Idee der Woche / 29.09.2017 | 11:33:19 Werbung

thyssenkrupp richtet sich neu aus

DZ BANK AG / Salesteam
Autor DZ BANK AG / Salesteam

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

thyssenkrupp und Tata fusionieren ihre beiden Stahltöchter in Europa. Diese Nachricht sorgte in der letzten Woche für Aufregung innerhalb der deutschen Wirtschaft. Nach fast zwei Jahre laufenden Verhandlungen einigten sich der Essener Industriekonzern und der indische Mischkonzern, ihre europäischen Stahlsparten - thyssenkrupp Steel Europe und Tata Steel Europe - zusammenzulegen. Das neue Joint Venture mit dem Namen thyssenkrupp Tata Steel wäre der zweitgrößte Stahlkocher in Europa nach dem Weltmarktführer Arcelor Mittal.

DZ BANK AG / Salesteam
Autor DZ BANK AG / Salesteam

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Die Stahlbranche leidet unter enormen Überkapazitäten. Vor allem chinesische Hersteller produzieren viel und günstig. Zudem fehlt das Wachstum - seit Jahren stagniert die Stahlproduktion. Dies führt dazu, dass zahlreiche Unternehmen in die Verlustzone rutschten und etliche Werke schließen mussten. Gerade in Europa scheint unter diesen Voraussetzungen ein Überleben schwierig. Mittels Restrukturierungsprogrammen wird versucht, diese Entwicklung aufzuhalten, doch die Wirkung ist in der Regel nur von kurzer Dauer. Um diesem Strukturwandel entgegenzuwirken und sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, entschieden letztendlich die Vorstände von thyssenkrupp und Tata, eine Partnerschaft einzugehen.

 

Gemeinsam stärker

Der Sitz des neuen Unternehmens soll in den Niederlanden sein. Sowohl thyssenkrupp als auch Tata werden je 50% daran halten. Insgesamt würde thyssenkrupp Tata Steel rund 21 Millionen Tonnen Flachstahl produzieren und einen voraussichtlichen Umsatz von ungefähr 15 Milliarden Euro pro Jahr erzielen. Verantwortlich hierfür werden rund 48.000 Mitarbeiter an 34 Standorten in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien sein. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Stahlsparte von thyssenkrupp mit ca. 27.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 7,6 Milliarden Euro.

 

Die Fusion mit Tata soll reichlich Synergieeffekte bringen - zwischen 400 und 600 Millionen Euro sollen eingespart werden. Allerdings wird dies nicht ohne Arbeitsplatzabbau funktionieren. So wurde bereits jetzt verkündet, dass im gesamten Joint Venture in den kommenden Jahren voraussichtlich bis zu 2.000 Stellen in der Verwaltung und möglicherweise bis zu 2.000 Stellen in der Produktion abgebaut werden müssen. Die Stellenstreichungen sollen zu gleichen Teilen von den Konzernen getragen werden.

 

Stahl und noch vieles mehr

Der Name thyssenkrupp wird meist mit Stahl in Verbindung gebracht, doch die Essener sind auch in vielen anderen Geschäftsbereichen tätig. Einen wichtigen Beitrag zum Gesamtumsatz des Unternehmens liefern neben Steel Europe und Steel America folgende Bereiche: Elevator Technology (Umsatz Geschäftsjahr 2015/16: 7,5 Milliarden Euro), Components Technology (6,8 Milliarden Euro), Industrial Solutions (5,7 Milliarden Euro) und Materials Services (11,9 Milliarden Euro). Insgesamt betrug im vergangenen Geschäftsjahr der Umsatz von thyssenkrupp 39,3 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist dies ein Rückgang um 8%. Mit einem Minus von 12% auf 1,5 Milliarden Euro ging im letzten Berichtsjahr das Bereinigte EBIT ebenfalls deutlich zurück. Vor allem der hohe Import- und Preisdruck auf den Rohstoffmärkten war für diese Entwicklung verantwortlich.

 

Sehr positiv verlief dagegen bis dato das aktuelle Geschäftsjahr 2016/17. In den ersten neun Monaten stieg der Auftragseingang des Unternehmens um 16% auf mehr als 32 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz erhöhte sich im selben Zeitraum um 9%. Noch stärker wuchs das Bereinigte EBIT in den ersten drei Quartalen an. Im Vergleich zum Vorjahr konnte thyssenkrupp ein Plus von 37% auf 1,4 Milliarden Euro verbuchen. Grund für diese Ergebnisverbesserung war eine deutliche Erholung der Preise, welche sich auch in den Margen niederschlägt. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Vorstand daher mit einem Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich und einem Bereinigten EBIT von 1,8 Milliarden Euro.

 

Chancen & Risiken

Die Partnerschaft mit Tata könnte unserer Meinung nach der richtige Schritt zur richtigen Zeit sein. Das Stahlgeschäft hat sich in den letzten Jahren für europäische Produzenten nicht zum Besseren gewandelt. Zusammen mit Tata könnte es thyssenkrupp gelingen, die Abhängigkeit vom stark schwankungsanfälligen Stahlgeschäft weiter zu reduzieren. Zudem sollten sich mit Wirksamkeit des Joint Ventures wesentliche Bilanzkennzahlen signifikant verbessern, insbesondere Eigenkapitalquote und Gearing (Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Eigenkapital).

 

Nichtsdestotrotz ist das Stahlgeschäft extrem abhängig von der Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise, zudem könnte eine nachlassende Weltwirtschaft zu deutlichen Einbrüchen bei der Nachfrage führen. Außerdem bergen Fusionen dieser Größenordnung immer Gefahren und sind in der Vergangenheit auch schon öfter gescheitert - ein berühmtes Beispiel ist hier sicherlich die misslungene Partnerschaft zwischen Daimler und Chrysler.

 

Technische Analyse

Seit den Tiefkursen im Februar 2016 hat sich die Aktie der thyssenkrupp AG ungefähr verdoppelt. Nahe der alten Höchststände bei rund 27 Euro stoppte im Juli dieses Jahres die Aufwärtsbewegung. Seitdem sehen wir bei der Aktie eine Seitwärtsbewegung zwischen 24,30 Euro und 27 Euro. Aktuell befindet sich der Kurs im unteren Bereich dieser Spanne. Sollte es der Aktie gelingen, im Laufe der nächsten Tage und Wochen dieses Niveau nach oben zu verlassen und im Idealfall die obere Begrenzung zu durchbrechen, sehen wir weiteres Aufwärtspotenzial bis in den Bereich von rund 30 Euro. Fällt der Kurs dagegen nachhaltig unter die Marke von 24,30 Euro, rechnen wir mit weiteren Abgaben. Zudem wäre dann der seit über einem Jahr vorherrschende Aufwärtstrend gebrochen.
 

Aktienanleihe auf thyssenkrupp

Als alternative Anlagemöglichkeit zur Direktanlage stehen verschiedene Aktienanleihen mit dem Basiswert thyssenkrupp zur Verfügung. Ein Beispiel ist eine Aktienanleihe mit Fälligkeit am 02.01.2019 (Rückzahlungstermin), einem Basispreis von 25,641 Euro und einer Zinszahlung von 6,25% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 02.01.2019, ist unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der thyssenkrupp AG. Dividendenansprüche aus der Aktie stehen dem Anleger nicht zu.

 

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin ist abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der thyssenkrupp AG. Entscheidend ist dabei der Schlusskurs der Aktie an der maßgeblichen Börse (Xetra) am 21.12.2018. Für die Rückzahlung der Aktienanleihe gibt es zwei Möglichkeiten:

 

Notiert die Aktie auf oder über dem Basispreis von 25,641 Euro, erhält der Anleger den Nennbetrag von 1.000,00 Euro pro Aktienanleihe. Notiert die Aktie unter dem Basispreis von 25,641 Euro, erhält der Anleger Aktien der thyssenkrupp AG in der durch das Bezugsverhältnis bestimmten Zahl. Das Bezugsverhältnis beträgt 39,00. Dementsprechend erhält der Anleger 39 Aktien. Der Gegenwert der Aktien wird in diesem Fall unter dem Nennbetrag von 1.000,00 Euro liegen.

 

Die vorliegend beschriebene Aktienanleihe richtet sich somit an Anleger, die davon ausgehen, dass der Schlusskurs der Aktie der thyssenkrupp AG am 21.12.2018 auf oder über 25,641 Euro notieren wird. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssen zusätzlich anteilig aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) entrichtet werden. Aktuell belaufen sich die Stückzinsen auf 8,39 Euro.

 

Risikobeschreibung

 

Stand: 29.09.2017, Emittentin: DZ BANK.
DZ BANK, Online-Vertrieb

 

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Aktienanleihe Classic 6,25% 2018/12: Basiswert ThyssenKrupp

DD1KTA / DE000DD1KTA8 //
Quelle: DZ BANK: Geld 20.11. 20.11., Brief 20.11. 20.11.
DD1KTA DE000DD1KTA8 // Quelle: DZ BANK: Geld 20.11. 20.11., Brief 20.11. 20.11.
89,83
Geld in %
90,23
Brief in %
--
Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 22,260 EUR
Quelle: Xetra, 20.11.
  • Basispreis 25,641 EUR
  • Abstand zum Basispreis in % -15,19%
  • Zinssatz in % p.a. 6,25% p.a.
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 39,00
  • Max Rendite in % p.a. 16,18% p.a.
  • Seitwärtsrendite in % 3,86%

News / ThyssenKrupp AG

10.11.2017 | 16:00:28 (dpa-AFX)
Thyssenkrupp baut in deutscher Aufzugssparte Stellen ab

ESSEN (dpa-AFX) - Der Essener Technologiekonzern Thyssenkrupp <DE0007500001> baut trotz der weltweit großen Nachfrage nach Aufzügen in der Sparte Stellen in Deutschland ab. Entsprechende Verhandlungen liefen zwischen Firmenleitung und Arbeitnehmervertretern, bestätigte eine Thyssenkrupp-Sprecherin am Freitag. Die Kosten müssten gesenkt werden, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Die "Wirtschaftswoche" hatte unter Berufung auf Gewerkschaftskreise berichtet, insgesamt rund 500 Arbeitsplätze seien im Aufzugswerk Neuhausen bei Stuttgart, dem Rolltreppenwerk in Hamburg und mehreren Service- und Niederlassungsstandorten betroffen.

Die Unternehmenssprecherin nannte keine Zahlen. "Unser Ziel ist es, verantwortungsbewusst mit der herausfordernden Situation umzugehen und möglichst sozialverträgliche Lösungen zu finden."

Angesichts des weltweit regen Hochhausbaus wächst Thyssenkrupp im Aufzugsgeschäft: Spartenchef Andreas Schierenbeck hatte der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" vor kurzem gesagt, die Beschäftigtezahl könne künftig um 1000 bis 2000 Stellen pro Jahr zulegen. Derzeit gehören weltweit rund 52 000 Beschäftigte zur Aufzugsparte von Thyssenkrupp./rs/DP/stb

07.11.2017 | 16:27:06 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Stahlkocher wollen bis Freitag Klarheit über Jobverluste
07.11.2017 | 15:03:19 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Stahlkocher wollen bis Freitag Klarheit über Jobverluste
07.11.2017 | 13:33:17 (dpa-AFX)
Thyssenkrupp-Beschäftigte planen neue Proteste
03.11.2017 | 06:53:02 (dpa-AFX)
Thyssenkrupp-Betriebsräte wollen Klarheit über Fusionspläne mit Tata
31.10.2017 | 18:38:21 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Deutsch-norwegisches Joint Venture zum U-Boot-Bau
31.10.2017 | 17:53:59 (dpa-AFX)
Deutsch-norwegisches Joint Venture zum U-Boot-Bau

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