Der menschliche Faktor / 10.05.2017 | 09:00:45 Werbung

Investoren und das DAX-Allzeithoch - echte Liebe ist es nicht

DZ BANK AG
Autor DZ BANK AG

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Trotz eines neuen Allzeithochs nach dem anderen im DAX will einfach keine Jubelstimmung an den hiesigen Märkten aufkommen. Nach der Erleichterung über den Ausgang der Stichwahlen im Rennen um die Präsidentschaft in Frankreich ist nun ein potenzieller politischer Belastungsfaktor weggefallen. Nun werden sich die Marktteilnehmer wieder ökonomischen Themen zuwenden, heißt es von Seiten vieler Kommentatoren.

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Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Doch viel Fantasie lässt sich nicht herauslesen: vielen seien Aktien auf dem aktuellen Niveau schlichtweg zu teuer, die große Trump´sche Steuerreform in den USA sei in den Kursen bereits „drin“ und ohnehin drohe nach der auslaufenden Berichtssaison erst einmal eine nachrichtenarme Zeit - man hört allerorten eher die mahnenden Stimmen als die der überzeugten Aktienoptimisten.

 

Da verwundert es wenig, dass die Investoren die neuen DAX-Allzeithochs mehr mit einer gewissen Ungläubigkeit als mit Begeisterung aufnehmen. Denn nur so lässt sich die aktuelle Stimmungslage interpretieren. Die jüngste sentix-Umfrage signalisiert lediglich einen verhaltenen Optimismus, der recht weit von gefährlichen Extrema entfernt ist. Die Put/Call-Ratios bei den DAX-Indexoptionen an der Eurex zeigen sogar auf, dass die Marktteilnehmer in die DAX-Aufwärtsbewegung hinein Absicherungen aufgebaut haben - und zwar bis noch vor wenigen Handelstagen. Erst allmählich passen sie sich den neuen Realitäten an und beginnen, ihre Haltung zu ändern.

 

Dies sehen wir auch in den Investitionsquoten. Hier haben zumindest die Institutionellen reagiert und ihre Aktienbestände wieder ein wenig hochgefahren; ganz im Gegensatz zu den Privaten, die die „hohen“ Kurse teilweise zum Ausstieg nutzten. Während erstere weit davon entfernt sind, wieder voll investiert zu sein, sind letztere zum Großteil an der Seitenlinie - beides ist als günstig für die weiteren DAX-Perspektiven zu sehen.

 

Fazit: Trotz neuer Allzeithochs kommt aktuell keine gefährlich optimistische Stimmung unter den Marktteilnehmern auf. Ein Großteil der Investoren agiert weiterhin verhalten. Eine Kapitulation der Bären ist somit noch nicht zu erkennen, wodurch die laufende DAX-Rally wahrscheinlich noch eine signifikante Wegstrecke vor sich hat.

 

DAX-Sentiment: trotz Allzeithoch im Index keine Jubelstimmung

Quellen: sentix, Stand: 08.05.2017; DZ BANK

 

Investitionsquoten: unauffällige Niveaus

Quelle: animusX, Stand: 08.05.2017

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