Glossar

 

Absteigendes Dreieck

Eine seitwärts verlaufende Kursformation zwischen zwei konvergierenden Trendlinien, wobei die obere Linie fällt und die untere Linie flach verläuft. Dies ist im Allgemeinen eine bearische Formation.

 

Abwärtstrend

Ein Abwärtstrend ist eine Situation, bei der der Tiefpunkt jeder aufeinanderfolgenden Kursrallye tiefer liegt, als derjenige der vorangegangen Rallye und jeder Hochpunkt ebenfalls tiefer als der vorangegangene Hochpunkt liegt. Anders formuliert: Ein Abwärtstrend ist ein Muster mit fallenden Gipfeln und Tälern.

 

Aufsteigendes Dreieck

Eine seitwärts verlaufende Kursformation zwischen zwei konvergierenden Trendlinien, wobei die untere Linie steigt und die obere Linie flach verläuft. Dies ist im Allgemeinen eine bullische Formation.

 

Aufwärtstrend

Ein Aufwärtstrend ist eine Situation, bei der der Hochpunkt jeder aufeinanderfolgenden Kursrallye höher liegt, als derjenige der vorangegangen Rallye und jeder Tiefpunkt ebenfalls höher als der vorangegangene Tiefpunkt liegt. Anders formuliert: Ein Aufwärtstrend ist ein Muster mit steigenden Gipfeln und Tälern.

 

Bestätigung

Wenn so viele Marktfaktoren wie möglich in ihrer Aussage übereinstimmen. Wenn beispielsweise Kurse und Umsätze zusammen steigen, bestätigt das Volumen die Kursbewegung. Das Gegenteil von Bestätigung ist Abweichung (Divergenz).

 

Bollinger Bänder

Die Bollinger Bänder sind ein relatives Bezugssystem, das Aufschluss darüber geben soll, ob ein Markt stark überkauft oder überverkauft ist. Das System wurde von John Bollinger in den 1970er Jahren entwickelt. Die Bollinger Bänder werden mit Hilfe eines 20-Tage Gleitenden Durchschnitts (GD) in das Chartbild eines Marktes eingezeichnet. Das untere Bollinger Band wird 2 Standardabweichungen unter dem 20er GD aufgetragen. Das obere Bollinger Band wird entsprechend 2 Standardabweichungen über dem 20er GD eingezeichnet. Wenn man eine Normalverteilung der Preisentwicklung unterstellt, befinden sich etwa 95% aller Marktpreise innerhalb der Bollinger Bänder. Wenn ein Markt stark fällt und sich deutlich unterhalb der Bollinger Bänder befindet, kann man von einer überverkauften Situation sprechen. Wenn ein Markt stark steigt und deutlich oberhalb des oberen Bollinger Bandes notiert, kann man von einer überkauften Situation sprechen.

 

Divergenz (Abweichung)

Eine Situation, in der sich zwei Indikatoren nicht gegenseitig bestätigen. Bei der Oszillator-Analyse ist dies zum Beispiel der Fall, wenn die Kurse steigen, während ein Oszillator bereits anfängt zu fallen. Divergenzen warnen üblicherweise vor einem Trendwechsel. Das Gegenteil von Abweichung ist Bestätigung.

 

Doppeltop

Diese Kursformation weist zwei ausgeprägte Gipfel auf. Die Trendumkehr ist abgeschlossen, wenn das mittlere Tal nach unten durchbrochen wird. Der doppelte Boden ist ein Spiegelbild des Doppeltops.

 

Dow-Theorie

Eine der ältesten und meistbeachteten Theorien der Technischen Analyse. Ein Kaufsignal nach der Dow-Theorie wird gegeben, wenn der Index über einem früheren Rallyegipfel schließt. Ein Verkaufssignal wird ausgelöst, wenn der Index unter einem früheren Reaktionstief schließt.

 

Dreieck

Seitwärts verlaufende Kursformationen, bei denen die Kurse zwischen zwei konvergierenden Trendlinien fluktuieren. Die drei Arten von Dreiecken sind das symmetrische, das aufsteigende und das absteigende Dreieck.

 

Einfacher gleitender Durchschnitt

Ein gleitender Durchschnitt, der jedem Tageskurs das gleiche Gewicht zuweist.

 

Elliott-Wellen-Analyse

Ein Analyseansatz, der auf wiederholten Wellenmustern und Fibonaccis-Zahlensequenzen basiert. Ein ideales Elliott-Wellen-Muster zeigt einen aus fünf Wellen bestehenden Anstieg, gefolgt von einem aus drei Wellen bestehenden Abschwung.

 

Erschöpfungslücke

Eine Kurslücke, die am Ende eines bedeutenden Trends auftaucht und signalisiert, dass der Trend zu Ende geht.

 

Fibonacci-Retracement

Leonardo Fibonacci war ein italienischer Mathematiker, der Zusammenhänge zwischen Zahlen festgestellt hat. Jede Fibonacci-Zahl ermittelt sich aus der Summe der beiden vorangegangenen Fibonacci-Zahlen. Den Beginn bildet die 0, womit sich folgende Zahlenreihe ergibt: 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144… Wird nun das Verhältnis sämtlicher Fibonacci-Zahlen zueinander betrachtet, dann ergibt sich ein wiederholendes Muster.

 

Die Division einer Zahl durch die nachfolgende Zahl ergibt mit steigenden Werten ein Ergebnis nahe 0,618.

Die Division einer Zahl dieser Reihe durch die ihr vorangehende Zahl ergibt einen Wert nahe 1,618.

Die Division einer Zahl der Reihe durch die um zwei Stellen nachfolgende Zahl ergibt einen Wert nahe 0,382.

Die beiden Verhältniszahlen von einer Zahl zur nächst höheren (0,618) und der Zahl zur jeweils niedrigeren (1,618) sind auch als „Goldenes Verhältnis“ oder „Goldene Mitte“ bekannt und finden sich nicht nur in der Mathematik, sondern auch in der Musik, in der Kunst, der Architektur und der Biologie wieder.

 

Je höher die Zahlen, desto näher liegt das Ergebnis an diesem Verhältnis. Aus den Verhältnissen dieser Zahlen zueinander ergeben sich die Prozentwerte 38%, 50% und 62%. Trader nutzen diese Werte, um Zielmarken einer Kurskorrektur zu bestimmen. Es gibt statistisch keinen Nachweis für den Erfolg dieser Retracements.

 

Flagge

Eine Fortsetzungsformation, die im Allgemeinen weniger als drei Wochen dauert und an ein Parallelogramm erinnert, das gegen den vorherrschenden Trend geneigt ist. Die Flagge verkörpert eine kurze Pause in einem dynamischen Kurstrend. (Siehe Wimpel.)

 

Fortsetzungsformationen

Kursformationen, die eine Pause oder Konsolidierung im vorherrschenden Trend verkörpern. Die häufigsten Formen sind Dreiecke, Flaggen und Wimpel.

 

Fortsetzungslücke

Eine Kurslücke, die normalerweise ungefähr in der Mitte eines bedeutenden Markttrends auftaucht. Aus diesem Grund wird sie auch als measuring gap („messende“ Lücke) bezeichnet.

 

Gap

Kurslücken sind Leerräume, die auf einem Balkenchart auf Kursniveaus auftreten, an denen kein Handel stattgefunden hat. Zu einer Aufwärtslücke kommt es, wenn der tiefste Kurs eines Handelstages höher ist, als der höchste Kurs des vorangegangenen Tages. Eine Aufwärtslücke (Gap Up) ist üblicherweise ein Zeichen von Marktstärke, während eine Abwärtslücke (Gap Down) ein Zeichen von Marktschwäche darstellt. Die drei wichtigsten Arten von Kurslücken sind Ausbruchslücke, Fortsetzungslücke und Erschöpfungslücke.

 

Gap Down

Ein Gap Down ist eine Kurslücke, welche zwischen den Preisen auf einem Chart entsteht. Dabei ist die abwärts gerichtete Bewegung so stark, dass dazwischen kein Handel stattfindet. Der erste Handel findet dann zu einem Kurs statt, welcher eine Lücke zum vorherigen Kurs darstellt.

Die sich öffnenden Lücken sind Ausdruck eines Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage. Es herrscht ein Angebotsüberhang.

 

Gap Up

Ein Gap Up ist eine Kurslücke, welche zwischen den Preisen auf einem Chart entsteht. Dabei ist die aufwärts gerichtete Bewegung so stark, dass dazwischen kein Handel stattfindet. Der erste Handel findet dann zu einem Kurs statt, welcher eine Lücke zum vorherigen Kurs darstellt.

Die sich öffnenden Lücken sind Ausdruck eines Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage. Es herrscht ein Nachfrageüberhang.

 

GD 200

GD 200 steht für Gleitender Durchschnitt über die vergangenen 200 Börsentage. Die 200-Tage-Linie gehört zu den einfachsten und bekanntesten Hilfsmitteln der Chartanalyse. Sie wird ermittelt, indem für jeden Tag das arithmetische Mittel der Schlusskurse der vergangenen 200 Handelstage berechnet wird und anschließend die einzelnen Durchschnittskurse miteinander verbunden werden.

Der GD 200 wird als trendfolgender Indikator genutzt. Wird die 200-Tage-Linie eines Titels von oben nach unten gerissen, so sprechen Charttechniker von einem Verkaufssignal. Im umgekehrten Fall fungiert er als Kaufsignal.

 

Hammer

Ein Hammer ist eine Candlestick-Formation, wobei eine einzelne Kerze betrachtet wird. Diese weist einen langen unteren Schatten und kleinen Kerzenkörper auf. Idealerweise hat sie keinen oberen Schatten. Ein Hammer dient charttechnisch als ein Bodenbildungssignal nach einer Abwärtsbewegung. Dieses Candlestick-Muster kann als Tendenz genutzt werden, dass eine Abwärtsbewegung vor dem Ende steht und Kursanstiege folgen.

 

Kursformationen

Muster, die auf einem Kurschart auftauchen und Vorhersagecharakter besitzen. Formationen werden in Umkehrformationen und Fortsetzungsformationen unterteilt.

 

Long-Szenario

Der Marktteilnehmer setzt auf einen Kursanstieg.

 

Oszillatoren

Indikatoren, die bestimmen, ob sich ein Markt in einer überkauften oder überverkauften Situation befindet. Der ist überkauft, wenn der Oszillator einen oberen Extremwert erreicht. Der Markt ist überverkauft, wenn der Oszillator einen unteren Extremwert erreicht.

 

Retracement

Normalerweise korrigieren die Kurse den vorangegangen Trend um einen prozentualen Betrag, bevor sie den ursprünglichen Trend wieder aufnehmen. Das bekannteste Beispiel ist das 50%-Retracement. Das Minimum- und Maximum-Retracement betragen ein Drittel bzw. zwei drittel. Die Elliott-Wellen-Analyse verwendet Fibonacci-Retracements von 38% und 62%.

 

Schulter-Kopf-Schulter-Formation

Die bekannteste der Umkehrformationen. An einem Markthöhepunkt werden drei ausgeprägte Gipfel gebildet, wobei der mittlere Gipfel (oder Kopf) etwas höher ist, als die beiden anderen Gipfel (Schultern). Wenn die Trendlinie (Nackenlinie), die die beiden dazwischen liegenden Täler verbindet, gebrochen wird, ist die Formation komplett. Eine Bodenformation ist das Spiegelbild der Topformation, sie wird umgekehrte oder inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation genannt.

 

Shooting Star

Der Shooting Star ist durch einen kleinen Körper am unteren Ende der Kursspanne gekennzeichnet und weist einen langen oberen Schatten auf. Die Einfärbung des Körpers ist nebensächlich. Das Kursmuster gibt einen ersten Warnhinweis, dass die Aufwärtsdynamik an Kraft verliert und dass eine Rallye während des Handels abverkauft wurde. Der Kerzenkörper des idealen Shooting Star befindet sich oberhalb des vorhergehenden Handelstages und hat mit einer Kurslücke eröffnet.

 

Short-Szenario

Der Marktteilnehmer setzt auf einen Kursrückgang.

 

Slow Stochastic

Die Stochastik ist ein mathematisches Verfahren zur Berechnung von Wahrscheinlichkeiten bei Zufallsverfahren. Mit dem Indikator der Slow Stochastic wird nach Umkehrpunkten im Markt gesucht. Charttechnische Relevanz erlangt der Indikator bei der Feststellung von Umkehrpunkten in Zeiten von Seitwärtsbewegungen und sich entwickelnden leichten Trends. Der Indikator sollte in Verbindung mit weiteren Indikatoren oder charttechnischen Mustern verwendet werden.

Der Indikator besteht aus zwei Linien, einer schnelleren grünen Linie, genannt (%K) und einer langsameren roten Linie (%D). Signale entstehen, wenn die beiden Linien einen Schnittpunkt aufweisen und/oder durch das Niveau auf der Skala. Die beiden Linien können Werte zwischen 0-100 annehmen. Theoriegemäß weisen Werte über 70-80 darauf hin, dass sich der Markt derzeit in einem überkauften Zustand befindet. Werte unterhalb von 20-30 weisen hingegen auf einen überverkauften Zustand hin.

Ein Kaufsignal entsteht, wenn die Linie %K die Linie %D von unten nach oben schneidet. Ein Verkaufssignal wird generiert, wenn die Linie %K die Linie %D von oben nach unten schneidet.

Wenn die %K-Linie die %D-Linie im Bereich von 20-30 oder niedriger von unten nach oben durchbricht, dann kommt es zum Kaufsignal. Analog dazu das Verkaufssignal. Wenn die %K-Linie im Bereich von 70-80 oder höher notiert und die 5D Linie nach unten durchbricht, wird ein Verkaufssignal generiert.

 

Symmetrisches Dreieck

Eine seitwärts verlaufende Kursformation zwischen zwei konvergierenden Trendlinien, wobei die untere Linie steigt und die obere Linie fällt. Diese Formation verkörpert ein Gleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern, obwohl der vorherige Trend normalerweise wieder aufgenommen wird. Der Durchbruch durch eine der beiden Trendlinien signalisiert die Richtung des zukünftigen Kurstrends. (Siehe aufsteigendes und absteigendes Dreieck.)

 

Trend

Bezieht sich auf die Richtung von Kursen. Steigende Hoch-und Tiefpunkte konstituieren einen Aufwärtstrend; fallende Hoch- und Tiefpunkte bilden einen neuen Abwärtstrend. Eine Trading Range wird durch horizontale Hochs und Tiefs charakterisiert. Trends werden allgemein klassifiziert in langfristige Trends (länger als ein Jahr), mittelfristige Trends (ein bis sechs Monate) und kurzfristige Trends (weniger als ein Monat).

 

Trendbestätigung

Der ursprüngliche Trend hat weiterhin Bestand. Es findet lediglich eine Korrektur statt. Diese dient dazu, eine überkaufte oder überverkaufte Situation kurzfristig abzubauen, bevor die nächste Trendbewegung gestartet wird.

 

Trendkanal

Ein intakter Trendkanal ist durch Kurse gekennzeichnet, welche zwischen zwei Trendlinien schwanken. Hierbei gibt es eine Trendlinie mit mindestens zwei Aufsetzpunkgen auf der Unterseite und eine Trendlinie mit mindestens zwei Berührungspunkten auf der Oberseite.

 

Trendlinie

Gerade Linien, die auf einem Chart unter Reaktionstiefs in einem Aufwärtstrend oder über Rallyegipfeln in einem Abwärtstrend gezeichnet werden und die Steilheit des aktuellen Trends bestimmen. Der Bruch einer Trendlinie signalisiert in der Regel eine Trendumkehr.

 

Trendumkehr

Formationen auf einem Kurschart, die normalerweise anzeigen, dass ein Trendwechsel stattfidnet. Eine Trendumkehr ergibt sich durch einen Umkehrtag. Dieser Umkehrtag entsteht an einem Gipfel oder an einem Boden. Potenzielle Trendumkehr-Signale sind ein Hammer oder ein Shooting Star.

 

Überkauft

Ein Begriff, der im Zusammenhang mit einem Oszillator verwendet wird. Erreicht ein Oszillator einen oberen Extremwert, so geht man davon aus, dass der Markt zu stark gestiegen und anfällig für einen Kurseinbruch ist.

 

Überverkauft

Ein Begriff, der im Zusammenhang mit einem Oszillator verwendet wird. Erreicht ein Oszillator einen unteren Extremwert, so geht man davon aus, dass der Markt zu stark gefallen und reif für eine Erholung ist.

 

Unterstützung

Ein Kurs oder Kursbereich unterhalb des aktuellen Kurses, wo die Kaufkraft groß genug ist, um einen Kursrückgang aufzuhalten. Ein früheres Reaktionstief bildet üblicherweise eine Unterstützungslinie

 

Widerstand

Das Gegenteil von Unterstützung. Widerstand entsteht auf dem Niveau eines früheren Kurshochs, wirkt als Barriere oberhalb des Marktkurses und kann einen Kursanstieg stoppen. (Siehe Unterstützung.)

 

Wimpel

Diese Fortsetzungsformation ist der Flagge ähnlich, außer dass sie horizontal verläuft und an ein kleines symmetrisches Dreieck erinnert. Wie die Flagge dauert auch der Wimpel im Allgemeinen eine bis zu drei Wochen und wird von einer Fortsetzung des vorhergehenden Trends abgelöst.