Neues auf dzbank-derivate.de / 17.04.2020 | 09:41:15 Werbung

Erste Lockerungen - Wirtschaft hofft und bangt

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Mit kleinen Schritten soll in Deutschland langsam wieder der Alltag einkehren. Die diese Woche verkündeten Lockerungen der Corona-Beschränkungen sind ein Anfang. Doch die Schäden für die Wirtschaft dürften enorm sein und eine Rezession gilt als sicher.

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Gemischte Reaktionen auf Lockerungen

Am Mittwoch dieser Woche haben sich Bund und Länder auf Lockerungen in der Corona-Krise geeinigt. Unter anderem dürfen ab nächster Woche erste Geschäfte unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen wieder öffnen. Obwohl die neuen Regelungen unter dem Strich begrüßt werden, gibt es auch kritische Stimmen. Auf wenig Verständnis stößt beispielsweise die Obergrenze für die Ladengröße. Demnach dürfen nur Geschäfte öffnen, welche nicht größer als 800 Quadratmeter sind. Laut verschiedenen Handelsverbänden ist diese Vorgabe willkürlich und führt zu Wettbewerbsverzerrungen und Rechtsunsicherheit. Mit den richtigen Abstands- und Hygieneregeln wäre ihrer Ansicht nach auch eine Öffnung von größeren Geschäften möglich.

Ebenfalls wenig zufrieden mit den Lockerungen ist das Gastgewerbe. Denn nach wie vor müssen Restaurants, Bars, Cafés und Hotels geschlossen bleiben und ein Ende dieser Vorkehrung ist vorerst nicht in Sicht. Um ein Hotel- und Gaststättensterben zu verhindern, fordern die entsprechenden Verbände daher neue - über die bisherigen Hilfsprogramme hinausgehende - Rettungs- und Entschädigungsfonds.

 

Weltwirtschaft befindet sich auf Talfahrt

Wie schlecht es um die Weltwirtschaft derzeit bestellt ist, wird an den jüngsten Konjunkturdaten aus den USA deutlich. Der vielbeachteten Einzelhandelsumsätze fielen im März gegenüber dem Vormonat um 8,7% - dies ist der größte Rückgang aller Zeiten. Während die Verkäufe von Autos, Möbeln und Textilien teils um die Hälfte einbrachen, konnte sich die Lebensmittelbranche über ein Umsatzplus von 25% freuen. Der schwache Konsum und die geringe Nachfrage haben auch massive Auswirkungen auf das verarbeitende Gewerbe. So verzeichnete die US-Industrieproduktion im März mit -5,4% den stärksten Einbruch seit 1946. Gleichzeitig schießt die Zahl der Arbeitslosenanträge nach oben.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem jüngsten Konjunkturausblick auch noch einmal auf den Ernst der Lage hingewiesen. Die Experten aus Washington rechnen in diesem Jahr mit einem Einbruch der Weltwirtschaft um rund 3%. Zum Vergleich: In der Finanzkrise war lediglich ein Rückgang von 0,1% zu verbuchen. Während 2009 die Schwellenländer die Weltwirtschaft noch am Laufen hielten, ist die Corona-Krise ein globales Problem. Vor allem Industrieländer wie Deutschland, die USA und Frankreich werden aller Voraussicht nach mit einer massiven Rezession konfrontiert werden. Allein für Deutschland erwartet der IWF in diesem Jahr einen Rückgang des BIP von 7%.

Doch es gibt auch Hoffnung. Während in Deutschland die ersten Lockerungen verkündet wurden, ist in Ländern wie beispielsweise China schon eine Erholung der Wirtschaft zu beobachten. Zudem zeigen die weltweiten Hilfspakete und Konjunkturprogramme Wirkung. Daher blickt auch der IWF positiv in die Zukunft und prognostiziert bereits für 2021 ein Wachstum der Weltwirtschaft von 5,8%.

 

Weitere aktuelle Informationen zur Corona-Krise erhalten Sie täglich auf Stefan Bielmeiers Blog. Lesen Sie die Essenz aus der täglichen Datenflut und machen Sie sich das Expertenwissen zunutze.

  •  
  •  
  •  
  •  
(Bewertungen: 18)

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Jede Woche gibt es die dzbank-derivate-Newsletter für angemeldete Nutzer per E-Mail direkt auf Ihren Bildschirm: das Neueste zum Marktgeschehen an den internationalen Börsenplätzen mit Markt- und DAX-Analysen, einem speziellen Strategieteil und der Knowhow-Rubrik dzbank-derivate-Expertenlounge.