Idee der Woche / 23.08.2019 | 10:29:02 Werbung

RWE: Vom Saulus zum Paulus

Alexander Dickel
Autor Alexander Dickel

Leiter Produktmanagement Internet Plattformen bei der DZ BANK AG

Einen Teil seines Gewinns erzielt RWE im klassischen Braunkohle- und Atomenergiegeschäft. Doch bald ist es damit vorbei, bereits in wenigen Wochen will der Konzern zu einem der größten Anbieter erneuerbarer Energien in Europa aufsteigen.

Alexander Dickel
Autor Alexander Dickel

Leiter Produktmanagement Internet Plattformen bei der DZ BANK AG

Lage: Energiehandel lässt Gewinn deutlich steigen

Das erste Halbjahr 2019 lief für den in Essen ansässigen Energieversorgungskonzern sehr gut. Trotz einer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geringeren Stromerzeugung erhöhte sich das bereinigte EBITDA um über 300 Mio. Euro auf 1,13 Mrd. Euro. Noch deutlicher fällt das Plus beim Gewinn pro Aktie aus. So konnte RWE das Ergebnis vom letzten Jahr auf 1,35 Euro pro Aktie verfünffachen. Einen großen Anteil zu dem Gesamtergebnis trug der Energiehandel bei. Aber auch im Segment Braunkohle- und Atomenergie wurde trotz dem starken politischen Gegenwind mehr Gewinn als im Vorjahr erwirtschaftet.

In Erwartung guter Zahlen hat RWE bereits Ende Juli die Prognose für das laufende Jahr erhöht. Demnach rechnet der Energieversorger mit einem bereinigten EBITDA zwischen 1,4 und 1,7 Mrd. Euro (ursprünglich 1,2 bis 1,5 Mrd. Euro) und einem bereinigten Nettoergebnis zwischen 500 und 800 Mio. Euro (ursprünglich 300 bis 600 Mio. Euro). Erfreulich für die Aktionäre ist zudem eine Erhöhung der Dividende um 10 Cent auf 0,80 Euro. Vorstand Rolf Martin Schmitz erhofft sich durch das gute operative Ergebnis Rückenwind für die nächsten Monate, welche drastische Veränderungen für RWE bringen werden.

 

Perspektive: RWE wird grün

In den nächsten Wochen liegt der Fokus von RWE auf der Transaktion mit E.ON. So will RWE im September das Netz- und Vertriebsgeschäft der Tochter Innogy an den ebenfalls in Essen ansässigen Konkurrenten abgeben. Im Gegenzug soll das Erneuerbare-Energien-Geschäft von Innogy und E.ON bei RWE zusammengeführt werden. Der bis dato gemessen am CO2-Ausstoß größte europäische Luftverschmutzer würde durch diesen Tausch zu einem der bedeutendsten Anbieter erneuerbarer Energien in Europa und quasi über Nacht zu einem „sauberen“ Konzern. Aktuell steht allerdings noch die Zusage der EU für diese Transaktion aus.

Aber nicht nur das neue Energieportfolio könnte für RWE lohnenswert sein, kurzfristig könnte der Konzern auch von Entschädigungszahlungen des Bundes für die Stilllegung der Braunkohlekraftwerke profitieren. Aktuell fordert RWE 1,2 bis 1,5 Mrd. Euro pro Gigawatt. Insgesamt wird der Energieversorger voraussichtlich rund 3 Gigawatt Kraftwerkskapazität abschalten müssen. Am 20. September sollen die Ergebnisse des Klimakabinetts bezüglich des Kohleausstiegs verkündet werden.

Wir sehen den Konzernumbau bei RWE positiv. Vor allem langfristig könnte der Konzern von der neuen Ausrichtung profitieren. Allerdings rechnen wir damit, dass in den Ausbau der erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren noch viel Geld fließen wird, was sich im Konzernergebnis widerspiegeln könnte. Kurz- bis mittelfristig erwarten wir zudem durch die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage eine geringere Energienachfrage.

 

Anlageidee: Aktienanleihe Classic auf RWE

Als alternative Anlagemöglichkeit zu einer Direktanlage in die Aktie stehen verschiedene Aktienanleihen mit der Aktie der RWE AG als Basiswert zur Verfügung. Ein Beispiel ist eine Aktienanleihe Classic mit Fälligkeit am 23.09.2020 (Rückzahlungstermin), einem Basispreis von 23,256 Euro und einer Zinszahlung von 6,75% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 23.09.2020, ist unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der RWE AG. Dividendenansprüche aus der Aktie stehen dem Anleger nicht zu.
Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin ist abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der RWE AG. Am Rückzahlungstermin gibt es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:
1. Liegt der Schlusskurs der Aktie der RWE AG an der Börse Xetra Frankfurt am 16.09.2020 (Referenzpreis) auf oder über dem Basispreis von 23,256 Euro, wird die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt.
2. Liegt der Referenzpreis unter dem Basispreis, erhält der Anleger eine durch das Bezugsverhältnis (43,00) bestimmte Anzahl von Aktien der RWE AG. Der Anleger erleidet einen Verlust, wenn der Wert der gelieferten Aktien der RWE AG am Rückzahlungstermin zzgl. der Zinszahlung unter dem Erwerbspreis der Aktienanleihe liegt. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssen aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) anteilig entrichtet werden. Aktuell belaufen sich die Stückzinsen auf 12,92 Euro.

 

Risikobeschreibung
Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.

Stand: 23.08.2019
Emittentin: DZ BANK AG / Online-Redaktion

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(Bewertungen: 19)

Aktienanleihe Classic 6,75% 2020/09: Basiswert RWE

DF3MJ5 / //
Quelle: DZ BANK: Geld 23.09. 21:57:52, Brief 23.09. 21:57:52
DF3MJ5 // Quelle: DZ BANK: Geld 23.09. 21:57:52, Brief 23.09. 21:57:52
103,81 %
Geld in %
104,21 %
Brief in %
0,25%
Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 28,570 EUR
Quelle : Xetra , 17:35:30
  • Basispreis 23,256 EUR
  • Abstand zum Basispreis in % 18,60%
  • Zinssatz in % p.a. 6,75% p.a.
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 43,00
  • Max Rendite in % p.a. 2,44% p.a.
  • Seitwärtsrendite in % 2,40%

News / RWE AG

21.09.2019 | 11:45:21 (dpa-AFX)
Energie-Gewerkschaft: Keine schlüssigen Konzepte für Ökostrom-Ausbau

BERLIN (dpa-AFX) - Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie sieht nach den Klima-Beschlüssen der großen Koalition noch Klärungsbedarf und vermisst ein Konzept für den Ökostrom-Ausbau. "Das ist zwar ein Schritt zu mehr Klimaschutz - wie groß er am Ende ausfällt, wie teuer er wird und welche reale Wirkung er entfalten wird, lässt sich aber noch nicht abschätzen", sagte IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis der Deutschen Presse-Agentur. Die Bundesregierung habe in den kommenden Monaten die Chance, für mehr Klarheit zu sorgen. Für einen verstärkten Ausbau der Erneuerbaren Energien fehlten weiter schlüssige Konzepte, kritisierte Vassiliadis.

"Wir brauchen dringend einen branchenübergreifenden Energie-Pakt, mit dem wir die Ausbau-Hürden aus dem Weg räumen", sagte er mit Blick auf die Probleme vor allem beim Ausbau von Stromleitungen und Windkraftanlagen. Dass der größte Einzelposten im Klimaschutzprogramm 2030 der Ausstieg aus der Kohleverstromung sei, belege die Bedeutung des Kompromisses, den die Kohlekommission - offiziell: Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung - ausgehandelt habe. Die Maßnahmen für den Ausbau des Anteils Erneuerbarer Energien am Strom auf 65 Prozent bis 2030 seien "genau das Pillepalle, das die Bundeskanzlerin eigentlich vermeiden wollte"./ted/DP/zb

20.09.2019 | 21:55:57 (dpa-AFX)
ANALYSE-FLASH: Commerzbank hebt RWE auf 'Buy' und Ziel auf 32 Euro
20.09.2019 | 18:32:38 (dpa-AFX)
AKTIEN IM FOKUS 2: Klimapaket beflügelt Erneuerbare-Energien-Werte
20.09.2019 | 14:33:40 (dpa-AFX)
US-Investmentfirma Capital Group erhöht Beteiligung an Eon auf über 10 Prozent
20.09.2019 | 11:52:04 (dpa-AFX)
Google kündigt Investitionen in erneuerbare Energien an
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ANALYSE-FLASH: Bernstein belässt RWE auf 'Outperform' - Ziel 29 Euro
20.09.2019 | 11:04:28 (dpa-AFX)
WDH/AKTIEN IM FOKUS: Klimadebatte beflügelt Erneuerbare-Energien-Werte

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