Idee der Woche / 09.01.2017 | 11:27:54 Werbung

Merck KGaA sollte angehobene Prognose erreichen

DZ BANK AG
Autor DZ BANK AG

Die DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, ist Spitzeninstitut der Genossenschaftlichen FinanzGruppe.

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 sollte für Merck u.E. nach ein erfolgreiches Jahr gewesen sein. Nach einem guten Geschäftsverlauf in den ersten neun Monaten hob der Vorstand Mitte November 2016 mit Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal die Prognose für das Gesamtjahr ein weiteres Mal an. Wir sehen den neuen Ausblick als gut erreichbar an.

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Die DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, ist Spitzeninstitut der Genossenschaftlichen FinanzGruppe.

Die Geschäftstätigkeit der Merck KGaA (Merck) unterteilt sich in die drei Bereiche Healthcare (rezeptpflichtige Arzneimittel, Produkte zur Selbstmedikation), Life Science (Produkte für die biotechnologische Produktionskette) und Performance Materials (Spezialchemikalien, funktionelle Materialien u.a. für Unterhaltungselektronik, Beleuchtung, Kunststoffindustrie, Kosmetik). Mit einem Anteil von 54% am Nettoumsatz (2015) ist Healthcare für Merck der wichtigste Geschäftsbereich (Life Science 26%, Performance Materials 20%). Um das langfristige profitable Wachstum sicherzustellen, setzt der Vorstand auf Innovationen und gezielte Zukäufe wie z.B. die Übernahmen von AZ Electronic Materials 2014 und Sigma-Aldrich 2015, mit denen die Position in wichtigen Märkten ausgebaut wird. Der Fokus liegt dabei auf hochprofitablen und wachsenden Märkten. Bereits im Geschäftsjahr 2015 erwirtschaftete das Unternehmen 33% des Nettoumsatzes in der Region Asien-Pazifik - mehr als in Europa (32%) oder Nordamerika (21%). Die führende Marktposition ermöglicht es Merck nach eigenen Angaben, konstant hohe Margen zu erzielen.

 

Prognose für 2016 nach gutem Q3 angehoben

Im dritten Quartal steigerte Merck den Konzernumsatz um 19,3% auf 3,7 Mrd. Euro (Q3 2015: 3,1 Mrd. Euro). Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 24,3% auf 1,2 Mrd. Euro (Q3 2015: 944 Mio. Euro). Die kräftigen Zuwächse resultieren in erster Linie aus der Übernahme von Sigma-Aldrich sowie einer guten Entwicklung der Bereiche Life Science und Healthcare. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen verbesserte sich gegenüber dem Vorjahresquartal von 30,3% auf 31,5%.

Für das Gesamtjahr 2016 rechnet der Vorstand weiterhin mit einem Umsatz zwischen 14,9 und 15,1 Mrd. Euro (2015: 12,8 Mrd. Euro). Aufgrund der Auflösung von Rückstellungen sowie geringerer Kosten für Forschung und Entwicklung im Bereich Healthcare wurde die Prognose für das EBITDA vor Sondereinflüssen auf 4,45 Mrd. Euro bis 4,6 Mrd. Euro angehoben (zuvor 4,25 Mrd. Euro bis 4,4 Mrd. Euro). Die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2016 wird Merck am 9. März 2017 veröffentlichen.

 

Gutes Kostenmanagement bei Healthcare

Wir sehen den neuen Ausblick als gut erreichbar an. So kommt das Unternehmen bei der Übernahme von Sigma-Aldrich mit Blick auf Konsolidierungsgewinne und Synergien besser voran als erwartet. Daneben wird sich der Fokus in den kommenden Monaten unserer Meinung nach verstärkt auf die Pharma-Pipeline verschieben. Mit Avelumab (Merkelzellkarzinom) und Cladribin (Multiple Sklerose) hat Merck zwei erfolgversprechende Medikamente zur Zulassung eingereicht. Ende November gaben Merck und Pfizer bekannt, dass die amerikanische Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) den Antrag auf Zulassung von Avelumab zur Behandlung von metastasierten Merkelzellkarzinomen - einem seltenen, aber aggressiven Typ von Hautkrebs - zur Prioritätsprüfung angenommen hat. Zudem gab Merck Anfang Dezember den Ausbau seiner Vertriebsallianz mit Roche bekannt.

Risiken sehen wir in Rückschlägen bei der Medikamentenentwicklung sowie einem verstärkten Wettbewerb im Bereich Healthcare. Zudem kann eine schwächere Konjunktur in den wichtigen Absatzmärkten die Geschäftsentwicklung ebenso beeinträchtigen wie negative Währungseffekte.

 

Aktie beendet kurzfristige Konsolidierung

Die Aktie der Merck KGaA sehen wir in einem übergeordneten Aufwärtstrend. In dessen Rahmen startete im September 2011 ausgehend von einem zyklischen Tief bei 27,96 Euro eine längerfristige Aufwärtsbewegung, die die Aktie bis April 2015 auf ein Allzeithoch bei 111,85 Euro führte. Anschließend korrigierte die Aktie die Aufwärtsbewegung über mehrere Monate hinweg, wobei sie im Februar 2016 ein Tief bei 70,68 Euro markierte. Im weiteren Jahresverlauf legte die Kursnotierung bis auf 100,35 Euro zu. Auf diesem Kursniveau setzte im August eine Konsolidierung ein.

Letzte Woche brach die Aktie über das Hoch bei 100,35 Euro aus und beendete damit die Konsolidierung. Zudem generierte der trendfolgende MACD auf Monatsbasis im Dezember ein neues Kaufsignal. Die nächsten Etappenziele liegen bei 106,85 und bei 111,85 Euro. Ein nachhaltiger Ausbruch über das Allzeithoch würde nach unserer Einschätzung den übergeordneten Aufwärtstrend bestätigen und der Aktie weiteres Aufwärtspotenzial in Richtung 123,00 Euro eröffnen. Gelingt der Ausbruch über das Allzeithoch nicht, findet die Aktie Unterstützungen bei 100,35/98,21 Euro. Sollte die Notierung jedoch unter die letzten Tiefs bei 91,08/90,00 Euro zurückfallen, müsste unserer Ansicht nach mit weiteren Abgaben auf 82,00 Euro gerechnet werden.

 

Discount-Zertifikat auf Merck KGaA

Als alternative Anlagemöglichkeit zur Direktanlage stehen verschiedene Discount-Zertifikate mit dem Basiswert Merck KGaA zur Verfügung. Ein Beispiel ist ein Discount-Zertifikat, das am 26.01.2018 fällig wird und derzeit mit einem Abschlag von 6,2% zum aktuellen Kurs der Aktie erworben werden kann. Die Höhe der möglichen Rückzahlung wird durch den Cap (obere Preisgrenze) bei 110,00 Euro begrenzt. Ansprüche aus der Aktie (z.B. Dividenden) stehen dem Anleger nicht zu.

Die maximal mögliche Rückzahlung beträgt 110,00 Euro. Diesen Höchstbetrag erhält der Anleger, wenn der Schlusskurs (Xetra) der Aktie der Merck KGaA am 19.01.2018 (Referenzpreis) auf oder über dem Cap von 110,00 Euro notiert.

Notiert der Referenzpreis unter dem Cap von 110,00 Euro, erhält der Anleger eine Zahlung in Höhe des Referenzpreises unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses von 1,00. Das vorliegend beschriebene Zertifikat richtet sich somit an Anleger, die davon ausgehen, dass der Schlusskurs der Aktie der Merck KGaA am 19.01.2018 auf oder über 110,00 Euro notieren wird.

Der Anleger trägt das Risiko, dass der Wert des Zertifikats während der Laufzeit durch marktpreisbestimmende Faktoren (z.B. fallende Kurse oder steigende Volatilität der Aktie der Merck KGaA) nachteilig beeinflusst wird und auch deutlich unter dem Erwerbspreis liegen kann.

 

Risikobeschreibung

Stand: 09.01.2017, Emittentin: DZ BANK.

DZ BANK, Online-Vertrieb

 

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Discount 110 2018/01: Basiswert Merck KGaA

DGQ2JT / DE000DGQ2JT6 // Quelle: DZ BANK: Geld 26.05. 26.05., Brief 26.05. 26.05.
100,84
Geld in EUR
100,99
Brief in EUR
--
Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 105,35 EUR
Quelle: Xetra, 26.05.
  • Max Rendite 8,92%
  • Max Rendite in % p.a. 13,70% p.a.
  • Discount in % 4,14%
  • Cap 110,00 EUR
  • Abstand zum Cap in % 4,41%
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 1,00

News / Merck KGaA

23.05.2017 | 07:54:58 (dpa-AFX)
INTERVIEW: Merck-Selbstmedikation ist 'stabiler Cash-Generator'

DARMSTADT (dpa-AFX) - Die Leiterin des Selbstmedikation-Geschäfts von Merck sieht die Sparte gut aufgehoben bei dem Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern. Damit tritt sie immer wieder hochkochenden Spekulationen über einen Verkauf entgegen. Die Sparte mache für den Konzern Sinn, sagte Uta Kemmerich-Keil im Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. "Unser Geschäft ist krisenresistent und ein stabiler Cash-Generator."

Die Selbstmedikation ist der kleinste Bereich im Pharmabereich der Merck KGaA <DE0006599905> mit einem Jahresumsatz von zuletzt 860 Millionen Euro - knapp 13 Prozent des gesamten Pharmageschäfts. Seit Jahren spekulieren Branchenbeobachter über einen Verkauf der offiziell Consumer Health genannten Sparte. Aktuell stellt sich die Frage erneut, denn der Konzern will sich auf seine vielversprechende Pipeline an Neuentwicklungen konzentrieren, allen voran das Krebsmittel Avelumab. Dafür verkauft Merck seine Aktivitäten im Bereich der Biosimilars, also der Nachahmermittel für biopharmazeutisch hergestellte Medikamente, an den Gesundheitskonzern Fresenius.

Die langjährige Merck-Managerin Kemmerich-Keil übernahm die Führung der Sparte 2014 - nach einer durchaus turbulenten mehrjährigen Phase des Umbruchs in dem Bereich. Inzwischen könne Consumer Health wieder ermutigende Wachstumsraten vorweisen. So schnitt im Vergleich zur gesamten Merck-Pharmasparte das Geschäft mit der Selbstmedikation im ersten Quartal 2017 besser ab: der Spartenumsatz wuchs aus eigener Kraft um 5 Prozent, während es im gesamten Pharmabereich 4,4 Prozent waren.

Der Markt für die rezeptfreie Selbstmedikation, auch OTC (Over The Counter) genannt, ist stark zersplittert. Weltweit kommen die größten zehn Anbieter auf nicht einmal 30 Prozent des Umsatzes. Merck liegt nach eigenen Angaben direkt hinter den Top Ten. Der Wettbewerb ist hart und geht in der Regel über den Wiedererkennungseffekt der Marke. Kemmerich-Keil setzt vor allem auf die Themen "Frauengesundheit" und "Gesundes Älterwerden". Damit will sie ihre Kernmarken in den wichtigsten Absatzmärkten in Spitzenpositionen bringen. "Mein Ziel ist für jedes Produkt einer der ersten drei Plätze."

Zu den wichtigsten und bekanntesten Marken aus dem Hause Merck für die Selbstmedikation gehören das Schnupfenmittel Nasivin, die Gelenksalbe Kytta sowie Vitaminpräparate wie Femibion. Diese Mittel vertreibt der Konzern nahezu ausnahmslos in allen seiner 20 Kernmärkte. Dagegen hat Kemmerich-Keil seit ihrem Amtsantritt zahlreiche kleinere Marken aussortiert, weitere sollen folgen. "Wir investieren nur in jene Marken, die groß genug sind, um dynamisch und profitabel zu wachsen."

Dabei spielt Deutschland für den Konzern als Absatzmarkt für OTC-Produkte eine Vorreiterrolle. "Der Anspruch der Kunden ist sehr hoch, hier können wir für andere Märkte lernen." Außerhalb der Heimat ist der fast 350 Jahre alte Merck-Konzern mit rezeptfreien Mitteln traditionell stark vertreten in Lateinamerika und Teilen Asiens. "Wir machen in Schwellenländern aktuell 60 Prozent unseres Umsatzes", so Kemmerich-Keil. Weitere Länder sollen nun hinzukommen.

Im Fokus steht unter anderem der afrikanische Kontinent, wo Merck bis vor zwei Jahren nur in Südafrika vertreten war. Erste Geschäftsentwicklungsteams sind bereits in Ghana und Kenia vor Ort.

Ziel ist jedoch insbesondere der riesige Gesundheitsmarkt in China. "Wir haben unsere Zulassungen beantragt, nun warten wir auf Neuigkeiten", sagt Kemmerich-Keil. Einen ersten Erfolg kann sie im Reich der Mitte bereits verbuchen: Konsumenten können die rezeptfreien Mittel inzwischen online über den Großhandel TMall beziehen./tav/das

--- Gespräch: Tanja Vedder, dpa-AFX ---

23.05.2017 | 07:50:07 (dpa-AFX)
Chefin von Consumer Health sieht Sparte gut aufgehoben bei Merck KGaA
18.05.2017 | 18:16:18 (dpa-AFX)
AKTIE IM FOKUS 2: Anleger machen bei Merck nach vorsichtigem Ausblick Kasse
18.05.2017 | 15:37:49 (dpa-AFX)
ANALYSE-FLASH: NordLB senkt Merck KGaA auf 'Halten' - Ziel 114 Euro
18.05.2017 | 13:19:06 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2: Merck stimmt auf schwieriges Jahr ein - Vorsichtige Prognose
18.05.2017 | 11:20:34 (dpa-AFX)
AKTIE IM FOKUS: Anleger machen bei Merck nach 'vorsichtigem Ausblick' Kasse
18.05.2017 | 08:49:49 (dpa-AFX)
WDH/ROUNDUP: Merck bleibt auch nach gutem Jahresstart vorsichtig

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