Rohstoff-Trading / 15.03.2017 | 09:10:41 Werbung

Brent Crude Oil - Bären übernehmen das Zepter!

DZ BANK AG
Autor DZ BANK AG

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Bei Brent Crude Oil scheinen kurzfristig die Bären wieder das Zepter übernommen zu haben. Nachdem sich die Ölpreisnotierungen in den vergangenen Wochen weitestgehend immun gegenüber negativen Nachrichten gezeigt hatten, sorgten zuletzt gleich mehrere Faktoren bei der Investorengemeinde für Verunsicherung. Ein unerwartet deutlicher Anstieg der US-Öllagerbestände sowie Befürchtungen über ein Ausscheren Russlands aus der OPEC-Vereinbarung zur Kürzung der Ölproduktion sorgten für teilweise heftige Kursabschläge. Damit ist das bullische Szenario nach dem signifikanten Unterschreiten der mehrwöchigen Trading-Range unserer Einschätzung nach vorerst obsolet.

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Negativer US-Newsflow mit Folgen - Terminmarkt reagiert unerwartet sensibel

Die zuletzt veröffentlichten Daten zur Entwicklung der wöchentlichen US-Öllagerbestände sorgten bei Brent Crude Oil für einen scharfen Abverkauf. Denn mit einem Aufbau der Lagerbestände von 8,2 Millionen Barrel hatte im Vorfeld niemand gerechnet. Die Tatsache, dass mit 528,4 Millionen Barrel ein neuer Rekordstand bei den Lagerbeständen markiert wurde, deutet nach Aussage von Rohstoffanalysten darauf hin, dass sich die Ölnachfrage trotz der zuletzt gesehenen Stabilisierungstendenzen auf dem wichtigen US-Markt eher verhalten entwickelt. Demgegenüber scheint sich die seit dem Kollaps der Ölpreise darniederliegende US-Fracking-Industrie prächtig zu erholen. Jüngsten Erhebungen zufolge dürfte die US-Ölproduktion in 2017 mit 9,2 Millionen Barrel pro Tag einen signifikanten Anstieg ausweisen. Für 2018 gehen Experten gar von einem Wert im Bereich des Allzeithochs von knapp 10 Millionen Barrel aus den 1970er-Jahren aus. Der Mix aus einem rasant steigenden Ölangebot in den USA in Verbindung mit einer sinkenden Nachfrage sorgt an den Terminmärkten für schlechte Stimmung und ließ die Ölpreisnotierungen nach unten durchsacken.

 

Vorzeichen trüben sich ein - Saudi-Arabien sperrt sich gegen weitere Stützungsmaßnahmen

Der Mix aus einem rasant steigenden Ölangebot in den USA in Verbindung mit einer verhaltenen Nachfrage sorgt an den Terminmärkten für schlechte Stimmung und ließ die Ölpreisnotierungen wohl zu Recht nach unten durchsacken. Buchstäblich Öl ins Feuer goss das mächtige OPEC-Mitglied Saudi-Arabien. Informierten Kreisen zufolge haben demnach hochrangige Vertreter des Königreichs im Rahmen eines Meetings mit US-Ölproduzenten der Forderung nach weitergehenden Kürzungen der Ölfördermenge seitens der OPEC eine Absage erteilt. Der Energieminister Saudi-Arabiens, Khalid al-Falih, untermauerte diesen Standpunkt kürzlich im Rahmen einer Rede vor hochrangigen US-Ölmanagern in Houston. Demnach lasse sich die OPEC nicht für Stützungsmaßnahmen für die US-Fracking-Industrie instrumentalisieren.

 

Bullisches Sentiment zeigt Risse - OPEC-Abkommen mit Fragezeichen

Auch die Umsetzung des Ende vergangenen Jahres vereinbarten Abkommens zur Kürzung der Ölfördermenge bei OPEC- und einigen Nicht-OPEC-Staaten scheint nicht ganz so reibungslos zu verlaufen wie erhofft. Sorgen macht vor allem Russland, zumal die jüngst veröffentlichten Produktionsstatistiken wenig Hoffnung auf eine zeitnahe Umsetzung der zugesagten Reduktion der Ölfördermenge machen. Denn bis dato hat Russland lediglich ein Drittel der versprochenen Kürzungen umgesetzt, was Zweifel an der Ernsthaftigkeit der von Russland gegebenen Zusagen schürt. Offiziell wies der Kreml entsprechende Kritik weit von sich und erklärte mehrfach, dass man die zugesagten Mengenkürzungen zeitnah umsetzen werde. Allerdings ließ Russland durchblicken, dass man sich vorerst nicht an weitergehenden Maßnahmen zur Stützung der kürzlich unter Druck geratenen Ölpreisnotierungen beteiligen werde.

 

Trading-Taktik

Damit scheinen die positiven Impulse im Zuge der Ende vergangenen Jahres implementierten Förderkürzungen der OPEC sowie weiterer wichtiger Förderländer außerhalb des Ölkartells verpufft zu sein. Entsprechend angeschlagen präsentiert sich auch das Chartbild bei Brent Crude Oil: Nachdem die Notierungen die mehrwöchige Trading-Range mit dem Bruch der Marke von 55 USD nach unten verlassen haben, setzte sich die Abwärtsbewegung in der Folge dynamisch fort. Dabei wurde die Risikotoleranz für bestehende Long-Positionen (52 USD) getriggert. Übergeordnet bleibt das Chartbild bei Brent Crude Oil weiter angeschlagen, was eine Fortsetzung der Korrekturbewegung wahrscheinlich macht. Wir eröffnen daher eine Short-Position mit enger Risikotoleranz (55,50 USD).

 

Mit einem Hebelzertifikat können Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollzieht z.B. ein Endlos Turbo Short auf den Brent Crude Future Contract fallende, aber auch steigende Kursnotierungen des Brent Crude Future Contract gehebelt nach. Wird jedoch die Knock-out-Schwelle berührt, verfällt das Zertifikat wertlos.

 

Risikobeschreibung

Stand: 13.03.2017, Emittentin: DZ BANK
DZ BANK, Online-Vertrieb

 

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News / Brent Crude Future Contract

21.07.2017 | 17:27:02 (dpa-AFX)
Ölpreise deutlich gefallen

LONDON/NEW YORK (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Freitag merklich gefallen. Belastet wurden die Preise durch eine Studie zum Förderverhalten der Opec-Länder. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete zuletzt 48,54 US-Dollar. Das waren 76 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 81 Cent auf 46,10 Dollar.

Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) dürfte nach Einschätzung des Analysehauses Petro-Logistics trotz einer beschlossenen Förderbeschränkung mehr Rohöl zu Tage fördern. Das in Genf ansässige Beratungsunternehmen geht laut einer am Freitag veröffentlichten Studie davon aus, dass die Produktionsmenge des Kartells im Juli bei durchschnittlich etwa 33 Millionen Barrel pro Tag gelegen hat.

Im Juli sei die Fördermenge zum Vormonat um durchschnittlich 145 000 Barrel pro Tag gestiegen, so das Analysehaus. Im Vergleich zur durchschnittlichen Fördermenge im ersten Halbjahr 2017 wäre dies sogar ein Anstieg von mehr als 600 000 Barrel pro Tag. Die Experten von Petro-Logistics verweisen auf eine höhere Fördermenge in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Nigeria./jsl/he

21.07.2017 | 13:38:54 (dpa-AFX)
Petro-Logistics sieht Anstieg der Opec-Fördermenge - Ölpreise drehen ins Minus
21.07.2017 | 12:42:33 (dpa-AFX)
Ölpreise legen etwas zu
21.07.2017 | 12:16:05 (dpa-AFX)
Preis für Opec-Rohöl legt weiter zu
21.07.2017 | 07:32:43 (dpa-AFX)
Ölpreise kaum verändert
20.07.2017 | 18:12:34 (dpa-AFX)
Ölpreise gefallen - Gewinnmitnahmen belasten
20.07.2017 | 12:37:44 (dpa-AFX)
Ölpreise halten Vortagesgewinne

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