Rohstoff-Trading / 22.04.2020 | 11:41:18 Werbung

Brent: Stabilisierung nach Rücksetzer?

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Nach dem Ende des ruinösen Preiskampfs zwischen dem OEPC-Leader Saudi-Arabien und Russland kam es nun doch zu einer Übereinkunft über eine weitreichende Kürzung der Ölproduktion. Da sich auch andere Ölförderländer außerhalb der OPEC+-Gemeinschaft unabhängig davon an den Stützungsmaßnahmen beteiligen werden, konnten sich die Ölpreisnotierungen zuletzt wieder etwas nachhaltiger stabilisieren. Da viele Staaten ihre Quarantänemaßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie schrittweise zurückfahren, stehen die Zeichen unserer Einschätzung nach gut, dass sich die Ölnachfrage schrittweise wieder stabilisiert.

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

OPEC+-Staaten und weitere Ölförderländer einigen sich auf historisches Abkommen

Nach langen und zähen Verhandlungen haben sich die OPEC und andere wichtige Ölproduzenten außerhalb des Preiskartells nun doch auf eine weitreichende Kürzung ihrer Förderkapazitäten geeinigt. Zustande kam dieses Abkommen vor allem dank der tatkräftigen Unterstützung von US-Präsident Donald Trump, der Saudi-Arabien und Russland zu einer Beendigung ihres ruinösen Preiskampfs bewegen und wieder an den Verhandlungstisch bringen konnte. Damit wurde nach Einschätzung vieler Marktbeobachter nicht nur der Bruch der OPEC+-Allianz verhindert, sondern auch das Fundament für eine Stabilisierung der Ölpreisnotierungen gelegt. In einem ersten Schritt werden die OPEC-Staaten und ihre Verbündeten demnach ab dem 1. Mai ihre Ölproduktion täglich um 9,7 Millionen Barrel drosseln und die Förderkürzungen bis zum Ende des Jahres schrittweise auf knapp 6 Millionen Barrel pro Tag zurückfahren. Um eine nachhaltige Stabilisierung der Ölpreisnotierungen zu gewährleisten, werden die Förderkürzungen im Anschluss ab Januar 2021 bis April 2022 unverändert in Kraft bleiben. Flankiert wird das von der OPEC+-Allianz ausgehandelte historische Abkommen durch die Zusagen weiterer bedeutender Ölproduzenten außerhalb des Zweckbündnisses. So beteiligen sich erstmals auch die USA, Brasilien, Norwegen und Mexiko an den Bemühungen der OPEC und ihrer Verbündeten, den weiteren Verfall der Ölpreise durch weitere Förderkürzungen im Gesamtvolumen von kumuliert rund 5 Millionen Barrel pro Tag zu bremsen.

 

Wirtschaft wird nach Coronavirus-Pandemie langsam wieder hochgefahren

Für Hoffnung an den Terminmärkten sorgt die von vielen Staaten forcierte Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität im Nachgang zur Coronavirus-Pandemie. Nachdem bereits viele europäische Staaten ihre strikten Quarantänemaßnahmen zur Eindämmung der Lungenerkrankung schrittweise gelockert haben, hatte US-Präsident Donald Trump am Wochenende einen Drei-Stufen-Plan zum Wiederhochfahren der US-Wirtschaft vorgelegt. Damit hellen sich die Perspektiven auf der Nachfrageseite wieder etwas auf, nachdem die Ölnachfrage seit Jahresbeginn aufgrund der weitreichenden Quarantänemaßnahmen weltweit deutlich eingebrochen war. Bis zu einer Normalisierung scheint es jedoch noch ein weiter Weg, zumal die Nachfrage bei Benzin, Diesel und Kerosin angesichts des deutlich reduzierten Verkehrsaufkommens seit Beginn der Coronavirus-Pandemie um knapp 30% eingebrochen ist. Entsprechend pessimistisch meldeten sich kürzlich die Experten von Goldman Sachs zu Wort, die auch nach dem historischen Übereinkommen der weltweit führenden Ölförderländer die Gefahr einer erneuten Abwärtswelle beim Ölpreis noch nicht als gebannt ansehen. Dabei gehen die Analysten in den kommenden Monaten von einem Rückgang der Ölnachfrage von mehr als 19 Millionen Barrel pro Tag aus, was die Bemühungen der Ölförderländer, sofern sich der Lockdown im Zuge der Coronavirus-Pandemie weiter fortsetzen sollte, möglicherweise negieren würde. Dennoch verdichten sich unserer Einschätzung nach die Anzeichen dafür, dass sich die Ölpreisnotierungen weiter stabilisieren. Zuletzt hatten vor allem China und Indien das sehr moderate Ölpreisniveau für weitere Käufe genutzt.

 

Trading-Taktik

Brent Crude Oil absolvierte zuletzt eine scharfe mehrtägige Korrekturbewegung, wobei das Supportniveau im Bereich der Marke von 30 USD unterschritten wurde. Im Anschluss setzte sich der Abverkauf in den vergangenen Handelstagen weiter dynamisch fort, wobei zuletzt unser Stop-Loss im Bereich der Marke von 26,00 USD erreicht wurde. Aktuell bietet es sich an, vor einem erneuten Long-Einstieg bei Brent Crude eine tragfähige Bodenbildung abzuwarten.

Die DZ BANK hat eine Vielzahl an interessanten Hebelprodukten auf Brent im Angebot. Zudem werden kontinuierlich neue Produkte auf den Basiswert emittiert. Anleger können so das Produkt wählen, das am besten zu ihrer Meinung und ihrer Risikobereitschaft passt.

Mit Hebelprodukten können Anleger überproportional an allen Kursentwicklungen des zugrunde liegenden Basiswertes partizipieren. Aufgrund der Hebelwirkung reagiert das Produkt auf kleinste Kursbewegungen des Basiswerts. Da die Wertentwicklung des Basiswerts im Laufe der Zeit schwanken bzw. sich nicht entsprechend den Erwartungen des Anlegers entwickeln kann, besteht das Risiko, dass das eingesetzte Kapital nicht in allen Fällen in voller Höhe zurückgezahlt wird. Der Kapitalverlust kann ein erhebliches Ausmaß annehmen, sodass ein Totalverlust entstehen kann.

> Hebelprodukte auf Brent

 

Risikobeschreibung
Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.

Stand: 22.04.2020
Emittentin: DZ BANK AG / Online-Redaktion

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News / Brent Crude Future Contract

14.07.2020 | 07:38:15 (dpa-AFX)
Ölpreise geben weiter nach

SINGAPUR (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Dienstag gesunken und haben damit an den schwachen Wochenauftakt angeknüpft. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 41,91 US-Dollar. Das waren 81 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 87 Cent auf 39,23 Dollar.

Am Markt wurde auf eine trübe Anlegerstimmung an führenden Börsen verwiesen, nachdem sich die Spannungen zwischen den USA und China zuletzt verstärkt hatten. Im Zuge der allgemeinen Kursverluste gerieten auch die Ölpreise unter Druck.

Die US-Regierung hatte chinesische Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer formell zurückgewiesen. Außerdem hat sich die Corona-Krise in den USA erneut zugespitzt. Wegen rasch ansteigender Neuinfektionen wurden im wichtigen Bundesstaat Kalifornien viele Lockerungen der Auflagen rückgängig gemacht.

Darüber hinaus werden die Ölpreise weiter durch Spekulationen auf die künftige Förderpolitik wichtiger Ölstaaten belastet, die in der sogenannten "Opec+“ zusammengefasst sind. Zuletzt hat es Hinweise gegeben, dass die Staaten der Opec+ beginnen könnten, die aktuell geltende Förderbeschränkung wieder ein Stück weit aufzuweichen./jkr/jha/

13.07.2020 | 17:43:09 (dpa-AFX)
Ölpreise unter dem Strich stabil
13.07.2020 | 13:09:02 (dpa-AFX)
Ölpreise bauen frühe Verluste etwas aus
13.07.2020 | 07:53:36 (dpa-AFX)
Ölpreise geben nach - Spekulationen über Fördermenge der Opec+
10.07.2020 | 17:38:56 (dpa-AFX)
Ölpreise legen nach anfänglichen Verlusten zu
10.07.2020 | 12:55:06 (dpa-AFX)
Ölpreise sinken weiter - Corona-Entwicklung in den USA belastet
10.07.2020 | 11:59:50 (dpa-AFX)
IEA erwartet starke Erholung der Ölnachfrage nach Corona-Einbruch

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