Expertenlounge / 12.07.2017 | 10:53:48 Werbung

DAX ist nicht gleich DAX

DZ BANK AG / Salesteam
Autor DZ BANK AG / Salesteam

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Der deutsche Leitindex hat zuletzt ein wenig geschwächelt. Ausgehend von dem Allzeithoch am 20. Juni zeigte er eine Korrektur. Die Performance im bisherigen Jahresverlauf ist mit mehr als 8% aber weiterhin positiv. Der DAX entwickelte sich damit besser als der EURO STOXX 50, der aktuell 5,7% im Plus liegt. Allerdings werden hier Äpfel mit Birnen verglichen.

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Autor DZ BANK AG / Salesteam

Innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe fungiert die DZ BANK als Spitzeninstitut und Zentralbank.

Kurs- oder Performanceindex, das ist hier die Frage

Für die Berechnung von Aktienindizes gibt es verschiedene Methoden, und in der Regel werden für ein und denselben Index mehrere Varianten berechnet. Wird nur die reine Kursentwicklung betrachtet, spricht man von einem Kurs- oder Preisindex. Werden außerdem noch Dividenden oder andere Erträge wie beispielsweise Erlöse aus Bezugsrechten berücksichtigt, handelt es sich um einen Performanceindex oder Total-Return-Index.

 

Spricht man vom DAX, ist in der Regel die Performancevariante gemeint. Hier wird die Performance somit nicht nur anhand der Kurse gemessen. Hinzu kommen außerdem reinvestierte Erlöse aus dem Besitz der im Index enthaltenen Aktien. Es liegt somit in der Natur der Sache, dass die Rendite der Performancevariante eines Index in der Regel größer ausfällt als die der Kursvariante. Beispielhaft deutlich wird dies beim DAX. Der Performanceindex hat in den vergangenen 25 Jahren (1992 bis 2016) eine durchschnittliche jährliche Rendite von 8,3% erzielt. Beim Kursindex sind es dagegen nur 5,6%.

 

Zwar stellen vergangene Wertentwicklungen keine Indikatoren für eine künftige Entwicklung dar, gleichwohl sollten solche sich aus der unterschiedlichen Konzeption eines Index ergebenden Renditeunterschiede berücksichtigt werden, wenn verschiedene Indizes miteinander verglichen werden. So verzerrt beispielsweise die oben genannte Gegenüberstellung der bisherigen Jahresperformance 2017 von DAX und EURO STOXX 50 das tatsächliche Bild. Denn bei der Betrachtung des EURO STOXX 50 ist in der Regel dessen Kursvariante gemeint. Werden die Entwicklungen der jeweiligen Kursvarianten verglichen, fällt der Unterschied zwischen beiden Indizes weitaus weniger stark aus. Der DAX liegt bei dieser Betrachtung mit 5,6% sogar etwas weniger stark im Plus als der EURO STOXX 50 mit 5,7%. Wissenswert ist außerdem, dass es auf den EURO STOXX 50 in der Kursvariante weitaus mehr Zertifikate gibt als auf den Performanceindex. Beim DAX ist es genau umgekehrt. Hier sind bei der Performancevariante die mit Abstand meisten Produkte verfügbar.

 

Auch charttechnisch gibt es Unterschiede zwischen Performance- und Kursindex. Während der „Performance-DAX“ im Juni dieses Jahres sein bis dahin gültiges, im April markiertes bisheriges Allzeithoch bei 12.842 Punkten übertreffen konnte und damit neue Bestmarken erreichte, konnte der „Kurs-DAX“ nicht in neue, noch nie dagewesene Höhen vorstoßen. Sein bisheriger Spitzenwert datiert sogar aus April 2015 und liegt bei 6.340 Zählern. Die Unterschiede in der Chartkurve machen damit den großen Einfluss der Dividenden auf die Performance des DAX deutlich.

 

DAX testet Haltezone

Aus charttechnischer Sicht sehen wir den DAX (Performanceindex) im übergeordneten Bild in einem langfristigen Aufwärtstrend. Der bisherige Höhepunkt dieser Bewegung war das am 20. Juni dieses Jahres erreichte Hoch bei 12.952 Punkten. Ausgehend von diesem Rekordstand sahen wir eine deutlichere Konsolidierungsbewegung, die den Index zwischenzeitlich unter die Marken von 12.391 Punkten (ehemaliges Allzeithoch von April 2015) und 12.376 Punkten (Zwischenhoch vom April dieses Jahres) drückte. Damit wurde zugleich das 61,8%-Fibonacci-Retracement des Aufwärtsimpulses von April bis Juni getestet, das bei 12.327 Punkten verläuft. Die potenzielle Unterstützung hielt und verhalf dem DAX zu einer Stabilisierung.

 

Am vergangenen Donnerstag erfolgte dann ein weiterer Test des 61,8%-Fibonacci-Retracements. Es hielt dem Abwärtsdruck erneut stand. Mit dem freundlichen Auftakt in die neue Börsenwoche setzte sich der DAX nach oben ab und kletterte erneut über 12.391 Punkte. Der Bereich von 12.391 bis 12.327 Punkten stellt aus unserer Sicht damit eine markante Unterstützungszone dar. Sollte dieser Bereich im weiteren Verlauf nicht halten und nachhaltig unterschritten werden, würde sich unserer Ansicht nach weiteres Abwärtspotenzial eröffnen, wobei das Zwischentief vom April dieses Jahres bei 11.942 Punkten eine nächste Anlaufstelle darstellen könnte.

 

Short-Position für saisonal schwächere Phase?

Sollten sich in der aktuellen Phase der Stabilisierung die Bullen durchsetzen können, sehen wir die Möglichkeit einer ausgedehnteren Gegenbewegung, die den DAX noch einmal in Richtung des aktuellen Allzeithochs bei 12.952 Zählern treiben könnte. Sollte diese Hürde geknackt werden, könnte daraus weiteres Kurspotenzial bis in den Bereich von 13.344 Punkten abgeleitet werden. Allerdings sehen wir den DAX in saisonaler Hinsicht (statistische Schwäche des DAX im August und September) sowie mit Blick auf den Dekadenzyklus ab August in schwierigem Fahrwasser. Vor diesem Hintergrund könnte im Bereich der genannten Kursziele der Aufbau einer Short-Position interessant sein. Für eine solche Short-Position erachten wir einen Stop-Loss knapp über der Marke von 13.344 Punkten für sinnvoll.

 

Mit einem Hebelzertifikat können Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollzieht z.B. ein Endlos Turbo Short auf den DAX die negative, aber auch die positive Kursentwicklung des Index gehebelt nach. Wird die Knock-out-Schwelle (aktuell bei 15.374,17 Punkten) berührt, verfällt das Zertifikat wertlos.

 

Risikobeschreibung

 

Stand: 11.07.2017, Emittentin: DZ BANK.
DZ BANK, Online-Vertrieb

 

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Endlos Turbo Short 15.213,11 open end: Basiswert DAX

DD0MYF / DE000DD0MYF5 //
Quelle: DZ BANK: Geld 20.11. 21:51:09, Brief 20.11. 21:51:09
DD0MYF DE000DD0MYF5 // Quelle: DZ BANK: Geld 20.11. 21:51:09, Brief 20.11. 21:51:09
21,63
Geld in EUR
21,64
Brief in EUR
-3,61%
Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 13.058,66 PKT
Quelle: XETRA-ETF, 17:45:00
  • Basispreis 15.213,11 PKT
  • Abstand zum Basispreis in % 16,50%
  • Knock-Out-Barriere 15.213,11 PKT
  • Abstand zum Knock-Out in % 16,50%
  • Hebel 6,03x
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 0,01

News / DAX (Performance)

20.11.2017 | 18:21:37 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Gewinne - Anleger haken Jamaika-Aus schnell ab

FRANKFURT (dpa-AFX) - Ungeachtet der gescheiterten Sondierungsgespräche über eine Jamaika-Koalition hat der Dax <DE0008469008> am Montag einen neuen Erholungsversuch gestartet. Er schloss wieder deutlich über der psychologisch wichtigen Marke von 13 000 Punkten. Der Rückzug der FDP von den Verhandlungen mit CDU, CSU und Grünen hatte zum Börsenstart zunächst verunsichert. Doch "politische Börsen haben kurze Beine", zitierte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research eine alte Börsenregel und behielt damit recht.

Mit einem Plus von 0,50 Prozent auf 13 058,66 Punkten beendete der deutsche Leitindex den Handel, nachdem der am vergangenen Donnerstag gestartete erste Erholungsversuch gescheitert war. Am Freitag hatte der Dax gleich wieder schwächer geschlossen und ein Wochenminus von rund einem Prozent eingefahren. Der MDax <DE0008467416> legte am Montag um 0,48 Prozent auf 26 567,65 Zähler zu. Der TecDax <DE0007203275> stieg um 1,24 Prozent auf 2543,60 Punkte.

Die Auswirkungen einer Hängepartie in Berlin blieben für den Dax und auch den Euro begrenzt, da das Wachstum hierzulande stark sei und der geldpolitisch über der Eurozone gespannte Rettungsschirm auch Deutschland schütze, argumentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. "Damit verlieren zumindest für den Moment mögliche Neuwahlen im Frühjahr etwas ihren Schrecken." Und auch Saurenz betonte: Die für den Aktienmarkt wichtigere Politik werde derzeit von der Europäischen Zentralbank (EZB) mit ihren weiterhin offenen Geldschleusen gemacht.

Europaweit zeigten sich die Börsen ebenfalls freundlich: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> beendete den Tag mit einem Plus von 0,39 Prozent bei 3561,41 Punkten und auch in Paris und London wurden Gewinne verzeichnet. An der New Yorker Wall Street stieg der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um 0,39 Prozent, während die Nasdaq-Börsen kaum von der Stelle kamen. Der Eurokurs <EU0009652759> gab nach und kostete am Abend 1,1739 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1781 (Freitag: 1,1795) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8488 (0,8478) Euro.

Unter den einzelnen Aktien gab es an diesem Tag einige, mit denen Anleger gutes Geld verdienen konnten: Zum Spitzenwert im Dax mauserten sich die VW-Vorzüge <DE0007664039> mit einem Zugewinn von 4,19 Prozent. Der Autobauer hatte mit neuen Finanz- und Dividendenzielen überzeugt. Wie aus einer Präsentation für Analysten hervorgeht, will der Konzern profitabler werden und in den nächsten fünf Jahren die Ausschüttungsquote erhöhen.

Bei ProSiebenSat.1 <DE000PSM7770> sorgte ein Potpourri an Nachrichten für einen Kurssprung um 3,22 Prozent. Offensichtlich schürte es Hoffnungen unter den Anlegern, dass der langjährige Chef Thomas Ebeling den Medienkonzern im kommenden Jahr vorzeitig verlassen wird. Außerdem wurden die Aktien von einer Kaufempfehlung der Commerzbank und vagen Spekulationen auf eine Übernahme gestützt. Die Analysten von Liberum hatten ins Spiel gebracht, dass der US-Medienkonzern NBCUniversal an einem Kauf interessiert sein könnte.

Bei RWE <DE0007037129> bewirkte unter anderem das Aus für Jamaika ein Kursplus von 2,75 Prozent, nachdem die Aktien zuletzt deutlich unter Sorgen über eine mögliche rasche Stilllegung von Kohlekraftwerken gelitten hatten. Positiv wirkten zudem ein Kommentar von Goldman Sachs und Medienberichte über die Zukunft der Ökostromtochter Innogy <DE000A2AADD2>. Demnach soll RWE weiter über einen Verkauf von Anteilen nachdenken. Die Innogy-Aktien stiegen um 1,08 Prozent.

Ansonsten bewegten vor allem Analystenkommentare einige Einzelwerte. K+S <DE000KSAG888> waren im MDax mit 2,56 Prozent größter Gewinner. Nach zuletzt sieben Verlusttagen starteten sie einen Erholungsversuch. Das Analysehaus Bernstein sieht mittlerweile eine gute Einstiegsgelegenheit und stufte die Papiere des Dünger- und Salzherstellers auf "Outperform" hoch.

Am MDax-Ende verloren die Anteile der Norma Group <DE000A1H8BV3> nach einer Studie der Bank HSBC minus 1,30 Prozent. Die Experten von HSBC gaben ihre Kaufempfehlung für die Papiere des Autozulieferers auf und sehen nach jüngsten Kursgewinnen nur noch begrenzt Aufwärtspotenzial. Nordex <DE000A0D6554> büßten im TecDax als Schlusslicht 4,08 Prozent ein, nachdem sich Goldman Sachs in Erwartung eines weiteren Geschäftsabschwungs negativ geäußert hatte.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,20 Prozent am Freitag auf 0,18 Prozent. Der Rentenindex Rex <DE0008469107> stieg um 0,07 Prozent auf 141,56 Punkte. Der Bund Future legte um 0,05 Prozent auf 162,92 Zähler zu./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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