Expertenlounge / 29.11.2017 | 10:59:58 Werbung

GEX: Index für eigentümergeführte Unternehmen

DZ BANK AG / Salesteam
Autor DZ BANK AG / Salesteam

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Am deutschen Aktienmarkt prägten im bisherigen Jahresverlauf ganz klar die Bullen das Geschehen. DAX, MDAX, SDAX und insbesondere der TecDAX verzeichneten kräftige Kursgewinne und stießen in neue, noch nie dagewesene Höhen vor. Noch positiver als diese besonders im Rampenlicht stehenden Indizes entwickelte sich allerdings der GEX.

DZ BANK AG / Salesteam
Autor DZ BANK AG / Salesteam

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Die Fakten sprechen für sich: Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Mehr als 99% der hiesigen Firmen sind Mittelständler, wie aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Zu den Stärken mittelständischer Unternehmen zählen wir eine hohe Innovationsorientierung, erfolgreich besetzte Nischen sowie über viele Jahre gewachsene und stabile Beziehungen zu Lieferanten, Abnehmern und Geldgebern. Meist sind die Gesellschaften zudem in ihren Heimatregionen fest verankert und damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Aber nicht nur regional ist der Stellenwert des deutschen Mittelstands sehr groß. Er ist auch bundesweit ein wichtiger Bestandteil des Wirtschaftsgefüges. Beispielsweise sind fast 61% der in den mehr als 2,4 Mio. deutschen Unternehmen Beschäftigten bei Mittelständlern angestellt.

 

Zum Mittelstand werden dabei nur die sogenannten kleinen und mittleren Unternehmen gezählt, die gemäß der EU-Empfehlung maximal 249 Beschäftigte haben und Umsätze von maximal 50 Mio. Euro erwirtschaften. Mittelständler können aber nicht nur anhand von quantitativen Merkmalen definiert werden. Eine andere Herangehensweise besteht darin, auch qualitative Merkmale wie beispielsweise die Eigentumsverhältnisse mit einzubeziehen. Unabhängig von der Firmengröße können demnach auch die Unternehmen zum Mittelstand gezählt werden, die inhabergeführt sind, d.h. wo die Geschäftsführung und deren Familien Hauptanteilseigner sind und damit auch das unternehmerische Risiko tragen. Diese Familienunternehmen zeichnen sich in der Regel durch langfristig angelegte und auf einen nachhaltigen Unternehmenserfolg abzielende Firmenstrategien aus. Einige dieser inhabergeführten Gesellschaften sind börsennotiert und damit investierbar.

 

GEX, Kriterien für die Indexaufnahme

Eigens für diese Firmenpapiere wurde im Jahr 2005 ein Index kreiert, der German Entrepreneurial Index, kurz GEX. Er umfasst sämtliche Aktien der im Prime Standard der Deutschen Börse gelisteten Firmen mit Sitz in Deutschland und einer hohen Eigentümerdominanz. Vorstände, Aufsichtsratsmitglieder oder deren Familien müssen demnach zwischen 25% und 75% der Stimmrechte besitzen. Ein weiteres Kriterium, um in den Index aufgenommen zu werden, ist eine relativ kurze Kapitalmarktpräsenz. Konkret bedeutet dies, dass die Aktien der entsprechenden Unternehmen nicht länger als zehn Jahre an der Börse gelistet sein dürfen. Der Index soll damit einen Vergleich mit den noch nicht an der Börse notierten anderen Familienunternehmen ermöglichen.

 

Beim GEX handelt es sich um einen kapitalgewichteten Index. Für die Gewichtung der einzelnen Indexmitglieder spielt somit der jeweilige Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte eine Rolle. Berücksichtigt wird dabei nur der Streubesitz. Das maximale Gewicht einer Aktie ist auf 10% begrenzt. Es wird bei den regelmäßigen, vierteljährlichen Überprüfungen gegebenenfalls entsprechend angepasst. Der GEX ist zudem ein sogenannter All Share Index und umfasst damit sämtliche Werte, die die Aufnahmekriterien erfüllen. Die genaue Zahl der Indexmitglieder ist somit nicht fest definiert. Aktuell umfasst das Kursbarometer 18 Einzelwerte. Einer von ihnen ist Wacker Neuson.

 

Wacker Neuson, GEX-Mitglied auf Abruf

Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Produktion von Baugeräten und Kompaktmaschinen. Adressiert sind die Erzeugnisse an Profi-Anwender in der Bauwirtschaft, dem Garten- und Landschaftsbau, der Landwirtschaft sowie an Kommunen und Unternehmen aus der Industrie wie beispielsweise dem Recyclingbereich. Vertrieben werden die Produkte weltweit. Produziert wird in Deutschland, Österreich, den USA, den Philippinen, Serbien und Brasilien. Hauptanteilseigner des Konzerns sind die Familien Wacker und Neunteufel mit 33% bzw. 30%. Damit erfüllt das Unternehmen ein Kernkriterium für die Mitgliedschaft im GEX. Allerdings hat die Aktie im Mai dieses Jahres ihr zehnjähriges Börsenjubiläum gefeiert. Bei der nächsten planmäßigen Überprüfung der GEX-Zusammensetzung, im März 2018, wird das Papier daher ein anderes Kernkriterium nicht mehr erfüllen und somit zum darauffolgenden nächsten Verkettungstermin den Index verlassen. Auf den Aktienkurs dürfte dies nach unserer Einschätzung aber keine Auswirkungen haben. Im Gegensatz zu Indizes wie DAX, MDAX oder SDAX gibt es bei GEX-Änderungen keinen großen Bedarf von Fondsgesellschaften, ihre entsprechenden Positionierungen anzupassen, weil es auf den GEX keine Fonds gibt.

 

Mit Wacker Neuson wird das aktuelle Schwergewicht den Index verlassen. Das große Gewicht von derzeit fast 13% kommt nicht von ungefähr. Die Aktie gehört im bisherigen Jahresverlauf zu den Top-Performern im GEX. Im SDAX, in dem der Titel ebenfalls enthalten ist, führt sie sogar die Gewinnerliste an. Aus dem charttechnischen Blickwinkel sehen wir seit dem Zwischentief von Anfang November 2016 einen sehr dynamischen Aufwärtsimpuls bei der Aktie. Dieser wurde zwar im Mai/Juni von einer scharfen und deutlichen Korrektur unterbrochen, konnte danach aber wieder aufgenommen werden. Vorläufiger Höhepunkt war das in der vergangenen Woche markierte Hoch von 29,62 Euro. Damit hatte der Kurs beinahe das Allzeithoch von 29,76 Euro erreicht, das noch von Juli 2007 stammt und kurze Zeit nach der Aufnahme der Börsennotierung markiert wurde.

 

Charttechnische Perspektiven

Mit dem Erreichen des Hochs von 29,62 Euro hatte der Kurs zwischenzeitlich das obere Bollinger-Band überschritten, fiel dann jedoch schnell wieder darunter zurück. Zum Start in die neue Börsenwoche wurde das mittlere Bollinger-Band verletzt. Damit könnte es womöglich noch einmal zu einem Test des unteren Bollinger-Bandes (aktuell 27,19 Euro) kommen. Das würde unserer Ansicht nach aber nichts an dem übergeordneten Gesamtbild ändern, das von einem intakten langfristigen Aufwärtstrend gekennzeichnet ist. Der aktuelle Rücksetzer stellt unserer Ansicht nach somit eine Gelegenheit dar, sich trendfolgend auf der Long-Seite zu positionieren. Ein erstes mittel- bis langfristiges Kursziel sehen wir aus charttechnischer Sicht im Bereich von 32,75 Euro. Unsere bullische Erwartungshaltung wird jedoch obsolet, wenn die Unterstützungszone bei 26,45 bis 25,52 Euro unterschritten wird. Daher sollte spätestens knapp unter 25,52 Euro ein Stop-Loss gesetzt werden.

 

Mit einem Hebelzertifikat können Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollzieht z.B. ein Endlos Turbo Long auf Wacker Neuson die positive, aber auch die negative Kursentwicklung der Aktie gehebelt nach. Wird die Knock-out-Schwelle (aktuell bei 22,284 Euro) berührt, verfällt das Zertifikat jedoch wertlos.

 

Risikobeschreibung

 

Stand: 29.11.2017, Emittentin: DZ BANK
DZ BANK, Online-Vertrieb

 

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(Bewertungen: 15)

Endlos Turbo Long 22,297 open end: Basiswert Wacker Neuson

DD1K73 / DE000DD1K737 //
Quelle: DZ BANK: Geld 11.12. 11.12., Brief 11.12. 11.12.
DD1K73 DE000DD1K737 // Quelle: DZ BANK: Geld 11.12. 11.12., Brief 11.12. 11.12.
5,12
Geld in EUR
5,41
Brief in EUR
-10,33%
Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 27,315 EUR
Quelle: Xetra, 11.12.
  • Basispreis 22,297 EUR
  • Abstand zum Basispreis in % 18,37%
  • Knock-Out-Barriere 22,297 EUR
  • Abstand zum Knock-Out in % 18,37%
  • Hebel 5,07x
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 1,00

News / Wacker Neuson SE

10.11.2017 | 13:51:49 (dpa-AFX)
ANALYSE-FLASH: Warburg Research senkt Wacker Neuson auf 'Hold' - Ziel hoch

HAMBURG (dpa-AFX Broker) - Das Analysehaus Warburg Research hat Wacker Neuson <DE000WACK012> nach den Quartalszahlen von "Buy" auf "Hold" abgestuft, das Kursziel aber von 27,00 auf 27,50 Euro angehoben. Der Hersteller von Baugeräten habe ein starkes Umsatzwachstum verzeichnet, schrieb Analyst Alexander Wahl in einer Studie vom Freitag. Allerdings seien die Aussichten des Konzerns auf künftiges Wachstum und weitere Margenverbesserungen im Kurs inzwischen angemessen eingepreist und das Aufwärtspotenzial der Aktie nunmehr begrenzt./tav/jsl/tih

Datum der Analyse: 10.11.2017

09.11.2017 | 08:00:50 (dpa-AFX)
DGAP-News: Wacker Neuson SE: Wacker Neuson mit starkem dritten Quartal 2017 (deutsch)
08.11.2017 | 11:43:25 (dpa-AFX)
DGAP-News: Wacker Neuson SE: Wacker Neuson unterzeichnet Vertrag über Erwerb des Händlers KLC in der Slowakei (deutsch)
10.10.2017 | 15:14:23 (dpa-AFX)
ANALYSE/Lampe: Wacker Neuson kein Kauf mehr - Schwung dürfte nachlassen
06.10.2017 | 14:00:36 (dpa-AFX)
DGAP-News: Wacker Neuson SE: Wacker Neuson und Zeppelin Baumaschinen weiten Zusammenarbeit in Deutschland aus (deutsch)
14.09.2017 | 07:54:46 (dpa-AFX)
ANALYSE-FLASH: Deutsche Bank hebt Wacker Neuson auf 'Hold' - Ziel 26,50 Euro
31.08.2017 | 13:31:55 (dpa-AFX)
DGAP-News: Wacker Neuson SE: Strategische Kooperation zwischen Kramer und John Deere kann beginnen (deutsch)

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