Idee der Woche / 22.09.2017 | 11:20:59 Werbung

Münchener Rück: Ertragslage vor Stabilisierung?

DZ BANK AG / Salesteam
Autor DZ BANK AG / Salesteam

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Nachdem die weltweiten Gesamtschäden aus Naturkatastrophen der Münchener Rück zufolge im ersten Halbjahr 2017 mit 41 Mrd. US-Dollar unter dem Durchschnitt blieben, wird sich das Bild aufgrund der Hurrikans Harvey und Irma im zweiten Halbjahr 2017 ändern. Die Münchener Rück sieht ihr Gewinnziel für 2017 in Gefahr. Mittelfristig könnte die diesjährige Hurrikan-Saison einen positiven Einfluss auf das herausfordernde Marktumfeld für Rückversicherer haben.

DZ BANK AG / Salesteam
Autor DZ BANK AG / Salesteam

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Ergebnisziel für 2017 zunächst bestätigt ...

Die Münchener Rück deckt sowohl die Erst- als auch die Rückversicherung unter einem Dach ab. In der Rückversicherung zählt sie mit Beitragseinnahmen von 27,8 Mrd. Euro (2016) zu den weltweit führenden Anbietern. Die Erstversicherungsaktivitäten (Lebens-, Kranken- sowie Schaden- und Unfallversicherung) sind vor allem in der ERGO-Gruppe gebündelt, die sich auf Europa und Asien konzentriert.

 

Mit Blick auf die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2017 sprach Vorstandsvorsitzender Joachim Wenning von einem erfreulichen Ergebnis. Von Januar bis Juni buchte der Konzern Bruttobeiträge in Höhe von 24.725 Mio. Euro (1 Hj. 2016: 24.438 Mio. Euro). Das operative Ergebnis lag mit 2,1 Mio. Euro fast auf der Höhe des Vorjahreswertes (1. Hj. 2016: 2,2 Mio. Euro), der Konzernüberschuss erreichte rund 1,3 Mrd. Euro (1. Hj 2016: 1,4 Mrd. Euro). Mit Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal bestätigte der Vorstand, im Gesamtjahr weiterhin mit gebuchten Bruttobeiträgen zwischen 48 und 50 Mrd. Euro zu rechnen und ein Konzernergebnis zwischen 2,0 und 2,4 Mrd. Euro anzustreben.

 

… aber Hurrikan-Saison zieht Gewinnwarnung nach sich

Die weltweiten Schäden aus Naturkatastrophen lagen im ersten Halbjahr 2017 unter dem Durchschnitt, wobei in den USA hohe Schäden durch schwere Gewitter und Tornados verursacht wurden. Im zweiten Halbjahr wird die Schadensbelastung aufgrund der Hurrikan-Saison deutlich höher ausfallen. Die Münchener Rück bezifferte in einer ersten Schätzung allein die von Hurrikan Irma verursachten versicherten Schäden für die Branche auf 20 bis 30 Mrd. US-Dollar. Hinzu kommen die Schäden durch Vorgänger Harvey, zudem ist die Hurrikan-Saison noch nicht vorüber.

 

Nachdem es von der Münchener Rück Anfang letzter Woche noch hieß, dass man nicht stark in Florida engagiert sei, gab das Unternehmen am Mittwochabend bekannt, dass durch Harvey und Irma hohe versicherte Schäden zu erwarten sind, die sich für die Münchener Rück derzeit noch nicht quantifizieren lassen. Trotz der bisher guten Geschäftsentwicklung in 2017 könnte das Unternehmen aufgrund der Schäden - abhängig vom weiteren Geschäftsverlauf bis zum Jahresende - das Ziel eines Jahresgewinns von 2,0 bis 2,4 Mrd. Euro verfehlen. Zudem werde man für das dritte Quartal 2017 voraussichtlich einen Fehlbetrag ausweisen.

 

Chancen & Risiken

Die Kombination von Erst- und Rückversicherung unter einem Dach ermöglicht es der Münchener Rück aus unserer Sicht, Synergieeffekte und Diversifikationsvorteile über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu realisieren. Zudem hat das Unternehmen in der Rückversicherung eine weltweit führende Stellung inne und ist mit ERGO auf dem Heimatmarkt Deutschland einer der führenden Anbieter. Das vor einem Jahr gestartete ERGO Strategieprogramm (ESP) entfaltet inzwischen Wirkung. So hat man u.a. die Vertriebsorganisation effizienter aufgestellt und neue Produkte entwickelt (Cyber-Versicherung für Unternehmen, flexibler Versicherungsschutz durch modularen Aufbau von Kraftfahrt-, privater Haftpflicht-, Unfall- und Hausratversicherung).

 

Darüber hinaus ist u.E. aufgrund der hohen Schadensbelastung infolge der Hurrikans Harvey und Irma in der kommenden Erneuerungsrunde Anfang 2018 mit deutlich steigenden Prämien zumindest in den betroffenen Regionen zu rechnen. Ob sich darüber hinaus auch eine Stabilisierung der rückläufigen Prämien im weltweiten Rückversicherungsgeschäft abzeichnet, muss sich erst noch zeigen. Eine Stabilisierung der Ertragslage bei der Münchener Rück ist aber auch das erklärte Ziel des Vorstands. Daneben sprechen aus unserer Sicht die sehr gute Kapitalausstattung und die konservative Rückstellungspolitik für den Konzern. Diese sollten dauerhaft hohe Dividenden und zusätzliche Aktienrückkäufe ermöglichen.

 

Gleichwohl bleibt aus unserer Sicht der Preisdruck im Rückversicherungssektor ein Risikofaktor für die Geschäftsentwicklung, zumal dieser nicht allein auf geringere Schäden, sondern auch auf verstärkte Konkurrenz durch finanzkräftige Kapitalgeber zurückzuführen ist, die sich im aktuellen Marktumfeld mit niedrigeren Renditen zufriedengeben als die Rückversicherer. Das niedrige Zinsniveau ist ebenfalls ein Belastungsfaktor, der die Gewinnperspektiven weiterhin beeinträchtigen kann. Zudem muss sich erst noch zeigen, ob es dem Vorstand gelingt, den rückläufigen Trend bei der Entwicklung des Nettoergebnisses zu stoppen und die avisierte Stabilisierung zu erreichen. Darüber hinaus könnten, wie schon im zweiten Quartal 2017, Währungsverluste aus einem weiteren Kursanstieg des Euro das Ergebnis belasten.

 

Aktie im Konsolidierungsmodus

Bei der Aktie der Münchener Rück sahen wir ausgehend von einem im September 2011 markierten Tief bei 77,80 Euro eine längerfristige Aufwärtsbewegung. Diese führte die Aktie im April 2015 auf ein Hoch bei 206,50 Euro. Während der anschließenden Korrektur fiel die Kursnotierung bis auf 140,90 Euro zurück, wo sie auf eine markante Unterstützung aus früheren Hochpunkten des Jahres 2007 und Tiefpunkten aus den Jahren 2013 und 2014 traf. Ausgehend von 140,90 Euro sahen wir ab Juli 2016 wieder steigende Notierungen, die die Aktie bis April 2017 auf 189,40 Euro führten. Seitdem konsolidiert die Aktie die vorangegangene Kurserholung. Eine Fortsetzung der langfristigen Aufwärtsbewegung wäre zu erwarten, wenn die Aktie über das Hoch bei 206,50 Euro ansteigt. Zuvor sehen wir allerdings bei 187,85/189,40 und 193,65 Euro noch einige Widerstände, die es zu überwinden gilt. Die nächsten Unterstützungen verlaufen bei 166,60/165,55 Euro. Sollte die Aktie unter 165,00 Euro zurückfallen, sind zunächst weitere Abgaben auf 158,50/156,00 Euro zu erwarten. Ein nachhaltiger Rückfall unter 156,00 Euro würde das mittelfristige Bild eintrüben und ließe einen Test des markanten Unterstützungsbereichs um 141,00 Euro erwarten.

 

Aktienanleihe auf Münchener Rück

Als alternative Anlagemöglichkeit zur Direktanlage stehen verschiedene Aktienanleihen mit dem Basiswert Münchener Rück zur Verfügung. Ein Beispiel ist eine Aktienanleihe mit Fälligkeit am 02.01.2019 (Rückzahlungstermin), einem Basispreis von 181,818 Euro und einer Zinszahlung von 4,30% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 02.01.2019, ist unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Münchener Rück AG. Dividendenansprüche aus der Aktie stehen dem Anleger nicht zu.

 

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin ist abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Münchener Rück AG. Entscheidend ist dabei der Schlusskurs der Aktie an der maßgeblichen Börse (Xetra) am 21.12.2018. Für die Rückzahlung der Aktienanleihe gibt es zwei Möglichkeiten:

Notiert die Aktie auf oder über dem Basispreis von 181,818 Euro, erhält der Anleger den Nennbetrag von 1.000,00 Euro pro Aktienanleihe. Notiert die Aktie unter dem Basispreis von 181,818 Euro, erhält der Anleger Aktien der Münchener Rück AG in der durch das Bezugsverhältnis bestimmten Zahl. Das Bezugsverhältnis beträgt 5,50. Dementsprechend erhält der Anleger 5 Aktien. Zusätzlich erhält er für den Gegenwert von 0,50 Aktien eine Ausgleichszahlung. Der Gegenwert der Aktien zuzüglich Ausgleichszahlung wird in diesem Fall unter dem Nennbetrag von 1.000,00 Euro liegen. Ein Zusammenfassen mehrerer Ausgleichsbeträge zu Ansprüchen auf Lieferung von Aktien ist ausgeschlossen.

 

Die vorliegend beschriebene Aktienanleihe richtet sich somit an Anleger, die davon ausgehen, dass der Schlusskurs der Aktie der Münchener Rück AG am 21.12.2018 auf oder über 181,818 Euro notieren wird. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssen zusätzlich anteilig aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) entrichtet werden. Aktuell belaufen sich die Stückzinsen auf 4,95 Euro.

 

Risikobeschreibung

 

Stand: 22.09.2017, Emittentin: DZ BANK.
DZ BANK, Online-Vertrieb

 

> Zum Archiv

  •  
  •  
  •  
  •  
(Bewertungen: 4)

Aktienanleihe Classic 4,3% 2018/12: Basiswert Muenchener Rueckversicherungs

DD1JBZ / //
Quelle: DZ BANK: Geld 22.02. 22.02., Brief 22.02. 22.02.
DD1JBZ // Quelle: DZ BANK: Geld 22.02. 22.02., Brief 22.02. 22.02.
95,41
Geld in %
96,45
Brief in %
--
Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 182,75 EUR
Quelle : Xetra, 22.02.
  • Basispreis 181,818 EUR
  • Abstand zum Basispreis in % 0,51%
  • Zinssatz in % p.a. 4,30% p.a.
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 5,50
  • Max Rendite in % p.a. 8,61% p.a.
  • Seitwärtsrendite in % 7,34%
Hinweis der DZ BANK:
Das öffentliche Angebot dieses Wertpapiers ist beendet. Kursstellungen nur während der Börsenzeiten.

News / Muenchener Rueckversicherungs AG

22.02.2018 | 14:35:52 (dpa-AFX)
GESAMT-ROUNDUP/Halbzeitbilanz: Rekordjahr für Dax-Konzerne

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der weltweite Konjunkturaufschwung treibt die Geschäfte von Deutschlands Börsenschwergewichten an. "Für die meisten Dax <DE0008469008>-Konzerne war das vergangene Jahr ein weiteres Rekordjahr", erklärte Mathieu Meyer, Mitglied der Geschäftsführung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY, am Donnerstag. 15 Dax-Konzerne, die bislang Zahlen für 2017 vorgelegt haben, erzielten EY zufolge zusammengerechnet Bestmarken bei Umsatz und operativem Gewinn (Ebit).

Meyer sieht gute Chancen für Rekorde auch 2018, obwohl sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft nach der Euphorie zu Jahresbeginn im Februar eintrübte. "Wir sehen eine weiter anziehende Nachfrage - branchenübergreifend und in den meisten großen Märkten", argumentierte Meyer.

Der Gesamtumsatz der 15 von insgesamt 30 Dax-Unternehmen - ohne Banken - stieg den Angaben zufolge um fast 5 Prozent auf insgesamt gut 621 Milliarden Euro. Der operative Gewinn kletterte um rund 3 Prozent auf knapp 62 Milliarden Euro.

Die Deutsche Telekom <DE0005557508> präsentierte am Donnerstag ein Ergebnis von 9,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich bescherte die US-Steuerreform dem Bonner Konzern einen satten Gewinnsprung von knapp 30 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Allein 1,7 Milliarden stammten aus der Neubewertung von Steuerpositionen bei der Mobilfunk-Tochter T-Mobile US <US8725901040>.

Der Konsumgüterkonzern Henkel <DE0006048432> knackte im vergangenen Jahr beim Umsatz erstmals die Marke 20 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente der Persil-, Schwarzkopf- und Loctite-Hersteller 2,5 Milliarden Euro und damit knapp 23 Prozent mehr als im Vorjahr.

EY zufolge war die Umsatz-Entwicklung der 15 Dax-Konzerne durchweg positiv. Vier Unternehmen verzeichneten allerdings Einbußen beim operativen Gewinn. Dabei spielten teilweise Sondereffekte eine Rolle. So litt beispielsweise der Rückversicherer Munich Re <DE0008430026> unter hohen Hurrikanschäden.

Zudem bremste der schwache Dollar die Entwicklung mancher Börsenschwergewichte. Die US-Währung hatte im vergangenen Jahr unter anderem gegenüber dem Euro deutlich abgewertet. "Das führt zu Einbußen bei der Umrechnung von Umsätzen und Gewinnen, die in Dollar anfallen. Tatsächlich ist die Lage also noch etwas besser als die Zahlen zeigen", erläuterte Meyer.

Nach einem Hoch zu Jahresbeginn verschlechterte sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen im Februar allerdings. Das Geschäftsklima fiel um 2,2 Punkte auf 115,4 Zähler, wie das Ifo-Institut in München mitteilte. "Die deutsche Wirtschaft tritt auf die Euphoriebremse", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die "sehr gute" Stimmung in den deutschen Chefetagen habe einen deutlichen Dämpfer erhalten. Am deutlichsten sank die Einschätzung der Unternehmen für das kommende halbe Jahr./mar/DP/jha

22.02.2018 | 11:08:37 (dpa-AFX)
Halbzeitbilanz: Rekordjahr für Deutschlands Börsenschwergewichte
18.02.2018 | 14:23:57 (dpa-AFX)
Projekt Tomate - Baywa will Gewächshäuser zum Profitcenter machen
12.02.2018 | 10:10:08 (dpa-AFX)
DGAP-Stimmrechte: Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in München (deutsch)
12.02.2018 | 07:47:57 (dpa-AFX)
Munich-Re-Tochter Ergo will Aktienquote trotz Turbulenzen leicht erhöhen
09.02.2018 | 05:23:27 (dpa-AFX)
Klimawandel bringt Unsicherheit für Rückversicherer
08.02.2018 | 14:10:13 (dpa-AFX)
Rückversicherer Munich Re will Stellen abbauen

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Jede Woche gibt es die dzbank-derivate-Newsletter für angemeldete Nutzer per E-Mail direkt auf Ihren Bildschirm: das Neueste zum Marktgeschehen an den internationalen Börsenplätzen mit Markt- und DAX-Analysen, einem speziellen Strategieteil und der Knowhow-Rubrik dzbank-derivate-Expertenlounge.