Stimmung auch etwas belastet hat. Aber solche externen Negativnachrichten kann man im Vorfeld nicht verhindern. Wir Trader sind hier ein Spielball der großen Politik und alle 2 oder 3 Jahre trifft es halt auch das eigene Depot.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

ganz ehrlich, liebe Leser, es ist gerade nicht die schönste Zeit für uns Trendfolge-Trader. Der Markt ist nervös und der DAX läuft schon seit über einem Jahr seitwärts. Von den letzten Transaktionen entwickeln sich die Deutsche Börse AG und TAG Immobilien gut, aber Wacker Chemie hat leider eine Kurskorrektur eingeschlagen. So richtig verstehen kann ich diesen schnellen Kursrückgang nicht, denn Baader Bank und Berenberg Bank veröffentlichten mit Kurszielen von 181 € beziehungsweise 178 € optimistische Kaufstudien.

Am meisten Spaß, von der Sinnhaftigkeit der Kursbewegung her, macht mir derzeit die Aktie der Deutschen Börse AG. Das Geschäft des Börsenplatzbetreibers floriert, wenn der Handel volatiler wird und das Handelsvolumen zunimmt. Die Aktie entwickelt sich vermutlich deshalb gerade so oft antizyklisch zum Markt. Das Reaktionsmuster, dass die Deutsche Börse Aktie steigt, wenn der Markt unter Druck kommt, konnte ich zuletzt häufig beobachten. Hier haben die Trendstabilität-Ranglisten dann wieder ganze Arbeit vollrichtet. Die Deutsche Börse AG ist trendstabil, unter anderem deswegen, weil der Titel genau von diesem Marktumfeld auch profitiert.

Ich verfolge derzeit ja alle Nachrichten rund um künstliche Intelligenz, autonomes Fahren und den Chipsektor. Meine These ist, dass wir vor einem Jahrzehnt der exponentiell wachsenden Chipnachfrage stehen, weil Künstliche-Intelligenz-Applikationen mit wachsender Rechenleistung immer leistungsfähiger werden können. Gestern gab Softbank eine Beteiligung über 2,25 Mrd. USD an der General Motors Tochter Cruise bekannt. Cruise baut selbstfahrende Autos. Und jetzt kommt das Überraschende: Das erste Roboter-Taxi soll bereits ab 2019 auf den Markt kommen. Autonom fahrende Autos sind vollgestopft mit Hochleistungs-Computertechnologie. Wenn diese in Serie auf den Markt kommen, dürfte das die Chipnachfrage ebenfalls beflügeln.

Mein Depotwert ASML dürfte von einer hohen Chipnachfrage profitieren. Es wundert mich also nicht, dass die ASML-Aktie neben LVMH zu den ganz wenigen Titeln im Euro Stoxx 50 gehört, die noch ein stabiles Trendverhalten aufzeigen. Die EUV-Technologie von ASML eignet sich optimal zur Produktion von Chipsätzen in der Größe von 4 bis 10 Nanometern eignet. Diese neue Chip-Generation wird vor allem bei High-End-Smartphones eingesetzt, ist aufgrund ihrer hohen Rechenpower bei kleinsten Abmessungen sind diese Winzlinge auch für Big Data, Cloud-Infrastrukturen oder dem Roboterauto geradezu prädestiniert. Samsung will in der zweiten Jahreshälfte mit der Serienproduktion beginnen, wobei weitere Schwergewichte nachziehen werden. Für ASML bieten sich damit als Quasi-Monopolist exzellente Wachstumschancen für seine EUV-Technologie!

Interessante Neuigkeiten gibt es zu meinem Musterdepot-Wert LVMH! Heute haben sich die Experten von JPMorgan die Einstufung mit "Overweight" bestätigt, das Kursziel jedoch von 280 auf 325 Euro angehoben. Nach Einschätzung der Experten wird LVMH trotz des starken Kursanstiegs der letzten 24 Monate zu Recht mit einer Bewertungsprämie gehandelt. Ich kann mich dieser Einschätzung nur anschließen. Denn LVMH ist in allen wichtigen Produktkategorien wie Luxus-Uhren und Schmuck, Lederwaren und Fashion, Parfumes & Fragrances und Champagner präsent. Damit ist man bestens aufgestellt, um vom weltweiten Konsumhunger, vor allem in China, profitieren zu können. Einen vielversprechenden Eindruck macht der Einstieg ins Brillensegment, wobei man sich mit der italienischen Marcolin-Gruppe einen renommierten Partner ins Boot geholt hat. Eyeware gilt als einer der attraktivsten Wachstumssegmente, wobei Marktanalysten hier im Schnitt jährliche Zuwachsraten von 7,5% bis 2021 erwarten. LVMH hat damit gute Chancen, sein Wachstum mittelfristig weiter zu beschleunigen!

Fazit: Mein Depot wird rein regelbasiert nach den Trendstabilitäts-Ranglisten gebildet. Persönlich finde ich gerade die Depotwerte Deutsche Börse AG und ASML am aussichtsreichsten.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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