Neues auf dzbank-derivate.de / 29.04.2020 | 11:54:25 Werbung

Adidas und Bayer - Die Corona-Krise und die Unternehmen

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Die Corona-Krise belastet die Wirtschaft massiv - eine globale Rezession gilt als unvermeidlich. Doch nicht alle Unternehmen sind gleich betroffen. Deutlich wurde das diese Woche bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen von Adidas und Bayer.

Marcus Landau
Autor Marcus Landau

Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK

Geschlossene Geschäfte lassen Ergebnis bei Adidas einbrechen

Der stationäre Handel leidet massiv unter den Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Zwar dürfen inzwischen wieder vereinzelt Läden öffnen, wie z.B. hier in Deutschland, doch weltweit gelten noch zahlreiche Beschränkungen. So teilte Adidas-CEO Kasper Rorsted bei der Veröffentlichung der Zahlen für das 1. Quartal mit, dass derzeit noch rund 70% der Stores des Unternehmens geschlossen sind. Die Schließungen sowie das geringe Kundenaufkommen in den geöffneten Läden wirken sich dementsprechend negativ auf die Umsatzentwicklung aus. Nicht einmal ein Umsatzplus von 35% beim E-Commerce kann die Verluste im stationären Groß- und Einzelhandel auffangen. Insgesamt fiel der Umsatz des Sportartikelherstellers in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um 19% auf 4,75 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis sackte gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um 93% ab und war mit 65 Mio. Euro gerade noch positiv - zum Vergleich: 2019 lag das Ergebnis noch bei 875 Mio. Euro.

Die ursprüngliche Prognose für das laufende Jahr haben die Herzogenauracher aufgrund der Unsicherheit infolge der Corona-Krise zurückgezogen. Zwar versucht das Unternehmen, die Flexibilität der Betriebskosten zu nutzen, verzichtet aber aktuell noch auf Maßnahmen, die die Zukunftsperspektiven gefährden könnten. Doch die Aussichten für das 2. Quartal sind alles andere als rosig. Adidas rechnet aufgrund der weiterhin geschlossenen Stores und des nur sehr langsamen Tempos der Normalisierung mit einem noch stärker ausgeprägten Umsatz- und Gewinnrückgang als im ersten Quartal. Laut den Erwartungen könnte der Umsatz mehr als 40% unter dem Vorjahresvergleichszeitraum liegen und das Betriebsergebnis negativ ausfallen.

 

Vorratskäufe von Medikamenten führen zu Umsatzplus bei Bayer

Auch wenn in der aktuellen Krise sicherlich die negativen Nachrichten und Unternehmensmeldungen überwiegen, gibt es auch Konzerne, die die Märkte positiv überraschen. Eine dieser Ausnahmen ist Bayer. Mit einem Umsatzplus von 6% auf 12,8 Mrd. Euro und einem Anstieg des bereinigten Gewinns um 10% auf 4,4 Mrd. Euro im 1. Quartal lagen die Zahlen des Pharma- und Agrarchemiekonzerns über den Schätzungen der Analysten. Während viele Unternehmen in der Krise unter Umsatzeinbußen leiden, profitierte Bayer unter anderem von der teils zur Bevorratung stark gestiegenen Nachfrage nach rezeptfreien Medikamenten. So ist der Umsatz im Bereich Consumer Health  von Januar bis Ende März um 13,5% auf 1,4 Mrd. Euro nach oben geklettert.

Nach dem überraschend guten Start geht der Leverkusener Konzern davon aus, dass die Corona-Krise auch für den weiteren Verlauf des Jahres bestimmend sein wird. Da derzeit noch nicht abzuschätzen ist, welche Effekte sich positiv bzw. negativ auswirken werden, wird an der im Februar veröffentlichten Prognose festgehalten. So könnte beispielsweise eine weiterhin hohe Nachfrage nach Arzneien und Landwirtschaftsprodukten zu erneuten Umsatzsteigerungen führen, während auf der anderen Seite Probleme bei der Lieferkette Mehrkosten verursachen könnten. 

 

Weitere aktuelle Informationen zur Corona-Krise erhalten Sie täglich auf Stefan Bielmeiers Blog. Lesen Sie die Essenz aus der täglichen Datenflut und machen Sie sich das Expertenwissen zunutze.

  •  
  •  
  •  
  •  
(Bewertungen: 27)

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Jede Woche gibt es die dzbank-derivate-Newsletter für angemeldete Nutzer per E-Mail direkt auf Ihren Bildschirm: das Neueste zum Marktgeschehen an den internationalen Börsenplätzen mit Markt- und DAX-Analysen, einem speziellen Strategieteil und der Knowhow-Rubrik dzbank-derivate-Expertenlounge.