Rohstoff-Trading / 11.03.2020 | 09:16:37 Werbung

Brent: Abverkauf setzt sich ungebremst fort!

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Neben der sich weiter ausbreitenden Coronavirus-Epidemie belastet die De-facto-Aufkündigung der OPEC+-Allianz das Geschehen an den Rohöl-Terminmärkten. Auch aus technischer Sicht präsentiert sich die Situation bei Brent unserer Einschätzung nach weiter angeschlagen, nachdem die Notierungen zuletzt ein neues Vierjahrestief markierten.

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Coronavirus bremst weltweite Ölnachfrage aus

Die Ölpreisnotierungen haben ihre Abwärtsbewegung in den vergangenen Wochen dynamisch fortgesetzt. Für Verunsicherung sorgt an den Terminmärkten vor allem die weitere Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie, die mittlerweile in vielen Regionen außerhalb Chinas zu erheblichen Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft führt. So beschloss die italienische Regierung am vergangenen Wochenende eine Reihe neuer Maßnahmen, um die Ausbreitung der neuartigen Lungenerkrankung einzudämmen, womit faktisch rund 10 Millionen Einwohner in den besonders stark betroffenen Gebieten des Landes unter Quarantäne gestellt wurden. Inzwischen hat Ministerpräsident Conte ganz Italien zur Sperrzone erklärt. Auch in den USA haben einige Bundesstaaten wie Kalifornien und New York mittlerweile den Notstand ausgerufen, um dem Coronavirus Einhalt zu gebieten. Angesichts der mittlerweile spürbaren Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die Weltwirtschaft rechnen viele Analysten mit einem erheblichen Einbruch der Ölnachfrage. So prognostizieren die Experten des renommierten Marktforschungsinstituts IHS Markit für das erste Quartal einen Rückgang der weltweiten Ölnachfrage von 3,6 Millionen Barrel. Dies wäre der größte Rückgang seit der Finanzkrise im Jahr 2009.

 

Bruch der OPEC+-Allianz, Saudi-Arabien zettelt Preiskrieg an!

Mit einem Paukenschlag endete das mit Spannung erwartete Treffen der OPEC+-Allianz in Wien. Im Vorfeld der Zusammenkunft der OPEC mit ihren Verbündeten außerhalb des Ölkartells waren Marktbeobachter von einer Ausweitung der Förderkürzungen ausgegangen, um die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie auf den Ölmarkt abzufedern. Die von hochrangigen OPEC-Mitgliedern wie Saudi-Arabien im Vorfeld ins Spiel gebrachten weiteren Förderkürzungen von bis zu 1,5 Millionen Barrel pro Tag scheiterten jedoch am Widerstand Russlands. Der russische Ölminister stellte im Anschluss an das ergebnislos verlaufene Treffen klar, dass die von der OPEC vorgeschlagene Ausweitung der Förderkürzungen von Russland in dieser Form keinesfalls mitgetragen werde. De facto bedeutet das ergebnislos verlaufene Treffen der OPEC+-Allianz in Wien, dass die Unterzeichnerstaaten nach dem Auslaufen der vereinbarten Produktionskürzungen Ende März ihre Ölproduktion nach eigenem Ermessen gestalten können. Saudi-Arabien reagierte auf den Affront Russlands seinerseits mit einer aggressiven Ausweitung seiner Ölförderung und Preisnachlässen von mehr als 10% auf seine Ölexporte. Damit wurde das Auseinanderbrechen der Zweckgemeinschaft zwischen dem OPEC-Kartell und führenden Nicht-OPEC-Mitgliedern quasi besiegelt, was an den Terminmärkten für einen Einbruch der Ölpreise um bis zu 30% gesorgt hatte. Das weiter steigende Ölangebot in Zusammenhang mit einer weiter sinkenden globalen Ölnachfrage dürfte die Notierungen an den Terminmärkten bis auf Weiteres belasten.

 

Trading-Taktik

Die Ölpreise markierten nach dem geplatzten Treffen der OPEC-Staaten mit ihren engsten Verbündeten außerhalb des Ölkartells und dem von Saudi-Arabien angezettelten Preiskrieg in der vergangenen Woche den tiefsten Stand seit mehr als 4 Jahren. Damit setzen die Ölpreisnotierungen ihre Abwärtsbewegung dynamisch fort. Nach dem heftigen Kursrutsch der vergangenen Wochen ist Brent Crude Oil unserer Einschätzung nach mittlerweile stark überverkauft, weshalb es sich anbietet, bestehende Short-Positionen mit einem engen Stop-Loss im Bereich der Marke von 41,50 USD abzusichern bzw. auf dem aktuellen Niveau Teilgewinne mitzunehmen.

 

Produktidee: Endlos-Turbo Short auf Brent

Mit Hebelprodukten können Anleger überproportional an allen Kursentwicklungen des zugrunde liegenden Basiswertes partizipieren. Aufgrund der Hebelwirkung reagiert das Produkt auf kleinste Kursbewegungen des Basiswerts. Da die Wertentwicklung des Basiswerts im Laufe der Zeit schwanken bzw. sich nicht entsprechend den Erwartungen des Anlegers entwickeln kann, besteht das Risiko, dass das eingesetzte Kapital nicht in allen Fällen in voller Höhe zurückgezahlt wird. Der Kapitalverlust kann ein erhebliches Ausmaß annehmen, sodass ein Totalverlust entstehen kann.

Auf den Basiswert Brent Crude Oil Contract stehen verschiedene Endlos-Turbos zur Verfügung. Ein Beispiel ist der Endlos-Turbo Short mit einem Basispreis von 69,664 USD sowie einer Knock-Out-Barriere von 69,664 USD. Das Produkt reagiert grundsätzlich in die entgegengesetzte Richtung zur Wertentwicklung des Basiswerts und eignet sich für Anleger, die auf fallende Kurse des Basiswerts setzen wollen. Der Endlos-Turbo Short auf den Brent Crude Oil Contract hat keine feste Laufzeit, kann aber während der Laufzeit verfallen, sofern ein Knock-Out-Ereignis eintritt. Ein Knock-Out-Ereignis tritt ein, wenn der Beobachtungspreis (jeder Kurs des Basiswerts an einem Beobachtungstag, wie er von der maßgeblichen Börse berechnet wird) mindestens einmal auf oder über der Knock-Out-Barriere liegt. Tritt ein solches Knock-Out-Ereignis ein, verfällt das Produkt ohne weiteres Tätigwerden des Anlegers wertlos, sodass es zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommt.

Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen kann.

Risikobeschreibung
Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.

Stand: 11.03.2020
Emittentin: DZ BANK AG / Online-Redaktion

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News / Brent Crude Future Contract

07.07.2020 | 07:55:56 (dpa-AFX)
Ölpreise geben leicht nach

SINGAPUR (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Dienstag im frühen Handel leicht nachgegeben. Der Handel verlief zunächst ruhig. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 42,82 US-Dollar. Das waren 28 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel in ähnlichem Ausmaß auf 40,32 Dollar.

Die Rohölpreise würden zurzeit durch gegensätzlich wirkende Kräfte in Schach gehalten, kommentierte Jeffrey Halley vom Handelshaus Oanda das Marktgeschehen. Auf der einen Seite stehe die konjunkturelle Erholung von der Corona-Krise in Asien und Europa. Auf der anderen Seite deute sich konjunkturelle Belastung durch die angespannte Corona-Lage in den USA und anderen amerikanischen Ländern an.

Der Erdölmarkt hat ein extremes erstes Halbjahr hinter sich. Zu Jahresbeginn sorgte der Ausbruch der Corona-Pandemie für massive Preiseinbrüche. Hinzu kam ein Machtkampf zwischen den beiden Ölgiganten Saudi-Arabien und Russland, der den US-Ölpreis zeitweise unter die Nulllinie trieb. Seit Mai haben sich die Ölpreise jedoch ein Stück weit erholt, weil sich große Förderländer wieder zusammengerauft haben und sich die Corona-Krise tendenziell entspannt./bgf/mis

06.07.2020 | 19:25:47 (dpa-AFX)
Milliarden-Schaden nach Ölkatastrophe in russischer Arktis
06.07.2020 | 17:32:51 (dpa-AFX)
Ölpreise legen zu - Zuversicht an den Finanzmärkten wächst
06.07.2020 | 13:00:01 (dpa-AFX)
Ölpreise legen mit Aktienmärkten zu
06.07.2020 | 07:44:10 (dpa-AFX)
Ölpreise starten uneinheitlich in die Woche
03.07.2020 | 20:11:35 (dpa-AFX)
Urteil über Venezuelas Goldreserven: Haftbefehl gegen Oppositionelle
03.07.2020 | 17:55:55 (dpa-AFX)
Ölpreise geben Teil ihrer Wochengewinne ab

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