Rohstoff-Trading / 06.12.2017 | 11:24:29 Werbung

Brent: Richtungsentscheid nach OPEC-Beschluss

DZ BANK AG / Salesteam
Autor DZ BANK AG / Salesteam

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Nach dem mit Spannung erwarteten OPEC-Treffen in der vergangenen Woche stehen die Ölpreisnotierungen nun vor einem bedeutenden Richtungsentscheid. Kurzfristig bleibt die Ausgangssituation nach dem Beschluss einer Verlängerung der Kürzungsmaßnahmen unserer Einschätzung nach weiterhin bullisch. Ein mögliches Ausscheren einiger Unterzeichnerstaaten aus dem Abkommen in Verbindung mit der auf Rekordniveau befindlichen US-Ölproduktion mahnt allerdings zur Vorsicht. Charttechnisch hat sich die Lage bei Brent unserer Einschätzung nach zuletzt weiter aufgehellt, wobei kurzfristig sogar ein Breakout auf ein neues Jahreshoch eine realistische Option bleibt. Angesichts der unübersichtlichen Gemengelage bietet es sich an, die Risikotoleranz bei Long-Positionen nach oben anzupassen.

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Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

OPEC-Meeting - Die Würfel sind gefallen!

Die Teilnehmerstaaten des mit Spannung erwarteten OPEC-Gipfeltreffens am vergangenen Wochenende haben sich auf eine Verlängerung der Förderkürzungsmaßnahmen geeinigt. Laut Kommuniqué haben sich demnach insgesamt 64 OPEC-Mitglieder und einige bedeutende Staaten außerhalb des Kartells wie Russland darauf verständigt, die Stützungsmaßnahmen im bisherigen Umfang bis Ende 2018 fortzusetzen. Die Verlängerung um weitere neun Monate wurde im Vorfeld von Analysten und Rohstoffexperten als Minimum für ein befriedigendes Ergebnis des jüngsten OPEC-Gipfels in Wien bezeichnet. Dass man sich letztendlich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen konnte, wurde an den Märkten dennoch nicht als Enttäuschung gewertet. Denn mit Nigeria und Libyen haben zwei bisher von den Förderkürzungen ausgenommene OPEC-Mitglieder den Förderkürzungen zugestimmt, was im Vorfeld nicht erwartet worden war.

 

Schulterschluss sorgt für mehr Stabilität

Der Schulterschluss zwischen Saudi-Arabien und Russland als mächtigste Repräsentanten beider Lager kam letztendlich aus rein pragmatischen Erwägungen zustande, um die Ölpreise bis auf weiteres oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 60 USD je Barrel zu stabilisieren, so die Einschätzung vieler Marktteilnehmer. Damit ist zumindest bis auf weiteres eine tragfähige Basis gelegt worden, die auch politisch für Saudi-Arabien und Russland große Bedeutung hat. Denn das mächtige Scheichtum befindet sich unter dem neuen starken Mann, Kronprinz Mohammed bin Salman, in einer tiefgreifenden politischen, sozialen und wirtschaftlichen Neuorientierung und benötigt daher zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht ein stabiles Umfeld. Auch Russland, dessen Wirtschaft stark vom Ölpreis abhängig ist, kann sich einen erneuten scharfen Einbruch der Notierungen kaum leisten und wählte daher die Option einer erneuten Verlängerung.

 

Russland bleibt weiter Unsicherheitsfaktor

Die im Schluss-Kommuniqué vermerkte Klausel, wonach man im Juni 2018 zu einer erneuten Sondierung der Lage am Ölmarkt zusammenkommen werde, wird von Analysten dahingehend gewertet, dass man Russland und anderen stark vom Ölpreis abhängigen Staaten eine Hintertür für ein mögliches frühzeitiges Ausscheren aus dem Abkommen offenlassen will. Russland als mächtigstes Nicht-OPEC-Mitglied hatte sich in den Wochen unmittelbar vor dem jüngsten Treffen mit konkreten Zusagen zurückgehalten. Denn viele der großen heimischen Ölproduzenten wie Rosneft opponierten offen gegen eine weitere Verlängerung des Abkommens. Auch der russische Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin sorgte mit kritischen Anmerkungen für Verunsicherungen und erklärte, das Abkommen schade Russland in wirtschaftlicher Hinsicht und behindere notwendige Investitionen in die Öl-Infrastruktur des Landes. Damit ist zumindest bis auf weiteres eine tragfähige Basis gelegt worden, die auch politisch für Saudi-Arabien und Russland große Bedeutung hat. Dabei lassen Anmerkungen russischer Diplomaten und hochrangiger Vertreter der russischen Ölindustrie jedoch den Schluss zu, dass man sich im Falle eines starken Preisanstiegs bei Rohöl einen vorzeitigen Ausstieg durchaus vorstellen kann.

 

US-Rekord-Output bleibt Unsicherheitsfaktor

Reichlich Konfliktpotenzial birgt vor allem die rapide steigende US-Ölproduktion, die in der vergangenen Woche laut Statistik mit 9,682 Millionen Barrel einen neuen Rekordstand markiert hatte. Da sich die US-Frackingbranche unerwartet schnell vom Hurrikan-Schock erholt hat, gehen Experten von einer Fortsetzung des Trends aus, was bei vielen OPEC-Staaten und auch in Russland auf wenig Gegenliebe stößt. Denn damit profitieren die US-Ölkonzerne überdurchschnittlich von höheren Ölpreisnotierungen, zumal man selbst keine Produktionskürzungen zu schultern hat. Ein nachhaltig negativer Effekt auf den Ölpreis ist laut dem saudi-arabischen Energieminister Khalid Al-Falih jedoch nicht zu erwarten: Demnach dürfte die steigende US-Ölproduktion lediglich einen Bruchteil der steigenden Ölnachfrage abdecken. Die OPEC und andere Staaten erwarten für das laufende und das kommende Jahr angesichts sinkender Lagerbestände in vielen Industriestaaten jeweils einen Anstieg der weltweiten Ölnachfrage um 1,5 Millionen Barrel pro Tag.

 

Trading-Taktik: Brent Crude Oil konnte sich nach der OPEC-Entscheidung über eine weitere Verlängerung der Förderkürzungen im oberen Bereich der Trading-Range behaupten. Damit bleibt die Ausgangssituation bei Brent Crude Oil unserer Einschätzung nach weiterhin bullisch. Gleichwohl bietet es sich unseres Erachtens an, die Risikotoleranz für bestehende Long-Positionen von 59 auf 60 USD anzuheben. Darüber hinaus kann es aus unserer Sicht interessant sein, einem Breakout auf ein neues 52-Wochen-Hoch (Trigger: 64,62 USD) mit enger Risikotoleranz auf der Long-Seite zu folgen.

 

Mit einem Hebelzertifikat können Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollzieht z.B. ein Endlos Turbo Long auf den Brent Crude Future Contract steigende, aber auch fallende Kursnotierungen des Brent Crude Future Contract gehebelt nach. Wird die Knock-out-Schwelle (aktuell 59,49 USD) berührt, verfällt das Zertifikat wertlos.

 

Risikobeschreibung

 

Stand: 06.12.2017, Emittentin: DZ BANK
DZ BANK, Online-Vertrieb

 

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Endlos Turbo Long 59,515 open end: Basiswert Brent Crude Future Contract

DD2XGL / DE000DD2XGL3 //
Quelle: DZ BANK: Geld 11.12. 11.12., Brief 11.12. 11.12.
DD2XGL DE000DD2XGL3 // Quelle: DZ BANK: Geld 11.12. 11.12., Brief 11.12. 11.12.
4,40
Geld in EUR
4,44
Brief in EUR
31,34%
Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 65,23 USD
Quelle: ICE Fut Eur, 03:25:52
  • Basispreis 59,515 USD
  • Abstand zum Basispreis in % 8,76%
  • Knock-Out-Barriere 59,515 USD
  • Abstand zum Knock-Out in % 8,76%
  • Hebel 12,38x
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 1,00

News / Brent Crude Future Contract

11.12.2017 | 17:35:11 (dpa-AFX)
Pipeline-Notschließung treibt Brent-Öl auf höchsten Stand seit 2015

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Montag an die Gewinne der Vorwoche angeknüpft und sind weiter gestiegen. Am Nachmittag legte der Preis für Brent-Öl in kurzer Zeit kräftig zu und erreichte nach Meldungen über die Schließung wichtiger Pipelines in der Nordsee den höchsten Stand seit etwa zweieinhalb Jahren.

Am späten Nachmittag wurde ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar bei 64,71 US-Dollar gehandelt und damit auf dem höchsten Stand seit Mitte 2015. Im Vergleich zum Freitag ist das ein Zuwachs um 1,31 Dollar. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Januar-Lieferung stieg dagegen nur vergleichsweise leicht um 34 Cent auf 57,70 Dollar.

Am Nachmittag hatte das petrochemische Unternehmen Ineos mitgeteilt, dass ein System von Ölpipelines vor der Küste Schottland geschlossen werden musste. Bei einer Leitung, die Nordsee-Öl befördert, wurden Risse entdeckt. Die Meldungen platzten in einen zuvor eher impulsarmen Handel am Ölmarkt.

Bis zum Nachmittag hatten noch jüngste Zahlen vom US-Ölfelddienstleister Baker Hughes die Preise belastet. Das Unternehmen hatte einen abermaligen Anstieg der aktiven Ölfelder in den USA gemeldet.

"Die Zunahme der Bohraktivität in den letzten Wochen deutet auf einen weiteren Produktionsanstieg hin", kommentierten Rohstoffexperten der Commerzbank die Baker-Huges-Daten. Dies könnte dem Bemühen des Ölkartells Opec entgegenstehen, die Ölpreise mit Förderkürzungen anzuheben./jkr/das

11.12.2017 | 12:58:52 (dpa-AFX)
Ölpreise wenig bewegt
11.12.2017 | 12:41:21 (dpa-AFX)
Korbpreis für Opec-Rohöl deutlich gestiegen
11.12.2017 | 08:17:24 (dpa-AFX)
Ölpreise geben leicht nach
08.12.2017 | 18:14:22 (dpa-AFX)
Ölpreise legen deutlich - Chinas Ölimporte beflügeln
08.12.2017 | 13:30:18 (dpa-AFX)
Ölpreise legen zu
08.12.2017 | 07:38:44 (dpa-AFX)
Ölpreise wenig bewegt

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