Neues auf dzbank-derivate.de / 07.04.2017 | 12:36:16 Werbung

Beliebte Basiswerte: EUR/ZAR - Unsicherheit schwächt den Rand

DZ BANK AG
Autor DZ BANK AG

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Wo spielt die Musik, für welche Basiswerte interessieren sich Anleger? Antwort auf diese Frage gibt die monatliche Betrachtung der am häufigsten aufgerufenen Produkte und Basiswerte auf dzbank-derivate.de.

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Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

DAX nahe am Rekordhoch, Skepsis bleibt

Mehr als 6% hat der DAX seit Jahresbeginn zugelegt. Inzwischen hat der deutsche Leitindex auch das Rekordhoch vom April 2015 bei 12.391 Punkten wieder im Blick. Besonders bemerkenswert an der Rally, die wir seit Mitte November 2016 sehen, ist der Punkt, dass die Aufwärtsbewegung bisher ohne größere Kursrücksetzer verlief. Vielmehr weckten kleine Rücksetzer beim DAX immer wieder neues Kaufinteresse.

 

Auch wenn ein solches Verhalten grundsätzlich positiv zu werten ist und einen vorhandenen Aufwärtstrend bestätigt, so wäre aus unserer Sicht eine Korrektur mit einem größeren Kursrücksetzer beim DAX gesund. Auffällig ist zudem, dass Investoren einerseits getreu der Devise „buy the dips“ handeln und bisher schwache Tage beim deutschen Leitindex zum Kaufen genutzt haben. Andererseits lässt sich seit Wochen eine anhaltend hohe Skepsis beobachten, sowohl in Sentiment-Umfragen hinsichtlich der Entwicklung des DAX in den kommenden sechs Monaten als auch bei den Suchanfragen auf dzbank-derivate.de. Wie schon in den Vormonaten standen auch im März Endlos Turbo Puts auf den DAX ganz oben auf der Liste. Die Anzahl der Aufrufe lag dabei nahezu auf dem Niveau vom Februar. Immerhin nahm das Interesse an Endlos Turbo Calls gegenüber dem Vormonat zu, wenngleich zu den Puts nach wie vor ein sehr deutlicher Abstand bestand. Dies kann unseres Erachtens dahingehend gedeutet werden, dass Anleger weiterhin ein erhöhtes Bedürfnis haben, sich gegen Kursrückgänge abzusichern bzw. an einer fälligen Korrektur mit den Puts partizipieren wollen.

 

Unter den Top-Basiswerten fand sich neben dem DAX und Daimler auch die Deutsche Bank. Das Kreditinstitut stand im März vor allem wegen seiner Kapitalerhöhung im Fokus der Investoren. John Cryan, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, äußerte Zufriedenheit mit Blick auf den Verlauf der Kapitalerhöhung, mit der die Bank mehr als 8 Mrd. Euro einnehmen will.

 

Stabilität Südafrikas steht auf dem Prüfstand

Eher ein Exot unter den am häufigsten aufgerufenen Produkten waren die im März verstärkt aufgerufenen Endlos Turbo Calls auf das Währungspaar Euro/Südafrikanischer Rand (EUR/ZAR). Die jüngsten politischen Turbulenzen in Südafrika liefern eine Erklärung für das sprunghaft gestiegene Interesse. Zwar war die politische Situation in Südafrika in der Vergangenheit ohnehin nicht das, was man als stabil bezeichnen konnte. So sorgte Präsident Jacob Zuma im Dezember 2015 für Unruhe, als er den damaligen Finanzminister Nhlanhla Nene entließ, der von Politikern und Ökonomen sehr geschätzt wurde. Der Rand kam dadurch gegenüber dem US-Dollar und dem Euro unter Druck und markierte historische Tiefststände. Nach nur zwei Tagen folgte auf Nenes Nachfolger David van Rooyen der nun entlassene Finanzminister Pravin Gordhan. Dieser galt als erfahren und verlässlich, was neben der Erholung beim Goldpreis mit dazu beitrug, dass der Rand im Jahr 2016 an Boden gutmachen konnte.

 

Allerdings sparte auch Gordhan, ebenso wie Nene, nicht mit Kritik an Präsident Zuma. Vergangene Woche entließ Zuma seinen Finanzminister und besetzte zugleich 10 der 35 Ministerposten in seinem Kabinett neu. Nachfolger Gordhans ist Malusi Gigaba, der bislang das Amt des Innenministers innehatte. Ihm werden allerdings keinerlei Erfahrungen auf dem Gebiet der Finanzen nachgesagt. Der Rand kam durch die neuerliche politische Unruhe unter Druck und wertete beispielsweise gegenüber dem Euro zeitweise um rund 10% ab. Zuma will durch die Kabinettsumbildung die Effizienz und Effektivität der Regierung erhöhen. Kritiker bemängeln genau dies seit Jahren. Die ungezügelte Investitionspolitik, z.B. für teure neue Atomkraftwerke, sei ineffizient und entfalte keine positive Wirkung auf das Wirtschaftswachstum. Zudem stehen immer wieder Korruptionsvorwürfe gegen die Regierung im Raum.

 

Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts ließ in den vergangenen Jahren immer weiter nach und dürfte im vergangenen Jahr laut Prognose des IWF vom Herbst 2016 nur noch um 0,1% zugelegt haben. Unternehmen fuhren angesichts der politischen Unsicherheit ihre Investitionen zurück. Gleichzeitig ist die Inflation mit über 6% vergleichsweise hoch, ebenso die Arbeitslosenquote von rund 27%.


Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte das Rating Südafrikas in Reaktion auf die Entlassung des Finanzministers von „BBB“ auf „BB+“ herab. Damit verliert das Land das wichtige Investment-Grade-Rating. Als Begründung verwies S&P auf die gestiegenen Risiken für die Haushaltspolitik. Der Ausblick „negativ“ lässt weitere Abstufungen befürchten. Für Südafrika wird die Abstufung der Kreditwürdigkeit in den Ramsch-Bereich nach unserer Einschätzung die Kosten für die Aufnahme von Krediten verteuern, was für die Wirtschaft und die Währung des Landes zur dauerhaften Belastung werden dürfte.

 

Rand unter Druck

Auch vonseiten der Charttechnik sprechen unseres Erachtens mehrere Anhaltspunkte für eine weitere Abwertung des Rand im Verhältnis zum Euro. Im Chart des Währungspaars EUR/ZAR sehen wir einen längerfristigen Aufwärtstrend des Euro, dessen Ausgangspunkt ein im Dezember 2010 markiertes Tief bei 8,6900 ZAR bildet. Im Januar 2014 stieß der Euro im Bereich um 15,00 ZAR auf Widerstand und schaffte es zunächst nicht, sich nachhaltig über das im Oktober 2008 markierte Hoch bei 15,2115 ZAR abzusetzen. Es folgte eine Korrektur auf 12,6712 ZAR, ehe der Euro im April 2015 seine übergeordnete Aufwärtsbewegung fortsetzte. Diese führte ihn im Januar 2016 bis auf 19,5689 ZAR. Anschließend kam es erneut zu einer längeren Korrektur. In deren Verlauf traf der Euro im März 2017 bei 13,3779 ZAR auf die langfristige, seit Anfang 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie. Nachdem sich die Aufwärtstrendlinie als Unterstützung bewährte, gewann der Euro wieder an Wert und stieg letzte Woche über das Vorgängerhoch bei 14,1551 ZAR. Rückenwind bekam die Gemeinschaftswährung von Kaufsignalen im MACD sowie RSI auf Wochenbasis. Diese Woche setzte sich die Aufwärtsbewegung fort. Die nächsten Widerstände warten mit dem Tief vom 10. August 2016 bei 14,7707 ZAR sowie mit der 200-Tage-Linie bei 14,9327 ZAR.

 

Kurzfristig sollte im Bereich der genannten Widerstände mit einem Rücksetzer der Kursnotierung auf 14,22/14,15 ZAR gerechnet werden. Hier sollte sich der Euro anschließend stabilisieren, um seine Aufwärtsbewegung fortsetzen zu können. Ein Anstieg über die 200-Tage-Linie wäre dabei ein weiteres bullisches Signal. Nach einem Anstieg über 14,7707/14,9327 ZAR liegen die nächsten Etappenziele bei 15,7429 bzw. 16,4734 ZAR (38,2%-Fibonacci- bzw. 50%-Retracement der Korrektur von 2016). Als Stopp für eine Long-Position, mit der auf eine weitere Aufwärtsbewegung des Euro gegenüber dem Rand gesetzt werden kann, bietet sich das letzte Tief bei 13,7211 ZAR an.

 

Mit einem Hebelzertifikat können Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollzieht z.B. ein Endlos Turbo Long auf das Währungspaar EUR/ZAR die positive, aber auch die negative Kursentwicklung des Euro gegenüber dem südafrikanischen Rand gehebelt nach. Wird jedoch die Knock-out-Schwelle (aktuell bei 12,6119 ZAR) berührt, verfällt das Zertifikat wertlos.

 

Risikobeschreibung

Stand: 07.04.2017, Emittentin DZ BANK.
DZ BANK, Online-Vertrieb

 

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Endlos Turbo Long 13,016 open end: Basiswert EUR/ZAR

DGF5KZ / DE000DGF5KZ7 // Quelle: DZ BANK: Geld 24.07. 18:43:13, Brief 24.07. 18:43:13
14,35
Geld in EUR
14,40
Brief in EUR
-2,38%
Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 15,0814 ZAR
Quelle: FX and PM, 18:43:28
  • Basispreis 13,016 ZAR
  • Abstand zum Basispreis in % 13,70%
  • Knock-Out-Barriere 13,016 ZAR
  • Abstand zum Knock-Out in % 13,70%
  • Hebel 6,99x
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 100,00
Hinweis der DZ BANK:
Das öffentliche Angebot dieses Wertpapiers ist beendet. Kursstellungen nur während der Börsenzeiten.

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