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16.07.2019 | 12:02:55 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt: Dax müht sich vor Bilanzreigen weiter ab

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt ist wieder einmal Warten angesagt: Nach der Stabilisierung zu Wochenbeginn hielten sich die Anleger vor den am frühen Nachmittag anstehenden Bilanzen weiterer US-Großbanken zurück.

Die moderaten Gewinne zum Auftakt im Dax <DE0008469008> waren schnell verflogen und bis zum Mittag hielt sich der deutsche Leitindex eher lethargisch in einer engen Spanne um seinen Vortagesschluss. Zuletzt stand er mit 0,08 Prozent leicht im Minus bei 12 376,89 Zählern. Dabei mühte sich der Dax wie am Vortag an der charttechnischen Widerstandszone bei 12 400 Punkten ab.

Wenig Bewegung gab es auch in den hinteren Börsenreihen: Der MDax <DE0008467416> der mittleren Werte trat zuletzt mit minus 0,10

Prozent bei 25 967,50 Zählern nahezu auf der Stelle. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> kam kaum vom Fleck.

Nach seiner sechstägigen Verlustserie hatte der Dax sich zu Wochenbeginn zwar wieder etwas fangen können. Der Rally an den US-Börsen, wo die Leitindizes am Vorabend neue Höchstkurse erklommen hatten, kann das wichtigste deutsche Börsenbarometer jedoch weiterhin nicht folgen. Nun hoffen die Anleger auf Impulse durch die Bilanzsaison. In den USA öffnen mit JPMorgan <US46625H1005>, Goldman Sachs <US38141G1040> und Wells Fargo <US9497461015> gleich drei Großbanken ihre Bücher.

"Die Investoren erwarten sich von der laufenden Berichtssaison vor allem einen besseren Einblick, wie sich der laufende Handelsstreit in der Geschäftsentwicklung der Unternehmen niederschlägt", sagte Marktbeobachter Milan Cutkovic vom Broker Axitrader. Am deutschen Aktienmarkt wachse nach den jüngsten Gewinnwarnungen namhafter Unternehmen wie etwa BASF <DE000BASF111> und Daimler <DE0007100000> jedoch die Nervosität.

Im Dax standen am Mittag Lufthansa <DE0008232125> mit fast zweieinhalb Prozent Aufschlag an der Index-Spitze. Hier trieb die Aussicht auf eine geringere Zunahme der Kapazitäten in Europas Luftfahrtbranche. Der irische Billigflieger Ryanair <IE00BYTBXV33> kündigte an, das Kapazitätswachstum im Sommer 2020 zu drosseln.

Den Papieren der Deutschen Bank <DE0005140008> verschaffte ein positiver Kommentar der Ratingagentur S&P zum Konzernumbau ein Kursplus von zwei Prozent. Die Experten bezeichneten die Neuorganisation als nötig und zeigten sich überzeugt, dass das Management seine Ziele erreichen dürfte.

Seit dem Morgen hielten sich auch Bayer <DE000BAY0017> mit fast eineinhalb Prozent Aufschlag ganz oben in der Gunst der Anleger: Die Investoren erfreute, dass ein US-Richter eine von Geschworenen in einem Glyphosat-Prozess geforderte Strafe deutlich reduziert hat.

Der Immobiliensektor gehörte unterdessen zu den größten Verlierern in Deutschland und Europa. Händler verwiesen auf Nachwirkungen der gestrigen Meldung, dass das Land Berlin mit dem Kauf hunderter Wohnungen in einer ehemaligen DDR-Prachtstraße in Berlin den Wohnimmobilienkonzern Deutsche Wohnen <DE000A0HN5C6> ausgestochen hat. Die Schlappe für den MDax-Konzern ahndeten die Anleger mit einem Abschlag von mehr als einem Prozent.

Aktien des Branchenkollegen Aroundtown <LU1673108939> wurden durch eine Kapitalerhöhung geschwächt, sie verloren am MDax-Ende fast drei Prozent. Papiere der Gesellschaft Vonovia <DE000A1ML7J1> gaben in diesem Sog als einer der größten Dax-Verlierer mehr als einen Prozent nach.

Bei Drägerwerk <DE0005550636> drängten unterdessen die etwas optimistischeren Umsatzziele den Gewinneinbruch im zweiten Quartal in den Hintergrund gedrängt. Die Aktien des Medizintechnikkonzerns legten zuletzt um 1,29 Prozent zu. Damit beendetet sie erst einmal die jüngste Verlustserie, die zu Wochenbeginn zeitweise im tiefsten Stand seit fast drei Monaten resultiert hatte./tav/fba

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

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ROUNDUP/Rettung für Gerry Weber: Finanzinvestoren übernehmen Modehersteller

HALLE/WESTFALEN (dpa-AFX) - Der seit Monaten ums Überleben kämpfende Modehersteller Gerry Weber <DE0003304101> hat wieder eine Zukunftsperspektive. Die Finanzinvestoren Robus Capital Management und Whitebox Advisors erklärten sich bereit, dem angeschlagenen Unternehmen eine Finanzspitze in Höhe von bis zu 49,2 Millionen Euro zu geben, wie das Unternehmen am späten Montagabend mitteilte. Damit soll es dem Mode-Imperium aus der westfälischen Provinz möglich werden, bereit im Spätherbst das Insolvenzverfahren hinter sich zu lassen.

Der Gerry-Weber-Generalbevollmächtigte Christian Gerloff betonte am Dienstag, dies sei "der entscheidende Schritt in der Sanierung". Vorstandssprecher Johannes Ehling sagte, mit der verbindlichen Investmentvereinbarung zur finanziellen Sanierung der Gesellschaft im Rahmen eines Insolvenzplans verfüge Gerry Weber wieder über eine "hervorragende Perspektive für die Zukunft".

Die Entscheidung fiel wenige Tage vor der großen Ordermesse CPD in Düsseldorf. Ohne eine Einigung hätte die Gefahr bestanden, dass viele Modehändler aus Sorge um die Überlebensfähigkeit des Unternehmens ihre Bestellungen gekürzt hätten.

Gerry Weber steckt seit Jahren in der Krise. Der Konzern leidet nicht nur unter dem Rückgang der Kundenfrequenzen in den Innenstädten und dem Siegeszug des Onlinehandels. Auch eigene Fehler, vor allem zu große Investitionen in ein eigenes Ladennetz, machten ihm zuletzt schwer zu schaffen. Ende Januar musste der Konzern Insolvenz in Eigenverwaltung anmelden.

Das Konzept zu seiner Rettung muss nun noch von der Gläubigerversammlung gebilligt werden. Dies dürfte keine unüberwindliche Hürde sein. Der Gläubigerausschuss stimmte der Investmentvereinbarung und den Eckpunkten des geplanten Insolvenzplans, der unter anderem einen partiellen Forderungsverzicht der Gläubiger vorsieht, bereits einstimmig zu. Und auch der vom Gericht eingesetzte Sachwalter Stefan Meyer gab grünes Licht für die Einigung.

Die bereits im Sommer vergangenen Jahres begonnene Neuausrichtung des Konzerns, unter anderem die Schließung von rund 146 Filialen der Modekette in Deutschland vorsieht, zeigt nach Aussage Ehlings inzwischen erste Erfolge. Sie soll unter den neuen Eigentümern fortgesetzt werden. Gerry Weber werde künftig im deutschen Markt deutlich selektiver auftreten, hieß es. Auch der E-Commerce-Auftritt soll zeitgemäßer werden.

Für die bisherigen Gerry-Weber-Aktionäre bedeutet die Einigung allerdings wohl das Ende aller Hoffnungen, noch mit einem blauen Auge davonzukommen. Denn im Zuge des Insolvenzplans ist eine "Kapitalherabsetzung auf voraussichtlich Null Euro" geplant. Das heißt, die Altaktionäre werden entschädigungslos aus dem Unternehmen herausgedrängt. Das gilt auch für die Gründerfamilie um Gerry Weber. Die im nächsten Schritt herausgegebenen neuen Aktien sollen zunächst vollständig an Robus und Whitebox gehen.

Den Gläubigern, deren Forderungen gegen den Modekonzern sich auf rund 300 Millionen Euro summieren, bietet der angedachte Insolvenzplan die Möglichkeit zwischen einer klassischen Barabfindung und verschiedenen Finanzinstrumenten zu wählen, mit denen sie von einer positiven Entwicklung des Unternehmens in Zukunft profitieren könnten.

Vorausgegangen war der Einigung mit Robus und Whitebox ein sehr intensiver Wettbewerb. Bis zuletzt habe es ein Kopf-an-Kopf-Rennen von drei Bietern gegeben, hieß es. Die Gründerfamilie Weber sei allerdings nicht mehr darunter gewesen. Sachwalter Stefan Meyer betonte, letztlich habe sich das Angebot durchgesetzt, "das nicht nur mit Blick auf die Gläubigerbefriedigung, sondern auch hinsichtlich der Transaktionsschnelligkeit und -sicherheit die beste Option darstellt". Der Finanzinvestor Robus hatte Anfang Juli bereits die Mehrheit an der Gerry-Weber-Tochter Hallhuber übernommen./rea/DP/jha

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  • Webinar - Trading für Berufstätige
    08.07.2019

    08.07.2019 Webinar Teil 25: The BIG Picture - Technische Marktanalyse

    Die Themen des Webinar sind:
    Technische Marktanalyse - Strategische und taktische Einschätzung der Finanzmärkte. Mit Franz-Georg Wenner (Feingold Research).

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Datum Terminart Information Information
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