Neues auf dzbank-derivate.de / 18.03.2020 | 11:30:30 Werbung

Corona FAQ - Was soll ich tun?

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Die Ausbreitung des Coronavirus hat in den letzten Wochen zu dramatischen Szenen an den internationalen Finanzmärkten geführt. Viele Anleger sind verunsichert und wissen nicht, wie sie reagieren sollen bzw. wie es weitergeht. In folgendem Artikel finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen unserer Kunden.

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

1. Ist es sinnvoll, Aktien jetzt noch zu verkaufen?

Ob die Märkte ihre Tiefststände bereits erreicht haben oder noch weiter fallen, kann niemand mit Gewissheit sagen. Stefan Bielmeier, Bereichsleiter Research und Chefvolkswirt der DZ BANK AG, erwartet in den nächsten Wochen noch eine Achterbahnfahrt an den Aktienmärkten - hin- und hergerissen zwischen schlechten wirtschaftlichen Nachrichten und aufkeimender Hoffnung. Die Verbraucherzentrale rät, Aktien jetzt nicht hektisch zu verkaufen. Zudem empfiehlt der in Berlin ansässige Verein Anlegern, ihr Depot danach zu untersuchen, ob sie in Unternehmen investiert sind, die perspektivisch besonders von der Corona-Krise und ihren Folgen betroffen sind. Sollte dies der Fall sein, können Anleger über eine Umschichtung nachdenken.

 

2. Sind Aktien nach den Kursrückgängen günstig?

Auch diese Frage kann niemand mit Sicherheit beantworten, da es aktuell noch nicht absehbar ist, welche Auswirkungen die Corona-Krise letztendlich auf die Wirtschaft und die einzelnen Unternehmen haben wird. Der US-Nobelpreisträger Robert Shiller glaubt beispielsweise, dass die Konsequenzen der Infektionskrankheit von vielen Investoren noch unterschätzt werden. Weiter fallende Kurse sind, seiner Meinung nach, daher nicht ausgeschlossen. Auch unser Chefvolkswirt Stefan Bielmeier warnt, zu früh auf eine nachhaltige Kurserholung zu setzen, da die Tiefpunkte an den Aktienmärkten möglicherweise noch nicht erreicht sind. Auf der anderen Seite können Kursrückgänge, wie wir sie derzeit sehen, eine gute Gelegenheit sein, langfristige Positionen aufzubauen. Anleger sollten allerdings behutsam vorgehen und das zur Verfügung stehende Kapital auf mehrere Kaufzeitpunkte aufteilen. Auf diese Weise können sie bei weiter fallenden Kursen von günstigeren Kaufpreisen profitieren.

 

3. Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Aktien zu kaufen?

Der Wunsch vieler Anleger ist es, möglichst am Tiefpunkt zu kaufen und am Hochpunkt zu verkaufen. In der Praxis gelingt dies aber nicht einmal den Profis, denn künftige Kursentwicklungen lassen sich nicht mit Gewissheit vorhersagen. Ob eine Aktie, die stark gefallen ist, tatsächlich ihren Tiefpunkt erreicht hat, lässt sich erst in der Rückschau feststellen. Außerdem: Wer zu viel Zeit in die Suche nach dem optimalen Ein- bzw. Ausstiegszeitpunkt investiert, läuft Gefahr, andere Chancen zu verpassen.

Welche Regeln Sie befolgen können, um einen Zeitpunkt zum Einstieg festzulegen, erfahren Sie in unserem 1x1 der Geldanlage.

 

4. Was soll ich mit meinem Fonds-/Aktiensparplan machen?

Sparpläne dienen dem langfristigen Vermögensaufbau, z.B. für die Altersvorsorge. Wenn man es sich finanziell leisten kann, sollten Sparpläne auch in Krisenzeiten bespart werden, denn gerade jetzt kommt der sogenannte Cost-Average-Effekt zum Tragen. Fallen die Kurse weiter, erhalten Anleger mehr Anteile für denselben Betrag. So kann sich über die Zeit ein attraktiver durchschnittlicher Einstiegskurs ergeben. Vor allem bei einem längeren Anlagehorizont machen sich die Vorteile des Cost-Average-Effekts bemerkbar und erhöhen die Rendite-Chancen.

 

5. Gibt es Alternativen zu Aktien?

Viele Anleger scheuen nach den jüngsten Kursrückgängen das Risiko einer Aktienanlage. Für diese Personen könnten z.B. Discount-Zertifikate eine interessante Alternative zu Direktinvestments sein. Ein Discount-Zertifikat gibt dem Anleger die Möglichkeit, den Basiswert, auf den sich das Produkt bezieht, mit einem Preisabschlag (Discount) zum aktuellen Kurs des Basiswerts zu erwerben. Dank diesem Preisabschlag müssen Anleger weniger Kapital als beim direkten Erwerb des Basiswerts aufbringen und kommen so in den Genuss eines Risikopuffers. Im Gegenzug sind allerdings die Gewinnchancen begrenzt, da sie nur an den Kursanstiegen bis zu dem sogenannten Cap partizipieren. Liegt der Referenzpreis am Bewertungstag auf oder über dem Cap, erhalten Anleger den Höchstbetrag. Notiert der Referenzpreis dagegen unter dem Cap, erhalten sie einen Rückzahlungsbetrag, der dem Referenzpreis multipliziert mit dem Bezugsverhältnis entspricht. Sollte der Rückzahlungsbetrag unter dem Erwerbspreis des Produkts liegen, entsteht ein Verlust. Dieser fällt zwar geringer aus als bei einem Direktinvestment, im schlimmsten Fall - bei einem wertlos gewordenen Basiswert - erleidet der Anleger allerdings einen Totalverlust.

Mehr zur Funktionsweise von Discount-Zertifikaten und warum diese Produkte gerade in volatilen Zeiten attraktiv sein können, lesen Sie hier.

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