Expertenlounge / 18.10.2017 | 11:11:13 Werbung

Relative Stärke - E.ON stärker als der EURO STOXX 50

DZ BANK AG / Salesteam
Autor DZ BANK AG / Salesteam

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Die Aktie von E.ON gehört beim Performancevergleich der Werte aus dem EURO STOXX 50 zu den besten im bisherigen Jahresverlauf 2017. Außerdem weist das Papier in sämtlichen Zeitebenen eine Relative Stärke im Vergleich zum Index auf. Wir sehen den Wert daher als potenziellen Long-Kandidaten.

DZ BANK AG / Salesteam
Autor DZ BANK AG / Salesteam

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

„Der Markt hat immer recht“, ist eine gern zitierte Börsenweisheit. Darauf beruht der Ansatz, bei der Auswahl von potenziellen Kandidaten für mögliche Long-Investments jene zu wählen, die bereits in der Vergangenheit stark gelaufen sind. Umgekehrt sind Werte, die sich rückblickend betrachtet schlecht entwickelt haben, eventuell für Short-Strategien geeignet. Ein objektiver Filter zur Bewertung der Performance ist das Konzept der Relativen Stärke. Es untersucht zwei oder mehrere Basiswerte in einer bestimmten Betrachtungsperiode hinsichtlich ihrer relativen Kursentwicklung zueinander. Das hier vorgestellte Konzept der Relativen Stärke sollte dabei nicht mit der Relativen Stärke nach Robert Levy bzw. dem Relative Strength Index (RSI) von Welles Wilder verwechselt werden.

 

Berechnung der Relativen Stärke

Klassische und häufige Anwendung der Relativen Stärke ist der Vergleich eines Index wie dem DAX mit den darin enthaltenen Aktien. Die Berechnung erfolgt, indem der Kurs einer Aktie durch den Kurs des Index dividiert wird. Das Ergebnis wird durch den Quotienten aus der Division des Aktienkurses vor X Tagen mit dem Indexstand vor X Tagen dividiert. Welchen Betrachtungszeitraum man wählt, hängt vom Einsatzzweck ab. Denkbar sind kurzfristige (z.B. 20 Handelstage), mittelfristige (z.B. 60 Handelstage) oder langfristige (z.B. 250 Handelstage) Perioden. Als Ergebnis erhält man eine Verhältniszahl. Ist sie größer als 1,0, besitzt die Aktie eine höhere Relative Stärke als der Index, entwickelte sich im Betrachtungszeitraum somit relativ besser. Ein Wert kleiner als 1,0 bringt eine niedrigere Relative Stärke und damit eine vergleichsweise schlechtere Performance zum Ausdruck. Die Werte sind jedoch nicht konstant, sondern verändern sich ständig.

 

Wird für alle Indexwerte die Relative Stärke berechnet, lassen sich schnell und einfach die „starken“ und „schwachen“ Aktien herausfiltern. Im EURO STOXX 50 derzeit zu den „stärksten“ Werten gehört E.ON, und das in sämtlichen Zeitebenen. So beträgt die Relative Stärke gegenüber dem EURO STOXX 50 im Zeitraum 20 Handelstage aktuell 1,07. In den Zeiträumen 60 und 250 Handelstage liegen die Werte sogar bei 1,14 bzw. 1,26. Damit könnte die Aktie unserer Ansicht nach einen potenziellen Kandidaten für eine Long-Position darstellen. Die Relative Stärke liefert jedoch keine konkreten Handelssignale. Eine vergleichsweise hohe Relative Stärke allein spricht noch nicht zwangsläufig für eine Long-Position. Der potenzielle Kandidat muss nun hinsichtlich seiner fundamentalen und/oder technischen Lage analysiert werden. Im Beispiel von E.ON gibt es diesbezüglich Ansatzpunkte, die u.E. für eine fortgesetzte Aufwärtsbewegung sprechen könnten.

 

E.ON: globale Energietrends im Blick

Aus fundamentaler Sicht hat sich E.ON in den vergangenen Jahren strategisch neu positioniert. Dazu gehörte die Abspaltung der Tochter Uniper, in der die Aktivitäten zur konventionellen Energieerzeugung sowie der Energiehandel gebündelt wurden. Die neue E.ON fokussiert sich nun auf Energienetze, Kundenlösungen und Erneuerbare Energien. Damit setzt der Konzern auf globale Energietrends. Dazu gehören der wachsende Stellenwert der dezentralen Energieversorgung, eine steigende Nachfrage nach innovativen und maßgeschneiderten Kundenlösungen sowie der weltweite Vormarsch der erneuerbaren Energien.

 

Wir sehen das Unternehmen hinsichtlich seiner Ausrichtung bereits jetzt relativ gut aufgestellt. Zudem besteht zunehmend der Spielraum, die Aktivitäten durch Investitionen zu stärken und auszubauen. So hat sich beispielsweise die Verschuldungssituation durch die Rückerstattung der Kernbrennstoffsteuer deutlich entspannt. Am 8. November will der Konzern die Zahlen für das dritte Quartal bzw. die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2017 vorlegen. Im ersten Halbjahr hatte sich das operative Geschäft gut entwickelt. Im vergangenen Quartal dürfte sich der positive Trend fortgesetzt haben. Diese Zuversicht bzw. die erzielten Fortschritte beim Konzernumbau sowie der operativen Geschäftsentwicklung spiegeln sich unserer Ansicht nach auch bereits in der Aktienkursentwicklung wider.

 

Aktie arbeitet an großer Bodenbildung

Die Aktie von E.ON hat aus unserer Sicht ausgehend von dem im November 2016 bei 5,99 Euro markierten Rekordtief einen Aufwärtstrend ausgebildet, der nach wie vor intakt ist. Zuletzt wurde dabei mit mehr als 10 Euro das höchste Niveau seit Oktober 2015 erreicht. Charttechnisch betrachtet notiert der Kurs seit einiger Zeit über seinem 200-Tage-EMA (exponentiell geglätteter gleitender Durchschnitt). In der vergangenen Woche wurden zudem die Widerstände bei 9,72 und 9,87 Euro deutlicher überwunden, die aus den Zwischenhochs von Juli 2016 und Januar 2016 resultieren. Damit wurde die vorangegangene kurzfristige Konsolidierung nach oben aufgelöst. Wir gehen nun davon aus, dass auch die weitere Hürde bei 10,24 Euro nachhaltig gemeistert werden kann. Sollte dies gelingen, könnte damit eine größere Bodenbildung abgeschlossen werden, die sich seit etwa zwei Jahren hinzieht und die wir dann als langfristige Trendumkehr bewerten würden. Ein erstes Kursziel sehen wir dann im Bereich von 11,80 Euro. Für das skizzierte Bodenbildungsszenario bietet sich aus unserer Sicht ein Stop-Loss bei 9,50 Euro und damit knapp unter dem nun als Unterstützung fungierenden ehemaligen Widerstand bei 9,72 Euro an.

 

Mit einem Hebelzertifikat können Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollzieht z.B. ein Endlos Turbo Long auf E.ON die positive, aber auch die negative Kursentwicklung der Aktie gehebelt nach. Wird die Knock-out-Schwelle (aktuell bei 7,979 Euro) berührt, verfällt das Zertifikat wertlos.

 

Risikobeschreibung

 

Stand: 18.10.2017, Emittentin: DZ BANK
DZ BANK, Online-Vertrieb

 

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(Bewertungen: 12)

Endlos Turbo Long 7,996 open end: Basiswert E.ON

DD0V2D / DE000DD0V2D7 //
Quelle: DZ BANK: Geld 20.11. 20.11., Brief 20.11. 20.11.
DD0V2D DE000DD0V2D7 // Quelle: DZ BANK: Geld 20.11. 20.11., Brief 20.11. 20.11.
1,83
Geld in EUR
1,88
Brief in EUR
--
Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 9,768 EUR
Quelle: Xetra, 20.11.
  • Basispreis 7,996 EUR
  • Abstand zum Basispreis in % 18,14%
  • Knock-Out-Barriere 7,996 EUR
  • Abstand zum Knock-Out in % 18,14%
  • Hebel 5,23x
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 1,00

News / E.ON SE

20.11.2017 | 08:19:24 (dpa-AFX)
AKTIEN IM FOKUS: RWE steigt auf Tradegate - Jamaika-Aus und Innogy im Blick

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Spekulationen über einen Verkauf der Tochter Innogy <DE000A2AADD2> durch den Stromkonzern RWE <DE0007037129> hat die Aktien beider Versorger am Montagmorgen angetrieben. Innogy-Aktien gewannen auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss 1,66 Prozent. Für die Papiere von RWE ging es um 4,99 Prozent nach oben. Sie profitierten dabei auch von einer Empfehlung der US-Investmentbank Goldman Sachs, die die Aktien auf die "Conviction Buy"-Liste setzte, sich nach den jüngsten Kursverlusten damit noch überzeugter von ihrer Kaufempfehlung zeigte.

Versorger-Aktien hatten zuletzt im Zuge der Jamaika-Verhandlungen in Berlin teils unter der andauernden Diskussion über Schließungen von Kohlekraftwerken gelitten. In der Nacht zum Montag platzten nun aber die Sondierungsgespräche zwischen CDU, CSU, FDP und Grünen.

Mit Blick auf die Ökostrom-Tochter Innogy denkt RWE zudem weiterhin über einen Verkauf oder Teilverkauf nach und hat mit dem italienischen Energiekonzern Enel <IT0003128367> gesprochen, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete. Zuletzt hielt RWE noch rund 77 Prozent der Innogy-Anteile.

Die Aktien des Konkurrenten Eon <DE000ENAG999> stiegen auf Tradegate um 0,33 Prozent. Für die Beteiligung Uniper <DE000UNSE018> ging es um 1,07 Prozent nach unten./mis/stk

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