Expertenlounge / 04.10.2017 | 11:55:22 Werbung

Tankan auf Zehnjahreshoch - EUR/JPY mit intaktem Aufwärtstrend

DZ BANK AG / Salesteam
Autor DZ BANK AG / Salesteam

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Wenige Wochen vor den Parlamentswahlen am 22. Oktober präsentieren sich die japanischen Unternehmen in bester Stimmung, wie der von der Bank of Japan Anfang der Woche veröffentlichte Tankan-Bericht impliziert. Beispielsweise zeigten sich die großen Industrieunternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe mit ihrer aktuellen geschäftlichen Lage so zufrieden wie seit zehn Jahren nicht mehr.

DZ BANK AG / Salesteam
Autor DZ BANK AG / Salesteam

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Der Tankan-Bericht ist vergleichbar mit dem deutschen ifo Geschäftsklimaindex. Auch bei der Tankan-Umfrage werden tausende Firmen zur aktuellen wirtschaftlichen Lage und ihren Geschäftserwartungen befragt, wobei die Ergebnisse gleichfalls als sogenannte Diffusionsindizes dargestellt werden. Dazu wird zunächst der jeweilige Anteil der befragten Betriebe ermittelt, die ihre Geschäftslage oder Geschäftsaussichten besser bzw. schlechter einschätzen. Aus diesen beiden Anteilen wird dann die Differenz gebildet. Ein positiver Wert zeigt dabei an, dass die Unternehmen in der Mehrheit sind, die ihre Lage oder Aussichten besser bewerten.

 

Erhoben wird der Tankan-Bericht vom Research and Statistics Department der Bank of Japan (BoJ). Die Befragung der mehr als 10.000 Firmen findet dabei alle drei Monate, zum Ende eines Quartals statt. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Konjunkturanalyse und Stimmungsbericht, der für die Finanzmärkte sowie die inländischen und ausländischen Beobachter zu einem wichtigen Indikator zur Einschätzung der kurzfristigen Perspektiven der japanischen Wirtschaft geworden ist. Und auch die japanische Notenbank beobachtet den Tankan genau und berücksichtigt dessen Entwicklungen bei ihrer Geldpolitik.

 

Befragt werden Unternehmen aus der Produktion und dem Dienstleistungssektor unterschiedlicher Größe aus verschiedensten Branchen. Ziel ist es, ein möglichst umfangreiches und genaues Bild der aktuellen und der zu erwartenden Geschäftsentwicklung in der japanischen Industrie zu zeichnen. Der Tankan-Bericht beinhaltet somit eine Vielzahl von Frühindikatoren für die jeweiligen Firmengrößen und Sektoren. An den Finanzmärkten im Fokus steht dabei vor allem der Tankan Large Manufacturers Index, der auf der Befragung der größten japanischen Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe basiert. An der aktuellen Umfrage für das dritte Quartal 2017 (Juli bis September) nahmen insgesamt 10.687 Firmen teil. Davon waren 1.074 eben jener Großindustrie aus dem verarbeitenden Gewerbe zuzuordnen. Der entsprechende Frühindikator kletterte gegenüber dem Vorquartal von 17 auf 22 Punkte. Er erreichte damit das höchste Niveau seit dem dritten Quartal 2007. Positiv entwickelten sich auch die Frühindikatoren der mittleren und kleinen Unternehmen. Die Zahlen dürften damit die Einschätzung der Notenbank einer moderat wachsenden japanischen Wirtschaft unterfüttern.

 

Allerdings sind die Unternehmen beim Ausblick zurückhaltender. Für das vierte Quartal 2017 ergibt sich aus den aktuellen Umfrageergebnissen ein erwarteter Rückgang des Tankan Large Manufacturers Index auf 19 Punkte. Rückgänge werden auch beim Tankan Large Non-Manufacturers Index erwartet, der die Stimmung im nicht-verarbeitenden Gewerbe misst. Nachdem er im dritten Quartal mit 23 Zählern unverändert blieb, wird ein Rückgang auf 19 Punkte erwartet. Ebenfalls vorsichtig bezüglich der weiteren Aussichten sind die mittleren und kleinen Firmen. Nach den Zuwächsen im dritten Quartal werden bei den jeweiligen Frühindikatoren im vierten Quartal wieder Rückgänge erwartet.

 

Auch viele Privathaushalte, deren Konsumausgaben rund 60% der Wirtschaftsleistung Japans ausmachen, halten ihr Geld zusammen. Bei ihnen hat die aktuelle wirtschaftliche Aufschwungsphase noch immer zu keinen spürbaren Lohnerhöhungen geführt. Die japanische Wirtschaft bleibt damit anfällig für Rückschläge. Einen positiven Effekt zur aktuellen positiven Stimmung in der Industrie beigetragen haben dürfte die Schwäche der japanischen Währung. Der Wechselkurs USD/JPY bildete innerhalb seiner seit Dezember 2016 auszumachenden Korrekturbewegung ausgehend von dem im September markierten Zwischentief bei 107,32 Yen einen kurzfristigen Aufwärtsimpuls aus.

 

Beim Wechselkurs EUR/JPY setzte sich im September die mittelfristige Aufwärtsbewegung fort, die sich seit dem Zwischentief von April dieses Jahres bei 114,86 Yen gebildet hat. Bis zum Hoch dieser Bewegung bei mehr als 134 Yen hatte der Euro damit um 17% gegenüber der japanischen Währung aufgewertet. Zuletzt gab es dann eine kleine Korrektur, die sich jüngst angesichts des positiven Tankan-Berichtes fortsetzte. Der mittelfristige Aufwärtstrend des Wechselkurses EUR/JPY ist jedoch unserer Ansicht nach weiterhin intakt. Gleiches gilt für den übergeordneten langfristigen Aufwärtstrend, der sich seit dem Tief von Juni 2016 gebildet hat. Mit dem Zwischenhoch im September bei 134,41 Yen wurde dabei nahezu punktgenau das 61,8%-Fibonacci-Retracement erreicht, das aus der Abwärtsbewegung von Dezember 2014 bis Juni 2016 resultiert. Sollte dieser potenzielle Widerstand bei 134,41 Yen überwunden werden, wäre dies unserer Meinung nach ein mögliches Handelssignal, um sich auf der Long-Seite zu positionieren, um an einem weiteren Anstieg des EUR/JPY zu partizipieren. Ein erstes mögliches mittelfristiges Ziel sehen wir dann bei der Marke von 141,05 Yen, die aus dem Zwischenhoch von Juni 2015 resultiert. Bei der skizzierten Ausbruchsstrategie präferieren wir einen Stop Loss bei 131,40 Yen.

 

Mit einem Hebelzertifikat können Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollzieht z.B. ein Endlos Turbo Long auf den EUR/JPY die positive, aber auch die negative Kursentwicklung des Wechselkurses EUR/JPY gehebelt nach. Wird die Knock-out-Schwelle (aktuell bei 125,8477 JPY) berührt, verfällt das Zertifikat wertlos.

 

Risikobeschreibung

 

Stand: 04.10.2017, Emittentin: DZ BANK
DZ BANK, Online-Vertrieb

 

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Endlos Turbo Long 126,4376 open end: Basiswert EUR/JPY

DGY0WF / DE000DGY0WF2 //
Quelle: DZ BANK: Geld 23.11. 17:47:16, Brief 23.11. 17:47:16
DGY0WF DE000DGY0WF2 // Quelle: DZ BANK: Geld 23.11. 17:47:16, Brief 23.11. 17:47:16
4,08
Geld in EUR
4,09
Brief in EUR
5,43%
Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 131,755 JPY
Quelle: FX and PM, 17:47:39
  • Basispreis 126,4376 JPY
  • Abstand zum Basispreis in % 4,04%
  • Knock-Out-Barriere 126,4376 JPY
  • Abstand zum Knock-Out in % 4,04%
  • Hebel 24,46x
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 100,00

News / EUR/JPY

27.10.2017 | 16:15:19 (dpa-AFX)
Eurokurs gefallen - EZB-Referenzkurs: 1,1605

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Freitag gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1605 (Donnerstag: 1,1753) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8617 (0,8509) Euro.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88633 (0,89010) britische Pfund, 132,52 (133,75) japanische Yen und 1,1632 (1,1678) Schweizer Franken fest./yyzz/DP/stk

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