Rohstoff-Trading / 01.07.2020 | 11:15:12 Werbung

Brent: Bullen geben weiter den Ton an

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Steigende Neuinfektionszahlen vor allem in den USA sorgen aktuell für Verunsicherungen an den Terminmärkten. Angesichts der Gefahr einer zweiten Welle der Coronavirus-Pandemie kamen die Ölpreisnotierungen in den vergangenen Handelstagen etwas unter Druck. Steigende US-Öllagerbestände sorgten zuletzt trotz der jüngst von der OPEC+-Allianz beschlossenen Ausweitung der Förderkürzungsmaßnahmen für schwächere Notierungen bei Brent. Auch technisch hat sich die Ausgangssituation bei Brent unserer Einschätzung nach zuletzt etwas eingetrübt, nachdem größere Erholungsbewegungen zuletzt mit Gewinnmitnahmen beantwortet wurden. Dennoch halten wir zunächst weiter an unserem übergeordneten Long-Szenario fest.

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Steigende Neuinfektionszahlen sorgen für Verunsicherung

Die Gefahr einer zweiten Welle der Coronavirus-Pandemie drückt derzeit auf die Stimmung an den Terminmärkten. Vor allem in den USA legte die Zahl der Neuinfektionen mit der Lungenerkrankung in den vergangenen Wochen massiv zu, weshalb einige US-Bundesstaaten jüngst beschlossene Lockerungen bei den Quarantänemaßnahmen wie etwa die Öffnung von Restaurants auf den Prüfstand stellen. Auch in China scheint sich die Lage mehr und mehr einzutrüben, nachdem die Zahl der Neuinfektionen in mehreren Metropolen wie Peking zuletzt teilweise deutlich angestiegen ist. Die chinesische Führung reagierte auf die neue Situation mit der Schließung von Schulen und der Einrichtung von Quarantänezonen in großen Teilen Pekings und anderen chinesischen Großstädten. Sollte es tatsächlich zu einer zweiten Coronavirus-Infektionswelle kommen, könnte dies den forcierten Ramp-up der Wirtschaft nachhaltig gefährden, weshalb viele Marktteilnehmer eine mögliche Abschwächung der Ölnachfrage befürchten.

 

OPEC-Förderkürzungen zeigen Wirkung

Gestützt wird diese These unter anderem durch die jüngst veröffentlichten Lagerbestandsdaten aus den USA. Hier wurde in der vergangenen Woche ein unerwartet deutlicher Anstieg der Öllagerbestände um 1,4 Millionen Barrel ausgewiesen, nachdem die Lagerbestände in den Vorwochen aufgrund eines höheren Verkehrsaufkommens deutlich zurückgegangen waren. Schon jetzt zeichnet sich eine Abschwächung der Ölnachfrage ab, was der deutliche Einbruch der Ölimporte in Emerging Markets wie Indien belegt, wobei hier für Mai ein Rückgang um 31% ausgewiesen wurde. Auch China dürfte seine Ölimporte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters spätestens ab dem dritten Quartal deutlich zurückfahren, nachdem die Lagerbestände in China nach dem heftigen Ölpreiseinbruch im Zuge der Coronavirus-Pandemie deutlich aufgestockt wurden.

Trotz der kurzfristig etwas eingetrübten Gemengelage auf der Nachfrageseite bleiben die Aussichten bei Brent unserer Einschätzung nach weiterhin bullisch. Nach Aussage der OPEC entfalten die zuletzt ausgeweiteten Förderkürzungen bereits die gewünschte Wirkung, zumal sich das Überangebot bei Öl zuletzt spürbar reduziert habe. Auch hätten sich nach Aussage des Ölpreiskartells viele Mitglieder der OPEC+-Allianz dazu verpflichtet, ihre zugesagten Förderkürzungen zu erfüllen. Dies lässt nach Einschätzung von Marktbeobachtern den Schluss zu, dass die OPEC-Staaten und weitere bedeutenden Ölproduzenten außerhalb des Kartells wie Russland alles daransetzen werden, um einen erneuten Ölpreisverfall zu verhindern.

 

Trading-Taktik: Long-Szenario bleibt intakt

Die Ölpreisnotierungen taten sich zuletzt schwer, ihren Aufwärtstrend der vergangenen Wochen weiter fortzusetzen. So wurden Erholungsbewegungen im Bereich oberhalb der Marke von 42 USD zuletzt mit Gewinnmitnahmen beantwortet. Bullisch zu werten ist unserer Einschätzung nach die Tatsache, dass Rücksetzer unterhalb der psychologisch wichtigen 40-USD-Marke zuletzt mit Käufen beantwortet wurden. Wir halten daher vorerst an unserem übergeordneten Long-Szenario weiter fest. Es bietet sich jedoch an, den Stop-Loss bei bestehenden Positionen auf 36 USD nachzuziehen.

Die DZ BANK hat eine Vielzahl an interessanten Hebelprodukten auf Brent im Angebot. Zudem werden kontinuierlich neue Produkte auf den Basiswert emittiert. Anleger können so das Produkt wählen, das am besten zu ihrer Meinung und ihrer Risikobereitschaft passt.

Mit Hebelprodukten können Anleger überproportional an allen Kursentwicklungen des zugrunde liegenden Basiswertes partizipieren. Aufgrund der Hebelwirkung reagiert das Produkt auf kleinste Kursbewegungen des Basiswerts. Da die Wertentwicklung des Basiswerts im Laufe der Zeit schwanken bzw. sich nicht entsprechend den Erwartungen des Anlegers entwickeln kann, besteht das Risiko, dass das eingesetzte Kapital nicht in allen Fällen in voller Höhe zurückgezahlt wird. Der Kapitalverlust kann ein erhebliches Ausmaß annehmen, sodass ein Totalverlust entstehen kann.

> Hebelprodukte auf Brent

 

Risikobeschreibung
Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.

Stand: 01.07.2020
Emittentin: DZ BANK AG / Online-Redaktion

 

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News / Brent Crude Future Contract

04.12.2020 | 13:04:28 (dpa-AFX)
Preis für Opec-Öl steigt

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