Expertenlounge / 09.08.2017 | 11:31:01 Werbung

EURO STOXX 50: Womit rechnet der Markt?

DZ BANK AG / Salesteam
Autor DZ BANK AG / Salesteam

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Der EURO STOXX 50 macht gerade Sommerpause. Im Juli trat er insgesamt nahezu auf der Stelle und verzeichnete am Ende ein mageres Plus von 0,2%. Damit setzte das Kursbarometer seine Konsolidierung fort, die wir seit Mai dieses Jahres ausmachen. Wir gehen davon aus, dass der Index nach der aktuellen Ruhephase wieder Fahrt aufnehmen könnte. Mit Blick auf die niedrige implizite Volatilität könnten Call-Optionsscheine auf den Blue-Chip-Index der Eurozone interessant sein.

DZ BANK AG / Salesteam
Autor DZ BANK AG / Salesteam

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Zuletzt war nicht viel los beim EURO STOXX 50. Auch die gute Berichtssaison sowie die sich fortsetzende wirtschaftliche Erholung - im zweiten Quartal hatte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone mit 0,6% etwas stärker zugelegt als im Vorquartal mit 0,5% - generierten kein Aufwärtsmomentum. Einen bremsenden Effekt auf den Gradmesser für die Kursentwicklung der Blue-Chip-Aktien aus der Eurozone dürfte die Aufwertung des Euro gehabt haben. Ungeachtet der nach wie vor sehr expansiven Geldpolitik der EZB setzte die Gemeinschaftswährung beispielsweise ihre übergeordnete Aufwertungsbewegung gegenüber dem US-Dollar fort, die bereits seit Ende 2016 auszumachen ist.

 

VSTOXX - Spiegelbild der Markterwartungen

Begleitet wurde die Entwicklung des EURO STOXX 50 in den vergangenen Wochen von einem ruhigen VSTOXX. Der VSTOXX bildet die implizite Volatilität ab und dient damit als Maß für die erwartete Schwankungsbreite des EURO STOXX 50. Die implizite Volatilität basiert auf den am Markt gehandelten Optionen auf den Index. In deren Preisen spiegeln sich die Erwartungen der Marktteilnehmer wider. Berechnet wird die implizite Volatilität für die nächsten 30 Handelstage. Der so ermittelte Wert wird dann auf ein Jahr hochgerechnet. Aktuell notiert der VSTOXX bei 13,20 Punkten. Das bedeutet, dass der Markt derzeit davon ausgeht, dass der EURO STOXX 50 in den nächsten 365 Tagen mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 68% um maximal 13,20% steigen bzw. um maximal 13,20% sinken wird. Um diesen Wert als hoch oder niedrig einordnen zu können, muss er im historischen Kontext betrachtet werden.

 

Der VSTOXX hatte im März dieses Jahres mit 10,8 Punkten ein neues Allzeittief markiert. Das höchste bisher gemessene Hoch lag bei fast 88 Zählern und datiert aus Oktober 2008. Damit befindet sich der VSTOXX im unteren Bereich seiner bisherigen langfristigen Entwicklung. Sein aktuell relativ niedriges Niveau wird zudem deutlich, wenn man sich die Mittelwerte anschaut. Derzeit notiert der VSTOXX deutlich unter seinem historischen Durchschnitt von etwa 24,8 Punkten sowie unter seinem Mittelwert des vergangenen Jahres von rund 17 Zählern.

 

Niedrige implizite Volatilität bietet Chancen

Das damit aktuell vergleichsweise niedrige Niveau der impliziten Volatilität ist vorteilhaft für Anleger, die mit klassischen Optionsscheinen handeln, weil durch die geringe implizite Volatilität niedrigere Zeitwerte und damit unter sonst gleichen Bedingungen günstigere Optionsscheinpreise möglich sind. Aktuell könnten daher Optionsscheine für Investoren interessant sein, die entweder bestehende Positionen im EURO STOXX 50 mittels Put-Optionsscheinen absichern wollen oder die mit Call-Optionsscheinen auf steigende Kurse des Blue-Chip-Index setzen wollen.

 

Charttechnisch betrachtet bestehen unserer Ansicht nach gute Chancen, dass der Index nach der aktuellen Konsolidierung seine übergeordnete Aufwärtsbewegung fortsetzen kann, die sich seit Juni 2016 etabliert hat. Seinerzeit markierte der EURO STOXX 50 ein Zwischentief, das sich letztlich als zweites Tief eines Doppelbodens herausstellte. Es dauerte zwar geraume Zeit, bis die untere Trendumkehr komplettiert wurde, im Dezember war es aber schließlich so weit. Es folgte eine Aufwärtsbewegung, die den Index bis Mai dieses Jahres auf 3.667 Punkte trug. Im Zuge der steigenden Entwicklung wurde das 61,8%-Fibonacci-Retracement der Abwärtsbewegung von April 2015 bis Februar 2016 überwunden, wodurch die Trendumkehr unserer Ansicht nach bestätigt wurde. Diese Annahme hat weiterhin Bestand. Die seit Mai dieses Jahres auszumachende Konsolidierung des Blue-Chip-Index, die noch als Flagge interpretiert werden kann, bewerten wir als normale Gegenbewegung.

 

Der Index fand in den vergangenen sechs Wochen bereits im Bereich von 3.440 bis 3.431 Punkten Unterstützung. Eine weitere Haltezone sehen wir bei 3.407 Zählern (Tief von April 2017). Das erste Kursziel unserer präferierten Long-Strategie liegt beim bisherigen Jahreshoch 2017 bei 3.667 Punkten. Aus der übergeordneten Aufwärtsbewegung resultiert jedoch ein Ziel von 3.836 Punkten, das aus dem im April 2015 erreichten Hoch abgeleitet werden kann. Weil trotz Erholungschancen weitere Rückschläge nicht auszuschließen sind, ist ein Stop-Loss knapp unter dem 200-Tage-GD empfehlenswert, der aktuell bei 3.381 Zählern und damit knapp unter dem 61,8%-Fibonacci-Retracement (3.392 Punkte) der Abwärtsbewegung von April 2015 bis Februar 2016 verläuft.

 

Mit einem Hebelprodukt können Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollzieht z.B. ein Optionsschein Classic Long auf den EURO STOXX 50 sowohl die steigende als auch fallende Kursentwicklung des Index gehebelt nach. Sollte der Index am 17.11.2017 jedoch auf oder unter dem Basispreis von 3.350 Punkten schließen, kommt es zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

 

Risikobeschreibung

 

Stand: 08.08.2017, Emittentin: DZ BANK.
DZ BANK, Online-Vertrieb

 

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(Bewertungen: 6)

Optionsschein Classic Long 3.350 2017/11: Basiswert Euro Stoxx 50

DD1DYW / DE000DD1DYW7 //
Quelle: DZ BANK: Geld 19.10. 19.10., Brief 19.10. 19.10.
DD1DYW DE000DD1DYW7 // Quelle: DZ BANK: Geld 19.10. 19.10., Brief 19.10. 19.10.
2,57
Geld in EUR
2,58
Brief in EUR
--
Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 3.602,08 PKT
Quelle: STOXX, 19.10.
  • Basispreis 3.350,00 PKT
  • Abstand zum Basispreis in % -7,00%
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 0,01
  • Omega 13,87x
  • Delta 0,993585
  • Letzter Bewertungstag 17.11.2017

News / Euro Stoxx 50 (Kursindex) EUR

19.10.2017 | 18:37:05 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Katalonien-Krise und schwache Zahlen belasten

PARIS/LONDON/MADRID (dpa-AFX) - Der jüngste Ausbruchsversuch an Europas Börsen ist am Donnerstag erst einmal gescheitert. Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK machte nicht einen einzelnen Grund, sondern eher eine Kombination verschiedener Belastungsfaktoren für die Verluste verantwortlich. Einer davon sei die sich verschärfende Verfassungskrise in Spanien wegen der katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen, die vor allem den spanischen Markt belastet habe. Zudem hätten enttäuschende Unternehmenszahlen Gewinnmitnahmen ausgelöst.

Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> schloss 0,49 Prozent tiefer bei 3602,08 Punkten. Zur Wochenmitte hatte sich der Eurozonen-Leitindex aus der engen Handelsspanne der vergangenen Tage befreit und zeitweise den höchsten Stand seit Mitte Mai erreicht. Gleiches hatte für den französischen CAC 40 <FR0003500008> gegolten, der nun ebenfalls zurückfiel und sich mit einem Minus von 0,29 Prozent bei 5368,29 Punkten verabschiedete. Der britische FTSE 100 <GB0001383545> verlor 0,26 Prozent auf 7523,04 Zähler.

Für den Madrider Ibex 35 <ES0SI0000005> ging es um 0,74 Prozent auf 10 197,50 Punkte bergab, nachdem er am Mittwoch dank positiver Unternehmensnachrichten der politischen Krise noch getrotzt hatte. Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy droht nun mit Zwangsmaßnahmen um die Pläne der Katalanen für einen eigenen Staat stoppen. Er reagierte damit auf die Weigerung der politischen Führung Kataloniens, sein am Vormittag abgelaufenes Ultimatum zu erfüllen und das Streben nach Unabhängigkeit zu beenden.

Im europäischen Branchenvergleich gehörten vor allem Konsumgüterhersteller, Autobauer und -zulieferer sowie Medienunternehmen zu den Verlierern: Deren Subindizes im marktbreiten Stoxx Europe 600 büßten zwischen 1,3 und 2 Prozent ein.

Mit einem Kursrutsch von 5,84 Prozent war der Konsumgüterhersteller Unilever <NL0000009355> Schlusslicht im EuroStoxx. Er hatte im dritten Quartal ein schwächeres Wachstum aus eigener Kraft erreicht als von Analysten erwartet. Die Aktien des Werbekonzerns Publicis <FR0000130577> litten mit minus 6,58 Prozent ebenfalls unter enttäuschten Umsatzerwartungen. Dass Nestle <CH0038863350> angesichts mauer Wachstumszahlen seinen Sparkurs verschärft, ließ die Aktien des Nahrungsmittelherstellers um 1,00 Prozent sinken.

Auch die Geschäftszahlen von Roche <CH0012032048> und Philips Lighting <NL0011821392> stießen bei den Anlegern nicht auf Wohlwollen. Papiere des Pharmakonzerns büßten in Zürich 2,33 Prozent ein, während jene des Leuchtmittelherstellers in Amsterdam sogar um 4,72 Prozent absackten. Dieser kämpft weiter mit dem schwachen Geschäft mit klassischen Lampen und dem starken Euro.

Mit dem Handelskonzern Carrefour <FR0000120172> und dem Spirituosenhersteller Pernod Ricard <FR0000120693> gab es nach Zahlen jedoch auch Grund zur Freude für die Anteilseigner: Die Aktien stiegen in Paris um 3,42 beziehungsweise 3,36 Prozent und waren so die beiden besten Werte im CAC 40./gl/he

19.10.2017 | 18:13:31 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: Katalonien-Krise und schwache Zahlen belasten
19.10.2017 | 11:56:08 (dpa-AFX)
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19.10.2017 | 10:30:38 (dpa-AFX)
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18.10.2017 | 19:04:05 (dpa-AFX)
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