Der menschliche Faktor / 12.04.2017 | 09:30:43 Werbung

DAX-Allzeithoch flößt Respekt ein

DZ BANK AG
Autor DZ BANK AG

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Erneut konnte der DAX im letzten Betrachtungszeitraum zulegen, zwischenzeitlich betrug das Plus sogar satte rund 470 Punkte. Erst kurz vor dem Allzeithoch aus dem Frühjahr 2015 (12.390 Pkt.) stoppte der Höhenflug des wichtigsten deutschen Aktienmarktbarometers. Zu groß war der Respekt der Marktteilnehmer vor diesem psychologisch bedeutenden Anker, als dass diese Marke hätte übersprungen werden können.

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Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Damit befindet sich der Index ziemlich genau seit Anfang April in einer erneuten Konsolidierungsphase. Die Stimmung am Markt ist - gemessen an den sentix-Befragungen - im Vergleich zu unserer letzten Ausgabe leicht gesunken. Eine etwas schlechtere Laune bei höherem DAX-Niveau ist eigentlich ein Positivfaktor. Das Ganze hat jedoch einen Haken: Dieser Sachverhalt lässt sich nämlich nur in Bezug auf die verbal geäußerte Stimmung feststellen. Denn was das tatsächliche Handeln betrifft, so haben die Marktteilnehmer in die jüngste Schwächephase hinein Absicherungen klammheimlich aufgelöst. Dies lässt sich an der kontinuierlich sinkenden Put/Call-Ratio für die DAX-Indexoptionen an der Eurex ablesen. Eine „Mauer der Angst“ wird der DAX somit zunächst nicht klettern können.

 

Dennoch zeigen sich allmählich ermutigende Signale. Diese stammen insbesondere aus den USA, wo sich zuletzt ein wesentlich klareres Konsolidierungsszenario als in Europa darstellte. In den großen Indizes wie dem Dow Jones Industrial Average und dem S&P 500 sinken die Kurse nunmehr bereits seit dem 1. März. Dies hat den positiven Effekt, dass sich die dort zuvor extrem heiß gelaufene Investorenstimmung merklich abgekühlt hat. Die einstige Euphorie ist nun verflogen, was die Basis für eine erfolgreiche Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends ist. Allerdings fehlt noch ein Stück, bis das Sentiment endgültig auf ein „Normalmaß“ bereinigt ist.

 

Denn die ehemaligen Bullen, die dem US-Markt seit etwa Ende Februar den Rücken kehren, sind mehrheitlich in das neutrale Lager abgewandert – und nicht etwa direkt ins Bärenlager. Dies jedenfalls geben die Daten von Investor´s Intelligence preis, die im wöchentlichen Turnus bei den US-Börsenbriefschreibern erhoben werden. Das heißt, viele, die dem Braten nicht trauten, haben sich vorsorglich erst einmal nur an die Seitenlinie gewagt und sind noch nicht komplett auf die andere Seite umgeschwenkt.

 

Im Falle eines erneuten Anlaufs der großen US-Indizes nach oben wäre demnach das weitere Nachfragepotenzial allenfalls als begrenzt anzusehen. Der Mangel an echten Bären stellt damit sozusagen das große Manko am US-Aktienmarkt dar. Daher steht zu befürchten, dass die seit Anfang März laufende Korrekturbewegung noch nicht ausreicht, um die nächste Stufe der „Trump-Rally“ zu initiieren.

 

Fazit: Ein recht robuster deutscher Aktienmarkt wird gebremst von einer sentiment-technisch noch nicht richtig bereinigten Wall Street. Aufgrund des Mangels an Hilfe durch die US-Märkte darf aus dieser Situation heraus kein Selbstläufer im Hinblick auf rasche neue DAX-Höchststände erwartet werden. Wünschenswert wäre an dieser Stelle ein nochmaliges Abtauchen des Marktes auf ein neues Konsolidierungstief. Vermutlich erst eine solche Bewegung würde das Sentiment am US-Aktienmarkt vollends bereinigen. Dann kann die Frühjahrs-/Sommerrally kommen!

 

DAX-Sentiment: bearishe Worte - aber keine Taten

Quellen: sentix, Stand: 07.04.2017, DZ BANK

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