Rohstoff-Trading / 15.07.2020 | 09:32:48 Werbung

Brent: Bullen starten neuen Anlauf!

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Die Aufwärtsdynamik beim Ölpreis hat sich in den vergangenen Wochen etwas abgeschwächt. Weiter steigende Neuinfektions-Zahlen vor allem in den USA haben zuletzt an den Terminmärkten für Befürchtungen über einen deutlicheren Nachfragerückgang gesorgt. Die kürzlich veröffentlichten US-Lagerdaten und wieder anziehende Ölimporte aus China dürften in Verbindung mit den jüngst beschlossenen Stützungsmaßnahmen der OPEC+-Allianz unserer Einschätzung nach für Support sorgen. Auch aus technischer Sicht bleibt das Gesamtbild bei Brent unseres Erachtens weiterhin bullisch, weshalb wir weiterhin an unserem Long-Szenario festhalten.

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Coronavirus-Pandemie sorgt weiter für Verunsicherung

Der zuletzt starke Anstieg der Coronavirus-Infektionen hat auch die Stimmung an den Terminmärkten zuletzt etwas belastet. Viele Marktteilnehmer fürchten, dass viele Staaten die kürzlich aufgehobenen Quarantänemaßnahmen wieder einführen könnten, um eine zweite Infektionswelle zu verhindern. In einigen US-Bundesstaaten wurden die Öffnung von Restaurants und Gaststätten bereits wieder aufgehoben und öffentliche Veranstaltungen teilweise deutlich eingeschränkt. Sollte es erneut zu einem weitreichenden Shutdown wie zu Beginn der Coronavirus-Pandemie kommen, dürfte sich dies auch beim Ölverbrauch niederschlagen. Bereits in der vergangenen Woche hatten die US-Lagerbestände unerwartet deutlich um 5,0 Millionen Barrel zugelegt, nachdem viele US-Fracking-Anbieter im Zuge der Erholung beim Ölpreis ihre Produktion wieder hochgefahren hatten. Deutlich rückläufig entwickelten sich jedoch die Benzinlagerbestände, die angesichts der „Driving Season“ und der Lockerung der Quarantänemaßnahmen um 4,0 Millionen Barrel zurückgegangen waren.

 

IEA erwartet Erholung bei der Ölnachfrage

Angesichts des laufenden Ramp-ups der Wirtschaft scheint sich nach dem heftigen Nachfrageeinbruch in der ersten Jahreshälfte eine leichte Erholung abzuzeichnen. So rechnet die International Energy Agency (IEA) mit einem Rückgang von 8,1 Millionen Barrel pro Tag, nachdem man hier zuvor von einem Minus von 8,6 Millionen Barrel ausgegangen war. Auch die von der OPEC+-Allianz implementierten Förderkürzungen entfalten mittlerweile ihre Wirkung. Demnach sank die Ölproduktion Ende Juni laut der Erhebung der IEA weltweit um 2,4 Millionen Barrel pro Tag und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 9 Jahren. Die OPEC und die Unterzeichnerstaaten außerhalb des Ölkartells setzen alles daran, um die zuletzt weiter verschärften Förderkürzungen durchzusetzen. So haben der Irak und Nigeria, die sich bislang nur in geringem Umfang an den Förderkürzungen beteiligt hatten, für die kommenden Monate deutlichere Produktionskürzungen zugesichert. Auch die Ölnachfrage aus China scheint sich weiter zu erholen, da viele Raffinerien im Reich der Mitte ihre Kapazitäten nach der Coronavirus-bedingten Zwangspause wieder hochfahren. So wurde für den Monat Juni ein Anstieg der chinesischen Rohölimporte um mehr als 800.000 Barrel gegenüber dem Vormonat verbucht.

 

Trading-Taktik

Brent konsolidiert weiter in einer mehrwöchigen Range im Bereich oberhalb der 40-USD-Marke. Gelingt hier der Ausbruch über die Marke von 44 USD, sollte sich die Mitte März gestartete Aufwärtsbewegung unserer Einschätzung nach weiter dynamisch fortsetzen. Wir halten daher weiterhin an unserem Long-Szenario fest. Bei bestehenden Long-Positionen bietet es sich aus unserer Sicht an, den Stop-Loss auf 37 USD nachzuziehen.

Die DZ BANK hat eine Vielzahl an interessanten Hebelprodukten auf Brent im Angebot. Zudem werden kontinuierlich neue Produkte auf den Basiswert emittiert. Anleger können so das Produkt wählen, das am besten zu ihrer Meinung und ihrer Risikobereitschaft passt.

Mit Hebelprodukten können Anleger überproportional an allen Kursentwicklungen des zugrunde liegenden Basiswerts partizipieren. Aufgrund der Hebelwirkung reagiert das Produkt auf kleinste Kursbewegungen des Basiswerts. Da die Wertentwicklung des Basiswerts im Laufe der Zeit schwanken bzw. sich nicht entsprechend den Erwartungen des Anlegers entwickeln kann, besteht das Risiko, dass das eingesetzte Kapital nicht in allen Fällen in voller Höhe zurückgezahlt wird. Der Kapitalverlust kann ein erhebliches Ausmaß annehmen, sodass ein Totalverlust entstehen kann.

> Hebelprodukte auf Brent

 

Risikobeschreibung
Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.

Stand: 15.07.2020
Emittentin: DZ BANK AG / Online-Redaktion

 

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News / Brent Crude Future Contract

04.12.2020 | 13:04:28 (dpa-AFX)
Preis für Opec-Öl steigt

WIEN (dpa-AFX) - Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist zuletzt gestiegen. Wie das Opec-Sekretariat am Freitag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Donnerstag 47,45 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das waren 78 Cent mehr als am Vortag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells./bgf/jkr/men

04.12.2020 | 12:55:58 (dpa-AFX)
Ölpreise steigen - Opec+ einigt sich auf moderate Ausweitung der Förderung
04.12.2020 | 07:54:28 (dpa-AFX)
Ölpreise legen zu - Opec+ einigt sich
03.12.2020 | 20:16:12 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2: Opec+ dreht den Ölhahn vorsichtig wieder auf
03.12.2020 | 19:06:11 (dpa-AFX)
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03.12.2020 | 17:38:07 (dpa-AFX)
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03.12.2020 | 16:32:10 (dpa-AFX)
Opec+-Treffen im Zeichen harter Debatten

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