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Besser Traden mit System - Der Blog

  • Der Blog hilft Ihnen, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. In Wochenberichten und Kommentaren berichtet TraderFox-CEO und Diplom-Volkswirt Simon Betschinger von aktuellen Geschehen an den Kapitalmärkten und lässt Sie auch an seinen persönlichen Einschätzungen teilhaben. Schauen Sie doch ab und zu mal vorbei, um immer up to date zu sein!


 

Liebe Trader,

Werte aus dem Technologiesektor haben derzeit angesichts der anhaltenden Marktkorrektur einen besonders schweren Stand. Zu den wenigen Ausnahmen, die sich dem schwachen Marktumfeld erfolgreich entziehen können, gehört der Anlagenbauer AIXTRON, der sich derzeit auf Rang 14 der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Rangliste befindet. AIXTRON liefert als Spezialist für sogenannte Depositionsanlagen nicht nur das passende Equipment für die Herstellung von modernen Hochleistungs-Lasern für High-Speed-Datenkommunikation oder LED-Displays für Smartphones oder Tablets. Besonders gefragt sind die MOCVD-Anlagen von AIXTRON vor allem in der Chip- und Halbleiterindustrie, wobei man hier den Löwenanteil seiner Umsatzerlöse erzielt. Schwergewichte wie Lumentum, Infineon, LG Electronics, Hitachi, LG Electronics oder Sony setzen bei MOCVD-Modulanlagen auf die Expertise von AIXTRON, wobei der in Herzogenrath ansässige Technologiekonzern laut einer Erhebung des Marktforschungsinstituts Gartner mit einem Weltmarktanteil von 75 % in diesem Segment deutlich vor der Konkurrenz aus China und den USA rangiert.

 

Leistungshalbleiter aus Siliziumkarbid und Galliumnitrid sorgen für neue Perspektiven!

Frische Impulse verspricht für AIXTRON der Siegeszug von Siliziumkarbid-Halbleitern. Diese neue Chipgeneration ist aufgrund ihrer einzigartigen physikalischen Eigenschaften nicht nur erheblich belastbarer als herkömmliche Silizium-Chips. Da SiC-Chips aufgrund ihrer einzigartigen physikalischen Eigenschaften bis zu 50 % weniger Wärme abstrahlen, sind diese Silizium-Karbid-Leistungshalbleiter Silizium-Chips in puncto Energieeffizienz haushoch überlegen. Auch in puncto Wirkungsgrad bietet diese neue Chipgeneration erhebliche Vorteile. So weisen SiC-Halbleiter mit 2,8 MV/cm eine fast zehnmal höhere elektrische Feldstärke als Silizium-Halbleiter auf - womit sich durch den Einsatz von SiC-Halbleitern deutlich höhere Leistungen bei gleichzeitig geringeren Schaltverlusten erzielen lassen. Bauelemente aus Siliziumkarbid werden daher nicht nur bei modernen Hochleistungs-Wechselrichtern für Solar-Anlagen oder in Smartphones oder 5G-Netzapplikationen verbaut. Auch im Bereich E-Mobility spielen diese neue Chip-Technologie mittlerweile eine entscheidende Rolle. Denn durch den Einsatz von SiC-Halbleitern lässt sich die Reichweite von Elektroautos um 10 bis 15 % steigern, weshalb Branchengrößen wie Bosch massiv in den Ausbau ihrer SiC-Fertigungskapazitäten investieren. AIXTRON konnte hier bereits einen Referenzauftrag über die Lieferung einer vollautomatischen AIX G5 WW-C-Anlage zur Herstellung von Epi-Wafern für die Silizium-Carbid-Leistungshalbleiter-Fertigung von Bosch an Land ziehen und hat dank seiner dominierenden Marktposition auf dem Gebiet der SiC-Epitaxie gute Chancen auf weitere Großaufträge ausrechnen. Ähnlich gute Wachstumsaussichten bieten sich für AIXTRON auch bei sogenannten Galliumnitrid-Halbleitern. Diese sogenannten GaN-Chips eignen sich aufgrund ihrer überlegenen Energieeffizienz etwa bei hocheffizienten und kompakten Netzteilen für Smartphones bis hin zu Servern oder Data-Center-Anwendungen. Auch hier liefert AIXTRON mit seinen MOCVD-Anlagen das passende Equipment für die Massenproduktion dieser neuen Leistungshalbleiter-Generation.

 

Siegeszug bei Micro-LEDs bescheren AIXTRON exzellente Aussichten!

Neue Perspektiven eröffnen sich für AIXTRON auch im Consumer-Electronics-Segment. Hier dürften Micro-LEDs, die auf Displays und Bildschirmen für hellere Farben und schärfere Kontraste sorgen und gleichzeitig deutlich energie-effizienter sind, über kurz oder lang herkömmliche OLED's bei den kommenden Display-Generationen verdrängen. Auch hier liefert AIXTRON passende MOCVD-Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleitern, die für die Massenproduktion von Micro-LEDs notwendig sind. Setzen sich die neuen Micro-LEDs als Standard für die neueste Display-Generation bei Smartphones. VR-Headsets, TV-Bildschirmen und Wearables wie Smartwatches durch, bieten sich für AIXTRON auch in diesem Segment exzellente Aussichten. Da Branchengrößen wie Apple oder Samsung Medienberichten zufolge in den kommenden Jahren Micro-LEDs für ihre neuesten High-End-Smartphone-Modelle einsetzen werden, trauen Marktforscher von FutureMarketInsights diesem Segment bis 2029 Zuwachsraten von rund 46,3 % pro Jahr zu. Daher kann sich AIXTRON auch in diesem Wachstumssegment berechtigte Hoffnungen auf weitere signifikante Volumenaufträge machen, nachdem man im abgelaufenen Q2 bereits einen ersten Großauftrag für die Massenproduktion von Micro-LEDs an Land ziehen konnte.

 

AIXTRON überzeugt mit starken Q2-Zahlen und sieht sich trotz Krise auf Kurs zu den Jahreszielen!

Zuletzt konnte AIXTRON mit einem unerwartet starken Q2-Ergebnis überraschen. Bei einem Umsatzanstieg von 51,4 % auf 102,5 Mio. Euro überraschte man mit einem unerwartet kräftigen Anstieg beim bereinigten operativen Gewinn (EBIT) von 5,6 auf 17,2 Mio. Euro, womit man die Konsenserwartungen jeweils deutlich übertreffen konnte. Deutliche Zuwächse hatte man erwartungsgemäß bei Anlagen zur Herstellung von GaN- und SiC-Leistungshalbleitern zu verzeichnen. Aber auch im klassischen Kerngeschäft mit MOCVD-Anlagen für die Herstellung von energieeffizienten Elektronik-Chips und klassischen LEDs lief es bei AIXTRON zuletzt rund. Überzeugen konnte AIXTRON im abgelaufenen Q2 auch beim Ordereingang, wobei man hier mit 152,6 Mio. Euro (Vorjahresquartal: 139,0 Mio. Euro) den höchsten Wert seit 2011 zu vermelden hatte. Profitieren konnte man einmal mehr von der starken Nachfrage im GaN- und SiC-Segment, wobei man hier im weiteren Jahresverlauf von einer Fortsetzung der dynamischen Orderentwicklung ausgeht. Entsprechend sieht sich AIXTRON trotz des schwierigen Marktumfelds und der anhaltenden Lieferkettenprobleme auf Kurs, die ambitionierten Jahresziele erreichen zu können. Bei einem Umsatz von 450 bis 500 Mio. Euro (Vorjahr: 499 Mio. Euro) wird die EBIT-Marge trotz hoher Investitionen und steigender Kosten im Gesamtjahr in der Spanne von 21 bis 23 % erwartet, nachdem die operative Gewinnmarge in Q2 bei 17 % gelegen hatte.

 

Viele Grüße
Martin Springmann

 

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Liebe Trader,

der rasante Anstieg der Verbraucherpreise, wachsende Rezessionsängste und die Aussicht auf eine härtere Gangart der US-Notenbank bei der Straffung ihrer ultralockeren Geldpolitik sorgen derzeit nicht nur bei langfristig orientierten Investoren für Sorgenfalten. Seit dem Ausbruch des Russland/Ukraine-Konflikts hat die Volatilität an den internationalen Leitbörsen deutlich zugenommen, was der Deutschen Börse, die sich aktuell auf Rang 3 der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Rangliste befindet, in die Karten spielt.

 

Steigende Volatilität beschert der Deutschen Börse überdurchschnittlich hohe Handelsumsätze!

Angesichts der zuletzt deutlich gestiegenen Volatilität an den internationalen Leitbörsen zieht auch das Handelsvolumen deutlich an. Da vor allem kurzfristig orientierte Marktteilnehmer in derartigen Marktphasen deutlich öfter handeln, verzeichnet die Deutsche Börse seit geraumer Zeit sowohl an der elektronischen Handelsplattform XETRA als auch an der Derivatebörse EUREX deutlich steigende Handelsumsätze. Ein weiterer Faktor, der in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielt, sind institutionelle Investoren, die aufgrund der wachsenden Unsicherheiten an den internationalen Leitbörsen ihre Positionen via Index- oder Zinsderivate hedgen. Daneben kann die Deutsche Börse auch von der deutlich gestiegenen Volatilität bei den Strom- und Erdgaspreisen im Zuge des Russland-Ukraine-Konflikts profitieren, wobei der Handel mit entsprechenden Terminkontrakten an der Strombörse EEX zuletzt kräftig anzog.

 

Deutsche Börse überrascht mit starken Q2-Ergebnissen!

Entsprechend deutliche Zuwächse hatte die Deutsche Börse im abgelaufenen zweiten Quartal vorzuweisen. Bei einem deutlichen Umsatzplus von 15 % auf 1,02 Mrd. Euro kletterte der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) von 518 auf 584,9 Mio. Euro, womit die Konsenserwartungen von 561 Mio. Euro übertroffen werden konnten. Auch unter dem Strich verzeichnete der Börsenbetreiber mit einem Anstieg von 10 % auf 341,1 Mio. Euro einen unerwartet deutlichen Anstieg beim Nettoergebnis. Profitieren konnte die Deutsche Börse vor allem vom starken Abschneiden im Kerngeschäftsfeld Trading & Clearing, das angesichts der deutlich gestiegenen Volatilität mit einem Rekordergebnis aufwarten konnte. Bei einem Umsatzplus von 22 % konnte das bereinigte operative Segmentergebnis trotz deutlich gestiegener Kosten um 24 % auf 332,5 Mio. Euro zulegen.

 

ESG-Segment überzeugt mit starker Performance

Auch außerhalb des eigentlichen Kerngeschäfts konnte die Deutsche Börse zuletzt mit einer sehr starken Performance überzeugen. Hier sticht vor allem das neu formierte ESG-Segment heraus, das in Q2 mit einem Erlösplus von 24 % erneut überdurchschnittliche Zuwächse zu verzeichnen hatte. Schärfere gesetzliche Vorgaben in den Bereichen Betrugs-Prävention und Geldwäsche sowie die Einhaltung von ESG-Kriterien, die für Geschäftsbanken, Versicherer, Fondsgesellschaften und andere Finanzdienstleister Mindeststandards hinsichtlich Nachhaltigkeit, Ökologie und sozialer Aspekte vorschreiben, dürften das Wachstum im ESG-Segment weiter anschieben. Da man dank der Milliarden-Übernahme des US-Anbieters ISS hier mittlerweile zu den weltweit führenden Anbietern gehört, hat man hier gute Chancen, sein dynamisches Wachstum auch in den kommenden Quartalen weiter fortzusetzen.

 

Jahresprognose nach oben revidiert - Zinswende spielt Konzerntochter Clearstream in die Karten!

Nach dem unerwartet starken Abschneiden im ersten Halbjahr zeigte sich die Deutsche Börse im Anschluss deutlich optimistischer für das Gesamtjahr. Demnach geht man bei den Umsatzerlösen nun von einem Wert deutlich über dem bisherigen Planziel von 3,8 Mrd. Euro aus. Auch beim Konzernergebnis legt man die Latte höher und rechnet jetzt mit einem operativen Ergebnis (EBITDA) deutlich oberhalb der Marke von 2,2 Mrd. Euro. Neben den guten Aussichten im operativen Kerngeschäft sollte die Deutsche Börse auch vom Ende der ultralockeren Geldpolitik in den USA und der Eurozone profitieren. Da sowohl die US-Notenbank als auch die EZB angesichts der wachsenden Inflationssorgen eine stärkere Straffung der Geldpolitik angekündigt hatten, dürfte nicht nur das Handelsvolumen bei Zinsderivaten weiter überdurchschnittlich hoch bleiben. Auch die Wertpapier-Verwahrtochter Clearstream wird, dank ihrer milliardenschweren Kundeneinlagen, höhere Zinserträge realisieren und damit einen nachhaltig positiven Beitrag zum Konzernergebnis beisteuern. Da die Volatilität an den internationalen Leitbörsen angesichts der unsicheren Gemengelage auch in den kommenden Quartalen weiter hoch bleiben dürfte, hat die Deutsche Börse gute Chancen, im Gesamtjahr beim Konzernergebnis positiv zu überraschen.

 

Viele Grüße
Martin Springmann

 

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Liebe Trader,

für die Rückversicherungsbranche dürfte 2021 als eines der Schadens-reichsten Kalenderjahre in die Annalen eingehen. Sturmschäden, Überflutungen und eine der schlimmsten Hurricane-Seasons in den USA sorgten für eine rekordhohe Schadensbilanz von rund 280 Mrd. USD. In Mitteleuropa sorgte unter anderem das Sturmtief „Bernd“ für schwere Überschwemmungen und milliardenschwere Großschäden, während allein der Hurricane „Ida“ in den USA für Rekordschäden in Höhe von 65 Mrd. USD verantwortlich war. Aufgrund der Auswirkungen des weltweiten Klimawandels rechnen viele Experten mit einer deutlichen Zunahme der durch Wirbelstürme, Überschwemmungen und lang anhaltenden Dürreperioden verursachten Schäden. Da laut Schadens-Statistik im Jahr 2021 lediglich 120 Mrd. USD der Gesamtschadenssumme von 280 Mrd. USD versichert war und die Risiken weiter zunehmen, dürfte auch die Nachfrage nach entsprechenden Policen mittelfristig deutlich zulegen. Da viele Rückversicherer ihr Angebot zuletzt deutlich eingeschränkt haben, eröffnen sich im Zuge der kommenden Vertragserneuerungs-Runden außerdem gute Chancen auf satte Preiserhöhungen. Dies verspricht Branchengrößen wie der Hannover Rück, die sich aktuell auf Rang 7 der Trendstabilitäts-Rangliste im DAX befindet, exzellente Aussichten im operativen Geschäft.

 

Hannover Rück überzeugt mit starken Q2-Zahlen!

Operativ konnte die Hannover Rück in einem äußerst schwierigen Marktumfeld zuletzt überzeugen, was die vorgelegten Q2-Zahlen belegen. Zwar musste man beim operativen Konzernergebnis aufgrund höherer Großschäden und negativen Einmaleffekten im Zuge des Russland-Ukraine-Konflikts einen Rückgang von 552,3 auf 522,9 Mio. Euro hinnehmen, allerdings konnte man dabei die Konsenserwartungen deutlich übertreffen. Da die Hannover Rück ihr Aktien-Exposure zuletzt deutlich zurückgefahren hatte, kam man im Zuge der Turbulenzen an den internationalen Leitbörsen vergleichsweise glimpflich davon und konnte ein deutlich verbessertes Kapitalanlageergebnis vorweisen. Entsprechend überraschte man auch unter dem Strich mit einem unerwartet deutlichen Anstieg beim bereinigten Nettoergebnis auf 385,1 Mio. Euro (Vorjahr: 364,7 Mio. Euro).

 

Bruttoprämieneinnahmen ziehen deutlich an - Hannover Rück will in der Region Asien/Pazifik stärker wachsen!

Überraschend deutliche Zuwächse hatte man in Q2 bei den Brutto-Prämieneinnahmen vorzuweisen, die um knapp 20 % auf 8,01 Mrd. Euro zugelegt hatten. Der starke Anstieg resultiert nicht nur aus der höheren Nachfrage bei der Deckung von Elementar- und Unfallschäden. Auch der von Konzernchef Jean-Jacques Henchoz eingeleitete Strategiewechsel, der eine stärkere Fokussierung auf den asiatisch/pazifischen Raum vorsieht, macht sich mittlerweile bezahlt. Im Zuge der von der Hannover Rück eingeleiteten Wachstumsinitiative Asien-Pazifik (APAC) hat man seine Präsenz in dieser Region seit 2019 weiter ausgebaut. Strategisch macht dieser Schritt Sinn, zumal die APAC-Region nicht nur schneller als die klassischen Kernmärkte in Europa und Nordamerika wächst, sondern gleichzeitig eine deutlich geringere Versicherungs-Dichte aufweist. Damit eröffnen sich für die Hannover Rück sowohl in der Schadens- als auch in der Personen-Rückversicherung gute Chancen auf ein überdurchschnittliches Wachstum bei den Prämieneinnahmen. Entsprechend will man sein Engagement in der APAC-Region weiter intensivieren. In diesem Zusammenhang wurde zuletzt Sharon Ooi vom Wettbewerber Swiss Re abgeworben, wobei die Managerin künftig in einem neu geschaffenen Vorstandsressort für den Ausbau der Schaden-Rückversicherung in der Region Asien/Pazifik verantwortlich zeichnen wird. 

 

Jahresprognose trotz schwierigem Marktumfeld bestätigt - Hannover Rück überzeugt mit attraktiver Bewertung!

Nach dem unerwartet starken Abschneiden im ersten Halbjahr, sieht sich der Rückversicherer trotz des insgesamt schwierigen Marktumfelds auf Kurs, die konzerneigenen Jahresziele zu erreichen. So peilt man beim Nettoergebnis weiterhin eine deutliche Verbesserung auf 1,4 bis 1,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,23 Mrd. Euro) an. Deutlich optimistischer zeigt sich der Rückversicherer beim Wachstum der Brutto-Prämieneinnahmen. Hier peilt man nach dem unerwartet deutlichen Plus in Q2 nun für 2022 einen Anstieg von mehr als 7,5 % an, nachdem man hier zuvor von einem Zuwachs von rund 5 % ausgegangen war. Auch aus fundamentaler Sicht ist die Hannover Rück moderat bewertet. So rechnet der Analystenkonsens für das laufende Fiskaljahr mit einem EPS von 12,16 Euro, während der Gewinn je Aktie im Jahr 2023 bereits bei 15,29 Euro je Aktie erwartet wird. Damit sinkt das KGV auf Basis der Schätzungen für 2023 auf knapp 10, was auch im Branchenvergleich moderat erscheint. Da die Hannover Rück für 2022 ein neues Rekordergebnis anpeilt, können sich die Aktionäre berechtigte Hoffnungen auf eine Sonderdividende machen. Nachdem der Rückversicherer bereits im Vorjahr zusätzlich zur Basisdividende von 4,50 Euro je Aktie einen Bonus von 1,25 Euro je Aktie ausbezahlt hatte, rechnet der Analystenkonsens für 2022 mit einer Gesamtausschüttung von 6,25 Euro je Aktie. Damit errechnet sich aktuell eine attraktive Dividendenrendite von knapp 4,0 %.

 

Viele Grüße
Martin Springmann

 

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Liebe Trader,

der rasante Anstieg der Erdgas- und Strompreise ruft nun auch die Politik auf den Plan. Um für eine stärkere Regulierung der Energiepreise zu sorgen, plant die EU ein umfangreiches Maßnahmenpaket, um "Zufallsgewinne" der Energieversorger abzuschöpfen, um mit diesen Einnahmen vor allem Haushalte mit geringem Einkommen stärker zu entlasten. Dem von der EU vorgelegten Gesetzesvorschlag zufolge soll demnach eine bis Ende März 2023 befristete Preis-Obergrenze für Strom, der nicht aus Erdgas erzeugt wird, von 180 Euro pro Megawatt-Stunde eingeführt werden. Wird der von der EU eingebrachte Gesetzesentwurf Ende September tatsächlich umgesetzt, wäre hiervon auch der Energieversorger RWE, der sich derzeit auf Rang 8 der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Rangliste befindet, betroffen.

 

RWE - Energieversorger profitiert massiv von Ökostrom-Boom!

RWE überraschte zuletzt dank der kräftig gestiegenen Strompreise im ersten Halbjahr mit einem deutlichen Ergebnisplus. Demnach verbesserte sich der bereinigte operative Gewinn aus dem Kerngeschäft im Vorjahresvergleich von 1,0 auf 2,4 Mrd. Euro, während man unter dem Strich beim bereinigten Nettoergebnis mit einem deutlichen Anstieg auf 1,6 Mrd. Euro (Vorjahreszeitraum: 0,87 Mrd. Euro) aufwarten konnte. Profitieren konnte RWE dabei neben dem starken Abschneiden im Energie-Handels-Segment vor allem von der starken Performance im Ökostromsegment. Da man mit dem Ausbau der Ökostrom-Kapazitäten gut vorankommt, konnte außerdem der Stromertrag in diesem Segment auch dank besserer Windverhältnisse im Vorjahresvergleich um 20 % gesteigert werden.

 

Optimistische Jahresprognose mit Fragezeichen

Nach dem unerwartet starken Abschneiden im ersten Halbjahr hatte RWE seine zuletzt deutlich nach oben revidierte Jahresprognose bei der Vorlage des endgültigen Zahlenwerks Anfang August bestätigt. Demnach rechnet der Energieversorger mit einem bereinigten operativen Gewinn (EBITDA) im Kerngeschäft in der Größenordnung von 4,3 bis 4,8 Mrd. Euro, nachdem man hier zuvor ein Ergebnis in der Größenordnung von 2,9 bis 3,3 Mrd. Euro in Aussicht gestellt hatte. Werden die Pläne der EU zur Abschöpfung sogenannter "Zufallsgewinne" infolge der kräftig gestiegenen Strompreise umgesetzt, könnte sich die zuletzt bestätigte höhere Gewinnprognose als zu optimistisch erweisen.

 

RWE forciert Ausbau der erneuerbaren Energien!

Weiter festhalten dürfte RWE jedoch am geplanten Ausbau der Ökostromkapazitäten. Denn trotz der geplanten Abschöpfung von Übergewinnen bei Energieversorgern bleibt RWE immer noch genügend Spielraum, um die geplanten milliardenschweren Investitionen zum Ausbau der Wind- und Solarstromkapazitäten stemmen zu können. Denn RWE-Chef Martin Krebber hatte bereits vor dem Ausbruch des Russland-Ukraine-Konflikts, der maßgeblich für den deutlichen Anstieg der Strompreise an den Terminbörsen verantwortlich war, eine neue Investitions-Offensive zum Ausbau der Ökostromkapazitäten angekündigt. Nach den Plänen von Konzernchef Krebber wird RWE demnach jährlich rund 5 Mrd. Euro in die Erweiterung seiner Erzeugerkapazitäten bei regenerativen Energien investieren. Damit will der Essener Energieversorger seine installierte Gesamtkapazität vor allem durch den Aufbau neuer Solar- und Windparks bis Ende der Dekade auf rund 50 GW ausbauen.

 

Ausbau der Ökostromkapazitäten dürfte sich für RWE langfristig auszahlen!

Trotz der EU-Pläne zur Abschöpfung der durch den rasanten Anstieg der Strompreise verursachten "Windfall-Profits" dürfte sich der Ausbau der Ökostromkapazitäten für RWE langfristig rechnen. Vor allem Unternehmenskunden legen angesichts der steigenden CO2-Abgaben Wert auf eine nachhaltige Energieversorgung, was die Nachfrage nach Ökostrom mittelfristig weiter ankurbeln dürfte. Daher dürfte Strom aus regenerativen Energiequellen wie Wind- und Wasserkraft auch künftig höhere Margen abwerfen als konventionelle Energie aus Kohle- oder Gaskraftwerken. Entsprechend hat RWE gute Chancen, seine Profitabilität im Kerngeschäft trotz der geplanten Gewinnabschöpfungs-Pläne der EU in den kommenden Jahren nachhaltig zu verbessern.

 

Viele Grüße
Martin Springmann

 

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Liebe Trader,

aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Rangliste die Aktie von Talanx, die sich derzeit auf Rang 8 im MDAX befindet. Der in Hannover ansässige Versicherungskonzern gehört neben der Allianz oder der Münchener Rück zu den führenden Playern auf dem deutschen Markt. Neben dem Privatkundensegment, in dem man mit seinen Kernmarken HDI, Neue Leben und Targo-Versicherungen die klassischen Kernsegmente Schaden-, Unfall- und Lebensversicherungen abdeckt, ist Talanx auch im Unternehmens- und Gewerbekundensegment einer der führenden Player. Als Ertragsperle im Talanx-Konzern erweist sich die ebenfalls börsennotierte Rückversicherungs-Tochter Hannover Rück, an der man mit mehr als 50 % nach wie vor die Mehrheit hält. Da die Rückversicherungs-Tochter auch während der Coronapandemie mit stabilen Erträgen und soliden Ergebnissen überzeugen konnte, kam die Talanx-Gruppe trotz hoher Einbußen im Industrie- und Gewerbekundensegment auch während der Krise vergleichsweise glimpflich davon.

 

Halbjahreszahlen trotz hoher Schadensbelastung deutlich besser als erwartet!

Dank der während der Coronapandemie vor allem im Privatkundensegment umgesetzten Sparmaßnahmen und Restrukturierungen geht Talanx gestärkt aus der Krise hervor, was die jüngsten Q2-Zahlen eindrucksvoll belegen. Trotz hoher Belastungen durch witterungsbedingte Elementarschäden und Rückstellungen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich in Zusammenhang mit dem weiter schwelenden Russland-Ukraine-Konflikt schnitt Talanx mit einem respektablen Ergebnis ab. So verbesserte sich der bereinigte operative Gewinn (EBIT) von 707 auf 728 Mio. Euro, während man unter dem Strich mit einem Nettogewinn von 304 Mio. Euro (Vorjahr: 269 Mio. Euro) ebenfalls über den Erwartungen gelegen hatte. Das besser als erwartete Abschneiden hatte Talanx neben dem starken Abschneiden im Rückversicherungs-Segment vor allem deutlichen Prämienerhöhungen im Industrieversicherungs-Geschäft zu verdanken. Hier konnte man in vielen Segmenten teilweise prozentual deutlich zweistellige Preiserhöhungen durchsetzen. In Verbindung mit einem starken Neugeschäft nach dem Reopening konnte Talanx im ersten Halbjahr ein unerwartet kräftiges Plus von 18 % bei den Brutto-Prämieneinnahmen ausweisen.

 

Versicherungspreise sollen weiter steigen - Jahresprognose bestätigt!

Auch für die zweite Jahreshälfte zeigte sich das Konzernmanagement trotz der eingetrübten konjunkturellen Rahmenbedingungen optimistisch zu den weiteren Aussichten im operativen Geschäft. Nachdem man im ersten Halbjahr bereits im Industrie- und Gewerbesegment deutliche Preiserhöhungen durchsetzen konnte, will Talanx nun wohl auch im Privatkundensegment stärker an der Preisschraube drehen. Hier sorgen vor allem Unwetterschäden und höhere Unfallzahlen im Kfz-Versicherungssegment für einen Anstieg der Schaden-Kosten-Quote, weshalb man im Retail-Segment auf Jahressicht nach Aussage von CFO Jan Wicke lediglich auf eine Schwarze Null zusteuert. Daher will Talanx nach Aussage von Wilke hier nun verstärkt mit Preiserhöhungen gegensteuern. Die Chancen, dass man auch hier deutliche Preiserhöhungen umsetzen kann, stehen gut. So rechnet die Konzerntochter Hannover Rück angesichts der steigenden Inflation und der gestiegenen Risiken in Zusammenhang mit Elementarschäden nicht nur im Rückversicherungs-Segment spätestens ab Anfang kommenden Jahres mit steigenden Preisen. Auch Erstversicherer dürften die Prämien vor allem in der Wohngebäude-Versicherungen und bei der Abdeckung von Elementarschäden kräftig anheben, was eine deutliche Verbesserung der sogenannten Combined-Ratio im Retail-Segment erwarten lässt. Entsprechend bestätigte Talanx im Anschluss seine Jahresprognose und peilt mit 1,05 bis 1,15 Mrd. Euro damit zum zweiten Mal in Folge einen Milliardengewinn beim Konzernergebnis an.

 

Moderate Bewertung und attraktive Dividendenrendite!

Auch aus fundamentaler Sicht ist Talanx auf dem aktuellen Niveau eine attraktive Story. Aktuell rechnet der Analystenkonsens laut FactSet für 2022 mit einem EPS-Anstieg von 4,00 auf 4,43 Euro, während für den Gewinn je Aktie im kommenden Fiskaljahr bereits 5,45 Euro je Aktie erwartet wird. Gelingt es Talanx, die Konsenserwartungen für das Fiskaljahr 2023 zu erfüllen, würde das KGV auf 7,4 sinken. Da Talanx knapp 40 % des bereinigten Nettogewinns als Dividende ausschüttet, sollten die Aktionäre auch in den kommenden Jahren in Form steigender Dividendenausschüttungen am Unternehmenserfolg partizipieren. So rechnet der Analystenkonsens für 2022 mit einer Dividendenanhebung von 1,60 auf 1,85 Euro je Aktie. Damit weist die Aktie auf Basis der Schätzungen für 2022 eine Dividendenrendite von knapp 4,6 % auf, was Talanx auch als Festgeld-Alternative interessant macht.

 

Viele Grüße
Martin Springmann

 

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