Rohstoff-Trading / 12.08.2020 | 11:35:13 Werbung

Brent: 45-USD-Marke bleibt fest im Visier!

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Die Notierungen bei Brent setzten ihre Aufwärtsbewegung in den vergangenen Wochen fort. Die Aussicht auf eine kräftige Erholung der Ölnachfrage in 2021 sorgt an den Terminmärkten trotz steigender Neuinfektionszahlen und der jüngst von der OPEC+-Allianz beschlossenen Senkung der Öl-Förderkurzungen weiterhin für eine übergeordnet bullische Tendenz. Auch technisch bleibt das Gesamtbild bei Brent unserer Einschätzung nach bullisch.

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

OPEC+-Allianz fährt Förderkürzungen erwartungsgemäß zurück

Die von der OPEC und weiteren Ölförderländern außerhalb des Ölkartells beschlossene Senkung der Förderkürzungen von 9,5 auf 7,7 Millionen Barrel im Rahmen des letzten turnusmäßigen Treffens Mitte Juli zeigte an den Terminmärkten kaum Wirkung. Bereits im Vorfeld war über eine entsprechende Lockerung der Stützungsmaßnahmen für den Ölpreis spekuliert worden, weshalb der jüngste Beschluss des OPEC+-Kartells nach Einschätzung von Marktbeobachtern bereits eingepreist war. Auch der Anstieg der Neuinfektionszahlen in den USA und Europa, der Befürchtungen über eine mögliche zweite Pandemiewelle und einen weiteren Lockdown hochkochen ließ, sorgte kaum für Verunsicherung. Für Support sorgten dabei die jüngsten wöchentlichen US-Öllagerdaten, bei denen ein unerwartet deutlicher Rückgang von 7,4 Millionen Barrel ausgewiesen wurde. Dies deutet darauf hin, dass sich die Ölnachfrage in den USA trotz rasant steigender Neuinfektionszahlen weiter erholt.

 

Konjunkturerholung setzt sich fort, Irak kündigt tiefgreifende Förderkürzungen an

Auch global wird der Ramp-up der Wirtschaft fortgesetzt, obwohl viele Länder angesichts der sich mehrenden Anzeichen einer möglichen zweiten Pandemiewelle mittlerweile einen Teil der umgesetzten Lockerungen, vor allem im Reise- und Flugverkehr, modifiziert bzw. teilweise zurückgenommen haben. Ein neuer umfassender Lockdown wie zu Beginn der Coronavirus-Pandemie erscheint nach Einschätzung vieler Experten eher unwahrscheinlich, weshalb sich die Ölnachfrage in den kommenden Monaten sukzessive weiter erholen dürfte. Spätestens ab dem kommenden Jahr rechnen die OPEC und die US Energy Information Administration dank der sich abzeichnenden Konjunkturerholung nach einem Übergangsjahr 2020 mit einer kräftigen Erholung der Ölnachfrage. Auch auf der Angebotsseite bleiben die Aussichten weiterhin bullisch. Zwar dürfte sich das Ölangebot nach dem jüngsten Beschluss der OPEC+-Allianz kurzfristig etwas erhöhen. Da die OPEC+-Allianz mittlerweile auf eine strenge Einhaltung der beschlossenen Förderkürzungen drängt und einzelne Mitglieder wie etwa den Irak oder Nigeria, die ihre zugesagten Quoten bislang nur bedingt eingehalten haben, anmahnt, ist bis Jahresende kaum mit einer deutlichen Erhöhung des Ölangebots zu rechnen. Die Maßnahmen zeigen Wirkung, zumal der Irak als zweitgrößter Ölproduzent des OPEC-Kartells für August und September zusätzliche Förderkürzungen in Höhe von 400.000 Barrel pro Tag zugesagt hat.

 

Trading-Taktik: Trendfortsetzung bei Ausbruch über 45 USD

Brent konsolidiert weiterhin bullisch am oberen Ende einer mehrwöchigen Trading-Range im Bereich unterhalb der Marke von 45 USD. Bullisch zu werten ist unserer Einschätzung nach die Tatsache, dass größere Intraday-Rücksetzer mit Käufen beantwortet wurden. Daher halten wir weiterhin an unserem übergeordneten Long-Szenario fest. Bei einem Ausbruch über die Marke von 45 USD sollte Brent die Trendfortsetzung ins Visier nehmen. Es bietet sich daher u.E. an, bei bestehenden Positionen mit einem Stop-Loss im Bereich der Marke von 40 USD investiert zu bleiben.

Mit Hebelprodukten können Anleger überproportional an allen Kursentwicklungen des zugrunde liegenden Basiswerts partizipieren. Aufgrund der Hebelwirkung reagiert das Produkt auf kleinste Kursbewegungen des Basiswerts. Da die Wertentwicklung des Basiswerts im Laufe der Zeit schwanken bzw. sich nicht entsprechend den Erwartungen des Anlegers entwickeln kann, besteht das Risiko, dass das eingesetzte Kapital nicht in allen Fällen in voller Höhe zurückgezahlt wird. Der Kapitalverlust kann ein erhebliches Ausmaß annehmen, sodass ein Totalverlust entstehen kann.

Auf den Basiswert Brent Crude Oil Contract stehen verschiedene Endlos-Turbos zur Verfügung. Ein Beispiel ist der Endlos-Turbo Long mit einem Basispreis von 35,557 USD sowie einer Knock-Out-Barriere von 35,557 USD. Der Endlos-Turbo Long auf den Brent Crude Oil Contract hat keine feste Laufzeit, kann aber während der Laufzeit verfallen, sofern ein Knock-Out-Ereignis eintritt. Ein Knock-Out-Ereignis tritt ein, wenn der Beobachtungspreis (jeder Kurs des Basiswerts an einem Beobachtungstag, wie er von der maßgeblichen Börse berechnet wird) mindestens einmal auf oder unter der Knock-Out-Barriere liegt. Tritt ein solches Knock-Out-Ereignis ein, verfällt das Produkt ohne weiteres Tätigwerden des Anlegers wertlos, sodass es zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommt.

Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen kann.

 

Risikobeschreibung
Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.

Stand: 12.08.2020
Emittentin: DZ BANK AG / Online-Redaktion

 

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Endlos Turbo Long 36,218 open end: Basiswert Brent Crude Future Contract

DFM8M0 / //
Quelle: DZ BANK: Geld 18.09., Brief 18.09.
DFM8M0 // Quelle: DZ BANK: Geld 18.09., Brief 18.09.
5,70 EUR
Geld in EUR
5,71 EUR
Brief in EUR
-5,16%
Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 43,04 USD
Quelle : ICE Fut Eur , 18.09.
  • Basispreis
    (Stand 18.09. 04:08 Uhr)
    36,218 USD
  • Abstand zum Basispreis in %

    15,85%
  • Knock-Out-Barriere
    (Stand 18.09. 04:08 Uhr)
    36,218 USD
  • Abstand zum Knock-Out in %

    15,85%
  • Hebel 6,36x
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 1,00

News / Brent Crude Future Contract

18.09.2020 | 17:41:35 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Einflussreicher libyscher General Haftar will Ölblockade beenden

TRIPOLIS (dpa-AFX) - Der einflussreiche libysche General Chalifa Haftar hat das Ende einer vor acht Monaten begonnenen Blockade der Ölausfuhr verkündet. In einer Fernsehansprache kritisierte er am Freitag aber zugleich Gespräche zwischen den libyschen Konfliktparteien in der vergangenen Woche, die den Weg für ein Ende des langen Bürgerkriegs ebnen sollen. Sämtliche Initiativen hätten in einem "Fiasko" geendet und nur dazu beigetragen, die Krise zu verlängern, sagte Haftar.

Der General und seine selbst ernannte Libysche Nationalarmee (LNA) kämpfen in dem Konflikt gegen die international anerkannte Regierung von Fajis al-Sarradsch. Anhänger des Generals hatten im Januar eine Blockade der Ölproduktion begonnen. Damit wollten sie Druck auf die Regierung in Tripolis ausüben. Die Blockade brachte das Krisenland um Einnahmen in Milliardenhöhe. Vom Ölexport hängt Libyens Wirtschaft ab. Zuletzt kam es mehrfach zu Demonstrationen gegen die schlechte Lage im Land.

Das Oberkommando der LNA habe beschlossen, Produktion und Export von Öl wieder aufzunehmen, sagte Haftar am Freitag. Dies geschehe im Schatten der schlechten wirtschaftlichen Lebensverhältnisse, unter denen die Libyer litten. Bedingung für die Wiederaufnahme des Exports sei, dass die Einnahmen gerecht verteilt würden. Sie dürften nicht zur "Unterstützung von Terror" eingesetzt oder geplündert werden.

Haftar hatte seinen Truppen im vergangenen Jahr eine Offensive auf Tripolis befohlen. Al-Sarradschs Verbündete konnten seinen Vormarsch jedoch mit türkischer Hilfe stoppen. Die wichtigsten Ölvorräte des Landes werden aber weiter von Haftars Verbündeten kontrolliert.

Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass Haftar an Einfluss verliert. Der Regierungschef und der Sprecher des eigentlichen mit Haftar verbündeten Parlaments im Osten Libyens erklärten im August eine Waffenruhe. Haftar selbst sah darin nur ein Manöver.

Auch Haftars Widersacher Al-Sarradsch steht unter Druck und kündigte am Mittwoch seinen Rücktritt an. Er wolle sein Amt spätestens Ende Oktober an einen Nachfolger übergeben. Die Türkei reagierte mit Bedauern auf die Rücktrittsankündigung Al-Sarradschs. Man sei traurig über die Nachricht gewesen, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan.

In der vergangenen Woche hatte es in Marokko und in der Schweiz parallel Gespräche zwischen Vertretern der Regierung in Tripolis und des Parlaments im Osten Libyens gegeben. Dabei herrschte prinzipiell Einigkeit, dass eine Einheitsregierung gebildet werden soll und am Ende einer 18 Monate langen Phase Wahlen abgehalten werden müssen.

Die UN und Deutschland planen für Anfang nächsten Monat einen neuen Gipfel zu Libyen. Berlin war bereits im vergangenen Januar Gastgeber eines internationalen Spitzentreffens gewesen.

Der Bürgerkrieg hatte 2011 nach dem Tod von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi begonnen. Befeuert wird er von außen. Während Sarradsch von der Türkei unterstützt wird, hat Haftar Hilfe aus Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Russland erhalten.

Die EU will am Montag Sanktionen wegen Verstößen gegen das UN-Waffenembargo für Libyen verhängen. Wie Diplomaten berichteten, haben sich die Mitgliedstaaten auf eine Liste mit Unternehmen und Personen verständigt, die Schiffe, Flugzeuge oder andere Logistik für den Transport von Kriegsmaterial bereitstellt haben./jku/DP/stw

18.09.2020 | 17:20:33 (dpa-AFX)
Ölpreise legen etwas zu - Opec+ fordert Disziplin
18.09.2020 | 13:03:20 (dpa-AFX)
Ölpreise bauen Gewinne leicht aus - Opec+ fordert Disziplin
18.09.2020 | 12:58:25 (dpa-AFX)
Preis für Opec-Öl steigt weiter
18.09.2020 | 07:48:41 (dpa-AFX)
Ölpreise bauen Gewinne aus - Opec+ fordert Disziplin
17.09.2020 | 19:29:36 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Saudi-Arabien mahnt Förderdisziplin bei Opec+-Treffen an
17.09.2020 | 17:54:47 (dpa-AFX)
Saudi-Arabien mahnt Förder-Disziplin bei Treffen der Opec+ an

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