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10.04.2020 | 15:17:07 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Einigung mit Vorbehalt: Opec+ will deutlich weniger Erdöl fördern

WIEN (dpa-AFX) - Das Ölkartell Opec und seine Kooperationspartner wollen angesichts der Corona-Krise deutlich weniger Erdöl fördern. Die Opec+ genannte Runde mit den Schwergewichten Saudi-Arabien und Russland hat am Freitag nach stundenlangen Verhandlungen eine Produktionskürzung um 10 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag für Mai und Juni angekündigt - das entspricht rund zehn Prozent der weltweiten täglichen Rohölproduktion. Allerdings fehlt der Staatengruppe noch die Zustimmung ihres Mitglieds Mexiko, die als Bedingung für den Deal genannt wird.

Von Juli bis Dezember soll die Produktion laut der Mitteilung dann um täglich acht Millionen Barrel Öl gesenkt werden, zwischen Januar 2021 und April 2022 dann noch um sechs Millionen Barrel. Als Ausgangsniveau wurde jeweils die Produktionsmenge im Oktober 2018 festgelegt, für Saudi-Arabien und Russland gilt ein eigenes Ausgangsniveau von 11 Millionen Barrel pro Tag. Ob die Entscheidung den Ölpreis und damit auch die Preise an den Tankstellen wieder stiegen lässt, ist deshalb noch nicht klar.

Eine schnelle Kürzung um zehn Millionen Barrel Öl pro Tag und mehr schien zuletzt aber unumgänglich, da die Corona-Krise und ein Preiskampf zwischen Saudi-Arabien und Russland den Ölpreis haben abstürzen lassen. Die Opec+ erwartet nun von anderen großen Öl-Nationen wie den USA, dass auch sie künftig deutlich weniger Öl aus dem Boden holen als bisher.

Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent lag am 19. Februar noch bei fast 60 US-Dollar - am 1. April kostete das Fass dann bloß noch rund 25 Dollar. Am Donnerstag kletterte der Brent-Preis zeitweise wieder auf rund 33 Dollar, ließ während des Opec-Meetings aber wieder nach.

Vor allem die Frage nach den Ausgangsniveaus ist heikel: Im Oktober 2018 produzierte die Opec+ mehr Öl als zuletzt. Bis Ende März hatte sich die Gruppe ein Förderlimit gesetzt: 2,1 Millionen Barrel weniger

- als im Oktober 2018. Saudi-Arabien produzierte damals rund 10,6

Millionen Barrel Rohöl täglich, im Februar 2020 waren es noch 9,6 Millionen Barrel. Nun darf das Königreich seine Kürzung aber von 11 Millionen Barrel aus berechnen. Der Teufel steckt also im Detail.

Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo erklärte in seiner Eröffnungsrede am Donnerstag, dass die Organisation für das Jahr 2020 von einem Nachfrage-Rückgang beim Rohöl um 6,8 Millionen Barrel pro Tag ausgehe. Im zweiten Quartal dürfte der Rückgang laut Barkindo sogar rund zwölf Millionen Barrel täglich betragen. "Das sind atemberaubende Zahlen. Beispiellos in der Neuzeit", so Barkindo.

Beim Opec+-Treffen Anfang März hatten sich Saudi-Arabien und Russland noch zerstritten und konnten sich nicht auf eine gemeinsame Strategie einigen. Seit Jahren versucht die Opec+, mit Förderlimits den Ölpreis zu stabilisieren - durch das Fehlen eines neuen Deals liefen diese Beschränkungen aber Ende März aus. Der sich deutlich abzeichnenden Corona-Krise zum Trotz fuhren die Streithähne ihre Produktion hoch - und trieben den Ölpreis rasant in den Keller.

Um mit Produktionskürzungen angesichts der globalen Virus-Krise nun den Preis wieder heben zu können, hoffen die 23 Opec+-Staaten auf die Hilfe anderer Staaten - schließlich will das Kartell die Last nicht alleine tragen. Kanada und Norwegen deuteten zuletzt schon Interesse an einer gemeinsamen Strategie an, die Skandinavier nahmen auch an den stundenlangen Opec+-Beratungen teil. Auch die Organisation der afrikanischen Öl-Staaten (APPO) stellte sich am Donnerstag demonstrativ hinter die Opec+.

Am Freitag sollte eine Telefonkonferenz der G20-Energieminister stattfinden, auf der die Zukunft des Ölmarkts ebenfalls eine Rolle spielen dürfte. Entscheidend ist dabei wohl die Reaktion der USA. US-Präsident Donald Trump hatte sich zuletzt mit Blick auf eine Drosselung der Rohölproduktion in seinem Land sehr zurückhaltend gezeigt. Am Donnerstag (Ortszeit) sagte er, dass er mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem saudischen König Salman ein "sehr gutes Gespräch" geführt habe, bei dem auch die Opec+-Beratungen thematisiert wurden. Der Ball liegt nun bei ihm, Trump.

Eine Kürzung der Rohölproduktion um zehn Millionen Barrel am Tag entspräche etwa zehn Prozent der gesamten, weltweiten Produktion vor der Corona-Krise. Der Anteil der 13 Opec-Staaten am globalen Ölmarkt betrug zuletzt etwas weniger als 30 Prozent, gemeinsam mit den zehn Kooperationspartnern ("Opec+") sind es rund 45 Prozent./nif/DP/he

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VIRUS/ROUNDUP/Ministerium: Verhandlungen mit Lufthansa sind 'Bewährungsprobe'

BERLIN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Bundeswirtschaftsministerium sieht die Verhandlungen mit der Lufthansa <DE0008232125> über mögliche Staatshilfen als "Bewährungsprobe" für einen neuen Stabilisierungsfonds in der Corona-Krise. Das Ministerium warnte zugleich vor einem Kompetenzgerangel.

Wirtschaftsstaatssekretär Ulrich Nußbaum wies in einer E-Mail an Vertreter anderer Ministerien darauf hin, das Gesetz zum Stabilisierungsfonds lege ausdrücklich fest, dass allein das Wirtschaftsministerium die Verhandlungen mit antragstellenden Unternehmen führe. Das Schreiben lag der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vor.

Die Corona-Krise belastet die Lufthansa enorm. Die Bundesregierung hatte ein umfassendes Hilfsprogramm für die Wirtschaft beschlossen - darunter einen Stabilisierungsfonds, der notfalls auch eine Beteiligung des Staates an strategisch wichtigen Unternehmen vorsieht.

Nußbaum schrieb, die Verhandlungen mit der Lufthansa über mögliche Unterstützungsmaßnahmen des Stabilisierungsfonds seien die "erste Bewährungsprobe" für den neuen Finanzierungsmechanismus und damit richtungsweisend für weitere Unternehmensanträge. Es sei für die laufenden Gespräche mit der Lufthansa und später mit weiteren Unternehmen "kontraproduktiv", wenn Vertreter verschiedener Häuser parallel zu den laufenden Verhandlungen des Wirtschaftsministeriums mit Vertretern von Unternehmen in den Dialog träten. "Dies schwächt und unterminiert insgesamt die Verhandlungsposition der Bundesregierung in unnötiger Weise."

Auch der "Spiegel" berichtete, ein Kompetenzgerangel in der Regierung erschwere die Verhandlungen. Bei den Verhandlungen gebe es zudem Unstimmigkeiten zwischen Regierung und Konzern über die Ausgestaltung eines staatlichen Einstiegs. Der Konzern habe ein Eckpunktepapier für den Einstieg des Bundes vorgelegt. Grundtenor des Schriftstücks sei, dass alle Vorteile bei der Lufthansa und ihren Aktionären liegen würden, das gesamte Risiko dagegen beim Staat, schrieb das Magazin unter Berufung auf einen Verhandlungsinsider.

Für eine Rettung der Lufthansa zeichneten sich mehrere Optionen ab, berichtete der "Spiegel". Die Fluglinie werde sowohl frisches Eigenkapital als auch neue Kredite brauchen, die Rede sei von einem mittleren bis hohen einstelligen Milliardenbetrag. Ein Modell könnte eine sogenannte stille Beteiligung des Bundes sein. Die Anteile würden entweder fest verzinst, oder es flösse eine Dividende. Ein Stimmrecht hätte der Bund nicht. Möglich wäre auch eine Kapitalerhöhung.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte am Mittwoch in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter gesagt, der Konzern verliere wegen stark gesunkene Fluggastzahlen jede Stunde eine Million Euro seiner Liquiditätsreserve. Die Airline befördert statt täglich 350 000 Fluggästen derzeit weniger als 3000. Die Pandemie bedeute für den Konzern "die größte Herausforderung unserer Geschichte", sagte Spohr. Lufthansa befinde sich "im Kampf" um ihre künftige Aufstellung.

Die Lufthansa könne zwar der Krise mit finanziellen Reserven von mehr als vier Milliarden Euro gegenübertreten, allerdings verzeichne der Konzern nur noch einen "Bruchteil der Einnahmen". Deshalb sei absehbar, dass das Unternehmen die Krise nur mit staatlicher Unterstützung überstehen werde./hoe/DP/fba

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