Rohstoff-Trading / 29.07.2020 | 09:20:52 Werbung

Brent setzt bullische Konsolidierung fort

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Die Ölpreisnotierungen präsentierten sich in den vergangenen Wochen weiterhin bullisch und konnten das wichtige Support-Level oberhalb der Marke von 40 USD überzeugend verteidigen. Mittlerweile mehren sich die Anzeichen für eine nachhaltige Erholung der Ölnachfrage, was in Verbindung mit den konsequent umgesetzten Förderkürzungsmaßnahmen der OPEC+-Allianz für Unterstützung sorgt. Bullisch zu werten ist unserer Einschätzung nach die Tatsache, dass negative Nachrichten wie steigende US-Öllagerbestände oder die von der OPEC+-Allianz anvisierte Verringerung der Förderkürzungsmaßnahmen mit Käufen beantwortet wurden. Wir halten daher an unserem übergeordneten Long-Szenario bei Brent Crude Oil weiter fest.

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Ölimporte in China weiter auf Rekordniveau

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen stieg in den vergangenen Wochen weltweit weiter massiv an. Vor allem in den USA und Lateinamerika, aber auch in Europa wurde zuletzt ein deutlicher Anstieg der Neuerkrankungen gemeldet, wobei die Gefahr einer zweiten Pandemie-Welle von vielen Experten als sehr real eingeschätzt wird. Dies könnte zumindest vorübergehend Konsequenzen für die Ölnachfrage haben, da einige Staaten über eine Wiedereinführung von Quarantänemaßnahmen nachdenken, um die Coronavirus-Pandemie einzudämmen, was sich nach Einschätzung von Marktbeobachtern negativ auf die Kraftstoffnachfrage auswirken dürfte. Die jüngst veröffentlichten Daten zu den wöchentlichen US-Öllagerbeständen deuten dies bereits an, wobei hier ein deutliches Plus von 4,9 Millionen Barrel verzeichnet wurde, während Analysten lediglich von einem Anstieg von 2,1 Millionen Barrel ausgegangen waren. Bei den Diesel-Lagerbeständen wurde mit einem Minus von 1,8 Millionen Barrel ein geringer als erwarteter Rückgang ausgewiesen, was nach Einschätzung von Experten auf die inzwischen wiedereingeführten Lockdown-Maßnahmen einiger US-Bundesstaaten wie Florida, Texas oder Kalifornien zurückzuführen ist. Die temporäre Nachfrageschwäche wird indessen durch weiter steigende Ölimporte vor allem in Emerging Markets wie China mehr als ausgeglichen. Jüngsten Erhebungen zufolge haben die Ölimporte im Reich der Mitte mit 12,9 Millionen Barrel pro Tag einen neuen Rekordwert erreicht, wobei Analysten auf Basis der jüngsten Erhebungen für Juli einen noch höheren Anstieg von 14,4 Millionen Barrel pro Tag erwarten.

 

Deutliche Nachfrageerholung in 2021 erwartet

Kurzfristig für Verunsicherungen sorgten an den Terminmärkten Spekulationen, wonach die OPEC und weitere wichtige Ölförderstaaten außerhalb des Ölkartells wie Russland die Förderkürzungen ab August von zuletzt 9,7 auf 7,7 Millionen Barrel pro Monat zurückfahren dürften. Ein entsprechender Beschluss dürfte gut informierten Kreisen zufolge bereits im Zuge des OPEC+-Treffens Mitte dieser Woche verkündet werden. Da ein entsprechender Beschluss der OPEC+-Allianz bereits im Vorfeld erwartet wurde, dürfte das Herunterfahren der Stützungsmaßnahmen u.E. bereits eingepreist sein. Auch auf der Nachfrageseite scheint sich das Bild bei Brent Crude weiter aufzuhellen. Laut einer kürzlich von der OPEC veröffentlichten Analyse dürfte die Ölnachfrage bereits im kommenden Jahr wieder deutlich zulegen, wobei das Kartell in 2021 angesichts des Ramp-ups der Wirtschaft von einer um bis zu 25% höheren Ölnachfrage gegenüber 2020 ausgeht.

 

Trading-Taktik: Long-Szenario bleibt intakt

Der Ölpreis konsolidierte zuletzt im Bereich seines Jahreshochs, wobei größere Rücksetzer mit Käufen beantwortet wurden, was unserer Einschätzung nach weiter bullisch zu werten ist. Gelingt es Brent Crude Oil, mit dem Breakout über die Marke von 45 USD aus der mehrwöchigen Konsolidierung nach oben auszubrechen, sollte die übergeordnete Trendfortsetzung starten. Wir halten daher weiterhin an unserem übergeordneten Long-Szenario fest. Es bietet sich an, den Stop-Loss bei bestehenden Long-Positionen auf 40 USD nachzuziehen.

Die DZ BANK hat eine Vielzahl an interessanten Hebelprodukten auf Brent im Angebot. Zudem werden kontinuierlich neue Produkte auf den Basiswert emittiert. Anleger können so das Produkt wählen, das am besten zu ihrer Meinung und ihrer Risikobereitschaft passt.

Mit Hebelprodukten können Anleger überproportional an allen Kursentwicklungen des zugrunde liegenden Basiswerts partizipieren. Aufgrund der Hebelwirkung reagiert das Produkt auf kleinste Kursbewegungen des Basiswerts. Da die Wertentwicklung des Basiswerts im Laufe der Zeit schwanken bzw. sich nicht entsprechend den Erwartungen des Anlegers entwickeln kann, besteht das Risiko, dass das eingesetzte Kapital nicht in allen Fällen in voller Höhe zurückgezahlt wird. Der Kapitalverlust kann ein erhebliches Ausmaß annehmen, sodass ein Totalverlust entstehen kann.

> Hebelprodukte auf Brent

 

Risikobeschreibung
Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.

Stand: 29.07.2020
Emittentin: DZ BANK AG / Online-Redaktion

 

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News / Brent Crude Future Contract

14.08.2020 | 17:35:14 (dpa-AFX)
Ölpreise gefallen

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Freitag etwas gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 44,71 US-Dollar. Das waren 25 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 22 Cent auf 42,02 Dollar.

Eine allgemein trübe Stimmung an den Finanzmärkten hat auch die Ölpreise mit nach unten gezogen. Enttäuschende Konjunkturdaten aus China sorgten für Verunsicherung. So ist die Industrieproduktion im Juli weniger gestiegen als erwartet. Die Umsätze im Einzelhandel fielen im Juli überraschend. Commerzbank-Ökonom Hao Zhou sprach von einer "nachlassenden Wachstumsdynamik".

An den europäischen Aktienbörsen gab es zum Teil kräftige Kursverluste, nachdem die Corona-Pandemie wieder stärker in den Fokus gerückt war. In vielen europäischen Staaten steigt die Zahl der Neuinfektionen. Es wurden innerhalb Europas neue Reisewarnungen ausgesprochen.

Trotz der Verluste steuert der Ölmarkt auf die zweite Handelswoche in Folge mit steigenden Preisen zu. Seit Montag ist die Notierung für Nordsee-Öl um mehr als ein Prozent gestiegen. Als Preistreiber gilt unter anderem ein unerwartet starker Rückgang der Ölreserven in den USA, der am Mittwoch für Auftrieb bei den Ölpreisen gesorgt hatte./jsl/he

14.08.2020 | 12:31:36 (dpa-AFX)
Ölpreise drehen in die Verlustzone
14.08.2020 | 07:42:53 (dpa-AFX)
Ölpreise steigen leicht
13.08.2020 | 17:28:20 (dpa-AFX)
Ölpreise geben nach
13.08.2020 | 13:23:01 (dpa-AFX)
Preis für Opec-Öl gefallen
13.08.2020 | 12:48:57 (dpa-AFX)
Ölpreise sinken leicht nach deutlichen Vortagesgewinnen
13.08.2020 | 12:10:03 (dpa-AFX)
IEA senkt Nachfrageprognose für Rohöl wegen Corona-Folgen

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