Besser traden mit System - Der Blog

 

Liebe Trendfolge-Trader,

deutsche Autoaktien befinden sich im totalen Ausverkaufsmodus. Besonders heftig erwischt es ElringKlinger. Die Aktie notierte dieses Jahr im Hoch bei knapp 20 € und wurde mittlerweile auf nur noch 6,97 € durchgereicht. Ähnlich heftig sind die Kursverluste bei den Anlagenbauern wie Dürr oder Kion. Die Aktien befinden sich im freien Fall. Um mich herum versinkt der Aktienmarkt im tiefen Bärenmarkt. Grund für die heftigen Kursverluste ist eine offenbar im Eiltempo abkühlende Konjunktur. Fast täglich kommen neue Gewinnwarnungen über den Ticker. Während ich diese Zeilen schreibe, muss Daimler die Prognose erneut nach unten korrigieren.

Mein reales 100.000 € Trendfolge-Depot bleibt stabil oben liegen. Die dort enthaltenen Basiswerte MTU, TAG Immobilien und Deutsche Börse AG zeigen relative Stärke und trotzen der Börsenkrise. Meine Cashquote liegt bei über 80%. Es war keine kluge Voraussicht, die mich geschützt hat. So ehrlich möchte ich sein. Ich selbst ging noch vor einigen Wochen davon aus, dass eine Lösung im Handelskonflikt China und USA nicht weit entfernt sei. Geschützt hat mich das Regelwerk unseres Trendfolge-Systems. Die Marktampel, die uns vor Crashphasen schützen soll, erfüllt ihren Zweck. Wir haben sie aus kluger Voraussicht eingebaut.

Die Outperformance meines realen 100.000 € Trendfolge-Depots zum DAX beträgt seit Start nun über 10%. Davon kann ich mir noch nichts kaufen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich nach der Korrektur wieder stabile und nachhaltige Aufwärtstrends entwickeln können, nimmt Tag für Tag zu. Wenn die Markampel wieder grünes Licht zeigt, dann werde ich mit dem Depot den trendstabilsten Aktien gemäß dem Regelwerk folgen.

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von ASML, die mittlerweile auf Rang 4 im EURO STOXX 50 rangiert. Der niederländische Technologiekonzern hat sich auf Lithographiesysteme spezialisiert, die bei der Chipherstellung zum Einsatz kommen. Dabei hat man sich dank der neu entwickelten EUV-Technologie, die eine deutlich schnellere und kostengünstige Herstellung von Chipsätzen ermöglicht, gegenüber der Konkurrenz einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil herausgearbeitet. Geradezu prädestiniert sind die neuen EUV-Lithographiesysteme zur Herstellung von Chipsätzen mit Strukturgrößen von 10 Nanometern oder kleiner, die für High-End-Smartphones, Big-Data- und Cloud-Applikationen der neuesten Generation gedacht sind. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach diesen High-End-Lithographiesystemen bei Chipherstellern wie Intel, Samsung oder TSMC, was ASML zuletzt starke Zahlen im dritten Quartal bescherte. Dabei übertraf man sowohl beim Umsatz mit einem Anstieg von 2,45 Mrd. USD auf 2,78 Mrd. USD. als auch beim Nettogewinn mit einem Plus von 22% auf 680,4 Mio. USD die Konsenserwartungen. Auch der Ausblick für das vierte Quartal konnte überzeugen, wobei man bei einem sequenziellen Umsatzanstieg auf rund 3,0 Mrd. USD auch bei der Profitabilität mit einer Bruttomarge im Bereich von 48% an das Rekordniveau aus dem zweiten Quartal (48,1%) anknüpfen will. Auch mittelfristig bleiben die Perspektiven bei ASML vielversprechend, da man nach dem Anlauf der EUV-Serienfertigung für 2019 von einem deutlichen Anstieg der Auslieferung auf 30 EUV-Systemen ausgeht. Im Jahr 2018 sollen lediglich 18 EUV-Lithographiesysteme an die Endkunden ausgeliefert werden. Die UBS hat ihr Kursziel für die Aktie zuletzt mit 200 Euro und der Einstufung „Buy“ bestätigt.

Vivendi hat sich im EURO STOXX 50 auf Rang 6 der Trendstabilitäts-Rangliste nach vorne geschoben. Der französische Mischkonzern hat sich unter der Ägide von Konzernchef Vincent Bollore zu einem führenden Medien- und Entertainment-Konglomerat entwickelt und fokussiert sich im Kerngeschäft neben der Fernsehsendergruppe Canal+ auf das Music-Label Universal Music Group (UMG). Im ersten Halbjahr konnte Vivendi dank der starken Entwicklung bei UMG und im Pay-TV-Geschäft von Canal+ die Konsenserwartungen mit einem bereinigten operativen Gewinnplus von stolzen 54% deutlich übertreffen. Im Anschluss kündigte Vivendi außerdem den Verkauf von bis zu 50% der Anteile an der hochprofitablen Tochtergesellschaft UMG an, der dem Konzern laut einer Schätzung der Experten des Analystenhauses Liberum bis zu 10 Mrd. Euro in die Kassen spülen könnte. Informierten Kreisen zufolge hat Vivendi bereits attraktive Gebote für den zum Verkauf stehenden UMG-Anteil erhalten, was angesichts der starken Zuwachsraten im Music-Streaming-Geschäft kaum verwundert. Laut einer Erhebung des Branchenverbands IFPI legten die Umsätze in der Musikindustrie allein im Jahr 2017 um 8,1% zu, wobei UMG dank Plattenverträgen mit bekannten Künstlern wie Lady Gaga oder Eminem zu den dominierenden Playern der Branche gehört. Den Verkaufserlös aus dem Milliarden-Deal dürfte Vivendi Analysten zufolge vor allem für Aktienrückkäufe oder selektive Zukäufe verwenden. Die Deutsche Bank hatte zuletzt die Einstufung mit „Buy“ und einem Kursziel von 30 Euro bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


     Systematisch investieren mit unseren Themenwelten

Liebe Leser,

wenn das eigene Depot unter Druck ist, würde man am liebsten die Augen schließen und die Börse erst einmal ausblenden. Jeder Börsianer kennt diese Art von Motivationsschwankungen. Aber gerade in einer ausgeprägten Korrekturphase können die ganz großen Kaufsignale auftreten, die den Startpunkt neuer Rallyebewegungen markieren. Aktien, die mitten in der Krise auf neues Jahreshochs steigen, sind oft die neuen Gewinner des folgenden Aufschwungs.

Um Ihnen das Ganze bildhaft zu veranschaulichen, erzähle ich nun über einen Trade von mir aus dem Jahr 2009, den ich heute noch so vor Augen habe, als wäre es gestern gewesen. Im März 2009 tobte die Finanzkrise ja auf ihrem Höhepunkt. Fast alle Aktien notierten rund um ihre Jahrestiefs. Eine Aktie jedoch widersetzte sich der schlechten Stimmung. Es handelte sich um Dialog Semiconductor. Dialog Semiconductor befand sich seit Jahresanfang 2009 in einer starken Rallyebewegung und erreichte Ende März 2009 dann bereits neue Jahreshochs. Eine Rallyebewegung inmitten der Finanzkrise. Das war damals die absolute Ausnahme im Jahr 2009. Ich kaufte die Dialog-Aktie zu 0,82 € und freute mich riesig über einen 50%igen Kursgewinn, den ich dann im Bereich bei etwa 1,20 € realisieren konnte. Dass sich die Aktie im Anschluss noch vervielfachen würde, ahnte ich damals noch nicht. Aber das entscheidende Muster, also das Kursverhalten der Aktie im Gesamtmarkt-Kontext, blieb mir für immer im Gedächtnis. Dialog war einer der frühen Bullenaktien und konnte vor nahezu allen anderen Titeln neue Jahreshochs markieren. Dieses technische Verhaltensmuster gehört zu den Königssignalen des Marktes.

In den nächsten Wochen dürfte die Marktampel unseres Trendfolge-Systems irgendwann wieder auf Grün stehen und dann wird sich das Trendfolge-System in den Bullenaktien eines neuen Aufschwungs einkaufen. So ist meine Idealvorstellung.  

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Aufgefallen ist mir beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten die Aktie von Philips, die aktuell auf Rang 8 der Auswahlrangliste im EURO STOXX 50 rangiert. Der niederländische Mischkonzern hat sich in den vergangenen Jahren durch die Abspaltung von Randbereichen in der Elektroniksparte und dem Spin-Off des Beleuchtungsgeschäfts zu einem Healthcare-Spezialisten gewandelt. Im Kerngeschäftsfeld Professional Healthcare fokussiert man sich auf Lösungen rund um bildgebende Systeme für Radiologie und Ultraschall, Diagnostik und digitale Lösungen, mit denen sich ein lückenloses Patienten-Monitoring in Krankenhäusern und Fachkliniken realisieren lässt. Auch in Zukunftsbereichen rund um eHealth, Telemedizin oder Healthcare-Software-Solutions ist Philips mittlerweile einer der technologisch führenden Anbieter. Die Fokussierung auf professionelle Healthcare-Lösungen zahlt sich aus, zumal man im 2. Quartal beim bereinigten operativen Gewinn mit einem deutlichen Plus von 10% auf 482 Mio. Euro aufwarten konnte. Auch beim Auftragseingang verbuchte man einen überraschend deutlichen Anstieg von 9%. Entsprechend optimistisch zeigten sich zuletzt die Experten von HSBC, die das Kursziel für die Aktie von 44 auf 45 Euro angehoben und die Einstufung mit „Buy“ bestätigt haben.

Volkswagen hat sich in der Trendstabilitäts-Rangliste im DAX 30 auf Rang 5 nach vorne gearbeitet. Der Wolfsburger Autobauer hatte zuletzt im September angesichts neu in Kraft getretener strengerer Abgasnormen und den Nachwehen des Dieselskandals auf Konzernebene einen deutlichen Absatzrückgang von 18,1% hinnehmen müssen. Mit neuen, schadstoffärmeren Modellen und einer Offensive im Elektroauto-Segment will man die Weichen in den kommenden Jahren wieder auf Wachstum stellen. Basierend auf dem kürzlich vorgestellten neuen modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) sollen ab Ende 2022 insgesamt 27 verschiedene Elektroautomodelle vom Band rollen. Dabei hat sich VW mit dem geplanten Verkauf von 3 Millionen Elektrofahrzeugen pro Jahr bis 2025 auch beim Absatz ehrgeizige Ziele gesetzt. Neue Wege will der Volkswagen-Konzern auch beim Autovertrieb einschlagen und plant ab 2020, das klassische Händlervertriebsmodell durch eine digitale Plattformlösung zu ersetzen. Über die neue Internet-Plattform, die VW gemeinsam mit seinen mehr als 5.400 Vertragshändlern und Servicepartnern aufbauen will, soll ab 2020 künftig der gesamte Verkaufsprozess inklusive Finanzierung und Inzahlungnahme von Altfahrzeugen abgewickelt werden. Damit will VW den Autovertrieb nicht nur deutlich effizienter, sondern auch kostengünstiger gestalten. So sollen künftig dank einer individuellen Kunden-ID automatische Software-Updates ohne Werkstattbesuch möglich sein. Außerdem sollen über die neue Internet-Vertriebsplattform weitere Dienstleistungen und Angebote rund um Carsharing und Lade- und Abrechnungsdienste für E-Autos angeboten werden. Volkswagen hat die Zeichen der Zeit erkannt und ist damit auf gutem Weg, wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Kürzlich haben die Experten der Société Générale das Kursziel für die Aktie mit 208 Euro und der Einstufung "Buy" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


     Systematisch investieren mit unseren Themenwelten

Liebe Leser,

die Börse ist so klug. Märkte preisen zukünftige Entwicklungen in einer rasend schnellen Geschwindigkeit an. Und während noch die Mehrzahl der Marktteilnehmer mit ungläubig dreinblickenden Augen dasteht und über die Dinge rätselt, die gerade geschehen, haben sich die Marktpreise schon längst auf eine neue Realität eingestellt. Ich erinnere mich noch sehr gut an den Januar 2008, als der DAX plötzlich von 8.000 Punkten auf fast 6.000 Punkte einbrach. Die Marktteilnehmer verfielen in ein kollektives Rätselraten. Erst im weiteren Jahresverlauf wurde so richtig klar, was auf dem US-Immobilienmarkt und in der Bankenbranche passiert war. Klar gibt es heute ganz viele Menschen, die behaupten, alles kommen gesehen zu haben. Das ist immer so. Im Nachhinein erklären dir die Menschen immer perfekt, warum sich die Börse so entwickelt hat, wie sie sich entwickelt hat.

Wenn ich nun beobachte, dass am deutschen Aktienmarkt solide Mittelständler wie Kion, Jungheinrich, Dürr, Siltronic oder Wacker Chemie in Grund und Boden gehandelt werden, dann stelle ich mir nicht mehr die Frage, ob die Kurse etwas ankündigen, sondern ich frage mich, was die Kurse genau ankündigen. Eine Möglichkeit könnte sein, dass der bevorstehende, harte Brexit zu einem breiten Stopp neuer Aufträge führt. Maschinen- und Anlagenbauer bekommen das dann zu spüren. Die Auftragseingänge brechen ein und die Börsen bilden das ab. In der Zeitung werden viele Firmen damit zitiert, dass der EU-Gipfel am übernächsten Wochenende die letzte Chance für eine gütliche Einigung zwischen England und der EU ist. Wenn dann keine Einigung erzielt wurde, treten die Notfallpläne der Firmen in Kraft. Dann werden Büros verlagert, zigtausende von Mitarbeitern müssen umziehen und Lieferketten müssen komplett neu geplant und verlagert werden.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten fiel mir die Aktie von L`Oréal ins Auge, die sich aktuell auf Rang 5 in der Auswahlrangliste des EURO STOXX 50 befindet. Der Beauty- und Kosmetikkonzern bietet eine der interessantesten Storys im Konsumgütersektor, da es LOréal in den vergangenen Jahren stets gelang, sich durch Innovationen und qualitativ hochwertige Produkte von der Konkurrenz abzuheben. Gut ins Bild passt hier die kürzlich gestartete neue Marketing-Offensive, die auf Augmented Reality beim Produktvertrieb setzt. Mit der Smartphone-App des kürzlich von den Franzosen übernommenen AR-Portal-Betreibers Modiface können Verbraucher die neuesten Make-Up- und Beauty-Produkte virtuell mit Hilfe eines photorealistischen 3D-Modells im virtuellen Raum ausprobieren. Dabei liefert die App passende Produktvorschläge für Make-Up oder eine neue Haar-Coloration. Photos und animierte Videoclips lassen sich im Anschluss dank einer Kooperation mit Facebook an Freunde weiterleiten. L`Oréal präsentiert damit einen vielversprechenden Marketing-Ansatz, der vor allem auf die junge internetaffine Generation abzielt und den Online-Absatz kräftig ankurbeln dürfte. Auch hier ist L`Oréal mit einem Umsatzanteil von mittlerweile 9,5% zum Ende des ersten Halbjahres gegenüber der Konkurrenz um einiges voraus.

Air Liquide hat sich in der Trendstabilitäts-Rangliste im EURO STOXX 50 auf Rang 6 nach vorne gearbeitet. Der französische Industriegashersteller profitiert aktuell von der konjunkturell bedingt robusten Nachfrage in allen Endmärkten. Neben der Region Asien/Pazifik, die im ersten Halbjahr vor allem dank China mit einem Umsatzplus von 8,8% maßgeblich zum besser als erwarteten Abschneiden beim Konzernergebnis beigetragen hatte, machte sich auch die Übernahme des US-Konkurrenten Airgas für Air Liquide bezahlt. Air Liquide positioniert sich damit nämlich stärker im wichtigen nordamerikanischen Markt und profitiert gleichzeitig vom Trend zu umweltfreundlichen Kraftstoffen, denn Airgas hat sich mit seiner Sparte Anlagenbau auf spezielle Lösungen spezialisiert, die Raffineriebetreibern die Herstellung von schadstoffarmen Kraftstoffen ermöglichen. Die Experten von Goldman Sachs haben in diesem Zusammenhang kürzlich das Kursziel für Air Liquide mit 123,50 Euro und der Einstufung „Buy“ bestätigt.

Fazit: Mein Trendfolge-Depot führe ich nach einem Regelwerk, das derzeit aufgrund der roten Marktampeln keine neuen Positionen erlaubt. Selbst wenn es jetzt noch tiefer gehen sollte, komme ich glimpflich weg. Je tiefer es nun geht, desto höher schätze ich die Wahrscheinlichkeit ein, dass anschließend wieder eine längere Aufwärtstrendphase folgen kann.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Trendfolge-Trader,

der Aktienmarkt ist weiterhin im Tauchmodus. Deutsche Industrieaktien markieren fast jeden Tag neue Tiefs. Es gibt etwas, was mich an die Finanzkrise erinnert. Nach der Lehman Brothers Pleite 2008 gab es zwei Welten. Es gab die reale Welt, in der wir Menschen uns bewegten. Die Restaurants waren voll und die Kneipen und Bars waren gut besucht. Beim lockeren Schlendern durch die Städte hatte man von einer Krise nichts gesehen. Aber dann gab es auch noch die Geschäftswelt, die sich in einer Art Schockstarre befand. Bei Anlagen- und Maschinenbauern gingen 2 Monate lang so gut wie überhaupt keine Neuaufträge mehr ein. Die Aktienmärkte reagierten damals panisch.

Wenn ich mir die Aktienkurse von Anlagen- und Maschinenbauern wie Dürr oder Pfeiffer Vacuum so anschaue, dann habe ich den Eindruck, dass gerade eine ähnlich Schockstarre abläuft. Denn die Kurse sind im freien Fall. Ist es die Gefahr eines ungeregelten Brexits, die nun die Runde macht? Werden Unternehmen vorsichtiger mit ihren Investitionen, weil sich der Handelsstreit zwischen den USA und China immer weiter in die Länge zieht? Beides ist gut möglich und ich muss ehrlich zugeben, dass ich bei beiden Themen schon lange eine Lösung erwartet hätte. Ich lag mit meiner Zuversicht komplett falsch.

In diesem Sinne ist unsere Marktampel, die derzeit auf Rot steht und neue Investitionen verhindert, Gold wert. Die Marktampel verhindert, dass mein reales 100.000 € Trading-Depot ins Negative rutscht.

Beim Screening der Trendstabilitäts-Ranglisten fiel mir die Aktie der Hannover Rück auf, die sich mittlerweile auf Rang 5 der Gesamtauswahl vorgeschoben hat. Der zweitgrößte deutsche Rückversicherer überzeugte zuletzt im ersten Halbjahr mit soliden Ergebnissen und erreichte dank geringerer Schadensbelastungen durch Naturkatastrophen ein besser als erwartetes Konzernergebnis. Auch für das Gesamtjahr zeigte sich der scheidende Vorstandschef Wallin optimistisch und bestätigte das Gewinnziel von mehr als 1 Mrd. Euro beim Konzernergebnis. Von den weiterhin guten Aussichten im operativen Geschäft und der soliden Kapitalbasis des Rückversicherers werden auch die Aktionäre profitieren, zumal die Hannover Rück die Ausschüttungsquote bei der Basisdividende von 35 bis 40% auf 35 bis 45% angehoben hat. Inklusive der üblichen Sonderdividende soll die Ausschüttung für 2018 mit mehr als 5 Euro je Aktie mindestens auf Vorjahresniveau liegen, womit sich auf dem aktuellen Kursniveau eine stattliche Dividendenrendite von 4% errechnet. Auch im operativen Kerngeschäft sieht sich die Hannover Rück gut aufgestellt und will trotz stagnierender Preise bei den Rückversicherungsprämien weiter wachsen. Vielversprechende Aussichten sieht die Hannover Rück bei der Absicherung von Cyberrisiken und will daher dieses relativ junge Segment weiter ausbauen. Eine gute Strategie, zumal die Risiken durch Hackerangriffe auf Unternehmen aus dem Cyberspace Jahr für Jahr Schäden im zweistelligen Milliardenbereich verursachen. Entsprechend gehen die Experten von ResearchandMarkets bis 2022 von durchschnittlichen Zuwachsraten bei Cybersecurity-Versicherungen von mehr als 28% aus.

Aufgefallen ist mir beim Screening auch die Aktie von LVMH, die sich aktuell auf Rang 2 der Trendstabilitäts-Rangliste im EUROSTOXX50 befindet. Der Luxusgüterkonzern konnte im abgelaufenen dritten Quartal erneut mit einem zweistelligen Umsatzplus aufwarten und erreichte ein organisches Wachstum von 10%. Im Neun-Monats-Vergleich fiel das bereinigte organische Umsatzplus mit 13% sogar noch kräftiger aus. Überdurchschnittlich gut verkauften sich wie bereits im ersten Halbjahr vor allem Mode- und Lederartikel, Parfüms und Kosmetik sowie Luxusuhren und Schmuck, was vor allem der kaufkräftigen Kundschaft aus den Emerging Markets wie China geschuldet war. LVMH will daher seine Präsenz im Reich der Mitte weiter ausbauen und hat kürzlich eine Vertriebsallianz mit AliBaba bekanntgegeben, die den Verkauf exklusiver Weine und Spirituosen über das Online-Netzwerk des chinesischen eCommerce-Giganten vorsieht. Eine weitsichtige Strategie, da China laut einer kürzlich veröffentlichten Erhebung des chinesischen Online-Giganten Tencent im Jahr 2024 rund 40% aller Umsatzerlöse im Luxusgütersegment auf sich vereinigen wird. Nach dem starken Abschneiden im dritten Quartal haben die Experten von JPMorgan das Kursziel mit 360 Euro und der Einstufung "Overweight" bestätigt.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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Liebe Leser,

am deutschen Markt geht es tiefer und immer tiefer. Es herrschen Zustände wie im Bärenmarkt. Ich nenne folgend ein paar Aktien und ihre Verluste vom 6-Monatshochs: Tele Columbus (-67%),  Tom Tailor (-61%), SMA Solar (-65%), Gerry Weber (-59%), SLM Solutions (-49 %), Aixtron (-48%), Osram (-46%), Bauer (-41%), Ceconomy (-41%, Stratec (-40%), Leoni (-40%), Continental (-37%), Elringklinger (-37%). Brutal. Der Markt gleicht einem Schlachtfeld.

In meinem realen 100.000 € Trading-Depot bekomme ich von diesem ausgeprägtem Bärenmarkt nichts mit. Die Marktampel verhindert schon seit Wochen, dass neue Positionen aufgenommen werden können und meine 3 Depot-Basiswerte MTU, TAG Immobilien und Deutsche Börse AG zeigen sich weiterhin sehr stabil.

Ich muss in dieser Situation wieder zwangsweise an den US-Trader Daniel Zanger denken, der um das Jahr 2000 mit einer Depotvertausendfachung für Furore sorgte. Zanger bezeichnet sich selbst als Bullenmarkt-Trader. Wenn es eine Hausse gibt, dann möchte Zanger den stärksten Bullen folgen. Wenn der Markt bärisch ist, braucht man gar nicht erst zu handeln, ist seine Philosophie. Unser Trendfolge-Depot folgt der gleichen Logik. Wenn der Markt freundlich ist und über dem GD 200 notiert, dann folgen wir den stärksten Aktien. Wenn die Aktien um uns herum in Grund und Boden geprügelt werden, dann bleiben wir passiv und gehen keine neuen Trades ein.

Ereilt die Autobauer das gleiche Schicksal wie einst RWE und E.ON?

Am meisten Sorge bereitet mir die Schwäche der deutschen Autobranche. Die Daimler-Aktie fällt seit den Hochs im Jahr 2015 kontinuierlich. Das Kursverhalten erinnert mich an die Kursentwicklung der Versorgeraktien E.ON und RWE ab 2008. Genau wie damals bei den Energieriesen ist auch heute die Dividendenrendite bei Daimler mit 6,6 % noch sehr attraktiv. Aber ich persönlich glaube nicht, dass diese hohe Rendite gehalten werden kann. Ein Sturmtief mit dem Namen Tesla zieht auf. Tesla konnte im dritten Quartal in den USA erstmals die Produktion für das Model 3 auf bedeutsame Stückzahlen hochschrauben und Daimler ist sofort der Leidtragende. Während Tesla in Q3 55.800 Fahrzeuge verkaufte, sank der Absatz der Mercedes C-Klasse um satte 24 Prozent, berichtet das Handelsblatt heute. Den deutschen Autobauern ist das spöttische Lachen über Tesla im Halse steckengeblieben, denn nun steigen die Tesla-Produktionszahlen und rauben Daimler und BMW die Marktanteile.

Was gibt es Neues in den Trendstabilitäts-Ranglisten?

Auf Rang 4 der Gesamtauswahl der Trendstabilitäts-Rangliste befindet sich aktuell die Aktie von Sartorius. Der Labortechnikspezialist profitiert aktuell von steigenden Ausgaben der Pharma- und Biotechindustrie für Forschung & Entwicklung. Denn neue Verfahren wie die Krebsimmuntherapie oder die Genschere CRISPR benötigen modernste Labortechnik und Analytik-Systeme, mit denen sich Prozesse in Echtzeit visualisieren und analysieren lassen. Sartorius hat es verstanden, sich in diesem Zukunftsmarkt mit gezielten Übernahmen zu verstärken und kann somit überdurchschnittlich vom Siegeszug dieser neuen Verfahren profitieren. Dies bescherte Sartorius im ersten Halbjahr in der Sparte Lab Products & Services ein überdurchschnittliches wechselkursbereinigtes Umsatzplus von 12,0% und trug damit wesentlich zur besser als erwartet ausgefallenen Ergebnisentwicklung bei. Im Anschluss wurde die Jahresprognose angehoben, wobei man sich mit einem Umsatzanstieg von 12 bis 15% deutlich höhere Ziele als zuvor (9 bis 12%) zutraut. Künftig will sich Sartorius mit weiteren Akquisitionen verstärken. In der Kriegskasse liegen etwa 2 Milliarden Euro. Nach Aussage von Vorstandschef Joachim Kreuzburg hat man dabei vor allem China im Visier, wo in den kommenden Jahren überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten zu erwarten sind.

Viele Grüße
Simon Betschinger


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