Expertenlounge / 06.09.2017 | 11:07:18 Werbung

Gold: Welche Faktoren bewegen den Preis des Edelmetalls?

DZ BANK AG / Salesteam
Autor DZ BANK AG / Salesteam

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Auf dem Weltmarkt werden die meisten Rohstoffe in US-Dollar gehandelt. In deren Preisbewegungen spielt daher die Entwicklung der US-Währung eine wichtige Rolle. Das gilt auch für Gold, das in den vergangenen Wochen mit steigenden Kursen glänzte und dabei auch von der Abwertung des US-Dollar profitierte. Der Greenback ist aber nicht der einzige Faktor, der den Preis des Edelmetalls bewegt.

DZ BANK AG / Salesteam
Autor DZ BANK AG / Salesteam

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Sicherer Hafen in Krisenzeiten

Gold zählt zu den sogenannten sicheren Häfen, in denen Anleger immer dann vermehrt Zuflucht suchen, wenn sie nervös werden, beispielsweise weil an den Finanzmärkten die Unsicherheit über die weiteren Entwicklungen zunimmt. Auslöser für eine steigende Nervosität können politische Entwicklungen sein, wie zuletzt die geopolitischen Spannungen zwischen Nordkorea und den USA. Sie dürften unserer Ansicht nach mit dazu beigetragen haben, dass der Goldpreis zuletzt deutlicher über die Marke von 1.300 US-Dollar geklettert ist und er ein so hohes Niveau erreichte wie seit fast einem Jahr nicht mehr. Seit dem Korrekturtief im Juli ging es damit um mehr als 11% aufwärts. Zu dieser soliden Performance beigetragen hat auch die Schwäche des US-Dollar. Dies zeigt sich daran, dass der Goldpreis in Euro im selben Zeitraum nur um etwa 7% zulegte.

 

Starker Einfluss durch Investmentnachfrage

Ebenfalls zur jüngsten Stärke des Goldpreises beigetragen haben dürften die Spekulationen über eine mögliche Pause bei der Straffung der US-Geldpolitik. Allerdings gehen wir weiterhin von steigenden Leitzinsen in den USA aus. Zusammen mit der Erwartung einer moderaten Inflation sollten die daraus resultierenden steigenden Realzinsen die Opportunitätskosten beim Halten von Gold erhöhen, was letztlich die Investmentnachfrage dämpfen könnte. Gold dient insbesondere in Form von Barren, Münzen und ETFs als Anlageobjekt. Der Investmentbereich hat einen großen Stellenwert in der gesamten Goldnachfrage. 2016 entfielen immerhin 36,4% des gesamten weltweiten Bedarfs auf diesen Bereich. Im zweiten Quartal 2017 waren es 31,1%. Das Interesse bei den Anlegern an Gold hat damit großen Einfluss auf die Entwicklung des Goldpreises. Dabei charakteristisch sind relativ starke Schwankungen bei der Nachfrage nach Barren, Münzen und Gold-ETFs.

 

Größte Nachfrage kommt aus der Schmuckindustrie

Noch bedeutsamer bei den Schwankungen des Edelmetalls ist jedoch die Entwicklung in der Schmuckindustrie, dem größten Goldnachfrager. Im vergangenen Jahr hatte die Verwendung für Schmuck einen Anteil am gesamten Goldbedarf von 47,2%. Im zweiten Quartal 2017 waren es 50,4%. Starken Einfluss auf die Schmucknachfrage haben religiöse Feierlichkeiten wie das christliche Weihnachten, vor allem aber die Hochzeitssaison in Indien. Diese Faktoren führen in der Regel zu einer verstärkten Nachfrage nach Goldschmuck im Schlussquartal eines jeden Jahres. Entsprechend bereitet sich der Goldmarkt auf diese Entwicklung frühzeitig vor, woraus langfristig betrachtet ein saisonales Muster resultiert, das sich durch anziehende Goldpreise in den Monaten August und September auszeichnet. Die steigende Entwicklung des Goldpreises im August dieses Jahres passt damit in das saisonale Bild.

 

Widerstand bei 1.375 US-Dollar

Charttechnisch betrachtet hat der Goldpreis mit dem Anstieg seit Juli dieses Jahres die übergeordnete Aufwärtsbewegung fortgesetzt, die sich seit Ende 2016 gebildet hat. Die erste Welle bis April hatte den Preis dabei in der Spitze auf 1.295 US-Dollar geführt. Dann folgte zunächst eine mehrmonatige Konsolidierungsphase, innerhalb derer im Juni der Versuch misslang, die 1.295er-Marke nachhaltig zu überwinden. Stattdessen erfolgte ein erneuter Korrekturimpuls, wobei mit dem Tief im Juli ein tieferes Tief gebildet wurde. Daraus resultierte letztlich jedoch kein nachhaltig stärkerer Abwärtsdruck. Ausgehend von 1.204 US-Dollar startete vielmehr eine dynamische Gegenbewegung, die den Goldpreis im August an die 1.295er-Marke führte, die sich zunächst als Widerstand erwies, jüngst aber nachhaltig überwunden werden konnte. Die Konsolidierung seit April dieses Jahres wurde damit trendkonform nach oben aufgelöst. Aus diesem Ausbruch aus der Konsolidierung lässt sich ein Kurspotenzial bis etwa 1.385 US-Dollar ableiten. Knapp davor, bei 1.375 US-Dollar, sehen wir jedoch einen markanten Widerstand, der aus dem im Juli 2016 erreichten Mehrjahreshoch resultiert.

 

Aufgrund unserer oben skizzierten Einschätzung bezüglich der US-Geldpolitik gehen wir davon aus, dass der Goldpreis spätestens bei Erreichen der Zone von etwa 1.370 bis 1.390 US-Dollar sein Aufwärtspotenzial ausgereizt haben dürfte. Unterstellend, dass weder die innenpolitischen Risiken in den USA noch die geopolitischen Unsicherheiten eskalieren, erwarten wir mittelfristig sinkende Goldpreisnotierungen in Richtung des Unterstützungsbereichs bei 1.200 US-Dollar. Vor diesem Hintergrund bieten die aktuelle Aufwärtsbewegung des Goldpreises bzw. ein Vorstoß in die Region von 1.370 bis 1.390 US-Dollar unserer Ansicht nach eine Möglichkeit, sich auf der Short-Seite zu positionieren. Als Stop-Loss bietet sich dabei ein Wert an, der in etwa 2% bis 3% über 1.385 US-Dollar und damit maximal bei etwa 1.425 US-Dollar liegt.

 

Bei einem Investment in den Basiswert Gold in US-Dollar sollten Anleger aus dem Euroraum einen möglichen Währungseinfluss berücksichtigen, der positiv oder negativ sein kann. Er resultiert aus der Entwicklung des Wechselkurses Euro/US-Dollar. Wertet der Euro zum US-Dollar während des Anlagezeitraums ab, entsteht ein positiver Währungseffekt auf das Rohstoffinvestment. Umgekehrt wird die Performance der Rohstoffanlage geschmälert, sollte während der Haltedauer die Gemeinschaftswährung zum US-Dollar aufwerten.

 

Mit einem Hebelzertifikat können Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollzieht z.B. ein Endlos Turbo Short auf den Goldpreis in US-Dollar die negative, aber auch die positive Kursentwicklung des Edelmetalls gehebelt nach. Wird die Knock-out-Schwelle (aktuell bei 1.689,84 USD) berührt, verfällt das Zertifikat jedoch wertlos.

 

Risikobeschreibung

 

Stand: 06.09.2017, Emittentin: DZ BANK
DZ BANK, Online-Vertrieb

 

> Zum Archiv

  •  
  •  
  •  
  •  
(Bewertungen: 10)

Endlos Turbo Short 1.676,83 open end: Basiswert Gold

DD1W0V / //
Quelle: DZ BANK: Geld 22.02. 22.02., Brief 22.02. 22.02.
DD1W0V // Quelle: DZ BANK: Geld 22.02. 22.02., Brief 22.02. 22.02.
28,00
Geld in EUR
28,02
Brief in EUR
--
Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 1.329,72 USD
Quelle : UBS InvBK ZH Indikation, 01:09:15
  • Basispreis 1.676,83 USD
  • Abstand zum Basispreis in % 26,10%
  • Knock-Out-Barriere 1.676,83 USD
  • Abstand zum Knock-Out in % 26,10%
  • Hebel 3,86x
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 0,10

News / Gold

06.02.2018 | 10:03:54 (dpa-AFX)
Kurssturz an Aktienmärkten treibt Anleger in sichere Häfen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein unerwartet heftiger Kurseinbruch an führenden Aktienmärkten hat Anleger am Dienstag verstärkt in sichere Anlagehäfen getrieben. Während es zu vergleichsweise starken Einbrüchen an den Börsen in den USA, in Asien und zuletzt etwas gedämpft auch in Europa gekommen ist, hat sich die Flucht in sichere Anlagehäfen im Vormittagshandel eher in Grenzen gehalten. Anlagen wie Bundesanleihen oder Gold konnten nur vergleichsweise moderat zulegen.

Marktbeobachter sprachen von einem "aggressiven Abverkauf" und von heftigen Schwankungen an den Aktienbörsen. Der jüngste Kurseinbruch an der Wall Street hatte die Kurse von Bundesanleihen zunächst auch stark steigen lassen, während es mit den Renditen im Gegenzug deutlich nach unten ging. Im Vormittagshandel hat sich die Entwicklung aber wieder spürbar beruhigt.

Zuletzt wurden zehnjährige Bundesanleihen mit einer Rendite von 0,70 Prozent gehandelt. Zuvor hatten erste Panikreaktionen für eine deutlich stärkere Nachfrage nach Bundesanleihen gesorgt und der Zinssatz war zeitweise bis auf 0,67 Prozent abgerutscht.

Seit Jahresbeginn ging es mit den Renditen von Bundesanleihen tendenziell kräftig nach oben, allerdings liegt der Zinssatz für Bundesanleihen noch deutlich unter dem Niveau von vergleichbaren US-Anleihen. Zehnjährige US-Papiere werden mittlerweile mit einer Rendite von 2,77 Prozent gehandelt. Der zuletzt starke Anstieg der Renditen von Staatsanleihen machte die Anleger an den Börsen zunehmend nervöser.

Expertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank sieht eine Ursache für den Kurseinbruch an den Aktienmärkten darin, dass "sich zunehmend Inflationsängste breit machen". So habe beispielsweise der jüngste Arbeitsmarktbericht der US-Regierung einen überraschend starken Lohnanstieg ausgewiesen. Demnach bestehe an den Märkten die Sorge, dass die Preise in den kommenden Monaten schneller und heftiger steigen könnte als erwartet.

Ein Hinweis, dass sich die am Markt kursierenden Ängste einer stärkeren Inflation aber in Grenzen halten, zeigt die Kursentwicklung des Goldpreises. Das Edelmetall gilt am Markt als beliebte Absicherung gegen einen starken Anstieg des Preisniveaus. Trotz des heftigen Einbruchs der Aktienmärkte legte der Goldpreis aber nur vergleichsweise leicht zu. In der Spitze war es weniger als ein Prozent. Zum Vergleich: Der US-Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> ging am Vorabend mit einem Minus von 4,60 Prozent auf 24 345,75 Punkten aus dem Handel.

Die allgemein trübe Stimmung an den Finanzmärkten sorgte am Vormittag auch bei Rohstoffen teilweise für fallende Preise. So wurden am Morgen die Ölpreise durch die Risikoaversion der Anleger mit nach unten gezogen. Allerdings hielten sich auch die Verluste am Ölmarkt in Grenzen./jkr/bgf/jha/

25.01.2018 | 08:01:22 (dpa-AFX)
Goldpreis steigt auf höchsten Stand seit Mitte 2016
24.01.2018 | 17:26:41 (dpa-AFX)
Goldpreis steigt über 1350 US-Dollar - höchster Stand seit September
03.01.2018 | 11:53:04 (dpa-AFX)
Preis für Palladium steigt auf Rekordhoch - 'Edelmetall der Stunde'
03.01.2018 | 11:20:06 (dpa-AFX)
Goldnachfrage bei Deutscher Börse auf Rekordhoch
03.01.2018 | 10:43:16 (dpa-AFX)
Goldpreis steigt auf höchsten Stand seit September
18.12.2017 | 05:23:23 (dpa-AFX)
Gute Weltkonjunktur macht Rohstoffe teurer

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Jede Woche gibt es die dzbank-derivate-Newsletter für angemeldete Nutzer per E-Mail direkt auf Ihren Bildschirm: das Neueste zum Marktgeschehen an den internationalen Börsenplätzen mit Markt- und DAX-Analysen, einem speziellen Strategieteil und der Knowhow-Rubrik dzbank-derivate-Expertenlounge.