Neues auf dzbank-derivate.de / 22.05.2020 | 09:05:22 Werbung

Corona-Krise lässt Wirtschaft schrumpfen

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Weltweit leidet die Wirtschaft massiv unter den Auswirkungen der Corona-Krise. Neueste Zahlen und Schätzungen zeigen, in welchem Umfang. Eine Besserung der Lage ist in der zweiten Jahreshälfte möglich.

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

US-Wirtschaft bricht ein

Anfang der Woche sorgte eine Aussage des US-Notenbank-Chefs Jerome Powell für Aufsehen. Demnach rechnet die Fed mit einem Rückgang der amerikanischen Wirtschaftsleistung von bis zu 30% im laufenden Quartal. Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus haben die Wirtschaftsaktivität in den USA in vielen Bereichen weitgehend zum Erliegen gebracht. Powell sagte in einem Fernsehinterview, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) infolge der Corona-Pandemie daher um 20 bis 30% fallen könnte. Zudem erwartet er einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 20 bis 25%.

Bereits das erste Quartal lief nicht gut. Da von Januar bis Ende März allerdings die Auswirkungen der Pandemie noch nicht voll zu spüren waren, ist ein Rückgang der US-Wirtschaft um 4,8% noch vergleichsweise harmlos. Deutlich dramatischer war dagegen der Zuwachs der Arbeitslosen - von 3,5% im Februar sprang die Quote auf 14,7% im April. Insgesamt sind in den USA derzeit fast 39 Mio. Menschen ohne Job.

Nichtsdestotrotz sieht Powell auch Licht am Ende des Tunnels. Bereits in der zweiten Jahreshälfte könnte sich seiner Meinung nach die Wirtschaft wieder erholen und langsam wachsen. Wichtig ist hierfür allerdings, dass das Virus weitgehend unter Kontrolle ist und die Ausbreitung abnimmt. Eine komplette Rückkehr zur Normalität ist laut Powell wahrscheinlich nur mit Impfstoff möglich. Um bis dahin der Wirtschaft unter die Arme zu greifen, hat die US-Notenbank den Leitzins auf 0 bis 0,25% gesenkt und massive Anleihenkäufe in Aussicht gestellt. Zudem hat der US-Kongress mehrere Hilfspakete von in der Spitze bis zu 2 Bio. US-Dollar verabschiedet.

 

EU plant milliardenschweres Hilfsprogramm

Ein ähnliches Bild, auch wenn auf den ersten Blick nicht ganz so dramatisch, liegt in Deutschland vor. In der größten Volkswirtschaft Europas ist die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,2% geschrumpft. Auch hierzulande soll das laufende Quartal noch schlechter ausfallen. Insgesamt rechnet die Bundesregierung für das Gesamtjahr mit einem Rückgang des BIP um 6,3%. Dies wäre die schwerste Rezession der Nachkriegsgeschichte. Zum Vergleich: Während der globalen Finanzkrise im Jahr 2009 ist das deutsche BIP um 5,7% gefallen. Härter von der Corona-Krise betroffen sind Länder wie z.B. Frankreich und Italien. Im ersten Quartal ist die Wirtschaftsleistung der zweit- bzw. drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone um 5,8% bzw. 4,7% gesunken.

Auch in Europa rechnen Experten in der zweiten Jahreshälfte mit einer Erholung der Wirtschaft. Um diese Entwicklung zu beschleunigen und die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern, hat die Europäische Zentralbank ein bis zum Ende des Jahres laufendes Anleihenkaufprogramm in Höhe von 750 Mrd. Euro beschlossen. Neben den fiskalpolitischen Hilfsmaßnahmen der einzelnen Länder haben Frankreich und Deutschland diese Woche ein 500-Milliarden-Euro-Programm zur wirtschaftlichen Erholung der EU nach der Corona-Krise vorgeschlagen. Allerdings müssten solch ein Programm alle 27 EU-Staaten billigen. Aktuell ist dies fraglich, da sich von mehreren Seiten Widerstand regt. 

 

Weitere aktuelle Informationen zur Corona-Krise erhalten Sie täglich auf Stefan Bielmeiers Blog. Lesen Sie die Essenz aus der täglichen Datenflut und machen Sie sich das Expertenwissen zunutze.

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